[0001] Die Erfindung betrifft ein Polierwerkzeug, insbesondere ein ringförmig-adaptives
Polierwerkzeug nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, ein Verfahren zur Polierbearbeitung
von Brillenlinsenoberflächen und Gießformschalenoberflächen, insbesondere von Oberflächen
sphärischer, torischer und/oder progressiver Brillenlinsen, nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 7 und eine Vorrichtung zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen
und Gießformschalenoberflächen, insbesondere von Oberflächen sphärischer, torischer
und/oder progressiver Brillenlinsen, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 14.
[0002] Für die massenhafte Polierbearbeitung von sphärischen, torischen und Freiform-Brillenlinsen
aus mineralischen oder organischen Materialien werden nach dem betriebsintern bekannten
Stand der Technik Polierwerkzeuge mit einem sphärisch geformten Polierkörper verwendet,
der sich bei der Polierbearbeitung an die bearbeitete Brillenlinsenoberfläche anpasst.
Damit sich die Oberfläche des sphärischen Polierkörpers an die von der sphärischen
Form häufig sehr stark abweichende Geometrie der zu polierenden Brillenlinsenoberfläche
anpassen kann, ist auf einem festen Werkzeuggrundkörper eine elastische Schaumstoffschicht
aufgeklebt. Auf dieser elastischen Schicht ist eine dem Werkstück zugewandte Polierfolie
als Polierbelag aufgebracht. Ein derartiges Polierwerkzeug ist z.B. in der
DE 10 2004 003 131 A1, der
DE 10 2008 062 097 A1 oder der
DE 603 12 475 T2 beschrieben. Um die Anpassungsfähigkeit der Polierkörperoberfläche an die Brillenlinsenoberfläche
zu unterstützen, sind die Polierwerkzeuge im Allgemeinen kleiner als das Werkstück,
wie dies in Fig. 1 der
EP 1 251 997 B2 gezeigt ist. Der Polierabtrag kommt unter Zuhilfenahme einer abrasiven Polierflüssigkeit
durch die Relativbewegung zwischen dem mit Druck beaufschlagten rotierenden Polierwerkzeug
und der rotierenden Brillenlinse zustande. Details dazu entnimmt man ebenfalls der
EP 1 251 997 B2.
[0003] Der grundlegende Nachteil dieser Anordnung ist, dass die elastische Schicht des sphärischen
Polierwerkzeugs, die durch die torische oder Freiform-Geometrie der Brillenlinse bedingten
Höhenunterschiede des von ihm momentan bedeckten Brillenlinsenbereichs vollständig
ausgleichen muss. Diese Höhenunterschiede können bei den heute üblichen, mit torischem
Anteil ausgestatteten Gleitsichtbrillenlinsenflächen durchaus im Bereich mehrerer
Millimeter liegen. Während des Polierprozesses ist die Druckverteilung auf der Brillenlinsenoberfläche
deshalb nicht konstant. Wegen der Proportionalität von lokal aufgebrachtem Polierdruck
und daraus resultierender Abtragsrate entstehen bei diesem Polierverfahren grundsätzlich
Formfehler, deren Größe von der Ausprägung der Asphärizität der Brillenlinse abhängig
ist.
[0004] Reduzieren lässt sich ein solcher systematischer Polierfehler dadurch, dass der Werkzeugdurchmesser
bei zunehmender Abweichung der Brillenlinsenoberfläche von der sphärischen Form kleiner
gewählt wird. Wegen des dabei verringerten vom Polierwerkzeug bedeckten und bearbeiteten
Flächenanteils der Brillenlinse und auch der im Allgemeinen reduzierten Relativgeschwindigkeit
zwischen Brillenlinse und Polierwerkzeug verringert sich die Effizienz des Polierprozesses
deutlich.
[0005] Um schnell und gleichmäßig asphärische Flächen polieren zu können, lehrt die
EP 1 249 307 A2 bei sonst identischem Aufbau die Verwendung eines torisch geformten Polierkörpers.
Torisch bedeutet in dieser Schrift tonnenförmig. Sphärische oder tonnenförmig torische
Polierkörper sind auch aus der
US 8,348,717 B2 bekannt.
[0006] Aus der
DE 44 12 370 A1, von der die Erfindung ausgeht, ist ein Verfahren zum Herstellen von asphärischen
Oberflächen an Linsenrohlingen, namentlich aus Glas, bekannt. Dieses Verfahren verwendet
eine CNC-Werkzeugmaschine mit einer Steuereinheit und einem rotierend zustellbaren
Topfwerkzeug zum Polieren eines Werkstücks in einer Halterung, die entlang einer Vorschubachse
in eine Bearbeitungsposition bewegbar ist, wobei die Achsen von Topfwerkzeug und Halterung
einen Winkel zueinander einschließen. Das Topfwerkzeug wird am Linsenrohling entlang
einer über die Steuereinheit vorgegebenen Bearbeitungskontur derart geführt, dass
zwischen der Längsachse des Topfwerkzeugs und der Normalen in seinem Berührungspunkt
am Werkstück ein wählbarer Vorhaltewinkel konstant eingehalten wird. Infolgedessen
bleibt das Topfwerkzeug vom Polierpunkt-Einsatz an während der gesamten Bearbeitung
in Bezug auf die Bearbeitungsstelle am Werkstück gleich ausgerichtet, so dass sich
ändernde Asphären bzw. Kugelradien bei wechselnden Serien konturgetreu bearbeitet
werden. Dies geschieht mit durchgehend gleichem Polierdurchmesser, so dass am Topfwerkzeug
der Verschleiß senkrecht zur Berührungsfläche minimiert wird. Außerdem kommt das Topfwerkzeug
wegen des Vorhaltewinkels stets nur geneigt zur Anlage am Werkstück, so dass eine
Punktberührung sich allenfalls - nach langer Standzeit - zu einer sehr kleinen Segment-
oder Bogenfläche hin vergrößert. Abhängig vom Durchmesser der ringtorusartigen Polierlippe
des Topfwerkzeugs, welche in diesem Dokument als Umfangsteil bezeichnet ist, kann
die Neigung des Topfwerkzeugs und der Vorhaltewinkel für die jeweilige Polieraufgabe
optimal eingestellt werden. Vorzugsweise beträgt der Vorhaltewinkel 0°, und zwar ab
Ausgangsstellung bei Beginn der Bearbeitung. Die Vorschubbewegbarkeit der Werkstückspindel
erlaubt nach erklärter Aussage in dieser Offenlegungsschrift
DE 44 12 370 A1 eine Freiform-Oberflächenbearbeitung.
[0007] Nach der Lehre der
DE 44 12 370 A1 ist vorgesehen, während der Bearbeitung des Werkstücks Abtastwerte seiner Oberfläche
zu gewinnen und bei der Folgebearbeitung durch geänderte Bahnführung des Topfwerkzeugs
in der Steuereinheit zu berücksichtigen.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, das gattungsgemäße Polierwerkzeug, die gattungsgemäße
Vorrichtung und das gattungsgemäße Verfahren zur Polierbearbeitung derart weiterzubilden,
dass Freiformflächen mit hoher Formtreue und hoher Effizienz poliert werden können.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein, insbesondere ringförmig-adaptives Polierwerkzeug mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein Verfahren zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen
Gießformschalen zur Brillenlinsenherstellung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
7 und durch eine Vorrichtung zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen Gießformschalen
zur Brillenlinsenherstellung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Das erfindungsgemäße Polierwerkzeug für Oberflächen von Brillenlinsen oder Gießformschalen
für Brillenlinsen umfasst eine Polierlippe mit einem starren Träger, einem auf dem
starren Träger angeordneten elastischen Körper und einen auf dem elastischen Körper
angeordneten Polierbelag. Die Oberfläche des Polierbelags stellt eine Polierfläche
bereit. Diese Polierfläche weist wenigstens einen geschlossen ringtorischen Abschnitt
auf. Unter geschlossen ringtorischem Abschnitt versteht man ein ringförmiges (umlaufendes)
Segment der Schale eines Ringtorus, also eine ringförmige Teilfläche einer Ringtorusfläche.
[0011] Ein solches erfindungsgemäßes Polierwerkzeug kann ähnlich wie das Topf-Polierwerkzeug
nach der
DE 44 12 370 A1 ausgebildet sein und eine Polierlippe in Form einer Ringtorushalbschale haben. Die
Polierlippe des Polierwerkzeugs nach der Erfindung umfasst jedoch zusätzlich neben
dem erfindungsgemäß als Träger fungierenden starren Körper einen auf dem Träger angeordneten
elastischen Körper und einen auf dem elastischen Körper angeordneten Polierbelag.
[0012] Die Elastizität des elastischen Körpers ermöglicht eine Anpassung der Polierfläche
an die Oberflächenkontur der zu polierenden Fläche und damit einen flächigen Polierabtrag,
der nach der Lehre der
DE 44 12 370 A1 gerade nicht gewünscht ist. Die
DE 44 12 370 A1 fordert vielmehr einen punktuellen Polierabtrag. Die flächige Berührung von Polierfläche
und Werkstück anstelle einer punktuellen Berührung erlaubt es, Freiformflächen mit
hoher Formtreue und hoher Effizienz zu polieren. Die gestellte Aufgabe wird durch
die Erfindung demnach vollumfänglich gelöst.
[0013] Der geschlossen ringtorische Abschnitt der Polierfläche weist einen Ringtorushalbmesser
(Hauptradius) und einen Lippenradius (Nebenradius) auf. Es hat sich als vorteilhaft
herausgestellt, das aus dem Quotienten aus dem Ringtorushalbmesser und dem Lippenradius
gebildete Aspektverhältnis zwischen 2 und 250 zu wählen. Bei einem derart gewählten
Aspektverhältnis kann einerseits mit dem Polierwerkzeug ein breites Spektrum an Freiformflächen
poliert werden und andererseits die Forderung nach einer homogenen Druckverteilung
innerhalb der Berührfläche Polierwerkzeug / Brillenlinsenoberfläche bzw. Polierwerkzeug
/ Gießformschalenoberfläche erreicht werden.
[0014] Die Mehrzahl der gängigen Brillenlinsen- oder Gießformschalenoberflächengeometrien
lassen sich mit Polierwerkzeugen bearbeiten, deren Polierfläche einen geschlossen
ringtorischen Abschnitt aufweist, dessen Aspektverhältnis zwischen 2,5 und 40 gewählt
ist. Die Zahl erforderlicher unterschiedlicher Werkzeuge, um den ganzen Lieferbereich
von Brillenlinsen polieren zu können, lässt sich damit reduzieren. Höchst vorzugsweise
weist das Aspektverhältnis einen Wert zwischen 3 und 8 auf. Wählt man das Aspektverhältnis
für den ringtorischen Abschnitt der Polierfläche in diesem Wertebereich, kann man
unter Umständen ganz auf unterschiedliche Werkzeuge zur Bearbeitung unterschiedlicher
Werkstückoberflächengeometrien verzichten.
[0015] Geometriebetrachtungen und Erfahrungswissen zeigen, dass besonders gute Poliereigenschaften
erzielt werden, wenn der die ringförmige Polierfläche bildende Ringtorus einen Nebenradius
zwischen 2 und 50 mm, höchst vorzugsweise zwischen 5 und 20 mm aufweist. Unter diesen
Voraussetzungen kann eine besonders gute Anpassung des Polierwerkzeuges an die üblichen
Brillenlinsen-/Formschalenflächengeometrien erreicht werden.
[0016] Erfahrungsgemäß lassen sich besonders gute Polierergebnisse erzielen, wenn der die
ringtorische Polierfläche bildende Ringtorus einen Hauptradius zwischen 20 und 200
mm, höchst vorzugsweise zwischen 30 und 80 mm aufweist. Mit solchen Werkzeuggeometrien
lässt sich mit hoher Abtragrate ein breites Spektrum von Brillenlinsen-/Formschalengeometrien
effizient polieren.
[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante weist der starre Träger des
Polierwerkzeugs einen vorzugsweise komplementär zur Polierfläche ausgebildeten geschlossen
ringtorischen Außenkonturabschnitt auf, auf der der elastische Körper angeordnet ist
und der elastische Körper weist eine konstante Dicke auf. Damit ist sichergestellt,
dass die Elastizität des elastischen Körpers, ein homogenes Material voraussetzend,
über der gesamten Polierfläche weitgehend gleich ist. Wenn der starre Träger eine
ringtorische Außenkontur aufweist, auf der der elastische Körper angeordnet ist, und
der elastische Körper eine konstante Dicke aufweist, erhält man eine Konfiguration
des Polierwerkzeugs, die sich durch eine weitgehend zum Randbereich der Kontaktfläche
hin sanft abnehmende Polierkraftverteilung auszeichnet. Dieser zum Rand hin degressive
Polierkraftverlauf vermeidet ungewünschte, durch schroffe Druckgradienten verursachte
Polierstrukturen.
[0018] Als Alternative kann der starre Träger einen hohlzylinderförmigen Abschnitt mit einer
ebenen Stirnfläche aufweisen, auf der der elastische Körper angeordnet ist, wobei
der elastische Körper einen geschlossen ringtorischen Außenkonturabschnitt aufweist.
Diese Alternativvariante eines Polierwerkzeugs zeichnet sich dadurch aus, dass solche
Werkzeuge einfach herstellbar sind.
[0019] Es hat sich als günstig herausgestellt, wenn man -abweichend von der in der
DE 44 12 370 A1 beschriebenen Geometrie der Polierfläche- den geschlossen ringtorischen Abschnitt
der Polierfläche als radial nach außen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche oder
als radial nach innen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche ausbildet oder wenn
der geschlossen ringtorische Abschnitt eine radial nach außen gerichtete ringtorische
Halbschalenfläche oder eine radial nach innen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche
als Teilfläche aufweist. Damit lassen sich verbesserte Polierergebnisse erzielen.
[0020] Verbesserungen lassen sich bereits erzielen, wenn man die ringtorische Halbschalenfläche
nicht in axialer Richtung ausrichtet bzw. wenn die Polierfläche eine ringtorische
Halbschalenfläche aufweist, die nicht in axialer Richtung ausgerichtet ist.
[0021] Der elastische Körper besteht im Allgemeinen aus einem Werkstoff, dessen Elastizitätsmodul
größer als 0,02 N/mm
2 ist. Geeignete Werkstoffe sind damit Elastomere, wie z.B. Gummi oder Kautschuk, insbesondere
Polyurethan, Polyätherurethan oder dergleichen. Dieser elastische Körper kann z.B.
ein Spritzgussteil sein.
[0022] Als Polierbelag kann eine handelsübliche auf Polyurethanbasis hergestellte Polierfolie
verwendet werden. Anstelle einer Polierfolie kann auch eine abrasive Beschichtung
auf den elastischen Körper aufgebracht sein.
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche
oder einer Gießformschalenoberfläche (die regelmäßig eine zur Brillenlinsenoberfläche
komplementäre Form aufweist) mit einem Polierwerkzeug mit einer einen starren Körper
umfassenden Polierlippe mit einer Polierfläche, die wenigstens einen geschlossen ringtorischen
Abschnitt aufweist, ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Polierwerkzeug verwendet
wird, dessen starrer Körper als Träger eines elastischen Körpers und eines Polierbelags
fungiert.
[0024] Die Elastizität des elastischen Körpers ermöglicht eine Anpassung der Polierfläche
an die Oberflächenkontur der zu polierenden Fläche und damit einen flächigen Polierabtrag.
Die flächige Berührung von Polierfläche und Werkstück anstelle einer in der
DE 44 12 370 A1 vorgeschlagenen punktuellen Berührung erlaubt es, Freiformflächen mit hoher Formtreue
und hoher Effizienz zu polieren. Die gestellte Aufgabe wird durch die Erfindung demnach
vollumfänglich gelöst.
[0025] Das ringförmig-adaptiv ausgebildete Polierwerkzeug wird vorzugsweise derart über
die Brillenlinsen- oder Formschalenoberfläche geführt bzw. relativ zu dieser bewegt,
dass durch eine Druckbeanspruchung der elastische Körper des Polierwerkzeugs an der
Brillenlinsen- oder Formschalenoberfläche deformiert wird. Der momentan polierte Flächenanteil
auf der Brillenlinsen- oder Formschalenoberfläche, die sogenannte Berührfläche, ist
dann nicht kreisförmig wie bei dem in der
EP 1 251 997 B2 beschriebenen Verfahren und auch nicht punktförmig wie bei dem in der
DE 44 12 370 A1 beschriebenen Verfahren, sondern vorzugsweise streifen- bis nierenförmig.
[0026] In einer Variante der Erfindung werden die Geometrie der Polierfläche und die Geometrie
der Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche für die momentane Relativbewegung
der Polierfläche zur Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche berücksichtigt.
Anders ausgedrückt gehen die Geometrie der Polierfläche und die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche
oder der Gießformschalenoberfläche in die tatsächlich durchgeführte Relativbewegung
zwischen Polierfläche und Werkstückfläche ein. Oder noch anders ausgedrückt wird die
Berührfläche, also die Teilfläche der Polierfläche, die mit der Werkstückfläche zur
Anlage gebracht wird, in Abhängigkeit von der Geometrie der Polierfläche und der Geometrie
der Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche durch entsprechende
relative Ausrichtung zwischen Polierwerkzeug und Werkstück und entsprechende Vorschubbewegungsrichtung
zwischen Polierwerkzeug und Werkstück gesteuert. Auch hierin unterscheidet sich die
Erfindung von der Lehre der
DE 44 12 370 A1, die eine Konstanz des Vorhaltewinkels fordert.
[0027] Es ist günstig, wenn die Geometrie der Polierfläche und/oder die Geometrie der Brillenlinsen-
oder der Gießformschalenoberfläche in Form einer mathematischen Beschreibung bereitgestellt
wird. Damit lässt sich im Voraus eine gewünschte Ausrichtung und Vorschubbewegungsrichtung
zwischen Polierwerkzeug und Werkstück berechnen und mit Hilfe einer Steuerungseinrichtung
einstellen.
[0028] Einem besonders bevorzugten Lösungsansatz liegt der Gedanke zugrunde, dass in der
Brillenlinsenherstellung übliche Freiformflächen in eine Folge von Segmenten aufgeteilt
werden können, die im Einzelnen mit minimal deformierten Ringen unterschiedlicher
Radien approximiert werden können. Diese Erkenntnis würde eine Vielzahl von ringförmigen
Polierwerkzeugen mit unterschiedlichen Radien nahe legen. Erfindungsgemäß ersetzt
ein einziges, während des Polierprozesses kontinuierlich in der Neigung einzustellendes
Polierwerkzeug diese Vielzahl an Polierwerkzeugen.
[0029] Die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche kann,
z.B. durch wenigstens ein torisches Flächensegment oder -entsprechend dem vorstehenden
Gedankendurch eine Folge derartiger Segmente, approximiert werden.
[0030] Das Polierwerkzeug und die Polierbewegung sind so zu wählen, dass während des Polierprozesses
der momentan polierte Flächenanteil auf der Brillenlinsenoberfläche nicht kreisförmig
wie bei dem in der
EP 1 251 997 B2 beschriebenen Verfahren und auch nicht punktförmig wie bei dem in der
DE 44 12 370 A1 beschriebenen Verfahren, sondern annähernd streifen- oder nierenförmig ist.
[0031] Während des Polierprozesses wird das im Allgemeinen rotierend zugestellte ringförmig-adaptive
Polierwerkzeug mit seiner gegen die Brillenlinse gedrückten Polierlippe abweichend
von der Lehre der
DE 44 12 370 A1 bogenförmig entlang des flachen Radius der Torusapproximation der Brillenlinsenoberfläche
("Rotationsradius") geführt, wobei diese ideale Werkzeugbahnlinie bei Gleitsichtbrillenlinsen
mit oder ohne torischen Anteil auch eine vom Kreisbogen stark abweichende Form haben
kann.
[0032] Die beschriebene Polierbearbeitung kann in einem einzigen Überlauf in Vorschubrichtung
oder aber auch in mehreren Einzelüberläufen erfolgen, wobei diese auch nebeneinander
parallel oder annähernd parallel zur Vorschubrichtung angeordnet sein können. Die
Verfahrensvariante kann bei Brillenglasflächen vorteilhaft sein, die durch sehr starke
Varianz der Flächenkrümmungen gekennzeichnet sind.
[0033] Empfehlenswert ist es, wenn das Polierwerkzeug relativ zu der Brillenlinse oder der
Formschale die Brillenlinsenoberfläche oder die Gießformschalenoberfläche mit der
Polierlippe an einer Berührfläche berührend bewegt wird und wenn eine Neigung des
Polierwerkzeuges gegenüber der Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche
unter Minimierung der Unterschiede der Deformation des elastischen Körpers innerhalb
der Berührfläche eingestellt wird. Anders ausgedrückt ist es vorteilhaft, wenn der
elastische Körper im Bereich der Berührfläche möglichst gleichmäßig komprimiert wird.
Kennt man die Form der Polierfläche und die Form der zu polierenden Werkstückfläche
können stets Flächenabschnitte gefunden werden, die annähernd zueinander komplementär
ausgebildet sind und die durch geeignete Positionierung und Führung zueinander die
Berührfläche bildend in Anlage gebracht werden können.
[0034] Ein besonders gleichmäßiges Polieren der Linsenoberfläche ergibt sich, wenn das Polierwerkzeug
so angestellt wird, dass der jeweils mittlere Radius des momentan überdeckten Flächensegmentes
kontinuierlich bestpassend angenähert wird. Durch gezielte Abweichung von dem bestpassenden
Anstellwinkel kann die Druckverteilung gesteuert werden. Außerdem kann der Polierdruck
für jedes momentan überdeckte Flächensegment der Brillenlinse oder der Formschale
kontinuierlich über die Zustellung von Brillenlinsenoberfläche / Formschalenoberfläche
und Werkzeug gesteuert werden.
[0035] Die Berechnung der Relativbewegung zwischen Polierwerkzeug und Werkstück und deren
Ansteuerung erfolgt vorzugsweise computergestützt.
[0036] Eine insbesondere zur Durchführung des vorstehenden Verfahrens geeignete erfindungsgemäße
Vorrichtung zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche oder einer Gießformschalenoberfläche
erfordert ein Polierwerkzeug mit einer einen starren Träger umfassenden Polierlippe
mit einer Polierfläche, die wenigstens einen geschlossen ringtorischen Abschnitt aufweist,
wobei auf dem starren Träger ein elastischer Körper und ein Polierbelag angeordnet
sind.
[0037] Die Vorrichtung kann eine Führungseinrichtung aufweisen, um das Polierwerkzeug den
elastischen Körper deformierend über die Brillenlinsenoberfläche oder die Gießformschalenoberfläche
zu führen. Es kommt dabei allein auf die Relativbewegung zwischen Polierwerkzeug und
Werkstückoberfläche an, d.h. der Begriff Führen umfasst sowohl eine alleinige Bewegung
des Werkzeugs oder des Werkstücks oder eine Bewegung von Werkzeug und Werkstück.
[0038] Die Vorrichtung kann eine Führungseinrichtung aufweisen, die das Polierwerkzeug und
die Brillenlinsenoberfläche oder die Gießformschalenoberfläche derart relativ zueinander
bewegt, dass die Polierfläche auf der Brillenlinsenoberfläche oder die Gießformschalenoberfläche
streifen- oder nierenförmig aufliegt. Die nachfolgend in den Figuren 8 bis 13 dargestellten
Vorrichtungen weisen eine derartige Führungseinrichtung auf.
[0039] Die Führungseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass sie die Geometrie der
Polierfläche und die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche
für die momentane Relativbewegung der Polierfläche zur Brillenlinsenoberfläche oder
der Gießformschalenoberfläche berücksichtigt. Es kann zu diesem Zweck z.B. ein elektronischer
Rechner vorhanden sein, der auf Basis der Geometriedaten die erforderliche Relativbewegung
zwischen Werkzeug und Werkstück berechnet.
[0040] Die Führungseinrichtung kann eine Bereitstellungseinrichtung z.B. in Form eines elektronischen
Speichers und/oder eines elektronischen Rechners aufweisen, die die Geometrie der
Polierfläche und/oder die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche
in Form einer mathematischen Beschreibung bereitstellt.
[0041] Die Bereitstellungseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass die Geometrie der
Brillenlinsenoberfläche oder der Gießformschalenoberfläche durch wenigstens ein torisches
Flächensegment approximiert wird.
[0042] Die Führungseinrichtung kann ausgebildet sein, das Polierwerkzeug die Brillenlinsenoberfläche
oder die Gießformschalenoberfläche mit der Polierlippe an einer Berührfläche berührend
über die Brillenlinsenoberfläche oder die Gießformschalenoberfläche zu führen und
dabei die Neigung des Polierwerkzeuges gegenüber der Brillenlinsenoberfläche oder
der Gießformschalenoberfläche unter Minimierung der Unterschiede der Deformation des
elastischen Körpers innerhalb der Berührfläche einzustellen.
[0043] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher beschrieben. Gleiche oder
funktionsgleiche Bestandteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Es zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
im Längsschnitt
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
im Längsschnitt
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeugs
im Längsschnitt
- Figur 4
- ein viertes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
im Längsschnitt
- Figur 5
- ein fünftes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
im Längsschnitt
- Figur 6
- ein sechstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
im Längsschnitt (Variante zum fünften Ausführungsbeispiel)
- Figur 7
- ein siebtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
im Längsschnitt (Variante zum vierten Ausführungsbeispiel)
- Figur 8
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Polierbearbeitung
von Brillenlinsenoberflächen in einer Prinzipdarstellung. Die Einstellung des Anstellwinkels
der wenigstens abschnittsweise ringtorischen Polierfläche des Polierwerkzeugs zur
mittels einer Werkstückaufnahme, insbesondere einem Blockstück gehaltenen Brillenlinse
erfolgt mittels einer Schwenkeinrichtung zum Verschwenken des Polierwerkzeugs
- Figur 9
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Polierbearbeitung
von Brillenlinsenoberflächen in einer Prinzipdarstellung.
- Figur 10
- ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Polierbearbeitung
von Brillenlinsenoberflächen in einer Prinzipdarstellung.
- Figur 11
- ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Polierbearbeitung
von Brillenlinsenoberflächen in einer Prinzipdarstellung.
- Figur 12
- ein fünftes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur gleichzeitige
Polierbearbeitung von mehr als einer Brillenlinsenoberflächen in einer Prinzipdarstellung.
- Figur 13
- ein sechstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur gleichzeitige
Polierbearbeitung von mehr als einer Brillenlinsenoberflächen in einer Prinzipdarstellung.
- Figur 14
- geometrische Eingriffsverhältnisse während des Bearbeitungsprozesses mit einem erfindungsgemäßen
ringförmig-adaptiven Polierwerkzeug nach der Figur 1 bei einer Neigung gegenüber einer
optischen Achse einer Brillenlinse von 15° in schematischer Darstellung a) Ansicht
von der Seite b) Draufsicht durch die Brillenlinse hindurch
- Figur 15
- geometrische Eingriffsverhältnisse während des Bearbeitungsprozesses mit einem erfindungsgemäßen
ringförmig-adaptiven Polierwerkzeug nach der Figur 1 bei einer Neigung gegenüber der
optischen Achse der Brillenlinse von 30° in schematischer Darstellung
- a) Ansicht von der Seite
- b) Draufsicht durch die Brillenlinse hindurch
- Figur 16
- geometrische Eingriffsverhältnisse während des Bearbeitungsprozesses mit einem erfindungsgemäßen
ringförmig-adaptiven Polierwerkzeug nach der Figur 1 bei einer Neigung gegenüber der
optischen Achse der Brillenlinse von 45° in schematischer Darstellung
- a) Ansicht von der Seite
- b) Draufsicht durch die Brillenlinse hindurch
- Figur 17
- geometrische Eingriffsverhältnisse während des Bearbeitungsprozesses mit einem erfindungsgemäßen
ringförmig-adaptiven Polierwerkzeug nach der Figur 1 bei einer Neigung gegenüber der
optischen Achse der Brillenlinse von 60° in schematischer Darstellung
- a) Ansicht von der Seite
- b) Draufsicht durch die Brillenlinse hindurch
- Figur 18
- ein Flussdiagramm eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche oder einer Gießformschale zur
Brillenlinsenherstellung
- Figur 19
- ein Flussdiagramm zur Darstellung von Optimieralgorithmen, welche einzeln, in einer
Auswahl oder in einer vollumfänglichen Kombination bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche oder einer Gießformschale zur
Brillenlinsenherstellung des ersten Ausführungsbeispiels realisiert sein können.
[0044] Die Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven
Polierwerkzeuges 100 und eine an einem nicht dargestellten Blockstück aufgeblockte
Brillenlinse 104 im Längsschnitt. Das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 100 wird
von einer rotatorisch um ihre Mittenachse A
106 angetriebenen Spindel 106 gehalten. Die Drehrichtung des rotatorischen Antriebs der
Spindel 106 ist in der Figur 1 mit Hilfe des mit dem Bezugszeichen ω
1 gekennzeichneten Pfeils dargestellt.
[0045] Das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 100 umfasst einen starren Träger 110, der
im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Welle 110a, eine mit dieser drehfest verbundene
Kreisscheibe 110b und einen daran außenumfangsseitig drehfest angeordneten umlaufenden
Ringtorusabschnitt 110c umfasst. Unter umlaufendem Ringtorusabschnitt versteht man
ein ringförmiges (umlaufendes) Segment der Schale eines Ringtorus, also eine ringförmige
Teilfläche der ringförmigen Torusfläche. Der Ringtorusabschnitt 110c ist vorliegend
demnach eine ringförmige Torusaußenfläche abzüglich der Fläche, die an dem Außenumfang
der Kreisscheibe 110b anschließt.
[0046] Die Mittenachse A
106 der Spindel 106 und die Mittenachse A
110 des Ringtorusabschnitts 110c fallen zusammen. Auf der Oberfläche 110d des Ringtorusabschnitts
110c ist ein elastischer Körper 114 angeordnet. Die Oberfläche 118 dieses elastischen
Körpers 114 weist eine ringtorische Form auf. Auch deren Mittenachse A
118 ist mit den vorstehend genannten Mittenachsen A
106, A
110 identisch. Auf den elastischen Körper 114 ist ein Polierbelag 116 vorzugsweise konstanter
Dicke aufgebracht. Der elastische Körper 114 und der Polierbelag 116 sowie der Ringtorus
110c des Trägers 110 und der elastische Körper 114 sind jeweils mittels eines Klebstoffs
115 drehfest verbunden. Diese Anordnung aus Träger 110, elastischem Körper 114 und
Polierbelag 116 bildet eine sogenannte Polierlippe 128 mit durch die Außenkontur des
Polierbelags 116 gebildeter Polierfläche 120.
[0047] Der starre Träger 110 kann aus einem metallischen Material, wie z.B. Edelstahl, oder
auch aus Kunststoff, wie z.B. Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polymethylmethacrylat
(PMMA), Polyamid (PA), faserverstärktem Kunststoff, wie z.B. carbonfaserverstärktem
Kunststoff (CFK), glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) etc., gefertigt sein.
[0048] Der elastische Körper 114 besteht aus einem Werkstoff, dessen Elastizitätsmodul größer
als 0,02 N/mm
2 ist. Als Werkstoff für den elastischen Körper 114 kommen Elastomere wie z.B. Gummi,
Kautschuk, insbesondere Polyurethan, Polyätherurethan oder dergleichen in Betracht.
[0049] Die Dicke d des elastischen Körpers 114 beträgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
1,5 cm. Dicken zwischen 0,3 cm und 3 cm, vorzugsweise zwischen 0,5 cm und 2 cm, höchst
vorzugsweise zwischen 0,8 cm und 1,5 cm haben sich als günstig herausgestellt.
[0050] Der Polierbelag 116 kann eine Polierfolie, ein technisches Textil, eine abrasive
Beschichtung oder eine Kombination aus derartigen Materialien sein. Polierfolien zum
Polieren von Brillenlinsen bestehen z.B. aus Polyurethan. Eine mögliche Kombination
könnte z.B. ein Polyurethanbelag mit eingebetteten Diamantpartikeln sein. Die Dicke
der Polierfolie beträgt im Allgemeinen in etwa 0,5 mm bis ca. 3,0 mm, die einer abrasiven
Beschichtung 0,3 mm bis 3,5 mm, höchst vorzugsweise zwischen 0,5 mm bis 3,0 mm. Der
Polierbelag 116 ist also was seine Dicke betrifft in der Figur 1 (und auch in den
Figuren 2 bis 13) nicht maßstabsgetreu wiedergegeben.
[0051] Der die geschlossen ringtorische Polierfläche 120 bildende Ringtorusabschnitt weist
im vorliegenden Ausführungsbeispiel einen Hauptradius R (Ringhalbmesser) von 50 mm
und einen Nebenradius r (Lippenradius) von 15 mm auf. Damit ergibt sich ein Aspektverhältnis
A = R/r von 3,33. Für diese Konfiguration kann der Hauptradius R ganz allgemein einen
Wert zwischen 20 und 200 mm und der Nebenradius r einen Wert zwischen 2 bis 50 mm
annehmen. Vorzugsweise wird das Aspektverhältnis A zwischen 1,5 und 100, weiter vorzugsweise
zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise zwischen 3 und 8 gewählt.
[0052] Die Polierfläche 120 bzw. der geschlossene Ringtorusabschnitt bzw. die ringförmige
Teilschale erstreckt sich in dem in der Figur 1 dargestellten Längsschnitt längs der
Mittenachse A
106, A
110, A
118 über einen Winkel α
1 von etwa 270°. Sie umfasst insbesondere die ausgehend von der Mittenachse A
118 des Ringtorus in radialer Richtung (d.h. in Richtung des Hauptradius R) nach außen
gerichtete Teilschalenfläche, die sich über den Winkel α
2 von 180° erstreckt vollständig. Da sich diese radial nach außen gerichtete Teilschalenfläche
über die Hälfte des Vollwinkels erstreckt, wird sie im Rahmen der vorliegenden Beschreibung
als radial nach außen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche bezeichnet, obwohl
deren Flächeninhalt nicht der Hälfte des Flächeninhalts des gesamten Ringtorus entspricht.
[0053] Die Figur 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig
adaptiven Polierwerkzeuges 200 im Längsschnitt. Wie im vorangegangenen Ausführungsbeispiel
wird das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 200 mittels Spindel 106 rotatorisch angetrieben.
[0054] Das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 200 umfasst wiederum einen starren Träger
210 mit Welle 210a und mit dieser drehfest verbundener Scheibe 210b. Die Scheibe 210b
weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine verrundete Randkontur 212 auf, die
eine ringtorische Flächengestalt besitzt.
[0055] Auf der ringtorisch verrundeten Randkontur 212 des Trägers 210 ist ein elastischer
Körper 214 vorzugsweise einheitlicher Dicke d angeordnet. Dieser elastische Körper
214 weist an seiner der hier nicht dargestellten zu bearbeitenden Brillenlinse zugewandten
Seite aufgrund seiner einheitlichen Dicke d und der ringtorisch ausgebildeten Auflagefläche
212 einen geschlossen (oder umlaufend) ringtorischen Oberflächenabschnitt 218 auf.
Auf dem elastischen Körper 214 ist ein Polierbelag 216 ebenfalls vorzugsweise konstanter
Dicke angebracht. Die Randkontur 212 des Trägers 210, der elastische Körper 214 und
der Polierbelag 216 sind wie im vorigen Ausführungsbeispiel mit Hilfe eines Klebstoffs
215 drehfest miteinander verbunden. Diese Anordnung aus starrem Träger 210, elastischem
Körper 214 und Polierbelag 216 bildet die Polierlippe 228 mit durch die Außenkontur
des Polierbelags 216 gebildeter Polierfläche 220.
[0056] Die Mittenachsen A
106, A
210, A
218 von Spindel 106, ringtorischer (Teil-)Oberfläche 212 des Trägers 210 und geschlossen
ringtorischer (Teil-)Oberfläche 218 des elastischen Körpers 214 sind wie im vorigen
Ausführungsbeispiel identisch.
[0057] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel bedeckt der Polierbelag 216 die der Brillenlinsenfläche
zugewandte Seite des elastischen Körpers 214 vollständig. Es wäre jedoch auch möglich,
nur den geschlossen ringtorischen Abschnitt 218 oder einen ringförmig geschlossenen
Teil dieses Abschnitts 218 des elastischen Körpers 214 mit einem Polierbelag 216 zu
versehen. In den ersten beiden Fällen umfasst die Polierfläche 220 die im Zusammenhang
mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschriebene radial nach außen gerichtete ringtorische
Halbschalenfläche. In der Figur 2 ist dies mit Hilfe des Winkels α
2=180° kenntlich gemacht.
[0058] Als Werkstoffe für den starren Träger 210, den elastischen Körper 214 und den Polierbelag
216 können auch in dieser Konfiguration die im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel
vorgeschlagenen Materialien verwendet werden.
[0059] Der Ringtorus, dessen Teilfläche die ringtorische Polierfläche 220 bildet, weist
im Ausführungsbeispiel einen Hauptradius R von 50 mm und einen Nebenradius r von 15
mm auf. Für diese Konfiguration kann der Hauptradius R ganz allgemeinen einen Wert
zwischen 20 mm und 200 mm und der Nebenradius r einen Wert zwischen 2 mm bis 50 mm
annehmen. Regelmäßig wird das Aspektverhältnis A zwischen 1,5 und 100 gewählt. Weiter
vorzugsweise nimmt A Werte zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise zwischen 3 und
8 an.
[0060] Die Figur 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven
Polierwerkzeuges 300. Wie im vorangegangenen Ausführungsbeispiel wird das ringförmig-adaptive
Polierwerkzeug 300 mittels Spindel 106 rotatorisch um deren Mittenachse A
106 angetrieben.
[0061] Dieses ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 300 nach der Figur 3 ist weitgehend identisch
wie das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 200 nach der Figur 2 ausgebildet. Das Polierwerkzeug
300 umfasst wiederum einen starren Träger 310 mit Welle 310a und mit dieser drehfest
verbundener Scheibe 310b. Die Scheibe 310b weist eine ringtorusabschnittsartig verrundete
Randkontur 312 auf.
[0062] Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach der Figur 2 wird der scheibenförmige
Bereich 310b des starren Trägers 310 vollständig von einem elastischen Körper 314
vorzugsweise einheitlicher Dicke umhüllt. Der elastische Körper 314 weist an seiner
der hier nicht dargestellten zu bearbeitenden Brillenlinse zugewandten Seite einen
ringtorischen Oberflächenabschnitt 318 auf. Auf dem elastischen Körper 314 ist -hier
den elastischen Körper 314 nicht vollständig überdeckend- ein Polierbelag 316 ebenfalls
vorzugsweise konstanter Dicke aufgebracht. Die Randkontur 312 des Trägers 310, der
elastische Körper 314 und der Polierbelag 316 sind wie in den vorigen Ausführungsbeispielen
mit Hilfe eines Klebstoffs 315 drehfest miteinander verbunden. Diese Anordnung aus
starrem Träger 310, elastischem Körper 314 und Polierbelag 316 bildet die Polierlippe
328 mit durch die Außenkontur des Polierbelags 316 gebildeter Polierfläche 320.
[0063] In diesem Ausführungsbeispiel bedeckt der Polierbelag 316 die der Brillenlinsenfläche
104 zugewandte Seite des elastischen Körpers 314 nicht vollständig. Es wäre jedoch
auch möglich, sowohl die vollständige Oberfläche als auch nur den ringtorischen Abschnitt
315 oder einen Teil dieses ringtorischen Abschnitts 315 des elastischen Körpers 314
mit einem Polierbelag 316 zu versehen. In den ersten beiden Fällen umfasst die Polierfläche
320 die im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschriebene radial nach
außen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche. In der Figur 3 ist dies wieder mit
Hilfe des Winkels α
2=180° kenntlich gemacht.
[0064] Der Ringtorus, von dem ein Abschnitt oder Segment die ringtorische Polierfläche 320
bildet, weist im Ausführungsbeispiel einen Hauptradius R von 50 mm und einen Nebenradius
r von 10 mm auf. Für diese Konfiguration kann der Hauptradius R ganz allgemeinen einen
Wert zwischen 20 mm und 200 mm und der Nebenradius r einen Wert zwischen 2 mm bis
50 mm annehmen. Vorzugsweise wird das Aspektverhältnis A zwischen 1,5 und 100, weiter
vorzugsweise zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise zwischen 3 und 8 gewählt.
[0065] Die Mittenachsen A
106, A
310, A
318 von Spindel 106, ringtorischer (Teil-)Oberfläche 312 des Trägers 310 und ringtorischer
(Teil-)Oberfläche 318 des elastischen Körpers 314 sind wie im vorigen Ausführungsbeispiel
identisch.
[0066] Als Werkstoffe für den starren Träger 310, den elastischen Körper 314 und den Polierbelag
316 können auch in dieser Konfiguration die im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel
vorgeschlagenen Materialien verwendet werden.
[0067] Die Figur 4 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel eines mit einer Werkzeugspindel
106 verbundenen und von dieser rotatorisch in Drehrichtung ω
1 antreibbaren erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges 400. Dieses
ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 400 nach der Figur 4 umfasst wiederum einen starren
Träger 410, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einer Welle 410a, die einendseitig
mit der Werkzeugspindel 106 drehfest verbunden ist, und einen mit dieser andernendseitig
drehfest verbundenen Hohlzylinder 410b. Das hohlzylinderförmige Ende 410b des starren
Trägers 410 trägt an seinem der Brillenlinse zugewandten Ende eine ringtorische Geometrie
424.
[0068] Die Oberfläche des Hohlzylinders 410 weist eine nach innen weisende zylindermantelförmige
Gestalt 410d und eine nach außen weisende zylindermantelförmige Gestalt 410c und die
endseitige ringtorische Gestalt 424 auf. Die gesamte Oberfläche 410c, 410d, 424 des
Hohlzylinders 410 ist von einem elastischen Körper 414 weitgehend konstanter Dicke
umhüllt.
[0069] Der elastische Körper 414 weist an seiner der Spindel 106 zugewandten Seite einen
zylindermantelförmigen Abschnitt 417 und an seinem der Brillenlinse zugewandten Seite
einen ringtorischen Abschnitt 415 auf. Auf dem elastischen Körper 414 ist ein Polierbelag
416 angebracht. Diese Anordnung aus starrem Träger 410, elastischem Körper 414 und
Polierbelag 416 bildet ebenfalls eine Polierlippe 428 analog den vorhergehenden Ausführungsbeispielen
mit durch die Außenkontur des Polierbelags 416 gebildeter Polierfläche 420.
[0070] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel bedeckt der Polierbelag 416 die der Brillenlinsenfläche
104 zugewandte Seite des elastischen Körpers 414 vollständig. Es wäre jedoch auch
möglich, nur den ringtorischen Abschnitt 415 des elastischen Körpers 414 mit einem
Polierbelag 416 zu versehen. Wie in den Beispielen nach den Figuren 2 und 3 erstreckt
sich das geschlossen ringtorische Flächensegment im dargestellten Längsschnitt über
einen Winkel von 180°. Abweichend von den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen
beträgt der Winkelanteil α
2 des radial nach außen gerichtete Ringtorussegments nur etwa 90°. Der Winkelanteil
α
3 des radial nach innen gerichteten Ringtorussegments beträgt ebenfalls 90°. Das Ringtorussegment
über beide Winkelanteile α
2, α
3 ist der Achsrichtung des Ringtorus zugewandt. Da sich die in Richtung der Mittenachse
A
418 des Ringtorus gerichtete Teilschalenfläche über den Winkel α
2 + α
3 von 180°, also über die Hälfte des Vollwinkels, erstreckt, wird sie im Rahmen der
vorliegenden Beschreibung als axial nach außen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche
bezeichnet.
[0071] Als Werkstoffe für den starren Träger 410, den elastischen Körper 414 und den Polierbelag
416 können auch in dieser Konfiguration die im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel
vorgeschlagenen Materialien verwendet werden.
[0072] Der Ringtorus, dessen Teilfläche die ringtorische Polierfläche 420 bildet, weist
im Ausführungsbeispiel einen Hauptradius R von 45 mm und einen Nebenradius r von 10
mm auf. Für diese Konfiguration kann der Hauptradius R ganz allgemeinen einen Wert
zwischen 20 mm und 200 mm und der Nebenradius r einen Wert zwischen 2 mm bis 50 mm
annehmen. Vorzugsweise wird das Aspektverhältnis A zwischen 1,5 und 100, weiter vorzugsweise
zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise zwischen 3 und 8 gewählt.
[0073] Die Mittenachsen A
106, A
410, A
418 von Spindel 106, ringtorischer (Teil-)Oberfläche 424 des Trägers 410 und ringtorischer
(Teil-)Oberfläche 418 des elastischen Körpers 414 sind wie in den vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispielen identisch.
[0074] Die Figur 5 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel eines mit einer Werkzeugspindel
106 verbundenen und von dieser rotatorisch in Drehrichtung ω
1 antreibbaren erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges 500 sowie ein
mit diesem bearbeitetes Brillenglas 504. Dieses Polierwerkzeug 500 eignet sich insbesondere
zur Polierbearbeitung von konvexen Brillenlinsenoberflächen 522.
[0075] Das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 500 wird von der oben beschriebenen rotatorisch
um ihre Mittenachse A
106 angetriebenen Spindel 106 einer Bearbeitungsmaschine gehalten. Die Drehrichtung des
rotatorischen Antriebs der Spindel 106 ist in der Figur 5 mit Hilfe des mit dem Bezugszeichen
ω
1 gekennzeichneten Pfeils gekennzeichnet.
[0076] Das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 500 umfasst einen starren Träger 510, der
im vorliegenden Ausführungsbeispiel einen Wellenabschnitt 510a, einen Kreisscheibenabschnitt
510b, einen Zylindermantelabschnitt 510c und einen Kreisringscheibenabschnitt 510d
aufweist. Einendseitig ist der Wellenabschnitt 510a mit der Werkzeugspindel 106 drehfest
verbunden. Andernendseitig schließt sich an den Wellenabschnitt 510a mittig der Kreisscheibenabschnitt
510b in drehfester Verbindung an. Außenumfangsseitig schließt an den Kreisscheibenabschnitt
510b der Zylindermantelabschnitt 510c mit einem Ende in drehfester Verbindung an.
Das andere Ende des Zylindermantelabschnitts 510c geht in drehfester Verbindung in
den äußeren Umfang des Kreisringscheibenabschnitts 510d über.
[0077] Innenumfangsseitig weist der Kreisringscheibenabschnitt 510d eine verrundete Randkontur
einen Ringtorusabschnitt 512 bildend auf. Die Mittenachse A
106 der Spindel 106 und die Mittenachse A
510 des Ringtorusabschnitts 512 des Trägers 510 fallen zusammen. Auf dem Ringtorusabschnitt
512 ist ein elastischer Körper 514 angeordnet. Die Oberfläche 518 dieses elastischen
Körpers 514 weist eine ringtorische Form auf. Auch diese Mittenachse A
518 ist mit den vorstehend genannten Mittenachsen A
106, A
510 identisch.
[0078] Auf den elastischen Körper 514 ist ein Polierbelag 516 vorzugsweise konstanter Dicke
aufgebracht. Der elastische Körper 514 und der Polierbelag 516 sowie der Ringtorus
512 des Trägers 510 und der elastische Körper 514 sind jeweils mittels eines Klebstoffs
515 drehfest verbunden. Diese Anordnung aus Träger 510, elastischem Körper 514 und
Polierbelag 516 bildet eine Polierlippe 528 mit durch die Außenkontur des Polierbelags
516 gebildeter Polierfläche 520.
[0079] Der starre Träger 510 kann aus einem metallischen Material, wie z.B. Aluminium, Kupfer
oder Edelstahl, oder auch aus Kunststoff, wie z.B. Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS),
Polymethylmethacrylat (PMMA), Polyamid (PA), faserverstärktem Kunststoff, wie z.B.
carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) etc.,
gefertigt sein.
[0080] Der elastische Körper 514 besteht aus einem Werkstoff, dessen Elastizitätsmodul vorzugsweise
größer als 0,02 N/mm
2 ist. Als Werkstoff für den elastischen Körper 514 kommen Elastomere wie z.B. Gummi,
Kautschuk, insbesondere Polyurethan, Polyätherurethan oder dergleichen in Betracht.
[0081] Der Polierbelag 516 kann eine Polierfolie, ein technisches Textil, eine abrasive
Beschichtung oder eine Kombination aus derartigen Materialien sein. Polierfolien zum
Polieren von Brillenlinsen können z.B. aus Polyurethan bestehen oder Polyurethan als
Bestandteil aufweisen. Eine mögliche Kombination könnte z.B. ein Polyurethanpolierbelag
mit eingebetteten Diamantpartikeln sein. Die Dicke der Polierfolie beträgt im Allgemeinen
in etwa 0,5 bis ca. 3,0 mm, die einer abrasiven Beschichtung ungefähr 0,5 bis 3,0
mm.
[0082] Die abschnittsweise ringtorisch ausgebildete Polierfläche 520 weist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel einen Hauptradius R von 20 mm und einen Nebenradius r von 10 mm
auf. Damit ergibt sich ein Aspektverhältnis A = R/r von 2. Auch für diese Konfiguration
kann der Hauptradius R ganz allgemein einen Wert zwischen 20 und 200 mm und der Nebenradius
r einen Wert zwischen 2 bis 50 mm annehmen. Vorzugsweise wird das Aspektverhältnis
A zwischen 1,5 und 100, weiter vorzugsweise zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise
zwischen 3 und 8 gewählt.
[0083] Die Polierfläche 520 bzw. der geschlossene Ringtorusabschnitt bzw. die ringförmige
Teilschale erstreckt sich in dem in der Figur 5 dargestellten Längsschnitt längs der
Mittenachse A
106, A
510, A
518 über einen Winkel α
3 von etwa 180°. Da sich diese radial nach innen gerichtete Teilschalenfläche über
die Hälfte des Vollwinkels erstreckt, wird sie im Rahmen der vorliegenden Beschreibung
als radial nach innen gerichtete ringtorische Halbschalenfläche bezeichnet.
[0084] Die Figur 6 zeigt eine Variante des Ausführungsbeispiels nach der Figur 5. Gezeigt
ist wiederum das Polierwerkzeug 600, das von der Spindel 106 rotierend um deren Mittenachse
A
106 antreibbar ist. Das Polierwerkzeug 600 hat eine abschnittsweise ringtorisch ausgebildete
Polierfläche 620, die wie die Polierfläche 520 des Polierwerkzeugs 500 nach der Figur
5 ausgerichtet ist.
[0085] Die abschnittsweise ringtorisch ausgebildete Polierfläche 620 weist in dieser Variante
einen Hauptradius R von 40 mm und einen Nebenradius r von 10 mm auf. Damit ergibt
sich ein Aspektverhältnis A = R/r von 4.
[0086] Die Figur 7 zeigt ein siebtes Ausführungsbeispiel eines mit einer Werkzeugspindel
106 verbundenen und von dieser rotatorisch in Drehrichtung ω
1 antreibbaren erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges 700. Dieses
ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 700 nach der Figur 7 umfasst wiederum einen starren
Träger 710, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einer Welle 710a, die einendseitig
mit der Werkzeugspindel 106 drehfest verbunden ist und einem mit dieser andernendseitig
drehfest verbundenen Hohlzylinder 710b. Das hohlzylinderförmige Ende 710b des Trägers
710 ist an seinem der Brillenlinse zugewandten Ende als ebene Fläche 712 ausgebildet.
[0087] Auf die ebene Stirnfläche 712 des Hohlzylinders 710b ist ein elastischer Körper 714
aufgesetzt, der eine Hälfte eines Ringtorus bildet. Die ebene Ringfläche 714a des
elastischen Körpers 714, d.h. der Ringtorushälfte, hat dieselbe Größe wie die ebene
ringförmige Stirnfläche 712 des Hohlzylinders 710. Beide Flächen 714a, 712 sind mit
Hilfe eines Klebstoffs 715 drehfest miteinander verklebt.
[0088] Auf dem elastischen Körper 714 befindet sich ein Polierbelag 716. Auch zwischen diesen
beiden Flächen erfolgt die Fixierung mit Hilfe eines Klebstoffs 715. Diese Anordnung
aus starrem Träger 710, elastischem Körper 714 und Polierbelag 716 bildet eine Polierlippe
728 analog den vorhergehenden Ausführungsbeispielen mit durch die Außenkontur des
Polierbelags 716 gebildeter Polierfläche 720.
[0089] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel bedeckt der Polierbelag 716 die der Brillenlinsenfläche
zugewandte Seite des elastischen Körpers 714 vollständig. Es wäre jedoch auch möglich,
nur einen Teil des ringtorischen Abschnitts 714b des elastischen Körpers 714 oder
auch Teile des starren Trägers 710 mit einem Polierbelag 716 zu versehen.
[0090] Als Werkstoffe für den starren Träger 710, den elastischen Körper 714 und den Polierbelag
716 können auch in dieser Konfiguration die im Zusammenhang mit den vorstehenden Ausführungsbeispielen
vorgeschlagenen Materialien verwendet werden.
[0091] Der die ringtorische Polierfläche 720 bildende Ringtorus weist im Ausführungsbeispiel
einen Hauptradius R von 50 mm und einen Nebenradius r von 25 mm auf. Für diese Konfiguration
kann der Hauptradius R ganz allgemeinen einen Wert zwischen 20 mm und 200 mm und der
Nebenradius r einen Wert zwischen 2 mm bis 50 mm annehmen. Vorzugsweise wird das Aspektverhältnis
A zwischen 1,5 und 100, weiter vorzugsweise zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise
zwischen 3 und 8 gewählt.
[0092] Die Mittenachsen A
106, A
710, A
718 von Spindel 106, Hohlzylinder 710b des Trägers 710 und ringtorischer (Teil-)Oberfläche
714b des elastischen Körpers 714 fallen wie in den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen
zusammen.
[0093] Die Figur 8 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
8000 zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen 802 in schematischer Darstellung.
Bei dieser Vorrichtung 8000 handelt es sich um eine CNC-Bearbeitungsmaschine mit zwei
charakteristischen Baugruppen BG81 und BG82. Die Baugruppe BG81 umfasst eine Spindel
806 zum Antrieb ω
1 eines Polierwerkzeuges 800 um die Rotationsachse A
806 und eine (nicht im Einzelnen dargestellte) Schwenkeinrichtung zum Schwenken des Polierwerkzeuges
800 um eine von der Rotationsachse A
806 abweichende Schwenkachse B
806. Die Schwenkbewegungsrichtungen sind in der Figur 8 mit dem mit dem Bezugszeichen
Ω
1 gekennzeichneten Doppelpfeil dargestellt.
[0094] Die Schwenkbewegung der Baugruppe BG81 um die Schwenkachse B
806 ist CNC gesteuert und dient zur optimalen Anstellung des Polierwerkzeugs 800. Diese
kann während des Polierprozesses konstant oder der Flächengeometrie der Brillenlinse
801 entsprechend positioniert bzw. nachgeführt werden.
[0095] Die zweite Baugruppe BG82 besitzt eine Aufnahme 803 für das zu bearbeitende Werkstück
801, einen ersten Linearantrieb 8104 mit einer ersten Linearachse L
8104 für die Positionierung des Werkstücks 801 in X-Richtung und einen zweiten Linearantrieb
8204 mit einer senkrecht zur ersten Linearachse L
8104 verlaufenden zweiten Linearachse L
8204 für die Positionierung des Werkstücks 801 in Z-Richtung. Im Ausführungsbeispiel nach
der Figur 8 steht die Schwenkachse B
806 sowohl senkrecht auf der Rotationsachse A
806 der Spindel 806 als auch auf den beiden Linearachsen L
8104, L
8204.
[0096] Als Polierwerkzeug 800 kann z.B. jede der unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis
7 beschriebenen Polierwerkzeuge 100 bis 700 eingesetzt werden. Exemplarisch ist in
der Figur 8 eine Ausführungsvariante entsprechend der Figur 1 skizziert.
[0097] Die Funktionsweise der Vorrichtung 8000 zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen
802 wird im weiteren unter Bezugnahme auf die Figuren 18 und 19 beschrieben.
[0098] Zunächst werden jedoch weitere Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Vorrichtungen
zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen und Gießformschalen zur Brillenlinsenherstellung
beschrieben.
[0099] Die Figur 9 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
9000 zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen 902 in schematischer Darstellung.
Bei dieser Vorrichtung 9000 handelt es sich wie bei der Vorrichtung 8000 nach der
Figur 8 um eine CNC-Bearbeitungsmaschine mit zwei charakteristischen Baugruppen BG91
und BG92. Die Baugruppe BG91 ist identisch wie die Baugruppe BG81 ausgebildet.
[0100] Die zweite Baugruppe BG92 umfasst die vorstehend beschriebenen Bestandteile der Baugruppe
BG82, die in der Figur 9 in entsprechender Weise mit den Bezugszeichen 903, 9104,
9204 versehen sind. Darüber hinaus ist im Ausführungsbeispiel nach der Figur 9 eine
zusätzliche Schwenkeinrichtung zum Verschwenken der beiden Linearantriebe 9104 und
9204 um eine C
904-Achse vorgesehen, die eine rotatorische Positionierung Ω
2 des Brillenglases 901 erlaubt, um so eine in Abhängigkeit von der individuellen Brillenglasgeometrie
optimierte Ausrichtung zur Schwenkbewegung Ω
1 der Baugruppe BG91 zu ermöglichen.
[0101] Als Polierwerkzeug 800 kann auch hier jede der unter Bezugnahme auf die Figuren 1
bis 7 beschriebenen Polierwerkzeuge 100 bis 700 eingesetzt werden. Exemplarisch ist
in der Figur 9 eine Ausführungsvariante entsprechend der Figur 1 skizziert.
[0102] Die Figur 10 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
10000 zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen 1002 in schematischer Darstellung.
Bei dieser Vorrichtung 10000 handelt es sich um eine CNC-Bearbeitungsmaschine mit
den beiden charakteristischen Baugruppen BG101 und BG102. Die Baugruppe BG101 weist
eine Spindel 1006 zum Antrieb eines Polierwerkzeuges 1000 um eine spindelachsmittige
Rotationsachse A
1006 auf. Die Baugruppe BG101 weist ferner einen Linearantrieb 10104 auf, mittels dessen
die Spindel 1006 längs ihrer Mittenachse A
1006 = L
1006 linear in X-Richtung verschoben werden kann.
[0103] Die zweite Baugruppe BG102 besitzt eine Aufnahme 1003 für ein zu bearbeitendes Werkstück
1001 und einen Linearantrieb 10204, um die Aufnahme 1003 längs einer Achse L
10204 in Z-Richtung zu verschieben. Darüber hinaus ist im Ausführungsbeispiel nach der
Figur 10 eine (hier im Linearantrieb 10204 realisierte) Schwenkeinrichtung 10204 vorgesehen,
um das Werkstück 1001 um eine Schwenkachse B
10204 zu verschwenken.
[0104] Die Figur 11 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
10100 zur Polierbearbeitung von Brillenlinsenoberflächen 1102 in schematischer Darstellung.
Die Vorrichtung 10100 umfasst die beiden charakteristischen Baugruppen BG111 und BG112.
Die Baugruppe BG111 ist wie die Baugruppe BG101 ausgebildet. Sie weist eine Spindel
1106 zum Antrieb eines Polierwerkzeuges 1100 um eine spindelachsmittige Rotationsachse
A
1106 auf. Die Baugruppe BG111 weist ferner einen Linearantrieb 11104 auf, mittels dessen
die Spindel 1106 längs ihrer Mittenachse A
1106 = L
1106 linear in X-Richtung verschoben werden kann.
[0105] Die zweite Baugruppe BG112 umfasst die Merkmale der Baugruppe BG102. Sie umfasst
somit eine Aufnahme 1103 für ein zu bearbeitendes Werkstück 1101 und einen Linearantrieb
11204, um die Aufnahme 1103 längs einer Achse L
11204 in Z-Richtung zu verschieben. Darüber hinaus ist im Ausführungsbeispiel nach der
Figur 11 eine (hier im Linearantrieb 11204 realisierte) Schwenkeinrichtung 11204 vorgesehen,
um das Werkstück 1101 um eine Schwenkachse B
11204 zu verschwenken.
[0106] Wie die zweite Baugruppe BG92 nach der Figur 9 ist in der zweiten Baugruppe nach
der Figur 11 eine zusätzliche Schwenkeinrichtung zum Verschwenken des Linearantriebs
11204 um eine C
11204-Achse vorgesehen, die eine rotatorische Positionierung Ω
2 des Brillenglases 1101 erlaubt, um so eine in Abhängigkeit von der individuellen
Brillenglasgeometrie optimierte Ausrichtung zur Schwenkbewegung Ω
1 der Baugruppe BG111 zu ermöglichen.
[0107] Bei den weiteren Ausführungsbeispielen erfindungsgemäßer Vorrichtungen 10000, 10100
nach den Figuren 10 und 11 befindet sich also im Gegensatz zu den Darstellungen in
den Figuren 8 und 9 die Schenkachse jeweils in der zweiten, dem Werkstück zugeordneten
Baugruppe.
[0108] Die Figuren 12 und 13 zeigen weitere Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung
10200, 10300. Prinzipiell entsprechen die Aufbauten den Anordnungen nach den Figuren
10 und 11, wobei hier die zweiten Baugruppen BG102, BG112 doppelt vorhanden sind und
in den Figuren 12 und 13 als BG102a, 102b bzw. 112a, 112b bezeichnet sind, um so die
gleichzeitige Bearbeitung von zwei Brillenlinsen zu ermöglichen. Alle Linear- und
Schwenkantriebe können unabhängig voneinander angesteuert werden, um so die jeweiligen
Werkstücke gleichzeitig und unabhängig von einander in linearer Richtung X1, X2, Z1,
Z2 und Schwenkrichtung B1, B2, Cl, C2 positionieren zu können. Es ist auch möglich,
die zweiten Baugruppen BG102, BG112 mehr als zweimal vorzusehen und so die Anzahl
simultan bearbeiteter Gläser zu erhöhen.
[0109] Die Figuren 14 a) und b) zeigen die geometrischen Eingriffsverhältnisse während des
Bearbeitungsprozesses eines erfindungsgemäßen ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
100 nach der Figur 1 bei einer Neigung γ
1 der Mittenachse A
106 der das Polierwerkzeug 100 antreibenden Werkzeugspindel 106 gegenüber einer optischen
Achse A
104 der Brillenlinse 104 von 15° in schematisch Darstellung und zwar aus einer Ansicht
von der Seite (Figur 14 a)) und in Draufsicht durch die Brillenlinse 104 hindurch
(Figur 14 b)).
[0110] Die Figuren 15 bis 17 zeigen das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug 100 nach der
Figur 1 in denselben Ansichten bei unterschiedlichen Neigungen γ
2, γ
3, γ
4 gegenüber der optischen Achse A
104 der Brillenlinse 104 von 30°, 45° und 60°.
[0111] Die Figuren 14 a), 15 a), 16 a), 17 a) sind so gezeichnet, als würde die ringtorische
Form der Außenkontur des Polierbelags 116 des ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges
100 die Außenkontur 122 der Brillenlinse 104 durchdringen. Tatsächlich wird jedoch
der elastische Körper 114 und damit der Polierbelag 116 deformiert und der Polierbelag
116 liegt (in erster Näherung innerhalb der jeweiligen Schnittlinien 1402, 1502, 1602
1702) flächig auf der Brillenlinsenoberfläche 122 auf.
[0112] Die jeweiligen Berührflächen sind in den Figuren 14 b), 15 b), 16 b), 17 b) mit den
Bezugszeichen 1404, 1504, 1604, 1704 gekennzeichnet.
[0113] Die Figur 18 zeigt ein Flussdiagramm 1800 eines beispielhaften erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche.
[0114] In einem ersten Schritt 1801 wird eine mathematische Beschreibung der zu bearbeitenden
Brillenlinsenoberfläche bereitgestellt.
[0115] In einem zweiten Schritt 1802, welcher auch vor dem ersten Schritt 1801 erfolgen
kann, erfolgt ein Bereitstellen einer mathematischen Beschreibung des ringtorischen
Abschnitts der Polierfläche des Polierwerkzeugs.
[0116] In einem dritten Schritt 1803 wird die gesamte Brillenlinsenoberfläche durch einen
Bestfit-Ringtorus approximiert. Die Torusachse des Bestfit-Ringtorus wird im vorliegenden
Ausführungsbeispiel als die bevorzugte Vorschubrichtung des Polierwerkzeugs bestimmt.
Grundsätzlich ist es natürlich möglich, die Vorschubrichtung in anderer Weise festzulegen.
[0117] In einem vierten Schritt 1804 wird die Brillenlinsenoberfläche in Flächensegmente
orthogonal zur Vorschubrichtung des Polierwerkzeugs unterteilt.
[0118] In einem fünften Schritt 1805 erfolgt eine Berechnung einer gemittelten Krümmung
für jedes dieser Flächensegmente als Startpunkt der folgenden Iterationsrechnung.
[0119] Im sechsten Schritt 1806 erfolgt eine Iteration der idealen Werkzeugneigung für jedes
dieser Flächensegmente.
[0120] In einem siebten optionalen Schritt 1807 kann die Werkzeugneigung und die Zustellung
hinsichtlich der gewünschten lokalen Druckverteilung und somit der lokalen Abtragsleistung
optimiert werden.
[0121] In einem achten Schritt 1808 werden die Daten für die Steuerung einer erfindungsgemäßen
CNC-Bearbeitungsmaschine berechnet. Es kann grundsätzlich jede der in den Figuren
8 bis 13 dargestellten Maschinen verwendet werden. Insbesondere erfolgt ein Berechnen
der CNC-Daten für den kompletten Polierablauf mit kontinuierlicher, flächensegmentabhängiger
Werkzeugneigung und Zustellbewegung. Im Grenzfall kann die gesamte zu polierende Fläche
als ein einziges Flächensegment der weiteren Berechnung zugrunde gelegt werden, wodurch
sich die oben genannten Berechnungsschritte 1804 bis 1808 entsprechend vereinfachen.
[0122] Die Figur 19 zeigt ein Flussdiagramm zur Darstellung von Optimieralgorithmen, welche
einzeln, in einer Auswahl oder in einer vollumfänglichen Kombination bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche oder einer Gießformschale
zur Brillenlinsenherstellung des ersten Ausführungsbeispiels nach der Figur 18 realisiert
sein können.
[0123] Insbesondere kann der Verfahrensschritt 1806 nach der Figur 18 folgende Optimieralgorithmen
enthalten:
Ein Teilschritt des Verfahrensschritts 1806, welcher in der Figur 19 mit dem Bezugszeichen
1806a gekennzeichnet ist, kann ein Sicherstellen umfassen, dass jedes annährend nierenförmige
Segmentflächenelement vollständig durch das ringförmig-adaptive Polierwerkzeug berührend
überstrichen wird
[0124] Ein Teilschritt des Verfahrensschritts 1806, welcher in der Figur 19 mit dem Bezugszeichen
1806b gekennzeichnet ist, kann ein Sicherstellen umfassen, dass die Kompression des
ringförmig-adaptiven Polierwerkzeuges, insbesondere die Deformation des elastischen
Körpers in jedem Oberflächenpunkt der Brillenlinse innerhalb definierter Grenzwerte
liegt.
[0125] Ein Teilschritt des Verfahrensschritts 1806, welcher in der Figur 19 mit dem Bezugszeichen
1806b gekennzeichnet ist, kann eine Optimierung der Werkzeugneigung in der Art sein,
dass innerhalb der Segmentflächenelemente ein vorgegebener Mittelwert der Kompression
erreicht wird und gleichzeitig die Differenzen der Kompressionswerte minimal werden.
[0126] Ein weiterer Teilschritt 1806d kann eine Optimierung der Vorschubgeschwindigkeit
entlang des großen Torusradius (Hauptradius) sein, so dass die durch Werkzeugneigungsänderung
hervorgerufenen Verweilzeitunterschiede kompensiert werden.
[0127] Ein anderer Teilschritt 1806e kann eine Optimierung der Kompressionswerte des Polierwerkzeugs
durch Änderung der Werkzeugneigung, um lokale, zum Beispiel verweilzeitbedingte Abtragsinhomogenitäten
auszugleichen.
[0128] Schließlich kann ein Teilschritt 1806f auch in einer empirisch gestützten Vorhaltrechnung
von Werkzeugneigung, Vorschüben und Zustellung bestehen.
1. Polierwerkzeug (100) für Oberflächen von Brillenlinsen und Gießformschalen für Brillenlinsen
mit einer einen starren Körper (110) umfassenden Polierlippe (118) mit einer Polierfläche
(120), die wenigstens einen geschlossen ringtorischen Abschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper als Träger (110) ausgebildet ist und dass auf dem Träger (110) ein elastischer
Körper (114) und ein Polierbelag (116) angeordnet sind.
2. Polierwerkzeug (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der geschlossen ringtorische Abschnitt der Polierfläche (120) einen Ringtorushalbmesser
(R) und einen Lippenradius (r) aufweist und dass ein aus dem Quotienten aus dem Ringtorushalbmesser
(R) und dem Lippenradius (r) gebildetes Aspektverhältnis (A) einen Wert zwischen 2
und 100, vorzugsweise zwischen 2,5 und 40, höchst vorzugsweise zwischen 3 und 8 aufweist.
3. Polierwerkzeug (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringtorushalbmesser (R) zwischen 20 und 200 mm, höchst vorzugsweise zwischen
30 und 80 mm und einen Lippenradius (r) zwischen 2 und 50 mm, höchst vorzugsweise
zwischen 5 und 20 mm aufweist.
4. Polierwerkzeug (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der starre Träger (110) einen geschlossen ringtorischen Außenkonturabschnitt aufweist,
auf der der elastische Körper (114) angeordnet ist und dass der elastische Körper
(114) eine konstante Dicke (d) aufweist.
5. Polierwerkzeug (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der starre Träger (110) einen hohlzylinderförmigen Abschnitt mit einer ebenen Stirnfläche
(112) aufweist, auf der der elastische Körper (114) angeordnet ist und dass der elastische
Körper (114) einen geschlossen ringtorischen Außenkonturabschnitt aufweist.
6. Polierwerkzeug (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der geschlossen ringtorische Abschnitt der Polierfläche (120) eine radial nach außen
gerichtete ringtorische Halbschalenfläche oder eine radial nach innen gerichtete ringtorische
Halbschalenfläche aufweist.
7. Verfahren (1100) zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche (122) oder einer
Gießformschalenoberfläche mit einem Polierwerkzeug (100) mit einer einen starren Körper
(110) umfassenden Polierlippe (118) mit einer Polierfläche (120), die wenigstens einen
geschlossen ringtorischen Abschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der starre Körper (110) als Träger ausgebildet ist und dass auf dem starren Träger
(110) ein elastischer Körper (114) und ein Polierbelag (116) angeordnet sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Polierwerkzeug (100) und die Brillenlinsenoberfläche (122) oder die Gießformschalenoberfläche
derart relativ zueinander bewegt werden, dass der elastische Körper (114) deformiert
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Polierwerkzeug (100) und die Brillenlinsenoberfläche (122) oder die Gießformschalenoberfläche
derart relativ zueinander bewegt werden, dass die Polierfläche (120) auf der Brillenlinsenoberfläche
(122) oder die Gießformschalenoberfläche streifen- oder nierenförmig aufliegt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie der Polierfläche (120) und die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche
(122) oder der Gießformschalenoberfläche für die momentane Relativbewegung der Polierfläche
(120) zur Brillenlinsenoberfläche (122) oder der Gießformschalenoberfläche berücksichtigt
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie der Polierfläche (120) und/oder die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche
(122) oder der Gießformschalenoberfläche in Form einer mathematischen Beschreibung
bereitgestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie der Brillenlinsenoberfläche (122) oder der Gießformschalenoberfläche
durch wenigstens ein torisches Flächensegment approximiert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Polierwerkzeug (100) die Brillenlinsenoberfläche (122) oder die Gießformschalenoberfläche
mit der Polierlippe (118) an einer Berührfläche (704, 804, 904, 1004) berührend über
die Brillenlinsenoberfläche (122) oder die Gießformschalenoberfläche geführt wird
und dass eine Neigung des Polierwerkzeuges (100) gegenüber der Brillenlinsenoberfläche
(122) oder der Gießformschalenoberfläche unter Minimierung der Unterschiede der Deformation
des elastischen Körpers (114) innerhalb der Berührfläche eingestellt wird.
14. Vorrichtung (600) zur Polierbearbeitung einer Brillenlinsenoberfläche (122) oder einer
Gießformschalenoberfläche mit einem Polierwerkzeug (100) mit einer einen starren Körper
(110) umfassenden Polierlippe (118) mit einer Polierfläche (120), die wenigstens einen
geschlossen ringtorischen Abschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der starre Körper (110) als Träger ausgebildet ist und dass auf dem starren Träger
(110) ein elastischer Körper (114) und ein Polierbelag (116) angeordnet sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungseinrichtung vorgesehen ist, um das Polierwerkzeug (100) den elastischen
Körper (114) deformierend über die Brillenlinsenoberfläche (122) oder die Gießformschalenoberfläche
zu führen.
1. Outil de polissage (100) pour des surfaces de verres de lunettes et de coques de moulage
pour des verres de lunettes avec une lèvre de polissage (118) comprenant un corps
rigide (110), avec une face de polissage (120), qui présente au moins une partie torique
annulaire fermée, caractérisé en ce que le corps est réalisé en forme de support (110) et en ce qu'un corps élastique (114) et une garniture de polissage (116) sont disposés sur le
support (110).
2. Outil de polissage (100) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie torique annulaire fermée de la face de polissage (120) présente un rayon
de tore annulaire (R) et un rayon de lèvre (r) et en ce qu'un rapport d'élancement (A) formé par le quotient du rayon de tore annulaire (R) et
du rayon de lèvre (r) présente une valeur comprise entre 2 et 100, de préférence entre
2,5 et 40, et de préférence encore entre 3 et 8.
3. Outil de polissage (100) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le rayon de tore annulaire (R) entre 20 et 200 mm, de préférence encore entre 30
et 80 mm, et un rayon de lèvre (r) entre 2 et 50 mm, de préférence encore entre 5
et 20 mm présente.
4. Outil de polissage (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le support rigide (110) présente une partie de contour extérieur torique annulaire
fermée, sur laquelle le corps élastique (114) est disposé et en ce que le corps élastique (114) présente une épaisseur constante (d).
5. Outil de polissage (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le support rigide (110) présente une partie cylindrique creuse avec une face frontale
plane (112), sur laquelle le corps élastique (114) est disposé et en ce que le corps élastique (114) présente une partie de contour extérieur torique annulaire
fermée.
6. Outil de polissage (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la partie torique annulaire fermée de la face de polissage (120) présente une face
de demi-coque torique annulaire orientée radialement vers l'extérieur ou une face
de demi-coque torique annulaire orientée radialement vers l'intérieur.
7. Procédé (1100) pour le polissage d'une surface de verres de lunettes (122) ou d'une
surface de coques de moulage avec un outil de polissage (100) avec une lèvre de polissage
(118) comprenant un corps rigide (110), avec une face de polissage (120), qui présente
au moins une partie torique annulaire fermée, caractérisé en ce que le corps rigide (110) est réalisé en forme de support et en ce qu'un corps élastique (114) et une garniture de polissage (116) sont disposés sur le
support rigide (110).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'on déplace l'outil de polissage (100) et la surface du verre de lunettes (122)
ou la surface de la coque de moulage l'un par rapport à l'autre, de telle manière
que le corps élastique (114) soit déformé.
9. Procédé selon une des revendications 7 ou 8, caractérisé en ce que l'on déplace l'outil de polissage (100) et la surface du verre de lunettes (122)
ou la surface de la coque de moulage l'un par rapport à l'autre, de telle manière
que la face de polissage (120) s'applique sur la surface du verre de lunettes (122)
ou sur la surface de la coque de moulage en forme de bande ou en forme de rein.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que l'on tient compte de la géométrie de la face de polissage (120) et de la géométrie
de la surface du verre de lunettes (122) ou de la surface de la coque de moulage pour
le mouvement relatif instantané de la face de polissage (120) par rapport à la surface
du verre de lunettes (122) ou à la surface de la coque de moulage.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on prépare la géométrie de la face de polissage (120) et/ou la géométrie de la
surface du verre de lunettes (122) ou de la surface de la coque de moulage sous la
forme d'une description mathématique.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que l'on approche la géométrie de la surface du verre de lunettes (122) ou de la surface
de la coque de moulage par au moins un segment de surface torique.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 12, caractérisé en ce que l'on guide l'outil de polissage (100) touchant la surface du verre de lunettes (122)
ou la surface de la coque de moulage avec la lèvre de polissage (118) sur une face
de contact (704, 804, 904, 1004) sur la surface du verre de lunettes (122) ou sur
la surface de la coque de moulage et en ce que l'on règle une inclinaison de l'outil de polissage (100) par rapport à la surface
du verre de lunettes (122) ou à la surface de la coque de moulage en minimisant les
différences de la déformation du corps élastique (114) à l'intérieur de la face de
contact.
14. Dispositif (600) de polissage d'une surface de verres de lunettes (122) ou d'une surface
de coques de moulage avec un outil de polissage (100) avec une lèvre de polissage
(118) comprenant un corps rigide (110), avec une face de polissage (120) qui présente
au moins une partie torique annulaire fermée, caractérisé en ce que le corps rigide (110) est réalisé en forme de support et en ce qu'un corps élastique (114) et une garniture de polissage (116) sont disposés sur le
support rigide (110).
15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce qu'il est prévu un dispositif de guidage, pour guider l'outil de polissage (100) en déformant
le corps élastique (114) sur la surface du verre de lunettes (122) ou sur la surface
de la coque de moulage.