[0001] Die Erfindung betrifft eine Spannvorrichtung zur klemmenden Aufnahme mehrerer Adern
eines Kabels nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Öffnungsbaueinheit und
ein Verfahren zum Betätigen der Spannvorrichtung gemäß Anspruch 9 bzw. 14.
[0002] Die Spannvorrichtung umfasst mindestens zwei Klemmschenkel, an denen jeweils ein
Klemmbereich ausgebildet ist, mit dem eine Ader eines Kabels gegen eine dem Klemmschenkel
zugeordnete Gegenfläche (Klemmfläche) klemmbar ist, wobei ein jeweiliger Klemmschenkel
einerseits elastisch in eine Klemmposition bringbar ist, in der er mittels seines
Klemmbereiches eine (zwischen dem Klemmbereich und der zugeordneten Klemmfläche eingeführte)
Ader unter Vorspannung gegen die zugehörige Klemmfläche klemmt, und wobei ein jeweiliger
Klemmschenkel andererseits aus seiner Klemmposition heraus entgegen der Vorspannung
in eine Freigabeposition auslenkbar ist, in der eine zwischen dem Klemmbereich des
Klemmschenkels und der zugeordneten Klemmfläche befindliche Ader nicht zwischen Klemmbereich
und Klemmfläche verklemmt ist.
[0003] Eine solche Klemmanordnung ist beispielsweise aus der
EP 0 089 779 A1 bekannt. Bei dieser Anordnung sind die Klemmschenkel mittels zusätzlicher Federelemente
gegeneinander verspannt und weisen an ihren oberen, freien Enden Einführschrägen auf.
Durch Einführen einer Ader entlang einer jeweiligen Einführschräge zwischen zwei Klemmschenkeln
wird ein Abspreizen der betreffenden Klemmschenkel bewirkt, was ein Einführen der
Ader zwischen die Klemmschenkeln ermöglicht, um diese dort zu verklemmen.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Spannvorrichtung der eingangs genannten
Art weiter zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf das Verklemmen sowie das spätere
Freigeben von Adern eines Kabels mittels der Spannvorrichtung.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Schaffung einer Spannvorrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Danach ist an einem jeweiligen Klemmschenkel zusätzlich zu dem Klemmbereich ein von
dem Klemmbereich beabstandeter Betätigungsbereich ausgebildet, der dazu eingerichtet
und vorgesehen ist, ein Auslenken des Klemmschenkels (gegen die Vorspannung) zu ermöglichen,
indem ein von der zu klemmenden Ader verschiedenes Betätigungselement auf den Betätigungsbereich
einwirkt.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht ein definiertes Auslenken der Klemmschenkel
der Spannvorrichtung mittels einer Öffnungsbaueinheit, indem diese mit hierfür vorgesehenen
Betätigungselementen auf die Betätigungsbereiche der Klemmschenkel einwirkt. Hierdurch
kann zum einen das gezielte Einführen einer zu klemmenden Ader genau zwischen einen
jeweiligen Klemmbereich und die zugeordneten Klemmfläche vorbereitet werden; und es
kann zum anderen die Entnahme einer zuvor zwischen Klemmbereich und Klemmfläche geklemmten
Ader eingeleitet werden.
[0008] Sobald eine jeweilige Ader eines Kabels zwischen dem Klemmbereich eines ausgelenkten
Klemmschenkels und der zugehörigen Gegenfläche/Klemmfläche angeordnet worden ist,
kann diese dort - aufgrund der elastischen Verspannung der Klemmschenkel in ihre jeweilige
Klemmposition - selbsttätig verklemmt und dem in geklemmten Zustand gehalten werden,
ohne dass hierfür (von außerhalb der Spannvorrichtung bzw. deren Klemmschenkeln) externe
Energie zugeführt werden müsste. D.h., das Klemmen einer jeweiligen Ader erfolgt (allein)
aufgrund interner elastischer Kräfte der Spanvorrichtung. In diesem Zustand können
dann, unter Verwendung der in der Spannvorrichtung verklemmten Adern, Montagearbeiten,
wie zum Beispiel das Konfektionieren eines Steckverbinders, durchgeführt werden. Nach
Abschluss der Montagearbeiten können die Klemmschenkel der Spannvorrichtung mittels
der Öffnungsbaueinheit wieder ausgelenkt werden, um die zuvor verklemmten Adern freizugeben.
[0009] Die Anzahl der Klemmschenkel der Spannvorrichtung entspricht dabei mindestens der
Anzahl der zu klemmenden Adern eines Kabels. Es sind zumindest zwei Klemmschenkel,
insbesondere vier, sechs oder acht Klemmschenkel vorgesehen. Vorteilhaft ist eine
gerade Anzahl an Klemmschenkeln, so dass sich diese symmetrisch bezüglich eines zentralen
Abschnittes der Spannvorrichtung anordnen lassen.
[0010] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Spannvorrichtung aus
einem einstückig geformten Bauteil gebildet. Dies bedeutet zum einen, dass die Klemmschenkel
nicht durch separate, über Befestigungsmittel miteinander verbundene Elemente gebildet
werden, sondern vielmehr einen einstückig geformten Bestandteil eines einzelnen Bauteiles
bilden. Zum anderen bedeutet dies, dass die elastische Verspannung der Klemmschenkel
in ihre jeweilige Klemmposition nicht durch zusätzliche, externe Elemente, wie zum
Beispiel Schraubenfedern, erreicht wird, sondern durch eine federelastische Ausgestaltung
des die Spannvorrichtung bildenden einstückigen Bauteiles selbst. Ein solches Bauteil
kann beispielsweise aus Blech bestehen, also als ein so genanntes Federblech ausgeführt
sein.
[0011] Gemäß einer Erfindungsvariante ist der Betätigungsbereich eines jeweiligen Klemmschenkels
als ein Führungsbereich ausgebildet, entlang dem ein zugeordnetes (externes) Betätigungselement
zu führen ist, um den entsprechenden Klemmschenkel aus seiner Klemmposition heraus
in die Freigabeposition auszulenken. Der jeweilige Betätigungsbereich in Form eines
Führungsbereiches ist dabei erfindungsgemäß separat und beabstandet von dem Klemmbereich
ausgebildet, mittels dem eine Ader eines Kabels gegen eine zugeordnete Klemmfläche
klemmbar ist.
[0012] Ferner kann sich ein jeweiliger Betätigungsbereich an einem Klemmschenkel von dessen
Klemmbereich dadurch unterscheiden, dass der Klemmschenkel in dem Betätigungsbereich
an seiner (mit einem Betätigungselement in Kontakt zu bringenden) Oberfläche eine
andere Krümmung bzw. einen anderen räumlichen Verlauf aufweist als in dem Klemmbereich
bzw. dessen mit einer zu klemmenden Ader in Kontakt zu bringender Oberfläche.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist zwischen dem Klemmbereich und dem Betätigungsbereich
eines jeweiligen Klemmschenkels ein Trennbereich, insbesondere in Form einer Erhebung
am Klemmschenkel, angeordnet, der verhindert, dass eine zu klemmende Ader oder ein
Betätigungselement entlang des Klemmschenkels vom Klemmbereich zum Betätigungsbereich
bzw. umgekehrt vom Betätigungsbereich zum Klemmbereich gleiten kann.
[0014] Vorteilhaft weist ein jeweiliger Betätigungs- bzw. Führungsbereich einen bezüglich
der Haupterstreckungsrichtung seines Klemmschenkels geneigten Verlauf auf, so dass
durch eine Längsbewegung eines Betätigungselementes entlang der Haupterstreckungsrichtung
des Klemmschenkels unter Einwirkung auf dessen Betätigungs- bzw. Führungsbereich eine
Auslenkung des Klemmschenkels (quer zu der Richtung der Längsbewegung) hervorgerufen
wird. Die einzelnen Klemmschenkel der Spannvorrichtung können sich insbesondere im
Wesentlichen parallel zueinander erstrecken.
[0015] Weiterhin kann die Spannvorrichtung eine erste Gruppe von Klemmschenkeln sowie eine
zweite Gruppe von Klemmschenkeln umfassen, wobei die Klemmschenkel der ersten Gruppe
jeweils in entgegengesetzter Richtung in ihre Klemmposition vorgespannt sind wie die
Klemmschenkel der zweiten Gruppe und dementsprechend auch in entgegengesetzter Richtung
zum Erreichen ihrer Freigabeposition auslenkbar sind wie die Klemmschenkel der zweiten
Gruppe. (Das Auslenken der Klemmschenkel für deren Überführung aus der Klemmposition
in die Freigabeposition erfolgt vorteilhaft entgegengesetzt zu der Richtung, entlang
der die Klemmschenkel in Richtung auf ihre Klemmposition vorgespannt sind.) Die Klemmschenkel
der ersten Gruppe einerseits und die Klemmschenkel der zweiten Gruppe andererseits
können dabei beidseits eines zentralen Abschnittes der Spannvorrichtung angeordnet
sein; das heißt, die Klemmschenkel der ersten Gruppe sind auf einer Seite bezüglich
des zentralen Abschnittes und die Klemmschenkel der zweiten Gruppe auf der anderen
Seite bezüglich des zentralen Abschnittes vorgesehen.
[0016] Insbesondere, wenn die Spannvorrichtung mehr als zwei Klemmschenkel aufweist, können
diese so zueinander angeordnet sein, dass zumindest ein Teil der Klemmflächen, welche
jeweils eine Gegenfläche zu einem Klemmbereich eines Klemmschenkels bilden, durch
eine dem Klemmbereich eines Klemmschenkels abgewandte Klemmfläche des letztgenannten
Klemmschenkels gebildet wird. Das heißt, zumindest bei einem Teil der Klemmschenkel
liegt auf einer dem Klemmbereich abgewandten Seite eine Klemmfläche, die als Gegenfläche
für den Klemmbereich eines weiteren Klemmschenkels dient.
[0017] Darüber hinaus können an der Spannvorrichtung Befestigungsstellen vorgesehen sein,
über welche die Spannvorrichtung an einem zugeordneten Trägerkörper befestigbar ist.
[0018] Eine Öffnungsbaueinheit, mittels der mehrere Klemmschenkel einer erfindungsgemäßen
Spannvorrichtung gleichzeitig auslenkbar sind, um diese jeweils in ihre Freigabeposition
zu überführen, ist durch die Merkmale des Anspruchs 9 charakterisiert.
[0019] Danach umfasst die Öffnungsbaueinheit eine Führungseinheit sowie eine an der Führungseinheit
längsbeweglich geführte Betätigungseinheit, welch letztere mit einer Mehrzahl Betätigungselementen
versehen ist, über die die Betätigungseinheit gleichzeitig an den Betätigungsbereichen
der mehreren Klemmschenkel einer Spannvorrichtung angreifen kann, um diese - durch
eine mittels der Führungseinheit geführte Längsbewegung der Betätigungselemente -
entgegen ihrer Vorspannrichtung auszulenken. Dabei ist an der Führungseinheit weiterhin
eine Positioniereinheit angeordnet, mittels der die Betätigungseinheit in einer definierten
Längsposition an der Führungseinheit positionierbar ist, bevor sie aus dieser Position
heraus in Längsrichtung entlang der Führungseinheit bewegt wird, um mittels ihrer
Betätigungselemente auf die Betätigungsbereiche der auszulenkenden Klemmschenkel einer
Spannvorrichtung einzuwirken.
[0020] Die Betätigungseinheit ist dabei z.B. derart an der Führungseinheit geführt, dass
sie entlang einer Achse an der Führungseinheit längsbewegbar ist, um über ihre Betätigungselemente
derart auf die Betätigungsbereiche der Klemmschenkel einer Spannvorrichtung einzuwirken,
dass diese ausgelenkt und dadurch jeweils in ihre Freigabeposition überführt werden.
[0021] Um eine Längsbewegung der Betätigungseinheit entlang der Führungseinheit auszulösen,
kann ein Aktor vorgesehen sein, der an der Führungseinheit gelagert ist und der insbesondere
entlang derselben Achse relativ zu der Betätigungseinheit verstellbar sein kann, entlang
der die Betätigungseinheit relativ zu der Führungseinheit längsbeweglich ist.
[0022] Die an der Betätigungseinheit vorgesehenen Betätigungselemente können durch eine
Mehrzahl von einer Oberfläche der Betätigungseinheit abstehender, nebeneinander angeordneter
Betätigungsstifte gebildet werden.
[0023] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Anordnung vorgesehen, die eine
Spannvorrichtung mit den Merkmalen mindestens eines der Ansprüche 1 bis 8 sowie eine
Öffnungsbaueinheit zum Betätigen einer solchen Spannvorrichtung mit den Merkmalen
mindestens eines der Ansprüche 9 bis12 umfasst.
[0024] Ein Verfahren zum Betätigen einer erfindungsgemäßen Spannvorrichtung mittels einer
erfindungsgemäßen Öffnungsbaueinheit ist durch die Merkmale des Anspruchs 14 charakterisiert.
Eine vorteilhafte Weiterbildung des Verfahrens ergibt sich aus dem hiervon abhängigen
Anspruch.
[0025] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden bei der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles anhand der Figuren deutlich werden.
[0026] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Spannvorrichtung zur klemmenden Aufnahme mehrerer Adern eines Kabels, die hierfür
eine Mehrzahl Klemmschenkel umfasst;
- Figur 2
- die Spannvorrichtung aus Figur 1 mit ausgelenkten Klemmschenkeln, so dass sich die
Adern eines Kabels hierin anordnen lassen, um diese zu verklemmen;
- Figur 3
- die Spannvorrichtung aus Figur 1 zusammen mit Befestigungsmitteln zur Befestigung
der Spannvorrichtung an einem Trägerkörper;
- Figur 4
- die Spannvorrichtung aus Figur 1 und 3, befestigt an einem Trägerkörper;
- Figur 5A
- eine Öffnungsbaueinheit zum gleichzeitigen Auslenken mehrerer Klemmschenkel der Spannvorrichtung
aus Figur 1, umfassend eine Führungseinheit, eine Betätigungseinheit sowie einen Aktor;
- Figur 5B
- die Führungseinheit der Öffnungsbaueinheit aus Figur 5A;
- Figur 6A
- die Öffnungsbaueinheit aus Figur 5A zusammen mit einer hiermit zu betätigenden Spannvorrichtung
der in Figur 1 dargestellten Art;
- Figur 6B
- einen Ausschnitt der Anordnung aus Figur 6A;
- Figur 6C
- eine weitere Ansicht der Anordnung aus Figur 6A;
- Figur 7A
- die Anordnung aus den Figuren 6A bis 6C nach einem Ineingriffbringen von Betätigungselementen
der Öffnungsbaueinheit mit der zu betätigenden Spannvorrichtung;
- Figur 7B
- einen Ausschnitt der Anordnung aus Figur 7A in einer weiteren Ansicht;
- Figur 8A
- die Anordnung aus den Figuren 7A und 7B nach einem Auslenken der Klemmschenkel der
Spannvorrichtung mittels der Öffnungsbaueinheit;
- Figur 8B
- eine weitere Ansicht der Anordnung aus Figur 8A;
- Figur 9
- die Anordnung aus den Figuren 8A und 8B nach dem Einfügen der Adern eines Kabels in
die Spannvorrichtung (mit noch ausgelenkten Klemmschenkeln);
- Figur 10A
- die Anordnung aus Figur 9 nach einem Rückfedern der Klemmschenkel in die Klemmposition,
so dass die Adern des Kabels in der Spannvorrichtung verklemmt sind;
- Figur 10B
- eine weitere Ansicht der Anordnung aus Figur 10A;
- Figur 11A
- die Anordnung aus den Figuren 10A und 10B nach einem Abnehmen der Spannvorrichtung
von der Öffnungsbaueinheit;
- Figur 11B
- eine weitere Ansicht der Anordnung aus Figur 11A.
[0027] Figur 1 zeigt eine Ansicht einer Spannvorrichtung 1 zur klemmenden Aufnahme einer
Mehrzahl von Adern eines Kabels. Die Spannvorrichtung ist im Ausführungsbeispiel einstückig
ausgeführt; das heißt, sie besteht aus einem einzigen, einstückig geformten Bauteil.
[0028] Die Spannvorrichtung 1 umfasst einen Grundkörper 10. Von diesem stehen entlang einer
Längserstreckungsrichtung y eine Mehrzahl (längserstreckter) Klemmschenkel 2a, 2b,
3a, 3b ab, und zwar im Ausführungsbeispiel vier Klemmschenkel. Die Klemmschenkel 2a,
2b, 3a, 3b verlaufen dabei entlang der besagten Richtung y im Wesentlichen parallel
zueinander.
[0029] Die Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b sind zusammengefasst zu einer ersten Gruppe 2a,
3a und einer zweiten Gruppe 2b, 3b von Klemmschenkeln, von denen die erste Gruppe
2a, 3a auf einer Seite und die andere Gruppe 2b, 3b auf der anderen, gegenüberliegenden
Seite eines zentralen Abschnittes 12 der Spannvorrichtung 1 angeordnet ist. Der zentrale
Abschnitt 12 der Spannvorrichtung 1 steht dabei, ebenso wie die Klemmschenkel 2a,
2b, 3a, 3b, entlang der Längserstreckungsrichtung y von dem Grundkörper 10 der Spannvorrichtung
1 ab. Die Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b sind dabei einstückig an dem Grundkörper 10
angeformt. Gleiches gilt für den zentralen Abschnitt 12 der Spannvorrichtung 1.
[0030] Die Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b umfassen jeweils einen Übergangsabschnitt 21 bzw.
31, an dem sie einstückig in den Grundkörper 10 der Spannvorrichtung 1 übergehen,
sowie weiterhin ein freies Ende 22 bzw. 32, welches dem Grundkörper 10 abgewandt ist.
[0031] Der sich zwischen den beiden Gruppen 2a, 3a bzw. 2b, 3b von Klemmschenkeln erstreckende
zentrale Abschnitt 12 der Spannvorrichtung 1 weist einerseits einen Befestigungsbereich
mit einer Befestigungsstelle 13, vorliegend in Form einer Befestigungsöffnung, auf,
über die die Spannvorrichtung 1 an einem Trägerkörper 4 befestigbar ist, wie in den
Figuren 3 und 4 gezeigt. Weiterhin weist der zentrale Abschnitt 12 der Spannvorrichtung
1 ein freies Ende 15 auf, welches von dem Grundkörper 10 abgewandt ist und welches
im Ausführungsbeispiel zwischen den freien Enden 22, 32 der Klemmschenkel 2a, 2b,
3a, 3b angeordnet ist. Zusätzlich ist an der Spannvorrichtung 1, genauer an deren
Grundkörper 10, eine weitere Befestigungsstelle 11, wiederum in Form einer Befestigungsöffnung,
vorgesehen, um die Spannvorrichtung 1 - in Zusammenwirken mit der ersten Befestigungsstelle
13 - verdrehsicher an einem Trägerkörper festlegen zu können.
[0032] An der nach innen, das heißt in Richtung auf den zentralen Abschnitt 12 der Spannvorrichtung
1, weisenden Oberfläche eines jeweiligen Klemmschenkels 2a, 2b, 3a, 3b ist jeweils
ein Klemmbereich 23 bzw. 33 ausgebildet. Dieser Klemmbereich ist u.a. dadurch charakterisiert,
dass ein jeweiliger Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b an seiner einen Klemmbereich 23,
33 bildenden Oberfläche jeweils eine im Wesentlichen bogenförmige Krümmung aufweist.
[0033] Jedem der Klemmbereiche 23, 33 ist jeweils eine Gegenfläche in Form einer Klemmfläche
14 bzw. 24 zugeordnet, derart, dass zwischen einem Klemmbereich 23 oder 33 und der
zugeordneten Klemmfläche 14 oder 24 ein Bauelement, vorliegend konkret eine Ader eines
Kabels, einklemmbar ist. Hierzu ist die Spannvorrichtung 1 im Ausführungsbeispiel
konkret derart ausgeführt, dass ein jeweiliger Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b aufgrund
interner elastischer Kräfte der Spannvorrichtung 1 (bzw. genauer der Klemmschenkel
2a, 2b, 3a, 3b selbst) die in Figur 1 gezeigte Klemmposition einnimmt, in der ein
jeweiliger Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b mit seinem Klemmbereich 23 oder 33 nur geringfügig
von der zugeordneten Klemmfläche 14 bzw. 24 beabstandet ist. Hierdurch wird ein zwischen
dem jeweiligen Klemmbereich 23 oder 33 und der zugeordneten Klemmfläche 14 bzw. 24
befindliche Ader dort (selbsttätig, unter der Wirkung einer elastischen Vorspannung)
klemmend aufgenommen, wie nachfolgend anhand der Figuren 10A, 10B und 11A, 11B erläutert
werden wird.
[0034] Dabei sind die den inneren Klemmschenkeln 2a, 2b bzw. deren Klemmbereichen 23 zugeordneten
Gegenflächen in Form von Klemmflächen 14 an dem zentralen Abschnitt 12 der Spannvorrichtung
1 ausgebildet, welcher zwischen den beiden inneren Klemmschenkeln 2a, 2b angeordnet
ist. Die den äußeren Klemmschenkeln 3a, 3b bzw. deren Befestigungsbereichen 33 zugeordneten
Gegenflächen in Form von Klemmflächen 24 sind demgegenüber an jeweils einem der inneren
Klemmschenkel 2a, 2b ausgebildet, und zwar auf einer dem jeweiligen Klemmbereich 23
der inneren Klemmschenkel 2a, 2b abgewandten Seite des entsprechenden Klemmschenkels
2a oder 2b.
[0035] Da beide Gruppen 2a, 3a und 2b, 3b von Klemmschenkeln beim Einklemmen einer Ader
hierzwischen jeweils in Richtung auf den zentralen Abschnitt 15 der Spannvorrichtung
1 vorgespannt sind, bedeutet dies, dass die Klemmschenkel 2a, 3a der ersten Gruppe
entlang einer entgegengesetzten Richtung x quer zur Längserstreckungsrichtung y in
Richtung auf den zentralen Abschnitt 12 verspannt sind wie die Klemmschenkel 2b, 3b
der zweiten Gruppe mit der Verspannungsrichtung -x.
[0036] Von den Klemmbereichen 23, 33 der Klemmschenkel 2a, 2b bzw. 3a, 3b entlang der Längserstreckungsrichtung
beabstandet ist am jeweiligen Klemmschenkel 2a, 2b; 3a, 3b jeweils ein Betätigungsbereich
26 bzw. 36 angeordnet. Der jeweilige Betätigungsbereich 26, 36 eines Klemmschenkels
2a, 2b bzw. 3a, 3b ist dabei u.a. dadurch charakterisiert, dass die Klemmschenkel
2a, 2b, 3a, 3b an ihrer den jeweiligen Betätigungsbereich 26 bzw. 36 bildenden Oberfläche
jeweils geneigt zur Haupterstreckungsrichtung des jeweiligen Klemmschenkels (Längserstreckungsrichtung
y) verlaufen.
[0037] Der Klemmbereich 23, 33 eines jeweiligen Klemmschenkels 2a, 2b, 3a, 3b liegt dabei
näher an dessen freiem Ende 22, 32 als der Betätigungsbereich 26, 36 des Klemmschenkels.
Wie nachfolgend insbesondere anhand der Figuren 7A bis 8B erläutert werden wird, dienen
die Betätigungsbereiche 26, 36 als Führungsbereiche für Betätigungselemente, durch
deren Einwirkung ein jeweiliger Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b entgegen seiner Vorspannrichtung
auslenkbar ist, um den Abstand zwischen dem Klemmbereich 23, 33 eines jeweiligen Klemmschenkels
und der zugeordneten Gegenfläche bzw. Klemmfläche 14, 24 zu vergrößern und so das
Einbringen einer hierzwischen zu verklemmenden Ader zu ermöglichen bzw. eine hierzwischen
verklemmte Ader L freizugeben.
[0038] Dabei ist zwischen dem Klemmbereich 23,33 und dem Betätigungsbereich 26, 36 eines
jeweiligen Klemmschenkels 2a, 2b; 3a, 3b ein Trennbereich 25, 35, im Ausführungsbeispiel
in Form einer Erhebung bzw. eines Vorsprungs am Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b, angeordnet,
der verhindert, dass eine zu klemmende Ader L oder ein Betätigungselement 66 entlang
des Klemmschenkels 2a, 2b; 3a, 3b vom Klemmbereich 23, 33 in den Betätigungsbereich
26, 36 oder umgekehrt vom Betätigungsbereich 26, 36 in den Klemmbereich 23, 33 gleiten
kann.
[0039] Figur 2 zeigt die die Spannvorrichtung aus Figur 1 in dem soeben erwähnten Zustand,
in welchem die Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b durch Auslenkung aus der in Figur 1 gezeigten
Klemmposition in ihre Freigabeposition überführt worden sind, welche das Einbringen
zu klemmender Adern bzw. das Entnehmen zuvor geklemmter Adern gestattet. Das die Spannvorrichtung
1 bildende einstückige Bauteil ist hierfür entsprechend elastisch ausgeführt. Es kann
insbesondere als ein einstückiges Blechteil ausgebildet sein bzw. genauer als ein
Federblech.
[0040] Figur 3 zeigt die Spannvorrichtung aus den Figuren 1 und 2 zusammen mit Befestigungselementen
41, 42, welche die Befestigungsstellen 11, 13 durchgreifen, wobei das eine Befestigungselement
41 als ein abgesetzter Stift ausgeführt ist und das andere Element 42 als ein einfacher
Stift bzw. Bolzen, welcher insbesondere eine Verdrehsicherung ermöglichen soll. Die
über die genannten Befestigungselemente 41, 42 an einem Träger 4 befestigte Spannvorrichtung
1 ist in Figur 4 dargestellt.
[0041] Figur 5A zeigt eine Öffnungsbaueinheit, mittels der die Klemmschenkel 2a, 2b, 3a,
3b der vorstehend anhand der Figuren 1 bis 4 beschriebenen Spannvorrichtung aus ihrer
Klemmposition (vergleiche Figur 1) in ihre Freigabeposition (vergleiche Figur 2) auslenkbar
sind. Die Betätigungsbaueinheit umfasst eine Führungseinheit 5, eine Betätigungseinheit
6 sowie einen Aktor 7.
[0042] Die zusätzlich in Figur 5B separat dargestellte Führungseinheit 5 bildet eine entlang
einer (eine Verstellachse definierenden) Längserstreckungsrichtung y erstreckte Führungsbahn
50, welche beidseits durch Führungsstege 51, 52 begrenzt ist, welche wiederum jeweils
einen Führungskanal 53 bzw. 54 bilden. Außerdem ist an der Führungseinheit 5, genauer
im Ausführungsbeispiel an deren Führungsbahn 50, ein Positionierelement 55, hier ausgebildet
als Positioniernase, angeordnet.
[0043] An dem Führungsteil 5, genauer an dessen Führungsbahn 50 (und somit zwischen den
Führungsstegen 51, 52), ist die Betätigungseinheit 6 geführt. Diese weist zwei seitliche
Führungskanten 63, 64 auf, welche längsverschieblich in jeweils einen der Führungskanäle
53, 54 der Führungseinheit 5 eingreifen.
[0044] Zur Einwirkung auf jeweils einen Betätigungsbereich der Spannvorrichtung 1 bzw. der
hieran vorgesehenen Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b sind an der Öffnungseinheit 6 (in
einem Abschnitt 60) Betätigungselemente 66 vorgesehen. Diese sind im Ausführungsbeispiel
als von der Öffnungseinheit 6 quer zu der Längserstreckungsrichtung y und quer zu
der Führungsbahn 50 abstehende Betätigungsstifte ausgeführt.
[0045] Weiterhin ist an der Betätigungseinheit 6 ein Aktor 7 gelagert. Hierfür weist die
Betätigungseinheit 6 einen Lagerbereich 67 auf. Dieser ist seitlich begrenzt durch
jeweils eine entlang der Längserstreckungsrichtung y verlaufende Begrenzungswand 68,
69. Der Aktor 7 ist im Ergebnis in dem Lagerbereich 67 der Betätigungseinheit 6 entlang
der Längserstreckungsrichtung y beweglich geführt, also entlang derjenigen Richtung,
entlang der die Betätigungseinheit 6 längsbeweglich an der Führungseinheit 5 geführt
ist.
[0046] Der Lagerbereich 67 der Betätigungseinheit 6 weist weiterhin (den Betätigungselementen
66 entlang der Längserstreckungsrichtung y abgewandt) einen Stützbereich 65 auf, an
dem sich der Aktor 6 mit einem entlang der Längserstreckungsrichtung y verstellbaren,
z.B. entlang jener Richtung y teleskopierbaren, Verstellelement 75, z.B. in Form einer
Kolbenstange, abstützt und gegebenenfalls zusätzlich mit dem Verstellelement 75 verbunden
ist. Wie nachfolgend insbesondere anhand der Figuren 7A bis 8B beschrieben werden
wird, kann durch ein Verfahren des Aktors 7 bezüglich der Betätigungseinheit 6 (entlang
der Längserstreckungsrichtung y) eine Längsbewegung der Betätigungseinheit 6 bezüglich
der Führungseinheit 5 entlang eben jener Längserstreckungsrichtung y ausgelöst werden,
wodurch die Betätigungselemente 66 der Öffnungseinheit 6 (unter Einwirkung auf die
Betätigungsbereiche 26, 36 der Klemmschenkel 2a, 2b bzw. 3a, 3b) ein gleichzeitiges
Auslenken der Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b der Spannvorrichtung aus Figur 1 (entgegen
ihrer elastischen Verspannung) bewirken können.
[0047] Figur 5A zeigt dabei den Aktor 7 im eingefahrenen Zustand, in welchem dessen betätigungselementseitige
Oberfläche 71 einen maximalen Abstand (entlang der Längserstreckungsrichtung y) von
den Betätigungselementen 66 der Betätigungseinheit 6 aufweist.
[0048] In diesem Zustand ist die Betätigungseinheit 6 zusammen mit dem Aktor 7 - entlang
der Längserstreckungsrichtung y betrachtet - definiert bezüglich der Führungseinheit
5 positioniert, indem sich der Aktor 7 mit einer stützbereichsseitigen Oberfläche
72 entlang der Längserstreckungsrichtung y an dem Positionierelement 55 der Führungseinheit
5 abstützt.
[0049] In jenem Zustand wird gemäß den Figuren 6A bis 6C die Betätigungseinheit 6 mit einer
Spannvorrichtung 1 bestimmungsgemäß in Eingriff gebracht, um über die Betätigungselemente
66 die Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b der Spannvorrichtung 1 auslenken zu können. Hierbei
ist einerseits die Spannvorrichtung 1 entlang der Längserstreckungsrichtung y definiert
positioniert, und zwar beispielsweise, wie in Figur 4 dargestellt, durch deren Festlegung
an einem Trägerkörper 4. Gleichzeitig ist auch die Betätigungseinheit 6 entlang der
Längserstreckungsrichtung y definiert positioniert, und zwar, wie anhand Figur 5A
und 5B beschrieben, mittels des an der Führungseinheit 5 vorgesehenen Positionierelementes
55 (in Form eines Stützelementes). In dieser Konstellation der Gesamtanordnung wird,
wie anhand des Überganges von Figur 6A zu 6B erkennbar und wie nochmals in Figur 6C
verdeutlicht, die Spannvorrichtung 1 an die Betätigungseinheit 6, genauer an deren
Betätigungselemente 66, herangeführt.
[0050] Die Betätigungselemente 66 der Betätigungseinheit 6 werden dabei senkrecht zu der
Längserstreckungsrichtung y der Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b am Betätigungsbereich
26, 36 jeweils eines Klemmschenkels 2a, 2b, 3a, 3b positioniert (und nicht durch ein
Verschieben entlang des jeweiligen Klemmschenkels in Längserstreckungsrichtung y).
Hierfür weist ein jeweiliger Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b an seinem Betätigungsbereich
26, 36 eine Aussparung auf, die ein Einführen eines Betätigungselementes 66 der Betätigungseinheit
6 senkrecht zu der Längserstreckungsrichtung y des entsprechenden Klemmschenkels 2a,
2b, 3a, 3b gestattet, um das Betätigungselement 66 an dem Betätigungsbereich 26, 36
zu positionieren.
[0051] In den Figuren 7A und 7B ist die Spannvorrichtung 1 nach dem bestimmungsgemäßen Aufsetzen
auf die Öffnungsbaueinheit gezeigt, um mittels letzterer die Klemmschenkel 2a, 2b,
3a, 3b der Spannvorrichtung 1 auszulenken. Die Spannvorrichtung 1 ist hierbei (unter
Verwendung des in Figur 4 gezeigten Trägers 4) bezüglich der Längserstreckungsrichtung
y derart fixiert, dass die Betätigungselemente 66 der Betätigungseinheit 6 mit einem
ersten (oberen) Abschnitt 26a, 36a der Betätigungsbereiche 26, 36 an den Klemmschenkeln
2a, 2b bzw. 3a, 3b in Anlage geraten. Gleichzeitig ist die vertikale Position der
Betätigungseinheit 6 und damit der Betätigungselemente 66 entlang der Längserstreckungsrichtung
y dadurch festgelegt, dass einerseits die Führungseinheit 5, in welcher die Betätigungseinheit
6 geführt wird, räumlich fixiert ist und dass andererseits die Betätigungseinheit
6 mittels des an der Führungseinheit 5 angeordneten Positionierelementes 55 entlang
der Längserstreckungsrichtung y definiert positioniert ist. Der Aktor 7 ist dabei
entlang der Längserstreckungsrichtung y von der Spannvorrichtung 1, genauer von deren
Grundkörper 10, beabstandet.
[0052] Zum Auslenken der Klemmschenkel 2a, 2b, 3a, 3b der Spannvorrichtung 1, um diese mit
zu klemmenden Adern bestücken zu können, wird gemäß dem Übergang von Figur 7A und
7B zu Figur 8A und 8B der Aktor 7 mittels des (zum Beispiel elektrisch oder pneumatisch
angetriebenen) Verstellelements 75 entlang der Längserstreckungsrichtung y in Richtung
auf die Spannvorrichtung 1 bzw. genauer in Richtung auf deren Grundkörper 10 verschoben.
[0053] Sobald der Aktor 7 bei jener Bewegung (über seine betätigungselementseitige Oberfläche
71) mit der Betätigungseinheit 1 bzw. deren Grundkörper 10 in Anlage tritt, ist wegen
der Fixierung der Spannvorrichtung 1 entlang der Längserstreckungsrichtung y eine
weitere Bewegung des Aktors 7 in jener Richtung nicht möglich. Stattdessen wird unter
der Wirkung der Verstellkraft des Verstellelements 75 (genauer der hiervon erzeugten
Gegenkraft bzw. Reaktionskraft) nunmehr die in der Führungseinheit 5 längsbeweglich
gelagerte Betätigungseinheit 6 (in entgegengesetzter Richtung wie zuvor der Aktor
7) parallel zur Längserstreckungsrichtung y (entlang der Richtung -y, nach unten)
verschoben. Hierbei bewegen sich die an der Betätigungseinheit 6 vorgesehenen Betätigungselemente
66 entlang den als Führungsbereichen ausgestalteten Betätigungsbereichen 26, 36 der
Klemmschenkel 2a, 2b; 3a, 3b von deren erstem, oberen Abschnitt 26a, 36a in Richtung
auf deren zweiten, unteren Abschnitt 26b, 36b. Wegen des geneigten Verlaufs der Betätigungsbereiche
26, 36 zwischen deren Endabschnitten 26a, 26b bzw. 36a, 36b werden hierbei die Klemmschenkel
2a, 2b, 3a, 3b der Spannvorrichtung 1 nach außen (weg von deren zentralem Abschnitt
12) ausgelenkt. Aufgrund der stärkeren Neigung der Betätigungsbereiche 36 der äußeren
Klemmschenkel 3a, 3b werden diese dabei stärker ausgelenkt als die inneren Klemmschenkel
2a, 2b mit den weniger stark geneigten Betätigungsbereichen 26.
[0054] Im Ergebnis führt die Auslenkung der Klemmschenkel dazu, dass sich der Abstand zwischen
den klemmschenkelseitigen Klemmbereichen 23, 33 und den jeweils als Gegenflächen zugeordneten
Klemmflächen 14, 24 vergrößert. Dies erlaubt das Einführen jeweils einer Ader L eines
Kabels K zwischen einem jeweiligen Klemmbereich 23, 33 der Klemmschenkel 2a, 2b; 3a,
3b und der als Klemmfläche 14,24 zugeordneten Gegenfläche. Dies anhand des Übergangs
von den Figuren 8A und 8B zur Figur 9 verdeutlicht.
[0055] Anschließend wird gemäß den Figuren 10A und 10B der Aktor 7 mittels des Verstellelements
75 wieder in seine Ausgangsposition verfahren, in der dieser entlang der Längserstreckungsrichtung
y von der Spannvorrichtung 1 beabstandet ist. Unter der Wirkung ihrer elastischen
Vorspannung kehren daher die Klemmschenkel 2a, 2b; 3a, 3b der Spannvorrichtung 1 aus
ihrer (durch Verschiebung der Betätigungseinheit 6 und der zugeordneten Betätigungselemente
66 gemäß den Figuren 8A, 8B eingenommenen) Freigabeposition wieder zurück in die Klemmposition,
so dass die einzelnen Adern L des Kabels K jeweils zwischen einem Klemmbereich 23,
33 der Klemmschenkel 2a, 2b; 3a, 3b und der zugeordneten Klemmfläche 14, 24 als Gegenfläche
eingeklemmt werden.
[0056] Nach dem Verklemmen der Adern L an der Spannvorrichtung 1 kann letztere von der Öffnungsbaueinheit
5, 6, 7 abgenommen werden, wie in den Figuren 11A und 11B dargestellt. Die an der
Spannvorrichtung 1 gehaltenen Adern L können sodann weiteren Verarbeitungsschritten
unterzogen werden, etwa zur Verbindung mit einem elektrischen Stecker. Nach Abschluss
der Montagearbeiten kann eine Öffnungsbaueinheit der vorstehend anhand der Figuren
5A bis 11B beschriebenen Art verwendet werden, um die in der Spannvorrichtung verklemmten
Adern wieder freizugeben.
[0057] Bei der Spannvorrichtung 1 handelt es sich um ein kostengünstig herstellbares Bauteil,
mit dem die Adern eines Kabels während Montagearbeiten selbsttätig (ohne zusätzliche
äußere Kräfte), aufgrund der elastischen Verspannung der Klemmschenkel, klemmend gehalten
werden können. Eine Kraftzufuhr ist lediglich zum Auslenken der Klemmschenkel, einerseits
beim Einführen der Adern in die Spannvorrichtung und andererseits beim Entnehmen der
Adern aus der Spannvorrichtung, erforderlich.
[0058] Die Geometrie der Spannvorrichtung ist ohne weiteres an die Form, Größe und Anzahl
der Adern anpassbar. Die Anzahl der Klemmschenkel sollte der Anzahl der zu klemmenden
Adern eines Kabels entsprechen. Die Form der Klemmbereiche an den Klemmschenkeln sowie
deren Abstand von den zugeordneten Klemmflächen kann in Abhängigkeit von der Form
und Größe der zu klemmenden Adern gewählt werden.
[0059] Die an der Spannvorrichtung resultierende Klemmkraft, mit der die Adern durch die
Klemmschenkel gehalten werden, lässt sich u.a. anhand der Abmessungen der Klemmschenkel
einstellen.
[0060] Das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel zeigt eine Öffnungsbaueinheit, mittels
der eine Spannvorrichtung durch Verschieben von Betätigungselementen entlang einer
Längserstreckungsrichtung betätigbar ist, indem jene Betätigungselemente bei ihrer
Längsbewegung auf Betätigungsbereiche der Klemmschenkel einwirken und aufgrund des
geneigten Verlaufs der Betätigungsbereiche die Klemmschenkel auslenken. Alternativ
kann eine Auslenkung der Klemmschenkel beispielsweise auch durch Exzenter erfolgen,
welche an den Betätigungsbereichen der Klemmschenkel angreifen und diese bei Rotation
auslenken.
1. Spannvorrichtung zur klemmenden Aufnahme mehrerer Adern (L) eines Kabels (K), mit
- mindestens zwei Klemmschenkeln (2a, 2b, 3a, 3b) und
- einem am jeweiligen Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) ausgebildeten Klemmbereich (23,
33), mit dem jeweils eine Ader (L) des Kabels (K) gegen eine dem Klemmbereich (23,
33) zugeordnete Klemmfläche (14, 24) klemmbar ist, wobei ein jeweiliger Klemmschenkel
(2a, 2b, 3a, 3b) elastisch in eine Klemmposition bringbar ist, in der mittels dessen
Klemmbereich (23, 33) eine Ader (L) unter Vorspannung gegen die zugeordnete Klemmfläche
(14, 24) klemmbar ist, und wobei ein jeweiliger Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) aus
der Klemmposition heraus in eine Freigabeposition auslenkbar ist, in der eine Ader
(L) zwischen den Klemmbereich (23, 33) und die zugeordnete Klemmfläche (14, 24) einführbar
oder hieraus entnehmbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass am jeweiligen Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) ein von dem Klemmbereich (23, 33) beabstandeter
Betätigungsbereich (26, 36) ausgebildet ist, der dazu eingerichtet ist, ein Auslenken
des Klemmschenkels (2a, 2b, 3a, 3b) zu ermöglichen, indem ein von der zu klemmenden
Ader (L) verschiedenes Betätigungselement (66) auf den Betätigungsbereich (26, 36)
einwirkt.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung als ein einstückiges Bauteil geformt ist, dessen Klemmschenkel
(2a, 2b, 3a, 3b) in ihrer Klemmposition elastisch vorgespannt sind.
3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein jeweiliger Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) in seinem Betätigungsbereich (26, 36)
eine andere Krümmung der Oberfläche aufweist als in dem Klemmbereich (23, 33).
4. Spannvorrichtung einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Klemmbereich (23, 33) und dem Betätigungsbereich (26, 36) eines jeweiligen
Klemmschenkels (2a, 2b; 3a, 3b) ein Trennbereich (25, 35) angeordnet ist, der verhindert,
dass eine zu klemmende Ader (L) entlang des Klemmschenkels (2a, 2b; 3a, 3b) vom Klemmbereich
(23, 33) zum Betätigungsbereich (26, 36) gleiten kann.
5. Spannvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) jeweils entlang einer Längserstreckungsrichtung
(y) erstreckt sind und dabei im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
6. Spannvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsbereich (26, 36) eines jeweiligen Klemmschenkels (2a, 2b, 3a, 3b)
als ein Führungsbereich ausgebildet ist, an dem ein Betätigungselement (66) zur Auslenkung
des Klemmschenkels führbar ist, wobei der Führungsbereich geneigt zur Längserstreckungsrichtung
(y) des zugehörigen Klemmschenkels (2a, 2b, 3a, 3b) verläuft.
7. Spannvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Spannvorrichtung eine erste Gruppe von Klemmschenkeln (2a, 3a) und eine zweite
Gruppe von Klemmschenkeln (2b, 3b) angeordnet ist, wobei die Klemmschenkel (2a, 3a)
der einen Gruppe in entgegengesetzter Richtung in ihre Klemmposition vorgespannt und
aus ihrer Klemmposition heraus auslenkbar sind wie die Klemmschenkel (2b, 3b) der
anderen Gruppe und wobei die Klemmschenkel (2a, 3a) der einen Gruppe auf einer Seite
eines zentralen Abschnittes (12) der Spannvorrichtung (1) angeordnet sind und die
Klemmschenkel (2b, 3b) der anderen Gruppe auf der anderen Seite des zentralen Abschnittes
(12).
8. Spannvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) derart zueinander angeordnet sind, dass zumindest
ein Teil der Klemmflächen (24) der Spannvorrichtung (1) durch jeweils eine dem Betätigungsbereich
(23) eines Klemmschenkels (2a, 2b) abgewandte Fläche dieses Klemmschenkels (2a, 2b)
gebildet wird.
9. Öffnungsbaueinheit zum gleichzeitigen Auslenken mehrerer Klemmschenkel (2a, 2b, 3a,
3b) einer Spannvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, um diese
in ihre Freigabeposition zu überführen, mit
- einer Führungseinheit (5),
- einer an der Führungseinheit (5) längsbeweglich geführten Betätigungseinheit (6),
- einer Mehrzahl von der Betätigungseinheit (6) abstehender Betätigungselemente (66),
mit denen die Betätigungseinheit (6) gleichzeitig an mehreren Betätigungsbereichen
(26, 36) der Spannvorrichtung (1) angreifen kann, um deren Klemmschenkel (2a, 2b,
3a, 3b) durch eine Längsbewegung der Betätigungselemente (66) - geführt durch die
Führungseinheit (5) - auszulenken, und
- einem an der Führungseinheit (5) angeordneten Positionierelement (55), mit dem die
Betätigungseinheit (6) an der Führungseinheit (5) entlang ihrer Längsbewegungsrichtung
(y) definiert positionierbar ist, bevor die Betätigungselemente (66) der Betätigungseinheit
(6) mit den Betätigungsbereichen (26, 36) der Spannvorrichtung (1) in Eingriff gebracht
werden.
10. Öffnungsbaueinheit nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an der Betätigungseinheit (6) ein Aktor (7) längsbeweglich gelagert ist, welcher
relativ zu der Betätigungseinheit (6) entlang derjenigen Achse bewegbar ist, entlang
der die Betätigungseinheit (6) relativ zu der Führungseinheit (5) längsbewegbar ist.
11. Öffnungsbaueinheit nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (7) derart an der Betätigungseinheit (6) gelagert ist, dass eine Bewegung
des Aktors (7) entlang einer ersten Richtung parallel zu der Achse eine Gegenkraft
auf die Betätigungseinheit (6) entlang der entgegengesetzten Richtung ausübt.
12. Öffnungsbaueinheit nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungselemente (66) der Betätigungseinheit (6) als nebeneinander angeordnete
und von einer gemeinsamen Oberfläche der Betätigungseinheit (6) abstehende Betätigungsstifte
ausgeführt sind.
13. Anordnung zur klemmenden Halterung einer Mehrzahl Adern (L) eines Kabels (K), umfassend
eine Spannvorrichtung (1) zur klemmenden Aufnahme der Adern (L) mit den Merkmalen
eines der Ansprüche 1 bis 8 sowie eine Öffnungsbaueinheit zum gleichzeitigen Auslenken
mehrerer Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) der Spannvorrichtung (1), um die Adern (L)
eines Kabels (K) hierin klemmen oder hieraus entnehmen zu können, nach einem der Ansprüche
9 bis 12.
14. Verfahren zum gleichzeitigen Auslenken mehrerer Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) einer
Spannvorrichtung (1) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 8 unter Verwendung
einer Öffnungsbaueinheit mit den Merkmalen eines der Ansprüche 9 bis 12, um die Adern
(L) an der Spannvorrichtung (1) klemmend zu halten oder die Adern (L) aus der Spannvorrichtung
(1) zu entnehmen, wobei
a) einerseits die Betätigungseinheit (6) mittels der Führungseinheit (5) und andererseits
die Spannvorrichtung (1) mittels eines Trägers (4) jeweils derart positioniert werden,
dass die Betätigungselemente (66) der Betätigungseinheit (6) mit den Betätigungsbereichen
(26, 36) an den Klemmschenkeln (2a, 2b, 3a, 3b) der Spannvorrichtung (1) in Eingriff
treten, und
b) die Betätigungseinheit (6) derart an der Führungseinheit (5) verschoben wird, dass
die Betätigungselemente (66) entlang der Betätigungsbereiche (26, 36) gleiten, wobei
die Klemmschenkel (2a, 2b, 3a, 3b) aus ihrer Klemmposition in ihre Freigabeposition
ausgelenkt werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsbewegung der Betätigungseinheit (6) an der Führungseinrichtung (5) dadurch
ausgelöst wird, dass der Aktor (7) relativ zu der Betätigungseinheit (6) verschoben
wird, bis er mit der Spannvorrichtung (1) in Anlage gerät, so dass eine weitere Bewegung
des Aktors (6) verhindert wird und durch die resultierende Krafteinwirkung des Aktors
(7) auf die Betätigungseinheit (6) letztere entlang der Führungseinheit (5) bewegt
wird.