Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschleunigung der Alterung
von Rhizomen der Schwertlilie (Iris), und zur Herstellung von Irisbutter aus den gealterten
Rhizomen.
Stand der Technik
[0002] Die Rhizome der Schwertlilienarten Iris germanica, Iris pallida und einiger ihrer
Hybriden, wie z.B. Iris Barbata, enthalten terpenoide Verbindungen , die sogenannten
Iridale, aus denen sich durch oxidative Spaltung begehrte Duftstoffe, die sog. Irone
bilden können. Der Alterungsprozess erfolgt derzeit durch Lagerung der getrockneten
Rhizome über einen Zeitraum von mindestens drei bis vier Jahren [
F.-J. Marner, Current Organic Chemistry, 1997, 1, 153-186]. Die Irone werden durch Wasserdampfdestillation der gealterten Rhizome im ätherischen
Öl, der sog. Irisbutter angereichert, welche in der Parfüm-, Kosmetik und Lebensmittelindustrie
Absatz findet.
[0003] Zur Beschleunigung des Alterungsprozesses wurden einige Versuche unternommen. So
wurden nass-chemische Oxidationsmethoden mit Kaliumpermanganat oder Nitritsalzen entwickelt
[
F.-J. Marner, W. Krick, B. Gellrich, L. Jaenicke, W. Winter, J. Org. Chem., 1982,
47, 2531-2536;
W. Krick, F.-J. Marner, L. Jaenicke, Z. Naturforsch., 1983, 38c, 179;
FR-2 620 702, 24/3/89;
U.S. Pat. No 6,224,874B1], mikrobiologische und enzymatische Biotransformationsverfahren erprobt [
EP 0443 925;
EP 0353 683;
U.S. Pat. No 4,963,480;
EP 0443 926;
U.S. Pat. No 5,100,790] oder ionisierende Strahlung zur Behandlung frischer Rhizome benutzt [
FR-2 653 637], um die Iron-Bildung zu beschleunigen.
[0005] WO 2009/004517 beschreibt ein Verfahren zur Reifung von Iriswurzeln. Dabei werden die Rhizome zunächst
kurzzeitig in Wasser erhitzt, um Pathogene abzutöten, aber ohne die Enzyme für die
nachfolgende Fermentation zu deaktivieren. Anschließend werden die Wurzeln zerkleinert
und fermentiert. Das Verfahren wird mit frischen Rhizomen durchgeführt, die nicht
getrocknet werden. Es wird auch über die Untersuchung der Fermentation mit extern
zugegebenen Enzymen und unter Sauerstoffausschluss berichtet. Dabei wurde gefunden,
dass unter Sauerstoffausschluss die Iron-Bildung deutlich beeinträchtigt ist.
Aufgabenstellung
[0006] Die lange Lagerzeit der Irisrhizome bei der traditionellen Herstellungsmethode von
bisher mindestens drei Jahren ist ökonomisch problematisch, da Lagerplatz bereitgestellt
werden muss, der Cashflow unterbrochen ist und hohe Verluste durch Schädlingsbefall
möglich sind. Außerdem ist dadurch die Motivation von Landwirten, neue Irispflanzungen
anzulegen, niedrig. Die bekannten Verfahren zur Beschleunigung der Alterung von Irisrhizomen
erfordern erheblichen Einsatz an Reagenzien wie beispielsweise Oxidationsmitteln oder
Enzymen, bzw. den Einsatz von Mikroorganismen und es besteht die Gefahr einer geringen
Akzeptanz seitens der Verbraucher aufgrund der chemischen Vorbehandlung.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt im Hinblick auf diese Problematik die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren zur Beschleunigung der Alterung der Rhizome und zur Gewinnung von Irisbutter
bereitzustellen, das eine erhebliche Verkürzung der Lagerungszeit ermöglicht und dabei
preiswert durchführbar ist, ohne eine Vorbehandlung mit Chemikalien oder Enzymen zu
erfordern.
[0008] Zur erfindungsgemäßen Lösung dieser Aufgabenstellung werden Schwertlilien-Rhizome
unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre, einem erhöhtem Druck und einer erhöhten Temperatur
gelagert. Dabei wurde überraschenderweise gefunden, dass die Ironmenge innerhalb weniger
Tage bis Wochen auf einen Gehalt ansteigt, der höher ist als in drei Jahre lang konventionell
gelagerten Rhizomen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschleunigung der Alterung
von Schwertlilien-Rhizomen, das die Lagerung von Schwertlilien-Rhizomen unter sauerstoffhaltiger
Atmosphäre, die bei 25°C einen Sauerstoffpartialdruck von 1 bar oder mehr aufweist,
und bei einer Temperatur von 25°C oder höher umfasst.
[0010] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Gewinnung von Irisbutter aus den
gealterten Schwertlilien-Rhizomen, das nach der Lagerung die Durchführung einer Wasserdampfdestillation
oder einer Extraktion umfasst.
Vorteilhafte Wirkungen der Erfindung
[0011] Die durch das Verfahren erreichten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass sich
die Lagerzeit getrockneter Irisrhizome von bisher mindestens drei Jahren (z.T. aber
bis zu fünf Jahren oder mehr) auf nur wenige Tage bis Wochen verkürzen lässt. Dabei
werden keine oxidierenden Chemikalien wie Kaliumpermanganat oder Nitritsalze oder
verfahrenstechnisch aufwendige mikrobiologische oder enzymatische Prozesse eingesetzt,
sondern lediglich sauerstoffhaltige Gasgemische, wie technischer Sauerstoff, synthetische
Luft oder Druckluft unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur. Dadurch wird ein
rückstandfreies Produkt erhalten, was für die Kundenakzeptanz im Kosmetikbereich wichtig
ist. Außerdem entfallen Kosten durch Lagerung und Verluste oder Qualitätsminderung
durch Schädlingsbefall. Zusätzlich kann durch die Dauer der Anwendung des Verfahrens
auf getrocknete Irisrhizome die Zusammensetzung der verschiedenen Iron-Isomere und
damit der Geruch der daraus hergestellten Irisbutter beeinflusst und somit gesteuert
werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die dazugewonnene Flexibilität in der
Herstellung durch die nun verringerte Wartezeit.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren ist in Verbindung mit allen zur Iron-Gewinnung geeigneten
Schwertlinien-Sorten einsetzbar. Insbesondere handelt es sich dabei um Schwertlilien
der Arten
Iris germanica, Iris pallida, Iris pallida argentea variegata, Iris pallida aurea
variegata, Iris pallida alba, Iris neglecta, Iris spectabilis, Iris macedonica, und/oder andere Variationen der Bart-Iris (
Iris barbata).
[0013] Die Rhizome der Schwertlilien werden üblicherweise vor der Lagerung geschält, zerkleinert
und dann getrocknet. Zur Zerkleinerung können die Rhizome in Stücke von 1-3 cm Größe
geschnitten werden. Ein Vermahlen zur weiteren Vergrößerung der Oberfläche und Beschleunigung
der Ironbildung ist ebenfalls möglich.
[0014] Alternativ dazu können die Rhizome auch in unbehandelter Form eingesetzt werden,
oder lediglich getrocknet werden, was von manchen Parfüm-Herstellern bevorzugt wird.
Jedoch wäre dann bei der erfindungsgemäßen Lagerung aufgrund der geringeren Oberfläche
mit einer Verringerung der Geschwindigkeit der Reaktion mit dem Sauerstoff zu rechnen,
so dass es gegebenenfalls erforderlich werden könnte, die Sauerstoffkonzentration,
die Temperatur und/oder die Lagerungszeit entsprechend zu erhöhen.
[0015] Die Trocknung kann durch einfache Lagerung bei Raumtemperatur erfolgen, oder bei
erhöhter Temperatur von beispielsweise 30-40°C oder höher, insbesondere etwa 45-60°C
durchgeführt werden. Zur weiteren Verbesserung der Trocknungseffizienz kann der Druck
reduziert oder im Vakuum getrocknet werden. Jedoch könnte unter solchen Bedingungen
aufgrund der Flüchtigkeit der Terpene, die das Ausgangsmaterial der Irone darstellen,
die Ironbildung verringert sein. Daher sind milde Trocknungsbedingungen bevorzugt.
[0016] Die Trocknungszeit ist nicht speziell beschränkt. Im Allgemeinen wird das Trocknen
beendet, wenn Gewichtskonstanz erreicht ist. Bei Vakuumtrocknen oder Heißlufttrocknen
kann dies innerhalb weniger Stunden der Fall sein, beispielsweise innerhalb von 5
bis 48 Stunden, insbesondere 10-24 Stunden. Bei einfachem Trocknen durch Lagerung
können einige Tage bis Wochen erforderlich sein. Je kleiner die Rhizome geschnitten
sind, desto schneller die Trocknung.
[0017] Die Lagerung erfolgt dann in einem druckfesten, beheizbaren Behälter wie einem Autoklaven
in sauerstoffhaltiger Atmosphäre wie beispielsweise Luft, Sauerstoff/Inertgasmischungen
oder reinem Sauerstoff.
[0018] Dabei kommt es maßgeblich auf die Konzentration des Sauerstoffs an, die sich wiederum
unter Einsatz der Gleichung p
O2V = n
O2RT aus der Temperatur und dem Sauerstoff - Partialdruck p
O2 berechnen lässt. Bei einer festen Temperatur ist die Konzentration c
O2 = n
O2/V proportional zum Partialdruck, es gilt p
O2V = (n
O2/V) * RT.
[0019] Erfindungsgemäß ist die Konzentration so zu wählen, dass der Sauerstoff-Partialdruck
bei 25°C (298K) 0,5 bar oder mehr beträgt. Vorzugsweise ist der Sauerstoff-Partialdruck
2 bar oder mehr, stärker bevorzugt 5 bar oder mehr, noch stärker bevorzugt 20 bar
oder mehr. Es kann dabei eine reine Sauerstoffatmosphäre verwendet werden; in diesem
Fall entsprechen die obigen Partialdruck-Angaben dem Gesamt-Druck bei 25°C. Die Bestimmung
des Sauerstoff-Partialdrucks kann bei Einsatz von reinem Sauerstoff einfach dadurch
erfolgen, dass der Reaktionsbehälter bei 25°C befüllt wird und der Druck gemessen
wird. Wenn die Befüllung bei einer anderen Temperatur erfolgt, so wäre der gemessene
Druck gegebenenfalls unter Verwendung der obigen Gleichung auf den Wert bei 25°C umzurechnen.
[0020] Alternativ kann eine Sauerstoff-Inertgas-Mischung oder auch Luft eingesetzt werden,
wobei der Gesamtdruck in Abhängigkeit vom Sauerstoff-Gehalt der Mischung entsprechend
erhöht werden muss, so dass der Sauerstoff-Partialdruck in den obigen Bereich fällt.
Die Bestimmung des Sauerstoff-Partialdrucks erfolgt ebenfalls durch Messung des Drucks
des eingefüllten Gases, der hier jedoch mit dem Sauerstoff-Gehalt des Gases zu multiplizieren
ist. Wenn beispielsweise Luft eingesetzt wird, die einen Sauerstoff-Gehalt von etwa
21% aufweist, dann wäre ein Gesamtdruck von etwa 2.5 bar nötig, um den erforderlichen
Sauerstoff-Partialdruck von mindestens 0.5 bar zu erhalten.
[0021] Es besteht keine spezielle Obergrenze für den Sauerstoff-Partialdruck. Allerdings
kann der Maximaldruck durch die Art des eingesetzten Behälters begrenzt sein. Dabei
ist weiterhin zu beachten, dass aufgrund der Erwärmung der Druck gegebenenfalls weiter
ansteigt.
[0022] Die Lagerung erfolgt bei einer Temperatur von mindestens 25°C, vorzugsweise im Bereich
von 30-80°C, insbesondere 40-60°C. Eine erhöhte Temperatur beschleunigt die Iron-Bildung,
jedoch besteht bei sehr hohen Temperaturen die Gefahr, dass die Bildung unerwünschter
Nebenprodukte begünstigt wird oder Zersetzungsreaktionen auftreten können, so dass
die gebildete Ironmenge wieder abnehmen kann.
[0023] Die Lagerungsdauer ist nicht speziell beschränkt. Üblicherweise steigt der Iron-Gehalt
mit der Lagerungszeit zunächst deutlich an und erreicht dann ein Maximum, und kann
bei sehr langen Lagerungszeiten aufgrund von Zersetzungsreaktionen wieder abnehmen.
Der genaue zeitliche Verlauf kann von der Sauerstoffkonzentration, dem Druck und der
Temperatur abhängen.
[0024] Eine geeignete Lagerungsdauer kann durch Messung des zeitlichen Verlaufs des Iron-Gehalts
bestimmt werden und kann beispielsweise zwei Tage oder mehr, vorzugsweise eine Woche
oder mehr betragen. Umgekehrt ist Lagerungsdauer im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit
des Verfahrens und des Risikos der Zersetzung der Irone typischerweise nicht länger
als 12 Wochen. Somit ergibt sich eine übliche Lagerungsdauer von 1-12 Wochen, vorzugsweise
1-8 Wochen, insbesondere bevorzugt 1-4 Wochen.
[0025] Die Gewinnung von Iron-haltiger Irisbutter aus den gealterten Rhizomen erfolgt durch
übliche Verfahren, beispielsweise Wasserdampfdestillation oder Extraktion mit Lösungsmitteln
wie beispielsweise überkritischem Kohlenstoffdioxid.
Beispiele
Beispiel 1:
[0026] Es werden Rhizome von Iris germanica marokkanischer Herkunft verwendet. Die frischen
Rhizome werden geschält und in etwa 2 cm große Stücke geschnitten. Diese werden unterschiedlichen
Trocknungsmethoden zugeführt. Ein Teil wird in einem Adsorptionstrockner im Luftstrom
bei 45°C, der andere Teil in einem beheizbaren Vakuumschrank bei 50 °C bis zur Gewichtskonstanz
(bei etwa 30-40 %) getrocknet. Die Stücke werden sodann in Druckbomben aus Edelstahl
verbracht, welche mit Sauerstoff befüllt (20-30 bar bei 25°C) werden und gasdicht
verschlossen in ein Ölbad bei 50 °C gestellt werden. Als Negativkontrolle dienen an
Umgebungsluft gelagerte Rhizomstücke aus der gleichen Charge.
[0027] Nach 1, 2 und 4 Wochen werden Proben der Negativkontrolle und nach 1, 2, 4, 6, 10
und 12 Wochen Proben aus den Druckbomben entnommen und auf ihren Irongehalt hin untersucht.
Während der Irongehalt der Negativkontrolle über 4 Wochen bei niedrigen Werten zwischen
10-30 mg/kg liegt, steigt er bei den Proben aus den Druckbomben stark an (siehe Abbildungen
1 und 2). Bei Rhizomen, die im Adsorptionstrockner getrocknet wurden, wurde nach 2
Wochen ein Maximum im Gesamtgehalt an Ironen durchlaufen, das sich bei 496 mg/kg befindet
(Abbildung 1). Bei Rhizomen, die im Vakuumtrockenschrank getrocknet wurden, lag das
Maximum bei 358 mg/kg und stellte sich nach 4 Wochen ein (Abbildung 2). Es ist auch
zu beobachten, dass sich durch längeren Verbleib der Rhizome in den Druckbomben das
Verhältnis der Isomere cis-α-Iron zu γ-Iron zu Gunsten des γ-Irons verändert.
[0028] Zur Iron-Analytik werden je Probe 0,5 g der Rhizome fein zermahlen und mit 100 µl
einer methanolischen Ionon-Lösung der Konzentration 10 mg/ml als internen Standard
versetzt, was einer Zugabe von 1 mg Ionon je Probe entspricht. Die Proben werden sodann
mit 5 ml Diethylether versetzt und für 15 min im Ultraschallbad extrahiert. Der Überstand
wird abgenommen und die Extraktion mit 3 ml Diethylether und 5 min Ultraschallbad
wiederholt. Die Überstände der jeweiligen Probe werden vereinigt, im Stickstoffstrom
eingeengt und dienen nach Filtration durch Spritzenvorsatzfilter als Analyselösung.
Die Proben werden in einem Gaschromatographen mit Flammenionisationsdetektor vermessen.
Die Quantifizierung erfolgt durch Vergleich der Peakflächen des internen Standards
Ionon mit denen der Iron-Isomere. Zur Bestimmung eines Korrekturfaktors werden die
Peakflächen gleicher Mengen Ionon und einer authentischen Mischung der Iron-Isomere
verglichen.
Beispiel 2:
[0029] Es werden Rhizome von Iris germanica marokkanischer Herkunft verwendet. Die frischen
Rhizome werden geschält und in etwa 2 cm große Stücke geschnitten und im Trockenschrank
bei 45 °C getrocknet. Die getrockneten Rhizome werden anschließend zu Pulver zermahlen
(Körnung etwa 1 mm) Die weitere Behandlung erfolgt wie unter Beispiel 1 beschrieben.
[0030] Als Vergleich wurde eine drei Jahre alte Irisprobe (natürlich gealtert) nach der
gleichen Prozedur wie unter Beispiel 1 beschrieben extrahiert und mit vermessen. Die
Ergebnisse sind in Abbildung 3 dargestellt. Analog zu Beispiel 1 steigt auch hier
durch das erfindungsgemäße Verfahren der künstlichen Alterung der Irongehalt nach
1, 2, 3, 4 und 5 Wochen stark an, während der Irongehalt bei den offen an Umgebungsluft
gelagerten Rhizomen (Kontrolle) niedrig bleibt. Bereits nach 1 Woche künstlicher Alterung
übersteigt der Irongehalt dieser Rhizome den der 3 Jahre gelagerten (Abbildung 3).
Beschreibung der Abbildungen
[0031] Figur 1: Irongehalte verschieden behandelter, frisch getrockneter (Adsorptionstrocknung)
Irisrhizome (Iris germanica). Die Gehalte der Ironisomere der drei Kontrollgruppen
(Kontr.) waren nach 1, 2 bzw. 4 wöchiger Lagerung an Umgebungsluft bedeutend niedriger
als bei Rhizomen, die 1,2,4,6,10 und 12 Wochen unter Sauerstoffatmosphäre (20-30 bar
bei 25°C) und erhöhter Temperatur (50 °C) gelagert wurden (O
2). Angegeben sind jeweils die Summen der Irone in mg/kg.
[0032] Figur 2: Irongehalte verschieden behandelter, frisch getrockneter (Vakuumtrockenschrank)
Irisrhizome (Iris germanica). Die Gehalte der Ironisomere der drei Kontrollgruppen
(Kontr.) waren nach 1,2 bzw.4 wöchiger Lagerung an Umgebungsluft bedeutend niedriger
als bei Rhizomen, die 1, 2, 4, 6, 10 und 12 Wochen unter Sauerstoffatmosphäre (20-30
bar bei 25°C) und erhöhter Temperatur (50 °C) gelagert wurden (O
2). Allerdings war bei diesem Versuch das Maximum an Irongehalt nach 4 Wochen erreicht.
Angegeben sind jeweils die Summen der Irone in mg/kg.
[0033] Figur 3: Irongehalte verschieden behandelter, frisch getrockneter (Trockenschrank,
Umluft) Irisrhizome (Iris germanica). Die Irisrhizome wurden nach der Trocknung pulverisiert.
Die Gehalte der Ironisomere der fünf Kontrollgruppen (Kontr.) waren nach 1,2,3,4 bzw.5
wöchiger Lagerung an Umgebungsluft bedeutend niedriger als bei Rhizomen, die 1, 2,
3, 4 und 5 Wochen unter Sauerstoffatmosphäre (20-30 bar bei 25°C) und erhöhter Temperatur
(50 °C) gelagert wurden (O
2). Angegeben sind jeweils die Summen der Irone in mg/kg.
1. Verfahren zur Beschleunigung der Alterung von Schwertlilien-Rhizomen, das die Lagerung
von Schwertlilien-Rhizomen unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre, die bei 25°C einen
Sauerstoffpartialdruck von 0,5 bar oder mehr aufweist, und einer Temperatur von 25°C
oder mehr umfasst.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin Schwertlilien der Arten Iris germanica, Iris pallida, Iris pallida argentea variegata, Iris pallida aurea
variegata, Iris pallida alba, Iris neglecta, Iris spectabilis, Iris macedonica, und/oder andere Varietäten der Bart-Iris (Iris barbata).
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, worin geschälte und/oder ungeschälte geschnittene
und/oder pulverisierte und/oder ganze Rhizome eingesetzt werden.
4. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, das vor der Lagerung die Trocknung
der Rhizome umfasst.
5. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, worin die Atmosphäre bei einer
Temperatur von 25°C einen Sauerstoffpartialdruck von 2 bar oder mehr, vorzugsweise
5 bar oder mehr aufweist.
6. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, worin eine reine Sauerstoffatmosphäre
eingesetzt wird.
7. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, worin die Temperatur bei der
Lagerung 25-80°C beträgt.
8. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, worin die Lagerungsdauer mindestens
zwei Tage, vorzugsweise mindestens eine Woche beträgt.
9. Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, worin die Lagerung in einem
Autoklaven durchgeführt wird.
10. Verfahren zur Gewinnung von Irisbutter aus Schwertlilien-Rhizomen, das die Durchführung
des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 sowie nach der Lagerung die Durchführung
einer Extraktion oder Wasserdampf-, bzw. Hydrodestillation umfasst.