Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Spannverschlussvorrichtung für Schuhe, insbesondere
Ski- oder Snowboardschuhe gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Stand der Technik
[0002] Spannverschlussvorrichtungen für Ski- oder Snowboardschuhe sind hinlänglich aus dem
Stand der Technik bekannt, über welche die Klappen eines Ski- oder Snowboardschuhes
miteinander verbunden und zueinander verspannt werden können. Derartige Spannverschlussvorrichtungen
werden gewöhnlich auch als Schnallen eines Ski bzw. Snowboardschuhs bezeichnet. Auch
finden derartige Spannverschlussvorrichtungen bei Rollerblades, Bergschuhen, Arbeitsschuhen
und/oder Schlittschuhen Anwendung.
[0003] Spannverschlussvorrichtungen für Schuhe umfassen üblicherweise zumindest einen Spannhebel
und eine längliche Zugeinrichtung, die vorzugsweise gelenkig miteinander verbunden
sind, wobei der Spannhebel an einem Trägerteil angelenkt ist, welches zur Verbindung
mit dem Schuh bestimmt ist. Über den Spannhebel kann die vorzugsweise längenverstellbare
Zugeinrichtung auf Spannung gebracht werden. Um eine komfortable Anpassung der durch
die Spannverschlussvorrichtung erzeugten Spannkraft zu ermöglichen, weisen derartige
Spannverschlussvorrichtungen neben einer Grobeinstellung auch eine Feineinstellung
der Länge der länglichen Zugeinrichtung auf. Hierzu sind bereits Feineinstellungsvorrichtungen
bekannt geworden, bei denen die Feineinstellung über gewinde- oder getriebeartige
Anordnungen und/oder eine Rasterverstellung erfolgt. Ebenfalls sind aus dem Stand
der Technik Feineinstellungsvorrichtungen bekannt, welche die Feineinstellung mittels
eines Exzenters bzw. mittels einer Exzenterverstelleinrichtung erlauben.
[0004] Beispielsweise beschreibt die
WO 92/03071 A1 eine Schnalle für Schuhe mit einem ersten und einem zweiten Zugglied und einem Spannhebel,
wobei das zweite Zugglied oder der Spannhebel über einen Exzenter mit dem Schuh verbunden
sind. Eine Lagerachse des Exzenters ist in Längs- und Querrichtung der Zugglieder
verlagerbar, so dass durch Drehung des Exzenters eine Feineinstellung der Länge der
Spannschnalle ermöglicht wird. Der Exzenter ist als Zahnplatte ausgebildet und ist
über ein Spannglied gegen den Schuh verspannbar. Die Zähne der Zahnplatte liegen dabei
auf dem Schuh auf und der Exzenter wird durch Anpressen an die Oberfläche des Schuhes
festgelegt, wobei die Zähne der Zahnplatte mit der Oberfläche des Schuhes zusammenwirken.
Als nachteilig hierbei kann die auftretende Beanspruchung und Abnützung des Oberflächenmaterials
der Schuhe angesehen werden.
[0005] Die
EP 1 300 092 B1 offenbart ferner einen Schuh mit einer Schließvorrichtung bestehend aus zwei miteinander
verhakbaren Teilen, wobei mindestens eines der beiden Teile einen ringförmigen Abschnitt
aufweist und mittels einer in den Ring des ringförmigen Abschnittes eingreifenden
Scheibe auf dem Schuh montiert ist. Die Scheibe ist drehbar und exzentrisch auf einem
die Scheibe mit dem Schuh verbindenden Niet gelagert und ist in dem kreisrunden Ring
des ringförmigen Abschnittes des einen Teils der Schließvorrichtung aufgenommen, wobei
die Scheibe vollständig von dem ringförmigen Abschnitt umgeben ist und eine Fläche
der Scheibe an einer Fläche des ringförmigen Abschnittes anliegt. Die auftretenden
Reibungskräfte zwischen den aneinander anliegenden Flächen wirken dabei einer unbeabsichtigten
Drehung der Scheibe entgegen. Die Scheibe weist ein unrundes Loch zum Einsetzen eines
entsprechenden Werkzeuges auf, worüber die Scheibe in Drehung versetzt werden kann.
Durch Drehung der exzentrisch gelagerten Scheibe wird das eine Teil der Schließvorrichtung
in einem die Scheibe umgebenden Abschnitt seitlich verschoben, wodurch die Spannkraft
der Schließvorrichtung in einer feinregulierbaren Weise verstärkt werden kann.
[0006] Nachteilig kann bei der oberhalb beschriebenen Spannverschlussvorrichtung der
EP 1 300 092 B1 die Feineinstellung nur unter Zuhilfenahme eines entsprechenden Werkzeuges durchgeführt
werden.
[0007] Eine weitere Spannverschlussvorrichtung für Schuhe aufweisend eine Exzenterverstelleinrichtung
zur Feineinstellung der Spannkraft ist aus der
WO2014/082891 A1 bekannt. Die Spannverschlussvorrichtung der
WO2014/082891 A1 weist einen Spannhebel und eine Zugeinrichtung auf, wobei die Zugeinrichtung mehrteilig
ausgebildet sein kann und vorzugsweise ein Hakenschwenkteil und ein mit dem Hakenschwenkteil
zusammenwirkendes Hakenschieberteil aufweist. Das Hakenschieberteil steht mit der
Exzenterverstelleinrichtung in Wirkverbindung, wobei die Exzenterverstelleinrichtung
ein Exzentermodul aufweist, welches unterseitig eine Kulissenführung mit einer Führungsbahn
für den Eingriff eines Führungsstegs des Hakenschieberteiles aufweist. Eine Drehung
des Exzentermoduls wird dabei in eine Längenbewegung der Zugeinrichtung umgesetzt,
wodurch die Spannkraft der Spannverschlussvorrichtung feinreguliert werden kann.
[0008] Trotz der aus dem Stand der Technik bekannten Spannverschlussvorrichtungen besteht
ein Bedarf an einfach handzuhabenden, sicheren Schnallen oder Spannverschlussvorrichtungen
für Schuhe, die insbesondere günstig in der Herstellung sind und geringen Verschleißerscheinungen
unterliegen.
Darstellung der Erfindung
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Spannverschlussvorrichtung für
Schuhe, insbesondere Ski- und/oder Snowboardschuhe zur Verfügung zu stellen, die einfach
und günstig herstellbar ist und mittels einfacher Handhabung eine präzise, vorzugsweise
stufenlose Einstellung der Länge der Spannverschlussvorrichtung ermöglicht. Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung gemäß unabhängigem Anspruch 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0010] Die vorliegende Erfindung stellt eine Spannverschlussvorrichtung für Schuhe, insbesondere
für Ski- oder Snowboardschuhe zur Verfügung, welche zumindest einen am Schuh angelenkten
Spannhebel und eine Zugeinrichtung umfasst, wobei die Zugeinrichtung zumindest ein
Hakenschwenkteil und ein mit dem Hakenschwenkteil zusammenwirkendes Hakenschieberteil
aufweist. Das Hakenschwenkteil ist am Spannhebel angelenkt und das Hakenschieberteil
ist an einem ersten Ende mit einer Exzenterverstelleinrichtung zur Feineinstellung
der Spannkraft verbunden. Die Exzenterverstelleinrichtung weist zumindest ein drehbar
gelagertes Exzentermodul auf, welches derart mit dem Hakenschieberteil in Wirkverbindung
steht dass eine Drehbewegung des Exzentermoduls um eine Drehachse in eine lineare
Bewegung des Hakenschieberteils entlang einer Längsachse der Spannverschlussvorrichtung
umgesetzt wird. Die vorliegende Spannverschlussvorrichtung zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, dass das Hakenschieberteil im Bereich seines ersten Endes mit einem eine
konvex gekrümmte Anlagefläche aufweisenden Anlageabschnitt ausgestattet ist und dass
das Exzentermodul zumindest eine exzentrisch um eine Mittenachse verlaufende, konvex
gewölbte Führungsfläche zur Anlage des Anlageabschnittes aufweist. Die konvex gekrümmte
Anlagefläche des Anlageabschnittes des Hakenschieberteiles und die konvex gewölbte
Führungsfläche des Exzentermoduls liegen dabei gegeneinander an. Besonders vorteilhaft
wird erfindungsgemäß durch die aneinander anliegenden konvex gekrümmten Anlage- und
Führungsfläche aufgrund der Zugbelastung der Spannverbindung eine Selbsthemmung der
Exzenterverstelleinrichtung erreicht, wodurch weiterhin vorteilhaft ein zusätzliches
Spann- und/oder Arretierungselement für die Exzenterverstelleinrichtung entfallen
kann.
[0011] Da die vorliegende Spannverschlussvorrichtung zur optimalen Anpassung an die Wölbungsform
der Schuhe bezogen auf ihre Länge bzw. Längserstreckung ebenfalls gewölbt ausgebildet
ist, wird vorliegend unter Längsachse auch die Länge oder Längserstreckung der Spannverschlussvorrichtung
verstanden, so dass gemäß vorliegendem Verständnis auch eine die Bogenform der gewölbt
ausgebildeten Spannverschlussvorrichtung aufnehmende Linie unter den Begriff "Längsachse"
fällt.
[0012] Das Hakenschieberteil der Zugeinrichtung der vorliegenden Spannverschlussvorrichtung
ist mit der Exzenterverstelleinrichtung verbunden und mittels dieser am Schuh festgelegt,
und zwar derart, dass das Hakenschieberteil über eine vorgegebene Wegstrecke entlang
der Längsachse der Spannverschlussvorrichtung verschiebbar ist. Das vorzugsweise scheibenartig
ausgebildete Exzentermodul ist auf einer Oberseite des Hakenschieberteiles und zwar
im Bereich dessen ersten Endes angeordnet und liegt vorzugsweise flächig auf diesem
auf. Ein zur Befestigung des Exzentermoduls vorgesehenes Befestigungsmittel, beispielsweise
eine Passschraube, ist durch die Mittenachse des Exzentermoduls geführt und greift
dabei gleichzeitig in ein vorgesehenes Langloch des Hakenschieberteiles ein. Durch
Festlegen des Befestigungsmittels in dem Schuh oder in einem mit dem Schuh verbundenen
Tragteil werden sowohl das Exzentermodul als auch das Hakenschieberteil am Schuh befestigt,
wobei das Hakenschieberteil aufgrund des Langloches verschiebbar gelagert ist.
[0013] Der Anlageabschnitt des Hakenschieberteiles ragt an der Oberseite des Hakenschieberteiles
über dessen Oberfläche hinaus und kann daher auch als überstehender, vorspringender
oder auskragender Abschnitt verstanden werden, wobei die konvex gekrümmte Anlagefläche
des Anlageabschnittes im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche des Hakenschieberteiles
orientiert ist. Die zur Anlage der konvex gekrümmten Anlagefläche des Anlageabschnittes
ausgebildete, konvex gewölbte Führungsfläche des Exzentermoduls ist zumindest teilkreisförmig
ausgebildet und ebenfalls im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche des Hakenschieberteiles
orientiert. Aufgrund ihrer konvexen Form stehen die gegeneinander anliegenden Anlage-
und Führungsflächen lediglich in einem begrenzten Kontaktabschnitt bzw. in einem begrenzten
Kontaktbereich miteinander in Kontakt.
[0014] Bei Anlegen einer Drehkraft auf das Exzentermodul wird aufgrund der gegeneinander
anliegenden Anlage- und Führungsflächen unter Überwindung der Haftreibung durch die
hervorgerufene Drehung des Exzentermoduls um die der Mittenachse entsprechende Drehachse,
die konvex gewölbte Führungsfläche des Exzentermoduls gegen die konvex gekrümmte Anlagefläche
des Anlageabschnittes bewegt. Diese Relativbewegung kann auch als gegenseitiges Abrollen,
nämlich als Abrollen der Führungsfläche an der Anlagefläche bzw. als Abrollen der
Anlagefläche an der Führungsfläche verstanden werden. Die aufgewendete Drehkraft muss
dabei in jedem Fall ausreichend groß sein, um die Haftreibung zu überwinden. Aufgrund
der exzentrisch um die Mittenachse verlaufende Führungsfläche des Exzentermoduls wird
durch die Drehbewegung des Exzentermoduls eine lineare Bewegung des Hakenschieberteiles
in einer entlang der Längsachse der Spannverschlussvorrichtung verlaufenden Richtung
erzwungen. Beim Nachlassen der Drehkraft blockieren sich die Führungs- und Anlageflächen
durch die Haftreibung selbsttätig, und zwar unabhängig von ihrer Drehstellung zueinander,
so dass mit der vorliegenden Spannverschlussvorrichtung besonders vorteilhaft eine
insbesondere stufenlose Feineinstellung der Spannkraft der Spannverschlussvorrichtung
ermöglicht wird.
[0015] Besonders vorteilhaft erfolgt ohne beabsichtigte, äußere Einwirkung einer Drehkraft
auf das Exzentermodul keine Relativbewegung zwischen den gegeneinander anliegenden
Anlage- und Führungsflächen. Unter der Wirkung der Spannkraft der Spannverschlussvorrichtung,
welche auch als Zugkraft auf das Hakenschieberteil verstanden werden kann, kommt es
durch die Anlage der Anlagefläche an der Führungsfläche aufgrund der vorhandenen Reibungskraft
zu einer Selbsthemmung, so dass das Exzentermodul und das Hakenschieberteil in einem
gegeneinander fixierten, unbewegten Zustand zueinander stehen bleiben. Die konvex
gekrümmte Anlagefläche des Anlageabschnittes des Hakenschieberteiles und die konvex
gewölbte Führungsfläche des Exzentermoduls liegen also reibschlüssig gegeneinander
an.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Spannverschlussvorrichtung
ist der Anlageabschnitt des Hakenschieberteiles als vorspringender Kantenabschnitt
am ersten Ende des Hakenschieberteiles ausgebildet, wobei die konvex gekrümmte Anlagefläche
des Anlageabschnittes des Hakenschieberteiles einem dem ersten Ende gegenüberliegenden
zweiten Ende des Hakenschieberteiles zugewandt ist. Der vorspringende Kantenabschnitt
kann dabei auch als Aufkantung des ersten Endes des Hakenschieberteiles oder als Stoppkante
am ersten Ende verstanden werden.
[0017] Das Exzentermodul weist bevorzugt an einer Unterseite eine exzentrisch zur Mittenachse
angeordnete, im Wesentlichen zylinderförmige Ausbuchtung mit einer Umfangsfläche auf,
wobei die konvex gewölbte Führungsfläche durch die Umfangsfläche der zylinderförmigen
Ausbuchtung gebildet ist. Über die zylinderförmige Ausbuchtung kann eine konvex gewölbte
Führungsfläche in einer Vollkreisform bereitgestellt werden, über welche die Anlagefläche
des Hakenschieberteiles so geführt werden kann, dass eine ausreichende lineare Bewegung
in Richtung der Längsachse der Spannverschlussvorrichtung bewirkt wird. Diese bevorzugte
Ausführungsform erlaubt eine insbesondere einfache und günstige Herstellungsweise
des Exzentermoduls.
[0018] Die Spannverschlussvorrichtung steht aufgrund des Verspannens von Hakenschwenk- und
Hakenschieberteil unter einer vorgegebenen Spannkraft, welche auch als eine auf das
Hakenschieberteil einwirkende, entlang der Längsachse der Spannverschlussvorrichtung
verlaufende und in Richtung des Hakenschwenkteils gerichtete Zugkraft verstanden werden
kann. Diese Zugkraft wird im Wesentlichen auf die konvex gekrümmte Anlagefläche des
Anlageabschnittes des Hakenschieberteiles übertragen. Gleichzeitig wirkt eine in einem
Winkel zur Richtung der Zugkraft, nämlich im Wesentlichen senkrecht zur Richtung der
Zugkraft orientierte Scherkraft auf den gegen die Führungsfläche des Exzentermoduls
anliegenden Anlageabschnitt, welche auch als Querkraft bezeichnet werden kann. Die
resultierende Zugkraft kann gemäß einem Kräftedreieck aus Zugkraft und Querkraft ermittelt
werden.
[0019] Eine Haftreibung oder Haftreibungskraft zwischen Exzentermodul und Anlageabschnitt
des Hakenschieberteiles wird bestimmt durch die Zugkraft entlang der Längsachse und
den Haftreibungskoeffizienten. Die Haftreibungskraft entspricht dabei dem Produkt
aus dem Wert der Zugkraft und dem Wert des Haftreibungskoeffizienten. Solange nun
die Haftreibungskraft zwischen Exzentermodul und Anlageabschnitt des Hakenschieberteiles
größer ist, als die einwirkende Querkraft, werden sich das Exzentermodul und das Hakenschieberteil
nicht relativ zueinander bzw. nicht gegeneinander bewegen sondern werden sich in einer
so genannten Selbsthemmung gegenseitig festhalten, wodurch ein sicheres Feststellen
der Spannverschlussvorrichtung gewährleistet ist. Die Voraussetzung für die mögliche
Selbsthemmung, dass die Haftreibungskraft größer ist als die einwirkende Querkraft,
kann durch den Term

ausgedrückt werden, wobei
Fz die Zugkraft entlang der Längsachse,
µH der Haftreibungskoeffizient und
FQ die senkrecht zur Zugkraft orientierte Querkraft ist.
[0020] Besondere Vorteile ergeben sich nun darüber, dass die konvex gekrümmte Anlagefläche
des Anlageabschnittes und die konvex gewölbte Führungsfläche des Exzentermoduls aus
vorgegebenen Materialien mit beispielsweise einem Haftreibungskoeffizienten von wenigstens
0,2 hergestellt sind, wobei die Haftreibung oder Haftreibungskraft zwischen der Anlagefläche
und der Führungsfläche mindestens so groß ist, dass eine selbsttätige Drehbewegung
des Exzentermoduls um die Drehachse durch die Haftreibung gehemmt ist. Zur Herstellung
des Hakenschieberteiles sowie des Exzentermoduls werden daher bevorzugt Kunststoffe
eingesetzt, welche in Zusammenwirkung der Materialpaarungen einen Haftreibungskoeffizient
von mindestens 0,2 aufweisen. Der Haftreibungskoeffizient von mindestens 0,2 ergibt
insbesondere aus der resultierenden zur Querkraft.
[0021] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung weist die konvex gekrümmte Anlagefläche des
Anlageabschnittes des Hakenschieberteiles einen ersten Krümmungsradius und die konvex
gewölbte Führungsfläche des Exzentermoduls einen zweiten Krümmungsradius auf, wobei
der erste und der zweite Krümmungsradius näherungsweise gleich groß sind. Durch die
Angleichung der Krümmungsradien kann eine besonders effiziente Selbsthemmung sowie
eine insbesondere stufenlose Feineinstellung erzielt werden.
[0022] Zur weiteren Verbesserung der Selbsthemmung kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
die konvex gewölbte Führungsfläche des Exzentermoduls mit einer äußeren Schicht einer
Weichkomponente ausgestattet sein. In einer solchen Ausführungsform ist die Selbsthemmung
nicht ausschließlich durch die Haftreibungskraft bedingt. Vielmehr kann in dieser
bevorzugten Form die Anlagefläche des Hakenschieberteiles zu einem gewissen Maße in
die äußere Schicht der Weichkomponente eingreifen, bzw. kann sich der Anlageabschnitt
zu einem gewissen Maße in die äußere Schicht der Weichkomponente eindrücken, so dass
zusätzlich zur Haftreibung eine Art Stufe oder Negativsteigung in der konvex gewölbten
Führungsfläche des Exzentermoduls entsteht. Diese Stufe oder Negativsteigung muss
ausgehend von einem festgestellten Zustand bei Beginn einer Relativbewegung des Exzentermoduls
gegen den Anlageabschnitt, d.h. bei Beginn eines gegeneinander gerichteten Abrollens
oder Abgleitens der Anlage- und Führungsflächen zunächst überwunden werden. Das Aufbringen
einer solchen äußeren Schicht aus einer Weichkomponente kann beispielsweise über ein
Mehrkomponenten-Spritzgießen, nämlich mittels eines so genannten 2K-Verfahrens erfolgen.
[0023] Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, dass das Hakenschieberteil zusätzlich einen
Führungsstegabschnitt aufweist, wobei der Führungsstegabschnitt in einem vorgegebenen
Abstand zum Anlageabschnitt angeordnet ist. Beispielsweise ist der Abstand des Führungsstegabschnittes
zur konvex gekrümmten Anlagefläche des Anlageabschnittes näherungsweise gleich oder
größer als der doppelte Krümmungsradius der konvex gewölbten Führungsfläche des Exzentermoduls.
In Ausführungsformen, in denen das Exzentermodul eine zylinderförmige Ausbuchtung
aufweist, deren Umfangsfläche die konvex gewölbte Führungsfläche bildet, ist der Abstand
des Führungsstegabschnittes zur konvex gekrümmten Anlagefläche des Anlageabschnittes
im Wesentlichen so groß oder größer als der Durchmesser der zylinderförmigen Ausbuchtung.
[0024] Bevorzugt ist das Hakenschieberteil im Wesentlichen plattenartig ausgebildet und
weist zur sicheren Verbindung mit dem Hakenschwenkteil an seiner Oberseite senkrecht
zur Längsachse verlaufende, nach oben abstehende Stegabschnitte auf, welche hakenartige
Verbindungsmittel bilden. Das Hakenschwenkteil kann ebenfalls im Wesentlichen plattenartig
ausgebildet sein und an seiner Unterseite senkrecht zur Längsachse verlaufende Stegabschnitte
aufweisen, welche hakenartige Verbindungsmittel bilden oder es kann alternativ im
Wesentlichen bügelartig ausgebildet sein und zumindest einen einhakbaren Bügelabschnitt
als Verbindungsmittel aufweisen.
[0025] Die Exzenterverstelleinrichtung weist vorzugsweise ein Drehgriffelement und ein Schaftelement
auf, wobei das Drehgriffelement insbesondere bevorzugt als Drehknopf ausgebildet ist
und an einer Oberseite des Exzentermoduls festgelegt ist. Vorzugsweise weist das Schaftelement
eine im Wesentlichen rechteckige oder ovale Umfangsform auf und ist plattenartig ausgebildet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1
- schematisch dargestellt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Spannverschlussvorrichtung
in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 2a
- in einer oberseitigen Ansicht eine schematische Explosionsdarstellung einer Ausführungsform
des Hakenschieberteils mit Exzenterverstelleinrichtung,
- Fig. 2b
- in einer unterseitigen Ansicht eine schematische Explosionsdarstellung der Ausführungsform
des Hakenschieberteils mit Exzenterverstelleinrichtung der Figur 2a,
- Fig. 3
- in einer seitlichen Ansicht die Ausführungsform des Hakenschieberteils mit Exzenterverstelleinrichtung
der Figuren 2a und 2b im verbundenen Zustand und
- Fig. 4
- in Draufsicht eine Schnittdarstellung einer Ausführungsform des Hakenschieberteils
mit verbundener Exzenterverstelleinrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0027] Figur 1 zeigt grob schematisch dargestellt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Spannverschlussvorrichtung 1 für Schuhe, insbesondere Ski- oder Snowboardschuhe in
perspektivischer Ansicht. Die erfindungsgemäße Spannverschlussvorrichtung 1 kann für
jede Art von Schuhen oder für einen schuhartigen Teil umfassende Sportgeräte Verwendung
finden, bei denen eine passgenaue Verstellung des Schuhs bzw. schuhartigen Teils mit
einer hohen Spannkraft gewünscht ist, beispielsweise auch für Rollerblades, Schlittschuhe,
Bergschuhe und Arbeitsschuhe.
[0028] Die länglich ausgebildete Spannverschlussvorrichtung 1 weist eine Längserstreckung
in Richtung einer Längsachse LA auf und ist zur Anpassung an die Wölbungsform des
Schuhes ihrer Längserstreckung nach im Wesentlichen gebogen bzw. gewölbt ausgebildet.
Die Spannverschlussvorrichtung 1 umfasst im vorliegenden Ausführungsbeispiel einen
Spannhebel 2 und eine längliche Zugeinrichtung 3, wobei der Spannhebel 2 mit einem
seiner Enden 2' um eine erste Schwenkachse SA1 schwenkbar an einem zur Befestigung
am Schuh vorgesehenen Tragteil 4 angelenkt ist. Die längliche Zugeinrichtung 3 ist
zweiteilig ausgebildet und besteht aus einem Hakenschwenkteil 7 und einem mit dem
Hakenschwenkteil 7 zusammenwirkenden Hakenschieberteil 8.
[0029] Das Hakenschieberteil 8 ist plattenartig ausgebildet und weist im Bereich eines zweiten
Endes 8" an seiner Oberseite senkrecht zur Längsachse LA der Spannverschlussvorrichtung
1 verlaufende, nach oben abstehende Stegabschnitte 8.1 auf, welche hakenartige Verbindungsmittel
zur Verbindung mit dem Hakenschwenkteil 7 bilden. Das im dargestellten Beispiel bügelartig
ausgebildete Hakenschwenkteil 7 ist um eine parallel und beabstandet zur ersten Schwenkachse
SA1 verlaufende zweite Schwenkachse SA2 schwenkbar an dem Spannhebel 2 angelenkt und
weist einen einhakbaren Bügelabschnitt 7.1 auf, welcher zur Herstellung einer zugfesten
Spannverbindung in die hakenartigen Stegabschnitte 8.1 des Hakenschieberteiles 8 eingehakt
werden kann. Über das Hakenschwenkteil 7 und das Hakenschieberteil 8 ist eine Grobeinstellung
der Länge der Spannverschlussvorrichtung 1 möglich, wobei diese Grobeinstellung der
Länge über das Einhaken des Bügelabschnittes 7.1 des Hakenschwenkteiles 7 in die voneinander
beabstandeten Stegabschnitte 8.1 des Hakenschieberteiles 8 nur stufenweise erfolgen
kann.
[0030] Das Hakenschieberteil 8 steht mit einem dem zweiten Ende 8" gegenüberliegenden ersten
Ende 8' (in Figur 1 nicht sichtbar, siehe z.B. Figuren 2a, 2b), mit einer zur Befestigung
am Schuh bestimmten Exzenterverstelleinrichtung 5 in Verbindung, welche ein drehbar
gelagertes Exzentermodul 9 (ebenfalls in Figur 1 nicht sichtbar, siehe z.B. Figuren
2a, 2b) aufweist und zur Feineinstellung der Länge und damit der Spannkraft der erfindungsgemäßen
Spannverschlussvorrichtung 1 ausgebildet ist. Die Feineinstellung der Länge erfolgt
über Betätigung eines mit dem Exzentermodul 9 verbundenen Drehgriffelementes 13, wobei
durch eine Drehung des Drehgriffelementes 13 und damit des Exzentermoduls 9 um eine
Drehachse DA, welche einer Mittenachse MA des Exzentermoduls 9 entspricht, eine Längeneinstellung
erfolgt. Das Exzentermodul 9 ist so ausgestaltet, dass der durch Drehung des Exzentermoduls
9 bewirkte maximal mögliche Verstellweg zumindest gleich dem Abstand zwischen zwei
Stegabschnitten 8.1 des Hakenschieberteiles 8 ist, um eine tatsächliche Feineinstellung
zwischen zwei Grobeinstellungsstufen erzielen zu können.
[0031] Bei der Exzenterverstelleinrichtung 5 des dargestellten Beispiels ist zusätzlich
ein Schaftelement 16 vorgesehen, welches eine vorzugsweise kreisförmige Ausnehmung
aufweist, in der das Exzentermodul 9 (siehe Figuren 2a, 2b und 3) zumindest abschnittsweise
aufgenommen ist. Hierdurch ergibt sich eine seitliche Abstützung und/oder Führung
des Exzentermoduls 9. Ferner weist das Schaftelement 16 in einem seitlichen Randabschnitt
eine schlitzartige Zuführungsöffnung auf, über welche das erste Ende 8' des Hakenschieberteiles
8 einführbar ist, um eine Wirkverbindung zum Exzentermodul 9 herzustellen. Das Schaftelement
16 sichert insbesondere das Hakenschieberteil 8 seitlich gegen ein Verkippen ab, wobei
eine gewisse Winkeländerung des Hakenschieberteils 8 freigegeben wird, um eine Anpassung
an die durch die unterschiedlichen Fußgrößen hervorgerufene Änderung der Schalenwölbung
des Schuhs, insbesondere Ski- oder Snowboardschuhs zu ermöglichen. Vorteilhaft wird
dadurch ein sicheres Eingreifen des Hakenschwenkteils 7 in das Hakenschieberteil 8
gewährleistet. Bevorzugt ist das Schaftelement 16 aus einem zumindest teilelastischen
Material hergestellt, welches eine Anpassung an die Oberfläche des Schuhes bzw. dessen
Klappen ermöglicht.
[0032] Figuren 2a, 2b und 3 zeigen eine Ausführungsform des Hakenschieberteiles 8 und der
Exzenterverstelleinrichtung 5, welche ein um die Drehachse DA drehbar gelagertes Exzentermodul
9, sowie ein mit dem Exzentermodul 9 verbundenes Drehgriffelement 13 und Befestigungsmittel
14 zur Befestigung am Schuh umfasst, wobei in der Figur 2a in einer Explosionsdarstellung
eine Ansicht von oben her, in Figur 2b in einer Explosionsdarstellung eine Ansicht
von unten her und in Figur 3 eine seitliche Ansicht in einem verbundenen Zustand dargestellt
ist.
[0033] Erfindungsgemäß weist das Hakenschieberteil 8 im Bereich seines ersten Endes 8' einen
Anlageabschnitt 10 mit einer konvex gekrümmten Anlagefläche 11 und das Exzentermodul
9 eine exzentrisch um die Mittenachse MA verlaufende, konvex gewölbte Führungsfläche
12 zur Anlage des Anlageabschnittes 10 auf. Der Anlageabschnitt 10 des dargestellten
Beispiels ist in Form eines vorspringenden Kantenabschnittes am ersten Ende 8' des
Hakenschieberteiles 8 ausgebildet, wobei die konvex gekrümmte Anlagefläche 11 dem
zweiten Ende 8" zugewandt ist. Zusätzlich weist das Hakenschieberteil 8 einen Führungsstegabschnitt
8.2 auf, welcher in einem vorgegebene Abstand zum Anlageabschnitt 10 angeordnet und
seiner Länge nach im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse LA der Spannverschlussvorrichtung
1 orientiert ist.
[0034] Das im Wesentlichen scheibenförmige Exzentermodul 9 weist an seiner Unterseite 9.1
eine exzentrisch zur Mittenachse MA angeordnete, im Wesentlichen zylinderförmige Ausbuchtung
6 auf, wobei die Umfangsfläche oder Mantelfläche der zylinderförmigen, Ausbuchtung
6 die konvex gewölbte Führungsfläche 12 zur Anlage der konvex gekrümmten Anlagefläche
11 des Anlageabschnittes 10 bildet. Das Exzentermodul 9 ist derart auf der Oberseite
des Hakenschieberteils 8 angeordnet, dass die zylinderförmige Ausbuchtung 6 zwischen
dem Anlageabschnitt 10 und dem Führungsstegabschnitt 8.2 aufgenommen ist. Im Einbauzustand
bzw. im Spannungszustand liegen die konvex gekrümmte Anlagefläche 11 des Anlageabschnittes
10 und die konvex gewölbte Führungsfläche 12 des Exzentermoduls 9 gegeneinander an.
[0035] Die erfindungsgemäße Exzenterverstelleinrichtung 5 weist ferner ein an der Oberseite
des Exzentermoduls 9 befestigtes Drehgriffelement 13 in Form eines Drehknopfes auf
und ist über Befestigungsmittel 14, vorzugsweise eine Passschraube an der Klappe des
Ski- oder Snowboardschuhs befestigt. Zur Aufnahme und Durchführung des Befestigungsmittels
14 weist das Exzentermodul 9 eine sich entlang der Drehachse DA bzw. Mittenachse MA
des Exzentermoduls 9 erstreckende Durchgangsbohrung auf. Auch können weitere, nicht
in den Figuren dargestellte Befestigungsmittel vorgesehen sein, über welche die Passschraube
14 mit der Klappe des Schuhs, insbesondere Ski- oder Snowboardschuhs verbunden ist.
Ein benachbart zum Anlageabschnitt 10 bzw. ein zwischen dem Anlageabschnitt 10 und
dem Führungsstegabschnitt 8.2 angeordnetes Langloch 15 im Hakenschieberteil 8 dient
zur Befestigung dessen am Schuh, wobei das Befestigungsmittel 14 der Exzenterverstelleinrichtung
5 durch das Langloch 15 geführt ist und im Schuh festgelegt werden kann. Das Hakenschieberteil
8 ist somit in Richtung der Längsachse LA verschiebbar am Schuh befestigt.
[0036] Aufgrund der gegeneinander anliegenden konvexen Führungs- und Anlageflächen 12, 11
wird mittels einer Drehbewegung des Exzentermoduls 9 um die Drehachse DA das Hakenschieberteil
8 in Richtung der Längsachse LA der erfindungsgemäßen Spannverschlussvorrichtung 1
verschoben. Eine Drehbewegung des Exzentermoduls 9 um die Drehachse DA resultiert
daher in einer linearen Bewegung des Hakenschieberteiles 8 in Richtung der Längsachse
LA der erfindungsgemäßen Spannverschlussvorrichtung 1 und stellt somit eine Feineinstellung
der Spannlänge der erfindungsgemäßen Spannverschlussvorrichtung 1 und damit der durch
diese erzeugten Spannkraft dar.
[0037] Figur 4 zeigt in Draufsicht eine Schnittdarstellung des Hakenschieberteils 8 mit
verbundener Exzenterverstelleinrichtung 5, geschnitten entlang der in Figur 3 angedeuteten
Schnittlinie A-A, so dass in der Figur 4 lediglich die exzentrisch zur Mittenachse
MA angeordnete zylinderförmige Ausbuchtung 6 des Exzentermoduls 9 sichtbar ist. Die
zylinderförmige Ausbuchtung 6 des Exzentermoduls 9 bildet mit ihrer Umfangs- bzw.
Mantelfläche die konvex gewölbte Führungsfläche 12 zur Anlage der konvex gekrümmten
Anlagefläche 11 des Anlageabschnittes 10 des Hakenschieberteils 8 und ist auf der
Oberseite des Hakenschieberteils 8 zwischen dem Anlageabschnitt 10 und dem Führungsstegabschnitt
8.2 angeordnet. Die konvex gekrümmte Anlagefläche 11 des Anlageabschnittes 10 weist
einen ersten Krümmungsradius r1 auf und die durch die Ausbuchtung 6 gebildete konvex
gewölbte Führungsfläche 12 weist einen zweiten Krümmungsradius r2 auf, wobei der erste
und zweite Krümmungsradius r1, r2 näherungsweise gleich groß sind.
[0038] In der Figur 4 sind die auf den Anlageabschnitt 10 des Hakenschieberteils 8 bzw.
auf die konvex gekrümmte Anlagefläche 11 des Anlageabschnittes 10 wirkenden Kräfte
vektoriell dargestellt. Die im Bereich der Kontaktstelle zwischen konvex gekrümmter
Anlagefläche 11 und konvex gewölbter Führungsfläche 12 auf den Anlageabschnitt 10
einwirkende, tatsächliche bzw. resultierende Zugkraft F
R wird bestimmt durch die entlang der Längsachse LA der Spannverschlussvorrichtung
1 wirkenden Zugkraft Fz und der im Wesentlichen senkrecht zu dieser wirkenden Querkraft
F
Q. Durch die geeignete Wahl von Materialkombinationen oder Materialpaarungen mit einem
Haftreibungskoeffizient von mindestens 0,2 für die gegeneinander anliegenden konvex
gekrümmte Anlagefläche 11 und die konvex gewölbte Führungsfläche 12, kann effizient
verhindert werden, dass sich die Anlage- und Führungsfläche 11, 12 selbsttätig oder
unbeabsichtigt relativ zueinander bewegen und gegeneinander abrollen. Lediglich durch
absichtliche, externe Krafteinwirkung, nämlich durch Einwirken einer Drehkraft zur
Drehung des Exzentermoduls 9 um die Drehachse DA werden die Anlage- und Führungsfläche
11, 12 gegeneinander bewegt und dadurch eine Verschiebung des Hakenschieberteils 8
entlang der Längsachse LA erzwungen.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Spannverschlussvorrichtung
- 2
- Spannhebel
- 2'
- Ende des Spannhebels
- 3
- Zugeinrichtung
- 4
- Tragteil
- 5
- Exzenterverstelleinrichtung
- 6
- zylinderförmige Ausbuchtung
- 7
- Hakenschwenkteil
- 7.1
- Bügelabschnitt
- 8
- Hakenschieberteil
- 8'
- erstes Ende des Hakenschieberteiles
- 8"
- zweites Ende des Hakenschieberteiles
- 8.1
- Stegabschnitt
- 8.2
- Führungsstegabschnitt
- 9
- Exzentermodul
- 9.1
- Unterseite des Exzentermoduls
- 10
- Anlageabschnitt
- 11
- konvex gekrümmte Anlagefläche
- 12
- konvex gewölbte Führungsfläche
- 13
- Drehgriffelement
- 14
- Befestigungsmittel
- 15
- Langloch
- 16
- Schaftelement
- DA
- Drehachse
- FQ
- Querkraft
- FR
- resultierende Zugkraft
- Fz
- Zugkraft
- LA
- Längsachse
- MA
- Mittenachse
- r1, r2
- erster und zweiter Krümmungsradius
- SA1
- erste Schwenkachse
- SA2
- zweite Schwenkachse
1. Spannverschlussvorrichtung (1) für Schuhe, insbesondere für Ski- oder Snowboardschuhe,
umfassend zumindest einen am Schuh angelenkten Spannhebel (2) und eine Zugeinrichtung
(3), wobei die Zugeinrichtung (3) zumindest ein Hakenschwenkteil (7) und ein mit dem
Hakenschwenkteil (7) zusammenwirkendes Hakenschieberteil (8) aufweist, wobei das Hakenschwenkteil
(7) am Spannhebel (2) angelenkt ist und das Hakenschieberteil (8) an einem ersten
Ende (8') mit einer Exzenterverstelleinrichtung (5) zur Feineinstellung der Spannkraft
verbunden ist, wobei die Exzenterverstelleinrichtung (5) zumindest ein drehbar gelagertes
Exzentermodul (9) aufweist und wobei das Exzentermodul (9) derart mit dem Hakenschieberteil
(8) in Wirkverbindung steht, dass eine Drehbewegung des Exzentermoduls (9) um eine
Drehachse (DA) in eine lineare Bewegung des Hakenschieberteils (8) entlang einer Längsachse
(LA) der Spannverschlussvorrichtung (1) umgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenschieberteil (8) im Bereich seines ersten Endes (8') mit einem eine konvex
gekrümmte Anlagefläche (11) aufweisenden Anlageabschnitt (10) ausgestattet ist und
dass das Exzentermodul (9) zumindest eine exzentrisch um eine Mittenachse (MA) verlaufende,
konvex gewölbte Führungsfläche (12) zur Anlage des Anlageabschnittes (10) aufweist,
wobei die konvex gekrümmte Anlagefläche (11) des Anlageabschnittes (10) des Hakenschieberteiles
(8) und die konvex gewölbte Führungsfläche (12) des Exzentermoduls (9) gegeneinander
anliegen.
2. Spannverschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlageabschnitt (10) des Hakenschieberteiles (8) als vorspringender Kantenabschnitt
am ersten Ende (8') des Hakenschieberteiles (8) ausgebildet ist, wobei die konvex
gekrümmte Anlagefläche (11) des Anlageabschnittes (10) des Hakenschieberteiles (8)
einem dem ersten Ende (8') gegenüberliegenden zweiten Ende (8") des Hakenschieberteiles
(8) zugewandt ist.
3. Spannverschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Exzentermodul (9) an einer Unterseite (9.1) eine exzentrisch zur Mittenachse
(MA) angeordnete, im Wesentlichen zylinderförmige Ausbuchtung (6) mit einer Umfangsfläche
aufweist, wobei die konvex gewölbte Führungsfläche (12) durch die Umfangsfläche der
zylinderförmigen Ausbuchtung (6) gebildet ist.
4. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die konvex gekrümmte Anlagefläche (11) des Anlageabschnittes (10) und die konvex
gewölbte Führungsfläche (12) des Exzentermoduls (9) aus vorgegebenen Materialien mit
einem Haftreibungskoeffizienten von wenigstens 0,2 hergestellt sind, wobei die Haftreibung
zwischen der Anlagefläche (11) und der Führungsfläche (12) mindestens so groß ist,
dass eine selbsttätige Drehbewegung des Exzentermoduls (9) um die Drehachse (DA) durch
die Haftreibung gehemmt ist.
5. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die konvex gekrümmte Anlagefläche (11) des Anlageabschnittes (10) des Hakenschieberteiles
(8) einen ersten Krümmungsradius (r1) und die konvex gewölbte Führungsfläche (12)
des Exzentermoduls (9) einen zweiten Krümmungsradius (r2) aufweist, wobei der erste
und der zweite Krümmungsradius (r1, r2) näherungsweise gleich groß sind.
6. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die konvex gewölbte Führungsfläche (12) des Exzentermoduls mit einer äußeren Schicht
einer Weichkomponente ausgestattet ist.
7. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenschieberteil (8) zusätzlich einen Führungsstegabschnitt (8.2) aufweist,
wobei der Führungsstegabschnitt (8.2) in einem vorgegebenen Abstand zum Anlageabschnitt
(10) angeordnet ist.
8. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenschieberteil (8) im Wesentlichen plattenartig ausgebildet ist und an seiner
Oberseite senkrecht zur Längsachse (LA) verlaufende, nach oben abstehende Stegabschnitte
(8.1) aufweist, welche hakenartige Verbindungsmittel bilden.
9. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenschwenkteil (7) im Wesentlichen plattenartig ausgebildet ist und an seiner
Unterseite senkrecht zur Längsachse (LA) verlaufende Stegabschnitte aufweist, welche
hakenartige Verbindungsmittel bilden.
10. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenschwenkteil (7) im Wesentlichen bügelartig ausgebildet ist und zumindest
einen einhakbaren Bügelabschnitt (7.1) als Verbindungsmittel aufweist.
11. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterverstelleinrichtung (5) ein Drehgriffelement (13) und ein Schaftelement
(16) aufweist.
12. Spannverschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgriffelement (13) als Drehknopf ausgebildet und an einer Oberseite des Exzentermoduls
(9) festgelegt ist.
13. Spannverschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaftelement eine im Wesentlichen rechteckige oder ovale Umfangsform aufweist
und plattenartig ausgebildet ist.
14. Spannverschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterverstelleinrichtung (5) eine Selbsthemmung aufweist, die durch die gegenseitige
Anlage der konvex gekrümmten Anlagefläche (11) des Anlageabschnittes (10) des Hakenschieberteiles
(8) und der konvex gewölbten Führungsfläche (12) des Exzentermoduls (9) erzeugt wird.