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(11) |
EP 3 134 497 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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18.09.2019 Patentblatt 2019/38 |
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Anmeldetag: 27.04.2015 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2015/059108 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2015/162304 (29.10.2015 Gazette 2015/43) |
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BLECH UND VERFAHREN ZUR VERBESSERUNG DER UMFORMBARKEIT EINES BLECHS
METAL SHEET AND METHOD FOR IMPROVING THE FORMABILITY OF METAL SHEET
TÔLE ET PROCÉDÉ DESTINÉ À L'AMÉLIORATION DE LA DÉFORMABILITÉ D'UNE TÔLE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
25.04.2014 EP 14166085
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.03.2017 Patentblatt 2017/09 |
| (73) |
Patentinhaber: voestalpine Stahl GmbH |
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4020 Linz (AT) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- FLUCH, Ronald
A-4020 Linz (AT)
- STRAUSS, Bernhard
A-4060 Leonding (AT)
- MUHR, Andreas
A-4020 Linz (AT)
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| (74) |
Vertreter: Jell, Friedrich |
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Bismarckstrasse 9 4020 Linz 4020 Linz (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 334 977 EP-A2- 2 311 928
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EP-A2- 0 303 734 US-B1- 6 455 476
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Blech und ein Verfahren zur Verbesserung der Umformbarkeit
eines Blechs, bei dem vor dem Umformen des Blechs eine wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol
auf das Blech aufgebracht und danach getrocknet wird und in einem nachfolgenden Schritt
die damit beschichtete Blechoberfläche geölt wird.
Stand der Technik
[0002] Diverse Umformhilfen für schutzbeschichtete Bleche sind aus dem Stand der Technik
bekannt - beispielsweise ein Ölfilm am Blech.
[0003] Zur Weiterbildung dieser Umformhilfe offenbart die
DE69906555T2, das Blech vor dem Auftragen des Ölfilms mit einer wässrigen Lösung zu behandeln,
die Zink- und Sulfationen enthält. Anschließend wird die aufgetragene Lösung getrocknet,
was auf dem Blech eine Schicht mit einer Zinkhydroxysulfat Basis erzeugt, welche Schicht
beim Umformen gemeinsam mit einem darüber liegenden Ölfilm eine schmierende Wirkung
entfaltet und so die tribologischen Eigenschaften des Blechs verbessert. Nachteilig
ist jedoch, dass diese Umformhilfe vergleichsweise schwer vom Blech zu entfernbar
ist und damit nachteilige Effekte bei nachfolgenden Verarbeitungsschritten des Blechs
nicht zu vermeiden sind. Zudem zeigen derartige Umformhilfen nachteilige Effekte beim
Schweißen als auch beim Verkleben eines umgeformten Blechs.
[0004] Zudem ist aus dem Stand der Technik bekannt (
US6455476B1), vor einem Umformen eines Blechs eine wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol, organische
Salze und einem Schmiermittel aufzubringen, was nach einer Trocknung eine feste Schmierstoffbeschichtung
ausbildet. Nachteilig bedarf diese wässrige Lösung mit Ihrer Vielzahl an Komponenten
einer besonderen Handhabung, insbesondere um eine ausreichende Anbindung des Polyvinylalkohols
an der Metalloberfläche sicherzustellen.
Darstellung der Erfindung
[0005] Die Erfindung hat sich daher ausgehend vom eingangs geschilderten Stand der Technik
die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zur Verbesserung der Umformbarkeit eines Blechs
zu schaffen, das einfach, unkompliziert anwendbar und reproduzierbar eine gleichmäßige
Beschichtung erzeugen kann. Zudem soll diese Beschichtung für nachfolgende Verfahrensschritte
leicht entfernbar sein.
[0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass auf das Blech eine wässrige
Lösung, die Polyvinylalkohol, optional einen Entschäumer, optional einen Tracer und
als Rest Wasser sowie herstellungsbedingt unvermeidbare Verunreinigungen aufweist,
aufgebracht und getrocknet wird.
[0007] Wird auf das Blech eine wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol und als Rest Wasser
sowie herstellungsbedingt unvermeidbare Verunreinigungen aufgebracht und danach getrocknet,
kann zunächst auf verfahrenstechnische Weise reproduzierbar eine besonders gleichmäßige
Schicht auf dem Blech erzeugt werden. Überraschend stellte sich zudem heraus, dass
sich in Kombination mit einem nach dem Trocknen der Schicht aufgebrachten Ölfilm die
tribologischen Eigenschaften des Blechs erheblich verbessern - und das obwohl keine
weiteren Komponenten zum Erreichen dieser tribologischen Eigenschaften in der wässrigen
Lösung vorgeschlagen werden, wie dies im Stand der Technik der Fall ist. Da außerdem
durch ein Missen dieser weiteren Komponenten die erfindungsgemäße Lösung äußerst stabil
ist, kann das Verfahren auch besonders reproduzierbar durchgeführt werden.
[0008] Daher konnte selbst unter Umformbedingungen hoher Kontaktbeanspruchung ausreichend
den auftretenden Schädigungsmechanismen entgegengewirkt und zugleich für auch ausreichende
Reibbedingungen zum Erreichen einer hohen Prozessqualität gesorgt werden. Dies führte
dazu, dass selbst enge Prozessfenster vom erfindungsgemäß beschichteten Blech eingehalten
werden konnten. Außerdem konnte festgestellt werden, dass nachträglich aufgebrachte
Öl besonders gut an der Beschichtung mit Polyvinylalkohol haftet, sodass reproduzierbar
ein für ein Umformen vorbereitetes Blech geschaffen werden kann, was selbst lange
Lagerzeiten standhält. Zudem ist die Beschichtung mit einer wässrigen Lösung, enthaltend
Polyvinylalkohol (PVA), vergleichsweise unkompliziert und einfach handhabbar, was
das erfindungsgemäße Verfahren vereinfacht und damit die Herstellungskosten des derart
für das Umformen vorbehandelten Blechs reduziert - zumal für dieses erfindungsgemäße
Verfahren keine besonderen Maßnahmen zur Gefahrenreduktion notwendig, was dieses ohne
besondere Umweltauflagen unkompliziert anwendbar und damit kostengünstig macht.
[0009] Die Handhabung des Verfahrens kann weiter vereinfacht werden, wenn die Lösung optional
einen Entschäumer, vorzugsweise n-Octanol, aufweist. Neben der entschäumenden Wirkung
kann durch Zugabe von n-Octanol eine Hydrophobierung der Oberfläche des Blechs ermöglicht
werden, um damit die Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen.
[0010] Optional kann diese Zusammensetzung auch noch einen Tracer aufweisen, um die erfindungsgemäße
Beschichtung am Blech einfach erkennen zu können, beispielsweise mit messtechnischen
Mitteln.
[0011] Im Allgemeinen wird erwähnt, dass unter Umformen insbesondere ein Zugdruckumformen,
vorzugsweise ein Tiefziehen bzw. Streck und Tiefziehen, verstanden werden kann, was
beispielsweise zur Herstellung von Karosserieteilen Anwendung finden kann. Weiter
wird im Allgemeinen erwähnt, dass sich zum Beölen ein thixotropes Öl auszeichnen kann.
Zudem wird im Allgemeinen erwähnt, dass Substanzen bzw. chemische Elemente, die eingesetzt
werden, um die Anwesenheit bestimmter Komponenten und/oder deren Mengen zu erkennen,
üblicherweise als "Tracer" bezeichnet werden. Diese Substanzen können beispielsweise
beim Bestrahlen mit sichtbarem Licht oder mit ultravioletter Strahlung eine Fluoreszenzstrahlung
aussenden und sind für unterschiedliche technische Einsatzgebiete bekannt. Im Allgemeinen
wird weiter erwähnt, dass die Zusammensetzung Verunreinigungen mit jeweils maximal
0,05 Gew.-% und gesamt höchstens 1 Gew.-% aufweisen kann.
[0012] Wird auf ein aus einem Stahlwerkstoff bestehendes Blech die wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol
aufgebracht und getrocknet, kann dies das Verfahren in der Handhabung erleichtern.
Polyvinylalkohol und Stahlwerkstoffe können nämlich eine besonders feste stoffschlüssige
Verbindung mit gleichmäßiger Schichtdicke ausbilden.
[0013] Besonders kann sich das erfindungsgemäße Verfahren bei einem schutzbeschichteten
Blech auszeichnen, wenn auf dessen Schutzbeschichtung die wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol
aufgebracht und getrocknet wird. Vorzugsweise bei Schutzbeschichtung auf Zn-Basis
geht diese mit Polyvinylalkohol eine besonders standfeste Verbindung mit gleichmäßiger
Oberflächenverteilung ein, was eine vollständige Benetzung der Blechoberfläche mit
Öl sicherstellen kann. Das Verfahren kann damit Bleche mit vergleichsweise hohen tribologischen
Eigenschaften reproduzierbar erzeugen.
[0014] Hohe Schichtdicken können verlässlich erzeugt werden, wenn die Lösung Polyvinylalkohol
bis zur Löslichkeitsgrenze in Wasser aufweist. Dies kann unter anderem vermeiden,
dass die Gleichmäßigkeit der Beschichtung durch störende Ausflockungen von Polyvinylalkohol
beeinträchtigt wird.
[0015] Vergleichsweise einfache einzuhaltende Parameter zur Ausbildung der Lösung können
sich ergeben, wenn diese Lösung 0,5 bis 15 Gew.-% Polyvinylalkohol aufweist. Zudem
kann sich damit eine ausreichend hohe tribologische Eigenschaft ergeben, um enge Prozessparameter
beim Umformen verlässlich erfüllen zu können. Optional kann hierfür bereits eine Lösung
mit 0,9 bis 8 Gew.-%, Polyvinylalkohol ausreichen.
[0016] Wird die wässrige Lösung mit einer Nassfilmdicke von 0,1 bis 10 µm auf das Blech
aufgebracht, kann dies der Gleichmäßigkeit der Schichtdicke förderlich sein. Besonders
eine Nassfilmdicke mit 1 bis 5 µm kann zu verbesserten tribologischen Eigenschaften
führen.
[0017] Weist die wässrige Lösung teilhydrolysierten Polyvinylalkohol mit einem Hydrolysegrad
von 72 bis 97 Mol.-% auf, kann dies das Verfahren weiter vereinfachen und damit dessen
Reproduzierbarkeit weiter erhöhen. Insbesondere vollhydrolysierter Polyvinylalkohol
mit einem Hydrolysegrad größer 97 Mol.-% kann zusätzlich verbesserte tribologische
Eigenschaften zeigen, wodurch beispielsweise die Menge an benötigtem Polyvinylalkohol
reduziert werden kann.
[0018] Die Umformbarkeit des Blechs kann sich weiter verbessern, wenn das Blech mit 0,5
bis 3 g/m^2 Öl oberflächenbeschichtet wird. Insbesondere Mineralöl, vorzugsweise ein
thixotropes Öl, kann sich hierfür auszeichnen.
[0019] Vorzugsweise kann n-Octanol als Entschäumer verwendet werden.
[0020] Die Erfindung hat sich zudem die Aufgabe gestellt, ein Blech mit einer Umformhilfe
zu schaffen, mit dem ein vergleichsweise enges Prozessfenster beim Umformen eingehalten
werden kann.
[0021] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe hinsichtlich des Blechs dadurch, dass die
Beschichtung aus Polyvinylalkohol, optional einen Tracer sowie herstellungsbedingt
unvermeidbare Verunreinigungen besteht.
[0022] Besteht die Beschichtung aus Polyvinylalkohol, optional einen Tracer sowie herstellungsbedingt
unvermeidbare Verunreinigungen, kann das Blech mit einer vergleichsweise hohen tribologischen
Eigenschaft versehen werden, um selbst bei hohen Umformkräften eine ausreichende Schmierung
sicherzustellen. Die Schicht mit Polyvinylalkohol sorgt nämlich für eine starke Benetzung
des Blechs mit Öl, was einen Filmabriss beim Umformen vermeiden kann. Das Blech kann
so standfest selbst engen Radien der Umformwerkzeuge folgen und selbst enge Prozessfenster
beim Umformen einhalten, was gerade bei Feinblechen eintreten kann. Außerdem ist die
Schicht mit Polyvinylalkohol verhältnismäßig einfach entfernbar, beispielsweise mithilfe
eines alkalischen Reinigungsprozesses, und führt zudem bei bekannten stoffschlüssigen
Verbindungen zu keinen nachteiligen Effekten, zumal Polyvinylalkohol aus dem Stand
der Technik bei Klebeverbindungen als Haftvermittler bekannt ist. Außerdem oxidiert
Polyvinylalkohol bei Schweiß- oder Lötverfahren rückstandslos und kann damit auch
solche Verbindungen nicht nachteilig beeinflussen, was die Erfindung gegenüber aus
dem Stand der Technik mit Mehrkomponentensysteme auszeichnen kann. Zudem können mit
dem optionalen Tracer selbst dünne Beschichtungen messtechnisch erfasst werden.
[0023] Besteht das Blech aus einem Stahlwerkstoff, kann die Anbindung der Beschichtung mit
Polyvinylalkohol erleichtert - und damit das Umformverhalten des Stahlblechs weiter
verbessert werden.
[0024] Weist das Blech eine Schutzbeschichtung, insbesondere auf Zn-Basis, auf, an welche
Schutzbeschichtung die Beschichtung mit Polyvinylalkohol anschließt, können Synergieeffekte
zwischen Schutzbeschichtung und Polyvinylalkohol zur Verbesserung deren stoffschlüssigen
Verbindung genutzt und damit das Umformverhalten des Blechs weiter verbessert werden.
[0025] Eine ausreichende Verbesserung im Umformverhalten des Blechs kann sich zeigen, wenn
die die Beschichtung mit Polyvinylalkohol ein Schichtgewicht von mindestens 0,5 mg/m^2,
insbesondere mindestens 10 mg/m^2, aufweist
[0026] Die Eigenschaften des Blechs hinsichtlich seiner Umformbarkeit können weiter verbessert
werden, wenn an die Beschichtung mit Polyvinylalkohol ein Ölfilm mit einem Schichtgewicht
von 0,5 bis 3 g/m^2 anschließt. Insbesondere Mineralöl, vorzugsweise ein thixotropes
Öl, kann sich hierfür auszeichnen.
[0027] Besonders kann sich die Erfindung auszeichnen, wenn eine wässrige Lösung, die Polyvinylalkohol,
optional einen Entschäumer, optional einen Tracer und als Rest Wasser sowie herstellungsbedingt
unvermeidbare Verunreinigungen aufweist, zum Beschichten eines ölfreien Blechs zur
Verbesserung der Umformbarkeit des nach dem Beschichten geölten Blechs verwendet wird.
Dies insbesondere weil die wässrige Lösung durch die geringe Anzahl an Komponenten
äußerst stabil ist und damit eine reproduzierbare Beschichtung erlauben kann. Vorzugsweise
kann dies für Stahlbleche von besonderer Bedeutung sein - insbesondere für Bleche
mit einer Schutzbeschichtung vorzugsweise auf Zn-Basis.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0028] Im Folgenden und in den Figuren wird die Erfindung beispielhaft anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine vergrößerte abgerissene Schnittansicht auf ein beschichtetes Blech und
- Fig. 2
- ein vergleichendes Diagramm verschieden beschichteter Feinbleche.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0029] Zum Nachweis der erzielten Effekte wurden ident verzinkte Bleche bzw. Feinbleche
A, B und C aus einem Stahlwerkstoff mit verschiedensten wässrigen Lösungen behandelt,
getrocknet und nachfolgend geölt, und zwar mit einem Schichtgewicht von 2 g/m^2. Hierzu
wird ein bekanntes Mineralöl bzw. die Stahlwerksbeölung RP4107S verwendet. Im Allgemeinen
ist jedoch jedes andere thixotrope Öl denkbar.
[0030] Die verschiedenen Zusammensetzungen der Lösungen samt der jeweiligen Filmdicke sind
in der Tabelle 1 zu finden.
Tabelle 1: Versuchsübersicht
| Feinblech |
Filmdicke [µm] |
Zusammensetzung der wässrigen Lösung |
Gleitreibungskoeffizient µ |
| A |
- |
- |
0,19 |
| B |
1,5 |
teilhydrolysierter PVA mit 7 Gew.-%, 0,5 ml/l n-Octanol und als Rest Wasser |
0,13 |
| C |
1,5 |
vollhydrolysierter PVA mit 5 Gew.-%, 0,5 ml/l n-Octanol und als Rest Wasser |
0,11 |
[0031] Auf dem Feinblech A wurde ausschließlich RP4107S als Umformhilfe appliziert. Die
Feinbleche B und C wurden vorher mit der erfindungsgemäßen Lösung gemäß Tabelle 1
behandelt, welche Lösung anschließend getrocknet wurde.
[0032] Damit ergibt sich am erfindungsgemäßen Blech 1 (Feinblech B und C) zum Unterschied
zum Feinblech A auf der Schutzbeschichtung 2, die eine Zn-Basis aufweist, eine vollflächig
abdeckende Beschichtung 3 aus Polyvinylalkohol. An diese Beschichtung 3 wird anschließend
ein vollflächig abdeckender RP4107S Ölfilm 4 aus Mineralöl aufgetragen, um damit beispielsweise
auch die Korrosionsbeständigkeit des Blechs 1 zu erhöhen.
[0033] Von den Blechen A, B und C wurden anschließend die Gleitreibungskoeffizienten µ entsprechend
der Norm ISO 15359 gemessen, und zwar über mehrere Versuche n auf demselben Feinblech
A, B und C, was der Fig. 2 entnommen werden kann. In Tabelle 1 sind hierzu jene Gleitreibungskoeffizienten
µ zu finden, der über mehrere Versuche n auf demselben Feinblech A, B bzw. C gemittelt
sind.
[0034] Wie nun im Vergleich der Feinbleche A, B und C nach Tabelle 1 zu erkennen, zeigen
die erfindungsgemäßen Umformhilfen auf den Feinblechen B und C überragende tribologische
Eigenschaften, was zumindest durch deutlich reduzierte Gleitreibungskoeffizienten
in Relation zu Feinblech A zum Ausdruck kommt. Zudem ist zu erkennen, dass die erfindungsgemäße
Beschichtung 3 aus Polyvinylalkohol bei den Feinblechen B und C zu keiner Verschlechterung
des Gleitreibungskoeffizienten µ über die Anzahl der Versuche n führt. Erfindungsgemäß
können jedoch die Feinblechen B und C selbst beim letzten Versuch noch immer niedrige
Gleitreibungskoeffizienten µ gewährleistet. Die Beschichtung 3 kann daher standfest
einen besonders niedrigen Gleitreibungskoeffizient µ sicherstellen. Außerdem ist gemäß
Fig. 2 zu erkennen, dass mit vollhydrolysiertem Polyvinylalkohol mit einem Hydrolysegrad
größer 97 Mol.-% in der wässrigen Lösung ein geringer Anteil im Vergleich mit der
Lösung von Feinblech B ausreicht, verbesserte tribologische Eigenschaften zu gewährleisten.
[0035] Es ist somit gezeigt, dass die erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahren bzw. auch
das damit beschichtete Blech besonders für ein Umformen vorbereitet bzw. damit ein
Umformen reproduzierbar durchgeführt werden kann.
1. Verfahren zur Verbesserung der Umformbarkeit eines Blechs (1), bei dem vor dem Umformen
des Blechs (1) eine wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol auf das Blech (1) aufgebracht
und danach getrocknet wird und in einem nachfolgenden Schritt die damit beschichtete
Blechoberfläche geölt wird, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Blech (1) eine wässrige Lösung, die Polyvinylalkohol, optional einen Entschäumer,
optional einen Tracer und als Rest Wasser sowie herstellungsbedingt unvermeidbare
Verunreinigungen aufweist, aufgebracht und getrocknet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf ein aus einem Stahlwerkstoff bestehendes Blech (1) die wässrige Lösung mit Polyvinylalkohol
aufgebracht und getrocknet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf eine Schutzbeschichtung (2), insbesondere auf Zn-Basis, des Blechs (1) die wässrige
Lösung mit Polyvinylalkohol aufgebracht und getrocknet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung Polyvinylalkohol bis zur Löslichkeitsgrenze in Wasser aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung 0,5 bis 15 Gew.-%, insbesondere von 0,9 bis 8 Gew.-%, Polyvinylalkohol
aufweist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Lösung mit einer Nassfilmdicke von 0,1 bis 10 µm, insbesondere von 1
bis 5 µm, auf das Blech (1) aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Lösung teilhydrolysierten Polyvinylalkohol mit einem Hydrolysegrad von
72 bis 97 Mol.-% oder vollhydrolysierten Polyvinylalkohol aufweist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Blech (1) mit 0,5 bis 3 g/m^2 Öl oberflächenbeschichtet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass n-Octanol als Entschäumer verwendet wird.
10. Blech mit einer wenigstens bereichsweise vorgesehenen Beschichtung (3), die Polyvinylalkohol
aufweist, und mit einem Ölfilm (4) an der Beschichtung (3), dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) aus Polyvinylalkohol, optional einen Tracer sowie herstellungsbedingt
unvermeidbare Verunreinigungen besteht.
11. Blech nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Blech (1) aus einem Stahlwerkstoff besteht.
12. Blech nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Blech (1) eine Schutzbeschichtung (2), insbesondere auf Zn-Basis, aufweist, an
welche Schutzbeschichtung (2) die Beschichtung (3) mit Polyvinylalkohol anschließt.
13. Blech nach Anspruch 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) mit Polyvinylalkohol ein Schichtgewicht von mindestens 0,5 mg/m^2,
insbesondere mindestens 10 mg/m^2, aufweist.
14. Blech nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass an die Beschichtung (3) mit Polyvinylalkohol ein Ölfilm (4) mit einem Schichtgewicht
von 0,5 bis 3 g/m^2 anschließt.
15. Verwendung einer wässrigen Lösung, die Polyvinylalkohol, optional einen Entschäumer,
optional einen Tracer und als Rest Wasser sowie herstellungsbedingt unvermeidbare
Verunreinigungen aufweist, zum Beschichten eines ölfreien Blechs (1) zur Verbesserung
der Umformbarkeit des nach dem Beschichten geölten Blechs (1).
1. Method for improving the deformability of a metal sheet (1), in which, before the
metal sheet (1) is deformed, an aqueous solution containing polyvinyl alcohol is applied
to the metal sheet (1) and is then dried, and in a subsequent step the thus coated
metal sheet surface is oiled, characterized in that an aqueous solution, which contains polyvinyl alcohol, optionally a defoaming agent,
optionally a tracer and the remainder water and unavoidable impurities resulting from
the manufacturing process, is applied to the metal sheet (1) and is dried.
2. Method according to claim 1, characterized in that the aqueous solution containing polyvinyl alcohol is applied to a metal sheet (1)
made of a steel material and is dried.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that the aqueous solution containing polyvinyl alcohol is applied to a protective coating
(2), more particularly based on Zn, of the metal sheet (1) and is dried.
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterized in that the solution contains polyvinyl alcohol up to the solubility limit in water.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterized in that the solution contains 0.5 to 15 wt%, more particularly 0.9 to 8 wt%, polyvinyl alcohol.
6. Method according to one of claims 1 to 5, characterized in that the aqueous solution is applied to the metal sheet (1) with a wet film thickness
of 0.1 to 10 µm, more particularly 1 to 5 µm.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterized in that the aqueous solution contains partially hydrolysed polyvinyl alcohol having a degree
of hydrolysis of 72 to 97 mol% or fully hydrolysed polyvinyl alcohol.
8. Method according to one of claims 1 to 7, characterized in that the metal sheet (1) is surface-coated with 0.5 to 3 g/m2 oil.
9. Method according to one of claims 1 to 8, characterized in that n-octanol is used as a defoaming agent.
10. Metal sheet having a coating (3) which is provided at least in some regions and which
contains polyvinyl alcohol, and having an oil film (4) on the coating (3), characterized in that the coating (3) consists of polyvinyl alcohol, optionally a tracer, and unavoidable
impurities resulting from the manufacturing process.
11. Metal sheet according to claim 10, characterized in that the metal sheet (1) is made of a steel material.
12. Metal sheet according to claim 10 or 11, characterized in that the metal sheet (1) has a protective coating (2), more particularly based on Zn,
said protection coating (2) being adjoined by the coating (3) containing polyvinyl
alcohol.
13. Metal sheet according to claim 10, 11 or 12, characterized in that the coating (3) containing polyvinyl alcohol has a layer weight of at least 0.5 mg/m2, more particularly at least 10 mg/m2.
14. Metal sheet according to one of claims 10 to 13, characterized in that the coating (3) containing polyvinyl alcohol is adjoined by an oil film (4) having
a layer weight of 0.5 to 3 g/m2.
15. Use of an aqueous solution, which contains polyvinyl alcohol, optionally a defoaming
agent, optionally a tracer and the remainder water and unavoidable impurities resulting
from the manufacturing process, for coating an oil-free metal sheet (1) in order to
improve the deformability of the metal sheet (1), which is oiled after being coated.
1. Procédé pour améliorer la déformabilité d'une tôle (1) dans lequel, avant la déformation
de la tôle (1), une solution aqueuse contenant de l'alcool polyvinylique est appliquée
sur la tôle (1) puis séchée et, dans une étape suivante, la surface revêtue de la
tôle est huilée, caractérisé en ce qu'une solution aqueuse contenant de l'alcool polyvinylique, facultativement un agent
anti-mousse, facultativement un traceur et de l'eau pour le reste, ainsi que les impuretés
inévitablement liées à la fabrication, est appliquée et séchée sur la tôle (1).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la solution aqueuse contenant de l'alcool polyvinylique est appliquée et séchée sur
une tôle (1) composée d'un acier.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la solution aqueuse contenant de l'alcool polyvinylique est appliquée et séchée sur
un revêtement protecteur (2) de la tôle (1), en particulier à base de zinc.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la solution contient de l'alcool polyvinylique jusqu'à la limite de solubilité dans
l'eau.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la solution contient entre 0,5 et 15 % en poids, en particulier entre 0,9 et 8 %
en poids, d'alcool polyvinylique.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la solution aqueuse est appliquée sur la tôle (1) sur une épaisseur de film humide
de 0,1 à 10 µm, en particulier de 1 à 5 µm.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la solution aqueuse contient de l'alcool polyvinylique partiellement hydrolysé à
un degré d'hydrolyse de 72 à 97 % molaires ou de l'alcool polyvinylique entièrement
hydrolysé.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la surface de la tôle (1) est enduite avec 0,5 à 3 g/m2 d'huile.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'agent anti-mousse utilisé est du n-octanol.
10. Tôle avec un revêtement (3) prévu au moins par zones qui contient de l'alcool polyvinylique
et avec un film d'huile (4) sur le revêtement (3), caractérisée en ce que le revêtement (3) se compose d'alcool polyvinylique, facultativement d'un traceur
et d'impuretés inévitables en lien avec la fabrication.
11. Tôle selon la revendication 10, caractérisée en ce que la tôle (1) se compose d'un acier.
12. Tôle selon la revendication 10 ou 11, caractérisée en ce que la tôle (1) présente un revêtement protecteur (2), en particulier à base de zinc,
le revêtement (3) qui contient de l'alcool polyvinylique se raccordant au revêtement
protecteur (2).
13. Tôle selon la revendication 10, 11 ou 12, caractérisée en ce que le revêtement (3) qui contient de l'alcool polyvinylique présente un poids de couche
d'au moins 0,5 mg/m2, en particulier d'au moins 10 mg/m2.
14. Tôle selon l'une des revendications 10 à 13, caractérisée en ce qu'un film d'huile (4) ayant un poids de couche de 0,5 à 3 g/m2 se raccorde au revêtement (3) qui contient de l'alcool polyvinylique.
15. Utilisation d'une solution aqueuse contenant de l'alcool polyvinylique, facultativement
un agent anti-mousse, facultativement un traceur et de l'eau pour le reste, ainsi
que les impuretés inévitablement liées à la fabrication, pour revêtir une tôle (1)
non huilée afin d'améliorer la déformabilité de la tôle (1), qui est huilée après
l'application du revêtement.


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