[0001] Die Erfindung betrifft eine Tragschicht für Rasen, welche Bewehrungsfasern aus Kunststoff
aufweist, wobei diese Bewehrungsfasern unter den Umgebungsbedingungen beim Einsatz
als Tragschicht im Boden im Wesentlichen nicht biologisch abbaubar sind. Darüber hinaus
betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Aufbereitung einer Tragschicht für Rasen.
Eine solche Tragschicht ist aus der
WO2012159145A1 bekannt. In der Forschung hat man sich darüber hinaus mit bioabbaubaren Bewehrungen
für Rasentragschichten beschäftigt, bei denen Fasern auf Basis von PLA (Polylactid)
verwendet werden (IGF-Forschungsprojekt AIF 15494 BG, Fraunhofer UMSICHT, FITR e.V.
zum Thema "Faserbewehrte Boden - Faserbewehrung von feinkörnigen Recyclingmaterialien
und Aushubböden für eine Verwertung im Erd- und Tiefbau").
[0002] Viele beliebte Sportarten, wie Fußball, Hockey oder Reitsport werden bevorzugt auf
Rasenflächen betrieben. Bei intensiver Nutzung von natürlichen Rasenflächen für derartige
Sportarten kommt es schnell zu einem Verschleiß der Rasenflächen. Dieser Verschleiß
kann soweit gehen, dass die Rasenflächen nicht mehr für sportliche Aktivitäten genutzt
werden können. Es werden dann längere Pflege- und Regenerationsphasen für die Rasenflächen
benötigt, während deren dort kein Sport betrieben werden kann. Längere Ausfallzeiten,
bedingt durch den Verschleiß des Rasens, sind für Betreiber von Sportflächen allerdings
unerwünscht.
[0003] Ein Ansatz dieser Problematik zu begegnen, ist die Verwendung von Kunstrasen, welcher
aus synthetischen Stoffen aufgebaut ist und somit weniger schnell verschleißt. Allerdings
entspricht auch moderner Kunstrasen in seinem Verhalten bei der Ausführung der meisten
Sportarten nicht dem Verhalten eines natürlichen Rasens. Somit ist Kunstrasen in vielen
Fällen unbeliebt bei den Sportlern.
[0004] Eine andere Alternative zur Verbesserung der Verschleißfestigkeit von Rasenflächen
ist der Einsatz von Hybridrasen. Bei Hybridrasen werden die Vorteile einer natürlichen
Rasenfläche mit den Vorteilen einer Verstärkung durch synthetische Stoffe verknüpft.
Bei solchen Hybridrasen wird auf dem vorhandenen Unterboden zunächst eine kunstfaserverstärkte
Tragschicht aufgebracht. Die Kunstfasern in dieser Tragschicht haben die Aufgabe,
die Scherfestigkeit der Schicht durch eine Vernetzung untereinander zu verbessern.
Mechanische Belastungen bei der Ausführung der Sportarten werden somit besser abgefangen
und verteilt als bei einem Boden, der nicht mit Fasern verstärkt ist. Auf dieser Tragschicht
wird dann Naturrasen angelegt. Dabei können die Verstärkungsfasern der Tragschicht
auch bis in den Naturrasen hinein verlaufen, was auch der Rasenschicht zusätzliche
Stabilität verschafft. Auch ein derartiger Hybridrasen bzw. dessen Tragschicht hat
eine endliche Lebensdauer und muss nach einigen Jahren erneuert oder ausgetauscht
werden.
[0005] Bei der Entsorgung gebrauchter Hybridrasen stellt sich dann das Problem, dass die
Kunstfasern untrennbar mit den mineralischen und organischen Bestandteilen von Rasen
und Tragschicht vermischt sind. Daher fallen jährlich große Mengen an abgetragenem
Material bei der Erneuerung von Hybridrasenflächen an, welche neben natürlichem Material
auch einen großen Anteil an Kunststoffen enthalten. Derartiges, kunstoffhaltiges Material
kann nicht in der Natur ausgebracht werden und muss daher umständlich und kostenaufwändig
deponiert oder entsorgt werden.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, die Entsorgung gebrauchter Tragschichten
von Hybridrasen zu vereinfachen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird durch eine Tragschicht mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Eine erfindungsgemäße Tragschicht weist Bewehrungsfasern aus einem Kunststoff
auf, der unter den Umgebungsbedingungen beim Einsatz als Tragschicht im Boden im Wesentlichen
nicht biologisch abbaubar ist oder auf andere Weise unter Bedingungen bei normalem
Gebrauch des Hybridrasens (zum Beispiel Temperaturen, Feuchtigkeit/Wassergehalt, Strahlung,
insbesondere UV-Strahlung) zersetzt wird, wobei die Bewehrungsfasern innerhalb der
Tragschicht in unterschiedlichen Richtungen, ungeordnet verteilt vorliegen und zumindest
teilweise eine Verzahnung zwischen den einzelnen Bewehrungsfasern besteht, wobei der
Anteil der Bewehungsfasern an der Tragschicht zwischen 0,1 und 4 Gewichts-% beträgt
und diese Bewehrungsfasern eine Aktivierungsschwelle aufweisen, oberhalb welcher die
Bewehrungsfasern im Wesentlichen komplett biologisch abbaubar sind, wobei die Aktivierungsschwelle
eine Temperatur höher als 50°C ist und wobei die Bewehrungsfasern aus einem Werkstoff
der Gruppe Polyvinylalkohole (PVA) bestehen. Das bedeutet, dass die Bewehrungsfasern
ihre Eigenschaften während des Einsatzes in der Tragschicht eines Hybridrasens nicht
oder nur in sehr geringem Maße verändern. Somit ist sichergestellt, dass diese Bewehrungsfasern
ihre Aufgabe der mechanischen Stützung und Festigung der Tragschicht über einen Zeitraum
von mehreren Jahren zuverlässig erfüllen, da ihre mechanischen Eigenschaften im Wesentlichen
konstant bleiben. Die Bewehrungsfasern einer erfindungsgemäßen Tragschicht weisen
eine Aktivierungsschwelle auf, ab der diese Fasern dann im Wesentlichen insbesondere
komplett biologisch abbaubar sind und aus der Tragschicht verschwinden. Bei dieser
Aktivierungsschwelle, ab der eine Abbaubarkeit der Bewehrungsfasern gegeben ist, kann
es sich um verschiedene physikalische Effekte handeln. So kann beispielsweise eine
bestimmte Temperatur diese Aktivierungsschwelle bilden. Weiterhin kann aber auch eine
bestimmte Luftfeuchtigkeit bzw. Konzentration von Wasser oder anderen Flüssigkeiten
in der Umgebung der Bewehrungsfasern diese Aktivierungsschwelle bilden. Darüber hinaus
sind auch andere physikalische Effekte (wie zum Beispiel Bestrahlen mit einer Strahlung
gewisser Wellenlänge, beispielsweise UV-Strahlung) als Aktivierungsschwelle für die
biologische Abbaubarkeit der Bewehrungsfasern einer Tragschicht mit zur Erfindung
gehörend.
[0008] Durch die Aktivierung wird der biologische Abbau eingeleitet, insbesondere erfolgt
ein Zersetzen der Moleküle des Kunststoffes und anschließend unter Umständen der weitere
biologische Abbau oder sonstiges Zersetzen oder Umformen des Kunststoffes. Üblicherweise
wird die Aktivierungsschwelle von einem chemischen oder physikalischen Parameter beschrieben.
[0009] Weiterhin ist es möglich, dass die Aktivierungsschwelle von einer Kombination aus
zwei oder mehreren physikalischen und/oder chemischen Effekten gebildet wird. So kann
die Akteivierungsschwelle beispielsweise aus einer Kombination einer bestimmten Temperatur
mit einem bestimmten Wassergehalt in der Umgebung der Bewehrungsfasern bestehen. Das
Überschreiten einer derartigen kombinierten Aktivierungsschwelle, gebildet aus einer
Temperatur und einem Wassergehalt, führt dann zunächst zu einer Aufnahme von Wasser
in die Bewehrungsfasern. Diese Wasseraufnahme verursacht eine Spaltung der Moleküle
des Kunststoffes, aus dem die Bewehrungsfasern bestehen. Die weitere Zersetzung der
Spaltprodukte erfolgt dann wiederum durch andere Mechanismen. Die weitere Zersetzung
kann dabei beispielsweise durch Saprobionten erfolgen. Dabei handelt es sich um Organismen,
die sich von totem Material ernähren und dieses aufspalten, umformen und zerkleinern.
[0010] Diese Zersetzung kann dabei innerhalb der Organismen erfolgen, oder aber durch Enzyme,
die die Organismen nach außen abgeben. Saprobionten sind typische Organismen in Kompostierungsprozessen.
Als besonders günstig für einen biologischen Abbau von erfindungsgemäßen Bewehrungsfasern
haben sich Saprobionten in Form von thermophilen Bakterien und Pilzen herausgestellt.
Derartige thermophile Lebewesen sind bei erhöhten Temperaturen, beispielweise zwischen
45 und 80 °C besonders aktiv. Ein kompletter biologischer Abbau der Bewehrungsfasern
ist aber nicht auf einen Abbau durch thermophile Lebewesen beschränkt. Es eigenen
sich hierfür auch andere Mikroorganismen, wie man sie z.B. bei der Kompostierung vorfindet
oder einsetzt. Es ist klar, dass ein biologischer Abbau, wie beschrieben, natürlich
auch durch die Überschreitung einer Aktivierungsschwelle, die nur durch eine Temperatur
oder nur einen anderen physikalischen oder chemischen Parameter definiert ist, erfolgt.
[0011] Letztendlich bleibt nach dem biologischen Abbau nur organisches und mineralisches
Material, welches bedenkenlos in der Natur ausgebracht oder verteilt werden kann,
zurück. Eine erfindungsgemäße Tragschicht bietet somit die sehr vorteilhafte Kombination
aus qualitativ hochwertiger Stabilisierungsfunktion beim Einsatz in Hybridsportrasen
mit einer deutlich vereinfachten und verbesserten Entsorgung nach ihrem Einsatz im
Hybridrasen.
[0012] Besonders vorteilhaft ist dabei die Auswahl bzw. Einstellung einer Aktivierungsschwelle
der Bewehrungsfasern, die beim Einsatz in der Tragschicht eines im Einsatz befindlichen
Hybridrasens möglichst nie erreicht wird. Somit ist sichergestellt, dass während des
Einsatzes im Hybridrasen keinerlei biologischer Abbau der Bewehrungsfasern stattfindet.
Bei der Entsorgung einer gebrauchten Tragschicht wird dann dafür gesorgt, dass die
Aktivierungsschwelle bewusst und deutlich überschritten wird, so dass der dann gewünschte
biologische Abbau der Bewehrungsfasern stattfinden kann. Nach einer gewissen Zeit
unter Bedingungen jenseits der Aktivierungsschwelle weist die Tragschicht dann keinerlei
Kunststoffanteil mehr auf und kann nach Belieben entsorgt oder wiederverwendet werden.
[0013] Geschickter Weise ist vorgesehen, dass die Aktivierungsschwelle eine Temperatur höher
als 50° C, 55° C, 60°C, 65°C oder 70°C ist. Erfindungsgemäß wird die Aktivierungsschwelle,
ab der ein biologischer Abbau der Bewehrungsfasern erfolgt, von einer Temperatur gebildet,
welche höher als 50 °C ist. Diese Aktivierungsschwelle kann dann beispielsweise bei
55 °C liegen. Es gibt geeignete Kunststoffe, wie beispielsweise Polylactide (PLA)
die ab dieser Temperatur in nennenswertem Umfang Wassermoleküle aufnehmen, welche
dann wiederum für die Zersetzung und damit den biologischen Abbau der Kunststoffe
führen. Neben einer Überschreitung der hier von einer Temperatur gebildeten Aktivierungsschwelle
sollte darüber hinaus dafür gesorgt werden, dass eine ausreichende Menge an Wasser
vorhanden ist, um einen guten biologischen Abbau der Bewehrungsfasern zu erzielen.
Es ist selbstverständlich möglich verschiedene Kunststoffe als Werkstoff für die Bewehrungsfasern
einzusetzen, wobei die Aktivierungsschwelle auch durch höhere Temperaturen gebildet
werden kann. Eine Möglichkeit zum Erreichen oder Überschreiten der Aktivierungsschwelle
ist das Einbringen einer gebrauchten, abgetragenen Tragschicht in eine Kompostierungsanlage.
In industriellen Kompostierungsanlagen werden oft Temperaturen von höher als 60 °C
angewandt, da ab dieser Temperatur Keime wirkungsvoll abgetötet werden. Die Bedingungen
in einer solchen Kompostierungsanlage sind somit ideal auch für den Abbau der Bewehrungsfasern
in einer erfindungsgemäßen Tragschicht. Die in der Kompostierungsanlage vorherrschende
Temperatur liegt deutlich jenseits der Aktivierungsschwelle zum biologischen Abbau
der Bewehrungsfasern und gewährleistet somit einen sicheren und schnellen Abbau der
Fasern. Darüber hinaus kann eine Aktivierungsschwelle in einem nicht erfindungsgemäßen
Beispiel auch durch niedrigere Temperaturen, beispielsweise im bereich von 40° C oder
45°C gebildet werden. Die Aktivierungsschwelle ist abhängig vom Material, aus dem
die Bewehrungsfasern bestehen sowie den Mechanismen oder Organismen, die beim Abbau
oder der Zersetzung verwendet werden sollen. Geschickterweise bieten sich solche Aktivierungsschwellen
in Einsatzbereichen an, die bei normalem Gebrauch als Tragschicht für einen Rasen
nicht erreicht werden.
[0014] Des Weiteren ist günstiger Weise vorgesehen, dass die Bewehrungsfasern beim Einsatz
als Tragschicht im Boden unter anderem stabil gegenüber UV-Strahlung oder Wasser sind.
In dieser Ausführungsform sind die Bewehrungsfasern so ausgeführt, dass sie stabil
gegenüber den, während ihres Einsatzes in der Tragschicht vorherrschenden Umgebungsbedingungen
sind. Dazu gehört, dass die Bewehrungsfasern stabil gegenüber UV-Strahlung sind, welche
im Sonnenlicht enthalten ist. Dies ist insbesondere dann günstig, wenn Teile der Bewehrungsfasern
aus dem Boden herausstehen. Falls die Bewehrungsfasern vollständig im Boden eingehaust
oder umschlossen sind und so im Normalfall keine UV-Strahlung auf die Fasern trifft,
kann auf diese Eigenschaft verzichtet werden und UV-Licht zum Beispiel zur Aktivierung
verwendet werden. Diese Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung kann beispielsweise durch
eine Verwendung eines UVbeständigen, aktivierbaren Kunststoffes erzielt werden oder
durch die Beimengungen von Pigmenten oder durch die Beschichtung mit einer UV-absorbierenden
Beschichtung bei weniger stabilen Kunststoffen erfolgen. Es ist dabei auch möglich,
die Bewehrungsfasern grün einzufärben, um sie als innerhalb des Naturrasens unauffällig
zu gestalten. Weiterhin sind die Bewehrungsfasern so gestaltet, dass sie unempfindlich
gegenüber Wasser sind. Da Rasenflächen regelmäßig bewässert werden müssen, um ein
gutes Wachstum des Naturrasens zu erzielen, sind die Bewehrungsfasern so ausgeführt,
dass sie unter normalen Einsatzbedingungen im Hybridrasen kein Wasser aufnehmen. Eine
ungewandte Zersetzung oder eine Quellung mit damit verbundener Veränderung der mechanischen
Eigenschaften der Fasern wird somit verhindert.
[0015] Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Bewehrungsfasern aus einem Werkstoff der Gruppe
Polyvinylalkohole (PVA) bestehen. Die Bewehrungsfasern der Tragschicht werden aus
einem Werkstoff gebildet, der jenseits der Aktivierungsschwelle biologisch abbaubar
ist. Daher bieten sich als Werkstoff für die Bewehrungsfasern verschiedene biokompatible
Kunststoffe an.
[0016] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass die Tragschicht neben den Bewehrungsfasern
auch Quarzsand und/oder Natursand und/oder Lava und/oder Oberboden und/oder Torf und/oder
Naturkork aufweist. Die Bewehrungsfasern dienen der Verfestigung und der Verbesserung
der Scherfestigkeit der Tragschicht. Je höher diese Scherfestigkeit ist, desto höher
ist die mögliche Nutzungsintensität des Hybridrasens und desto niedriger sind Pflegeaufwand
und benötigte Regenerationszeit.
[0017] Neben dem Bewehrungsfasern enthält die Tragschicht diverse weitere Materialien, die
für die anderen benötigten Eigenschaften der Tragschicht sorgen. So muss die Tragschicht
beispielsweise gut durchlässig für Wasser sein, um eine Überflutung des Hybridrasens
bei starkem Regen zu vermeiden. Innerhalb der Tragschicht werden deshalb oft Drainagesysteme
zur Abführung von Wasser verlegt. Weiterhin hat die Tragschicht die Aufgabe, für eine
bleibende Ebenheit des Hybridrasens, auch bei regelmäßiger Belastung zu sorgen. In
einer möglichen Ausführungsform der Erfindung enthält die Tragschicht als größten
Bestandteil Quarzsand und/oder Natursand. Der Anteil dieser Sande beträgt dabei üblicherweise
60 - 80 Volumenprozent. Als besonders günstig haben sich dabei Korngrößen zwischen
0,02 mm und 4 mm herausgestellt.
[0018] Weiterhin kann Lava ein Bestandteil der Tragschicht sein. Üblicherweise wird Lava
im Anteil von 0 - 18 Volumenprozent (Volumen-%) der Tragschicht beigemengt.
[0019] Für den Anteil des Lavas wird ein Intervall angegeben, das durch eine obere und untere
Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende Werte vorgesehen:
2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22 oder 25 Volumen-%. Als Untergrenze gelten zum
Beispiel folgende Werte: 0,5, 1, 1,5, 2, 4, 6, 8, 10 oder 12 Volumen-%. Die Offenbarung
dieser Anmeldung umfasst die Menge von allen Intervallen, die durch alle mögliche,
technisch richtigen Kombinationen der vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0020] Auch hier haben sich Korngrößen des Lavas zwischen 0,02 mm und 4 mm als besonders
günstig herausgestellt.
[0021] Für die Korngröße des Lavas wird ein Intervall angegeben, das durch eine obere und
untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende Werte
vorgesehen: 1, 1,5, 2, 2,5, 3, 3,5, 4, 5 oder 6mm. Als Untergrenze gelten zum Beispiel
folgende Werte: 0,02, 0,05, 0,1, 0,15, 0,2, 0,3, 0,4, 0,5, 0,7, 0,85, 1, 1,3, 1,5,
1,7, 2, 2,5, 3 oder 4 mm . Die Offenbarung dieser Anmeldung umfasst die Menge von
allen Intervallen, die durch alle mögliche, technisch richtigen Kombinationen der
vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0022] Weiterer Bestandteil der Tragschicht, insbesondere zu einem Anteil von 5 - 20 Volumenprozent,
ist Oberboden.
[0023] Für den Anteil des Oberbodens wird ein Intervall angegeben, das durch eine obere
und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende
Werte vorgesehen: 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 25, 28 oder 30 Volumen-%.
Als Untergrenze gelten zum Beispiel folgende Werte: 0,5, 1, 1,5, 2, 4, 6, 8, 10 oder
12 Volumen-%. Die Offenbarung dieser Anmeldung umfasst die Menge von allen Intervallen,
die durch alle mögliche, technisch richtigen Kombinationen der vorgenannten Ober-
und Untergrenzen besteht.
[0024] Geeigneter Oberboden für eine Tragschicht ist in der Norm DIN 18300 als Bodenklasse
1 als Oberboden bzw. Mutterboden definiert und enthält neben anorganischem Material
auch Humus und Bodenlebewesen. Ebenfalls geeignet sind fließende Bodenarten, wie sie
in der Norm DIN 18915 als Bodengruppe 2 klassifiziert sind.
[0025] Als weiterer geeigneter Bestandteil der Tragschicht hat sich Torf, idealerweise zu
einem Anteil von 3 - 11 Volumenprozent (Volumen-%) ergeben. Erfahrungsgemäß gut einsetzbar
ist dabei Hochmoortorf oder Weißfeintorf.
[0026] Für den Anteil des Torfs wird ein Intervall angegeben, das durch eine obere und untere
Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende Werte vorgesehen:
2, 4, 6, 8, 10, 11, 12 oder 13 Volumen-%. Als Untergrenze gelten zum Beispiel folgende
Werte: 0,5, 1, 1,5, 2, 4, 6 oder 8 Volumen-%. Die Offenbarung dieser Anmeldung umfasst
die Menge von allen Intervallen, die durch alle mögliche, technisch richtigen Kombinationen
der vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0027] Weiterhin kann eine Tragschicht Naturkork, insbesondere in einer Korngröße zwischen
0,5 mm und 20 mm, bevorzugt zwischen 3 mm und 7 mm eingesetzt werden.
[0028] Für die Korngröße des Naturkorks wird ein Intervall angegeben, das durch eine obere
und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende
Werte vorgesehen: 3, 5, 7, 10, 12, 15, 17 oder 20 mm. Als Untergrenze gelten zum Beispiel
folgende Werte: 0,5, 1, 2, 3, 4, 5, 7, 10, 12 oder 15 mm. Die Offenbarung dieser Anmeldung
umfasst die Menge von allen Intervallen, die durch alle mögliche, technisch richtigen
Kombinationen der vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0029] Je nach gewünschten Eigenschaften des Hybridrasens kann der Anteil des Naturkorks
im Bereich von 0 - 13 Volumenprozent (Volumen-%) liegen.
[0030] Für den Anteil des Naturkorks wird ein Intervall angegeben, das durch eine obere
und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende
Werte vorgesehen: 2, 4, 6, 8, 10, 12 oder 13 Volumen-%. Als Untergrenze gelten zum
Beispiel folgende Werte: 0,5, 1, 1,5, 2, 4 oder 6 Volumen-%. Die Offenbarung dieser
Anmeldung umfasst die Menge von allen Intervallen, die durch alle mögliche, technisch
richtigen Kombinationen der vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0031] Die hier aufgeführten Bestandteile einer Tragschicht haben sich in der Praxis als
besonders günstig herausgestellt. Selbstverständlich können aber auch andere und weitere
Bestandteile in der Tragschicht enthalten sein. Darüber hinaus sind auch andere Korngrößen
oder Volumenanteile als die genannten Größen oder Anteile der Bestandteile in einer
Tragschicht mit zur Erfindung gehörend und offenbart.
[0032] Des Weiteren ist günstiger Weise vorgesehen, dass die Schichtdicke der Tragschicht
zwischen 30 mm und 300 mm liegt, insbesondere zwischen 60 mm und 200 mm. Die Tragschicht
kann je nach Einsatzort und gewünschten Eigenschaften des Hybridrasens unterschiedlich
dick gestaltet sein. Als besonders günstig haben sich dabei Dicken zwischen 60 mm
und 200 mm herausgestellt. Gut geeignet sind weiterhin Dicken zwischen 30 mm und 300
mm. Darüber hinaus sind allerdings auch dünnere oder dickere Tragschicht mit von der
Erfindung erfasst. Für die Schichtdicke wird ein Intervall angegeben, das durch eine
obere und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende
Werte vorgesehen: 150 mm, 200 mm, 250 mm und 300 mm. Als Untergrenze gelten zum Beispiel
folgende Werte: 30 mm, 45 mm, 75 mm, 60 mm und 90 mm. Die Offenbarung dieser Anmeldung
umfasst die Menge von allen Intervallen, die durch alle mögliche Kombinationen der
vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0033] Des Weiteren ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Anteil der Bewehrungsfasern
an der Tragschicht zwischen 0,1 und 4 Gewichts-% beträgt. Der Anteil der Bewehrungsfasern
in der Tragschicht ist relevant für die erzielte Scherfestigkeit der Tragschicht.
Besonders günstig für die Scherfestigkeit hat sich dabei ein Anteil zwischen 0,1 und
4 Gewichts-% der Bewehrungsfasern an der Tragschicht herausgestellt.
[0034] Für den Anteil der Bewehrungsfasern wird ein Intervall angegeben, das durch eine
obere und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel dabei folgende
Werte vorgesehen: 2, 4, 6, 8 oder 10 Gewichts-%. Als Untergrenze gelten zum Beispiel
folgende Werte: 0,05, 0,1, 0,5, 1, 1,5, 2 und 4 Gewichts-%. Die Offenbarung dieser
Anmeldung umfasst die Menge von allen Intervallen, die durch alle mögliche, technisch
richtigen Kombinationen der vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0035] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass die Länge der Bewehrungsfasern zwischen
15 mm und 700 mm, insbesondere zwischen 30 mm und 500 mm beträgt. Auch die Länge der
Bewehrungsfasern hat Einfluss auf die erzielte Scherfestigkeit der Tragschicht. Bei
der Auswahl einer Länge für die Bewehrungsfasern spielt es eine Rolle, auf welche
Art die Fasern in die Tragschicht eingebracht werden. Werden die Fasern vor der Aufbringung
des Hybridrasens der Tragschicht untergemischt können andere Faserlängen optimal sein
als bei nachträglicher Einbringung der Bewehrungsfasern in einen bereits verlegten
Rasen bzw. eine bereits verlegte Tragschicht. Besonders günstige Ergebnisse lassen
sich mit Bewehrungsfasern mit einer Länge zwischen 30 mm und 500 mm erzielen. Eine
gute Scherfestigkeit wird auch im Bereich zwischen 15 mm und 700 mm erzielt. Darüber
hinaus sind allerdings auch größere oder kleinere Längen der Bewehrungsfasern mit
zur Erfindung gehörend. Für die Länge der Bewehrungsfasern wird ein Intervall angegeben,
das durch eine obere und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze sind zum Beispiel
dabei folgende Werte vorgesehen: 90mm, 100 mm, 150 mm, 250 mm, 300 mm, 350 mm, 400
mm, 450 mm, 500 mm, 550 mm, 600 mm, 650 mm und 700 mm. Als Untergrenze gelten zum
Beispiel folgende Werte: 15 mm, 30 mm, 45 mm, 60 mm, 75 mm und 100 mm. Die Offenbarung
dieser Anmeldung umfasst die Menge von allen Intervallen, die durch alle möglichen,
technisch sinnvollen Kombinationen der vorgenannten Ober- und Untergrenzen besteht.
[0036] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Vorschlags ist vorgesehen, dass die Dicke
der Bewehrungsfasern zwischen 0,05 mm und 2 mm, insbesondere zwischen 0,1 mm und 1
mm beträgt. Auch die Dicke der Bewehrungsfasern hat Einfluss auf die mechanische Festigkeit
der Tragschicht und damit des Hybridrasens. Besonders günstige Ergebnisse haben sich
bei einer Dicke der Bewehrungsfasern zwischen 0,1 mm und 1 mm gezeigt. Allerdings
zeigen sich auch im Bereich zwischen 0,05 mm und 2 mm für die Dicke der Bewehrungsfasern
sehr gute Ergebnisse. Darüber hinaus sind auch größere oder kleinere Dicken der Bewehrungsfasern
mit der Erfindung offenbart. Für die Dicke der Bewehrungsfasern wird ein Intervall
angegeben, das durch eine obere und untere Grenze beschrieben ist. Als Obergrenze
sind zum Beispiel dabei folgende Werte vorgesehen: 1 mm, 1,5 mm, 2 mm, 2,5 mm und
3 mm. Als Untergrenze gelten zum Beispiel folgende Werte: 0,05 mm, 0,1 mm, 0,2 mm,
0,4 mm und 0,6 mm. Die Offenbarung dieser Anmeldung umfasst die Menge von allen Intervallen,
die durch alle möglichen, technisch sinnvollen Kombinationen der vorgenannten Ober-
und Untergrenzen besteht.
[0037] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Bewehrungsfasern innerhalb der Tragschicht
in unterschiedlichen Richtungen, ungeordnet verteilt vorliegen und zumindest teilweise
eine Verzahnung zwischen den einzelnen Bewehrungsfasern besteht. In dieser Ausführungsform
der Erfindung liegen die Bewehrungsfasern innerhalb der Tragschicht ungeordnet vor.
Das bedeutet, dass es keine bevorzugte oder bewusst eingestellte Richtung gibt, in
der die Fasern verlaufen. Zwischen den einzelnen ungeordnet verteilt vorliegenden
Fasern kommt es dabei zumindest teilweise zu einer Verzahnung der einzelnen Bewehrungsfasern
untereinander. Die Fasern berühren sich gegenseitig, haken ineinander ein oder sind
teilweise umeinander gewickelt. Dadurch entsteht eine Interaktion zwischen den einzelnen
Fasern, welche eine Art Vernetzung entspricht. Diese Vernetzung oder Verzahnung sorgt
für die gewünschte Verbesserung der Scherfestigkeit der Tragschicht. Durch die verbesserte
Scherfestigkeit wiederum kann der Hybridrasen deutlich intensiver genutzt werden ohne
stark zu verschleißen und benötigt dabei geringere Regenerationszeiten. Ein derartiges
ungeordnetes Vorliegen der Bewehrungsfasern in der Tragschicht kann beispielsweise
dadurch erzeugt werden, dass die Bewehrungsfasern vor der Aufbringung der Tragschicht
auf dem Boden mit den anderen Bestandteilen der Tragschicht vermischt werden. Die
so mit Bewehrungsfasern vermischte Tragschicht wird anschließend auf dem Boden der
Sportstätte aufgebracht und als oberste Schicht der Naturrasen angelegt. Die ungeordnet
vorliegenden Bewehrungsfasern in der Tragschicht haben sich als besonders günstig
zur Stabilisierung der Wurzelzone des Naturrasens herausgestellt. Selbstverständlich
ist es auch zur Erfindung gehörend, dass Bewehrungsfasern in einen bereits angelegten
Rasenaufbau nachträglich in ungeordneter Richtung eingebracht werden.
[0038] Ebenfalls möglich ist eine Kombination aus verschiedenen Anordnungen der Bewehrungsfasern
innerhalb der Tragschicht. So können beispielsweise ungeordnet in der Tragschicht
vorliegenden Bewehrungsfasern mit einer geordnet vorliegenden Lage an Fasern in Kombination
eingesetzt werden um spezielle Eigenschaften des Hybridrasens zu erzeugen. Geschickter
Weise ist vorgesehen, dass die Bewehrungsfasern netzartig oder gewebeartig in der
Tragschicht vorliegen. In dieser Ausführungsform liegen Bewehrungsfasern in geordneter
Form netzartig oder gewebeartig in der Tragschicht vor. Eine derartige geordnete Form
sorgt für eine besonders gute Verbesserung der Scherfestigkeit der Tragschicht entlang
der Richtung der Bewehrungsfasern. Es ist hier möglich verschiedene netzartige oder
gewebeartige Anordnungen übereinander anzuordnen, wobei die Richtung der Faserverläufe
jeweils leicht zueinander versetzt ist. Dadurch lassen sich wiederum exzellente Scherfestigkeiten
in verschiedene Richtungen erzeugen. Derartige netzartig oder gewebeartig ausgeführte
Bewehrungsfasern können beispielsweise dadurch in die Tragschicht eingebracht werden,
dass zunächst ein Anteil der Tragschicht auf dem Boden verteilt wird, dann die netzartig
ausgebildeten Bewehrungsfasern aufgelegt werden und anschließend weiteres Tragschichtmaterial
aufgefüllt wird. Die Bewehrungsfasern sind zum Beispiel als Rollenware oder Bahnware
ausgebildet und werden auf einer Unterlage ausgerollt. Dieses schichtweise Ausbringen
der Tragschicht kann selbstverständlich auch mit mehreren Schichten an Bewehrungsfasern
erfolgen.
[0039] Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch Verfahren zur entsprechend Anspruch
7 Aufbereitung einer Tragschicht nach einer der beschriebenen Ausführungsformen umfassend
die Verfahrensschritte: Aktivierung der Bewehrungsfasern, insbesondere Kompostierung
der Tragschicht. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine gebrauchte Tragschicht
eines Hybridrasens aufbereitet. Dabei wird die Aktivierungsschwelle der Bewehrungsfasern
überschritten, wodurch dann eine biologische Abbaubarkeit der Bewehrungsfasern gegeben
ist. Die sich vorher beim Einsatz im Hybridrasens stabil verhaltenden Bewehrungsfasern
werden nun nach Aktivierung, also nach Überschreitung der Aktivierungsschwelle, komplett
abgebaut, so dass sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr in der Tragschicht vorhanden
sind. Als besonders günstig zur Aktivierung bzw. zur Überschreitung der Aktivierungsschwelle
hat sich eine Kompostierung der gebrauchten Tragschicht herausgestellt. Bei einer,
insbesondere industriellen Kompostierung liegen Umgebungsbedingungen vor, die zur
Überschreitung der Aktivierungsschwelle und somit zum biologischen Abbau der Bewehrungsfasern
in der Tragschicht führen können.
[0040] Geschickter Weise ist vorgesehen, dass die Aktivierung, insbesondere Kompostierung
mit Temperaturen höher als 50° C erfolgt. In dieser Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens erfolgt die Aktivierung der Bewehrungsfasern durch Temperaturen von höher
als 50 °C, 55 °C, 60 °C, 65 °C oder 70 °C. Diese Temperaturen werden besonders einfach
im Rahmen einer industriellen Kompostierung erreicht, bei der Temperaturen in dieser
Höhe oder auch darüber üblich und gängig sind. Aufgrund dieser Gängigkeit der Aktivierungstemperaturen
bei industriellen Kompostierungsanlagen, sind Möglichkeiten zur Aktivierung und somit
zum Abbau der Bewehrungsfasern einfach und kostengünstig zugänglich.
[0041] Des Weiteren ist vorgesehen, dass vor der Aktivierung/Kompostierung die Tragschicht
vom Boden abgetragen wird. In dieser Ausführungsform des Verfahrens wird die Tragschicht
zunächst vom Boden der Sportstätte abgetragen und anschließend der Aktivierung oder
Kompostierung zugeführt, wo dann der Abbau der Bewehrungsfasern stattfindet. Dies
hat den Vorteil, dass die entfernte Tragschicht sofort durch eine neue Tragschicht
zum Aufbau eines neuen Hybridrasens ersetzt werden kann und dadurch keine Ausfallzeiten
in den Sportstätten entstehen.
[0042] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass nach der Aktivierung/Kompostierung die Tragschicht
als Biomaterial/Erde, insbesondere für den Bau einer Tragschicht nach einer der bereits
beschriebenen Ausführungsformen verwendet wird. In dieser Ausführungsform des Verfahrens
wird das Material der gebrauchten Tragschicht nach dem Abbau der Bewehrungsfasern
für den Aufbau einer neuen Tragschicht eingesetzt. Dies hat den Vorteil dass die Materialien
der alten Tragschicht bereits in einem günstigen Verhältnis untereinander gemischt
sind und somit wenig bis keinen Aufwand bei der Anmischung einen neuen Tragschicht
entsteht. Neue Bewehrungsfasern können dann je nach erwünschter Scherfestigkeit der
neuen Tragschicht in der entsprechenden Menge Form und Gestalt ganz nach Bedarf zugegeben
werden. Neben der Verwendung des Materials der gebrauchten Tragschicht nach dem vollständigen
Abbau der Bewehrungsfasern für neue Tragschicht kann das aufbereitete Material aber
auch für andere Anwendungen, beispielsweise in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder
Ähnlichem eingesetzt werden, da es nunmehr frei von Kunststoffen ist. Aufgrund der
vollkommenen Freiheit des Materials von Kunststoffresten kann es auch in der Natur
verwendet werden wie beispielsweise zum Anlegen von Biotopen oder Ähnlichem.
[0043] In diesem Zusammenhang wird insbesondere darauf hingewiesen, dass alle im Bezug auf
die Vorrichtung beschriebenen Merkmale und Eigenschaften aber auch Verfahrensweisen
sinngemäß auch bezüglich der Formulierung des erfindungsgemäßen Verfahrens übertragbar
und im Sinne der Erfindung einsetzbar und als mitoffenbart gelten. Gleiches gilt auch
in umgekehrter Richtung, das bedeutet, nur im Bezug auf das Verfahren genannte, bauliche
also vorrichtungsgemäße Merkmale können auch im Rahmen der Vorrichtungsansprüche berücksichtigt
und beansprucht werden und zählen ebenfalls zur Offenbarung.
[0044] In der Zeichnung ist die Erfindung insbesondere in einem Ausführungsbeispiel schematisch
dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine dreidimensionale, geschnittene Ansicht einer ersten Ausführungsform einer
Tragschicht in einem Sportboden,
Fig. 2 eine dreidimensionale, geschnittene Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Tragschicht in einem Sportboden und
Fig. 3 eine dreidimensionale, geschnittene Ansicht einer dritten Ausführungsform einer
Tragschicht in einem Sportboden.
[0045] In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Elemente jeweils mit den
gleichen Bezugszeichen bezeichnet und werden daher, sofern nicht zweckmäßig, nicht
erneut beschrieben. Die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sind
sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen
übertragbar. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Weiterhin
können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische oder
erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0046] Fig. 1 zeigt eine dreidimensionale, geschnittene Ansicht einer ersten Ausführungsform
einer Tragschicht in einem Sportboden. Unter einem Sportboden ist hier die Gesamtheit
aller Schichten zu verstehen, die den Untergrund zur Ausübung von Sportarten bilden.
Als besonders günstig hat sich ein Hybridrasen als Sportboden herausgestellt. Ein
von einem Hybridrasen gebildeter Sportboden enthält zumindest in einer seiner Schichten
künstliche Fasern und ist ansonsten natürlich aufgebaut. Die Basis des gezeigten Sportbodens
ist ein Boden 4. Unter einem Boden 4 ist hier jeder Untergrund zu verstehen, der natürlicherweise
an der Stelle vorherrscht oder bereits vorhanden ist, an der der Sportboden angelegt
werden soll. Dieser Boden 4 wird vor dem Aufbau des Sportbodens eingeebnet und unter
Umständen nach Bedarf anderweitig vorbehandelt, beispielsweise verdichtet, so dass
er einen guten Untergrund für die darauf folgende Tragschicht 1 bildet.
[0047] Die Tragschicht 1 befindet sich, wie in Fig. 1 zu sehen ist, auf dem Boden 4. Oberhalb
der Tragschicht wiederum befindet sich der Rasen 3. Der Rasen 3 wird normalerweise
von einem Naturrasen gebildet. Allerdings wäre es auch möglich, den gezeigten Sportboden
mit einem Rasen 3 zu erzeugen, wobei der Rasen 3 von einem Kunstrasen gebildet wird.
Unter Rasen 3 ist somit der Bereich zu verstehen, in dem die Halme eines natürlichen
oder künstlichen Rasens aus der Tragschicht 1 hervorstehen. Die Wurzeln eines von
einem Naturrasen gebildeten Rasens 3 befinden sich, zumindest zum größten Teil, innerhalb
der Tragschicht 1. Im Bereich des Rasens 3 findet der direkte Kontakt der Sportler
mit dem Sportboden statt. Essenziell für die Funktion des gezeigten Sportbodens und
der Tragschicht 1 sind die Bewehrungsfasern 2, welche in der Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform einer Tragschicht im Wesentlichen vertikal verlaufen. Dabei stehen
die Enden der Bewehrungsfasern 2 aus der Tragschicht 1 nach oben hinaus bis in oder
durch den Rasen 3. Dieses Einstehen der Bewehrungsfasern 2 bis in oder durch den Rasen
3 sorgt für eine zusätzliche Verfestigung und damit intensivere Nutzbarkeit des Rasens
3. Innerhalb der Tragschicht 1 sorgen die Bewehrungsfasern 2 ebenfalls für eine Verfestigung,
was zu einer verbesserten Scherfestigkeit des gesamten Sportbodens führt. In der dargestellten
Ausführungsform wurden die Bewehrungsfasern 2 nach dem Aufbringen der Tragschicht
1 und des Rasens 3 auf dem Boden 4 nachträglich von oben in die Tragschicht 1 implantiert.
Dies kann von Hand oder unter Zuhilfenahme einer Vorrichtung oder Maschine erfolgen.
Im dargestellten Fall wurden die Bewehrungsfasern 2 ungefähr in der Mitte ihrer Länge
von einem Werkzeug aufgenommen und anschließend in vertikaler Richtung durch den Rasen
3 bis in die Tragschicht 1 gestoßen. Selbstverständlich ist es auch möglich die Bewehrungsfasern
2 zuerst in die Tragschicht zu stoßen und dann den Rasen 3 aufzubringen. Darüber hinaus
können die Bewehrungsfasern 2 auch durch andere Verfahren oder mit anderen Hilfsmitteln
so in die Tragschicht 1 eingebracht werden, dass sie wie im dargestellten Fall im
Wesentlichen in vertikaler Richtung verlaufen.
[0048] Fig. 2 zeigt eine dreidimensionale, geschnittene Ansicht einer zweiten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Tragschicht in einem Sportboden. Der Aufbau des Sportbodens,
der in Fig. 2 gezeigt wird, besteht aus den gleichen Schichten, wie sie in Fig. 1
bereits beschrieben wurden. Die Bewehrungsfasern 2 liegen in der Fig. 2 dargestellten
Ausführungsform der Tragschicht 1 ungeordnet und in unterschiedliche Richtungen verlaufend
vor. Dadurch, dass die Bewehrungsfasern hier ungeordnet und entlang des Faserverlaufes
sich ändernden Raumrichtungen verlaufen kommt es zu einem gegenseitigen Verhaken oder
einer gegenseitigen Verzahnung der Bewehrungsfasern 2. Genau diese Verzahnung zwischen
den einzelnen Bewehrungsfasern 2 sorgt für eine Verfestigung der Tragschicht 1, was
wiederum zu einer erhöhten Scherfestigkeit der Tragschicht 1 und damit des gesamten
Sportbodens führt. Weiterhin stabilisieren ungeordnet durcheinander verlaufenden Bewehrungsfasern
2 die Wurzelzone des Rasens 3 und sorgen auch dadurch für eine erhöhte Verschleißfestigkeit
des Sportbodens. Auch in der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform können die Enden
der Bewehrungsfasern 2 aus der Tragschicht 1 hinaus nach oben bis in oder durch den
Rasen 3 ragen. Dies führt wiederum zu einer erhöhten Verschleißfestigkeit und besseren
Bespielbarkeit des Rasens 3, der dadurch sowohl von natürlichen Grashalmen als auch
von synthetischen Bewehrungsfasern 2 gebildet wird, was oft als Hybridrasen bezeichnet
wird. Für eine gefälligere Optik können die Bewehrungsfasern 2 grün eingefärbt werden,
so dass sie kaum vom Erscheinungsbild der natürlichen Grashalme zu unterscheiden sind.
Die Einbringung der Bewehrungsfasern in der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform
einer Tragschicht erfolgt günstigerweise bereits vor dem Aufbringen der Tragschicht
1. Die Bewehrungsfasern 2 können bereits vor dem Aufbau des Sportbodens gleichmäßig
mit den anderen Materialen der Tragschicht 1 vermengt werden. Dies spart dann Zeit
beim Aufbau des Sportbodens an der Sportstätte. Selbstverständlich ist es aber auch
möglich die Bewehrungsfasern 2 während des Auftragens der Tragschicht 1 auf den Boden
4 aufzutragen oder unterzumischen. Darüber hinaus können die Bewehrungsfasern 2 auch
noch nach dem aufbringen des Rasens 3 in die Tragschicht 1 eingebracht werden.
[0049] Darüber hinaus können die in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten Ausführungsformen einer
Tragschicht auch miteinander kombiniert werden, so dass sowohl ungeordnete als auch
geordnet eingebrachte Bewehrungsfasern 2 in einer Tragschicht 1 vorliegen.
[0050] Fig. 3 zeigt eine dreidimensionale, geschnittene Ansicht einer dritten Ausführungsform
einer Tragschicht in einem Sportboden. Auch in dieser, in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform
einer Tragschicht 1 ist der Schichtaufbau identisch zu Fig. 1 und Fig. 2. Die Bewehrungsfasern
2 liegen in der dargestellten Ausführungsform in eine Art Gewebe oder Netz vor. Das
bedeutet, dass die Fasern in einer bestimmten Art und Weise regelmäßig angeordnet
sind. Im dargestellten Fall verlaufen die Fasern im Wesentlichen horizontal und entweder
parallel zueinander oder sie nehmen zueinander einen 90° Winkel ein. Diese Anordnung
der Bewehrungsfasern sorgt für eine besonders gute Verfestigung der Tragschicht in
Richtung der Bewehrungsfasern 2. Da die Bewehrungsfasern 2 in der in Fig. 3 dargestellten
Ausführungsform im Wesentlichen nur in zwei horizontale Richtungen, die 90° zueinander
verdreht sind, verlaufen, ist die Festigkeit der Tragschicht 1 in diesen Richtungen
besonders groß, in anderen Richtungen dagegen niedriger. Deshalb können auch mehrere
Gewebe oder Netze aus Bewehrungsfasern 2, die zueinander bezüglich der Faserrichtung
verdreht sind, in die Tragschicht 1 eingebracht werden. Damit wird die Tragschicht
1 in weiteren Richtungen verfestigt. Das Einbringen eines Netzes oder Gewebes aus
Bewehrungsfasern 2 kann dabei besonders günstig während dem Aufbringen der Tragschicht
1 auf den Boden 4 erfolgen. Es ist auch möglich parallel zu dem Fig. 3 dargestellten
einen Netz oder Gewebe aus Bewehrungsfasern 2 weitere derartige Netze oder Gewebe
vorzusehen, von denen eine Lage auch an der Grenze zwischen Tragschicht 1 und Rasen
3 vorgesehen sein kann. Durch ein Netz oder Gewebe aus Bewehrungsfasern 2 direkt an
der Grenze zum Rasen 3 wird eine Verfestigung der Wurzelzone des Rasens 3 erreicht,
was wiederum die Verschleißfestigkeit des Sportbodens erhöht. Auch die in Fig. 3 dargestellte
Ausführungsform einer Tragschicht 1 kann mit einer oder beiden Ausführungsformen,
die in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellt sind kombiniert eingesetzt werden.
1. Tragschicht für Rasen, welche Bewehrungsfasern (2) aus Kunststoff aufweist, wobei
diese Bewehrungsfasern (2) unter den Umgebungsbedingungen beim Einsatz als Tragschicht
im Boden im Wesentlichen nicht biologisch abbaubar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsfasern (2) innerhalb der Tragschicht (1) in unterschiedlichen Richtungen,
ungeordnet verteilt vorliegen und zumindest teilweise eine Verzahnung zwischen den
einzelnen Bewehrungsfasern (2) besteht, wobei der Anteil der Bewehrungsfasern (2)
an der Tragschicht zwischen 0,1 und 4 Gewichts-% beträgt und diese Bewehrungsfasern
(2) eine Aktivierungsschwelle aufweisen, oberhalb welcher die Bewehrungsfasern (2)
im Wesentlichen komplett biologisch abbaubar sind, wobei die Aktivierungsschwelle
eine Temperatur höher als 50° C ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsfasern (2) aus einem Werkstoff der Gruppe Polyvinylalkohole (PVA) bestehen.
2. Tragschicht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsfasern (2) beim Einsatz als Tragschicht im Boden unter anderem stabil
gegenüber UV-Strahlung oder Wasser sind.
3. Tragschicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschicht neben den Bewehrungsfasern (2) auch Quarzsand und/oder Natursand
und/oder Lava und/oder Oberboden und/oder Torf und/oder Naturkork aufweist.
4. Tragschicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Tragschicht zwischen 30 mm und 300 mm liegt, insbesondere zwischen
60 mm und 200 mm.
5. Tragschicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Bewehrungsfasern (2) zwischen 15 mm und 700 mm, insbesondere zwischen
30 mm und 500 mm beträgt.
6. Tragschicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Bewehrungsfasern (2) zwischen 0,05 mm und 2 mm, insbesondere zwischen
0,1 mm und 1 mm beträgt.
7. Verfahren zur Aufbereitung einer Tragschicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche
umfassend die Verfahrensschritte
- Abtragung der Tragschicht (1) vom Boden (4),
- Aktivierung der Bewehrungsfasern (2), insbesondere Kompostierung der Tragschicht
(1), wobei die Aktivierung, insbesondere Kompostierung mit Temperaturen höher als
50° C erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Aktivierung/Kompostierung die Tragschicht (1) als Biomaterial/Erde, insbesondere
für den Bau einer Tragschicht (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 verwendet wird.