[0001] Schienenfahrzeuge umfassen in der Regel einen oder mehrere Geräteräume, zum Beispiel
einen Frontraum, in welchem Geräte, zum Beispiel eine Klimaanlage, aufgenommen werden
können. Es ist sinnvoll, solche Geräteräume vor äußeren Einflüssen zu schützen, damit
die aufgenommenen Geräte keinen Schaden nehmen.
[0002] Bekannt ist bei Fronträumen eine untere Front entweder fest mit einem Wagenkasten
zu verschweißen. Dies führt zu großen bis sehr großen Reparaturaufwänden und Ausfallzeiten
auch schon bei kleinen bis mittleren Schadensszenarien.
[0003] Bekannt ist auch, die untere Front im Fall eines Frontraums mit einer Frontklappe
zu versehen, mit deren Hilfe kleinere Schäden durch Austausch der Frontklappe einfach
und schnell eliminiert werden können. Allerdings müssen hier kostspielige Beschädigungen
der Geräte hinter der Frontklappe in Kauf genommen werden, da diese nur mäßigen Widerstand
leistet.
[0004] Die Offenlegungsschrift
EP 1 366 965 A1 zeigt eine Vorrichtung gegen das Eindringen einer Scheibe in eine Kabine eines Schienenfahrzeugs
bei einem Stoß.
[0005] Die Offenlegungsschrift
WO 2011/154527 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Verschwenken einer oder mehrerer Bugklappen eines spurgeführten
Fahrzeugs sowie ein Bugklappenmodul.
[0006] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe kann daher darin gesehen werden, ein
Schienenfahrzeug umfassend einen Geräteraum zur Aufnahme eines Geräts bereitzustellen,
wobei ein aufgenommenes Gerät gegen äußere Einflüsse geschützt ist und ein eventuell
notwendiger Reparaturaufwand verringert ist.
[0007] Diese Aufgabe wird mittels des Gegenstands nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Unteransprüchen.
[0008] Nach einem Aspekt wird ein Schienenfahrzeug bereitgestellt, umfassend:
- einen Geräteraum zur Aufnahme eines Geräts,
- eine Schutzklappe zum Schutz des Geräteraums,
- eine die Schutzklappe zumindest teilweise verdeckende Dekorklappe,
- wobei die Dekorklappe eine geringere Steifigkeit aufweist als die Schutzklappe.
[0009] Die Erfindung umfasst also insbesondere den Gedanken, zwei Bauteile, die Schutzklappe
und die Dekorklappe, vorzusehen, die jeweils eine eigene Funktion aufweisen oder bewirken.
Eines der Bauteile erfüllt eine Schutzfunktion: die Schutzklappe. Das andere Bauteil
erfüllt eine Designfunktion: die Dekorklappe. Die Dekorklappe muss also nicht mehr
selbst eine Schutzfunktion erfüllen. Daher muss sie nicht mehr eine einer Schutzfunktion
angemessene Steifigkeit aufweisen. Daher weist sie auch eine geringere Steifigkeit
auf als die Schutzklappe. Somit kann die Dekorklappe günstiger hergestellt werden
als die Schutzklappe. Die Schutzklappe hingegen kann auf eine Schutzfunktion hin optimiert
werden, ohne hierbei Kompromisse bezüglich eines ansprechenden Designs eingehen zu
müssen. Denn die Schutzklappe wird zumindest teilweise durch die Designklappe verdeckt,
ist also zumindest teilweise nicht mehr für einen Beobachter sichtbar, wenn auf die
Designklappe geblickt wird.
[0010] Aufgrund der auf den Schutz vorgenommenen Optimierung werden der Geräteraum und somit
das oder die sich in dem Geräteraum befindenden Geräte optimal geschützt vor äußeren
Einflüssen, zum Beispiel einem Unfall, insbesondere einem Wildunfall, einer Kollision
oder einem Steinschlag. Die Erfindung ist also eine Abkehr zum üblichen Vorgehen eines
Ingenieurs, der bestrebt ist, möglichst viele Funktionen in einem gemeinsamen Bauteil
zu realisieren. Hier sind erfindungsgemäß für die zwei Funktionen Schutz und Design
zwei getrennte Bauteile vorgesehen. Durch die Aufteilung in zwei Bauteile besteht
somit in vorteilhafter Weise die Möglichkeit, die Dekorklappe, die auch als eine Designklappe
bezeichnet werden kann, auf Design und Wiederbeschaffungskosten hin zu optimieren,
sozusagen als "Wegwerfteil". Üblicherweise wird die Dekorklappe bei fast jeder Kollision
beschädigt werden. Die Schutzklappe, die auch als ein Rammschild bezeichnet werden
kann, kann auf die Schutzfunktion hin optimiert werden und muss somit in der Regel
zumindest bis zu mittelgroßen Schäden entweder einfach und grob, aber eben nicht auf
Optik oder Design, oder, bei kleineren Dellen, auch gar nicht repariert werden.
[0011] Nach einer Ausführungsform ist in dem Geräteraum ein Gerät aufgenommen. Vorzugsweise
sind mehrere Geräte aufgenommen. Die Geräte sind beispielsweise gleich oder unterschiedlich
gebildet.
[0012] Das Gerät ist nach einer Ausführungsform ein Klimagerät.
[0013] Die allgemeine Formulierung, dass die Schutzklappe und/oder die Dekorklappe angeordnet
oder gelagert sind, heißt insbesondere, dass die Klappen an Elementen des Schienenfahrzeugs,
die hier nicht alle explizit aufgeführt werden, angeordnet oder gelagert sind. Solche
Elemente können beispielsweise Elemente der Karosserie des Schienenfahrzeugs sein.
Das heißt, dass die beiden Klappen vorzugsweise an der Karosserie angeordnet oder
gelagert sind.
[0014] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Dekorklappe die Schutzklappe
vollständig verdeckt. Das heißt, dass die Schutzklappe vollständig mittels der Dekorklappe
verdeckt ist. Dadurch wird in vorteilhafter Weise eine besonders ansprechende Optik
bewirkt.
[0015] Dass die Dekorklappe die Schutzklappe zumindest teilweise verdeckt, insbesondere
vollständig verdeckt, heißt insbesondere, dass die Dekorklappe eine Seite der Schutzklappe,
die dem Geräteraum abgewandt ist, zumindest teilweise, insbesondere vollständig, verdeckt.
[0016] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass zumindest einer der Schutzklappe
und der Dekorklappe beweglich gelagert ist. Das heißt, dass entweder die Schutzklappe
oder die Dekorklappe oder sowohl die Schutzklappe als auch die Dekorklappe beweglich
gelagert sind. Das heißt, dass die Klappen in vorteilhafter Weise bewegt werden können.
Dies bewirkt in vorteilhafter Weise insbesondere eine einfachere Zugänglichkeit des
Geräteraums und/oder der Schutzklappe im Fall, wenn die Dekorklappe beweglich angeordnet
ist.
[0017] In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die zumindest eine beweglich
gelagerte Klappe schwenkbar und/oder drehbar und/oder aushebbar gelagert ist. Das
heißt, dass entweder die Schutzklappe oder die Dekorklappe oder sowohl die Schutzklappe
als auch die Dekorklappe schwenkbar und/oder drehbar und/oder aushebbar gelagert sind.
Es sind in vorteilhafter Weise bevorzugte Möglichkeiten einer beweglichen Lagerung
angegeben. Somit sind viele Freiheitsgrade bereitgestellt. Je nach konkretem Anwendungsfall
kann die optimal passende Lagerungsmöglichkeit gewählt werden. Je mehr Freiheitsgrade
vorgesehen sind, desto einfacher ist es in vorteilhafter Weise, auch in unterschiedlichen
Umgebungen, die Klappe (die Schutzklappe und/oder die Dekorklappe) in verschiedene
Positionen zu bewegen, um Zugriff auf das Gerät oder die Geräte im Geräteraum zu erlangen
oder um Zugriff auf die Schutzklappe zu erlangen.
[0018] Dass zumindest eine der beiden Klappen, insbesondere beide Klappen, beweglich gelagert
sind, heißt insbesondere, dass die Klappe von einer ersten Position in eine zweite
Position verlagert oder bewegt werden kann. So kann beispielsweise die Schutzklappe
von einer geschlossenen Position in eine geöffnete Position verlagert oder bewegt
werden und umgekehrt. In der geöffneten Position ist ein Zugriff auf das Gerät im
Inneren des Geräteraums ermöglicht. Der Geräteraum steht insofern offen. In der geschlossenen
Position ist kein Zugriff auf das Gerät des Geräteraums ermöglicht. Der Geräteraum
ist insofern verschlossen, vorzugsweise zumindest teilweise verschlossen. Die Dekorklappe
kann beispielsweise von einer die Schutzklappe zumindest teilweise verdeckenden Position,
insbesondere vollständig verdeckenden Position, in eine die Schutzklappe freigebende
Position bewegt oder verlagert werden, in welcher die Dekorklappe zwar nicht mehr
die Schutzklappe zumindest teilweise, insbesondere vollständig, verdeckt, aber ein
Zugriff auf die Schutzklappe ermöglicht ist. Dies ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn die Schutzklappe auf Beschädigungen hin überprüft werden muss.
[0019] Es wird angemerkt, dass nach einer Ausführungsform die Dekorklappe nicht notwendigerweise
eine Klappe mit eigenem Bewegungsapparat sein muss. Denn die Dekorklappe ist gemäß
einer Ausführungsform an der Schutzklappe angeordnet oder befestigt, insbesondere
lösbar angeordnet oder befestigt, vorzugsweise zerstörungsfrei lösbar angeordnet oder
befestigt. Die Befestigung der Dekorklappe an der Schutzklappe ist somit insbesondere
dann technisch sinnvoll, solange die Montage und Demontage des Wegwerfelementes (Dekorklappe)
zum Konzept "schnelle & kostengünstige Reparatur" sowie zur Forderung "schnelle &
einfache Zugänglichkeit der Geräte im Geräteraum" passt. Bei einer Anordnung oder
Befestigung der Dekorklappe an der Schutzklappe kann in vorteilhafter Weise auf einen
eigenen Bewegungsapparat (also eine eigene Verlagerungseinrichtung) für die Dekorklappe
verzichtet werden, insbesondere, wenn die Schutzklappe selbst beweglich gelagert ist.
Dies reduziert einen Materialaufwand und einen Montageaufwand und reduziert ferner
Kosten.
[0020] Nach einer Ausführungsform ist die Dekorklappe mittels einer Verschraubung (also
mittels einer Schraube oder mehrerer Schrauben) und/oder mittels eines Klettverschlusses
(und/oder mittels mehrerer Klettverschlüsse) und/oder mittels eines Magnets (und/oder
mittels mehrerer Magnete) und/oder mittels Klebstoffs an der Schutzklappe und/oder
mittels eines Vierteldreh-Schnellverschlusses (und/oder mittels mehrerer Vierteldreh-Schnellverschlüsse)
und/oder mittels eines Snaploc-Verschlusses (und/oder mittels mehrerer Snaploc-Verschlüsse)
angeordnet oder befestigt. Dadurch ist beispielsweise der technische Vorteil bewirkt,
dass eine einfache Lösbarkeit (insbesondere bei geeigneter Klebstoffwahl) der Dekorklappe
von der Schutzklappe bewirkt ist. Das verringert eine Reparaturzeit. Die vorstehend
genannten Befestigungsmöglichkeiten oder Anordnungsmöglichkeiten der Dekorklappe an
der Schutzklappe sind lediglich beispielhafte Möglichkeiten, aber auf keinen Fall
einschränkend. Auch weitere Befestigungsmittel oder Befestigungsmöglichkeiten sind
denkbar und vorzugsweise vorgesehen und dem Fachmann insbesondere bekannt. Die vorstehend
genannten Befestigungsmittel sind also als beispielhaft, nicht aber als vollumfassend
zu verstehen.
[0021] Nach einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass zumindest einer der Schutzklappe
und der Dekorklappe lösbar angeordnet ist. Das heißt, dass entweder die Schutzklappe
oder die Dekorklappe oder sowohl die Schutzklappe als auch die Dekorklappe lösbar
angeordnet sind. Bei einer Beschädigung kann die beschädigte Klappe einfach ausgetauscht
werden, ohne dass gleich darüber hinausgehende Teile des Schienenfahrzeugs mit ausgetauscht
werden müssen. Das spart eine Montagezeit und Kosten. Nach einer Ausführungsform ist
eine zerstörungsfreie lösbare Anordnung vorgesehen. Das heißt, dass die Schutzklappe
und/oder die Dekorklappe lösbar angeordnet sind.
[0022] Gemäß noch einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Schienenfahrzeug eine Außenseite
umfasst, die zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, mittels der sich in einem
die Schutzklappe zumindest teilweise bedeckenden Zustand, insbesondere vollständig
bedeckenden Zustand, befindenden Dekorklappe gebildet ist. Das heißt, dass die Dekorklappe
von außen sichtbar ist und somit noch eine weitere Funktion erfüllt: Bilden eines
Teils der Außenseite. Somit ist in vorteilhafter Weise eine effiziente Nutzung der
Dekorklappe gegeben. Weiterhin wird aufgrund der Designfunktion der Dekorklappe ein
ansprechendes optisches Äußeres des Schienenfahrzeugs bewirkt.
[0023] In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Schienenfahrzeug eine Frontseite
umfasst, wobei die Außenseite die Frontseite ist. Die Frontseite ist hinsichtlich
Beschädigungen aufgrund von äußeren Einflüssen, zum Beispiel aufgrund der vorstehend
genannten Einflüsse, besonders gefährdet. Daher ist hier das Aufteilen der Funktionen
Schutz und Design besonders sinnvoll. Denn hier muss in der Regel ein Bauteil, welches
den Geräteraum schützt und gleichzeitig Teil der Frontseite ist, besonders häufig
ausgetauscht werden. So wurde es im Stand der Technik gemacht. Die sich daraus ergebenden
Nachteile sind insbesondere hohe Reparaturzeiten und hohe Kosten. Aufgrund des erfindungsgemäßen
Vorsehens von zwei Bauteilen (Schutz- und Dekorklappe) reicht es in der Regel aus,
nur die Dekorklappe auszutauschen. Selbst wenn die Schutzklappe nach einem Unfall
oder einer Kollision optisch beeinträchtigt sein sollte, so ist dies nicht relevant,
da die Dekorklappe diese optischen Beeinträchtigungen verdeckt. Solange die Schutzklappe
weiterhin ihre Schutzfunktion erfüllen kann, muss sie nicht ausgetauscht werden. Dadurch
können Reparaturzeiten und damit verbundene Ausfallzeiten des Schienenfahrzeugs verringert
werden. Weiterhin werden so in vorteilhafter Weise Kosten eingespart.
[0024] In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Schienenfahrzeug eine Antipenetrationswand,
ein Untergestell und eine oberhalb des Untergestells gebildete Frontscheibe umfasst,
wobei der Geräteraum ein Frontraum ist, der oberhalb des Untergestells, unterhalb
der Frontscheibe und zwischen der Frontseite und der Antipenetrationswand angeordnet
ist. Dadurch wird in vorteilhafter Weise ein Schutz des Frontraums bewirkt. Dieser
ist in der Regel besonders gefährdet bei einem Unfall oder einer Kollision. Da im
Frontraum üblicherweise ein Klimagerät angeordnet ist, kann dieses gut geschützt werden.
Die Schutzklappe schließt also zumindest teilweise, insbesondere vollständig eine
Öffnung des Frontraums, die der Frontseite zugewandt ist, ab.
[0025] In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Geräteraum ein Frontraum
ist.
[0026] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Schienenfahrzeug ein
Triebwagen oder eine Lokomotive ist.
[0027] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert werden, wobei
- FIG 1
- ein Ausschnitt eines Frontbereichs eines Schienenfahrzeugs
zeigt.
[0028] FIG 1 zeigt ein Schienenfahrzeug 101 in einer abgeschnittenen Teilansicht von schräg
vorne. Zu sehen ist ein Frontbereich 103 des Schienenfahrzeugs 101. Der Frontbereich
103 weist eine Frontseite 105 auf. In einem oberen Bereich des Frontbereichs 103 ist
eine Frontscheibe 107 vorgesehen. Unterhalb der Frontscheibe 107 ist ein Frontraum
109 gebildet. Das Schienenfahrzeug 101 umfasst ferner eine nicht gezeigte Antipenetrationswand
und ein nicht gezeigtes Untergestell. Der Frontraum 109 ist oberhalb des Untergestells,
unterhalb der Frontscheibe 107 und zwischen der Frontseite 105 und der Antipenetrationswand
angeordnet. In dem Frontraum 109 kann ein Gerät aufgenommen werden, zum Beispiel ein
Klimagerät. Insbesondere können mehrere Geräte aufgenommen werden.
[0029] Es ist eine Schutzklappe 111 vorgesehen, die den Frontraum 109 schützt. Dies insbesondere
im Fall einer Kollision oder eines Unfalls. Die Schutzklappe 111 schließt zumindest
teilweise eine Öffnung des Frontraums 109, die der Frontseite 105 zugewandt ist, ab.
Die Schutzklappe 111 verschließt zumindest teilweise, beispielsweise vollständig,
in einer ersten Position, die auch als Schutzposition bezeichnet werden kann, den
Frontraum 109.
[0030] Nach einer nicht gezeigten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schutzklappe
111 beweglich am Frontbereich 103 gelagert ist. Zum Beispiel können Scharniere oder
Gelenke im Frontraum angeordnet sein, an denen die Schutzklappe 111 gelagert ist.
Die Schutzklappe 111 kann somit in vorteilhafter Weise von der Schutzposition in eine
offene Position verlagert werden, in welcher Zugriff auf einen Innenraum des Frontraums
109 ermöglicht ist.
[0031] Ferner ist eine Dekorklappe 113 vorgesehen. Die FIG 1 zeigt die Dekorklappe 113 in
einer ausgefahrenen Position, in welcher Zugriff auf die Schutzklappe 111 und auch
Zugriff auf den Innenraum des Frontraums 109 ermöglicht ist, wenn zusätzlich noch
die Schutzklappe 111 in ihrer offenen Position ist. Die Dekorklappe 113 ist beweglich
gelagert. Beispielsweise können Scharniere oder Gelenke im Frontbereich angeordnet
sein, an denen die Dekorklappe 113 aufgehängt oder gelagert ist. Die Dekorklappe 113
kann somit in eine Position verlagert oder bewegt werden, in welcher die Dekorklappe
113 die Schutzklappe 111 zumindest teilweise, insbesondere vollständig, verdeckt.
Dies insbesondere dann, wenn ein Nutzer auf die Frontseite 105 blickt.
[0032] Die Dekorklappe 113 weist eine geringere Steifigkeit auf als die Schutzklappe 111.
Die Dekorklappe 113 ist somit in vorteilhafter Weise auf Design und Herstellungskosten
optimiert, nicht jedoch auf eine Schutzfunktion. Die Schutzfunktion übernimmt die
Schutzklappe 111.
[0033] In einer nicht gezeigten Ausführungsform ist das Schienenfahrzeug 101 ein Triebwagen
oder eine Lokomotive.
[0034] In nicht gezeigten Ausführungsformen können zusätzlich oder anstelle des Frontraums
109 ein oder mehrere Geräteräume vorgesehen sein, die analog zum Frontraum 109 mit
einer jeweiligen Schutzklappe und Dekorklappe versehen sind.
[0035] Die erfindungsgemäße Idee umfasst also insbesondere den Gedanken, die Funktionen
Design und Schutz (bewirkt durch eine erhöhte Steifigkeit) bauteilmäßig zu trennen,
wobei das Bauteil mit Schutz- oder Steifigkeitsfunktion vom Bauteil mit Designfunktion
zumindest teilweise, insbesondere vollständig, verdeckt wird. Das Bauteil mit der
Steifigkeits- oder Schutzfunktion kann als ein Rammschild bezeichnet werden. Das Bauteil
mit der Designfunktion kann als eine Designklappe bezeichnet werden. Beide Bauteile
sind insbesondere schwenkbar und/oder drehbar und/oder aushebbar und/oder entfernbar
angeordnet oder gestaltet oder ausgebildet, um weiterhin einen einfachen und schnellen
Zugriff zu den hinter diesen Bauteilen liegenden Komponenten, insbesondere dem oder
den Geräten, die sich im Geräteraum, insbesondere Frontraum, befinden, zu ermöglichen.
[0036] Die erfindungsgemäße Idee besteht somit insbesondere in einer Aufteilung der beiden
Funktionalitäten Design und Schutz (Steifigkeit) auf zwei Komponenten, hier die beiden
Bauteile, was dem prinzipiellen Konstruktionsbestreben zur Zusammenfassung von Funktionalitäten
widerspricht. Bei einer Zusammenfassung der beiden Funktionalitäten würde eine massive,
mit viel Aufwand (zwecks Schutz der dahinterliegenden Komponenten) versteifte Frontklappe
entstehen, welche oft kleinen bis großen Wildschäden ausgesetzt ist. Jeder dieser
Wildschäden (bis auf Kleinstwild) würde eine dann ebenfalls wieder aufwändige, auch
auf Optik getrimmte Reparatur oder einen Ersatz der Frontklappe erfordern.
[0037] Durch die Aufteilung in zwei Bauteile besteht in vorteilhafter Weise die Möglichkeit,
die Dekor- oder die Designklappe, welche bei fast jeder Kollision beschädigt sein
wird, auf Design und Wiederbeschaffungskosten hin zu optimieren, sozusagen als Wegwerfteil.
Das Rammschild oder die Schutzklappe hingegen muss zumindest bis zu mittelgroßen Schäden
entweder einfach und grob (aber eben nicht auf Optik) oder (bei kleineren Dellen)
auch gar nicht repariert werden.
[0038] Zusammenfassend weist die Erfindung insbesondere den Vorteil auf, dass Reparatur-
und Ausfallzeiten verringert sind. Entsprechende Kosten sind in vorteilhafter Weise
verringert. Es ist im Fall eines Unfalls dennoch eine schnellstmögliche Weiterfahrt
ermöglicht, zumindest bis ins nächste Depot. Dennoch wird eine bestmögliche Schutzwirkung
gegen Beschädigungen kleineren und mittleren Umfanges (zum Beispiel Wildunfälle oder
Steinschlag) von Geräten, die sich im Geräteraum, insbesondere Frontraum, befinden,
ermöglicht. Das Gerät ist beispielsweise eine Klimaanlage oder ein Klimagerät.
[0039] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann im Rahmen des Schutzumfangs
der Ansprüche abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Schienenfahrzeug (101), umfassend:
- einen Geräteraum zur Aufnahme eines Geräts,
- eine Schutzklappe (111) zum Schutz des Geräteraums,
- eine die Schutzklappe (111) zumindest teilweise verdeckende Dekorklappe (113),
- wobei die Dekorklappe (113) eine geringere Steifigkeit aufweist als die Schutzklappe
(111).
2. Schienenfahrzeug (101) nach Anspruch 1, wobei zumindest einer der Schutzklappe (111)
und der Dekorklappe (113) beweglich gelagert ist.
3. Schienenfahrzeug (101) nach Anspruch 2, wobei die zumindest eine beweglich gelagerte
Klappe (111, 113) schwenkbar und/oder drehbar und/oder aushebbar gelagert ist.
4. Schienenfahrzeug (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei zumindest einer
der Schutzklappe (111) und der Dekorklappe (113) lösbar angeordnet ist.
5. Schienenfahrzeug (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, umfassend ferner eine
Außenseite, die zumindest teilweise mittels der sich in einem die Schutzklappe (111)
zumindest teilweise bedeckenden Zustand befindenden Dekorklappe (113) gebildet ist.
6. Schienenfahrzeug (101) nach Anspruch 5, ferner umfassend eine Frontseite (105), wobei
die Außenseite die Frontseite (105) ist.
7. Schienenfahrzeug (101) nach Anspruch 6, ferner umfassend eine Antipenetrationswand,
ein Untergestell und eine oberhalb des Untergestells gebildete Frontscheibe, wobei
der Geräteraum ein Frontraum (109) ist, der oberhalb des Untergestells, unterhalb
der Frontscheibe und zwischen der Frontseite und der Antipenetrationswand angeordnet
ist.
8. Schienenfahrzeug (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, das ein Triebwagen oder
eine Lokomotive ist.
1. Rail vehicle (101), comprising:
- a device compartment for accommodating a device,
- a protective flap (111) for protecting the device compartment,
- a decorative flap (113) at least partially hiding the protective flap (111),
- wherein the decorative flap (113) has a lower degree of rigidity than the protective
flap (111).
2. Rail vehicle (101) according to claim 1, wherein at least either the protective flap
(111) or the decorative flap (113) is movably mounted.
3. Rail vehicle (101) according to claim 2, wherein the at least one movably mounted
flap (111, 113) is mounted so as to pivot and/or rotate and/or lift out.
4. Rail vehicle (101) according to one of the preceding claims, wherein at least either
the protective flap (111) or the decorative flap (113) is detachably arranged.
5. Rail vehicle (101) according to one of the preceding claims, further comprising an
exterior which is formed at least partially by the decorative flap (113) in a condition
at least partially covering the protective flap (111).
6. Rail vehicle (101) according to claim 5, further comprising a front side (105), wherein
the exterior is the front side (105) .
7. Rail vehicle (101) according to claim 6, further comprising an anti-penetration wall,
an underframe and a front plate formed above the underframe, wherein the device compartment
is a front compartment (109) which is arranged above the underframe, underneath the
front plate and between the front side and the anti-penetration wall.
8. Rail vehicle (101) according to one of the preceding claims, which is a multiple unit
or a locomotive.
1. Véhicule ferroviaire (101), comprenant :
- un compartiment pour appareil destiné à recevoir un appareil,
- un panneau de protection (111) destiné à protéger le compartiment pour appareil,
- un panneau décoratif (113) recouvrant au moins en partie le panneau de protection
(111),
- le panneau décoratif (113) ayant une plus faible rigidité que le panneau de protection
(111).
2. Véhicule ferroviaire (101) selon la revendication 1, dans lequel au moins un des panneau
de protection (111) et panneau décoratif (113) est monté de manière mobile.
3. Véhicule ferroviaire (101) selon la revendication 2, dans lequel l'au moins un panneau
(111, 113) monté mobile est monté de manière à pouvoir être pivoté et/ou tourné et/ou
relevé.
4. Véhicule ferroviaire (101) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
au moins un des panneau de protection (111) et panneau décoratif (113) est amovible.
5. Véhicule ferroviaire (101) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre un côté extérieur qui est formé, au moins en partie, grâce au panneau décoratif
(113) se trouvant dans un état de recouvrement, au moins partiel, du panneau de protection
(111).
6. Véhicule ferroviaire (101) selon la revendication 5, comprenant en outre un côté avant
(105), le côté extérieur étant le côté avant (105).
7. Véhicule ferroviaire (101) selon la revendication 6, comprenant en outre une paroi
anti-pénétration, un châssis et une vitre avant formée au-dessus du châssis, le compartiment
pour appareil étant un compartiment avant (109) qui est situé au-dessus du châssis,
au-dessous de la vitre avant et entre le côté avant et la paroi anti-pénétration.
8. Véhicule ferroviaire (101) selon l'une des revendications précédentes qui est une
automotrice ou une locomotive.