Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft Mobilkrane, insbesondere Mobilkrane mit variablen Abstützgeometrien.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung Verfahren zum Ermitteln einer maximalen
Traglastfähigkeit, Maßnahmen zur Sicherung der Standsicherheit des Mobilkrans sowie
Mittel zur Anzeige von sicheren Arbeitsstellungen.
Stand der Technik
[0002] Mobilkrane werden zur Verbesserung der Standsicherheit bzw. zur Erhöhung der Traglastfähigkeit
in der Regel mit einer Abstützeinrichtung versehen. Eine derartige Abstützeinrichtung
umfasst seitlich von dem Mobilkran abstehende Abstützholme, an denen Abstützzylinder
vorgesehen sind. Mit den Abstützzylindern kann ein abstehendes Ende auf einer Stellfläche
des Mobilkrans abgestützt werden und dadurch die effektive Standfläche vergrößert
werden. Mit der vergrößerten effektiven Standfläche kann die Traglastfähigkeit, d.
h. die maximal zulässige Traglast des Mobilkrans verbessert werden.
[0003] Weiterhin sind zur Bestimmung der Tragfähigkeit, d. h. der maximal zulässigen Traglast
an dem Ausleger, Traglasttabellen vorgesehen, in denen für die jeweilige Konfiguration
des Mobilkrans die maximal zulässige Traglast basierend auf möglichen Freiheitsgraden
angegeben wird. Insbesondere berücksichtigen die Traglasttabellen die Länge bzw. die
Konfiguration, sowie z.B. den Drehwinkel des Auslegers (in der Regel 0-360°). Die
auf den Traglasttabellen beruhende kennfeldbasierte Ermittlung der maximal zulässigen
Traglast kann weiterhin durch funktionsbasierte, weitere Parameter berücksichtigende
Modelle ergänzt werden, die z. B. die Tragfähigkeit des Lastseils in Betracht ziehen.
[0004] Insbesondere beim Einsatz der Mobilkrane auf einer beengten Stellfläche kann es vorkommen,
dass die Abstützholme für den Einsatz des Mobilkrans nicht vollständig ausgefahren
werden können, so dass sich durch die resultierenden Abstützpositionen eine unsymmetrische
Abstützgeometrie ergibt. Bei Mobilkranen mit von vornherein festgelegter Abstützgeometrie,
insbesondere im Einsatz mit vollständig ausgefahrenen Abstützholmen, kann die Bestimmung
der maximal zulässigen Traglast mit herkömmlichen Traglasttabellen in bekannter Weise
erfolgen und ausreichend sein. Jedoch ist es bei Mobilkranen mit variabler Abstützgeometrie
bei einer Bestimmung der maximal zulässigen Traglast zusätzlich notwendig, die tatsächlichen
Abstützpositionen des Mobilkrans zu berücksichtigen.
[0005] Für die Einsatzplanung werden in der Regel die maximalen Tragfähigkeiten abhängig
von verschiedenen Parametern, insbesondere des Lastradius, sowie abhängig von der
jeweiligen Konfiguration dargestellt. Ein Kranführer kann so im Vorfeld den Kranbetrieb,
insbesondere Konfiguration und mögliche Hubwege einer zu hebenden Last, bestimmen.
Beispielsweise ist aus der Druckschrift
EP1 444 162 B1 ein Fahrzeugkran bekannt, bei dem in einer elektronischen Steuerungseinrichtung anhand
einer der Parameter Last und Lastradius sowie Größe eines Gegengewichts und Gegengewichtsradius
ein Arbeitsfeld auf einem Display graphisch dargestellt werden kann.
[0006] Aus der Druckschrift
EP 1 925 586 B1 ist ein Mobilkran bekannt, in dem für verschiedene Parameter des Krans einzelne Grenzkurven
oder Grenzwerte gespeichert sind, die zur Gewährleistung der Sicherheit des Kranbetriebs
nicht oder nur unter Abgabe eines Alarmsignals überschritten werden dürfen. Des Weiteren
weist der Mobilkran Mittel zur Gewährleistung der Kransicherheit auf, die derart ausgeführt
sind, dass sie die einzelnen Grenzkurven oder Grenzwerte der verschiedenen Parameter
auf Überschreitung überwachen. Eine der Grenzkurven stellt die Abhängigkeit der Auslegerfestigkeit
über die geometrischen Freiheitsgrade des Auslegers dar oder basiert auf dieser Abhängigkeit.
[0007] Aus der Druckschrift
EP 1 025 585 A1 ist ein Mobilkran mit einem drehbaren Ausleger bekannt, wobei ein Gesamtschwerpunkt
des Krans und eine oder mehrere Kipplinien ermittelt werden. Die Standsicherheit des
Krans wird überwacht. Es wird ein Signal abgegeben und/oder die weitere Kranbewegung
unterbunden oder verändert, wenn sich der Abstand des Gesamtschwerpunkts von einer
Kipplinie einem Grenzwert nähert bzw. diesen erreicht und/oder wenn das Verhältnis
des Abstands des Gesamtschwerpunkts vom Drehkranzmittelpunkt zu dem Abstand der Kipplinie
vom Drehkranzmittelpunkt in Richtung des Gesamtschwerpunkts sich einem Grenzwert nähert
bzw. diesen erreicht.
[0008] Die Druckschrift
EP 2 674 384 A1 offenbart ein Verfahren zur Überwachung der Kransicherheit eines Krans mit einer
variablen Abstützbasis und einer Überwachungseinheit. Dabei werden mehrere Sicherheitskriterien
während des Kranbetriebes überwacht, indem für jedes Kriterium, das von wenigstens
einem die Krankonfiguration bzw. Kranbewegung während des Kranbetriebs betreffenden
Parameter abhängig ist, ein zulässiger spezifischer Grenzwert während des Kranbetriebs
berechnet und auf Einhaltung überwacht wird.
[0009] Die Druckschrift
DE 20 2010 014 309 U1 offenbart einen Kran, insbesondere Raupen- oder Mobilkran, mit wenigstens einem Überwachungs-
und Simulationsmittel, mittels dessen ein Zustand des Kranes überwachbar und/oder
simulierbar ist, wobei das Überwachungs- und Simulationsmittel wenigstens ein Eingabemittel
und wenigstens ein Ausgabemittel aufweist und wobei mittels des Überwachungs- und
Simulationsmittels der Zustandsverlauf, insbesondere die Traglastkurve des Kranes
jederzeit, insbesondere auch bei Bewegung des Kranes und/oder des Auslegers des Kranes
darstellbar und/oder ein möglicher Zustand und/oder möglicher Zustandsverlauf des
Kranes, insbesondere die Traglastkurve des Kranes, simulierbar und/oder darstellbar
ist.
[0010] Die Druckschrift
EP 0539207 A1 offenbart eine Sicherheitsvorrichtung für ein Baufahrzeug mit einem Ausleger, an
den eine Last anhängbar ist. Aus der angehängten Last und einer auslegerpositionsabhängigen
Nennlast kann ein Lastfaktor ermittelt werden. Eine Sicherheitsoperation wird abhängig
von dem Lastfaktor ausgeführt.
[0011] Die Druckschrift
WO2012135882A1 offenbart ein Verfahren zur Überwachung wenigstens eines Standsicherheitsparameters
eines auf einem Fahrzeug montierten Ladekrans, wobei das Fahrzeug im Kranbetrieb über
Räder und über von den Rädern gesonderte Abstützelemente am Untergrund abgestützt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl Beiträge der Räder als auch Beiträge der
Abstützelemente zu einer Größe des Standsicherheitsparameters erfasst werden und diese
Größe mit wenigstens einem vorbestimmten Grenzwert verglichen wird.
[0012] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Verfügung zu stellen, die es ermöglichen, einem Kranführer sowohl zur Einsatzplanung
als auch während des Kranbetriebs noch verbleibende Freiheitsgrade und geometrische
Beschränkungen der Auslegerbewegung anzugeben und diese in einer einfach verständlichen
Art grafisch anzuzeigen.
Offenbarung der Erfindung
[0013] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren zum Betreiben eines Mobilkrans mit einem Ausleger
gemäß Anspruch 1 sowie durch die Steuereinheit und das System gemäß den nebengeordneten
Ansprüchen gelöst.
[0014] Weitere Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0015] Gemäß einem ersten Aspekt ist ein Verfahren zum Betreiben eines Mobilkrans mit einem
Ausleger vorgesehen, das die folgenden Schritte umfasst:
- Ermitteln von maximal zulässigen Traglasten für mehrere Stellungen in einem vorgegebenen
Stellungsbereich des Auslegers;
- Ermitteln einer insbesondere örtlichen Traglastgrenze und/oder eines oder mehrerer
insbesondere örtlicher Traglastbereiche basierend auf einer angehängten Last und auf
den maximal zulässigen Traglasten für die mehreren Stellungen des vorgegebenen Stellungsbereichs
des Auslegers; und
- Betreiben des Mobilkrans abhängig von der Traglastgrenze und/oder von dem einem oder
den mehreren Traglastbereichen.
[0016] Eine Idee des obigen Verfahrens besteht darin, bei der Einsatzplanung oder beim Betrieb
eines Mobilkrans mehrere mögliche Stellungen des Auslegers in dem vorgegebenen Stellungsbereich,
möglichst unabhängig von einer aktuellen Bewegungsrichtung des Auslegers und die dafür
geltenden maximal zulässigen Traglasten zu berücksichtigen. Dies ermöglicht ein sichereres
Bedienen des Mobilkrans und bessere Einsatzplanung unter bestmöglicher Ausnutzung
des Lasttragbereiches, d.h. unter optimaler Ausnutzung der Tragfähigkeit an jeder
Lastposition im Arbeitsbereich, bis hin zu den durch die maximal zulässigen Traglasten
bestimmten Traglastgrenzen. Insbesondere ermöglicht das obige Verfahren das Erkennen
derjenigen Auslegerstellungen, bei denen bei der aktuell angehängten Traglast eine
örtliche Traglastgrenze erreicht bzw. überschritten wird.
[0017] Weiterhin können die maximal zulässigen Traglasten für die mehreren Stellungen in
dem vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers mithilfe einer Auslegerfestigkeitstabelle
sowie basierend auf einer Abstützgeometrie von Abstützeinrichtungen ermittelt werden.
Insbesondere können jeweilige Lastbegrenzungen durch die Auslegerfestigkeitstabelle,
die auslegerfestigkeitsrelevante Traglastbeschränkungen angibt, und die Abstützgeometrie
für jede der mehreren Stellungen des Auslegers bestimmt werden. Die maximal zulässigen
Traglasten können dann durch eine Bestimmung des Minimums der durch die Auslegerfestigkeitstabelle
und durch die Abstützgeometrie bestimmten Traglastgrenzen ermittelt werden.
[0018] Insbesondere können die durch die Abstützgeometrie bestimmten Lastbegrenzungen für
die mehreren Stellungen des Auslegers in dem vorgegebenen Stellungsbereich mithilfe
einer Momentenbilanz um eine oder mehrere durch die Abstützgeometrie bestimmten Kipplinien
ermittelt werden.
[0019] Zusätzlich können die maximal zulässigen Traglasten für unterschiedliche Stellungen
in dem vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers mithilfe von Lastbegrenzungen ermittelt
werden, die durch ein oder mehrere, insbesondere von einem oder mehreren weiteren
Parametern abhängigen, kennfeldbasierten oder funktionsbasierten Tragfähigkeitsmodelle
bestimmt werden. Insbesondere können die mehreren weiteren Parameter begrenzende Kriterien
darstellen, wie z.B. die maximale Belastung der Stützzylinder, des Drehkranzes, des
Wippzylinders und anderer im Kraftfluss des Auslegers und seiner Verlagerung auf dem
Kranoberwagen befindlicher Kranteile. Aus vorgenannten Wirkungszusammenhängen leiten
sich die begrenzenden Kriterien in direkter oder indirekter Weise von der jeweiligen
Abstützgeometrie in an sich bekannter Weise ab.
[0020] Es können beim Betreiben des Mobilkrans die mehreren Stellungen des Auslegers in
einem bestimmten geometrischen Umfeld der momentanen Stellung des Auslegers in Betracht
gezogen werden, um die maximal zulässigen Traglasten zu ermitteln, wobei eine Verstellgeschwindigkeit
des Auslegers abhängig von einem dadurch ermittelten Verlauf einer Traglastgrenze
im vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers gewählt, eingestellt und begrenzt wird.
[0021] Insbesondere können die Verstellgeschwindigkeiten des Auslegers in alle Bewegungsrichtungen
abhängig von einem Abstand der aktuellen Lastposition und einer Traglastgrenze eingestellt
werden. Die Traglastgrenze entspricht den Positionen der Last, an der die angehängte
Last die maximal zulässige Traglast erreicht, wenn diese in einer Verstellrichtung
bewegt wird. Insbesondere kann die Verstellgeschwindigkeit insbesondere abhängig von
einem Gradienten des Verlaufs der maximal zulässigen Traglast bezüglich der Verstellrichtung
eingestellt werden.
[0022] Weiterhin kann für den vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers die maximal zulässige
Traglast als absolute Wertangabe oder als relative Wertangabe, die das Verhältnis
der angehängten Last zur maximal zulässigen Traglast angibt, im vorgegebenen Stellungsbereich
auf einer Anzeige dargestellt werden. Dadurch kann dem Kranführer eine Angabe darüber
bereitgestellt werden, in wieweit er eine vorgegebene Last an einer vorgegebenen sicheren
Startposition heraus, in eine unkritische Richtung gehend in eine zumindest zweite,
sichere Zielposition bewegen kann.
[0023] Dadurch kann eine Bewegungsraumanzeige erzeugt werden, die ausgehend von der momentanen
Stellung des Auslegers (zumindest definiert durch Drehwinkel und Lastradius) eine
Umfelddarstellung des Hubfalls dem Kranführer bereitstellt. Die Umfelddarstellung
ermöglicht es, instantan und visuell eine Position der angehängten Last und einen
Verlauf von weiteren Positionen der Last, an denen die maximal zulässige Traglast
überschritten ist bzw. wird, in der Umgebung der Position der angehängten Last zu
erkennen. Auf diese Weise kann einem Kranführer eine Möglichkeit gegeben werden, mögliche
verbleibende Freiheitsgrade der Bewegungen des Auslegers mit der angehängten Last
sofort durch Betrachten der Umfelddarstellung auf der Anzeige zu erkennen und demgemäß
den Ausleger in weitere Positionen bis hin zu einer sicheren Betriebsgrenze zu stellen.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform kann die absolute Wertangabe oder die relative Wertangabe
der maximal zulässigen Traglasten visuell unterscheidbar, insbesondere durch eine
jeweils zugeordnete Färbung und/oder Helligkeit und/oder Schattierung, auf der Anzeige
dargestellt werden. Diese Art der Darstellung erleichtert das intuitive Erfassen des
Traglastverlaufes im gesamten Arbeitsbereich bzw. im unmittelbaren Umfeld der aktuellen
Lastposition.
[0025] Insbesondere können die Traglastbereiche diejenigen Stellungen des Auslegers bzw.
diejenigen Lastpositionen angeben, an denen ein Verhältnis der angehängten Last zu
der maximal zulässigen Traglast innerhalb eines vorgegebenen Bereichs liegt.
[0026] Gemäß einem weiteren Aspekt ist eine Steuereinheit zum Betreiben eines Mobilkrans
mit einem Ausleger vorgesehen, wobei die Steuereinheit ausgebildet ist, um:
- maximal zulässige Traglasten für mehrere Stellungen in einem vorgegebenen Stellungsbereich
des Auslegers zu ermitteln;
- eine Traglastgrenze und/oder eines oder mehrerer Traglastbereiche basierend auf einer
angehängten Last und auf den maximal zulässigen Traglasten für die mehreren Stellungen
des vorgegebenen Stellungsbereichs des Auslegers zu ermitteln; und
- den Mobilkran abhängig von der Traglastgrenze und/oder von dem einen oder den mehreren
Traglastbereichen zu betreiben.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt ist ein System für einen Mobilkran vorgesehen, umfassend:
- die obige Steuereinheit; und
- eine Anzeigeeinrichtung zur visuellen Darstellung einer Anzeige, um im vorgegebenen
Stellungsbereich des Auslegers maximal zulässige Traglasten als absolute Wertangabe
oder als relative Wertangabe für die mehreren Stellungen des Auslegers im vorgegebenen
Stellungsbereich darzustellen, wobei das Verhältnis der angehängten Last zur bei einer
Stellung des Auslegers bestehenden maximal zulässigen Traglast angegeben wird.
[0028] Gemäß einem weiteren Aspekt ist ein System für einen Mobilkran vorgesehen, umfassend
- die obige Steuereinheit; und
- eine Anzeigeeinrichtung zur visuellen Darstellung einer Anzeige, um für den vorgegebenen
Stellungsbereich die Traglastbereiche um eine momentane Lastposition, die einer momentanen
Stellung des Auslegers entspricht, visuell darzustellen.
[0029] Insbesondere kann die Anzeigeeinrichtung ausgebildet sein, um die Traglastbereiche
flächig als visuell voneinander unterscheidbare Bereiche, insbesondere als farblich
und/oder strukturell und/oder durch ihre Helligkeiten unterscheidbare Bereiche darzustellen
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0030] Ausführungsformen werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Figuren 1a und 1b
- eine schematische Draufsicht und eine Seitenansicht eines Mobilkrans mit variabler
Abstützbasis;
- Figur 2
- eine graphische Darstellung der maximal zulässigen Traglasten eines Auslegers im gesamten
Umgebungsbereich des Mobilkrans; und
- Figur 3
- eine Darstellung eines ausschnittsweisen Umgebungsbereichs der Position der an den
Ausleger angehängten Last sowie der unkritischen, kritischen und unzulässigen Traglastbereiche
in dem Umgebungsbereich.
- Figur 4
- ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zur Ermittlung der maximal
zulässigen Traglast, der Traglastgrenze und zur Ausgabe einer Darstellung der die
momentane Lastposition umgebenden Traglastbereiche.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0031] In den Figuren 1a und 1b sind schematische Ansichten eines Mobilkrans 1 in einer
Draufsicht und einer Seitenansicht dargestellt. Der Mobilkran 1 weist ein Fahrerhaus
2 und einen Kranoberwagen 3 auf, auf der ein in horizontaler Ebene drehbarer Drehkranz
4 mit einem darauf angebrachten Ausleger 5 angeordnet ist. Der Drehkranz 4 gestattet
eine 360°-Verschwenkung des darauf angebrachten Auslegers 5. Ein Drehwinkel α des
Auslegers 5 kann beliebig im gesamten Drehbereich des Auslegers 5 eingestellt werden.
In einer Ausführungsform kann auf dem Kranoberwagen 3 ein Gegengewicht an dem Drehkranz
4 angebracht sein (hier nicht dargestellt), das an einer dem Ausleger 5 gegenüberliegenden
Seite angeordnet ist.
[0032] Weiterhin ist auf dem Drehkranz 4 ein hydraulischer Wippzylinder 6 angeordnet, durch
den es möglich ist, den Ausleger 5 in einem Wippwinkel β, d. h. einem vertikalen Winkel
senkrecht zur Horizontalen, zu verstellen.
[0033] Zudem kann der Ausleger 5 mit Auslegersegmenten (Auslegerkästen) 51 versehen sein,
die teleskopartig ineinander verschiebbar sein können, um je nach gewünschter Auslegerkonfiguration
die Länge des Auslegers 5 durch Einfahren oder Ausfahren der Auslegerkästen 51 einzustellen
bzw. vorzugeben. Am oberen Ende des Auslegers 5 ist eine Umlaufrolle 52 für ein Lastseil
8 vorgesehen, an dessen Ende ein Lasthaken 9 vorgesehen ist, an den eine Last angehängt
werden kann.
[0034] Im Bereich der vorderen und hinteren Ecken des Mobilkrans 1 sind (vier) Abstützeinrichtungen
10 vorgesehen. Die Abstützeinrichtungen 10 weisen jeweils einen ausfahrbaren Abstützholm
11 auf, der mit mehreren ineinander verschiebbaren Zylindern teleskopartig aus- und
eingefahren werden kann. Die Abstützholme 11 sind dabei in einer Ebene ausfahrbar,
die durch (nicht gezeigte) Radachsen definiert ist bzw. die sich parallel zur Stellfläche
S erstrecken kann.
[0035] An dem vom Mobilkran 1 abstehenden Ende der Abstützholme 11 befindet sich jeweils
ein Abstützzylinder 12, der in Richtung einer Stellfläche S des Mobilkrans 1 ausgefahren
werden kann. Am Ende der Abstützzylinder 12 befindet sich jeweils eine Abstützplatte
13, die auf die Stellfläche S aufgesetzt wird, so dass die Abstützeinrichtung 10 den
Mobilkran 1 dort bodenseitig abstützt.
[0036] Zur Bestimmung der maximalen zulässigen Traglast des Mobilkrans 1 werden Auslegerfestigkeitstabellen
verwendet, die abhängig von einer Konfiguration, d. h. der gewählten Länge des Auslegers
5 und der ausgefahrenen Auslegersegmente 51 und abhängig vom Lastradius eine Lastbegrenzung
bezüglich der Auslegerfestigkeit angeben. Die Auslegerfestigkeitstabellen definieren
dadurch kennfeldbasierte Grenzen für die angehängte Traglast, die nicht oder nur unter
Ausgabe eines Warnsignals überschritten werden dürfen. Mithilfe der Auslegerfestigkeitstabellen
kann daher ermittelt werden, ob die angehängte Last kleiner, gleich oder größer als
die durch die Auslegerfestigkeit bestimmte maximal zulässige Traglast ist.
[0037] Bei beengten Platzverhältnissen zum Abstellen des Mobilkrans 1 können unter Umständen
die Abstützholme 11 nicht vollständig ausgefahren werden. Dies führt dazu, dass die
größtmögliche Traglast, die bei der maximalen Ausfahrposition der Abstützholme 11
erreicht werden würde, nicht erreicht werden kann. So wird regelmäßig die maximal
zulässige Traglast des Mobilkrans 1 nicht nur anhand der durch die Auslegerfestigkeitstabelle
bestimmten Auslegerfestigkeit und Beschränkungen hinsichtlich sonstiger Parameter
bestimmt, sondern auch maßgeblich anhand einer Lastbegrenzung, die durch die Abstützgeometrie
der durch die Abstützzylinder 12 definierten Abstützpositionen bestimmt ist.
[0038] Zusätzlich zur Auslegerfestigkeit können ein oder mehrere zusätzliche Parameter,
insbesondere der maximal zulässige Zylinderdruck des Wippzylinders 6 und/oder der
Abstützzylinder 12, die Belastbarkeit des Lastseils 8, die Belastbarkeit des Drehkranzes
4 und dergleichen, durch funktionsbasierte Traglastberechnungen jeweilige Lastbegrenzungen
als Begrenzungen für die erlaubte anzuhängende Traglast bewirken bzw. vorgeben. Dadurch
muss ggf. durch die Bildung des Minimums der ermittelten Lastbegrenzungen die maximal
zulässige Traglast insgesamt auf einen Wert begrenzt werden, der kleiner sein kann
als der nur durch die Auslegerfestigkeit definierte Wert der Lastbegrenzung.
[0039] Ein erheblicher, reduzierender Einfluss auf die maximal zulässige Traglast kann von
nicht vollständig ausgefahrenen Abstützholmen 11 der Abstützeinrichtung 10 ausgehen.
Der jeweilige Grad des Ausfahrens der Abstützholme 11 definiert die vier (oder u.U.
nur drei) Abstützpositionen der Abstützzylinder 12, auf denen in der Regel das gesamte
Gewicht des Mobilkrans 1 einschließlich der angehängten Last ruht. Die Verbindung
der Abstützpositionen untereinander bildet eine sogenannte Abstützgeometrie, die durch
Kipplinien KL definiert sein soll. Die Kipplinien KL stellen die geradlinigen Verbindungen
zwischen zwei benachbarten Abstützpositionen der Abstützeinrichtungen 10 dar und bestimmen
dadurch mögliche Achsen, um die der Mobilkran 1 im Überlastfall kippen kann. Je geringer
der Abstand des Massenschwerpunkts des Mobilkrans 1 von der Kipplinie KL ist, desto
geringer ist die durch die Abstützgeometrie maßgeblich bestimmte maximal zulässige
Traglast.
[0040] Ausgehend von der vorgegebenen Ausleger-Traglastfähigkeit, die durch die Auslegerfestigkeitstabelle
definiert ist, sowie den kennfeld- oder funktionsbasierten Lastbegrenzungen für weitere
Parameter, wie z.B. die Belastbarkeit des Wippzylinders 6, die Belastbarkeit der Abstützzylinder
12, die Belastbarkeit des Drehkranzes usw., kann abhängig von den durch die Abstützgeometrie
bestimmten Kipplinien KL und der jeweiligen Auslegerstellung (definiert durch Drehwinkel
α und Wippwinkel β) eine Lastbegrenzung, d. h. eine maximal zulässige Traglast für
eine bestimmte Lastposition ermittelt werden.
[0041] Diese Berechnung kann vorsehen, für verschiedene Lastpositionen eine Momentenbilanz
um die Kipplinie KL zu ermitteln. Im Detail wird der Abstand der betrachteten Lastposition,
die einer Projektion der dreidimensionalen räumlichen Position der angehängten Last
auf die im Wesentlichen horizontale Stellfläche S des Mobilkrans 1 entspricht, zu
der relevanten Kipplinie KL bzw. den relevanten Kipplinien KL bestimmt. Die relevanten
Kipplinien sind dadurch bestimmt, dass durch die angehängte Last ein (bezüglich der
von den Kipplinien KL umschlossenen Fläche) nach außen wirkendes Moment um die betreffende
Kipplinie bewirkt wird. Die Berechnung des Abstands zwischen der projizierten Lastposition
und der Kipplinie kann in bekannter Weise mithilfe von trigonometrischen Funktionen
durchgeführt werden. Durch die angehängte Last und den Abstand der projizierten Lastposition
auf der im Wesentlichen horizontalen Stellfläche S zur kritischen Kipplinie KL lässt
sich in bekannter Weise ein Last-Kippmoment bestimmen.
[0042] Weiterhin wird ein Betrag eines durch das Eigengewicht des Mobilkrans 1 bestimmten
Standmoments bezüglich der durch die Abstützpositionen definierten oder im Mobilkran
1 berechneten Kipplinien KL bestimmt. Auch der Abstand des Massenschwerpunktes des
Mobilkrans 1 von den betreffenden Kipplinien KL kann mithilfe bekannter, beispielsweise
trigonometrischer Funktionen bestimmt werden, so dass das Standmoment aus einem Produkt
des Gewichts des Mobilkrans 1 und des Abstands des Massenschwerpunkts von der betreffenden
Kipplinie KL der Abstützgeometrie ermittelbar ist.
[0043] Insbesondere bestimmt die Differenz zwischen dem Last-Kippmoment und dem Standmoment
die Standfestigkeit des Mobilkrans 1. Die im Wesentlichen durch die Auslegerposition
und die Abstützgeometrie definierten Lastbegrenzungen des Mobilkrans 1 bei einer bestimmten
Stellung (zumindest definiert durch Drehwinkel und Wippwinkel) des Auslegers 5 wird
dadurch bestimmt, dass die Differenz zwischen dem Last-Kippmoment und dem Standmoment
bei einer bestimmten Abstützgeometrie Null oder bei Vorsehen einer vorgegebenen Toleranz
einem bestimmten vorgegebenen Wert entspricht. Somit kann ein Verlauf der Lastbegrenzung,
die jeweils durch eine bestehende Abstützgeometrie und durch eine bestehende Konfiguration
des Mobilkrans 1 bestimmt sein kann, für Stellungen des Auslegers 5 abhängig von dem
Drehwinkel α und dem Wippwinkel β ermittelt werden.
[0044] Insgesamt kann die maximal zulässige Traglast bestimmt sein durch:
- die von der Abstützgeometrie abhängige Lastbegrenzung,
- die durch die Ausleger-Traglastfähigkeit angegebene Lastbegrenzung basierend auf der
Auslegerfestigkeitstabelle, sowie
- die eine oder die mehreren funktionsbasierten Lastbegrenzungen basierend auf den weiteren
Parametern und gegebenenfalls bezüglich weiterer begrenzender Parameter, wie z.B.
die Belastbarkeit des Wippzylinders, die Belastbarkeit der Abstützzylinder 12 in Abhängigkeit
der jeweiligen Abstützgeometrie, die Belastbarkeit des Drehkranzes und dergleichen.
[0045] Die maximal zulässige Traglast kann durch Minimumbildung der so einzeln ermittelten
Lastbegrenzungen für die betreffende Stellung des Auslegers 5 bestimmt werden.
[0046] Anhand der durch Bestimmung des Minimums ermittelten gesamten maximal zulässigen
Traglast wird beim Kranbetrieb überwacht, ob die momentan angehängte Last bei der
momentanen Auslegerstellung die ermittelte gesamte maximal zulässige Traglast überschreitet.
[0047] Durch Ermittlung der maximal zulässigen Traglast für mehrere Lastpositionen im geometrischen
Umfeld der aktuellen Lastposition kann darüber hinaus eine Überwachung derart erfolgen,
dass eine Bewegung des Auslegers 5 zumindest in eine kritische Richtung (bei sich
reduzierender maximal zulässiger Traglast) verlangsamt oder unterbunden wird und/oder
eine Ausgabe eines Warnsignal erfolgt, sobald die Last am Ausleger eine kritische
Grenze der maximal zulässigen Traglast erreicht, überschreitet oder sich dieser annähert.
[0048] Auf dem Mobilkran ist eine Steuereinheit 20 vorgesehen, um die Überwachungsfunktion
und die beschriebene Ermittlung der maximal zulässigen Traglasten, basierend auf den
einzeln ermittelten Lastbegrenzungen durchzuführen. Diese Steuereinheit 20 kann in
der generellen Kransteuerung implementiert sein oder als eigenständige Steuereinheit
ausgeführt sein.
[0049] Zur Durchführung der Berechnung ist die Steuereinheit 20 mit diversen (nicht gezeigten)
Sensoren gekoppelt, um die tatsächliche Position der Abstützzylinder 12 basierend
auf der Ausfahrlänge der Abstützholme 11, den Drehwinkel α des Auslegers 5, den Kippwinkel
β des Auslegers 5 und das Gewicht der angehängten Last zu erhalten. Basierend auf
diesen Angaben und auf geometrischen Vorgaben, wie beispielsweise der Position des
Massenschwerpunkts des unbelasteten Mobilkrans 1 und der momentanen Konfiguration,
insbesondere der Auslegerkonfiguration, kann die Steuereinheit 20 die Berechnungen
zur Ermittlung der maximalen zulässigen Traglast durchführen.
[0050] Die Steuereinheit 20 führt Berechnungen in Berechnungszyklen von wenigen Millisekunden
durch. Dabei werden für die Überwachung zyklisch für mehrere Stellungen des Auslegers
5 die jeweiligen maximal zulässigen Traglasten für Stellungen des Auslegers in einem
vorgegebenen Stellungsbereich gemäß obigem Berechnungsschema ermittelt. Für jede der
zu betrachteten Stellungen des Auslegers 5 werden die von der jeweiligen Stellung
des Auslegers 5 abhängigen, resultierenden Lastbegrenzungen (bezüglich Auslegerfestigkeit,
Abstützgeometrie und bezüglich eines oder mehrerer der weiteren und/oder begrenzenden
Parameter) ermittelt und durch Minimumbildung miteinander verknüpft, um für die jeweiligen
Stellungen des Auslegers 5 die gesamten maximal zulässigen Traglasten zu erhalten.
[0051] Die Überwachungsfunktion der Steuereinheit 20 kann nun basierend auf der momentanen
Stellung des Auslegers 5 (bzw. der momentanen Lastposition), der angehängten Last
und den maximal zulässigen Traglasten für die Stellungen des Auslegers 5 in dem vorgegebenen
Stellungsbereich durchgeführt werden. Der örtliche Verlauf einer Traglastgrenze entspricht
denjenigen Stellungen des Auslegers 5 bzw. denjenigen Positionen der Last, an denen
die aktuell angehängte Last gleich der maximal zulässigen Traglast ist. Beispielsweise
kann die Überwachung vorsehen, eine gewünschte Verstellbewegung für den Ausleger 5
abhängig davon zu verlangsamen, zu begrenzen, zuzulassen oder zu unterbinden, ob sich
die Last an die Traglastgrenze annähert oder sich davon wegbewegt.
[0052] Die Steuereinheit 20 ist vorzugsweise mit einer Anzeigeeinrichtung 21 gekoppelt,
um einem Kranführer zur Einsatzplanung und zum Betrieb des Mobilkrans 1 über eine
Anzeige 22 visuelle Informationen über die maximal zulässige Traglast bzw. den Verlauf
der Traglastgrenze zur Verfügung zu stellen. Diese visuelle Information kann einen
oder mehrere Teilbereiche der möglichen Bewegungen bzw. Stellungen des Auslegers 5
betreffen. Dabei kann dem Kranführer zur Einsatzplanung bei einer momentan eingestellten
Abstützgeometrie und bei einer momentanen Krankonfiguration die jeweilige maximal
zulässige Traglast in dem Bereich möglicher Lastpositionen als absoluter Wert angegeben
werden. Insbesondere können die Positionen der jeweiligen maximal zulässigen Traglast
als Abstand von einer Auslegerdrehachse angegeben werden.
[0053] Eine Vermittlung des Verlaufs der maximal zulässigen Traglasten kann beispielsweise
durch eine Darstellung erfolgen, wie sie in der Anzeige 22 der Figur 2 gezeigt ist.
Figur 2 zeigt für verschiedene Positionen der angehängten Last um die Auslegerdrehachse
den Wert der jeweils maximal zulässigen Traglast in unterschiedlicher Färbung, Helligkeit
oder Schattierung an. Man erkennt damit für jede Position einer Last die dort bestehende
Tragfähigkeit, d.h. die maximal zulässige Last anhand der grafisch dargestellten Färbung,
Helligkeit oder Schattierung, so dass ein Kranführer eine Einsatzplanung entsprechend
seinem Hubplan unvermittelt vornehmen kann.
[0054] Figur 3 zeigt als weitere Darstellungsmöglichkeit basierend auf der momentanen Lastposition
eine Segmentansicht des Umgebungsbereichs um eine momentane Lastposition P. Beispielsweise
kann ausgehend von der momentanen Drehwinkelstellung des Auslegers 5 ein Winkelbereich
von ± 30° des Drehwinkels α (auch andere Winkelbereiche sind möglich) und der gesamte
Radiusbereich in einer Segmentdarstellung angezeigt werden. Der Radiusbereich ist
durch die effektive Auslegerlänge basierend auf der tatsächlichen Auslegerlänge und
den möglichen Wippwinkeln (Wippwinkel zwischen dem minimal und maximal möglichen Wippwinkel)
bestimmt. Es sind jedoch auch andere Radiusbereiche denkbar. Diese sollten vorzugsweise
die momentane Lastposition und den Verlauf der Traglastgrenze, die durch das Erreichen
bzw. Überschreiten der maximal zulässigen Traglast durch die momentan angehängte Last
beinhalten.
[0055] Die Segmentdarstellung zeigt auf einer Mittenachse M die momentane Lastposition P
als Markierung an und durch farbliche Unterscheidung verschiedene Traglastbereiche,
die die möglichen Lastpositionen in der geometrischen Umgebung der momentanen Lastposition
P abbilden. In der dargestellten Ausführungsform sind drei Traglastbereiche gezeigt:
- ein erster Traglastbereich A, in dem die angehängte Last deutlich kleiner ist als
die maximal zulässige Traglast,
- ein zweiter Traglastbereich B, in dem die angehängte Last annähernd der maximal zulässigen
Traglast entspricht, und
- ein dritter Traglastbereich C, in dem die angehängte Last gleich oder größer ist als
die maximal zulässige Traglast.
Die Traglastbereiche sind durch die Verläufe der Traglastgrenze bezüglich der Tragfähigkeitsauslastung
definiert.
[0056] Der erste Traglastbereich A kann beispielsweise durch eine grüne Färbung den Bereich
der Lastpositionen angeben, in dem die momentan angehängte Last unterhalb eines vorgegebenen
Anteils der maximal zulässigen Traglast, wie z. B. 90% der maximal zulässigen Traglast,
liegt. So kann ein zweiter (kritischer) Traglastbereich B beispielsweise durch eine
gelbe Färbung einen kritischen Bereich von Lastpositionen, in dem die angehängte Last
die maximal zulässige Traglast annähernd erreicht (z.B. zwischen 90% und 100% der
maximal zulässigen Traglast liegt. Ein sich daran anschließender dritter (unzulässiger)
Traglastbereich C kann beispielsweise durch eine rote Färbung den Bereich der Lastpositionen
angeben, in dem die momentan angehängte Last die maximal zulässige Traglast überschreiten
würde bzw. die Standsicherheit des Krans aufgrund seines Eigengewichts nicht mehr
gewährleistet ist (z.B. rückwärtige Standsicherheit). Die Grenze zwischen dem zweiten
Traglastbereich B und dem dritten Traglastbereich C stellt die Traglastgrenze dar.
[0057] Die Steuereinheit 20 berechnet für die jeweilige momentane Lastposition und für die
Stellungen des Auslegers 5, die den möglichen Lastpositionen entsprechen, die die
momentane Lastposition umgeben, die entsprechenden maximal zulässigen Traglasten und
ermittelt den entsprechenden Anteil, den die momentan angehängte Traglast daran hat.
Dieser Anteil wird in der Segmentdarstellung positionsabhängig in geeigneter Weise
durch eine flächige optische Gestaltung farblich usw. dargestellt.
[0058] Dadurch kann der Kranführer zu jedem Zeitpunkt in jedem aktuellen Zustand des Mobilkrans
1 erkennen, welchen Abstand die momentane Lastposition von einer durch die maximal
zulässigen Traglasten definierten Grenze (d.h. Grenze, die durch Erreichen bzw. Überschreiten
der maximal zulässigen Traglast durch die angehängte Last) aufweist, so dass er beurteilen
kann, welche Bewegungen des Auslegers 5 zulässig sind und welche eine kritische Annäherung
an eine Lastposition bewirken, an der die angehängte Last der maximal zulässigen Traglast
entspricht.
[0059] Befindet sich z. B. die Position der angehängten Last im zweiten (kritischen) Traglastbereich
B, so kann jede Ansteuerung des Auslegers 5, die die Last weiter in Richtung einer
Lastposition bringen würde, bei der die maximal zulässige Traglast verringert wäre,
durch die Steuereinheit 20 mit verlangsamter Verstellgeschwindigkeit umgesetzt und/oder
bei Erreichen der Traglastgrenze unterbunden werden. Dagegen dürfen Ansteuerungen
in Verstellrichtungen des Auslegers 5, die die Traglast wieder zurück in den ersten
(unkritischen) Bereich der Auslegerstellungen bringen würden, durch die Steuereinheit
20 unverändert ausgeführt werden.
[0060] Allgemein kann die Steuereinheit 20 also eine Verstellgeschwindigkeit des Auslegers
abhängig von dem Verlauf der Traglastgrenze, die die Positionen einer angehängten
Last angibt, bei der die maximal zulässige Traglast des Mobilkrans 1 durch die angehängte
Last überschritten wird, im vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers 5 einstellen.
Insbesondere kann die Verstellgeschwindigkeit des Auslegers 5 abhängig von der angehängten
Last und abhängig von einem Abstand zwischen einer Lastposition der angehängten Last
und einer Position, an der die angehängte Last die maximal zulässige Traglast erreicht,
eingestellt werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Verstellgeschwindigkeit abhängig
von einem Gradienten des Verlaufs der maximal zulässigen Traglast bezüglich der Verstellrichtung
eingestellt werden. Zusätzlich kann eine Reduzierung der Verstellgeschwindigkeit abhängig
von dem Verhältnis der Last zu der maximal zulässigen Traglast an der momentanen Lastposition
erfolgen.
[0061] Insbesondere kann die Verstellgeschwindigkeit gegenüber dem Wunsch des Benutzers
reduziert werden bzw. die vom Benutzer gewünschte Verstellgeschwindigkeit begrenzt
werden, wenn der Gradient des Verlaufs der maximal zulässigen Traglast in Richtung
der gewünschten Verstellbewegung relativ groß (z.B. größer als ein vorgegebener Schwellenwert)
ist und ein Mindestabstand zu der Traglastgrenze unterschritten ist. Das Einstellen
der Verstellgeschwindigkeit abhängig von dem Gradienten des Verlaufs der maximal zulässigen
Traglast in Richtung der gewünschten Verstellbewegung hat den Vorteil, dass eine Annäherung
an die Traglastgrenze so langsam ausgeführt wird, dass ein Überschwingen des Auslegers
5 bzw. der angehängten Last über die Tragfähigkeitsgrenze hinaus vermieden werden
kann.
[0062] In Figur 4 ist ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zum Betreiben
des Mobilkrans 1 dargestellt.
[0063] In Schritt S1 wird eine momentane Stellung des Auslegers 5 und die momentane Lastposition
ermittelt. Ausgehend von der momentanen Lastposition werden weitere Stellungen des
Auslegers 5 definiert, die einen Umgebungsbereich von möglichen Lastpositionen um
die momentane Lastposition definieren.
[0064] In Schritt S2 werden für die momentane Stellung des Auslegers 5 und die weiteren
Stellungen des Auslegers 5 eine jeweilige Lastbegrenzung ermittelt, die von der Abstützgeometrie
abhängt.
[0065] In einem nachfolgenden Schritt S3 werden für die momentane Stellung des Auslegers
5 und die weiteren Stellungen des Auslegers 5 jeweils eine durch die Ausleger-Traglastfähigkeit
angegebene Lastbegrenzung basierend auf der Auslegerfestigkeitstabelle und in Schritt
S4 jeweils die eine oder die mehreren funktionsbasierten Lastbegrenzungen basierend
auf den weiteren Parametern und gegebenenfalls bezüglich weiterer begrenzender Parameter
bestimmt.
[0066] In Schritt S5 wird für die momentane Stellung des Auslegers 5 und die weiteren Stellungen
des Auslegers 5 jeweils eine maximal zulässige Tragfähigkeit durch Minimumbildung
der Lastbegrenzungen bestimmt.
[0067] In Schritt S6 werden diejenigen Stellungen des Auslegers 5 aus den oben vorgegebenen
Stellungen des Auslegers 5 bestimmt, an denen die angehängte Last die maximal zulässige
Traglast erreicht oder überschreitet. Diese Stellungen des Auslegers 5 definieren
die Traglastgrenze.
[0068] In Schritt S7 werden die Lastpositionen, die den vorgegebenen Stellungen des Auslegers
5 entsprechen, Traglastbereichen zugeordnet und wie oben beschrieben grafisch dargestellt.
Die grafische Darstellung kann die Darstellung der Absolutwerte der maximal zulässigen
Traglast für den gesamten Traglastbereich umfassen und/oder die Segmentdarstellung
zur Darstellung des Umfeldes der Lastposition bezüglich der Traglastgrenze. Insbesondere
werden bei der Segmentdarstellung die Traglastbereiche durch unterschiedliche optische
Gestaltung voneinander unterschieden, so dass ein Benutzer intuitiv zulässige Kranbewegungen
für die angehängte Last erkennen kann.
1. Verfahren zum Betreiben eines Mobilkrans (1) mit einem Ausleger (5), mit folgenden
Schritten:
- Ermitteln von maximal zulässigen Traglasten für mehrere Stellungen in einem vorgegebenen
Stellungsbereich des Auslegers (5);
- Ermitteln eines örtlichen Verlaufs einer Traglastgrenze und/oder eines oder mehrerer
Traglastbereiche basierend auf einer angehängten Last und auf den maximal zulässigen
Traglasten für die mehreren Stellungen des vorgegebenen Stellungsbereichs des Auslegers
(5), wobei der örtliche Verlauf der Traglastgrenze denjenigen Stellungen des Auslegers
bzw. denjenigen Positionen der Last entspricht, an denen die aktuell angehängte Last
gleich der maximal zulässigen Traglast ist, wobei die Traglastbereiche diejenigen
Stellungen des Auslegers bzw. diejenigen Lastpositionen angeben, an denen ein Verhältnis
der angehängten Last zu der maximal zulässigen Traglast innerhalb eines vorgegeben
Bereichs liegt; und
- Betreiben des Mobilkrans (1) abhängig von dem ermittelten örtlichen Verlauf der
Traglastgrenze und/oder dem einen oder den mehreren ermittelten Traglastbereichen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die maximal zulässigen Traglasten für den vorgegebenen
Stellungsbereich des Auslegers (5) mithilfe einer Auslegerfestigkeitstabelle sowie
basierend auf einer Abstützgeometrie von Abstützeinrichtungen (10) ermittelt werden,
wobei insbesondere durch die Auslegerfestigkeitstabelle und die Abstützgeometrie für
jede der mehreren Stellungen des Auslegers (5) jeweilige Lastbegrenzungen bestimmt
werden, wobei durch Bestimmung des Minimums der durch die Auslegerfestigkeitstabelle
und durch die Abstützgeometrie bestimmten Traglastgrenzen die maximal zulässigen Traglasten
ermittelt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die durch die Abstützgeometrie bestimmten Lastbegrenzungen
für die mehreren Stellungen des Auslegers (5) in dem vorgegebenen Stellungsbereich
mithilfe einer Momentenbilanz um eine oder mehrere durch die Abstützgeometrie bestimmte
Kipplinien (KL) ermittelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei die maximal zulässigen Traglasten für die
Stellungen in dem vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers (5) mithilfe von Lastbegrenzungen
ermittelt werden, die durch ein oder mehrere von einem oder mehreren weiteren Parametern
abhängige, kennfeldbasierte oder funktionsbasierte Tragfähigkeits-Modelle oder durch
einen oder mehrere begrenzende Parameter bestimmt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei beim Betreiben des Mobilkrans (1)
die mehreren Stellungen des Auslegers (5) in dem vorgegebenen Stellungsbereich in
einem bestimmten geometrischen Umfeld zur momentanen Stellung des Auslegers (5) berücksichtigt
werden, um die entsprechenden maximal zulässigen Traglasten zu ermitteln, wobei eine
Verstellgeschwindigkeit des Auslegers (5) abhängig von einem dadurch ermittelten Verlauf
einer Traglastgrenze im vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers (5) gewählt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Verstellgeschwindigkeit des Auslegers (5) abhängig
von einer angehängten Last und abhängig von einem Abstand zwischen einer Position
der angehängten Last und der Traglastgrenze eingestellt wird, wobei die Traglastgrenze
der Positionen der Last entspricht, an der die angehängte Last die maximal zulässige
Traglast erreicht, wenn diese in einer Verstellrichtung bewegt wird, wobei die Verstellgeschwindigkeit
insbesondere abhängig von einem Gradienten des Verlaufs der maximal zulässigen Traglast
bezüglich der Verstellrichtung eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei für den vorgegebenen Stellungsbereich
des Auslegers (5) die maximal zulässigen Traglasten als absolute Wertangabe oder als
relative Wertangabe, die das Verhältnis der angehängten Last zu der bei einer betreffenden
Stellung des Auslegers (5) im vorgegebenen Stellungsbereich bestehenden maximal zulässigen
Traglast angeben, im vorgegebenen Stellungsbereich auf einer Anzeige (22) dargestellt
werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die absolute Wertangabe oder die relative Wertangabe
der maximal zulässigen Traglasten visuell unterscheidbar, insbesondere durch eine
jeweils zugeordnete Färbung, Helligkeit oder Schattierung, auf der Anzeige dargestellt
werden.
9. Steuereinheit (20) zum Betreiben eines Mobilkrans (1) mit einem Ausleger (5), wobei
die Steuereinheit (20) ausgebildet ist, um Berechnungen auszuführen, um
- maximal zulässige Traglasten für mehrere Stellungen in einem vorgegebenen Stellungsbereich
des Auslegers (5) zu ermitteln;
- einen örtlichen Verlauf der Traglastgrenze und/oder einen oder mehrere Traglastbereiche
basierend auf einer angehängten Last und auf den maximal zulässigen Traglasten für
die mehreren Stellungen des vorgegebenen Stellungsbereichs des Auslegers (5) zu ermitteln,
wobei der örtliche Verlauf der Traglastgrenze denjenigen Stellungen des Auslegers
bzw. denjenigen Positionen der Last entspricht, an denen die aktuell angehängte Last
gleich der maximal zulässigen Traglast ist, wobei die Traglastbereiche diejenigen
Stellungen des Auslegers bzw. diejenigen Lastpositionen angeben, an denen ein Verhältnis
der angehängten Last zu der maximal zulässigen Traglast innerhalb eines vorgegeben
Bereichs liegt; und
- den Mobilkran (1) abhängig von dem örtlichen Verlauf der ermittelten Traglastgrenze
und/oder von dem einen oder den mehreren ermittelten Traglastbereichen zu betreiben.
10. System für einen Mobilkran (1) umfassend
- eine Steuereinheit (20) nach Anspruch 9; und
- eine Anzeigeeinrichtung (21) zur visuellen Darstellung einer Anzeige (22), um im
vorgegebenen Stellungsbereich des Auslegers (5) maximal zulässige Traglasten als absolute
Wertangabe oder als relative Wertangabe, die das Verhältnis der angehängten Last zur
bei einer Stellung des Auslegers (5) bestehenden maximal zulässigen Traglast angeben,
für Stellungen des Auslegers (5) im vorgegebenen Stellungsbereich darzustellen.
11. System für einen Mobilkran (1) umfassend
- eine Steuereinheit (20) nach Anspruch 9; und
- eine Anzeigeeinrichtung (21) zur visuellen Darstellung einer Anzeige (22), um für
den vorgegebenen Stellungsbereich die Traglastbereiche um eine momentane Lastposition,
die einer momentanen Stellung des Auslegers entspricht, darzustellen.
12. System nach Anspruch 11, wobei die Anzeigeeinrichtung (21) ausgebildet ist, um die
Traglastbereiche flächig als visuell voneinander unterscheidbare Bereiche, insbesondere
als farblich und/oder durch ihre Helligkeiten unterscheidbare Bereiche darzustellen
1. A method of operating a mobile crane (1) with a boom (5), comprising the steps of:
- determining maximum permissible loads for a plurality of positions in predetermined
position range of the boom (5);
- determining a local curve of local load limits and / or one or more local load ranges
based on a suspended load and on the maximum permissible loads for the plurality of
positions of the predetermined position range of the boom (5); wherein the local curve
of the load limit indicate those positions of the boom or those load positions, respectively,
where the suspended load equals the maximum permissible load, wherein the load ranges
indicate those positions of the boom or those load positions, respectively, where
a ratio of the suspended load and the maximum permissible load is within a specified
range, and
- operating the mobile crane (1), depending on the local curve of the determined load
limits and/or the one or more determined load ranges.
2. The method of claim 1, wherein the maximum permissible loads for the plurality of
positions in the predetermined position range of the boom (5) are determined using
a boom strength table and based on a support geometry of support means (10), wherein,
in particular, respective load limitations are determined by the boom strength table
and by the support geometry for each of the plurality of positions of the boom (5),
wherein the maximum permissible loads are then determined by a minimum operation applied
on the load limits determined by the boom strength table and by the support geometry.
3. The method of claim 2, wherein load limitations determined by the support geometry
for the plurality of positions of the boom (5) in the predetermined position range
are determined using a torque balance around one or more tilting lines (KL) defined
by the support geometry.
4. A method according to claim 2 or 3, wherein the maximum permissible loads for different
positions in the predetermined position range of the boom (5) are determined by means
of load limitations determined by one or more load rating models which are map-based
or function-based and depending on one or more further parameters or determined by
one or more limiting parameters.
5. Method according to one of claims 1 to 4, wherein in operation of the mobile crane
(1), the plurality of positions of the boom (5) in a given geometric surrounding of
the current position of the boom (5) is considered in order to determine the maximum
permissible loads, wherein an adjustment speed of the boom (5) is selected depending
on the curve of a load limit in the predetermined position range of the boom (5).
6. The method of claim 5, wherein the adjustment speed of the boom (5) is controlled
depending on a suspended load and on a distance between the current load position
and a load limit, wherein the load limit corresponds to the positions of the load
at which the suspended load reaches the maximum permissible load if it is moved in
an adjustment direction, wherein the adjustment speed may be controlled depending
on a gradient of the curve of the maximum permissible load with respect to the adjustment
direction.
7. A method according to any one of claims 1 to 6, wherein the maximum permissible loads
for the predetermined position range of the boom are displayed on a display for the
predetermined position range as an absolute value indication or a relative value indication
that indicates the ratio of the suspended load to the maximum permissible load.
8. The method of claim 7, wherein the absolute value indication or the relative value
indication of the maximum permissible loads are displayed on the display in a visually
distinguishable manner, in particular by a respectively assigned coloring, brightness
or shading.
9. A control unit (20) for operating a mobile crane (1) is provided with a boom (5),
wherein the control unit (20) is configured to:
- determine maximum permissible loads for a plurality of positions in a predetermined
position range of the boom (5);
- determine a local curve of load limits and / or one or more load ranges based on
a suspended load and on the maximum permissible load for the plurality of positions
of the predetermined position range of the boom (5), wherein the local curve of the
load limits indicate those positions of the boom or those load positions, respectively,
where the suspended load equals the maximum permissible load, wherein the load ranges
indicate those positions of the boom or those load positions, respectively, where
a ratio of the suspended load and the maximum permissible load is within a specified
range; and
- operate the mobile crane (1) depending on the local curve of the determined load
limits and / or the one or more determined load ranges.
10. System for a mobile crane (1) comprising:
- the control unit (20) according to claim 9; and
- a display means (21) for visually presenting a display (22) to present maximum permissible
loads in the predetermined position range of the boom (5) as an absolute value indication
or as a relative value indication for the plurality of positions of the boom (5) in
the predetermined position range, wherein the relative value indication defines a
ratio of the suspended load to the maximum permissible load at a position of the boom.
11. System for a mobile crane (1) comprising:
- a control unit (20) according to claim 9; and
- a display means (21) for visually presenting a display (22) to present, for the
predetermined position range, the load ranges in the vicinity of a current load position
corresponding to a current position of the boom.
12. The system of claim 11, wherein the display means (21) is configured to present the
load ranges as visually distinguishable areas, particularly as areas which can be
distinguished by their colors and / or by their brightnesses.
1. Procédé d'exploitation d'une grue mobile (1) comportant une flèche (5), le procédé
comprenant les étapes suivantes :
- déterminer les charges admissibles maximales pour plusieurs positions dans une plage
de positions prédéfinies de la flèche (5) ;
- déterminer une allure locale d'une limite de charge et/ou une ou plusieurs plages
de charge sur la base d'une charge suspendue et des charges admissibles maximales
pour les plusieurs positions de la plage de positions prédéfinie de la flèche (5),
l'allure locale de la limite de charge correspondant aux positions de la flèche ou
aux positions de la charge, auxquelles la charge actuellement suspendue est égale
à la charge admissible maximale, les plages de charge indiquant les positions de la
flèche ou les positions de charge, auxquelles un rapport de la charge suspendue à
la charge admissible maximale se trouve dans une plage prédéfinie ; et
- exploiter la grue mobile (1) en fonction de l'allure locale déterminée de la limite
de charge et/ou de la ou des plusieurs plages de charge déterminées.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel les charges admissibles maximales pour
la plage de positions prédéfinie de la flèche (5) sont déterminées à l'aide d'un tableau
de résistance de flèche ainsi que sur a base d'une géométrie de support de dispositifs
de support (10), dans lequel des limitations de charge respectives sont notamment
déterminées par le tableau de résistance de flèche et la géométrie de support pour
chacune des plusieurs positions de la flèche (5), dans lequel les charges admissibles
maximales sont déterminées grâce à la détermination du minimum des limites de charge
déterminées par le tableau de résistance de flèche et par la géométrie de support.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel les limitations de charge déterminées
par la géométrie de support pour les plusieurs positions de la flèche (5) dans la
plage de positions prédéfinie sont déterminées à l'aide d'un bilan des couples autour
d'une ou plusieurs lignes de basculement (KL) déterminées par la géométrie de support.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, dans lequel les charges admissibles maximales
pour les positions dans la plage de positions prédéfinie de la flèche (5) sont déterminées
à l'aide de limitations de charge qui sont déterminées par un ou plusieurs modèles
de capacité de charge basés sur des diagrammes caractéristiques, basés sur des fonctions
ou dépendants d'un ou plusieurs autres paramètres ou par un ou plusieurs paramètres
limitatifs.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel, pour l'exploitation de
la grue mobile (1), les plusieurs positions de la flèche (5) dans la plage de positions
prédéfinie sont prises en compte dans un environnement géométrique déterminé pour
la position momentanée de la flèche (5), afin de déterminer les charges admissibles
maximales correspondantes, dans lequel une vitesse de déplacement de la flèche (5)
est sélectionnée en fonction d'une allure ainsi déterminée d'une limite de charge
dans la plage de positions prédéfinie de la flèche (5).
6. Procédé selon la revendication 5, dans lequel la vitesse de déplacement de la flèche
(5) est réglée en fonction d'une charge suspendue et en fonction d'une distance entre
une position de la charge suspendue et la limite de charge, dans lequel la limite
de charge correspond aux positions de la charge auxquelles la charge suspendue atteint
la charge admissible maximale lorsque celle-ci est déplacée dans une direction de
déplacement, dans lequel la vitesse de déplacement est en particulier réglée en fonction
d'un gradient de l'allure de la charge admissible maximale relative à la direction
de déplacement.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, dans lequel, pour la plage de positions
prédéfinie de la flèche (5), les charges admissibles maximales sont représentées dans
la plage de positions prédéfinie sur un affichage (22) en tant que valeur absolue
ou relative qui indiquent le rapport de la charge suspendue à la charge admissible
maximale présente dans la plage de positions prédéfinie pour une position visée de
la flèche (5).
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel la valeur absolue ou relative de la
charge admissible maximale est représentée sur l'affichage afin d'être distinguée
visuellement, en particulier par une coloration, une luminosité ou une nuance respectivement
associée.
9. Unité de commande (20) pour exploiter une grue mobile (1) comportant une flèche (5),
dans laquelle l'unité de commande (20) est conçue pour effectuer des calculs afin
de
- déterminer des charges admissibles maximales pour plusieurs positions dans une plage
de positions prédéfinie de la flèche (5) ;
- déterminer une allure locale de la limite de charge et/ou une ou plusieurs plages
de charge sur la base d'une charge suspendue et des charges admissibles maximales
pour les plusieurs positions de la plage de positions prédéfinie de la flèche (5),
l'allure locale de la limite de charge correspondant aux positions de la flèche ou
aux positions de la charge auxquelles la charge actuellement suspendue est égale à
la charge admissible maximale, les plages de charge indiquant les positions du cantilever
ou les positions de charge auxquelles un rapport de la charge suspendue à la charge
admissible maximale se trouve dans une plage prédéfinie ; et
- exploiter la grue mobile (1) en fonction de l'allure locale de la limite de charge
déterminée et/ou de la ou des plages de charge déterminées.
10. Système de grue mobile (1) comprenant
- une unité de commande (20) selon la revendication 9 ; et
- un dispositif d'affichage (21) pour la représentation visuelle d'un affichage (22)
afin de représenter, dans la plage de positions prédéfinie de la flèche (5), des charges
admissibles maximales en tant que valeurs absolues ou relatives, qui indiquent le
rapport de la charge suspendue à la charge admissible maximale présente dans une position
de la flèche (5), pour des positions de la flèche (5) dans une plage de positions
prédéfinie.
11. Système de grue mobile (1) comprenant
- une unité de commande (20) selon la revendication 9 ; et
- un dispositif d'affichage (21) pour la représentation visuelle d'un affichage (22)
afin de représenter, pour la plage de positions prédéfinie, la plage de charge autour
d'une position de charge momentanée correspondant à une position momentanée de la
flèche.
12. Système selon la revendication 11, dans lequel le dispositif d'affichage (21) est
conçu pour représenter les plages de charge en deux dimensions en tant que plages
pouvant être distinguées les unes des autres visuellement, en particulier en tant
que plages pouvant être distinguées par leurs couleurs et/ou par leurs luminosités.