Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Entsorgungsvorrichtung, ein Entsorgungssystem und ein
Verfahren zur Entsorgung von Speiseresten. Derartige Entsorgungsvorrichtungen, Entsorgungssysteme
und Verfahren werden insbesondere im Bereich von Großküchen oder anderen Küchen der
Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt, beispielsweise in Restaurants, Betriebskantinen,
Behörden, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, Schulen, Gaststätten oder anderen
Einrichtungen, in denen eine Gemeinschaftsverpflegung stattfindet. Auch andere Einsatzgebiete
sind jedoch grundsätzlich möglich. Insbesondere ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ein Einsatz in kleineren Küchen der Gemeinschaftsverpflegung möglich, beispielsweise
in kleineren Restaurants.
Stand der Technik
[0002] In zahlreichen Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung, beispielsweise den oben
genannten Großküchen, fallen sowohl bei der Zubereitung von Speisen als auch bei der
Reinigung des Speisegeschirrs Abfälle an, welche im Folgenden als "Speisereste" bezeichnet
werden. Die Entsorgung dieser Speisereste ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Die Speisereste, welche üblicherweise in festem oder auch in flüssigem Zustand vorliegen,
können insbesondere organische Abfälle umfassen, können jedoch auch andere Arten von
Abfällen umfassen. Randbedingungen bei der Entsorgung sind insbesondere ausreichende
Hygiene, ein möglichst geringer Arbeitsaufwand für das Personal, möglichst geringe
Gesamtkosten sowie ein geringer Platzbedarf.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Systeme und Vorgehensweisen zur Entsorgung
von Speiseresten bekannt. Die einfachste Variante ist das Sammeln von Speiseresten
am Entstehungsort in Eimern oder anderen Behältnissen, ein manueller oder automatischer
Transport dieser Behältnisse, eine Entleerung in größere Gebinde, insbesondere in
einem Kühlraum, sowie die Entleerung oder Abholung der großen Gebinde durch einen
Entsorger.
[0004] Bei einer alternativen Variante werden die Speisereste am Ort der Entstehung in Rinnen
eingeworfen, in denen die Speisereste dann mit Hilfe von Wasser durch Rohrleitungen
automatisch zu einer zentralen Stelle, beispielsweise im Keller eines Gebäudes, gefördert
werden. In dieser Sammelzentrale werden die Speisereste in der Regel entwässert und
dann als relativ trockenes Substrat in einem Behälter zwischengelagert, in der Regel
ebenfalls in einem Kühlraum, bevor sie von einem Entsorger abgeholt werden.
[0005] Es können ein oder mehrere Arbeitsplätze mit ihren Abwurfstellen an das System angebunden
werden. Zusätzlich zur Entwässerung können auch noch Verfahrensschritte zum Abscheiden
von Fetten oder zum Zerkleinern der Speisereste im Ablauf eingebunden sein, und/oder
es können entsprechende Einrichtungen zentral vorgesehen sein. Der Entsorger kann
die Speisereste beispielsweise verbrennen, deponieren oder einer Biogasanlage zuführen.
[0006] Bei einer weiteren Variante werden die Speisereste in eine Aufgabestation eingegeben,
von dort automatisch mittels Vakuumtechnik abgesogen, mittels Rohrleitungen einem
Zerkleinerer zugeführt und anschließend als viskose Masse in einem Sammeltank zwischengelagert.
Derartige Systeme erfordern in der Regel keinen Kühlraum, da diese zumeist hermetisch
geschlossen sind. Mittels eines Tankwagens kann der Sammeltank periodisch geleert
werden, und die viskose Masse kann beispielsweise einer Biogas-Anlage zugeführt werden.
Auch hier können mehrere Arbeitsplätze mit ihren Aufgabestationen an das System angebunden
werden.
[0007] So beschreibt
EP 1 253 094 A1 beispielsweise eine Müllentsorgungsanlage für Nassmüll, insbesondere für Abfälle
in Großküchen. Über Druckluft oder Unterdruck wird der Nass-abfall von dezentralen
Aufgabestationen zu einer zentralen Austragsvorrichtung transportiert. Dort ist ein
siebförmiger Auffangtrichter vorgesehen, von dem Flüssigkeit nach außen zu einem äußeren
Auffangbereich gelangt, welche in Intervallen abgeleitet wird. Der verbleibende Nassmüll
ist somit weitgehend bereits entwässert, wenn er der weiteren Verarbeitung zugeführt
wird, beispielsweise einer Zerkleinerungsanlage und einer Entwässerungspresse, bevor
er beispielsweise zu einem Speiserestesilo geleitet wird.
[0008] Weiterhin sind aus dem Stand der Technik Abfallverdichter bekannt, welche die Abfälle
kompaktieren.
WO 2012/034917 A1 beschreibt beispielsweise einen Abfallverdichter, der mindestens eine robuste Förderschnecke
umfasst, welche geneigt ist und nach unten hin konvertiert. Die Förderschnecke ist
in einem trichterförmigen Gehäuse angeordnet, welches an seinem unteren Ende eine
Austrittsöffnung aufweist.
[0009] Aus dem Stand der Technik sind zudem Zerkleinerungseinrichtungen bekannt, bei denen
radial angeordnete Ketten in einem Gehäuse um eine Achse gedreht werden.
DE 4300784 A1 beschreibt beispielsweise ein Verfahren zur Zerkleinerung von zu entsorgenden Geräten,
die Hartschaum- oder Hartkunststoffe aufweisen, insbesondere zur emissionsfreien Rückgewinnung
von Fluorkohlenwasserstoff aus Polyurethanschaumisolierungen und anderen Bestandteilen,
insbesondere von Kühlgeräten und Kühlschränken. Bei dem Verfahren werden die Hartschaum-
oder die Hartkunststoffe zusammen mit den übrigen Geräteteilen in einer Zerkleinerungseinrichtung
zerkleinert. Die Zerkleinerung erfolgt in einem gegenüber der Umgebung abgeschlossenen
Raum. Die Zerkleinerungseinrichtung arbeitet nach dem Mühlensystem, wobei die Zerkleinerung
unter anderem durch eine Bewegung des Mahlgutes untereinander erfolgt, und wobei im
Wesentlichen die folgenden Verfahrensschritte vorgenommen werden: a) Befüllen der
Zerkleinerungseinrichtung mit dem zu zermahlenden Gut; b) Inertisieren des Innenraumes
der Zerkleinerungseinrichtung; c) Vermahlen des zu zerkleinernden Gutes; d) Evakuieren
des Inertgases und von bei der Vermahlung entstehenden Gasen; e) Austragen des zerkleinerten
Mahlgutes. Die Zerkleinerungseinrichtung kann beispielsweise rotierende Ketten aufweisen.
[0010] In ähnlicher Weise beschreibt
US 3,356,016 B eine Zerkleinerungsvorrichtung für Schrott. Diese umfasst unter anderem eine rotierende
Zerhackereinheit und eine Hammermühle. Die Zerhackereinheit kann beispielsweise rotierende
Ketten aufweisen.
[0011] DE 7539649 U1 beschreibt eine Vorrichtung zum Behandeln von Abfall, insbesondere zur Aufstellung
am Müllerzeugungsort. Die Vorrichtung umfasst eine Aufnahmeeinrichtung für die Abfälle,
eine Transport- und Zerkleinerungseinrichtung sowie eine Steuereinrichtung. Zur Aufnahme
der Abfälle ist auf einem horizontalen Rahmen ein Schüttkasten angeordnet. Die Transporteinrichtung
besteht innerhalb des Kastens aus mindestens einer Kette mit Mitnehmern, die über
ein Zahnrad auf einer Antriebswelle und ein loses Zahnrad auf einer horizontal verstellbaren
Achse läuft. Die Zerkleinerungseinrichtung wird von den beweglichen Mitnehmern und
ortsfesten Messern auf der Innenseite des Gehäuses am Abgabeende der Kette gebildet.
[0012] DE 295 14 167 U1 offenbart einen Zerkleinerer für feste und pastöse Abfälle in einer Flüssigkeit,
umfassend ein Gehäuse mit darin befindlichen, rotierenden Schneidelementen, die mit
einem Drehantrieb verbunden sind. Als Beispiele für Abfälle werden Speisereste, Nahrungsmittelreste,
aber auch Abfälle wie Kunststoffteile und Aluminiumdeckel genannt.
[0013] JP 2008-
114 149 A offenbart eine Entsorgungsvorrichtung, die zur Entsorgung von Speiseresten geeignet
ist. Es wird eine zylindrisch geformte Entsorgungsvorrichtung beschrieben, wobei Wasser
zugegeben wird. Die Entsorgungsvorrichtung umfasst eine Vorrichtung zur Erzeugung
eines zirkulierenden Flusses des zugegebenen Wassers sowie eine rotierende Zerkleinerungsvorrichtung,
umfassend ein rotierendes und ein starres Element. Speisereste passieren infolgedessen
mehrmals die Zerkleinerungsvorrichtung.
[0014] US 2010/ 0 276 526 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Entsorgung von Abfällen, die eine Zerkleinerungseinheit,
eine Vorrichtung zum Dehydrieren sowie eine Vorrichtung zum Trocknen umfasst. Die
Entsorgungsvorrichtung ist zur Entsorgung von Speiseresten geeignet. Die Zerkleinerungseinheit
weist eine rotierende Klinge und einen Schredder mit parallel rotierenden Achsen auf.
[0015] Die aus dem Stand der Technik bekannten Entsorgungsvorrichtungen weisen jedoch in
der Praxis eine Reihe von technischen Herausforderungen auf. So ist die erste der
oben genannten Varianten, umfassend eine manuelle Entsorgung von Speiseresten, in
der Praxis unhygienisch und arbeitsintensiv, und die Entleerung und Bereitstellung
der Behältnisse binden Personal.
[0016] Automatisierte Einrichtungen sind hingegen vergleichsweise aufwändig und benötigen
relativ viel Platz. Der Raum für die Hauptkomponenten der Anlage kann sich allerdings
auch außerhalb des eigentlichen Arbeitsbereichs befinden. Entsorgungsvorrichtungen
mit Wasserschwemmrinnen weisen den Nachteil auf, dass zunächst Wasser für den Transport
benötigt wird, welches am Ende des Prozess wieder aufwändig aus den Abfällen entfernt
werden muss. Zudem sind derartige Vorrichtungen auch relativ offen gestaltet, so dass
leicht Gerüche entstehen können, die sich im gesamten Arbeitsumfeld ausbreiten können.
Zudem müssen Sammelbehälter in der Regel in einem gekühlten Raum untergebracht sein.
[0017] Bei einem Transport in Rohrleitungen mittels Vakuum ist in der Regel ein geschlossenes
System erforderlich, so dass die Hygiene und die Vermeidung von Gerüchen eher leicht
zu beherrschen sind. Nachteilig sind jedoch hierbei in der Praxis ein vergleichsweise
hoher apparativer Aufwand und hohe Betriebskosten zu verzeichnen.
[0018] Eine zunehmende Ressourcenknappheit, insbesondere ein zunehmend zu verzeichnender
Personalmangel in den Küchen, sowie enge Platzverhältnisse erfordern zudem zunehmend
auch in kleineren Küchen eine hygienische, unkomplizierte und kostengünstige Entsorgung
organischer Abfälle. Viele kleinere Küchen würden eine automatische Entsorgungsanlage
einsetzen, wobei jedoch in der Regel hohe erforderliche Investitionen den Einsatz
gerade in kleineren Betrieben häufig verhindern.
[0019] Eine weitere technische Herausforderung besteht darin, dass in der Praxis zunehmend
hochwertiges biologisches Material oder Substrat für die Energieerzeugung eingesetzt
wird. Es ist davon auszugehen, dass der Handel mit biologischem Material für Biogasanlagen
auch für Kleinbetriebe zukünftig finanziell interessant wird. Entsorgungseinrichtungen
müssen daher den Anforderungen für die Erzeugung von Substrat für derartige Biogasanlagen
gerecht werden.
Aufgabe der Erfindung
[0020] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Entsorgungsvorrichtung, ein
Entsorgungssystem und ein Verfahren zur Entsorgung von Speiseresten bereitzustellen,
welche die Nachteile bekannter Vorrichtungen und Verfahren zumindest weitgehend vermeiden.
Insbesondere soll eine kostengünstige und kompakte Entsorgungsvorrichtung bereitgestellt
werden, welche auch in kleineren Einrichtungen einsetzbar ist und welche die Erzeugung
biologischen Materials für Biogasanlagen aus Speiseresten auf einfache, wartungsarme
und kostengünstige Weise ermöglicht.
Offenbarung der Erfindung
[0021] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Entsorgungsvorrichtung, ein Entsorgungssystem
und ein Verfahren zur Entsorgung von Speiseresten mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen, welche einzeln oder in beliebiger Kombination
realisierbar sind, sind in den abhängigen Ansprüchen dargestellt.
[0022] Im Folgenden werden die Begriffe "haben", "aufweisen", "umfassen" oder "einschließen"
oder beliebige grammatikalische Abweichungen davon in nicht-ausschließlicher Weise
verwendet. Dementsprechend können sich diese Begriffe sowohl auf Situationen beziehen,
in welchen, neben den durch diese Begriffe eingeführten Merkmalen, keine weiteren
Merkmale vorhanden sind, oder auf Situationen, in welchen ein oder mehrere weitere
Merkmale vorhanden sind. Beispielsweise kann sich der Ausdruck "A hat B", "A weist
B auf", "A umfasst B" oder "A schließt B ein" sowohl auf die Situation beziehen, in
welcher, abgesehen von B, kein weiteres Element in A vorhanden ist (d.h. auf eine
Situation, in welcher A ausschließlich aus B besteht), als auch auf die Situation,
in welcher, zusätzlich zu B, ein oder mehrere weitere Elemente in A vorhanden sind,
beispielsweise Element C, Elemente C und D oder sogar weitere Elemente.
[0023] Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe "mindestens ein" und "ein oder
mehrere" sowie grammatikalische Abwandlungen dieser Begriffe oder ähnliche Begriffe,
wenn diese in Zusammenhang mit einem oder mehreren Elementen oder Merkmalen verwendet
werden und ausdrücken sollen, dass das Element oder Merkmal einfach oder mehrfach
vorgesehen sein kann, in der Regel lediglich einmalig verwendet werden, beispielsweise
bei der erstmaligen Einführung des Merkmals oder Elementes. Bei einer nachfolgenden
erneuten Erwähnung des Merkmals oder Elementes wird der entsprechende Begriff "mindestens
ein" oder "ein oder mehrere" in der Regel nicht mehr verwendet, ohne Einschränkung
der Möglichkeit, dass das Merkmal oder Element einfach oder mehrfach vorgesehen sein
kann.
[0024] Weiterhin werden im Folgenden die Begriffe "vorzugsweise", "insbesondere", "beispielsweise"
oder ähnliche Begriffe in Verbindung mit optionalen Merkmalen verwendet, ohne dass
alternative Ausführungsformen hierdurch beschränkt werden. So sind Merkmale, welche
durch diese Begriffe eingeleitet werden, optionale Merkmale, und es ist nicht beabsichtigt,
durch diese Merkmale den Schutzumfang der Ansprüche und insbesondere der unabhängigen
Ansprüche einzuschränken. So kann die Erfindung, wie der Fachmann erkennen wird, auch
unter Verwendung anderer Ausgestaltungen durchgeführt werden. In ähnlicher Weise werden
Merkmale, welche durch "in einer Ausführungsform der Erfindung" oder durch "in einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung" eingeleitet werden, als optionale Merkmale verstanden,
ohne dass hierdurch alternative Ausgestaltungen oder der Schutzumfang der unabhängigen
Ansprüche eingeschränkt werden soll. Weiterhin sollen durch diese einleitenden Ausdrücke
sämtliche Möglichkeiten, die hierdurch eingeleiteten Merkmale mit anderen Merkmalen
zu kombinieren, seien es optionale oder nicht-optionale Merkmale, unangetastet bleiben.
[0025] In einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Entsorgungsvorrichtung
zur Entsorgung von Speiseresten vorgeschlagen. Unter Speiseresten sind dabei allgemein
im Rahmen der vorliegenden Erfindung Materialien und Gegenstände zu verstehen, welche
bei der Zubereitung oder Darreichung von Speisen und Getränken anfallen können und/oder
welche nach der Aufnahme von Speisen oder Getränken als Reste verbleiben können. Insbesondere
können die Speisereste vollständig aus organischen Materialien bestehen oder zumindest
organische Materialien umfassen. Die Speisereste können grundsätzlich fest oder auch
pastös ausgebildet sein.
[0026] Unter einer Entsorgung von Speiseresten ist grundsätzlich eine beliebige Handlung
zu verstehen, welche eine Speicherung, Aufbereitung, Lagerung, Abfuhr, Vernichtung
oder auch Umwandlung der Speisereste oder eine Kombination der genannten Handlungen
umfasst. Insbesondere kann die Entsorgung eine Zerkleinerung, Verdichtung oder Trennung
der Speisereste umfassen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann die Entsorgung,
wie nachfolgend noch näher ausgeführt wird, insbesondere eine Zerkleinerung umfassen.
Unter einer Zerkleinerung ist dabei allgemein im Rahmen der vorliegenden Erfindung
eine Verringerung einer Größe der Speisereste zu verstehen, durch entsprechende Bearbeitung,
insbesondere mechanische Bearbeitung. So können beispielsweise Speisereste, insbesondere
feste Speisereste, in der Praxis ein Volumen von teilweise mehreren cm
3, beispielsweise mehr als 5 oder mehr als 10 cm
3, aufweisen. Im Rahmen einer Zerkleinerung kann eine Verringerung dieses Volumens
auf beispielsweise unter 2 cm
3, insbesondere unter 1 cm
3, erfolgen, so dass beispielsweise nach der Zerkleinerung ausschließlich noch Speisereste
vorhanden sind, welche feste Partikel mit einer Maximalgröße von 2 cm
3, insbesondere 1 cm
3, aufweisen. Auch andere Arten der Zerkleinerung sind jedoch grundsätzlich denkbar.
[0027] Die Entsorgungsvorrichtung umfasst mindestens einen Zerkleinerer. Unter einer Zerkleinerungsvorrichtung
ist eine grundsätzlich beliebige Vorrichtung zu verstehen, welche eingerichtet ist,
um eine Zerkleinerung der Speisereste gemäß der obigen Definition durchzuführen. Insbesondere
kann die Zerkleinerungsvorrichtung eingerichtet sein, um die Speisereste derart zu
zerkleinern, dass nach der Zerkleinerung feste Bestandteile der Speisereste eine Größe
von maximal 2 cm
3, vorzugsweise maximal 1 cm
3, aufweisen. Eine derartige Zerkleinerung bedingt in der Praxis eine erleichterte
Abfuhr und Entsorgung der derart zerkleinerten Speisereste, da beispielsweise derart
zerkleinerte Speisereste über Pumpen, Schläuche oder Rohrleitungen abgeführt werden
können, im Gegensatz zu unzerkleinerten, großen Speiseresten.
[0028] Der Zerkleinerer weist mindestens einen Mahlraum und mindestens einen Sammelraum
auf. Der Mahlraum ist über eine oder mehrere Öffnungen mit dem Sammelraum verbunden.
Insbesondere können diese Öffnungen derart angeordnet sein, dass zerkleinerte Speisereste
durch die Öffnungen, beispielsweise Durchbrüche in einer Mahlraumwand, in den Sammelraum
gelangen können. Unter einem Mahlraum ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung grundsätzlich
ein beliebiger Raum zu verstehen, in welchem eine Zerkleinerung, insbesondere ein
Mahlen, der Speisereste erfolgen kann. Unter einem Sammelraum ist im Rahmen der vorliegenden
Erfindung grundsätzlich ein beliebiger Raum zu verstehen, in welchem zerkleinerte
Speisereste gesammelt und/oder zwischengespeichert werden können. Beispielsweise kann
der Mahlraum ein Volumen von 1 1 bis 1000 1 aufweisen, insbesondere ein Volumen von
10 1 bis 100 1 und besonders bevorzugt ein Volumen von 20 1 bis 80 1, beispielsweise
40 1. Der Sammelraum kann beispielsweise ebenfalls ein Volumen von 1 1 bis 1000 1
aufweisen, insbesondere ein Volumen von 10 1 bis 100 1 und besonders bevorzugt ein
Volumen von 20 1 bis 80 1, beispielsweise 40 1. Es wird darauf hingewiesen, dass jedoch
auch andere Dimensionierungen möglich sind.
[0029] In dem Mahlraum ist mindestens eine Zerkleinerungsvorrichtung mit mindestens einem
Schlagwerkzeug zur Zerkleinerung der Speisereste angeordnet. Unter einer Zerkleinerungsvorrichtung
ist grundsätzlich eine beliebige Vorrichtung zu verstehen, welche, als Bestandteil
des Zerkleinerers, den eigentlichen Zerkleinerungsvorgang im Sinne der obigen Definition
des Begriffs "Zerkleinerung" durchführen kann. Die Zerkleinerungsvorrichtung kann
insbesondere ein Mahlwerk umfassen. Unter einem Schlagwerkzeug zur Zerkleinerung der
Speisereste ist dabei im Rahmen der vorliegenden Erfindung grundsätzlich ein beliebiges
Werkzeug zu verstehen, welches durch mechanische Einwirkung, insbesondere durch Schläge,
die Speisereste zerkleinern kann. Das Schlagwerkzeug kann insbesondere, wie unten
noch näher ausgeführt wird, eine Mehrzahl an Schlagelementen umfassen, welche in einen
Bewegungszustand versetzt werden können, beispielsweise eine Rotation, und welche
dann, beim Auftreffen auf die Speisereste, ihre Bewegungsenergie teilweise auf die
Speisereste übertragen können und so eine Zerkleinerung der Speisereste bewirken können.
[0030] Weiterhin ist in dem Mahlraum mindestens eine Durchmischungsvorrichtung zur Erzeugung
einer Bewegung in den Speiseresten angeordnet. Unter einer Durchmischungsvorrichtung
ist somit grundsätzlich eine beliebige Vorrichtung zu verstehen, welche eingerichtet
ist, um die Speisereste in eine Bewegung zu versetzen und/oder zu durchmischen. Insbesondere
kann die Durchmischungsvorrichtung eingerichtet sein, um eine kontinuierliche oder
diskontinuierliche Strömung innerhalb der Speisereste, insbesondere innerhalb vollständig
oder teilweise zerkleinerter Speisereste, zu erzeugen. Dementsprechend kann die Durchmischungsvorrichtung,
wie unten noch näher ausgeführt wird, ganz oder teilweise als Strömungsvorrichtung
eingerichtet sein. Wie oben ausgeführt, umfasst die Entsorgungsvorrichtung mindestens
ein Schlagwerkzeug und mindestens eine Durchmischungsvorrichtung. Die Durchmischungsvorrichtung
und das Schlagwerkzeug sind beide innerhalb des Mahlraums angeordnet. Besonders bevorzugt
sind das Schlagwerkzeug und die Durchmischungsvorrichtung getrennt voneinander ausgebildet,
so dass die Durchmischung unabhängig von der Zerkleinerung erfolgen kann. Das Schlagwerkzeug
und die Durchmischungsvorrichtung können beispielsweise durch einen Antrieb oder auch
durch mehrere unabhängige Antriebe angetrieben werden. Die Bewegung der Durchmischungsvorrichtung
kann somit, direkt oder über eine Übersetzung oder Untersetzung, an eine Bewegung
der Zerkleinerungsvorrichtung, insbesondere des Schlagwerkzeugs, gekoppelt sein oder
kann auch vollständig unabhängig von der Bewegung derselben ausgebildet sein.
[0031] Das Schlagwerkzeug kann, wie oben ausgeführt, insbesondere eine Mehrzahl an Schlagelementen,
auch als Schlagglieder bezeichnet, aufweisen. Insbesondere kann das Schlagwerkzeug
mindestens eine Mehrzahl an gelenkig miteinander verbundenen Schlaggliedern aufweisen.
Insbesondere kann das Schlagwerkzeug mindestens eine Kette aufweisen.
[0032] Das Schlagwerkzeug kann insbesondere jeweils an einer Seite mit mindestens einer
Antriebsachse verbundene Ketten aufweisen. Die Antriebsachse kann insbesondere eine
oder mehrere Antriebswellen umfassen. Von der Antriebsachse können sich die Ketten,
während der Rotation, beispielsweise radial nach außen erstrecken. Insbesondere kann
das Schlagwerkzeug zwei auf einander gegenüberliegenden Seiten angeordnete und mit
der Antriebsachse verbundene Ketten aufweisen. Alternativ oder zusätzlich können die
Ketten und/oder die Schlagwerkzeuge auch auf andere Weise mit der Antriebsachse verbunden
sein, vorzugsweise in einer Anordnung, welche eine Unwucht des Schlagwerkzeugs verhindert,
durch ein entsprechendes Gleichgewicht der auftretenden Fliehkräfte.
[0033] Das Schlagwerkzeug kann, wie oben ausgeführt, insbesondere um mindestens eine Antriebsachse
rotieren.
[0034] Die Zerkleinerungsvorrichtung kann insbesondere mindestens eine Antriebsachse und
mindestens einen Antrieb aufweisen, wobei unter einem Antrieb grundsätzlich eine beliebige
Vorrichtung zu verstehen ist, welche eingerichtet ist, um die Antriebsachse anzutreiben,
insbesondere in Rotation zu versetzen. Insbesondere kann der Antrieb eingerichtet
sein, um die Antriebsachse in eine Rotation von mindestens 500 bis 2000 Umdrehungen/min
und besonders bevorzugt in eine Rotation von 1000 Umdrehungen/min zu versetzen.
[0035] Der Antrieb kann insbesondere mindestens einen Zahnriemenantrieb und/oder mindestens
einen Keilriemenantrieb aufweisen. Alternativ oder zusätzlich sind jedoch auch andere
Arten der Antriebe möglich, beispielsweise Zahngetriebe oder ähnliches. Der Antrieb
kann insbesondere eine außerhalb des Mahlraums angeordnete Antriebsscheibe umfassen,
insbesondere eine Riemenscheibe, welche mit der Antriebsachse verbunden sein kann.
Der Antrieb kann weiterhin mindestens einen außerhalb des Mahlraums angeordneten Antriebsmotor
umfassen, welcher, beispielsweise über mindestens ein Getriebe, mit der Antriebsachse
verbunden ist. Beispielsweise kann der Antriebsmotor über mindestens einen Zahnriemenantrieb,
mindestens einen Keilriemenantrieb und/oder mindestens ein Zahnradgetriebe mit der
Antriebsachse verbunden sein, um die Antriebsachse anzutreiben.
[0036] Die Antriebsachse kann insbesondere eine Mahlraumwand des Mahlraums durchdringen.
Beispielsweise kann an einer Durchtrittsstelle der Antriebsachse durch eine Mahlraumwand
des Mahlraums, beispielsweise ein Blech, welches die Mahlraumwand an dieser Stelle
bildet, mindestens ein Durchbruch vorgesehen sein. Der Durchbruch kann beispielsweise
durch mindestens eine Dichtung abgedichtet sein.
[0037] Die Zerkleinerungsvorrichtung und die Durchmischungsvorrichtung können, wie oben
ausgeführt, insbesondere durch einen gemeinsamen Antrieb angetrieben werden, beispielsweise
durch einen gemeinsamen Antrieb mit dem oben genannten mindestens einen Antriebsmotor
außerhalb des Mahlraums. Der Antrieb kann derart erfolgen, dass eine Bewegung der
Zerkleinerungsvorrichtung an die Bewegung der Durchmischungsvorrichtung gekoppelt
ist und/oder umgekehrt. Der Antrieb kann in gleichem Übersetzungsverhältnis erfolgen
oder auch mit einer Untersetzung oder Übersetzung. Weiterhin kann der Antrieb gleichsinnig
erfolgen oder auch gegensinnig. Das Schlagwerkzeug und die Durchmischungsvorrichtung
können beispielsweise axial beabstandet zueinander auf einer Antriebsachse angeordnet
sein, welche beispielsweise durch den Antrieb angetrieben wird.
[0038] Die Durchmischungsvorrichtung kann insbesondere, wie oben ausgeführt, eingerichtet
sein, um mindestens eine Strömung in den Speiseresten zu erzeugen. Die Durchmischungsvorrichtung
kann insbesondere mindestens einen Flügel, vorzugsweise mindestens zwei oder mindestens
drei Flügel, aufweisen. So kann die Durchmischungsvorrichtung beispielsweise mindestens
ein Flügelrad umfassen. Die Flügel können insbesondere um eine Antriebsachse, beispielsweise
die oben genannte Antriebsachse, rotierbar gelagert sein.
[0039] Die Durchmischungsvorrichtung kann insbesondere eingerichtet sein, um die Bewegung
in den Speiseresten in einem Bereich der Öffnungen zu erzeugen, so dass zerkleinerte
Speisereste durch die Bewegung zu den Öffnungen geführt werden und beispielsweise
durch die Öffnungen hindurch in den Sammelraum treten können. Auf diese Weise kann
beispielsweise stets eine Bewegung derart erzeugt werden, dass vollständig oder teilweise
zerkleinerte Speisereste nach der oben beschriebenen Zerkleinerung in den Bereich
der Öffnungen gebracht werden, also beispielsweise in einem Bereich, von welchem aus
diese zerkleinerten Speisereste durch die Öffnungen hindurchtreten können. Weiterhin
kann die Durchmischungsvorrichtung auch eingerichtet sein, um einen Schub und/oder
einen Sog innerhalb der Speisereste zu erzeugen, so dass die zerkleinerten Speisereste
durch diesen Schub und/oder diesen Sog zu den Öffnungen geführt werden.
[0040] Der Mahlraum kann insbesondere in einen oder mehrere Teilräume unterteilt sein. So
kann der Mahlraum beispielsweise unterteilt sein in mindestens einen Beschickungsraum
und mindestens einen Feinraum. Der Beschickungsraum kann grundsätzlich zur Aufnahme
unzerkleinerter Speisereste dienen, so dass beispielsweise unzerkleinerte Speisereste
direkt oder indirekt in diesen Beschickungsraum eingebracht werden können. Der Feinraum
kann beispielsweise zur Aufnahme vollständig oder teilweise zerkleinerter Speisereste
eingerichtet sein. So kann die Unterteilung des Mahlraums in den mindestens einen
Beschickungsraum und den mindestens einen Feinraum beispielsweise derart erfolgen,
dass unzerkleinerte Speisereste, beispielsweise Speisereste oberhalb einer maximalen
Größe oder Äquivalentgröße, nicht von dem Beschickungsraum in den Feinraum gelangen
können. Zu diesem Zweck können beispielsweise eine oder mehrere Abtrennungen vorgesehen
sein, mit einer oder mehreren entsprechend dimensionierten Öffnungen, welche einen
Durchtritt unzerkleinerter großer Speisereste in den Feinraum zumindest weitgehend
verhindern. Die mindestens eine oben genannte Öffnung, welche den Mahlraum mit dem
Sammelraum verbindet, insbesondere die Mehrzahl an Öffnungen, können insbesondere
im Bereich des Feinraums angeordnet sein, so dass ein Durchtreten der zerkleinerten
Speisereste von dem Mahlraum in den Sammelraum zumindest teilweise aus dem Feinraum
heraus erfolgt. Es können jedoch auch eine oder mehrere Öffnungen ganz oder teilweise
im Bereich des Beschickungsraums angeordnet sein, da bereits in dem Beschickungsraum
kleine oder zerkleinerte Speisereste vorliegen können, welche auch direkt aus dem
Beschickungsraum in den Sammelraum gelangen können.
[0041] Die oben beschriebene Zerkleinerungsvorrichtung, insbesondere das oben genannte Schlagwerkzeug
zur Zerkleinerung der Speisereste, kann insbesondere ganz oder teilweise in dem Beschickungsraum
angeordnet sein, so dass die Zerkleinerung ganz oder teilweise innerhalb des Beschickungsraums
erfolgt. Alternativ oder zusätzlich kann die Zerkleinerungsvorrichtung auch ganz oder
teilweise zwischen dem Beschickungsraum und dem Feinraum angeordnet sein.
[0042] Die Durchmischungsvorrichtung ist vorzugsweise ganz oder teilweise in dem Feinraum
angeordnet. Auf diese Weise kann die oben beschriebene Durchmischung und/oder Erzeugung
einer Bewegung in den Speiseresten insbesondere ganz oder teilweise in dem Feinraum
erfolgen. So kann beispielsweise in dem Feinraum eine Strömung entlang der mindestens
einen Öffnung mittels der Durchmischungsvorrichtung erzeugt werden. Die Durchmischungsvorrichtung
kann jedoch auch ganz oder teilweise oder auch zusätzlich innerhalb des Beschickungsraums
angeordnet sein.
[0043] Wie oben ausgeführt, kann der Zerkleinerer mindestens eine Trennvorrichtung umfassen,
welche eingerichtet ist, den Beschickungsraum und den Feinraum voneinander zu trennen.
So kann die Trennvorrichtung beispielsweise eingerichtet sein, um ausschließlich Speisereste
einer vorgegebenen Maximalgröße, beispielsweise eines vorgegebenen maximalen Durchmessers
oder Äquivalentdurchmessers, passieren zu lassen, so dass ausschließlich derartige
Speisereste mit der vorgegebenen Maximalgröße von dem Beschickungsraum in den Feinraum
gelangen können. Die Trennvorrichtung kann insbesondere mindestens eine Trennscheibe
und/oder mindestens ein Sieb, im Folgenden auch als Trennsieb bezeichnet, umfassen.
Unter einer Trennscheibe ist in diesem Zusammenhang eine Scheibe zu verstehen, welche
mit mindestens einem weiteren Element, beispielsweise einer Wand des Mahlraums, mindestens
einen Spalt und/oder Zwischenraum bildet, dessen Breite beispielsweise einen Durchtritt
zerkleinerter Speisereste limitiert. Beispielsweise kann eine Spaltbreite eines durch
die Trennscheibe und eine Wand des Mahlraums (auch als Mahlraumwand bezeichnet) gebildeten
Spalts, beispielsweise eines Ringspalts, eine Maximalgröße für Speisereste definieren,
welche von dem Beschickungsraum in den Feinraum gelangen können. Die Trennscheibe
kann fest gelagert sein oder kann auch beweglich gelagert sein, beispielsweise rotierend
gelagert. Auch andere Trennvorrichtungen sind jedoch grundsätzlich möglich. Insbesondere
kann die Trennvorrichtung mindestens eine zwischen dem Schlagwerkzeug und der Durchmischungsvorrichtung
angeordnete Trennscheibe im Sinne der obigen Definition umfassen. Beispielsweise können
das Schlagwerkzeug, die Durchmischungsvorrichtung und die Trennvorrichtung auf einer
gemeinsamen Antriebsachse gelagert sein. Beispielsweise kann die Trennvorrichtung,
insbesondere die Trennscheibe, zwischen dem Schlagwerkzeug und der Durchmischungsvorrichtung,
beispielsweise dem Flügelrad, gelagert sein.
[0044] Wie oben ausgeführt, ist der Beschickungsraum derart eingerichtet, dass unzerkleinerte
Speisereste direkt oder indirekt in diesen Beschickungsraum eingebracht werden können.
Beispielsweise kann der Beschickungsraum mindestens eine Beschickungsöffnung aufweisen,
über welche der Beschickungsraum mit unzerkleinerten Speiseresten beschickbar ist.
[0045] Der Feinraum kann insbesondere derart zu dem Beschickungsraum angeordnet sein, dass
zerkleinerte Speisereste aufgrund ihrer Gravitationskraft von dem Beschickungsraum
in den Feinraum bewegt werden können. Insbesondere können zerkleinerte Speisereste
aufgrund ihrer Gravitationskraft von dem Beschickungsraum in den Feinraum rutschen,
beispielsweise durch die oben genannte Trennvorrichtung hindurch. So kann der Feinraum
beispielsweise zumindest teilweise unterhalb des Beschickungsraums angeordnet sein.
Insbesondere kann der Mahlraum eine Achse aufweisen, beispielsweise eine Symmetrieachse
und insbesondere eine Zylinderachse, wobei die Achse beispielsweise gegenüber einer
Horizontalen um einen Winkel geneigt ist. Beispielsweise kann diese Neigung 5° bis
70°, insbesondere 10° bis 45°, betragen. Der Mahlraum kann insbesondere einen kreisförmigen,
polygonalen oder ovalen Querschnitt aufweisen. Insbesondere kann der Mahlraum eine
Zylinderform oder eine Trommelform aufweisen. Insbesondere kann der Mahlraum, wie
oben ausgeführt, die Form eines geneigten Zylinders oder Zylinderschnitts oder die
Form einer geneigten Trommel aufweisen, wobei die Neigung vorzugsweise, wie oben ausgeführt,
derart ausgestaltet ist, dass zerkleinerte Speisereste aufgrund ihrer Gravitationskraft
von dem Beschickungsraum in den Feinraum fallen und/oder rutschen können. Zu diesem
Zweck kann beispielsweise in dem Mahlraum mindestens eine geneigte Rutschfläche vorgesehen
sein.
[0046] Beispielsweise kann ein Boden des Mahlraums gegenüber einer Horizontalen um einen
Winkel geneigt sein, insbesondere um einen Winkel von 5° bis 70°, vorzugsweise um
einen Winkel von 10° bis 45°. Durch die Neigung des Bodens gegenüber der Horizontalen
kann wiederum sichergestellt werden, dass zerkleinerte Speisereste von dem Beschickungsraum
in den Feinraum rutschen können. Alternativ oder zusätzlich sind auch beispielsweise
mehrere Neigungen möglich, so dass beispielsweise der Boden des Mahlraums auch ganz
oder teilweise als Trichter und/oder Rutsche ausgestaltet sein kann.
[0047] Wie oben ausgeführt, weist der Mahlraum eine oder mehrere Öffnungen auf, über welche
der Mahlraum mit dem Sammelraum verbunden ist. So kann beispielsweise der Mahlraum
mindestens eine Mahlraumwand aufweisen, wobei die eine oder mehreren Öffnungen in
der Mahlraumwand angeordnet sind und einen Übertritt von zerkleinerten Speiseresten
von dem Mahlraum in den Sammelraum ermöglichen. Die Öffnungen können insbesondere
ein Sieb bilden. Die Mahlraumwand kann insbesondere ganz oder teilweise aus einem
metallischen Material hergestellt sein, beispielsweise einem Stahlblech. Alternativ
oder zusätzlich sind jedoch auch andere Materialien einsetzbar, beispielsweise Kunststoffmaterialien.
[0048] Weitere mögliche Ausgestaltungen betreffen insbesondere die mindestens eine Öffnung,
also die eine oder mehreren Öffnungen, über welche der Mahlraum mit dem Sammelraum
verbunden ist. Die eine oder mehreren Öffnungen können insbesondere mindestens ein
Sieb bilden. Die eine oder mehreren Öffnungen können insbesondere einen Durchmesser
oder Äquivalentdurchmesser von 1 mm bis 30 mm, vorzugsweise einen Durchmesser oder
Äquivalentdurchmesser von 3 mm bis 15 mm, aufweisen. Auch andere Dimensionierungen
sind grundsätzlich möglich. Die eine oder mehreren Öffnungen können insbesondere einen
runden Querschnitt aufweisen. Alternativ oder zusätzlich können auch eine oder mehrere
der Öffnungen andere Querschnitte aufweisen, beispielsweise einen polygonalen Querschnitt
und/oder einen ovalen Querschnitt.
[0049] Der mindestens eine Mahlraum kann insbesondere mindestens eine Tür zur Durchführung
von Wartungsarbeiten aufweisen. Unter einer Tür ist dabei allgemein mindestens eine
verschließbare Öffnung zu verstehen. Die Tür kann beispielsweise mindestens eine Verschlussvorrichtung
aufweisen, ausgewählt aus einer Klappe, einem abnehmbaren Deckel, einem Schieber,
einer Haube oder einer anderen Art der Verschlussvorrichtung. Die mindestens eine
Tür kann insbesondere mindestens eine Dichtung aufweisen, beispielsweise eine umlaufende
Gummidichtung. Die Dichtung kann beispielsweise verhindern, dass flüssige Speisereste
aus dem Mahlraum nach außen gelangen können. Alternativ oder zusätzlich kann die Dichtung
auch eingerichtet sein, um den Austritt von Gasen und/oder Gerüchen aus dem Mahlraum
zu verhindern.
[0050] Alternativ oder zusätzlich kann auch der Sammelraum mindestens eine Tür zur Durchführung
von Wartungsarbeiten aufweisen. Bezüglich der Definition des Begriffs "Tür" und/oder
bezüglich möglicher Ausgestaltungen der Tür kann auf die Beschreibung der Tür des
Mahlraums verwiesen werden. Insbesondere kann die Tür wiederum mindestens eine Dichtung
aufweisen. Die Tür des Mahlraums und die Tür des Sammelraums können als getrennte
Türen ausgebildet sein oder können auch als gemeinsame Tür ausgebildet sein. So kann
beispielsweise eine gemeinsame Tür vorgesehen sein, welche für die Durchführung von
Wartungsarbeiten in dem Mahlraum und/oder in dem Sammelraum gemeinsam geöffnet werden
kann.
[0051] Der Sammelraum kann insbesondere mindestens eine Öffnung für eine manuelle Entleerung
aufweisen. Beispielsweise kann diese mindestens eine Öffnung für eine manuelle Entleerung
am Boden des Sammelraums vorgesehen sein. Die mindestens eine Öffnung kann beispielsweise
durch mindestens einen Verschluss verschließbar sein, beispielsweise mindestens einen
Schraubverschluss. Auch andere Arten von Verschlüssen können eingesetzt werden.
[0052] Die Entsorgungsvorrichtung kann weiterhin mindestens eine Pumpe zum Abpumpen zerkleinerter
Speisereste aus dem Sammelraum aufweisen. Beispielsweise kann mindestens eine Öffnung
in dem Sammelraum vorgesehen sein und/oder mindestens ein Stutzen in dem Sammelraum,
welcher mit einer Pumpe verbunden ist oder mit einer Pumpe verbindbar ist. Beispielsweise
kann mindestens eine Pumpe zum Abpumpen der zerkleinerten Speisereste aus dem Sammelraum
Bestandteil der Entsorgungsvorrichtung sein.
[0053] Die Entsorgungsvorrichtung kann weiterhin mindestens einen Niveausensor zur Erfassung
mindestens eines Niveaus zerkleinerter Speisereste in dem Sammelraum aufweisen. Dabei
kann grundsätzlich mindestens ein beliebiger Niveausensor verwendet werden, welcher
auf einem oder mehreren physikalischen Messprinzipien zur Erfassung des Niveaus der
zerkleinerten Speisereste in dem Sammelraum basieren kann. Insbesondere kann der Niveausensor
jedoch mindestens einen Schwimmerschalter umfassen. Der Schwimmerschalter kann beispielsweise
auf den Speiseresten schwimmen und mit den Speiseresten angehoben werden. Der Niveausensor
kann allgemein ein digitaler Niveausensor sein oder kann auch zur Erfassung mehrerer
Niveaus, stufenlos oder in mehreren Stufen, eingerichtet sein.
[0054] Die Entsorgungsvorrichtung kann weiterhin mindestens eine Steuerung aufweisen, welche
eingerichtet ist, um die Entsorgungsvorrichtung ganz oder teilweise anzusteuern. Insbesondere
kann die Steuerung eingerichtet sein, um zumindest den Zerkleinerer der Entsorgungsvorrichtung
anzusteuern. Alternativ oder zusätzlich kann die Steuerung jedoch auch eingerichtet
sein, um beispielsweise die oben genannte Pumpe zum Abpumpen zerkleinerter Speisereste
aus dem Sammelraum anzusteuern.
[0055] So kann die Steuerung beispielsweise mindestens eine elektronische Steuerung und/oder
mindestens eine Datenverarbeitungsvorrichtung umfassen, welche eingerichtet ist, um
eine oder mehrere Funktionen der Entsorgungsvorrichtung anzusteuern. Unter einer Steuerung
ist dabei grundsätzlich eine beliebige Einrichtung zu verstehen, welche eingerichtet
ist, um eine oder mehrere weitere Vorrichtungen der Entsorgungsvorrichtung anzusteuern.
Die Steuerung kann beispielsweise mindestens eine Datenverarbeitungsvorrichtung umfassen,
welche eingerichtet ist, um einen oder mehrere Programmabläufe auszuführen und/oder
welche eingerichtet ist, um einen oder mehrere Vorgänge der Entsorgungsvorrichtung
zu überwachen. Die Steuerung kann weiterhin mindestens eine Benutzerschnittstelle
umfassen, welche eingerichtet ist, um eine Eingabe von Informationen und/oder Befehlen
durch einen Benutzer zu ermöglichen, und/oder welche eingerichtet ist, um eine Ausgabe
einer oder mehrerer Informationen an den Benutzer zu ermöglichen. Beispielsweise kann
die Benutzerschnittstelle mindestens ein Bedienelement, beispielsweise ein Bedienfeld
und/oder eine Tastatur, umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann die Benutzerschnittstelle
beispielsweise mindestens ein Display umfassen. Die Steuerung kann weiterhin mindestens
eine elektronische Schnittstelle umfassen, beispielsweise mindestens eine drahtgebundene
und/oder mindestens eine drahtlose Schnittstelle. Über die mindestens eine elektronische
Schnittstelle können beispielsweise Informationen, Daten und/oder Befehle an die Steuerung
übermittelt werden und/oder von der Steuerung an eine andere Vorrichtung, beispielsweise
einen anderen Computer, übermittelt werden.
[0056] Neben der Ansteuerung des mindestens einen Zerkleinerers kann die Steuerung weiterhin
eingerichtet sein, um eine oder mehrere weitere Elemente der Entsorgungsvorrichtung
anzusteuern und/oder zu überwachen. Beispielsweise kann der mindestens eine Niveausensor
Sensordaten an die Steuerung übermitteln, beispielsweise drahtlos und/oder drahtgebunden.
Allgemein kann die Steuerung beispielsweise eingerichtet sein, um einen Füllstand
in dem Sammelraum zu überwachen.
Wiederum alternativ oder zusätzlich kann die Steuerung beispielsweise eingerichtet
sein, um ein Abpumpen zerkleinerter Speisereste aus dem Sammelraum anzusteuern und/oder
zu überwachen.
[0057] Ist die Steuerung eingerichtet, um beispielsweise einen Füllstand in dem Sammelraum
zu überwachen, so kann diese Überwachung beispielsweise eine Ausgabe entsprechender
Informationen und/oder Warnungen an einen Benutzer der Entsorgungsvorrichtung beinhalten.
Beispielsweise kann ein aktueller Füllstand an einen Benutzer über mindestens ein
Display und/oder mindestens eine andere Art der Anzeigevorrichtung übermittelt werden.
Alternativ oder zusätzlich können beispielsweise eine oder mehrere Warnsignale ausgegeben
werden, wenn ein Füllstand einen vorgegebenen Maximalfüllstand überschreitet.
[0058] Weitere mögliche Ausgestaltungen betreffen die Ausgestaltung des Sammelraums der
Entsorgungsvorrichtung. So kann beispielsweise ein Boden des Sammelraums zu einem
Sammelpunkt und/oder Sammelbereich hin geneigt sein. Alternativ oder zusätzlich kann
der Boden beispielsweise auch ganz oder teilweise einen Trichter bilden. Der Sammelpunkt
oder Sammelbereich in dem Boden des Sammelbereichs kann beispielsweise auch der Punkt
sein, von welchem aus eine Absaugung der Speisereste erfolgen kann, beispielsweise
mittels der mindestens einen oben genannten Pumpe zum Abpumpen der zerkleinerten Speisereste
aus dem Sammelraum. Wiederum alternativ oder zusätzlich kann auch die mindestens eine
Öffnung für die manuelle Entleerung in diesem Sammelpunkt oder Sammelbereich angeordnet
sein.
[0059] Der Sammelraum kann insbesondere den Mahlraum zumindest teilweise umschließen. So
kann die Entsorgungsvorrichtung beispielsweise ein Gehäuse aufweisen, welches den
Mahlraum und den Sammelraum bildet, wobei der Sammelraum den Mahlraum zumindest teilweise
umschließt. Beispielsweise kann der Sammelraum den Mahlraum ringförmig umschließen,
so dass in dem Gehäuse zwischen dem Mahlraum und der Gehäusewand ein Zwischenraum
vorgesehen ist, welcher den Sammelraum bildet. Auch andere Ausgestaltungen sind jedoch
grundsätzlich möglich.
[0060] Insgesamt kann der Zerkleinerer innerhalb eines Gehäuses, insbesondere eines Außengehäuses,
der Entsorgungsvorrichtung angeordnet sein. So kann der Zerkleinerer ein Zerkleinerergehäuse
aufweisen, welches den Mahlraum und den Sammelraum umfasst und welches wiederum innerhalb
eines Außengehäuses der Entsorgungsvorrichtung angeordnet ist. Dieses Gehäuse oder
Außengehäuse kann beispielsweise mindestens eine Einwurföffnung zur Eingabe von Speiseresten
aufweisen, wobei die Einwurföffnung mit dem Mahlraum verbunden sein kann. Beispielsweise
kann die Einwurföffnung mindestens einen Einwurftrichter umfassen. Die Einwurföffnung
kann beispielsweise über mindestens einen Schacht und/oder mindestens ein Rohrleitungssystem
mit dem Mahlraum verbunden sein. Die Einwurföffnung kann insbesondere in einer Arbeitsfläche
des Gehäuses angeordnet sein, insbesondere in einer oberen Arbeitsfläche und besonders
bevorzugt in einer ebenen Arbeitsfläche. Beispielsweise kann die Einwurföffnung in
einer Deckplatte des Gehäuses angeordnet sein. Das Gehäuse kann weiterhin ein Fußgestell
und/oder eine andere Art von Gestell aufweisen, welches ein Aufstellen der Entsorgungsvorrichtung
ermöglicht.
[0061] Wie oben ausgeführt, kann die Entsorgungsvorrichtung insbesondere mit einem besonders
kleinen Bauraum vorgesehen sein, so dass die Entsorgungsvorrichtung auch in kleineren
Küchen eingesetzt werden kann. So kann das Gehäuse beispielsweise eine Höhe von maximal
1,5 m, vorzugsweise von maximal 1,0 m, aufweisen. Insbesondere kann die Entsorgungsvorrichtung
dementsprechend als Tischmodell oder Untertischmodell ausgestaltet sein, so dass diese
maximal die Höhe einer üblichen Arbeitsfläche aufweist. Es sind jedoch grundsätzlich
beliebige Dimensionierungen der Entsorgungsvorrichtung möglich. Wiederum alternativ
oder zusätzlich ist auch die Integration der Entsorgungsvorrichtung in ein oder mehrere
größere Entsorgungssysteme möglich, beispielsweise in eines oder mehrere der oben
genannten Entsorgungssysteme des Standes der Technik. So kann die Entsorgungsvorrichtung
beispielsweise auch als Bestandteil der in
EP 1 253 094 A1 beschriebenen Anlage eingesetzt werden. Auch andere Einsatzgebiete sind möglich.
[0062] Das Gehäuse der Entsorgungsvorrichtung, also das Außengehäuse, kann insbesondere
wiederum mindestens eine Tür aufweisen. Bezüglich einer möglichen Definition des Begriffs
"Tür" sowie bezüglich möglicher Ausgestaltungen der Tür kann auf die obige Beschreibung
verwiesen werden. Die Tür kann insbesondere derart ausgestaltet sein, dass der Zerkleinerer
durch Öffnen der Tür zugänglich ist. Die Tür kann insbesondere mindestens eine abnehmbare
Blende aufweisen, beispielsweise eine abnehmbare Frontblende. Alternativ oder zusätzlich
kann die Tür jedoch auch beispielsweise eine Tür mit einem vertikalen Scharnier sein,
beispielsweise einer an einer Frontseite angeordnete Tür, welche mittels des vertikal
ausgerichteten Scharniers geöffnet werden kann. Auch andere Ausgestaltungen der Tür
sind jedoch grundsätzlich möglich.
[0063] In einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Entsorgungssystem zur
Entsorgung von Speiseresten vorgeschlagen. Unter einem Entsorgungssystem ist dabei
im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine aus mehreren fest oder reversibel miteinanderverbundenen
Komponenten zusammengesetzte Vorrichtung zu verstehen, welche der Entsorgung von Speiseresten
dient. Die Komponenten des Entsorgungssystems können in räumlicher Nähe zueinander
angeordnet sein, beispielsweise innerhalb desselben Raumes, können jedoch auch entfernt
voneinander angeordnet sein, beispielsweise an unterschiedlichen Orten und/oder in
unterschiedlichen Räumen.
[0064] Das Entsorgungssystem umfasst mindestens eine Entsorgungsvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung, beispielsweise gemäß einer oder mehreren der oben beschriebenen oder nachfolgend
noch näher beschriebenen Ausführungsformen. So kann das Entsorgungssystem eine Entsorgungsvorrichtung,
zwei Entsorgungsvorrichtungen oder mehr als zwei Entsorgungsvorrichtungen umfassen.
[0065] Weiterhin umfasst das Entsorgungssystem mindestens einen mit der Entsorgungsvorrichtung
verbundenen oder verbindbaren Sammelbehälter zur Aufnahme von zerkleinerten Speiseresten.
Der Sammelbehälter kann auch als Abfallbehälter bezeichnet werden. Unter einem Sammelbehälter
ist dabei im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein grundsätzlich beliebiger Behälter
zu verstehen, welcher mit der mindestens einen Entsorgungsvorrichtung verbunden oder
verbindbar ist, beispielsweise über mindestens eine temporär installierte oder permanent
installierte Rohrleitung, und welcher zur Aufnahme von in der Entsorgungsvorrichtung
zerkleinerten Speiseresten geeignet ist. Beispielsweise kann der Sammelbehälter in
Form einer Tonne und/oder eines Containers ausgestaltet sein. Beispielsweise kann
der Sammelbehälter mindestens einen Aufnahmeraum zur Aufnahme der Speisereste aufweisen,
welcher ganz oder teilweise von mindestens einer Behälterwand umgeben ist. Die Behälterwand
kann beispielsweise ganz oder teilweise aus mindestens einem metallischen Werkstoff
und/oder aus mindestens einem Kunststoffwerkstoff hergestellt sein. Weiterhin kann
der Sammelbehälter mindestens eine Tür und/oder mindestens einen Verschluss aufweisen,
beispielsweise mindestens einen Deckel und/oder mindestens eine Schiebetür. Der Sammelbehälter
kann weiterhin insbesondere mindestens einen Anschluss und/oder mindestens einen Stutzen
für eine Rohrleitung umfassen, über welche zerkleinerte Speisereste aus der mindestens
einen Entsorgungsvorrichtung, insbesondere dem mindestens einen Sammelraum der mindestens
einen Entsorgungsvorrichtung, in den Aufnahmeraum verbracht werden können, beispielsweise
gepumpt werden können.
[0066] Der Sammelbehälter kann ortsfest installiert sein, beispielsweise an einer zentralen
Sammelstelle, beispielsweise in einem Hof oder Keller, oder kann auch beweglich oder
transportfähig ausgestaltet werden. In letzterem Fall kann der Sammelbehälter beispielsweise
temporär in die Nähe der Entsorgungsvorrichtung gebracht werden, temporär mit der
Entsorgungsvorrichtung verbunden werden, beispielsweise über mindestens eine Rohrleitung,
wobei dann zerkleinerte Speisereste aus der Entsorgungsvorrichtung, beispielsweise
aus dem Sammelraum der Entsorgungsvorrichtung, in den Sammelbehälter verbracht werden,
beispielsweise durch einen Pumpvorgang. So kann beispielsweise die Entsorgungsvorrichtung,
wie oben ausgeführt, mindestens eine Pumpe zum Abpumpen von zerkleinerten Speiseresten
aus dem Sammelraum der Entsorgungsvorrichtung umfassen. Diese Pumpe kann eingerichtet
sein, um die zerkleinerten Speisereste aus dem Sammelraum der Entsorgungsvorrichtung
in den Sammelbehälter zu pumpen. Alternativ oder zusätzlich kann jedoch auch mindestens
eine Pumpe in dem Entsorgungssystem umfasst sein, welche nicht Bestandteil der Entsorgungsvorrichtung
ist sondern welche beispielsweise ganz oder teilweise Bestandteil des Sammelbehälters
ist und/oder welche ganz oder teilweise als separate Pumpe ausgestaltet ist. Eine
Entleerung des Sammelraums der Entsorgungsvorrichtung mittels einer Unterdruckvorrichtung,
das beispielsweise dem Sammelbehälter zugeordnet sein kann, ist, alternativ oder zusätzlich,
ebenfalls möglich. Dementsprechend kann das Entsorgungssystem beispielsweise mindestens
eine Unterdruckvorrichtung aufweisen, also eine Vorrichtung, welche eingerichtet ist,
um einen Unterdruck zu erzeugen und mit diesen Unterdrucks zerkleinerte Speisereste
aus dem Sammelraum der Entsorgungsvorrichtung dem Sammelbehälter zuzuführen. Beispielsweise
kann die Unterdruckvorrichtung Bestandteil des Sammelbehälters sein oder mit dem Sammelbehälter
verbunden sein. Allgemein kann der Sammelbehälter beispielsweise über mindestens eine
Rohrleitung mit dem mindestens einen Sammelraum der mindestens einen Entsorgungsvorrichtung
verbunden sein oder verbindbar sein. Diese Rohrleitung kann fest oder reversibel installiert
sein oder kann auch lediglich temporär montiert werden.
[0067] Das Entsorgungssystem kann auf verschiedene Weisen ausgestaltet sein und ist grundsätzlich
flexibel an die jeweiligen Erfordernisse und Gegebenheiten anpassbar. So kann lediglich
eine einzelne Entsorgungsvorrichtung vorgesehen sein, welche beispielsweise ortsfest
im Bereich einer Küche und/oder in einem Arbeitsbereich installiert sein kann. In
regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen, beispielsweise aufgrund einer durch den
mindestens einen Niveausensor gelieferten Füllstandsinformation in dem Sammelraum
der Entsorgungsvorrichtung, kann, automatisch oder durch einen Benutzer initiiert,
eine Entleerung des Sammelraums in den Sammelbehälter erfolgen. Wie oben ausgeführt,
kann zu diesem Zweck der Sammelbehälter ortsfest gelagert sein und mit dem Sammelraum
verbunden sein, beispielsweise über mindestens eine Rohrleitung, oder der Sammelbehälter
kann temporär mit dem Sammelraum verbunden werden, beispielsweise indem der Sammelbehälter
temporär in die Nähe der Entsorgungsvorrichtung verbracht wird.
[0068] Alternativ kann das Entsorgungssystem auch als größeres Entsorgungssystem ausgestaltet
sein, mit mehreren Entsorgungsvorrichtungen, die mit einem oder mehreren Sammelbehältern
permanent oder temporär verbunden sind, beispielsweise über ein eine oder mehrere
Rohrleitungen umfassendes Rohrleitungssystem. Auf diese Weise können beispielsweise
auch größere Küchen entsprechend versorgt werden, indem die Entsorgungssysteme als
Aufgabestationen für Speisereste genutzt werden, mit einer implementierten Zerkleinerung
und einer anschließenden Verbringung in den mindestens einen Sammelbehälter.
[0069] Das Entsorgungssystem kann optional eine Systemsteuerung aufweisen, welche zentral
oder auch dezentral ausgestaltet sein kann. Die mindestens eine optionale Steuerung
der oben genannten mindestens einen Entsorgungsvorrichtung kann beispielsweise Bestandteil
dieser Systemsteuerung sein oder kann auch eingerichtet sein, um mit der Systemsteuerung
zu kommunizieren, beispielsweise um Informationen und/oder Befehle unidirektional
oder bidirektional auszutauschen. Bezüglich möglicher Ausgestaltungen der Systemsteuerung
kann grundsätzlich auf die Möglichkeiten der optionalen Steuerung der Entsorgungsvorrichtung
verwiesen werden.
[0070] Die Entsorgungsvorrichtung kann weiterhin mindestens eine Pumpe zum Abpumpen zerkleinerter
Speisereste aus dem Sammelraum aufweisen. Beispielsweise kann mindestens eine Öffnung
in dem Sammelraum vorgesehen sein und/oder mindestens ein Stutzen in dem Sammelraum,
welcher mit einer Pumpe verbunden ist oder mit einer Pumpe verbindbar ist. Beispielsweise
kann mindestens eine Pumpe zum Abpumpen der zerkleinerten Speisereste aus dem Sammelraum
Bestandteil der Entsorgungsvorrichtung sein.
[0071] In einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Entsorgung
von Speiseresten vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst die nachfolgend näher beschriebenen
Schritte, welche beispielsweise in der genannten Reihenfolge durchgeführt werden können.
Grundsätzlich ist jedoch auch eine andere Reihenfolge möglich. Weiterhin können eine
oder mehrere der genannten Verfahrensschritte zeitlich überlappend, gleichzeitig oder
wiederholt durchgeführt werden.
[0072] Das Verfahren umfasst eine Beschickung mindestens eines Zerkleinerers mit den Speiseresten.
Der Zerkleinerer weist mindestens einen Mahlraum und mindestens einen Sammelraum auf,
wobei der Mahlraum über eine oder mehrere Öffnungen, beispielsweise über ein oder
mehrere Siebe, mit dem Sammelraum verbunden ist. Die Beschickung des Mahlraums mit
den Speiseresten umfasst eine Zufuhr der Speisereste zu dem Mahlraum. Das Verfahren
weist weiterhin mindestens eine Zerkleinerung der Speisereste in dem Mahlraum mittels
mindestens eines Schlagwerkzeugs auf. Weiterhin umfasst das Verfahren mindestens eine
Erzeugung einer Bewegung in den Speiseresten mittels mindestens einer Durchmischungsvorrichtung
in dem Mahlraum. Dabei können, insbesondere mittels der Bewegung in den Speiseresten,
die durch die Durchmischungsvorrichtung in dem Mahlraum erzeugt wird, zerkleinerte
Speisereste kontinuierlich oder auch diskontinuierlich aus dem Mahlraum in den Sammelraum
ausgetragen werden.
[0073] Bezüglich möglicher Ausgestaltungen und/oder Definitionen der im Rahmen der Beschreibung
des Verfahrens verwendeten Begriffe kann auf die obige Beschreibung der Entsorgungsvorrichtung
sowie auf die nachfolgenden Ausführungsbeispiele verwiesen werden. Das Verfahren kann
insbesondere unter Verwendung der Entsorgungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung,
beispielsweise gemäß eines oder mehrerer der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele
und/oder unter Verwendung eines oder mehrerer der nachfolgend noch näher beschriebenen
Ausführungsbeispiele, durchgeführt werden. Weiterhin kann das Verfahren insbesondere
unter Verwendung des Entsorgungssystems gemäß der vorliegenden Erfindung, beispielsweise
gemäß eines oder mehrerer der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele und/oder unter
Verwendung eines oder mehrerer der nachfolgend noch näher beschriebenen Ausführungsbeispiele,
durchgeführt werden. Dementsprechend kann für mögliche Ausgestaltungen des Verfahrens
auf die Beschreibung der Entsorgungsvorrichtung und/oder des Entsorgungssystems verwiesen
werden. Grundsätzlich sind jedoch auch andere Ausgestaltungen denkbar.
[0074] Die vorgeschlagene Entsorgungsvorrichtung und das vorgeschlagene Verfahren zur Entsorgung
von Speiseresten weisen gegenüber bekannten Entsorgungsvorrichtungen und Verfahren
zahlreiche Vorteile auf. So ist als wichtiger Vorteil insbesondere zu nennen, dass
der Bauraum der Entsorgungsvorrichtung und/oder eines die Entsorgungsvorrichtung umfassenden
Systems sehr klein gehalten werden kann. Dementsprechend kann, wie oben ausgeführt,
die Entsorgungsvorrichtung auch in kleineren Küchen oder in kleineren anderen Einrichtungen
zur Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt werden. Insbesondere kann die Entsorgungsvorrichtung
sogar als Untertischmodell ausgestaltet sein. Ein Durchbruch in einen separaten Raum,
beispielsweise in einen unterhalb der eigentlichen Küche oder Einrichtung liegenden
Kellerraum, ist grundsätzlich nicht erforderlich.
[0075] Weiterhin kann die Entsorgungsvorrichtung grundsätzlich als geschlossenes System
ausgestaltet werden. Dadurch kann diese hygienisch unbedenklich und geruchsarm ausgestaltet
werden. Speisereste können direkt am Ort des Auftretens in eine pumpfähige zerkleinerte
Masse umgewandelt werden, die daraufhin ohne weitere Behandlung beispielsweise in
einer Biogasanlage verwendet werden kann.
[0076] Zudem ist für den Betrieb der Entsorgungsvorrichtung nur wenig oder grundsätzlich
kein Wasser oder anderes Reinigungsmittel erforderlich. Derartige Flüssigkeiten müssen
somit grundsätzlich nicht mehr aus den Abfällen entfernt werden. Zudem sind kein Frischwasseranschluss
und auch kein Abwasseranschluss erforderlich. Insgesamt lassen sich somit die baulichen
Voraussetzungen für den Betrieb der Entsorgungsvorrichtung und auch die Betriebskosten
deutlich reduzieren.
[0077] Weiterhin kann die erfindungsgemäße Entsorgungsvorrichtung kontinuierlich betrieben
werden oder auch alternativ bei einem geringeren Anfall von Speiseresten lediglich
diskontinuierlich arbeiten.
[0078] In der Entsorgungsvorrichtung, beispielsweise in einer Aufgabestation der Entsorgungsvorrichtung,
sind grundsätzlich nur wenige Bauteile erforderlich. Hierdurch lässt sich, wie oben
ausgeführt, die Entsorgungsvorrichtung insgesamt kompakt, robust und funktionssicher
gestalten. Weiterhin ist durch die geringe Anzahl an Bauteilen ein preisgünstiger
Aufbau möglich.
[0079] Sämtliche erforderliche Bestandteile der Entsorgungsvorrichtung können zudem platzsparend
in der Entsorgungsvorrichtung, welche ganz oder teilweise als Aufgabestation ausgestaltet
sein kann, integriert sein. Einzig ein Sammelbehälter, welcher beispielsweise die
Abfallmengen von einem oder mehreren Tagen aufnehmen kann, kann beispielsweise an
einer zentralen Stelle vorgesehen sein. Dieser Aufnahmebehälter kann beispielsweise
über ein Rohrleitungssystem mit dem Sammelraum verbunden sein, wobei beispielsweise
die oben beschriebene Pumpe zum Pumpen zerkleinerter Speisereste aus dem Sammelraum
in den Sammelbehälter oder Abfallbehälter verwendet werden kann.
[0080] Da eine einzelne Entsorgungsvorrichtung in Form einer einzelnen Aufgabestation grundsätzlich
wenig Bauraum beanspruchen muss, können in einer Küche auch beispielsweise mehrere
derartiger Einrichtungen zum Einsatz kommen. Eine steuerungstechnische Verbindung
der einzelnen Entsorgungsvorrichtungen untereinander ist grundsätzlich nicht erforderlich.
Es können jedoch optional auch mehrere der beschriebenen Entsorgungsvorrichtungen
zu einem Entsorgungssystem zusammengeschaltet sein.
[0081] Durch die Aufbereitung der Speisereste zu einer zerkleinerten und vorzugsweise pumpfähigen
Masse, auch als Substrat bezeichnet, können weiterhin kleine Leitungsquerschnitte
verwendet werden. So können die oben beschriebene Pumpe und/oder die Rohrleitungen,
über welche die zerkleinerten Speisereste aus dem Sammelraum in einen Sammelbehälter
oder Abfallbehälter pumpen können, sehr klein dimensioniert werden. Beispielsweise
können Leitungsquerschnitte mit einem Durchmesser von maximal oder auch weniger als
75 mm verwendet werden, vorzugsweise mit einem Durchmesser von maximal 50 mm. So kann
beispielsweise der Sammelraum mit einem Stutzen verbunden sein, welcher einen Leitungsquerschnitt
von nicht mehr als 50 mm aufweist, beispielsweise nach DN 50 mm. Diese kleinen Leitungen
sind bautechnisch praktisch überall problemlos zu verlegen.
[0082] Insgesamt lässt sich mit der vorliegenden Erfindung ein kleines und kostengünstiges
Entsorgungssystem realisieren. Die Entsorgungsvorrichtung ist auch für kleinere Küchen
der Gemeinschaftsverpflegung geeignet. Sie ist grundsätzlich unterbaufähig und kann
flexibel am Arbeitsplatz, beispielsweise in einer Spülküche und/oder in einer Vorbereitungszone,
installiert werden. Die Speisereste können direkt am Ort des Entstehens zerkleinert
werden und dann beispielsweise über einen Schlauch oder eine Rohrleitung in einen
Sammeltank gefördert werden. So kann der Sammelraum über eine oder mehrere Rohrleitungen
mit einem größeren Sammelbehälter, Sammeltank oder Abfallbehälter verbunden sein.
Die oben beschriebene Pumpe kann für den Zweck dieser Beförderung vorgesehen sein.
[0083] Die Entsorgungsvorrichtung kann den oben beschriebenen Zerkleinerer umfassen, welcher
ein Gehäuse und ein Mahlwerk umfassen kann. Durch einen Schacht können Speisereste
dem Zerkleinerer zugeführt werden. Mittels einer Pumpe kann das zerkleinerte Material
aus dem Zerkleinerer, beispielsweise dem Sammelraum, abgepumpt werden. Weiterhin kann,
wie oben ausgeführt, eine Steuerung vorgesehen sein.
[0084] In dem Gehäuse des Zerkleinerers kann der eigentliche Mahlraum vorgesehen sein, in
dem sich beispielsweise ein Mahlwerk drehen kann. Das Gehäuse des Zerkleinerers kann
beispielsweise durch eine umgebende Wand gebildet werden, oben auch als Mahlraumwand
bezeichnet. So kann sich zwischen dem Mahlraum und den eigentlichen Gehäusewänden
des Zerkleinerers ein zusätzlicher Raum ergeben, welcher als Sammelraum im Sinne der
obigen Beschreibung genutzt werden kann. Die Wand des Mahlraums kann zumindest teilweise
durchbrochen sein, so dass Flüssigkeiten und/oder Partikel unterhalb einer bestimmten
Größe aus dem Mahlraum in den Zwischenraum und/oder den Sammelraum gelangen können.
Das gesamte Mahlwerk kann nach hinten geneigt werden, wie oben ausgeführt, und in
dieser Weise im Zerkleinerer eingebaut sein. Auf diese Weise kann durch die Neigung
des Mahlraums sichergestellt werden, dass Speisereste der Zerkleinerungsvorrichtung,
insbesondere dem Mahlwerk, zugeführt werden, insbesondere aufgrund ihrer eigenen Gewichtskraft.
Zumindest aber kann der Boden des Mahlraums mit einer Neigung zu der Zerkleinerungsvorrichtung,
insbesondere dem Mahlwerk, hin ausgeführt sein. Der Boden kann ebenfalls Durchbrüche
aufweisen und kann beispielsweise als Bestandteil der Mahlraumwände ausgebildet sein
oder kann als separater Boden ausgebildet sein. So kann der Boden beispielsweise ein
Sieb bilden und kann beispielsweise derart ausgestaltet sein, dass nur ausreichend
zerkleinertes Material unterhalb einer bestimmten Partikelgröße in den Sammelraum
unterhalb des Bodens gelangen kann.
[0085] Die Zerkleinerungsvorrichtung, insbesondere das Mahlwerk, kann mit mindestens einem,
bevorzugt zwei oder auch mehreren, flexiblen Schlagelementen, beispielsweise Ketten,
ausgerüstet sein. Diese Schlagwerkzeuge können beispielsweise an einer Nabe befestigt
sein. Die Schlagelemente können insbesondere derart angeordnet sein, dass keine Unwucht
auftritt, so dass insgesamt die Entsorgungsvorrichtung sehr leise und vibrationsarm
arbeiten kann. Die Schlagelemente können bevorzugt aus einem sehr beständigen Werkstoff
gefertigt sein, beispielsweise einem gehärteten Stahl. Auch andere Ausgestaltungen
der Schlagelemente sind jedoch grundsätzlich möglich.
[0086] Wie oben ausgeführt, kann weiterhin in dem Mahlraum mindestens eine Trennvorrichtung
vorgesehen sein. Insbesondere lässt sich dies auf einfache Weise derart gestalten,
dass unmittelbar hinter der Zerkleinerungsvorrichtung eine Trennscheibe eingesetzt
wird. Diese Trennscheibe kann auf einfache Weise derart eingerichtet sein, dass sie
zur Mahlraumwand hin einen Spalt bildet, durch den lediglich ausreichend zerkleinertes
Material nach hinten, in den Feinraum hin, abfließen kann. Die Trennscheibe kann jedoch
auch, alternativ oder zusätzlich, mit einem oder mehreren Durchbrüchen versehen sein
und dementsprechend beispielsweise ganz oder teilweise als Siebscheibe ausgebildet
sein. Diese Siebscheibe kann ebenfalls mit der Antriebsachse, beispielsweise der Nabe,
verbunden sein und kann sich beispielsweise mit der Zerkleinerungsvorrichtung mitdrehen.
Alternativ oder zusätzlich kann die mindestens eine Trennvorrichtung, beispielsweise
die mindestens eine Siebscheibe, auch so in dem Mahlraum eingebaut sein, dass diese
stillsteht. Wiederum alternativ oder zusätzlich kann die mindestens eine Trennvorrichtung,
beispielsweise die mindestens eine Siebscheibe, auch derart eingebaut sein, dass diese
frei drehbar ist und beispielsweise einen eigenen Antrieb aufweist. Hierdurch kann
die Trennvorrichtung, beispielsweise die Siebscheibe, beispielsweise mit einer beliebigen
Drehzahl mit oder entgegen der Drehrichtung der Zerkleinerungsvorrichtung drehen.
[0087] Hinter der Trennvorrichtung, beispielsweise hinter der Trennscheibe, kann die Durchmischungsvorrichtung
angeordnet sein, beispielsweise in einem Feinraum. Mit Hilfe der Durchmischungsvorrichtung
kann, beispielsweise bei einer Drehung des Mahlwerks, eine Strömung erzeugt werden,
welche beispielsweise durch die Siebscheibe und/oder die Trennvorrichtung hindurch
erfolgt und/oder welche im Fall einer einfachen Trennscheibe beispielsweise durch
den äußeren Spalt hinter die Trennscheibe erfolgt. So kann die Durchmischungsvorrichtung
allgemein in diesem oder auch in anderen Ausführungsbeispielen eingerichtet sein,
um eine Bewegung der Speisereste von dem Beschickungsraum durch die Trennvorrichtung
hindurch in den Feinraum hinein zu erzeugen. Durch das Abströmen von zerkleinertem
Material hinter die Trennvorrichtung kann unzerkleinertes Material zu der Zerkleinerungsvorrichtung
hin, beispielsweise hin zu dem Schlagwerk, gefördert werden. Dies kann die Wirkung
des Zerkleinerers verbessern. Die Durchmischungsvorrichtung kann somit insbesondere
als Strömungsvorrichtung ausgestaltet sein. Diese Strömungsvorrichtung kann beispielsweise
durch mehrere Flügel auf einer Rückseite der Trennvorrichtung, beispielsweise der
Trennscheibe, geschaffen werden. Die Strömungsvorrichtung kann jedoch alternativ oder
zusätzlich allgemein auch die Form eines Propellers aufweisen oder andere Ausbildungen
und muss nicht unmittelbar Teil der Trennscheibe sein oder mit der Trennscheibe verbunden
sein.
[0088] Der Raum, welcher sich hinter der Trennscheibe bildet, kann, wie oben ausgeführt,
auch als Feinraum bezeichnet werden. Der Feinraum kann wiederum über eine oder mehrere
Öffnungen, beispielsweise über einen oder mehrere Durchbrüche, mit dem Sammelraum
verbunden sein. Dieser Sammelraum kann beispielsweise seitlich und/oder unterhalb
des Mahlraums vorgesehen sein. Durch die eine oder mehreren Öffnungen kann sich somit
ausreichend zerkleinertes Material in diesem Sammelraum sammeln.
[0089] Die oben beschriebenen Elemente des Schlagwerkzeugs und der Durchmischungsvorrichtung
sowie optional der Trennvorrichtung können, wie ausgeführt, insbesondere auf einer
gemeinsamen Antriebsachse, beispielsweise einer gemeinsamen Welle, angeordnet sein.
Hierdurch kann sich der Aufbau sehr einfach und kostengünstig gestalten.
[0090] Das Mahlwerk, insbesondere das Schlagwerkzeug, oder zumindest die Durchmischungsvorrichtung,
welche als Strömungseinrichtung ausgestaltet sein kann, können in gleicher Drehrichtung
angetrieben werden oder können auch in reversierender Drehrichtung angetrieben sein.
Letzteres kann insbesondere dazu führen, dass eventuell auftretende Verstopfungen
in der Trennvorrichtung, beispielsweise der Siebscheibe und/oder Trennscheibe, beseitigt
werden können.
Die Zerkleinerungsvorrichtung, beispielsweise das Mahlwerk, kann insbesondere durch
mindestens einen Elektromotor angetrieben werden. Insbesondere kann mindestens ein
Elektromotor mit mindestens einem Untersetzungsgetriebe in Form mindestens eines Riemenantriebs,
beispielsweise mindestens eines Keilriemenantriebs, verwendet werden. Die Zerkleinerungsvorrichtung
kann somit insbesondere mindestens einen Antrieb oder mindestens ein Getriebe aufweisen,
beispielsweise mit mindestens einem Riemenantrieb, insbesondere zum Antrieb des Mahlwerks.
Hierdurch lassen sich insgesamt die Entsorgungsvorrichtung und das Verfahren zur Entsorgung
der Speisereste sehr geräuscharm gestalten. Weiterhin kann auf diese Weise, insbesondere
bei Verwendung eines Riemens wie beispielsweise eines Keilriemens, ein Überlastschutz
gewährleistet werden. Andere Ausführungsformen für das Getriebe sind grundsätzlich
ebenfalls denkbar, beispielsweise ein Flachriemengetriebe, ein Keilrippenriemen-Getriebe,
ein Zahnriemengetriebe, ein Schubgliedergetriebe, ein Zahnradgetriebe. Auch Kombinationen
der genannten Antriebe oder Getriebe sind grundsätzlich denkbar. Die Nenndrehzahl
der Zerkleinerungsvorrichtung, beispielsweise des Mahlwerks, kann beispielsweise bei
1000 Umdrehungen/min liegen. Wie oben ausgeführt, können jedoch auch andere Drehzahlen
verwendet werden.
[0091] Weiterhin kann im Sammelraum, also beispielsweise im Gehäuse des Zerkleinerers außerhalb
des Mahlraums und/oder in einem Zwischenraum zwischen einer Mahlraumwand und einem
Gehäuse des Zerkleinerers, mindestens ein Niveausensor und/oder eine andere Art der
Niveau-Erfassungseinrichtung angeordnet sein. Mittels des mindestens einen Niveausensors
kann beispielsweise ein Füllstand in dem Sammelraum erfasst werden. Insbesondere kann
auf einfache Weise, wie oben ausgeführt, mindestens ein Schwimmerschalter verwendet
werden.
[0092] An den Sammelraum kann, wie oben ausgeführt, mindestens eine Pumpe angeschlossen
sein, mit welcher zerkleinerte und/oder pastöse Speisereste aus der Entsorgungsvorrichtung,
welche auch als Aufgabestation ausgebildet sein kann, abgepumpt werden können. Die
Pumpe kann grundsätzlich auf beliebige Weise ausgestaltet sein. Insbesondere kann
die Pumpe mindestens eine Impellerpumpe aufweisen. Auch andere Pumpenarten sind jedoch
grundsätzlich einsetzbar, beispielsweise Schlauchpumpen oder Exzenterschneckenpumpen.
[0093] Der Zerkleinerer kann beispielsweise innerhalb eines Gehäuses der Entsorgungsvorrichtung,
also innerhalb eines Außengehäuses, schwingend gelagert sein. Hierdurch ergibt sich
insbesondere eine Verringerung der Geräusche und/oder eine Verringerung von Schwingungen
in der Arbeitsumgebung. Auch auf diese Weise lässt sich die Entsorgungsvorrichtung
einfach und bequem und ohne störende Geräusche in eine Arbeitsumgebung integrieren.
[0094] Der gesamte Aufbau der Entsorgungsvorrichtung, insbesondere der Aufgabestation, kann
weiterhin derart gestaltet sein, dass alle Bauteile, insbesondere für den Fall von
Wartungen, leicht erreichbar sind. So kann beispielsweise der Zerkleinerer ein Gehäuse
aufweisen, welches über die oben genannte mindestens eine Tür verfügt, so dass beispielsweise
ein ungehinderter Zugang zum Innenraum möglich ist. Auch die oben genannte optionale
Pumpe kann derart ausgestaltet sein und eingebaut sein, dass gegebenenfalls Wartungsarbeiten
einfach zu erledigen sind. Beispielsweise kann die Pumpe auf einfache Weise durch
Abnehmen von Frontblenden oder rückseitigen Blenden oder Seitenblenden eines äußeren
Gehäuses der Entsorgungsvorrichtung zugänglich sein.
[0095] Wie weiterhin oben ausgeführt, kann sich am Boden des Sammelraums mindestens eine
Öffnung befinden, durch die der Sammelraum auch beispielsweise manuell entleert werden
kann.
[0096] Um in Betriebspausen die hygienische Situation insgesamt zu verbessern und um ein
Auftreten von Gerüchen zu vermeiden, kann die Einwurföffnung beispielsweise mit Wasser
und/oder einem Desinfektionsmittel ausgespült werden. Weiterhin kann die Einwurföffnung
auch verschließbar gestaltet sein. So kann die Entsorgungsvorrichtung mindestens eine
Verschlussvorrichtung zum Verschließen der Einwurföffnung aufweisen. Beispielsweise
kann die Verschlussvorrichtung mindestens einen fest oder reversibel arretierbaren
Stopfen aufweisen. Grundsätzlich sind jedoch auch alternativ oder zusätzlich andere
Verschlussvorrichtungen einsetzbar, beispielsweise Klappen, Schieber oder andere Arten
von Verschlussvorrichtungen.
[0097] Wie oben ausgeführt, kann die Entsorgungsvorrichtung, welche als Aufgabestation ausgebildet
sein kann, insbesondere Bestandteil eines Entsorgungssystems sein, welches die mindestens
eine Entsorgungsvorrichtung umfasst. Weiterhin kann das Entsorgungssystem, wie oben
ebenfalls beschrieben, mindestens einen Sammelbehälter umfassen, welcher fest oder
reversibel mit dem mindestens einen Sammelraum verbunden ist. Beispielsweise kann
das Entsorgungssystem mindestens ein Rohrleitungssystem umfassen, welches den Sammelbehälter
mit dem mindestens einen Sammelraum verbindet. Weiterhin kann die oben beschriebene
mindestens eine Pumpe vorgesehen sein, um zerkleinerte Speisereste aus dem Sammelraum
regelmäßig oder in unregelmäßigen Abständen oder nach Bedarf von dem Sammelraum in
den Sammelbehälter zu pumpen. So kann die Entsorgungsvorrichtung beispielsweise als
Aufgabestation am Ort der Entstehung der Speisereste angeordnet sein, wohingegen der
Sammelbehälter beispielsweise an einem anderen Ort des Gebäudes angeordnet sein kann,
beispielsweise in einem Kellerraum und/oder einem Hofraum.
[0098] Die vorgeschlagene Entsorgungsvorrichtung weist insbesondere auch gegenüber dem oben
genannten Stand der Technik erhebliche Vorteile auf. So beschreibt die
DE 295 14 167 U1 unter anderem nicht das Merkmal einer Unterteilung in einen Mahlraum und einen Sammelraum,
wobei in dem Mahlraum eine Durchmischungsvorrichtung angeordnet ist, welche zur Erzeugung
einer Bewegung in den dortigen Speiseresten eingerichtet ist. Durch diesen Unterschied
lässt sich insbesondere der Bauraum der Entsorgungsvorrichtung erheblich vermindern.
Weiterhin lässt sich die Effizienz der Zerkleinerung deutlich erhöhen und gleichzeitig
ein Einsatz von Wasser vermindern. In
DE 295 14 167 U1 sind stattdessen starre Abweiser vorgesehen, die als Prallbleche wirken und daher
zusätzlich stets eine bereits vorhandene Bewegung der Speisereste erfordern, die durch
die Abweiser umgelenkt wird. Dementsprechend benötigt die in
DE 295 14 167 U1 beschriebene Konstruktion stets auch eine zusätzliche Zufuhr erheblicher Mengen an
Wasser, welche im Rahmen der vorgeschlagenen Entsorgungsvorrichtung vermieden werden
kann.
[0099] Auch gegenüber den Druckschriften
JP 2008 - 114 149 A,
US 2010/ 0 276 526 A1 und
DE 43 00 784 A1 weist die vorgeschlagene Vorrichtung erhebliche Vorteile auf, da auch diese Dokumente
die genannten Merkmale der vorgeschlagenen Entsorgungsvorrichtung nicht offenbaren.
So ist in der
JP 2008 - 114 149 A ein erheblicher zusätzlicher Bauraum für das "moving vane" vorzusehen, wobei dieses
Element auch nicht in dem Mahlraum angeordnet ist und dementsprechend auch keine Bewegung
dort herbeiführen kann. Auch in
JP 2008 - 114 149 A ist dementsprechend eine Zuführung von Wasser für den Transport bzw. für die Zerkleinerung
der Speisereste vorgesehen. Diese Zufuhr von Wasser bedingt jedoch den Nachteil, dass
das zugeführte Wasser am Ende des Prozesses wieder aufwändig aus den Abfällen entfernt
werden muss - im Gegensatz zu der vorgeschlagenen Lösung, welche grundsätzlich ohne
die Notwendigkeit der Verwendung von Wasser als Transportmedium auskommen kann, auch
wenn diese prinzipiell möglich ist.
[0100] In
US 2010/ 0 276 526 A1 ist zwar nicht zwingend eine Zufuhr von Wasser vorgesehen, was jedoch durch ein aufwändiges
Fördersystem in Form von Förderschnecken erkauft wird. Diese bedingen wiederum einen
erheblichen zusätzlichen Bauraum. Zudem ist das Fördersystem nicht in dem Mahlraum
selbst angeordnet, und es wird keine Bewegung in dem Mahlraum selbst herbeigeführt,
so dass die Speisereste nicht in dem Mahlraum selbst in Bewegung gehalten werden.
Dementsprechend ist die Zerkleinerungseffizienz der in
US 2010/ 0 276 526 A1 beschriebenen Vorrichtung der Zerkleinerungseffizienz der vorliegend vorgeschlagenen
Vorrichtung unterlegen.
[0101] Zusammenfassend sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung folgende Ausführungsformen
besonders bevorzugt:
Ausführungsform 1: Entsorgungsvorrichtung zur Entsorgung von Speiseresten, umfassend
mindestens einen Zerkleinerer, wobei der Zerkleinerer mindestens einen Mahlraum und
mindestens einen Sammelraum aufweist, wobei der Mahlraum über eine oder mehrere Öffnungen
mit dem Sammelraum verbunden ist, wobei in dem Mahlraum mindestens eine Zerkleinerungsvorrichtung
mit mindestens einem Schlagwerkzeug zur Zerkleinerung der Speisereste angeordnet ist,
wobei zusätzlich in dem Mahlraum mindestens eine Durchmischungsvorrichtung zur Erzeugung
einer Bewegung in den Speiseresten angeordnet ist.
Ausführungsform 2: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Zerkleinerungsvorrichtung ein Mahlwerk umfasst.
Ausführungsform 3: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug getrennt von der Durchmischungsvorrichtung ausgebildet ist.
Ausführungsform 4: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug mindestens eine Mehrzahl an gelenkig miteinander verbundenen
Schlaggliedern aufweist.
Ausführungsform 5: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug mindestens eine Kette aufweist.
Ausführungsform 6: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug jeweils auf einer Seite mit mindestens einer Antriebsachse
verbundene Ketten aufweist.
Ausführungsform 7: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug zwei, auf einander gegenüberliegenden Seiten angeordnete
und mit einer Antriebsachse verbundene, Ketten aufweist.
Ausführungsform 8: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug um eine Antriebsachse rotiert.
Ausführungsform 9: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Zerkleinerungsvorrichtung mindestens eine Antriebsachse und mindestens einen
Antrieb aufweist, wobei der Antrieb eingerichtet ist, um die Antriebsachse in eine
Rotation zu versetzen, insbesondere eine Rotation von 500-2000 Umdrehungen/min und
besonders bevorzugt eine Rotation von 1000 Umdrehungen/min.
Ausführungsform 10: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei der Antrieb einen Riemenantrieb, insbesondere einen Keilriemenantrieb, aufweist.
Ausführungsform 11: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei der Antrieb eine außerhalb des Mahlraums angeordnete Antriebsscheibe, insbesondere
eine Riemenscheibe, umfasst, welche mit der Antriebsachse verbunden ist.
Ausführungsform 12: Entsorgungsvorrichtung nach einer der drei vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Antrieb weiterhin mindestens einen außerhalb des Mahlraums angeordneten
Antriebsmotor umfasst, welcher mit der Antriebsachse verbunden ist.
Ausführungsform 13: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vier vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Antriebsachse eine Mahlraumwand des Mahlraums durchdringt.
Ausführungsform 14: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Zerkleinerungsvorrichtung und die Durchmischungsvorrichtung durch einen
gemeinsamen Antrieb angetrieben werden.
Ausführungsform 15: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug und die Durchmischungsvorrichtung axial beabstandet zueinander
auf einer Antriebsachse angeordnet sind.
Ausführungsform 16: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Durchmischungsvorrichtung eingerichtet ist, um eine Strömung in den Speiseresten
zu erzeugen.
Ausführungsform 17: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Durchmischungsvorrichtung mindestens einen Flügel, vorzugsweise mindestens
zwei oder mindestens drei Flügel, aufweist.
Ausführungsform 18: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Flügel um eine Antriebsachse rotierbar gelagert sind.
Ausführungsform 19: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Durchmischungsvorrichtung eingerichtet ist, um die Bewegung in den Speiseresten
in einem Bereich der Öffnungen zu erzeugen, so dass zerkleinerte Speisereste durch
die Bewegung zu den Öffnungen geführt werden.
Ausführungsform 20: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Mahlraum unterteilt ist in mindestens einen Beschickungsraum zur Aufnahme
unzerkleinerter Speisereste und mindestens einen Feinraum zur Aufnahme vollständig
oder teilweise zerkleinerter Speisereste.
Ausführungsform 21: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Zerkleinerungsvorrichtung ganz oder teilweise in dem Beschickungsraum oder
zwischen dem Beschickungsraum und dem Feinraum angeordnet ist.
Ausführungsform 22: Entsorgungsvorrichtung nach einer der beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Durchmischungsvorrichtung ganz oder teilweise in dem Feinraum angeordnet
ist.
Ausführungsform 23: Entsorgungsvorrichtung nach einer der drei vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Zerkleinerer mindestens eine Trennvorrichtung zur Trennung des Beschickungsraums
und des Feinraums aufweist, wobei ausschließlich Speisereste einer vorgegebenen Maximalgröße
die Trennvorrichtung passieren können.
Ausführungsform 24: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Trennvorrichtung ausgewählt ist aus einer Trennscheibe und einem Sieb.
Ausführungsform 25: Entsorgungsvorrichtung nach einer der beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Schlagwerkzeug, die Durchmischungsvorrichtung und die Trennvorrichtung auf
einer gemeinsamen Antriebsachse gelagert sind.
Ausführungsform 26: Entsorgungsvorrichtung nach einer der sechs vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Beschickungsraum über mindestens eine Beschickungsöffnung mit unzerkleinerten
Speiseresten beschickbar ist.
Ausführungsform 27: Entsorgungsvorrichtung nach einer der sieben vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Feinraum derart zu dem Beschickungsraum angeordnet ist, dass zerkleinerte
Speisereste aufgrund ihrer Gravitationskraft von dem Beschickungsraum in den Feinraum
bewegt werden.
Ausführungsform 28: Entsorgungsvorrichtung nach einer der acht vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Feinraum zumindest teilweise unterhalb des Beschickungsraums angeordnet
ist.
Ausführungsform 29: Entsorgungsvorrichtung nach einer der neun vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Mahlraum eine Achse aufweist, insbesondere eine Zylinderachse, welche gegenüber
einer Horizontalen um einen Winkel geneigt ist.
Ausführungsform 30: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Neigung 5° bis 70°, insbesondere 10° bis 45°, beträgt.
Ausführungsform 31: Entsorgungsvorrichtung nach einer der beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Mahlraum einen kreisförmigen, polygonalen oder ovalen Querschnitt aufweist.
Ausführungsform 32: Entsorgungsvorrichtung nach einer der drei vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Mahlraum eine Zylinderform oder Trommelform aufweist.
Ausführungsform 33: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei ein Boden des Mahlraums gegenüber einer Horizontalen um einen Winkel geneigt
ist, insbesondere um einen Winkel von 5° bis 70°, vorzugsweise einen Winkel von 10°
bis 45°.
Ausführungsform 34: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Mahlraum mindestens eine Mahlraumwand aufweist, wobei die eine oder mehreren
Öffnungen in der Mahlraumwand angeordnet sind und einen Übertritt von zerkleinerten
Speiseresten von dem Mahlraum in den Sammelraum ermöglichen.
Ausführungsform 35: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die eine oder mehreren Öffnungen mindestens ein Sieb bilden.
Ausführungsform 36: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die eine oder mehreren Öffnungen einen Durchmesser oder Äquivalentdurchmesser
von 3 mm bis 15 mm aufweisen.
Ausführungsform 37: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Mahlraum mindestens eine Tür zur Durchführung von Wartungsarbeiten aufweist,
insbesondere eine Tür mit mindestens einer Dichtung.
Ausführungsform 38: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Sammelraum mindestens eine Tür zur Durchführung von Wartungsarbeiten aufweist,
insbesondere eine Tür mit mindestens einer Dichtung.
Ausführungsform 39: Entsorgungsvorrichtung nach den beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Tür des Mahlraums und die Tür des Sammelraums als gemeinsame Tür ausgebildet
sind.
Ausführungsform 40: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Sammelraum mindestens eine Öffnung für eine manuelle Entleerung aufweist.
Ausführungsform 41: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Entsorgungsvorrichtung weiterhin mindestens eine Pumpe zum Abpumpen zerkleinerter
Speisereste aus dem Sammelraum aufweist.
Ausführungsform 42: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Entsorgungsvorrichtung weiterhin mindestens einen Niveausensor zur Erfassung
mindestens eines Niveaus zerkleinerter Speisereste in dem Sammelraum aufweist.
Ausführungsform 43: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei der Niveausensor mindestens einen Schwimmerschalter aufweist.
Ausführungsform 44: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Entsorgungsvorrichtung mindestens eine Steuerung aufweist, wobei die Steuerung
eingerichtet ist, um die Entsorgungsvorrichtung ganz oder teilweise anzusteuern.
Ausführungsform 45: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Steuerung weiterhin eingerichtet ist, um einen Füllstand in dem Sammelraum
zu überwachen.
Ausführungsform 46: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei ein Boden des Sammelraums zu einem Sammelpunkt oder Sammelbereich hin geneigt
ist.
Ausführungsform 47: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Sammelraum den Mahlraum zumindest teilweise umschließt.
Ausführungsform 48: Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei der Zerkleinerer innerhalb eines Gehäuses der Entsorgungsvorrichtung angeordnet
ist.
Ausführungsform 49: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei das Gehäuse mindestens eine Einwurföffnung zur Eingabe von Speiseresten aufweist,
wobei die Einwurföffnung mit dem Mahlraum verbunden ist.
Ausführungsform 50: Entsorgungsvorrichtung nach der vorhergehenden Ausführungsform,
wobei die Einwurföffnung einen Einwurftrichter umfasst.
Ausführungsform 51: Entsorgungsvorrichtung nach einer der beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Einwurföffnung über mindestens einen Schacht mit dem Mahlraum verbunden
ist.
Ausführungsform 52: Entsorgungsvorrichtung nach einer der drei vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei die Einwurföffnung in einer Arbeitsfläche des Gehäuses angeordnet ist, insbesondere
in einer oberen Arbeitsfläche und besonders bevorzugt in einer ebenen Arbeitsfläche.
Ausführungsform 53: Entsorgungsvorrichtung nach einer der fünf vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Gehäuse ein Fußgestell aufweist.
Ausführungsform 54: Entsorgungsvorrichtung nach einer der sechs vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Gehäuse eine Höhe von maximal 1,5 m, vorzugsweise von maximal 1,0 m, aufweist.
Ausführungsform 55: Entsorgungsvorrichtung nach einer der sieben vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei das Gehäuse mindestens eine Tür aufweist, wobei der Zerkleinerer durch Öffnen
der Tür zugänglich ist, insbesondere mindestens eine Tür mit vertikalem Scharnier
und/oder mindestens eine abnehmbare Blende.
Ausführungsform 56: Entsorgungssystem zur Entsorgung von Speiseresten, umfassend mindestens
eine Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, weiterhin
umfassend mindestens einen mit der Entsorgungsvorrichtung verbundenen oder verbindbaren
Sammelbehälter zur Aufnahme von zerkleinerten Speiseresten.
Ausführungsform 57: Entsorgungssystem nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei
der Sammelbehälter über mindestens eine Rohrleitung mit dem Sammelraum der Entsorgungsvorrichtung
verbundenen oder verbindbar ist.
Ausführungsform 58: Verfahren zur Entsorgung von Speiseresten, umfassend eine Beschickung
mindestens eines Zerkleinerers mit den Speiseresten, wobei der Zerkleinerer mindestens
einen Mahlraum und mindestens einen Sammelraum aufweist, wobei der Mahlraum über eine
oder mehrere Öffnungen mit dem Sammelraum verbunden ist, die Beschickung eine Zufuhr
der Speisereste zu dem Mahlraum umfasst, wobei das Verfahren weiterhin eine Zerkleinerung
der Speisereste in dem Mahlraum mittels mindestens eines Schlagwerkzeugs umfasst,
wobei das Verfahren weiterhin mindestens eine Erzeugung einer Bewegung in den Speiseresten
mittels mindestens einer Durchmischungsvorrichtung in dem Mahlraum umfasst.
Ausführungsform 59: Verfahren nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei das Verfahren
eine Verwendung einer Entsorgungsvorrichtung nach einer der vorhergehenden, eine Entsorgungsvorrichtung
betreffenden Ausführungsformen umfasst.
Ausführungsform 60: Verfahren nach einer der beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei durch die Bewegung in den Speiseresten zerkleinerte Speisereste kontinuierlich
oder diskontinuierlich aus dem Mahlraum in den Sammelraum ausgetragen werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0102] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen, insbesondere in Verbindung mit
den Unteransprüchen. Hierbei können die jeweiligen Merkmale für sich alleine oder
zu mehreren in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die Erfindung ist nicht
auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. Die Ausführungsbeispiele sind in den Figuren
schema-tisch dargestellt. Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren bezeichnen
dabei gleiche oder funktionsgleiche bzw. hinsichtlich ihrer Funktionen einander entsprechende
Elemente.
[0103] Im Einzelnen zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Gesamtdarstellung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Entsorgungsvorrichtung;
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung durch die Entsorgungsvorrichtung gemäß Figur 1 in einem Querschnitt;
- Figur 3
- eine Vorderansicht der Entsorgungsvorrichtung mit abgenommener Frontblende; und
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die Entsorgungsvorrichtung gemäß Figur 1 bei abgenommener oberer
Abdeckung sowie ein schematisches Ausführungsbeispiel eines Entsorgungssystems.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0104] In den Figuren 1 bis 4 ist, in verschiedenen Ansichten und Darstellungen, ein mögliches
Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Entsorgungsvorrichtung 110 zur Entsorgung
von Speiseresten dargestellt. Die Entsorgungsvorrichtung 110 kann auch als Aufgabestation
bezeichnet werden oder als Aufgabestation ausgestaltet und/oder verwendet sein. Dabei
zeigt Figur 1 eine perspektivische Darstellung der Entsorgungsvorrichtung 110, Figur
2 zeigt eine Schnittdarstellung durch die Entsorgungsvorrichtung 110 in einem Querschnitt,
entlang einer Schnittlinie A-A in Figur 3, Figur 3 zeigt eine Vorderansicht der Entsorgungsvorrichtung
110, mit abgenommener Frontblende, und Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf die Entsorgungsvorrichtung
110 mit abgenommener oberer Abdeckung. In der nachfolgenden Beschreibung wird auf
diese Figuren gemeinsam Bezug genommen. Die Entsorgungsvorrichtung 110 kann weiterhin,
wie in Figur 4 schematisch angedeutet, Bestandteil eines unten noch näher beschriebenen
Entsorgungssystems sein.
[0105] Die Entsorgungsvorrichtung 110 in dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel
umfasst zunächst vorzugsweise ein äußeres Gehäuse 112, welches vorzugsweise mehrteilig
ausgestaltet ist. Wie beispielsweise in Figur 1 erkennbar ist, umfasst das äußere
Gehäuse beispielsweise eine Frontblende 114, Seitenblenden 116, eine obere Abdeckung
118 (auch als Arbeitsfläche bezeichnet) sowie optional ein Gestell 120. Weiterhin
kann das äußere Gehäuse 112, wie in Figur 2 erkennbar, eine rückseitige Blende 122
aufweisen. Die Blenden 114, 116 und 122 sowie die obere Abdeckung 118 können jeweils
fest montiert sein, können jedoch auch jeweils einzeln abnehmbar gestaltet werden.
Insbesondere kann die Frontblende 114 abnehmbar gestaltet werden, so dass durch Abnehmen
der Frontblende ein Zugriff auf die Komponenten im Innenraum des äußeren Gehäuses
114 möglich ist.
[0106] Im Inneren des Gehäuses ist ein Zerkleinerer 124 aufgenommen. Dieser Zerkleinerer
124 kann beispielsweise im Inneren des Gehäuses 112 durch eine entsprechende, in den
Figuren nicht dargestellte Aufhängung gelagert sein, welche beispielsweise eine Schwingungsdämpfung
bewirkt. Der Zerkleinerer 124 umfasst ein Zerkleinerergehäuse 126 und ist in einen
Mahlraum 128 und einen Sammelraum 130 unterteilt. Dabei ist der Mahlraum 128, wie
beispielsweise in Figur 3 erkennbar ist, ganz oder teilweise von dem Sammelraum 130
umgeben. Der Mahlraum 128 wird durch mindestens eine Mahlraumwand 132 gebildet, welche
ein Mahlraumgehäuse 134 als Teil des Zerkleinerergehäuses 126 bildet. Der Sammelraum
130 wird im Wesentlichen durch mindestens eine Sammelraumwand 136 gebildet, welche
ein Sammelraumgehäuse 138 bildet. Der Mahlraum 128 und der Sammelraum 130 können nach
vorne hin, zur Frontblende 114, geöffnet sein und durch eine gemeinsame Tür 140, welche
insbesondere in den Figuren 2 und 4 erkennbar ist, verschlossen sein. Die Tür 140
kann insbesondere eine Dichtung 142 aufweisen. Durch Öffnen der Tür 140, beispielsweise
durch Abnehmen dieser Tür 140, können der Sammelraum 130 und/oder der Mahlraum 128
sowie darin befindliche Vorrichtungen und/oder Speisereste der Wartung zugänglich
sein.
[0107] Der Zerkleinerer 124 weist weiterhin innerhalb des Mahlraums 128 mindestens eine
Zerkleinerungsvorrichtung 144 auf, welche auch als Mahlwerk bezeichnet werden kann.
Die Zerkleinerungsvorrichtung 144 umfasst mindestens ein Schlagwerkzeug 146, insbesondere
ein Schlagwerkzeug 146 mit einer Mehrzahl an gelenkig miteinander verbundenen Schlaggliedern
148. Insbesondere kann das mindestens eine Schlagwerkzeug 146 eine oder mehrere Ketten
150 umfassen. Dementsprechend kann die Zerkleinerungsvorrichtung 144 insbesondere
als Kettenmahlwerk ausgestaltet sein.
[0108] Das Schlagwerkzeug 146 ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel über mindestens
eine Nabe 152 mit mindestens einer Antriebsachse 154, welche auch als Antriebswelle
bezeichnet werden kann, verbunden. Diese Antriebsachse 154 wird auf einer Rückseite
des Mahlraumgehäuses 134, wie in Figur 2 erkennbar, aus dem Mahlraum 128 herausgeführt,
beispielsweise über eine Wellendichtung 156 oder über eine andere Art der Durchführung.
[0109] In dem Mahlraum 128 ist, zusätzlich zu der Zerkleinerungsvorrichtung 144, weiterhin
mindestens eine Durchmischungsvorrichtung 158 angeordnet. Diese Durchmischungsvorrichtung
158 kann beispielsweise eine Mehrzahl an Flügeln 160 und/oder einen Propeller aufweisen.
Die Flügel 160 können beispielsweise direkt oder indirekt mit der Antriebsachse 158
verbunden sein. In dem in Figur 2 dargestellten Beispiel sind die Flügel 160 beispielsweise
über eine Trennscheibe 162, welche Bestandteil einer Trennvorrichtung 164 ist, mit
der Antriebsachse 154 verbunden. So können die Flügel 160 beispielsweise auf einer
von der Zerkleinerungsvorrichtung 144 abgewandten Seite der Trennscheibe 162 angeordnet
sein, so dass sich die Trennscheibe 162 zwischen dem Schlagwerkzeug 146 und der Durchmischungsvorrichtung
158 befindet. Alternativ könnten die Flügel 160 auch direkt mit der Antriebsachse
154 verbunden sein oder vollständig separat von der Zerkleinerungsvorrichtung 144
angeordnet sein. Die Durchmischungsvorrichtung 158 ist allgemein eingerichtet, um
eine Bewegung innerhalb der in dem Mahlraum 128 aufgenommenen Speisereste zu bewirken,
beispielsweise eine Strömung.
[0110] Durch die Trennvorrichtung 164 wird der Mahlraum 128 unterteilt in einen Beschickungsraum
166 und einen Feinraum 168. Der Beschickungsraum 166 ist über eine in der oberen Abdeckung
118 angeordnete Beschickungsöffnung 170, welche auch als Einwurföffnung 172 bezeichnet
werden kann, sowie einen Schacht 174, welcher beispielsweise ganz oder teilweise trichterförmig
ausgestaltet sein kann, mit Speiseresten beschickbar. Der Schacht 174 kann beispielsweise
in einer Öffnung 176 am oberen Ende des Mahlraums 128 münden.
[0111] Die Zerkleinerungsvorrichtung 144 wird über die Antriebsachse 154 von mindestens
einem Antrieb 178 angetrieben. Der Antrieb 178 kann beispielsweise einen Antriebsmotor
180 umfassen, sowie beispielsweise einen Keilriemenantrieb mit mindestens einem Keilriemen
182. Der Keilriemen 182 kann beispielsweise eine Antriebsscheibe 184 antreiben, welche
mit der Antriebsachse 154 verbunden ist.
Wie beispielsweise in den Figuren 2 und 3 erkennbar, kann der Mahlraum 128 insbesondere
derart gestaltet sein, dass Speisereste bei oder nach der Zerkleinerung von dem Beschickungsraum
166 durch ihre eigene Gewichtskraft und/oder durch eine mittels der Durchmischungsvorrichtung
158 erzeugte Bewegung oder Strömung in den Feinraum 168 rutschen. Zu diesem Zweck
kann beispielsweise ein Boden 186 des Mahlraums 128 derart geneigt sein, dass die
Speisereste von dem Beschickungsraum 166 in den Feinraum 168 rutschen können. Beispielsweise
kann der Boden 168 gegenüber einer Horizontalen einen Neigungswinkel α aufweisen,
welcher beispielsweise in diesem Ausführungsbeispiel 10° bis 45° betragen kann, beispielsweise
30°. Auch andere Ausgestaltungen sind möglich. In analoger Weise kann beispielsweise,
wie in dem dargestellten Ausführungsbeispiel, der Mahlraum 128 im Wesentlichen zylindrisch
ausgestaltet sein, mit einer Zylinderachse 188, welche beispielsweise ebenfalls um
den Winkel α gegenüber einer Horizontalen geneigt ist.
[0112] Der Mahlraum 128 ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel über eine Mehrzahl
an Öffnungen 190 in der Mahlraumwand 132 mit dem Sammelraum 130 verbunden. Beispielsweise
kann die Mahlraumwand 132 ganz oder teilweise als Sieb ausgebildet sein. Auf diese
Weise können zerkleinerte Speisereste mit einem maximalen Durchmesser und/oder Äquivalentdurchmesser,
welcher durch die Öffnungen 190 vorgegeben sein kann, von dem Mahlraum 128 in den
Sammelraum 130 gelangen.
[0113] In dem Sammelraum 130, dessen Boden 192 beispielsweise zu einem Sammelbereich 194
hin geneigt sein kann, kann, beispielsweise in dem Sammelbereich 194, mindestens eine
Öffnung 196 für eine manuelle Entleerung vorgesehen sein. Diese kann beispielsweise
mit mindestens einem Verschluss 198 verschließbar sein, beispielsweise mit einem Schraubverschluss.
[0114] Weiterhin kann die Entsorgungsvorrichtung 110 mindestens eine Pumpe 200 zum Abpumpen
zerkleinerter Speisereste aus dem Sammelraum 130 aufweisen. Diese Pumpe 200, welche
insbesondere in den Figuren 3 und 4 erkennbar ist, kann beispielsweise über mindestens
einen Absaugstutzen 202, welcher vorzugsweise wiederum in dem Sammelbereich 194 mündet,
Speisereste aus dem Sammelraum 130 ansaugen und diese beispielsweise über eine Rohrleitung
204 einem in Figur 4 angedeuteten Sammelbehälter 205 oder Abfallbehälter zuführen.
Dieser Sammelbehälter 205 oder Abfallbehälter kann beispielsweise temporär oder dauerhaft
an die Entsorgungsvorrichtung 110 angeschlossen sein. Beispielsweise kann dieser Sammelbehälter
205, gemeinsam mit der mindestens einen Entsorgungsvorrichtung 110, ein Entsorgungssystem
207 bilden, wie ebenfalls in Figur 4 angedeutet.
[0115] Weiterhin weist die Entsorgungsvorrichtung 110 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
mindestens einen Niveausensor 206, insbesondere mindestens einen Schwimmerschalter
208, auf. Dieser Niveausensor 206 kann beispielsweise einen Füllstand innerhalb des
Sammelraums 130 überwachen und beispielsweise entsprechende Füllstandsinformationen
an eine Steuerung 210 der Entsorgungsvorrichtung 110 übermitteln. Diese Steuerung
210, welche unabhängig von dem Niveausensor 206 vorgesehen sein kann, kann beispielsweise
in der Frontblende 214 angeordnet sein und/oder kann mindestens ein von der Frontblende
114 aus zugängliches Bedienelement 212 umfassen. Die Steuerung 210 kann insbesondere
eingerichtet sein, um die Zerkleinerungsvorrichtung 144 anzusteuern, beispielsweise
über eine entsprechende Ansteuerung des Antriebsmotors 180. Weiterhin kann die Steuerung
210 beispielsweise eingerichtet sein, um den Füllstand in dem Sammelraum 130 zu überwachen,
und/oder um ein Abpumpen der Speisereste mittels der Pumpe 200 aus dem Sammelraum
130 anzusteuern.
[0116] Im Betrieb der Entsorgungsvorrichtung treibt die Antriebsachse 154 die Zerkleinerungsvorrichtung
144 an. Die Schlagglieder 148 des Schlagwerkzeugs 146 sind dabei vorzugsweise derart
angeordnet, dass bei der Drehung keine Unwucht auftritt. Die Schlagglieder 148, auch
als Schlagelemente zu bezeichnen, sind vorzugsweise aus einem sehr beständigen Werkstoff
gefertigt, beispielsweise gehärtetem Stahl. Mittels des Schlagwerkzeugs 146 werden
die Speisereste zerkleinert. Die Trennvorrichtung 164 ermöglicht einen Durchtritt
der zerkleinerten Speisereste von dem Beschickungsraum 166 in den Feinraum 168. Beispielsweise
kann dieser Durchtritt über einen umlaufenden Spalt 214 zwischen der Trennscheibe
162 und der Mahlraumwand 132 erfolgen, durch welchen ausreichend zerkleinertes Material
in den Feinraum 168 abfließen kann. Alternativ oder zusätzlich kann jedoch die Trennscheibe
162 auch mit einem oder mehreren Durchbrüchen versehen sein und beispielsweise eine
Siebscheibe bilden. Diese Siebscheibe kann beispielsweise ebenfalls mit der Nabe 152
und/oder der Antriebsachse 154 verbunden sein und sich somit mit dem Mahlwerk mitdrehen.
Alternativ kann die Siebscheibe jedoch auch so im Mahlraum 128 angeordnet sein, dass
diese während des Betriebs der Zerkleinerungsvorrichtung 144 stillsteht. Wiederum
alternativ oder zusätzlich kann die Trennscheibe 162, beispielsweise die Siebscheibe,
auch derart eingebaut sein, dass diese frei drehbar ist, einen eigenen Antrieb aufweist
und dadurch mit einer beispielsweise beliebigen Drehzahl oder auch entgegen der Drehrichtung
der Zerkleinerungsvorrichtung 144 drehen kann.
[0117] Hinter der Trennvorrichtung 164, beispielsweise der Trennscheibe 162, ist die Durchmischungsvorrichtung
158 vorgesehen. Mit Hilfe dieser Durchmischungsvorrichtung 158 kann, bei Drehung der
Zerkleinerungsvorrichtung 144, beispielsweise eine Strömung erzeugt werden, die durch
die Trennvorrichtung 164 (beispielsweise die Siebscheibe und/oder den Spalt 214) hindurch
ein Abströmen von zerkleinertem Material in den Feinraum 168 bewirken kann. Hierdurch
kann beispielsweise unzerkleinertes Mahlgut zu der Zerkleinerungsvorrichtung hin gefördert
werden, was die Wirkung der Zerkleinerungsvorrichtung 144 verbessern kann. Die Durchmischungsvorrichtung
158, welche auch als Strömungsvorrichtung bezeichnet werden kann, kann beispielsweise,
wie oben ausgeführt, durch mehrere Flügel auf der Rückseite der Trennscheibe 162 geschaffen
werden. Sie kann jedoch auch die Form eines Propellers aufweisen oder auch eine andere
Ausgestaltung und muss grundsätzlich nicht unmittelbar Teil der Trennscheibe 162 sein
oder mit der Trennscheibe verbunden sein.
[0118] Wie oben ausgeführt, ist der Mahlraum 128 und dort insbesondere der Feinraum 168
über die Mehrzahl an Öffnungen 190, welche beispielsweise als Durchbrüche ausgestaltet
sein kann, mit dem Sammelraum 130 verbunden. Der Sammelraum 130 kann sich beispielsweise
seitlich und/oder unterhalb des Mahlraums 128 befinden und kann beispielsweise als
Zwischenraum zwischen dem Mahlraum 128 und dem äußeren Gehäuse 112 ausgebildet sein.
Weiterhin kann der Sammelraum 130 den Mahlraum ganz oder teilweise umschließen. In
dem Sammelraum 130 kann sich zerkleinertes Material ansammeln.
[0119] Vorzugsweise sind die Elemente der Zerkleinerungsvorrichtung 144 und der Durchmischungsvorrichtung
158, wie oben ausgeführt, auf mindestens einer gemeinsamen Antriebsachse 154, beispielsweise
einer Welle, angeordnet. Hierdurch lässt sich der Aufbau der Entsorgungsvorrichtung
110 deutlich vereinfachen und kostengünstig gestalten. Das Mahlwerk der Zerkleinerungsvorrichtung
144 und die Durchmischungsvorrichtung 158 können in gleicher Drehrichtung oder auch
in unterschiedlicher Drehrichtung angetrieben werden. Auch ein Betrieb mit regelmäßig
oder bedarfsgesteuerter reversierender Drehrichtung kann möglich sein. Durch letztere
Ausgestaltung können insbesondere Verstopfungen in dem Spalt 114 und/oder in der Siebscheibe
beseitigt werden.
[0120] Der Antriebsmotor 180 kann beispielsweise ganz oder teilweise als Elektromotor ausgestaltet
sein. Der Antrieb 178 kann beispielsweise ein Untersetzungsgetriebe in Form des Keilriemenantriebs
mit dem Keilriemen 182 und der Antriebsscheibe 184 aufweisen. Dadurch ergeben sich
grundsätzlich geringere Geräusche und ein Überlastschutz. Die Nenndrehzahl der Zerkleinerungsvorrichtung
144, also des Mahlwerks, kann beispielsweise 1000 Umdrehungen/min betragen.
[0121] Die oben dargestellte Pumpe 200 kann beispielsweise als Impellerpumpe ausgestaltet
sein. Alternativ oder zusätzlich können jedoch auch eine oder mehrere andere Pumpenarten
eingesetzt werden, beispielsweise Schlauchpumpen und/oder Exzenterschneckenpumpen.
[0122] Der gesamte Zerkleinerer 124 kann beispielsweise in der Grundstruktur der Entsorgungsvorrichtung
110 schwingend aufgehängt sein. Hierdurch ergibt sich, wie oben ausgeführt, grundsätzlich
eine deutliche Verringerung der Geräusche und Schwingungen in der Arbeitsumgebung
der Entsorgungsvorrichtung 110. Weiterhin kann der gesamte Aufbau der Entsorgungsvorrichtung
110 derart ausgeführt werden, dass alle Bauteile, beispielsweise für den Fall von
Wartungen, leicht erreichbar sind. Dies wird beispielsweise durch die oben beschriebene
mindestens eine Tür 140 und/oder durch die teilweise abnehmbaren Blenden 114, 116
und 122 realisierbar. Hierdurch ist ein leichter und ungehinderter Zugang zum Innenraum
der Entsorgungsvorrichtung 110 möglich. Auch die Pumpe 200 kann beispielsweise derart
aufgebaut und eingearbeitet werden, dass gegebenenfalls Wartungsarbeiten einfach durchzuführen
sind.
[0123] Wie oben ausgeführt, kann die Entsorgungsvorrichtung 110 insbesondere eine Beschickungsöffnung
170 aufweisen. Um in Betriebspausen die hygienische Situation zu verbessern und ein
Auftreten von Gerüchen zu vermeiden, können beispielsweise die Beschickungsöffnungen
170 und/oder der Schacht 174 regelmäßig mit klarem Wasser und/oder anderen Reinigungsflüssigkeiten
ausgespült werden. Weiterhin kann die Beschickungsöffnung 170 beispielsweise mittels
eines Verschlusses verschlossen werden, beispielsweise mittels mindestens eines arretierbaren
Stopfens, welcher in den Figuren nicht dargestellt ist.
Bezugszeichenliste
[0124]
- 110
- Entsorgungsvorrichtung
- 112
- äußeres Gehäuse
- 114
- Frontblende
- 116
- Seitenblende
- 118
- obere Abdeckung
- 120
- Gestell
- 122
- rückseitige Blende
- 124
- Zerkleinerer
- 126
- Zerkleinerergehäuse
- 128
- Mahlraum
- 130
- Sammelraum
- 132
- Mahlraumwand
- 134
- Mahlraumgehäuse
- 136
- Sammelraumwand
- 138
- Sammelraumgehäuse
- 140
- gemeinsame Tür
- 142
- Dichtung
- 144
- Zerkleinerungsvorrichtung
- 146
- Schlagwerkzeug
- 148
- Schlagglieder
- 150
- Kette
- 152
- Nabe
- 154
- Antriebsachse
- 156
- Wellendichtung
- 158
- Durchmischungsvorrichtung
- 160
- Flügel
- 162
- Trennscheibe
- 164
- Trennvorrichtung
- 166
- Beschickungsraum
- 168
- Feinraum
- 170
- Beschickungsöffnung
- 172
- Einwurföffnung
- 174
- Schacht
- 176
- Öffnung
- 178
- Antrieb
- 180
- Antriebsmotor
- 182
- Keilriemen
- 184
- Antriebsscheibe
- 186
- Boden
- 188
- Zylinderachse
- 190
- Öffnungen
- 192
- Boden
- 194
- Sammelblech
- 196
- Öffnung
- 198
- Verschluss
- 200
- Pumpe
- 202
- Absaugstutzen
- 204
- Rohrleitung
- 205
- Sammelbehälter
- 206
- Niveausensor
- 207
- Entsorgungssystem
- 208
- Schwimmerschalter
- 210
- Steuerung
- 212
- Bedienelement
- 214
- Spalt