[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aktivierung von Metalloberflächen, insbesondere
von beschichtetem Stahlblech, vorzugsweise verzinktem Stahlblech vor einem Phosphatierungsprozess,
bei dem die Metalloberfläche mit einem Aktivierungsbad in Kontakt gebracht wird, welches
in Wasser dispergierte Titanylphosphate oder Metalloxide als Aktivierungspartikel,
enthält.
[0002] Im Stand der Technik werden Zinkphosphatschichten zur Oberflächenbehandlung von verzinktem
Stahlfeinblech eingesetzt, um oberflächenrelevante Eigenschaften des verzinkten Stahlfeinblechs
zu verbessern. Hierzu gehören insbesondere die Erhöhung der Korrosionsresistenz sowie
die Verbesserung der Umformbarkeit und Lackhaftung.
[0003] Seitens der Anmelderin wurde festgestellt, dass in den vergangenen Jahren nicht periodische,
immer wiederkehrende Lackhaftungsprobleme an beispielsweise elektrolytisch verzinktem
und phosphatiertem Metallband, insbesondere Stahlband (Feinblech) auftraten.
[0004] EP 0 454 211 A1 offenbart ein Verfahren zur Bandphosphatierung, in dem stabile Aktivierungsbäder
mit hohen Standzeiten eingesetzt werden. Es wird ein wasserlösliches organisches Polymer
zugesetzt, um das im Aktivierungsbad in kolloidaler Form dispergierte Titan-IV-Phosphat
zu stabilisieren und dadurch die Standzeit des Aktivierungsbades zu verlängern. Davon
ausgehend lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben,
mit dem die Problematik einer schlechten Lackhaftung an Metallband erheblich gemindert
oder sogar vermieden werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gekennzeichnet,
dass dem Aktivierungsbad in Wasser dispergierte Titanylphosphate oder Metalloxide
als Aktivierungspartikel zugesetzt werden, wobei das Aktivierungsbad (6) so eingestellt
wird, dass es eine Aktivierungspartikelkonzentration im Bereich von 0,1 g/l bis 10
g/l aufweist, wobei dem Aktivierungsbad (6) Polyethylenglycol zwischen 1 und 200 g/l,
Poly(oxy-1,2-ethandiyl)-monododekansäure-sorbitylester zwischen 0,01 g/l bis 100 g/l
oder Isotridecylpolyethylenglycolether zwischen 0,1 bis 10 ml/l als Additiv (A) zugeführt
wird, so dass ein Agglomerieren der Aktivierungspartikel unterdrückt oder zumindest
verlangsamt wird.
[0006] Die Erfinder haben die Mechanismen von Aktivierung, Keimbildung und Wachstum der
Zinkphosphatkristalle auf dem Zinküberzug untersucht. Dabei haben sie festgestellt,
dass sich mit zunehmender Standzeit des Aktivierungsbades Agglomerate von Aktivierungspartikeln
bilden. Zudem konnten sie einen negativen Einfluss der zunehmenden Partikelgrößen
im Aktivierungsbad auf die Phosphatierung und die Lackhaftung erkennen.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Zugabe eines Additivs, welches ein Agglomerieren der Aktivierungspartikel
unterdrückt oder zumindest deutlich verlangsamt, kann die Problematik schlechter Lackhaftung
an phosphatiertem Metallband, insbesondere verzinktem, phosphatiertem Stahlband erheblich
gemindert oder sogar vermieden werden.
[0008] Bei dem zur Stabilisierung des Aktivierungsbades verwendeten Additivs handelt es
sich um einen oder mehrere der nachfolgenden Stoffe:
- Polyethylenglycol (PEG) zwischen 1 und 200 g/l
- Poly(oxy-1,2-ethandiyl)-monododekansäure-sorbitylester zwischen 0,01 g/l bis 100 g/l
- Isotridecylpolyethylenglycolether zwischen 0,1 bis 10 ml/l
[0009] Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass dem Aktivierungsbad Polyethylenglycol (PEG) als Additiv zur Unterdrückung oder
Verlangsamung einer Agglomeration der Aktivierungspartikel zugegeben wird. Dieser
Stoff hat sich in Versuchen als sehr wirksam erwiesen.
[0011] Zur Verlangsamung der Aktivierungspartikelagglomeration im Aktivierungsbad ist es
auch von Vorteil, wenn gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens das Aktivierungsbad kontinuierlich oder diskontinuierlich durch Rühren
und/oder Umpumpen und/oder Ultraschalleintrag bewegt wird. Hierdurch kann die Standzeit
des Aktivierungsbades weiter verlängert werden. Die Intensität der Badbewegung (durch
Rühren und/oder Umpumpen und/oder Ultraschalleintrag) sollte dabei allerdings nicht
zu hoch gewählt werden, da andernfalls eine Agglomeration der Aktivierungspartikel
im Aktivierungsbad gegebenenfalls gefördert wird. Vorzugsweise wird das Aktivierungsbad
mittels mindestens eines mechanischen Rührers gerührt.
[0012] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass die im Aktivierungsbad vorliegende Partikelgrößenverteilung der
Aktivierungspartikel ermittelt wird, und dass das Aktivierungsbad in Abhängigkeit
der Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel erneuert oder außer Betrieb
genommen wird. Auf diese Weise kann eine kritische bzw. übermäßige Anlagerung (Anhaftung)
von agglomerierten Aktivierungspartikeln an dem vorzugsweise elektrolytisch verzinkten
Metallblech weitestgehend vermieden und somit eine einwandfreie Lackhaftung erzielt
werden.
[0013] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens die Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel
während des Betriebes des Aktivierungsbades in regelmäßigen Zeitabständen oder kontinuierlich
mittels dynamischer Lichtstreuung (Photonenkorrelationsspektrometrie) ermittelt wird.
Alternativ oder ergänzend kann die Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel
auch während des Betriebes des Aktivierungsbades in regelmäßigen Zeitabständen oder
kontinuierlich mittels Nanopartikel Tracking-Analyse (NTA) ermittelt werden. Diese
beiden Messmethoden sind jeweils bei den hier relevanten Partikelgrößen und Verteilungsbreiten
besonders geeignet und zuverlässig. Die Messung kann dabei jeweils an separaten, begrenzten
Proben des Aktivierungsbades oder alternativ auch mittels mindestens einer Durchflussmesszelle
durchgeführt werden.
[0014] Es können allerdings auch noch andere Messmethoden zur Bestimmung der Partikelgrößen
bzw. Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel in dem erfindungsgemäßen Verfahren
angewandt werden. Zur Messung in Flüssigkeit, beispielsweise an separaten, begrenzten
Proben und auch als Durchflussmesszelle sind hier beispielsweise auch folgende Messmethoden
denkbar:
- Statische Laserbeugung
- Kopplung der Lichtmikroskopie mit einer automatischen Bildanalyse
- Resonanz-Massenmessung (engl. "Resonant Mass Measurement")
- Akustophoretische Messtechnik
- Ultraschallspektrometrie
- Feldflussfraktionierung (engl. "Field Flow Fractionation")
- Hydrodynamische Chromatographie
- Kapillarhydrodynamische Fraktionierung
- Ortsfilteranemometrie (engl. "Spatial Filter Velocimetry")
- Rasterkraftmikroskopie (engl. "Atomic Force Microscopy") an Partikeln auf planaren
Substratoberflächen in Luft, Vakuum oder Flüssigkeit.
[0015] Alternativ oder ergänzend können in diesem Zusammenhang auch Messungen mit elektronenmikroskopischen
Verfahren auf geeigneten Trägern bzw. Substraten durchgeführt werden, zum Beispiel:
- Rasterelektronenmikroskopie (REM, engl. "SEM"); insbesondere auf planaren Substraten
wie metallographisch polierten Oberflächen aufgetragene, vorzugsweise vereinzelte
Partikel, vorzugsweise auch mit bildanalytischen Verfahren automatisiert zu zählen
und anhand geometrischer Größen zu klassifizierend, um eine statistisch qualifizierte
Größenverteilung zu erhalten. Geeignet sind REM-Abbildungen im Topographiekontrast
und/oder Massekontrast.
- (Rasternde) Transmissionselektronenmikroskopie (TEM, STEM): Insbesondere auf durchstrahlbaren
Trägern wie z.B. einem Polymerfilm (Lackfilm) aufgetragene Partikel oder in durchstrahlbarer
Matrix (z.B. Polymere) eingebettete Partikel oder an Trägern (z.B. Stegen eines handelsüblichen
TEM-Netzes) anhaftende, seitlich bestrahlend abzubildende Partikel.
- Mit REM oder STEM aufgenommene EDX- oder WDX-Verteilungsbilder bezüglich der chemischen
Elemente oder einzelner davon, welche die Zusammensetzung der Partikel wesentlich
beschreiben.
[0016] Hinsichtlich einer effektiven Aktivierung, Keimbildung sowie eines guten Wachstums
der Zinkphosphatkristalle auf dem Zinküberzug ist das Aktivierungsbad so eingestellt,
dass es eine Aktivierungspartikelkonzentration im Bereich von 0,1 g/l bis 10 g/l,
insbesondere 0,5 g/l bis 3 g/l aufweist.
[0017] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer Zeichnung sowie mehrerer Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Die einzige Figur zeigt schematisch einen Verfahrensablauf einer
kontinuierlichen elektrolytischen Verzinkung und Phosphatierung von (gewalztem) Stahlband.
[0018] Ein kaltgewalztes und ggf. dressiertes Stahlband (Stahlfeinblech) wird als Coil 1
bereitgestellt. Das Stahlband (Stahlfeinblech) 2 wird vom Coil 1 abgewickelt und an
das Ende des vorherigen Bandes geschweißt. Da es sich bei der nachfolgenden elektrolytischen
Oberflächenveredelung um einen kontinuierlichen Prozess handelt, wird das in die elektrolytische
Veredelungsanlage neu einlaufende Band zunächst in einen Bandschlingenspeicher 3 geleitet,
wo es in einer oder mehreren Schlingen gespeichert wird, damit der Beschichtungsprozess
beim Anschweißen des Stahlbandanfangs an das Ende des vorherigen Stahlbandes nicht
gestoppt werden muss.
[0019] In einer ersten Stufe des Veredelungsprozesses (Beschichtungsprozesses) wird die
Bandoberfläche üblicherweise zunächst mechanisch und chemisch gereinigt. Anschließend
wird die Bandoberfläche in einer sauren Beize aufgeraut, bevor das Band 2 durch die
elektrolytischen Beschichtungszellen 4 hindurchgeleitet und dort verzinkt wird. Dort
wird das Stahlband 2 in einen schwefelsauren Zink-Elektrolyten getaucht und gleichzeitig
als Kathode geschaltet. Im Falle von löslichen Zinkelektroden werden diese ebenfalls
in die Elektrolytlösung getaucht und als Anode geschaltet. Die Zinkkationen wandern
dabei von der Anode durch den Elektrolyten zu der Stahlbandoberfläche und werden dort
kathodisch abgeschieden. Im Falle von unlöslichen Anoden ist dagegen das Zink bereits
im Elektrolyten gelöst, wobei die Anoden aus entsprechend edleren Materialien bestehen.
Die auf der Bandoberfläche abgeschiedene Zinkmenge hängt jeweils von der Stromdichte
und der Beschichtungsdauer ab. Um bei einer Bandgeschwindigkeit von zum Beispiel 100
m/min eine Zinkschichtdicke von einigen Mikrometern zu erzielen, muss das Stahlband
2 wegen der bei einer solchen Bandgeschwindigkeit relativ geringen Beschichtungsdauer
und damit entsprechend geringen Abscheiderate in einer Elektrolytzelle 4 mehrere hintereinander
geschaltete Beschichtungszellen 4 durchlaufen. Um anschließend den Elektrolyten von
der Bandoberfläche zu entfernen und somit eine Elektrolytverschleppung in den nächsten
Prozessschritt zu vermeiden, wird das elektrolytisch verzinkte Stahlband 2' durch
eine mehrstufige Spülvorrichtung 5 hindurchgeleitet.
[0020] Als Vorbehandlungsschritt für die Phosphatierung folgt ein in der Regel leicht alkalisches
Aktivierungsbad 6. Aktivierungsbäder dienen bei der Phosphatierung dazu, die Anzahl
der Keimstellen und damit der Phosphatkristalle pro Flächeneinheit zu erhöhen und
so die Kristallbildungsgeschwindigkeit zu steigern und den Bedeckungsgrad zu erhöhen.
[0021] Das Aktivierungsbad 6 enthält in Wasser dispergierte Aktivierungspartikel in der
Regel auf Basis von Titanylphosphat oder von Metalloxiden. Die beispielsweise in Pulverform
erhältlichen Aktivierungspartikel werden in Wasser dispergiert und bilden mit diesem
eine kolloidale Lösung. Das Aktivierungsbad 6 wird beispielsweise so eingestellt wird,
dass es eine Aktivierungspartikelkonzentration im Bereich von 0,1 g/l bis 10 g/l,
insbesondere 0,5 g/l bis 3 g/l, vorzugsweise 0,7 g/l bis 1,5 g/l aufweist.
[0022] Geeignete Aktivierungsmittel (Aktivierungspartikel) für die Phosphatierung von elektrolytisch
verzinktem Stahlfeinblech 2' sind beispielsweise unter den Handelsbezeichnungen SurTec®
145, SurTec® 610 V, Fixodine®X, Fixodine®50, Fixodine®50CF (jetzt Bonderite® M-AC
50CF), Fixodine®950 (jetzt Bonderite® M-AC 950), Fixodine®G 3039, Fixodine®C 5020
A, Fixodine®G 5020 B, Fixodine®C 9114, Fixodine®9112, Gardolene® Z26, Gardolene® V
6599, Gardolene® V 6560 A, Gardolene® V 6559, Gardolene® V 6526, Gardolene® V 6522,
Gardolene® V 6520, Gardolene® V 6518, Gardolene® V 6513, Prepalene® X und Chemkleen®
163 erhältlich. Bei zur Vorbehandlung von zu phosphatierenden Metalloberflächen, wie
beispielsweise dem Stahlfeinblech 2' verwendeten Aktivierungspartikeln (Aktivierungsmitteln)
handelt es sich üblicherweise um sogenannte Jernstedt-Salze bzw. Titanylphosphate.
[0023] Um den dispergierten Zustand der Aktivierungspartikel aufrechtzuerhalten, wird das
Aktivierungsbad 6 kontinuierlich oder diskontinuierlich gerührt und/oder umgepumpt
und/oder mit Ultraschall behandelt. Beispielsweise wird das Aktivierungsbad 6 mittels
mindestens eines mechanischen Rührers 7 gerührt.
[0024] Nach Durchlaufen des Aktivierungsbades 6 wird der Flüssigkeitsfilm vom Stahlband
2' abgequetscht oder abgestreift, um Verschleppungen des möglicherweise alkalischen
Mediums (Flüssigkeitsfilms) in die saure Phosphatierungslösung zu vermeiden. Auch
ein Trocknen der Stahlbandoberfläche kann an dieser Stelle zweckmäßig sein. In der
Figur ist dementsprechend ein Warmluftgebläse 8 skizziert. In der Phosphatierstufe
9 wird die Phosphatierungslösung auf die aktivierte Bandoberfläche gespritzt. Dies
führt einerseits zum Anbeizen der Zinkoberfläche und andererseits zum Wachstum der
Zinkphosphatkristalle an den aktivierten Bereichen. Die verbleibende überstehende
Phosphatierungslösung wird anschließend vom Band abgequetscht und das phosphatierte
Band 2" sodann mittels eines Bandtrockners 10 getrocknet. In den letzten Schritten
dieses Bandveredelungsprozesses wird das phosphatierte Stahlband 2" gegebenenfalls
geölt und zu einem Coil 11 aufgehaspelt, so dass es in einer gut handhabbaren Form
zum Kunden transportiert werden kann.
[0025] Beim Kunden, beispielsweise einem Automobilhersteller, werden aus dem phosphatierten
Stahlband Platinen gestanzt und zu Bauteilen, beispielsweise Karosserieteilen, gepresst.
Da es beim Umformen der Platinen durch Ziehen und/oder Dehnen des Materials sowie
durch Abrieb zu Beschädigungen der Phosphatschicht kommen kann, wird die Metalloberfläche
erneut aktiviert und nachphosphatiert. Daher schließt sich dem Umformschritt üblicherweise
ein Entfettungsschritt in einer leicht alkalischen Lösung sowie das Abspülen des Reinigers
in einer mehrstufigen Spülvorrichtung an. Dem Abspülen folgen der erneute Aktivierungsschritt
und die Nachphosphatierung. Die Phosphatierungslösung wird durch eine weitere mehrstufige
Spülvorrichtung entfernt, bevor das Bauteil lackiert wird. Dabei wird üblicherweise
ein Grundlack mittels kathodischer Tauchlackierung auf die phosphatierte Bauteiloberfläche
aufgebracht. Die Bauteile werden mit der noch feuchten Grundlackoberfläche in einen
Ofen, typischerweise Durchlaufofen geführt, wo der Lack bei relativ hohen Temperauren
(z.B. ca. 180°C) vernetzt bzw. gehärtet wird. Anschließend wird gegebenenfalls ein
Füll- und abschließend ein Decklack aufgebracht.
[0026] Zur Vermeidung einer durch Aktivierungspartikelagglomerate verursachten schlechten
Lackhaftung bzw. zur Erzielung einer guten Lackhaftung wird dem der Phosphatierung
vorgeschalteten Aktivierungsbad 6 erfindungsgemäß mindestens ein Additiv A zugegeben,
welches ein Agglomerieren der Aktivierungspartikel unterdrückt oder zumindest verlangsamt.
Das Additiv bildet eine Hülle um die Aktivierungspartikel aus, wodurch ein Agglomerieren
der Aktivierungspartikel zumindest für eine gewisse Zeit gegenüber konventionellen
Aktivierungsbädern unterdrückt werden kann. Als Additiv A wird hierzu dem Aktivierungsbad
6 beispielsweise Polyethylenglycol (PEG), vorzugsweise mit molaren Massen unterhalb
von 6000 g/mol, insbesondere um ca. 400 g/mol (sogenanntes PEG 400), zugegeben. Beispielsweise
werden zwischen 1 und 200 g/l PEG dem Aktivierungsbad zugegeben, wobei das Aktivierungsbad
6 eine Aktivierungspartikelkonzentration im Bereich von 0,1 g/l bis 10 g/l, insbesondere
0,5 g/l bis 3 g/l, vorzugsweise von 0,7 g/l bis 1,5 g/l aufweist.
[0027] Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dem
der Phosphatierung vorgeschalteten Aktivierungsbad 6 Poly(oxy-1,2-ethandiyl)-carbonsäureester,
insbesondere Poly(oxy-1,2-ethandiyl)-monododekansäure-sorbitylester als Additiv A
zugegeben. Bei diesem Additiv, das allgemein auch als Polysorbat 20 bezeichnet wird
(Handelsname "Tween® 20"), handelt es sich um ein nichtionisches Tensid. Es wirkt
als Netzmittel. Beispielsweise werden auf 1l Aktivierungsbad, das eine Aktivierungspartikelkonzentration
im Bereich von 0,1 g/l bis 10 g/l, insbesondere 0,5 g/l bis 3,0 g/l, vorzugsweise
von 0,7 g/l bis 1,5 g/l aufweist, zwischen 0,01 g/l bis 100 g/l Polysorbat 20 ("Tween®
20") zugegeben. Anstelle dieses Additivs können dem Aktivierungsbad 6 auch Polysorbat
40, Polysorbat 60, Polysorbat 65 oder Polysorbat 80 (Handelsname "Tween® 80") als
Additiv A zugegeben werden.
[0028] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dem
Aktivierungsbad 6 Alkylpolyethylenglycolether, insbesondere Isotridecylpolyethylenglycolether
zugegeben. Bei diesem Additiv handelt es sich um ein nichtionisches Tensid, dessen
Aggregatzustand flüssig ist. Es wirkt insbesondere als Netzmittel und ist in verschiedenen
Varianten unter dem Handelnamen MARLIPAL®013 erhältlich, wobei sich die verschiedenen
Varianten in der Anzahl der eingeschlossenen Ethylenoxidmole unterscheiden. Beispielsweise
werden auf 1l Aktivierungsbad 6, das eine Aktivierungspartikelkonzentration im Bereich
von 0,1 g/l bis 10 g/l, insbesondere 0,5 g/l bis 3,0 g/l, vorzugsweise von 0,7 g/l
bis 1,5 g/l aufweist, etwa 0,1 bis 10 ml Alkylpolyethylenglycolether als Additiv A
zugegeben.
[0029] Eine vorteilhafte optionale Ausgestaltung der voranstehend angegebenen Ausführungsbeispiele
des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, die im Aktivierungsbad 6 vorliegende
Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel zu ermitteln und das Aktivierungsbad
6 in Abhängigkeit der ermittelten Partikelgrößenverteilung zu erneuern oder außer
Betrieb zu nehmen. Die Messung der Partikelgrößenverteilung erfolgt dabei mittels
dynamischer Lichtstreuung. Alternativ oder ergänzend kann die Messung der Partikelgrößenverteilung
auch mittels Nanopartikel Tracking-Analyse (NTA) durchgeführt werden. Die Messung
der Partikelgrößen-verteilung der Aktivierungspartikel des Aktivierungsbades 6 erfolgt
vorzugsweise anhand von separaten Proben (Teilvolumina) des Aktivierungsbades 6 oder
mittels mindestens einer Durchflussmesszelle (nicht gezeigt), wobei die Probennahme
sowie die Messung vorzugsweise während des Betriebes des Aktivierungsbades in regelmäßigen
Zeitabständen oder kontinuierlich durchgeführt werden.
[0030] Die Erneuerung bzw. Außerbetriebnahme des Aktivierungsbades 6 in Abhängigkeit der
ermittelten Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel des Aktivierungsbades
6 erfolgt dann vorzugsweise ebenfalls automatisch. Der Phosphatierungsprozess kann
damit sicherer geführt werden.
1. Verfahren zur Aktivierung von verzinktem Stahlblech vor einem Phosphatierungsprozess,
bei dem das elektrolytisch verzinkte Metallblech (2') mit einem Aktivierungsbad (6)
in Kontakt gebracht wird, welches in Wasser dispergierte Titanylphosphate oder Metalloxide
als Aktivierungspartikel enthält, wobei das Aktivierungsbad (6) so eingestellt wird,
dass es eine Aktivierungspartikelkonzentration im Bereich von 0,1 g/l bis 10 g/l aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass dem Aktivierungsbad (6) Polyethylenglycol zwischen 1 und 200 g/l, Poly(oxy-1,2-ethandiyl)-monododekansäure-sorbitylester
zwischen 0,01 g/l bis 100 g/l oder Isotridecylpolyethylenglycolether zwischen 0,1
bis 10 ml/l als Additiv (A) zugeführt wird, so dass ein Agglomerieren der Aktivierungspartikel
unterdrückt oder zumindest verlangsamt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsbad (6) kontinuierlich oder diskontinuierlich durch Rühren und/oder
Umpumpen und/oder durch Ultraschalleintrag bewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsbad mittels mindestens eines mechanischen Rührers (7) gerührt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die im Aktivierungsbad (6) vorliegende Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel
ermittelt wird, und dass das Aktivierungsbad (6) in Abhängigkeit der Partikelgrößenverteilung
der Aktivierungspartikel erneuert oder außer Betrieb genommen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel während des Betriebes des Aktivierungsbades
(6) in regelmäßigen Zeitabständen oder kontinuierlich mittels dynamischer Lichtstreuung
ermittelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikelgrößenverteilung der Aktivierungspartikel während des Betriebes des Aktivierungsbades
(6) in regelmäßigen Zeitabständen oder kontinuierlich mittels Nanopartikel Tracking-Analyse
ermittelt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsbad (6) so eingestellt wird, dass es eine Aktivierungspartikelkonzentration
im Bereich von 0,5 g/l bis 3 g/l.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsbad (6) so eingestellt wird, dass es eine Aktivierungspartikelkonzentration
im Bereich von 0,7 g/l bis 1,5 g/l aufweist.
1. Process for activating galvanized steel sheet before a phosphating process, in which
the electrolytically galvanized metal sheet (2') is brought into contact with an activating
bath (6) which contains titanyl phosphates or metal oxides dispersed in water as activating
particles, where the activating bath (6) is adjusted so that it has an activating
particle concentration in the range from 0.1 g/l to 10 g/l, characterized in that polyethylene glycol in an amount of from 1 to 200 g/l, poly(sorbityl (oxy-1,2-ethanediyl)
monododecanoate) in an amount of from 0.01 g/l to 100 g/l or isotridecyl polyethylene
glycol ether in an amount of from 0.1 to 10 ml/I is added as additive (A) to the activating
bath (6) so that agglomeration of the activating particles is suppressed or at least
slowed.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the activating bath (6) is continuously or discontinuously agitated by stirring and/or
pump circulation and/or input of ultrasound.
3. Process according to Claim 2, characterized in that the activating bath is stirred by means of at least one mechanical stirrer (7).
4. Process according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the particle size distribution of the activating particles present in the activating
bath (6) is determined and in that the activating bath (6) is renewed or taken out of operation as a function of the
particle size distribution of the activating particles.
5. Process according to Claim 4, characterized in that the particle size distribution of the activating particles is determined at regular
time intervals or continuously by means of dynamic light scattering during operation
of the activating bath (6).
6. Process according to Claim 4 or 5, characterized in that the particle size distribution of the activating particles is determined at regular
time intervals or continuously by means of nanoparticle tracking analysis during operation
of the activating bath (6).
7. Process according to any of Claims 1 to 6, characterized in that the activating bath (6) is adjusted so that it has an activating particle concentration
in the range from 0.5 g/l to 3 g/l.
8. Process according to any of Claims 1 to 6, characterized in that the activating bath (6) is adjusted so that it has an activating particle concentration
in the range from 0.7 g/l to 1.5 g/l.
1. Procédé pour l'activation de tôle d'acier galvanisée avant un procédé de phosphatation,
dans lequel la tôle métallique (2') électrolytiquement galvanisée est mise en contact
avec un bain d'activation (6), qui contient des phosphates de titanyle ou des oxydes
métalliques dispersés dans l'eau comme particules d'activation, le bain d'activation
(6) étant réglé de manière telle qu'il présente une concentration en particules d'activation
dans la plage de 0,1 g/l à 10 g/l, caractérisé en ce qu'on ajoute du polyéthylèneglycol entre 1 et 200 g/l, de l'ester sorbitylique de l'acide
poly(oxy-1,2-éthanediyl)-monododécanoïque entre 0,01 g/l à 100 g/l ou de l'isotridécylpolyéthylèneglycoléther
entre 0,1 à 10 ml/l en tant qu'additif (A) au bain d'activation (6) de manière telle
qu'une agglomération des particules d'activation est supprimée ou du moins ralentie.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bain d'activation (6) est remué de manière continue ou discontinue par agitation
et/ou pompage et/ou introduction d'ultrasons.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le bain d'activation est agité au moyen d'au moins un agitateur mécanique (7).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la répartition granulométrique des particules d'activation se trouvant dans le bain
d'activation (6) est déterminée et en ce que le bain d'activation (6) est renouvelé ou mis hors service en fonction de la répartition
granulométrique des particules d'activation.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la répartition granulométrique des particules d'activation pendant le fonctionnement
du bain d'activation (6) est déterminée à des intervalles réguliers dans le temps
ou en continu par dispersion dynamique de la lumière.
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que la répartition granulométrique des particules d'activation pendant le fonctionnement
du bain d'activation (6) est déterminée à des intervalles réguliers dans le temps
ou en continu par "Nanoparticle Tracking-Analysis" (analyse du suivi individuel de
particules).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le bain d'activation (6) est réglé de manière telle qu'il présente une concentration
en particules d'activation dans la plage de 0,5 g/l à 3 g/l.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le bain d'activation (6) est réglé de manière telle qu'il présente une concentration
en particules d'activation dans la plage de 0,7 g/l à 1,5 g/l.