[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines mehrdimensional
skalierbaren Werkzeugs.
[0002] In verschiedenen Industriegebieten werden abrasive Werkzeug eingesetzt, die über
eine definierte Anordnung von Schneidpartikeln verfügen. Neben Problemen hinsichtlich
eines Werkzeuglebensdauerzyklus stehen hier vor allem im Bereich von Feinschnittanwendungen
abrasive Werkzeuge mit geordneten Schneidpartikeln im Vordergrund. Eine Serienfertigung
derartiger Werkzeuge mittels bekannter Herstellungsverfahren ist jedoch aufwändig
bzw. mit hohen Produktionskosten verbunden. Zudem unterliegen aktuelle Lösungen geometrischen
Einschränkungen.
[0003] Dies bedeutet zum Beispiel, dass Lösungskonzepte in ihren minimal möglichen Positionierungsmaßen
für Abrasivstoffe aufgrund von Verfahrensgrenzen beschränkt sind. Weiterhin kann keine
reproduzierbare und wiederholt definiert vorgegebene Schneidpartikelüberlappung generiert
werden, die eine Schneideffizienz derartiger Werkzeuge erhöht.
[0004] So offenbart beispielsweise die Druckschrift
DE 10 2009 053570 B4 einen Kaltpressprozess zum Herstellen eines Schneidwerkzeugs mit geordneten Diamanten.
Durch die Verwendung des Kaltpressverfahrens sind aber erhebliche Einschränkungen
in der geometrischen x-y-Auflösung der Schneidpartikelpositionen zu erwarten, sowie
eine nicht oder nur begrenzt nutzbare Auflösung in z- Richtung.
[0005] So sind aus
WO 2013/142988 A1 ein abrasiv wirkender Artikel und auch ein Verfahren zu seiner Herstellung bekannt.
Die
WO 2013/142988 A1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Werkzeugs, bei dem ein
Grünteil hergestellt wird, indem eine mit Aussparungen versehene Primärschicht aus
einem mit einem organischen Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoff hergestellt
wird und nachfolgend durch in die Aussparungen abrasiv wirkende Partikel eingebracht
werden sowie danach eine Deckschicht aus dem mit dem organischen Bindemittelsystem
versehenen Primärwerkstoff zum Fixieren der abrasiv wirkenden Partikel in den Aussparungen
aufgebracht wird, wobei durch eine abschließende Wärmebehandlung des Grünteils das
Werkzeug erhalten wird.
[0006] US 2013/0288582 A1 betrifft eine Verfahren zur Herstellung von Konditionierscheiben, die am zum chemisch
elektrischen Polieren einsetzten kann.
[0007] Ein Verfahren zum Schärfen eines Schneidelements geht aus
US 2010/0041315 A1 hervor.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen
eines Werkzeugs vorzuschlagen, das die genannten Nachteile vermeidet, mit dem also
abrasiv wirkende Partikel an definierten Positionen des Werkzeugs einfach angeordnet
werden können.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0010] Bei einem Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Werkzeugs wird ein Grünteil
hergestellt, indem zunächst durch Siebdruck eine mit Aussparungen versehene Primärschicht
aus einem mit einem organischen Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoff hergestellt
wird und nachfolgend durch Schablonendruck in die Aussparungen abrasiv wirkende Partikel
eingebracht werden. Dann wird durch Siebdruck eine Deckschicht des mit dem organischen
Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoffs zum Fixieren der abrasiv wirkenden Partikel
in den Aussparungen aufgebracht. Das Werkzeug wird schließlich durch eine abschließende
Wärmebehandlung des Grünzeugs erhalten.
[0011] Durch das Verwenden von Siebdruck zum Definieren und Herstellen der Aussparungen
können die abrasiv wirkenden Partikel gezielt in der Primärschicht und somit in dem
fertigen Werkzeug eingebracht werden. Die räumlichen Positionen der Aussparungen und
damit auch der nachfolgend in diese eingebrachten abrasiv wirkenden Partikel oder
Schneidpartikel sind daher festgelegt und genau definiert. Durch Schablonendruck können
diese abrasiv wirkenden Partikel weiterhin einfach und schnell eingebracht sowie positioniert
werden. Die abschließende Deckschicht fixiert die Schneidpartikel schließlich. Durch
die abschließende Wärmebehandlung wird das organische Bindemittelsystem, das vorzugsweise
Polymerbinder und Additive aufweist, ausgetrieben und der Primärwerkstoff verbleibt
und formt das Werkzeug.
[0012] Unter Siebdruck soll hierbei ein Verfahren verstanden werden, bei dem der aufzubringende
Primärwerkstoff samt des beigemischten organischen Bindemittelsystems durch ein feinmaschiges
Sieb gedruckt wird. Hierzu liegt der Primärwerkstoff und das dem Primärwerkstoff beigefügte
organische Bindemittelsystem vorzugsweise in Form einer Druckpaste vor. Das Sieb selbst
weist typischerweise an nicht zu bedruckenden Stellen ein abschattendes Strukturlayout
als Beschichtung auf. Schablonendruck soll demgegenüber ein Verfahren bezeichnen,
bei dem lediglich eine Schablone verwendet wird, also kein Sieb zum Einsatz kommt.
[0013] Es kann vorgesehen sein, dass die abrasiv wirkenden Partikel durch Rakeln in die
Aussparungen aufgebracht bzw. eingebracht werden. Dies erlaubt eine schnelle und sichere
Verarbeitung der abrasiv wirkenden Partikel. Vorzugsweise erfolgt das Rakeln mit einer
Schieberakel oder einer Besenrakel. Ebenso wird typischerweise auch der mit dem organischen
Bindemittelsystem versehene Primärwerkstoff beim Siebdruck durch Rakeln bearbeitet
und aufgebracht bzw. eingebracht.
[0014] Typischerweise wird vor dem Aufbringen der Deckschicht in einem Zwischenschritt mindestens
eine Folgeschicht auf die mit den abrasiv wirkenden Partikeln versehene Schicht aufgebracht.
Bei dieser Folgeschicht sind die Aussparungen üblicherweise räumlich versetzt zu den
Aussparungen der Primärschicht oder einer benachbarten Schicht angeordnet, so dass
auch die Aussparungen der bereits aufgebrachten Schicht mit den darin enthaltenen
abrasiv wirkenden Partikeln mit dem mit dem Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoff
gefüllt werden. Dies erlaubt es, in dreidimensionalem Siebdruck in ihrer Raumstruktur
optimierte abrasive Werkzeuge mit engen Positionierungsmaßen herzustellen, wobei die
Positionen im dreidimensionalen Bauteilraum nahezu frei definierbar sind. Es lässt
sich hiermit eine höhere Konzentration von abrasiv wirkenden Partikeln erreichen und
auch räumlich lokale Konzentrationen oder Konzentrationsgradienten der abrasiv wirkenden
Partikel generieren. Durch ein Wiederholen der beschriebenen Schritte lässt sich somit
ein mehrdimensionales Schneidwerkzeug herstellen.
[0015] Zudem kann vorgesehen sein, integrierte, frei gestaltbare Führungskanäle und bzw.
oder Kühlkanäle durch das beschriebene Verfahren einzubringen oder Haltestrukturen
und bzw. oder Fixierungsstrukturen innerhalb oder an dem Werkzeug vorzusehen. Durch
die verschiedenen Siebdruckschritte mit jeweils einstellbaren Eigenschaften der herzustellenden
Schicht können nahezu beliebige Strukturen in dem Werkzeug realisiert werden.
[0016] Die Aussparungen können einen Durchmesser zwischen 40 µm und 3 mm, vorzugsweise zwischen
50 µm und 2,5 mm, besonders vorzugsweise zwischen 100 µm und 1 mm ausgebildet sein,
um typische abrasiv wirkende Partikel aufnehmen zu können. Das durch das Verfahren
hergestellte mehrschichtige Werkzeug weist typischerweise eine Länge, Breite und bzw.
oder Tiefe von zwischen 3 mm und 300 mm, vorzugsweise zwischen 10 mm und 250 mm, besonders
vorzugsweise zwischen 50 mm und 100 mm auf.
[0017] Alternativ oder zusätzlich kann eine Tiefe der Aussparungen von mindestens 75 Prozent
bis maximal 100 Prozent eines maximalen Durchmessers der abrasiv wirkenden Partikel
eingehalten werden, so dass die abrasiv wirkenden Partikel entweder gerade in den
Aussparungen verschwinden oder ein Stück weit herausragen. Die geometrischen Eigenschaften
der Aussparungen, insbesondere deren Durchmesser und Tiefe, können identisch bei allen
Aussparungen sein. Es kann alternativ aber auch vorgesehen sein, dass die Aussparungen
unterschiedlich geformt sind und bzw. oder unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.
Schließlich kann auch vorgesehen sein, dass innerhalb einer einzelnen Schicht die
Aussparungen identisch ausgeführt sind, eine benachbarte Schicht jedoch Aussparungen
mit unterschiedlichen Abmessungen und Formen aufweist.
[0018] Die Aussparungen können Öffnungen aufweisen, die kreisförmig, dreieckig, rechteckig,
vieleckig, oval oder freigeschwungen ausgeführt sind. Dementsprechend können auch
die abrasiv wirkenden Partikel unterschiedlich geformt sein und jeweils unterschiedliche
Größen aufweisen. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass alle abrasiv wirkenden Partikel,
die in das Grünteil, das auch als Grünling bezeichnet wird, eingebracht werden, gleiche
Abmessungen und eine identische Form aufweisen. Es ist aber natürlich auch möglich,
dass alle in einer einzelnen Schicht eingebrachten abrasiv wirkenden Partikel identisch
sind, allerdings die abrasiv wirkenden Partikel verschiedener Schichten unterschiedlich
ausgestaltet sind.
[0019] Typischerweise wird für den Schablonendruck eine Schablone verwendet, die eine Dicke
von maximal 30 Prozent des maximalen Durchmessers der abrasiv wirkenden Partikel aufweist,
um den Schablonendruck zuverlässig durchführen zu können.
[0020] Die abrasiv wirkenden Partikel können aus Diamant und bzw. oder aus einem Hartstoff,
vorzugsweise einem Nitridwerkstoff, einem Oxidwerkstoff oder einem Karbidwerkstoff,
besonders vorzugsweise aus Siliziumkarbid oder Wolframkarbid, ausgebildet werden.
Es können alle verwendeten abrasiv wirkenden Partikel aus einem identischen Werkstoff
ausgebildet sein, es können aber auch jeweils verschiedene Werkstoffe verwendet werden.
Außerdem ist es möglich, dass alle in einer einzelnen Schicht eingebrachten abrasiv
wirkenden Partikel aus dem gleichen Werkstoff sind. Die abrasiv wirkenden Partikel
können alle eine identische Form aufweisen, es können aber auch unterschiedlich geformte
Partikel zum Einsatz kommen.
[0021] Der Primärwerkstoff kann aus Metall ausgebildet sein, wobei für die abschließende
Wärmebehandlung in diesem Fall typischerweise Sintern, Drucksintern, freies Sintern,
Heißpressen, heißisostatisches Pressen und bzw. oder Löten eingesetzt wird.
[0022] Ein mehrschichtiges Werkzeug mit abrasiv wirkenden Partikeln wird vorzugsweise mit
dem beschriebenen Verfahren hergestellt. Typischerweise ist dieses Werkzeug eine abrasive
Schleifscheibe, ein abrasives Sägeblatt, eine abrasive Schneidperle für ein Sägeseil
oder eine abrasive Bohrkrone.
[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
nachfolgend anhand der Figuren 1 bis 6 erläutert.
[0024] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht einer Primärschicht mit eingebrachten Aussparungen;
- Fig. 2
- eine Fig. 1 entsprechende Ansicht eines Schablonendrucks von abrasiv wirkenden Partikeln;
- Fig. 3
- eine Fig. 1 entsprechende Ansicht von eingebetteten abrasiv wirkenden Partikeln;
- Fig. 4
- eine Fig. 1 entsprechende Ansicht eines Aufbringens einer weiteren Schicht abrasiv
wirkender Partikel;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht eines ringförmigen Werkzeugs mit zwei Schichten und
- Fig. 6
- eine Figur 5 entsprechende perspektivische Ansicht eines Quaders mit zwei Schichten
und in die Schichten eingebrachten abrasiv wirkenden Partikeln.
[0025] In Figur 1 ist in einer schematischen Seitenansicht eine Primärschicht 1 aus einem
Primärwerkstoff mit eingebrachten Aussparungen 2 dargestellt. Die Primärschicht 1
und die Aussparungen 2 wurden durch einen Siebdruck hergestellt, indem mittels eines
Rakels eine Druckpaste aus dem mit einem organischen Bindemittelsystem versehenen
Primärwerkstoff durch ein Sieb 8 gedruckt wird, wobei das Sieb 8 an den Positionen
der Aussparungen 2 ein integriertes Layout 9 zum Abschatten darunter liegender Bereiche
aufweist. Dies kann durch einen einzelnen Siebdruckvorgang erfolgen, es können aber
auch mehrere Siebdruckvorgänge vorgenommen werden. Durch Rakeln des Primärwerkstoffs
im Rahmen des Siebdruckverfahrens wird schnell und mit einem gewünschten Layout die
Primärschicht 1 hergestellt.
[0026] Die Aussparungen 2, die auch als Hohlräume, Kavitäten oder Kanäle bezeichnet werden
können, haben eine Breite zwischen 40 µm und 3 mm und einen jeweils gleich großen
Abstand zueinander. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind alle Aussparungen
2 der Primärschicht 1 gleich ausgeführt, weisen also eine identische Breite und eine
identische Tiefe auf. Die dargestellten Ausführungen haben eine quadratische Öffnung,
ihre maximale Breite ist also auch gleich ihrer maximalen Länge. In weiteren Ausführungsbeispielen
kann die Öffnung aber natürlich auch andere Formen aufweisen, beispielsweise rund,
oder die Aussparungen 2 können auch alle jeweils unterschiedliche Abmessungen aufweisen.
Es kann auch vorgesehen sein, dass sich periodisch wiederholend in der Primärschicht
1 identische Aussparungen 2 vorgesehen sind. Ebenso können die Abstände zwischen den
einzelnen Aussparungen 2 unterschiedlich groß sein.
[0027] Figur 2 zeigt in einer Figur 1 entsprechenden Ansicht ein Einbringen von abrasiv
wirkenden Partikeln 3 aus Diamant bzw. Schneidpartikeln in die Aussparungen 2. Wiederkehrende
Merkmale sind in dieser Figur wie auch in den folgenden Figuren mit identischen Bezugszeichen
versehen. Die abrasiv wirkenden Partikel 3 sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
im Querschnitt dreieckig, können aber auch beliebige andere Formen aufweisen. Die
Aussparungen 2 haben eine Tiefe, die gerade 75 Prozent eines maximalen Durchmessers
der abrasiv wirkenden Partikel 3 entspricht. Die abrasiv wirkenden Partikel 3 ragen
daher, sobald sie in die Aussparungen 2 eingebracht wurden, aus diesen heraus. In
weiteren Ausführungsbeispielen kann aber auch ein bündiger Abschluss der abrasiv wirkenden
Partikel 3 mit einer Öffnung der Aussparungen 2 vorliegen.
[0028] In weiteren Ausführungsbeispielen können die abrasiv wirkenden Partikel 3 auch aus
Siliziumkarbid oder Wolframkarbid ausgebildet sein. Außerdem können die abrasiv wirkenden
Partikel 3 auch nicht alle aus einem einzigen Werkstoff sein, sondern es kann auch
eine Mischung aus abrasiv wirkenden Partikeln 3 unterschiedlicher Werkstoffe vorliegen.
[0029] Die abrasiv wirkenden Partikel 3 werden durch einen Schablonendruck in die Aussparungen
2 eingebracht. Hierzu wird eine Schablone 4 über der Primärschicht 1 platziert und
durch ein Schieberakel 5 werden die abrasiv wirkenden Partikel 3 durch Öffnungen der
Schablone 4 geführt. Eine maximale Partikelgröße ist hierbei kleiner oder gleich einer
minimalen Schablonenöffnung, d. h. die Öffnungen der Schablone 4 können alle gleich
sein, aber auch unterschiedliche Formen oder Abmessungen aufweisen. Statt des Schieberakels
5 kann auch ein Besenrakel, vorzugsweise ein Mehrstufen- und bzw. oder Mehrzonenbesenrakel
verwendet werden. Die Schablone 4 weist eine Dicke von maximal 30 Prozent des maximalen
Durchmessers der abrasiv wirkenden Partikel 3 auf. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind alle für die Primärschicht 1 verwendeten abrasiv wirkenden Partikel 3 identisch,
es können aber auch nur für eine Schicht identische Partikel 3 verwendet werden oder
voneinander verschiedene Partikel 3 unabhängig von der Schicht zum Einsatz kommen.
Durch Trockenrakeln werden somit nur die abrasiv wirkenden Partikel 3 in die Aussparungen
2 eingebracht, wobei in einer der Aussparungen 2 genau eines der abrasiv wirkenden
Partikel 3 passt und auf weitere Zusatzstoffe verzichtet werden kann.
[0030] Das Aufbringen einer Folgeschicht 7 bzw., falls diese aufzubringende Schicht die
finale Schicht ist, einer Deckschicht auf die in die Primärschicht 1 eingebrachten
abrasiv wirkenden Partikel 3 ist in Figur 3 in einer Figur 1 entsprechenden schematischen
Schnittansicht gezeigt. Die Folgeschicht 7 wird wiederum aus dem pulverförmigen oder
pastenförmigen und mit dem organischen Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoff
durch das Sieb 8 mit integriertem Layout aufgebracht, wobei an den Positionen der
abrasiv wirkenden Partikel 3 das integrierte Layout 9 das Sieb 8 verschließt. Falls
die Deckschicht als letzte aufzubringende Schicht aufgebracht wird, werden die Aussparungen
2 der unmittelbar darunter liegenden Schicht lediglich gefüllt, aber keine neuen Aussparungen
2 mehr ausgebildet. Somit werden bei der Folgeschicht 7 die abrasiv wirkenden Partikel
3 in den Primärwerkstoff eingebettet und gleichzeitig durch die abgeschatteten Bereiche,
bei Aufbringen der Folgeschicht 7 neue Aussparungen 2 definiert und ausgebildet. Die
Folgeschicht 7 bzw. Deckschicht setzt hierbei direkt an die gefüllte Primärschicht
1 an, die Aussparungen der Primärschicht 1 werden somit durch das Aufbringen der Folgeschicht
7 bzw. der Deckschicht geschlossen und die abrasiv wirkenden Partikel 3 in der Primärschicht
eingebettet und fixiert.
[0031] Das so hergestellte Grünteil aus dem in Schichten aufgetragenen Primärwerkstoff aus
Metall oder einer Metalllegierung und den abrasiv wirkenden Partikeln 3 wird durch
Sintern, Drucksintern, freies Sintern, Heißpressen, heißisostatisches Pressen bzw.
Löten als abschließende Wärmebehandlung verfestigt, das organische Bindemittelsystem
ausgetrieben und das mehrschichtige Werkzeug, im dargestellten Ausführungsbeispiel
ein abrasives Segment, fertiggestellt. Das gesamte dargestellte Werkzeug weist eine
Länge von 300 mm auf.
[0032] Figur 4 zeigt in einer Figur 1 entsprechenden Ansicht eine weitere aufgebrachte Folgeschicht
7 aus dem mit dem organischen Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoff auf die
Primärschicht 1, in der die abrasiv wirkenden Partikel 3 vollständig eingebettet sind.
Die Folgeschicht 7 wird ebenfalls durch Siebdruck aufgebracht, allerdings sind die
Positionen der Aussparungen 2 dieser Folgeschicht 7 und entsprechend auch die Positionen
der abrasiv wirkenden Partikel 3 räumlich versetzt zu den Positionen der abrasiv wirkenden
Partikel 3 in der Primärschicht 1. Abschließend wird hier auf die Folgeschicht 7 die
Deckschicht 6 aufgebracht und die abschließende Wärmebehandlung durchgeführt.
[0033] Mit dem beschriebenen dreidimensionalen Siebdruck können sowohl dünne Wandstrukturen
als auch kleine Lochdurchmesser der Aussparungen 2 mit entsprechenden pulverförmigen
Werkstoffen generiert werden. Mit dem dreidimensionalen Siebdruckverfahren und der
Kombination mit dem Schablonendruckverfahren ist es möglich, neben dem Strukturaufbau
auch eine gezielte und definiert reproduzierbare Füllung von Hohlstrukturen bzw. Aussparungen
2 zu erzeugen. Dabei werden wie beschrieben die abrasiv wirkenden Partikel 3 mit definiertem
Formlayout durch die positionierte Schablone 4 in die bereits vorher gedruckten Kanäle,
Hohlräume bzw. Aussparungen 2 eingebracht. Im Anschluss an eine Lage dieser Schneidpartikel
bzw. abrasiv wirkenden Partikel 3 kann die aktuelle Struktur unverändert weitergedruckt
werden oder durch Layoutänderung bzw. durch ein Deckellayout mit der Deckschicht 6
geschlossen werden.
[0034] Mit dem beschriebenen Verfahren hergestellte Schneidwerkzeuge können sehr frei und
definierbar gestaltet werden. Neben Freiformen können vor allem Kanäle, Hohlräume
oder Kavitäten erzeugt werden. Durch diese freie Gestaltung ist auch eine Integration
von z. B. Kühlkanälen, Führungsnuten, Stütz- oder Einbindungsstrukturen während der
Bauteilentstehung möglich. Durch einen Wechsel des Drucklayouts, insbesondere durch
Wechsel einer verwendeten Schablone, während des schichtweisen Aufbaus der abrasiv
wirkenden Partikel 3 wird ein einstellbarer Versatz der abrasiv wirkenden Partikel
3 zwischen den einzelnen Schichten bzw. Lagen umsetzbar. Dies stellt sicher, dass
in dem fertiggestellten Schneidwerkzeug entlang einer Verschleißachse jederzeit abrasiv
wirkende Partikel 3 zur Verfügung stehen.
[0035] Außerdem können auch verfahrensbedingte Strukturanpassungen in Form von Führungslöchern
und bzw. oder -sicken umgesetzt werden, die ein Überschneiden verschiedener Schichten
während der Wärmebehandlung sicherstellen. Die abrasiv wirkenden Partikel 3 können
eine angepasste und enge Pulververteilungskurve aufweisen und kleiner als ein maximaler
Durchmesser einer Schablonenöffnung sein. Durch einen Schablonenlayoutwechsel ist
es weiterhin möglich, innerhalb der definiert dreidimensional geordneten Partikelpositionen
verschiedene Abrasivstoffe, also verschiedene Werkstoffe für die abrasiv wirkenden
Partikel 3 einzusetzen. Weiterhin wird durch den beschriebenen Drucksieb- bzw. Schablonenlayoutwechsel
eine lokale Konzentration oder eine Gradierung der abrasiv wirkenden Partikel 3 innerhalb
des Schneidwerkzeugs ermöglicht.
[0036] In Figur 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des mehrschichtigen Werkzeugs dargestellt.
Das Werkzeug ist nun ringförmig ausgeführt und zweischichtig mit einer Primärschicht
1 und einer Folgeschicht 7 aufgebaut. In jeder der Schichten sind die abrasiv wirkenden
Partikel 3 in Konzentrationsinseln eingebracht, d. h. es gibt in jeder der Schichten
Regionen, in denen eine erhöhte Konzentration der abrasiv wirkenden Partikel 3 vorliegt.
[0037] Diese Konzentrationsinseln sind in jeder der Schichten 1 und 7 gerade um 90° zueinander
versetzt, die Konzentrationsinseln der Primärschicht 1 sind jedoch jeweils um 45°
gegenüber den Konzentrationsinseln der Folgeschicht 7 versetzt. Durch den Layoutwechsel
kann sowohl die Partikelkonzentration als auch die Partikelpositionen zwischen den
einzelnen Schichten variiert und eine Gradierung in Baurichtung erreicht werden. Auf
die Folgeschicht 7 wird typischerweise noch die Deckschicht 6 aufgebracht.
[0038] Figur 6 zeigt eine Figur 5 entsprechende perspektivische Ansicht eines Quaders. Der
Quader ist wiederum aus zwei Schichten, der Primärschicht 1 und der Folgeschicht 7,
aufgebaut, in die abrasiv wirkende Partikel 3 in Form von Konzentrationsinseln eingebracht
sind. Die Konzentrationsinseln der abrasiv wirkenden Partikel 3 sind periodisch in
der jeweiligen Schicht 1 und 7 mit gleicher Periodenlänge angeordnet, jedoch sind
Konzentrationsinseln in den jeweiligen Schichten 1 und 7 um jeweils eine halbe Periode
zueinander versetzt. In weiteren Ausführungsbeispielen können die Konzentrationsinseln
auch beliebig, also insbesondere nicht periodisch in derjeweiligen Schicht 1 und 7
angeordnet oder es kann auch nur eine der Schichten 1 oder 7 Konzentrationsinseln
aufweisen, während die andere der Schichten 1 oder 7 eine kontinuierliche Verteilung
der abrasiv wirkenden Körper 3 aufweist. Innerhalb der Konzentrationsinseln können
die abrasiv wirkenden Körper 3 gleichmäßig voneinander beabstandet angeordnet sein,
also eine gleichmäßige Verteilung vorliegen, es kann aber auch eine freie Verteilung
der abrasiv wirkenden Körper 3 in den Konzentrationsinseln vorliegen.
[0039] Neben den in den Figuren 5 und 6 gezeigten ringförmigen bzw. quaderförmigen Ausführungsbeispielen
kann ein Schichtsystem mit eingebrachten abrasiv wirkenden Körpern 3 aber natürlich
auch beliebige andere Formen, insbesondere kugelförmig oder zylindrisch haben, wobei
die einzelnen Schichten 1 bzw. 7 in ihrer Grundform rund, oval oder elliptisch sein
können.
1. Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Werkzeugs, bei dem ein Grünteil hergestellt
wird, indem
durch Siebdruck eine mit Aussparungen (2) versehene Primärschicht (1) aus einem mit
einem organischen Bindemittelsystem versehenen Primärwerkstoff hergestellt wird und
nachfolgend
durch Schablonendruck in die Aussparungen (2) abrasiv wirkende Partikel (3) eingebracht
werden sowie danach
durch Siebdruck eine Deckschicht (6) aus dem mit dem organischen Bindemittelsystem
versehenen Primärwerkstoff zum Fixieren der abrasiv wirkenden Partikel (3) in den
Aussparungen (2) aufgebracht wird, wobei
durch eine abschließende Wärmebehandlung des Grünteils das Werkzeug erhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die abrasiv wirkenden Partikel (3) durch Rakeln, vorzugsweise durch Rakeln mit einem
Schieberakel (5) oder einem Besenrakel, in die Aussparungen (2) eingebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Aufbringen der Deckschicht (6) mindestens eine Folgeschicht (7) auf die mit
den abrasiv wirkenden Partikeln (3) versehene Schicht aufgebracht wird, bei der die
Aussparungen (2) räumlich versetzt zu den Aussparungen (2) der Primärschicht (1) angeordnet
werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparungen (2) mit einem Durchmesser zwischen 40 µm und 3 mm, vorzugsweise
zwischen 50 µm und 2,5 mm, besonders vorzugsweise zwischen 100 µm und 1 mm ausgebildet
werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Tiefe der Aussparungen (2) von mindestens 75 Prozent bis maximal 100 Prozent
eines maximalen Durchmessers der abrasiv wirkenden Partikel (3) eingehalten wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schablone (4) für den Schablonendruck verwendet wird, die eine Dicke von maximal
30 Prozent des maximalen Durchmessers der abrasiv wirkenden Partikel (3) aufweist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die abrasiv wirkenden Partikel (3) aus Diamant und/oder einem Hartstoff, vorzugsweise
einem Karbidwerkstoff, einem Nitridwerkstoff oder einem Oxidwerkstoff ausgebildet
werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Primärwerkstoff aus Metall ausgebildet ist und für die abschließende Wärmebehandlung
Sintern, Drucksintern, freies Sintern, Heißpressen, Heißisostatisches Pressen und/oder
Löten eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparungen (2) Öffnungen aufweisen, die kreisförmig, dreieckig, rechteckig,
vieleckig, oval oder freigeschwungen ausgeführt sind.
1. A method of manufacturing a multilayer tool in which a green part is produced by
producing a primary layer (1) provided with recesses (2) by screen printing from a
primary material provided with an organic binder system, and subsequently
introducing abrasively acting particles (3) into the recesses (2) by stencil printing,
and thereafter
applying a cover layer (6) of the primary material provided with the organic binder
system for fixing the abrasively acting particles (3) in the recesses (2) by screen
printing, wherein
the tool is obtained by a final heat treatment of the green part.
2. The method according to claim 1, characterized in that the abrasively acting particles (3) are introduced into the recesses (2) by doctoring,
preferably by doctoring with a slide doctor blade (5) or a broom doctor blade.
3. The method according to claim 1 or claim 2, characterized in that, before the application of the cover layer (6), at least one subsequent layer (7)
is applied to the layer provided with the abrasively acting particles (3), in which
the recesses (2) are arranged spatially offset with respect to the recesses (2) of
the primary layer (1).
4. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the recesses (2) are formed with a diameter between 40 µm and 3 mm, preferably between
50 µm and 2.5 mm, particularly preferably between 100 µm and 1 mm.
5. The method according to one of the preceding claims, characterized in that a depth of the recesses (2) of at least 75 percent to at most 100 percent of a maximum
diameter of the abrasively acting particles (3) is maintained.
6. The method according to one of the preceding claims, characterized in that a stencil (4) is used for the stencil printing, which has a thickness of at most
30 percent of the maximum diameter of the abrasively acting particles (3).
7. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the abrasively acting particles (3) are formed from diamond and/or a hard material,
preferably a carbide material, a nitride material or an oxide material.
8. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the primary material is formed from metal, and sintering, pressure sintering, free
sintering, hot pressing, hot isostatic pressing and/or brazing is used for the final
heat treatment.
9. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the recesses (2) have openings which are circular, triangular, rectangular, polygonal,
oval or free-curved.
1. Procédé de fabrication d'un outil multicouche, selon lequel une pièce verte est fabriquée
du fait
qu'une couche primaire (1) pourvue d'évidements (2) est fabriquée par sérigraphie
à partir d'un matériau primaire pourvu d'un système de liant organique, et ensuite
des particules (3) à effet abrasif sont introduites dans les évidements (2) par impression
au pochoir et après
cela une couche de recouvrement (6) composée du matériau primaire pourvu du système
de liant organique est appliquée par sérigraphie pour fixer les particules (3) à effet
abrasif dans les évidements (2), dans lequel
l'outil est obtenu par un traitement thermique final de la pièce verte.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les particules (3) à effet abrasif sont introduites dans les évidements (2) par raclage,
de préférence par raclage avec une raclette coulissante (5) ou une raclette à balai.
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce qu'avant l'application de la couche de recouvrement (6), au moins une couche suivante
(7) est appliquée sur la couche pourvue des particules (3) à effet abrasif, pour laquelle
les évidements (2) sont disposés de manière décalée dans l'espace par rapport aux
évidements (2) de la couche primaire (1).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les évidements (2) sont réalisés avec un diamètre compris entre 40 µm et 3 mm, de
préférence entre 50 µm et 2,5 mm, de manière particulièrement préférée entre 100 µm
et 1 mm.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une profondeur des évidements (2) d'au moins 75 pour cent à au maximum 100 pour cent
d'un diamètre maximal des particules (3) à effet abrasif est respectée.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un pochoir (4) est utilisé pour l'impression au pochoir, qui présente une épaisseur
d'au maximum 30 pour cent du diamètre maximal des particules (3) à effet abrasif.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules (3) à effet abrasif sont réalisées à partir de diamant et/ou d'un
matériau dur, de préférence d'un matériau à base de carbure, d'un matériau à base
de nitrure ou d'un matériau à base d'oxyde.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau primaire est réalisé à partir de métal et que le frittage, le frittage
sous pression, le frittage libre, le pressage à chaud, le pressage isostatique à chaud
et/ou le brasage sont utilisés pour le traitement thermique final.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les évidements (2) présentent des ouvertures qui sont de forme circulaire, triangulaire,
rectangulaire, polygonale, ovale ou libre.