[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verbindungselement. Insbesondere dient das
Verbindungselement zum Herstellen unterschiedlicher Verbindung wie elektrischer, hydraulischer,
oder sonstiger Verbindungen, wobei das Verbindungselement auch in verunreinigten Umgebungen
verwendbar ist.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Verbindungselemente bekannt, die insbesondere zur
Anbindung von Waffenbatterien an Waffensystemträger dienen. Die in derzeit bekannten
Waffenträgersystem verwendeten Verbindungselemente besitzen nicht die Möglichkeit,
die Schnittstellenverbindung zwischen Waffenbatterie und Waffenträgersystem automatisch
oder autonom herzustellen, zu verriegeln, zu entriegeln und zu schützen. Die Verbindungselemente
müssen vielmehr manuell verbunden und im Rahmen der Einkopplung oder Auskopplung der
Waffenbatterie vom Waffenträgersystem verriegelt und entriegelt werden. Ebenso müssen
die Schnittstellenkomponenten während und nach der Auskopplung der Waffenbatterie
mittels manuellen Aufbringens von Schutzkomponenten, wie insbesondere Abdeckungen,
vor Verschmutzung geschützt werden.
[0003] Es ist somit Aufgabe der Erfindung ein Verbindungselement bereitzustellen, das bei
einfacher und kostengünstiger Herstellung und Montage ein sicheres und zuverlässiges
Verbinden zweier Schnittstellen ermöglicht.
[0004] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs. Somit wird
die Aufgabe gelöst durch ein Verbindungselement, das zumindest eine Verbindungskonsole,
zumindest einen Schmutzprotektor und zumindest ein Öffnungselement umfasst. Das Verbindungselement
ist in einer Einsteckrichtung in ein Gegenelement einsteckbar. Außerdem ist vorgesehen,
dass die Verbindungskonsole zumindest ein Kontaktelement aufweist. Somit stellt das
Kontaktelement eine erste Schnittstelle dar, während das Gegenelement eine zweite
Schnittstelle darstellt. Durch das Verbindungselement sind beide Schnittstellen einfach
und zuverlässig verbindbar. Dazu weist der Schmutzprotektor wahlweise einen geöffneten
Zustand oder einen geschlossenen Zustand auf. In dem geöffneten Zustand ist die Verbindungskonsole
freigegeben, in dem geschlossenen Zustand ist die Verbindungskonsole verdeckt. Auf
diese Weise ist sichergestellt, dass die Verbindungskonsole durch schmutzige Umgebungsverhältnisse
nicht selbst verschmutzt wird. Insbesondere ist vorgesehen, dass der Schmutzprotektor
erst dann in den geöffneten Zustand übergeht, wenn eine Verbindung zu dem Gegenelement
hergestellt werden soll. Auf diese Weise ist verhindert, dass der Schmutzprotektor
über lange Zeiträume ohne Anbindung des Verbindungselements an das Gegenelement geöffnet
ist, wodurch wiederum sichergestellt ist, dass die Verbindungskonsole stets vor äußeren
Umwelteinwirkungen, insbesondere vor Verschmutzung, geschützt ist.
[0005] Der Schmutzprotektor ist mit dem Öffnungselement wirkverbunden. So führt ein Bewegen
des Öffnungselements entgegen der Einsteckrichtung zu einem Verfahren des Schmutzprotektors
in den geöffneten Zustand. Ebenso bewirkt ein Bewegen des Öffnungselements in die
Einsteckrichtung ein Verfahren des Schmutzprotektors in den geschlossenen Zustand.
Insbesondere ist vorgesehen, dass das Öffnungselement durch den Einsteckprozess des
Verbindungselements in das Gegenelement autonom betätigt wird. Somit wird der Schmutzprotektor
erst dann geöffnet, wenn tatsächlich eine Verbindung durch die Verbindungskonsole
hergestellt werden soll.
[0006] Schließlich ist vorgesehen, dass die Verbindungskonsole ebenfalls mit dem Öffnungselement
wirkverbunden ist. So führt ein Bewegen des Öffnungselements entgegen der Einsteckrichtung
zu einem Verschieben der Verbindungskonsole in die Einsteckrichtung in eine ausgefahrene
Position. Ebenso bewirkt ein Bewegen des Öffnungselements in die Einsteckrichtung
ein Verschieben der Verbindungskonsole entgegen der Einsteckrichtung in eine zurückgezogene
Position. Somit ist die Verbindungskonsole zwischen einer zurückgezogenen Position
und einer ausgefahrenen Position verschiebbar. Durch das Verschieben der Verbindungskonsole
ist eine autonome Verriegelung zwischen Verbindungskonsole und Gegenelement und damit
zwischen Verbindungselement und Gegenelement ermöglicht. Durch die autonome Verriegelung
und den autonomen Schutz vor äußeren Einwirkungen, wie insbesondere Verschmutzung,
ist mit dem Verbindungselement eine Verbindung sehr einfach und zuverlässig herstellbar.
[0007] Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.
[0008] Bevorzugt ist das Öffnungselement ein Zylinderstift, der sich entlang der Einsteckrichtung
erstreckt. Der Zylinderstift ist somit einfach von dem Gegenelement bewegbar. Besonders
vorteilhaft ist vorgesehen, dass zwei Zylinderstifte vorhanden sind, wobei die Zylinderstifte
jeweils an äußeren Peripherien des Verbindungselements, insbesondere des Schmutzprotektors,
angeordnet sind.
[0009] Besonders vorteilhaft weist der Zylinderstift ein erstes Ende und ein zweites Ende
auf. Das erste Ende ist in einer Schiene geführt und mit der Verbindungskonsole und
mit dem Schmutzprotektor wirkverbunden. Das dem ersten Ende gegenüberliegende zweite
Ende ist frei. Somit bewirkt ein Druck auf das freie zweite Ende ein Verfahren des
ersten Endes innerhalb der Schiene. Auf diese Weise ist einerseits der Schmutzprotektor
zwischen dem geschlossenen Zustand und dem geöffneten Zustand bewegbar, andererseits
ist die Verbindungskonsole zwischen der zurückgezogenen Position und der ausgefahrenen
Position verschiebbar.
[0010] Besonders vorteilhaft ist das zweite Ende über zumindest einen Umlenkhebel mit der
Verbindungskonsole verbunden. Sind mehrere Zylinderstifte vorhanden, so ist vorgesehen,
dass jeder Zylinderstift vorteilhafterweise über einen eigenen Umlenkhebel mit der
Verbindungskonsole verbunden ist. Der Umlenkhebel ist vorteilhafterweise an einer
Stützstruktur des Verbindungselements gelagert und erlaubt ein Bewegen der Verbindungskonsole
in die Einsteckrichtung, wenn der Zylinderstift entgegen der Einsteckrichtung bewegt
werden. Auf diese Weise ist eine autonome Verriegelung ermöglicht, da ein Bewegen
des Verbindungselements in Einsteckrichtung, um das Verbindungselement in das Gegenelement
einzustecken, ein Bewegen des Zylinderstifts, der vorteilhafterweise an dem Gegenelement
anliegt, entgegen der Einsteckrichtung bewirkt. Das Bewegen des Zylinderstifts entgegen
der Einsteckrichtung wiederum bewirkt ein Verschieben der Verbindungskonsole in Einsteckrichtung.
Auf diese Weise ist zumindest die Verbindungskonsole mit dem Gegenelement verriegelbar.
[0011] Besonders vorteilhaft ist das zweite Ende des Zylinderstifts in dem geschlossenen
Zustand des Schmutzprotektors in Einsteckrichtung vor dem Schmutzprotektor und der
Verbindungskonsole angeordnet. Dies bedeutet, dass bei einem Bewegen des Verbindungselements
in Einsteckrichtung auf das Gegenelement zu zunächst das zweite Ende des Zylinderstifts
mit dem Gegenelement in Kontakt kommt. Dies wiederum führt dazu, dass der Zylinderstift
relativ zu dem übrigen Verbindungselement entgegen der Einsteckrichtung bewegt wird.
Wie zuvor beschrieben bewirkt ein Bewegen des Zylinderstifts entgegen der Einsteckrichtung
einerseits ein Öffnen des Schmutzprotektors, das heißt ein Überführen des Schmutzprotektors
in den geöffneten Zustand. Andererseits bewirkt das Bewegen des Stiftelements entgegen
der Einsteckrichtung ein Verschieben der Verbindungskonsole in die ausgefahrene Position.
Somit wird eine Verbindung zwischen Verbindungselement und Gegenelement durch die
Verbindungskonsole autonom hergestellt und verriegelt. Gleichzeitig wird der Schmutzprotektor
erst dann geöffnet, wenn dies für ein Kontaktieren zwischen Verbindungselement und
Gegenelement notwendig ist. Aufgrund des automatischen Öffnens des Schmutzprotektors
durch den Zylinderstift ist somit ein maximaler Schutz, insbesondere der Verbindungskonsole,
vor Verschmutzung gegeben.
[0012] Der Schmutzprotektor weist vorteilhafterweise ein Rahmenelement auf. In dem Rahmenelement
ist insbesondere ein Lamellentor geführt, wobei das Lamellentor zwischen dem geöffneten
Zustand und dem geschlossenen Zustand verschiebbar geführt ist. Somit ist insbesondere
vorgesehen, dass das Lamellentor mit dem ersten Ende des Zylinderstifts verbunden
ist. Insbesondere ist das Lamellentor aus einer von dem Rahmenelement umspannten Öffnung
heraus verschiebbar, sodass das Lamellentor in einen Bereich unterhalb oder oberhalb
der Verbindungskonsole bewegt werden kann. Sollte sich das Lamellentor in der von
dem Rahmenelement umspannten Öffnung befinden, so ist die Öffnung verschlossen. Ein
Eindringen von Schmutz ist damit nicht möglich. Dies bedeutet, dass sich der Schmutzprotektor
in dem geschlossenen Zustand befindet. Wird das Lamellentor hingegen aus der von dem
Rahmenelement umspannten Öffnung herausgeschoben, so ist insbesondere ein Zugriff
auf die Verbindungskonsole durch die Öffnung ermöglicht. Dies bedeutet, dass sich
der Schmutzprotektor in dem geöffneten Zustand befindet. Insbesondere ist außerdem
vorgesehen, dass das Rahmenelement das einzige Bauteil des Verbindungselements ist,
durch das ein Zugriff auf die Verbindungskonsole ermöglicht ist.
[0013] Besonders vorteilhaft ist die Verbindungskonsole in die von dem Rahmenelement umspannte
Öffnung hinein oder durch die von dem Rahmenelement umspannte Öffnung hindurch verschiebbar.
Somit befindet sich insbesondere die ausgefahrene Position der Verbindungskonsole
innerhalb der von dem Rahmenelement umspannten Öffnung oder zumindest teilweise außerhalb
der von dem Rahmenelement umspannten Öffnung, wobei unter außerhalb eine Position
verstanden wird, in der sich die Verbindungskonsole in Einsteckrichtung vor oder zumindest
teilweise vor dem Rahmenelement befindet.
[0014] Das Rahmenelement weist vorteilhafterweise einen Schmutzabstreifer auf. Durch den
Schmutzabstreifer ist Schmutz, der an dem Lamellentor anhaftet, beim Bewegen des Lamellentors
in den geöffneten Zustand und/oder in den geschlossenen Zustand abstreifbar. Insbesondere
ist der Schmutzabstreifer eine Gummilippe oder eine Kunststofflippe, die dicht an
dem Lamellentor anliegt. Auf diese Weise ist der Schmutzprotektor, insbesondere das
Lamellentor, selbstreinigend, da eine Reinigung des Lamellentors bei jedem Bewegen
des Lamellentors in den geöffneten Zustand und/oder in den geschlossenen Zustand erfolgt.
Somit ist eine Funktionsuntüchtigkeit des Verbindungselements aufgrund eines zu hohen
Verschmutzungsgrads ausgeschlossen.
[0015] Das Verbindungselement weist außerdem bevorzugt ein elastisches Element auf. Das
elastische Element ist insbesondere eine Spiralfeder. Weiterhin ist vorgesehen, dass
sich das elastische Element zwischen einer Stützstruktur des Verbindungselements und
der Verbindungskonsole erstreckt. Dabei ist vorgesehen, dass das elastische Element
die Verbindungskonsole in die zurückgezogene Position drängt. Somit wird durch das
elastische Element außerdem sichergestellt, dass der Schmutzprotektor, der indirekt
über das Öffnungselement und die Verbindungskonsole ebenfalls mit dem elastischen
Element wirkverbunden ist, stets in den geschlossenen Zustand gedrängt wird. Durch
die Federkraft des elastischen Elements ist außerdem bevorzugt vorgesehen, dass ein
Überführen des Schmutzprotektors in den geöffneten Zustand nur bei einer vordefinierten
Gegenkraft ermöglicht ist. Somit ist ein versehentliches Öffnen des Schmutzprotektors
verhinderbar. Insbesondere ist ein Öffnen des Schmutzprotektors nur dann möglich,
wenn eine vordefinierte Kraft auf das Öffnungselement aufgebracht wird, wodurch das
elastische Element komprimiert oder gedehnt wird, sodass eine Rückstellkraft erzeugt
wird. Sobald eine Kraft auf das Öffnungselement nicht mehr vorhanden ist, so drängt
das elastische Element die Verbindungskonsole in die zurückgezogenen Position und
den Schmutzprotektor in den geschlossenen Zustand.
[0016] Die Verbindungskonsole weist vorteilhafterweise zumindest ein Kontaktelement zum
Herstellen einer elektrischen und/oder elektronischen und/oder hydraulischen Verbindung
auf. Somit ist mit der Verbindungskonsole eine Vielzahl von unterschiedlichen Verbindungsarten
herstellbar. Alternativ oder zusätzlich sind weitere Verbindungsarten, wie insbesondere
eine Treibstoffverbindung, ermöglicht. Durch die Möglichkeit der Selbstverriegelung
sowie dem Schutz vor Verschmutzung ist das Verbindungselement für unterschiedliche
Arten von Verbindungen geeignet.
[0017] Das Gegenelement, in das das Verbindungselement einsteckbar ist, ist vorteilhafterweise
ebenfalls ein Verbindungselement wie zuvor beschrieben. Dabei ist vorgesehen, dass
die jeweiligen Verbindungskonsolen aneinander angepasst sind, sodass sich die Verbindungskonsolen
kontaktieren können. Alternativ ist das Gegenelement bevorzugt ein Anschlusselement,
das mit dem Verbindungselement verbindbar ist.
[0018] Die Erfindung betrifft schließlich ein Waffenträgersystem, das ein Verbindungselement
wie zuvor beschrieben umfasst. Besonders vorteilhaft ist das Waffenträgersystem ein
Trägersystem für Lenkflugkörper, wobei die Lenkflugkörper in einer Munitionsbatterie
bereitgestellt sind. Das Verbindungselement dient vorteilhafterweise zum Verbinden
von Waffenträgersystem und Munitionsbatterie.
[0019] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen unter Zuhilfenahme der beigefügten
Zeichnungen detailliert beschrieben. In den Zeichnungen ist:
- Figur 1
- eine erste schematische Abbildung eines Verbindungselements gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
- Figur 2
- eine zweite schematische Abbildung des Verbindungselements gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0020] Figur 1 zeigt schematisch eine Aufsicht auf ein Verbindungselement 1 gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Figur 2 zeigt das Verbindungselement 1 aus Figur
1 in einer Seitenansicht. Dabei wurde ein Gehäuse, das das Verbindungselement 1 umgibt,
nicht gezeigt, um einen Überblick auf die einzelnen Komponenten des Verbindungselements
1 zu erhalten.
[0021] Das Verbindungselement 1 weist eine Verbindungskonsole 2 auf. Die Verbindungskonsole
2 umfasst eine Vielzahl von Kontaktelementen (nicht gezeigt), mit denen eine Vielzahl
von unterschiedlichen Verbindungsarten herstellbar ist. Bei den Kontaktelementen kann
es sich insbesondere um solche Kontaktelemente zum Herstellen von elektrischen Verbindungen
und/oder elektronischen Verbindungen und/oder hydraulischen Verbindungen handeln.
Dabei ist vorgesehen, dass die Kontaktelemente der Verbindungskonsole 2 mit Kontakten
eines Gegenelementes (nicht gezeigt) kontaktiert werden sollen. Dazu wird das Verbindungselement
1 vorteilhafterweise in das Gegenelement eingesteckt. Zum Einstecken wird das Verbindungselement
1 vorteilhafterweise in eine Einsteckrichtung 100 auf das Gegenelement zubewegt. Das
Gegenelement kann vorteilhaftweise ein weiteres Verbindungselement 1 sein.
[0022] Das Verbindungselement 1 weist außerdem einen Schmutzprotektor 3 auf. Der Schmutzprotektor
3 ist in Einsteckrichtung 100 vor der Verbindungskonsole 2 gelegen. Der Schmutzprotektor
3 weist außerdem Rahmenelement 13 auf, in dem ein Lamellentor 6 angeordnet ist. Das
Lamellentor 6 lässt sich wahlweise in eine von dem Rahmenelement 13 umspannte Öffnung
hinein bewegen, wodurch die von dem Rahmenelement 13 umspannte Öffnung vollständig
verschlossen ist. In diesem Fall befindet sich der Schmutzprotektor 3 in einem geschlossenen
Zustand. Alternativ lässt sich das Lamellentor 6 zumindest teilweise aus dem Rahmenelement
13, insbesondere vollständig aus dem Rahmenelement 13, herausbewegen. In diesem Fall
wird das Lamellentor 6 vorteilhafterweise in einen Bereich unterhalb der Verbindungskonsole
2 verschoben. Somit ist die von dem Rahmenelement 13 umspannte Öffnung geöffnet und
erlaubt einen Zugriff auf die Verbindungskonsole 2, wodurch sich der Schmutzprotektor
3 in einem geöffneten Zustand befindet.
[0023] Weiterhin weist das Verbindungselement 1 zwei Öffnungselemente 4 auf, wobei jeweils
ein Öffnungselement an seitlich äußeren Peripherien des Rahmenelements 13 angebracht
ist. Die Öffnungselemente 4 sind insbesondere Zylinderstifte und weisen ein erstes
Ende 7 und ein zweites Ende 8 auf. Das erste Ende 7 jedes Zylinderstifts ist in einer
Schiene 9 einer Stützstruktur 10 des Verbindungselements 1 geführt. Das dem ersten
Ende 7 gegenüberliegende zweite Ende 8 ist frei. Dabei ist vorgesehen, dass das zweite
Ende 8 jedes Zylinderstifts in Einsteckrichtung 100 vor dem Rahmenelement 13 und damit
vor der Verbindungskonsole 2 angeordnet ist.
[0024] Das erste Ende 7 ist weiterhin mit dem Lamellentor 6 wirkverbunden. Somit führt ein
Verschieben des ersten Endes 7 entlang der Schiene 9 zu einem Bewegen des Lamellentors
6. In dem in Figur 1 und Figur 2 gezeigten Zustand befindet sich das Lamellentor 6
innerhalb der von dem Rahmenelement 13 umspannten Öffnung, wodurch die von dem Rahmenelement
13 umspannte Öffnung vollständig verschlossen ist. Werden, insbesondere durch einen
Druck auf das jeweilige freie zweite Ende 8, die Öffnungselemente 4 entgegen der Einsteckrichtung
100 bewegt, so wird das erste Ende 7 innerhalb der Schiene 9 verschoben. Dies führt
gleichzeitig zu einem Bewegen des Lamellentors 6 aus dem Rahmenelement 13 heraus in
einen Bereich unterhalb der Verbindungskonsole 2. Somit ist durch ein Bewegen der
Öffnungselemente 4 der Schmutzprotektor 3 in den geöffneten Zustand überführbar. Das
Bewegen der Öffnungselemente 4 erfolgt insbesondere derart, dass das zweite Ende 8
jedes Öffnungselements 4 an dem Gegenelement anliegt und das Verbindungselement 1
weiter in Einsteckrichtung 100 auf das Gegenelement zubewegt wird. Auf diese Weise
ist der Schmutzprotektor 3 lediglich dann öffenbar, wenn eine Kontaktierung hergestellt
werden soll. In allen anderen Fällen ist der Schmutzprotektor 3 geschlossen. Durch
dieses autonome Öffnen und Schließen des Schmutzprotektors 3 ist ein wirksamer Schutz
der Verbindungskonsole 2 vor Verschmutzung sichergestellt.
[0025] An der Stützstruktur 10 sind vorteilhafterweise zwei Umlenkhebel 5 drehbar gelagert.
Die Umlenkhebel 5 sind einerseits mit dem zweiten Ende 7 jeweils eines Öffnungselements
4 verbunden, und sind beide über eine Stegverbindung 14 mit der Verbindungskonsole
2 verbunden. Somit bewirkt ein Verschieben des zweiten Endes 7 innerhalb der Schiene
9 ein Rotieren des Umlenkhebels 5 und damit ein Verschieben der Verbindungskonsole
2. Durch die Umlenkhebel 5 ist eine Verschiebung der Verbindungskonsole 2 entgegengesetzt
zu einer Verschiebung des ersten Endes 7 des jeweiligen Öffnungselements 4 innerhalb
der Schiene 9 möglich. Dies bedeutet, dass ein Verschieben des Öffnungselements 4
entgegen der Einsteckrichtung 100 ein Verschieben der Verbindungskonsole 2 in die
Einsteckrichtung 100 ermöglicht. Wird das Verschieben des Öffnungselements 4 dadurch
ausgeführt, dass das zweite Ende 8 an einem Gegenelement anliegt, wobei das Verbindungselement
1 weiterhin in Einsteckrichtung 100 auf das Gegenelement zubewegt wird, so wird außerdem
die Verbindungskonsole 2 in Einsteckrichtung 100 verschoben.
[0026] In den Figuren 1 und 2 ist die Verbindungskonsole 2 in einer zurückgezogenen Position
dargestellt. Durch das Verschieben der Verbindungskonsole 2 ist die Verbindungskonsole
2 in einen ausgefahrenen Zustand überführbar, wobei sich die Verbindungskonsole 2
in dem ausgefahrenen Zustand entweder innerhalb der von dem Rahmenelement 13 umspannten
Öffnung oder zumindest teilweise außerhalb der von dem Rahmenelement 13 umspannten
Öffnung befindet. Unter außerhalb wird dabei eine Position verstanden, in der zumindest
ein Teilbereich der Verbindungskonsole 2 in Einsteckrichtung 100 vor dem Rahmenelement
13 liegt.
[0027] Durch das Verschieben der Verbindungskonsole 2 in die ausgefahrene Position ist insbesondere
ein Verriegeln der Verbindungskonsole 2 an dem Gegenelement ermöglicht. Somit findet
insbesondere ein automatisches Verriegeln der Verbindungskonsole 2 statt. Gleichzeitig
ist ein automatisches Entriegeln der Verbindungskonsole 2 beim Trennen von dem Verbindungselement
1 und dem Gegenelement ermöglicht.
[0028] Zwischen der Verbindungskonsole 2 und der Stützstruktur 10 erstreckt sich außerdem
ein elastisches Element 11. Das elastische Element 11 ist vorteilhafterweise eine
Spiralfeder. Mit der Spiralfeder 11 ist die Verbindungskonsole 2 in die eingefahrene
Position drängbar, die in den Figuren 1 und 2 dargestellt ist. Dies bedeutet, dass
ein Verschieben der Verbindungskonsole 2 aus der zurückgezogenen Position heraus eine
Rückstellkraft durch das elastische Element 11 bewirkt, die die Verbindungskonsole
2 zurück in die zurückgezogene Position drängt. Da die Verbindungskonsole 2 über die
Umlenkhebel 5 mit den jeweiligen ersten Enden 7 der Öffnungselemente 4 verbunden ist,
wobei die ersten Enden 7 mit dem Lamellentor 6 verbunden sind, bewirkt das elastische
Element 11 außerdem, dass sich der Schmutzprotektor 3 ohne Anliegen einer äußeren
Kraft stets in dem geschlossenen Zustand befindet. Wird der Schmutzprotektor 3 aus
dem geschlossenen Zustand herausbewegt, so drängt eine Rückstellkraft des elastischen
Elements 11 den Schmutzprotektor 3 zurück in den geschlossenen Zustand. Insbesondere
drängt die Rückstellkraft des elastischen Elements 11 das Lamellentor 6 in die von
dem Rahmenelement 13 umspannte Öffnung hinein, sodass die von dem Rahmenelement 13
umspannte Öffnung verschlossen ist. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der Schmutzprotektor
3 stets verschlossen ist und nur unmittelbar vor einem Kontaktieren der Verbindungskonsole
2 mit dem Gegenelement geöffnet wird.
[0029] Schließlich ist vorgesehen, dass der Schmutzprotektor 3 einen Schmutzabstreifer 12
aufweist. Der Schmutzabstreifer 12 ist insbesondere eine Kunststofflippe oder eine
Gummilippe, die an dem Lamellentor 6 anliegt. Somit bewirkt ein Bewegen des Lamellentors
6 in den geöffneten Zustand oder in den geschlossenen Zustand, dass der Schmutzabstreifer
12 über das gesamte Lamellentor 6 streift. Auf diese Weise ist an dem Lamellentor
6 anhaftender Schmutz entfernbar. Somit hat der Schmutzprotektor 3 eine selbstreinigende
Wirkung, wodurch ein Ausfall des Verbindungselements 1 aufgrund eines zu hohen Verschmutzungsgrads
ausgeschlossen ist.
[0030] Das Verbindungselement 1 ermöglicht somit eine sichere und zuverlässige Kontaktierung,
wobei eine Verriegelung autonom erfolgt. Ebenso erfolgt autonom das Bereitstellen
oder Entfernen eines Schmutzprotektors. Somit sind Fehlbedienungen des Verbindungselements
1 nahezu ausgeschlossen.
[0031] Das Verbindungselement 1 ist bevorzugt bei einem Waffenträgersystem einsetzbar. Besonders
vorteilhaft ist das Waffenträgersystem ein Trägersystem für Lenkflugkörper, wobei
die Lenkflugkörper in einer Munitionsbatterie bereitgestellt sind. Das Verbindungselement
1 dient vorteilhafterweise zum Verbinden von Waffenträgersystem und Munitionsbatterie.
[0032] Das Verbindungselement 1 weist weiterhin die folgenden Vorteile auf. Es wird ein
System zur automatischen Schmutzprotektion von Schnittstellenverbindern, insbesondere
von Waffenträgersystemen, Munitionspaketen und Waffenplattformen, im voneinander getrennten,
inaktiven Zustand, sowie, zusätzlich zur Schmutzprotektion, zur relativen Positionierung
der Schnittstellen zueinander, während der Nachladeprozedur eines Waffenträgersystems
mit einem Munitionspaket sowie während der Integration eines Waffenträgersystems auf
einer Waffenplattform, bereitgestellt. Das System kennzeichnet sich in einer vorteilhaften
Ausgestaltung folgendermaßen aus:
1. Der Schmutzprotektor wird automatisch oder autonom ausfahren und einfahren,
1.1 und bleibt im getrennten Zustand von dem Waffenträgersystem, der Waffenplattform
oder dem Munitionspaket ausgefahren oder aktiv,
1.1.1 was durch eine eingebaute Feder bewerkstelligt wird,
1.2 wobei der Schmutzprotektor beim Ausfahren automatisch gesäubert wird,
1.3 wobei der Schmutzprotektor beim Einfahren automatisch gesäubert wird.
2. Es ist kein Systemeingriff zur Steuerung der Schmutzprotektoren notwendig.
3. Es ist kein Systemeingriff zur Steuerung der Verbindungskonsole notwendig.
4. Gleichzeitig zum Einfahren des Schmutzprotektors fährt die Verbindungskonsole zum
Verriegelungspunkt oder Verbindungspunkt mit der zugehörigen gegenüberliegenden Verbindungskonsole
in den ausgefahrenen Zustand aus,
4.1 wobei in der Endposition der Verbindung eine automatische Verriegelung in Kraft
tritt,
4.1.1 welche beim Lösen der Verbindung zwischen gegenseitigen Verbindungskonsolen
wieder automatisch entriegelt wird.
5. Zur Öffnung des Schmutzprotektors und Freigabe der Verbindungskonsole werden Zylinderstifte
verwendet,
5.1 die sich gegenseitig berühren und dadurch die Schmutzprotektoren öffnen.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Verbindungselement
- 2
- Verbindungskonsole
- 3
- Schmutzprotektor
- 4
- Öffnungselement
- 5
- Umlenkhebel
- 6
- Lamellentor
- 7
- erstes Ende
- 8
- zweites Ende
- 9
- Schiene
- 10
- Stützstruktur
- 11
- elastisches Element
- 12
- Schmutzprotektor
- 13
- Rahmenelement
- 14
- Stegverbindung
1. Verbindungselement (1), umfassend,
- zumindest eine Verbindungskonsole (2) mit zumindest einem Kontaktelement,
- zumindest einen Schmutzprotektor (3), und
- zumindest ein Öffnungselement (4),
- wobei das Verbindungselement (1) in einer Einsteckrichtung (100) in ein Gegenelement
einsteckbar ist,
- wobei der Schmutzprotektor (3) wahlweise einen geöffneten Zustand, in dem die Verbindungskonsole
(2) freigegeben ist, und einen geschlossenen Zustand, in dem die Verbindungskonsole
(2) verdeckt ist, aufweist,
- wobei der Schmutzprotektor (3) mit dem Öffnungselement (4) wirkverbunden ist, sodass
ein Bewegen des Öffnungselements (4) entgegen der Einsteckrichtung (100) ein Verfahren
des Schmutzprotektors (3) in den geöffneten Zustand und ein Bewegen des Öffnungselements
(4) in die Einsteckrichtung (100) ein Verfahren des Schmutzprotektors (3) in den geschlossenen
Zustand bewirkt, und
- wobei die Verbindungskonsole (2) mit dem Öffnungselement (4) wirkverbunden ist,
sodass ein Bewegen des Öffnungselements (4) entgegen der Einsteckrichtung (100) ein
Verschieben der Verbindungskonsole (2) in die Einsteckrichtung (100) in eine ausgefahrene
Position und ein Bewegen des Öffnungselements (4) in die Einsteckrichtung (100) ein
Verschieben der Verbindungskonsole (2) entgegen der Einsteckrichtung (100) in eine
zurückgezogene Position bewirkt.
2. Verbindungselement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungselement (4) ein Zylinderstift ist, der sich entlang der Einsteckrichtung
(100) erstreckt.
3. Verbindungselement (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinderstift ein erstes Ende (7), das in einer Schiene (9) geführt und mit der
Verbindungskonsole (2) und mit dem Schmutzprotektor (3) wirkverbunden ist, und ein
dem ersten Ende (7) gegenüberliegendes freies zweites Ende (8) aufweist.
4. Verbindungselement (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende (8) über zumindest einen Umlenkhebel (5) mit der Verbindungskonsole
(2) verbunden ist.
5. Verbindungselement (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende (8) des Öffnungselements (4) in dem geschlossenen Zustand des Schmutzprotektors
(3) in Einsteckrichtung (100) vor dem Schmutzprotektor (3) und der Verbindungskonsole
(2) liegt.
6. Verbindungselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmutzprotektor (3) ein Rahmenelement (13) umfasst, in dem ein Lamellentor (6)
zwischen dem geöffneten Zustand und dem geschlossenen Zustand verschiebbar geführt
ist, wobei das Lamellentor (6) mit dem Öffnungselement (4) gekoppelt ist.
7. Verbindungselement (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die das Lamellentor (6) durch das Öffnungselement (4) in eine von dem Rahmenelement
(13) umspannte Öffnung hinein oder durch die von dem Rahmenelement (13) umspannte
Öffnung hindurch verschiebbar ist.
8. Verbindungselement (1) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Rahmenelement (13) einen Schmutzabstreifer (12) aufweist, durch den an dem Lamellentor
(6) anhaftender Schmutz beim Bewegen des Lamellentors (6) in den geschlossenen Zustand
und/oder in den geöffneten Zustand abstreifbar ist.
9. Verbindungselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein elastisches Element (11), das sich zwischen einer Stützstruktur (10) des Verbindungselements
(1) und der Verbindungskonsole (2) erstreckt, wobei das elastische Element (11) die
Verbindungskonsole (2) in die zurückgezogene Position drängt.
10. Verbindungselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungskonsole (2) zumindest ein Kontaktelement zum Herstellen einer elektrischen
und/oder elektronischen und/oder hydraulischen Verbindung aufweist.
11. Waffenträgersystem umfassend ein Verbindungselement (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.