[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Griffstück für ein Fenster oder eine Tür zur Betätigung
eines Schubstangenbeschlages.
[0002] Einem solchen Griffstück werden in der Regel neben der Betätigung des Schubstangenbeschlages
und einer Schließfunktion mittels eines zugeordneten Schlosses keine weiteren Funktionen
beigemessen.
[0003] Aus der Praxis ist es bekannt, Schließ- bzw. Verriegelungszustände von Fenstern zu
überwachen und zur Anzeige zu bringen. Beispielsweise werden Magnetfeldsensoren in
Fensterrahmen installiert, um zu überwachen, ob ein Schubstangenbeschlag in einer
verriegelten, einer geöffneten oder einer kippbaren Stellung ist. Gleichermaßen ist
es bekannt, optische Sensoren, wie zum Beispiel Lichtschranken zur Überwachung dieser
Schließzustände zwischen einem Flügelrahmen und einem Blendrahmen zu montieren und
die Sensorsignale mittels einer zugeordneten Auswerteeinrichtung zu verarbeiten.
[0004] Im Weiteren finden zunehmend Gyrosensoren umfassende Sensoren in allen Bereichen
der Technik Verwendung. Mittels eines solchen Sensors lässt sich seine Beschleunigung
und damit die Beschleunigung des mit dem Sensor fest verbundenen Bauteils messen.
[0005] Die
DE 10 2011 013 730 B4 offenbart eine Einrichtung zur Veränderung eines Verriegelungszustandes eines Fensters
und/oder einer Tür, umfassend zumindest eine in zumindest einem mit dem Fenster bzw.
der Tür drehsicher verbindbaren Olivengehäuse und eine relativ zu dem Olivengehäuse
drehbar gelagerte Griffolive, zumindest eine elektronische Auswerteschaltung zur Detektierung
der Position der Griffolive, wobei die Auswerteschaltung zumindest eine zumindest
bereichsweise innerhalb des Olivengehäuses angeordnete und einen ersten Sensor tragende
Leiterplatte aufweist und die Griffolive mit zumindest einer durch das Olivengehäuse
hindurchreichenden Verbindungseinrichtung, mittels der der Verriegelungszustand des
Fensters bzw. der Tür veränderbar ist, drehmitnahmesicher verbunden ist, wobei auch
die Leiterplatte drehmitnahmesicher mit der Verbindungseinrichtung verbunden ist.
Diese Einrichtung ist bei vorhandenem Olivengehäuse mit drehbar gelagerter Griffolive
nicht nachrüstbar, da in Bereich der in der Regel als Vierkant-Stift ausgebildeten
Verbindungseinrichtung kein Platz für die Anordnung einer Leiterplatte vorhanden ist.
Der Vierkant-Stift wird zum einen in einer korrespondierenden Öffnung eines Getriebes
des Beschlags des Fensters bzw. der Tür und zum anderen in einer entsprechenden Ausnehmung
in der Griffolive aufgenommen. Um den benötigten Freiraum für den Sensor zu schaffen,
ist zumindest die Montage eines geeigneten Olivengehäuses erforderlich.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Griffstück der eingangs genannten Art
zu schaffen, an dem eine Bewegung messbar ist.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst.
[0008] Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung dar.
[0009] Ein Griffstück für ein Fenster oder eine Tür zur Betätigung eines Schubstangenbeschlages
umfasst einen Sensor mit einem mehrachsigen Gyrosensor, der drahtlos mit einer Auswerteeinrichtung
kommuniziert.
[0010] Der den Gyrosensor umfassende Sensor reagiert auf kleinste Beschleunigungen, Drehbewegungen
oder Lageänderungen des Griffstücks, so dass an der Auswerteeinrichtung festgestellt
werden kann, ob ein Griffstück bewegt wird. Aus dieser Bewegung bzw. Beschleunigung
lassen sich Rückschlüsse auf die Lage des Griffstücks ziehen und daraus resultierend
auf den Schließzustand eines Fensters oder einer Tür. Die Auswerteeinrichtung kann
Bestandteil einer Alarmanlage oder eines Systems zur Hausautomatisierung sein, die
oder das eine Rechnereinheit umfasst, die über ein Netzwerk mit weiteren Computern
und/oder Alarmgeräten und/oder Anzeigeeinrichtungen verbunden ist. Beispielsweise
sendet der Sensor über die Drahtlosschnittstelle Sensordaten an die Auswerteeinheit
und die Rechnereinheit stellt die aus diesen Daten resultierenden Informationen auf
einer Anzeigeeinrichtung dar oder, insbesondere über das Internet, weiteren Geräten,
vorzugsweise auch mobilen Geräten zur Verfügung, so dass deren Benutzer über die Schließzustände
informiert sind. Selbstverständlich lassen sich aus diesen Informationen auch Rückschlüsse
auf eine möglicherweise nicht autorisierte Bewegung des Griffstücks ziehen, falls
beispielsweise mit hoher Sicherheit kein Bewohner zuhause ist und dennoch eine Bewegung
des mit dem Griffstück fest verbundenen Sensors erfasst und an die Auswerteeinheit
signalisiert wird. In der Auswerteeinrichtung lassen sich auch Grenzwerte hinterlegen,
die nicht zu einer Benachrichtigung des Benutzers des Systems zur Hausautomatisierung
führen. Umgebungsbedingte Vibrationen, die beispielsweise an einer stark befahrenen
Straße oder an Bahngleisen durch den Sensor festgestellt werden können, führen nicht
zu einer Alarmierung. Der Gyrosensor ist beispielsweise als ein 3-Achsen-Sensor ausgebildet.
Im Weiteren ist der Sensor als ein autarker Sensor ausgebildet, der aus einem Ruhezustand
bei einer Bewegung des Griffstücks in einen aktiven Zustand übergeht, in dem er Daten
erfasst und über eine Drahtlos-Schnittstelle an die Auswerteeinheit zur Weiterverarbeitung
übermittelt. Das Griffstück ist in bekannter Weise mit einem dem Schubstangenbeschlag
zugeordneten Getriebe verbunden.
[0011] In Ausgestaltung ist der Sensor als ein mikro-elektro-mechanisches System ausgebildet,
das neben dem Gyrosensor zumindest einen Beschleunigungssensor umfasst. Ein derartiges
System weist beispielsweise eine Größe von ca. 3,0 mm x 4,5 mm x 0,95 mm auf. Das
System bzw. der Sensor ist vorzugsweise als 9-Achsen-Sensor konzipiert und umfasst
ein Gyroskop, einen Beschleunigungssensor und einen geomagnetischen Sensor. Der Sensor
kann in einem Gehäuse untergebracht sein.
[0012] Zweckmäßigerweise ist der Sensor auf oder in einer Handhabe des winkelförmigen Griffstücks
befestigt. Demnach beschreibt der Sensor bei einer Bewegung des Griffstücks zum Öffnen,
Schließen oder Kippen des Fensters oder der Tür eine Kreisbahn mit einem relativ großen
Radius und die Beschleunigung
[0013] Vorzugsweise steht der Sensor mit einer Funkschnittstelle zur Datenübertragung in
Verbindung.
[0014] Damit das gesamte mikro-elektro-mechanische System sowie dessen Datenübertragung
mit einem relativ kompakten Aufbau zu realisieren ist, sind nach einer Weiterbildung
der Sensor und/oder die Funkschnittstelle mit einem Photovoltaikelement zur Spannungserzeugung
gekoppelt. Das Photovoltaikelement weist einen gegenüber einer Batterie oder einem
Akkumulator wesentlich geringeren Platzbedarf auf. Die Sonnenenergie, die auf das
Photovoltaikelement trifft, das an dem benachbart zu einer Verglasung angeordneten
Griffstück angebracht ist, ist ausreichend für den Betrieb des Sensors sowie die notwendige
Datenübertragung, die vorzugsweise lediglich beim Vorliegen neuer Sensordaten stattfindet.
[0015] Zur schnellen und relativ einfach zu bewerkstelligenden Montage sind der Sensor,
die Funkschnittstelle und/oder das Photovoltaikelement zur Befestigung an dem Griffstück
einer gemeinsamen Trägerfolie zugeordnet. Zweckmäßigerweise ist Trägerfolie als eine
Klebefolie ausgebildet. Die Trägerfolie kann auch elektrische Leiterbahnen zur Verbindung
der einzelnen Bauteile umfassen. Das autarke mikro-elektro-mechanische System sowie
dessen Datenübertragung sind aufgrund der gemeinsamen Trägerfolie auch leicht an einem
vorhandenen Griffstück nachrüstbar, ohne dass an dem Griffstück Änderungen vorgenommen
werden müssen.
[0016] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen verwendbar sind. Der Rahmen der Erfindung ist nur durch die Ansprüche
definiert.
[0017] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die zugehörige Zeichnung näher erläutert.
[0018] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Fensters mit einem Griffstück nach der Erfindung
und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Systems zur Hausautomatisierung mit einem stark
vergrößert dargestellten Sensor zur Verwendung an dem Griffstück nach Fig. 1.
[0019] Das Fenster 1 umfasst einen eine Verglasung 18 aufweisenden Flügelrahmen 2, der mittels
eines Dreh- oder Dreh-Kipp-Beschlages an einem Blendrahmen 3 angelenkt ist. Der einen
Flügelrahmen 2 weist einen Schubstangenbeschlag auf, dem zur Betätigung ein winkelförmiges
Griffstück 4 mit einer Handhabe 5 zugeordnet ist, um unterschiedliche Schließstellungen
einzustellen. Befindet sich die Handhabe 5 in einer mit ihrem freien Ende nach unten
weisenden Stellung, dann ist in der Regel der Flügelrahmen 2 gegenüber dem Blendrahmen
3 verriegelt. Durch eine Drehung der Handhabe 5 des Griffstücks 4 um 90° nimmt der
Schubstangenbeschlag eine Stellung ein, in der der Flügelrahmen 2 gegenüber dem Blendrahmen
3 zum Öffnen des Fensters 1 zu verschwenken ist und bei einer Weiterdrehung der Handhabe
5 des Griffstücks 4 um 90° ist der Flügelrahmen 2 des Fensters 1 gegenüber dem Blendrahmen
3 zu kippen.
[0020] Das Verdrehen des Griffstücks 4 erfolgt üblicherweise von Innen per Hand, aber auch
bei einem gewaltsamen Öffnen des Fensters von außen wird häufig der Versuch unternommen
das Griffstück 4 zu verdrehen, um das Fenster 1 zu öffnen.
[0021] Um die zuvor erläuterten Schließstellungen bzw. eine Bewegung des Griffstücks 4 überwachen
zu können, wird auf dem Griffstück 4 ein Sensor 6 angeordnet, der einen Gyrosensor
7, einen Beschleunigungssensor 8 und einen geomagnetischen Sensor 9, der nicht zwingend
erforderlich ist, umfasst. Insbesondere durch die Informationen des Gyrosensors 7
und des geomagnetischen Sensors 9 kann neben den Schließ- bez. Verriegelungszustand
des Fensters 1 auch ermittelt werden, ob der Flügelrahmen 2 an dem Blendrahmen 3 anliegt,
oder relativ zu dem Blendrahmen 3 gekippt oder verschwenkt ist, da der Sensor 6 seine
Position im Raum ändert und diese Positionen als auswertbare Sensorsignale abgreifbar
sind.
[0022] Der Sensor 6 ist als ein mikro-elektro-mechanisches System ausgebildet und zur Energieversorgung
mit einem Photovoltaikelement 10 gekoppelt. Zur drahtlosen Übertragung von Sensordaten
ist eine sowohl mit dem Sensor 6 als auch dem Photovoltaikelement 10 verbundene Funkschnittstelle
11 vorgesehen. Um diese Bauteile einfach, zuverlässig und fest mit dem Griffstück
4 verbinden zu können, sind der Sensor 6, das Photovoltaikelement 10 und die Funkschnittstelle
11 auf einer als Klebefolie ausgebildeten Trägerfolie 12 angeordnet.
[0023] Die Funkschnittstelle 11 kommuniziert mit einer Rechnereinheit 13 eines Systems zur
Hausautomatisierung zur Überwachung des Schließzustandes des Fensters 1, wobei die
Rechnereinheit 13 als Auswerteeinrichtung 14 der Signale des Sensors 6 dient und über
ein Netzwerk mit weiteren Computern 15 und Alarmgeräten 16 und Anzeigeeinrichtungen
17 verbunden ist, beispielsweise mit Smartphones oder Tablet-Computern über das Internet.
[0024] Wird das Griffstück 4 bewegt, kann der Sensor 6 feststellen, in welche Position das
Griffstück 4 gebracht wird und diese Sensordaten über die Funkschnittstelle 11 an
die Auswerteeinrichtung 14 übermitteln. Die die Auswerteeinrichtung 14 umfassende
Rechnereinheit 13 kann die mit dem Sensor 6 festgestellte Position bzw. Positionsänderung
speichern und beispielsweise über das Internet auf einer Anzeige eines Smartphone
eines Nutzers des Systems zur Hausautomatisierung zur Darstellung bringen.
Bezugszeichen
[0025]
- 1.
- Fenster
- 2.
- Flügelrahmen
- 3.
- Blendrahmen
- 4.
- Griffstück
- 5.
- Handhabe
- 6.
- Sensor
- 7.
- Gyrosensor
- 8.
- Beschleunigungssensor
- 9.
- geomagnetischer Sensor
- 10.
- Photovoltaikelement
- 11.
- Funkschnittstelle
- 12.
- Trägerfolie
- 13.
- Rechnereinheit
- 14.
- Auswerteeinrichtung
- 15.
- Computer
- 16.
- Alarmgerät
- 17.
- Anzeigeeinrichtung
- 18.
- Verglasung
1. Griffstück für ein Fenster (1) oder eine Tür zur Betätigung eines Schubstangenbeschlages,
gekennzeichnet durch einen Sensor (6) mit einem mehrachsigen Gyrosensor (7), der drahtlos mit einer Auswerteeinrichtung
(14) kommuniziert.
2. Griffstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) als ein mikro-elektro-mechanisches System ausgebildet ist, das neben
dem Gyrosensor (7) zumindest einen Beschleunigungssensor (8) umfasst.
3. Griffstück nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) auf oder in einer Handhabe (5) des winkelförmigen Griffstücks (4)
befestigt ist.
4. Griffstück nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) mit einer Funkschnittstelle (11) zur Datenübertragung in Verbindung
steht.
5. Griffstück nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) und/oder die Funkschnittstelle (11) mit einem Photovoltaikelement
(10) zur Spannungserzeugung gekoppelt ist.
6. Griffstück nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6), die Funkschnittstelle (11) und/oder das Photovoltaikelement (10)
zur Befestigung an dem Griffstück (4) einer gemeinsamen Trägerfolie (12) zugeordnet
sind.
7. Griffstück nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerfolie (12) als eine Klebefolie ausgebildet ist.
8. Fenster oder Tür mit einem Griffstück (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffstück (4) mit seiner Handhabe (5) benachbart zu einer Verglasung (18) angeordnet
ist.
9. System zur Hausautomatisierung zur Überwachung des Schließzustandes mindestens eines
Fensters (1) oder einer Tür mit einem Griffstück (4) nach Anspruch 1, wobei eine Rechnereinheit,
(13) die über ein Netzwerk mit weiteren Computern (15) und/oder Alarmgeräten (16)
und/oder Anzeigeeinrichtungen (17) verbunden ist, als Auswerteeinrichtung (14) von
Signalen des Sensors (6) dient.