[0001] Die Erfindung betrifft eine Dämpfungsvorrichtung zur Dämpfung der Öffnungsbewegung
eines bewegbaren Möbelteils, mit einer einen Möbelkorpus eines Möbels aufweisenden
ortsfesten Basiseinheit und einer das bewegbare Möbelteil aufweisende beweglichen
Basiseinheit, wobei die bewegliche Basiseinheit beweglich zur ortsfesten Basiseinheit
angeordnet ist, und mit einer Dämpfereinheit, die erste und zweite, unter Ausführung
einer Dämpfungsfunktion, relativ zueinander bewegliche Dämpferkomponenten aufweist,
von denen die erste Dämpferkomponente an der einen Basiseinheit angeordnet ist und
bei Annäherung der beweglichen Basiseinheit in seine Endlage ein Aufprall zwischen
der zweiten Dämpferkomponente und der anderen Basiseinheit stattfindet, wobei die
Dämpfungsfunktion auslösbar ist.
[0002] Dämpfungsvorrichtungen zur Dämpfung der Öffnungs- und/oder Schließbewegung von bewegbaren
Möbelteilen, beispielsweise Schubladen, Türen oder Klappen, sind bereits seit langem
bekannt. Es ist beispielsweise bekannt, die Einfahrbewegung einer Schublade in die
Schließstellung abzudämpfen. Hierbei trifft eine mit der Schublade mitbewegte Komponente
auf eine Dämpferkomponente, beispielsweise ein verschiebliches Dämpfergehäuse oder
einen verschieblichen Dämpferkolben und löst damit eine Dämpfungsfunktion aus. Bei
der Dämpfung der Ausfahrbewegung der Schublade in die Offenstellung wird in der Regel
dasselbe Prinzip verwendet.
[0003] Die dabei eingesetzten Dämpfungsvorrichtungen besitzen stets relativ zueinander bewegliche
Dämpferkomponenten, beispielsweise wie erwähnt, einen beweglichen Dämpferkolben, der
beweglich in einem Dämpfergehäuse geführt ist oder ein bewegliches Dämpfergehäuse,
das beweglich zu einem Dämpferkolben geführt ist. Das heißt, es wird eine bewegliche
Dämpferkomponente und eine bezüglich des Möbelkorpus ortsfeste Dämpferkomponente eingesetzt.
[0004] Angesichts beengter Platzverhältnisse ist es jedoch oftmals schwierig, geeignete
Dämpfungsvorrichtungen unterzubringen. Insbesondere bei der Endlagendämpfung einer
Schublade bei deren Öffnungsbewegung besteht der Bedarf, dass die Dämpfungsvorrichtung
sich im Bereich der Schubladenöffnung befindet, sodass die Dämpfungsfunktion erst
dann ausgelöst wird, wenn die Schublade in ihre Offenstellung einfährt. Jedoch besteht
gerade hier das Problem, Dämpfungsvorrichtungen aufgrund beengter Platzverhältnisse
unterzubringen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Dämpfungsvorrichtung der eingangs erwähnten Art
zu schaffen, deren Einsatzgebiet gegenüber herkömmlichen Dämpfungsvorrichtungen vergrößert
ist, insbesondere die auch bei beengten Platzverhältnissen funktional zuverlässig
einsetzbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Dämpfungsvorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.
[0007] Die erfindungsgemäße Dämpfungsvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die erste
Dämpfungskomponente derart bewegbar an der zugeordneten Basiseinheit gelagert ist,
dass sie beim Aufprall aus einer Bereitschaftsposition in eine durch Anschlagmittel
abgestützte Arbeitsposition verlagerbar ist, in der die Dämpfungsfunktion ausführbar
ist. Die betreffende Dämpferkomponente wird also zunächst von der Bereitschaftsposition
in die Arbeitsposition verlagert, bevor die Dämpfungsfunktion ausgeführt wird. Es
ist beispielsweise vorstellbar, dass die bewegliche Basiseinheit der Dämpfungsvorrichtung
beim Einsatz zur Dämpfung der Öffnungsbewegung eines bewegbaren Möbelteils in Form
einer Schublade zunächst die Bewegung der Schublade bis kurz vor die Offenstellung
mitmacht, ohne dass eine Dämpfungsfunktion ausgelöst wird und diese dann bei Erreichen
der Arbeitsposition kurz vor Erreichen der vollständig ausgefahrenen Offenstellung
der Schublade ausgelöst wird. Beispielsweise kann die Dämpfereinheit der Dämpfungsvorrichtung
zunächst im gesamten aus der Bereitschaftsposition in die Arbeitsposition verlagert
werden, wobei dann in der Arbeitsposition die zweite Dämpferkomponente relativ beweglich
zur ersten Dämpferkomponente zur Einleitung der Dämpfungsfunktion bewegt wird. Es
ist beispielsweise möglich, dass die Dämpfereinheit der Dämpfungsvorrichtung zumindest
teilweise aus der Schubladenaufnahme ausfährt, wodurch bei der anschließenden Dämpfung
ein relativ großer Dämpfungshub verfügbar ist und die Schublade trotzdem fast komplett
aus der Schubladenaufnahme ausfahrbar ist.
[0008] Es ist möglich, dass die Dämpfereinheit der Dämpfungsvorrichtung an der ortsfesten
Basiseinheit oder alternativ an der beweglichen Basiseinheit angeordnet ist. Bevorzugt
ist jedoch die Anordnung der Dämpfereinheit an der ortsfesten Basiseinheit, beispielsweise
an einer Korpusschiene einer Führungseinheit oder an einem Möbelkorpus eines Möbels.
[0009] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die erste Dämpferkomponente an einem an
der zugeordneten Basiseinheit befestigten Halter beweglich gelagert.
[0010] In besonders bevorzugter Weise weist der Halter die Anschlagmittel auf. In diesem
Fall ist der Halter multifunktional und dient zum einen zur Führung der ersten Dämpferkomponente
zwischen der Bereitschaftsposition und der Arbeitsposition und zum anderen wird durch
ihn als Anschlag die Arbeitsposition definiert.
[0011] Wie bereits erwähnt, ist es besonders bevorzugt, die erste Dämpferkomponente an der
ortsfesten Basiseinheit anzuordnen. Alternativ wäre es jedoch auch möglich, die erste
Dämpferkomponente an der beweglichen Basiseinheit anzuordnen. In diesem Fall würde
die erste Dämpferkomponente bei der Bewegung des bewegbaren Möbelteils mitbewegt werden.
[0012] Bei einer Weiterbildung der Erfindung weist die nicht der ersten Dämpferkomponente
zugeordnete, insbesondere bewegliche Basiseinheit, ein Mitnehmerelement auf, das beim
Öffnen die erste Dämpferkomponente von der Bereitschaftsposition in die Arbeitsposition
verlagert. In diesem Fall kommt das Mitnehmerelement also beim Öffnen des bewegbaren
Möbelteils in Kontakt mit der Dämpfereinheit und veranlasst die Bewegung der Dämpferkomponente
von der Bereitschaftsposition in die Arbeitsposition.
[0013] In besonders bevorzugter Weise löst das Mitnehmerelement die Dämpfungsfunktion aus.
Es ist also möglich, dass das Mitnehmerelement in der Arbeitsposition der ersten Dämpferkomponente
eine Verlagerung der ersten Dämpferkomponente relativ zur zweiten Dämpferkomponente
veranlasst, wodurch eine Dämpfungsfunktion ausgelöst wird.
[0014] Es ist möglich, dass das Mitnehmerelement auf die zweite Dämpferkomponente aufprallt
und diese gemeinsam mit der ersten Dämpferkomponente verlagert, wobei letztere von
der Bereitschaftsposition in die Arbeitsposition verlagert wird. Alternativ ist es
jedoch auch möglich, dass das Mitnehmerelement auf die erste Dämpfungskomponente aufprallt,
dies jedoch nicht eine Verlagerung der ersten Dämpferkomponente bezüglich der zweiten
Dämpferkomponente und somit ein Auslösen der Dämpfungsfunktion bewirkt, sondern zunächst
eine Verlagerung der gesamten Dämpfereinheit, also insbesondere der ersten Dämpferkomponente
von der Bereitschaftsposition in die Arbeitsposition. Erst bei Erreichen der Arbeitsposition
wird dann durch die Weiterbewegung des bewegbaren Möbelteils die erste Dämpferkomponente
bezüglich der zweiten Dämpferkomponente verlagert und die Dämpfungsfunktion ausgelöst.
[0015] Es ist also möglich, dass das Mitnehmerelement in der Arbeitsposition der ersten
Dämpferkomponente zur Auslösung der Dämpfungsfunktion die zweite Dämpferkomponente
gegenüber der ersten Dämpferkomponente bewegt.
[0016] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die Dämpfereinheit als Lineardämpfer mit
zur Auslösung der Dämpfungsfunktion sich zueinander linear beweglichen Dämpferkomponenten
oder als Rotationsdämpfer mit zur Auslösung der Dämpfungsfunktion sich zueinander
rotatorisch beweglichen Dämpferkomponenten ausgebildet.
[0017] Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind Rückstellmittel zur Rückstellung der ersten
Dämpferkomponente von der Arbeits- in die Bereitschaftsposition vorgesehen.
[0018] Es ist möglich, dass die Rückstellmittel wenigstens ein Federelement aufweisen, deren
Federkraft die erste Dämpferkomponente in die Bereitschaftsstellung zurückstellt,
sobald die nicht der ersten Dämpferkomponente zugeordnete Basiseinheit außer Kontakt
zur ersten Dämpferkomponente ist.
[0019] Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass die Rückstellmittel einen Funktionsabschnitt
der nicht der ersten Dämpferkomponente zugeordneten Basiseinheit umfassen, der beim
Schließen die erste Dämpferkomponente in die Bereitschaftsstellung verlagert.
[0020] Die Erfindung umfasst ferner ein Möbel, mit wenigstens einem bewegbaren Möbelteil,
insbesondere Schublade, gekennzeichnet durch eine Dämpfungsvorrichtung nach einem
der Ansprüche 1 bis 12.
[0021] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im Folgenden näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- Eine perspektivische Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Dämpfungsvorrichtung mit der ersten Dämpferkomponente in der Bereitschaftsstellung,
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung der Dämpfungsvorrichtung von Figur 1, wobei die erste
Dämpferkomponente in die Arbeitsposition verlagert ist,
- Figur 3
- eine perspektivische Darstellung der Dämpfungsvorrichtungen gemäß Figur 1, wobei eine
Dämpfungsfunktion eingeleitet ist und
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung der Dämpfungsvorrichtung von Figur 1, wobei die zweite
Dämpferkomponente den maximalen Dämpfungshub zurückgelegt hat.
[0022] Die Figuren 1 bis 4 zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Dämpfungsvorrichtung 11. Die Dämpfungsvorrichtung ist hier beispielhaft beim Einsatz
zur Dämpfung der Öffnungsbewegung eines bewegbaren Möbelteils 12 in Form einer Schublade
gezeigt und beschrieben.
[0023] Die Schublade ist mittels einer Führungseinrichtung (nicht dargestellt) relativ zu
einem Möbelkorpus (nicht dargestellt) verschieblich gelagert. Die Führungsvorrichtung
umfasst mehrere Führungseinheiten (nicht dargestellt), von denen zwei Führungseinheiten
einander entgegengesetzt liegenden Seitenrändern der Schublade zugeordnet sind.
[0024] Die Führungseinheiten besitzen jeweils eine Korpusschiene, die beispielsweise als
umgebogenes Blechbauteil ausgestattet sein kann. Die Korpusschiene ist über geeignete
Befestigungsmittel an einer zugeordneten Seitenwand einer im Möbelkorpus ausgebildeten
Schubladenaufnahme positionsfest befestigt. An der Korpusschiene ist eine Mittelschiene
(nicht dargestellt) verschieblich gelagert, an der wiederrum eine Auszugsschiene oder
Laufschiene mittels Lagermitteln verschieblich geführt ist. Die Auszugsschiene ist
der Schublade zugeordnet und verläuft unterhalb des Schubalden-Bodens in Tiefenrichtung.
Die Kombination aus Korpusschiene, Mittelschiene und Auszugsschiene wird Vollauszug
genannt. Es ist jedoch auf denkbar, Führungseinheiten ohne Mittelschiene zu verwenden.
[0025] Die Dämpfungsvorrichtung 11 umfasst eine den Möbelkorpus des Möbels aufweisende ortsfeste
Basiseinheit 13. Die Dämpfungsvorrichtung 11 umfasst ferner eine die Schublade aufweisende
bewegliche Basiseinheit 14, wobei die bewegliche Basiseinheit 14 beweglich zur ortsfesten
Basiseinheit 13 angeordnet ist.
[0026] Die ortsfeste Basiseinheit 13 besitzt einen Zubehörträger 15, der wenigstens eine
Montageschnittstelle 16 zur werkzeuglosen Befestigung an der Möbelkomponente und wenigstens
eine Befestigungsschnittstelle zur Befestigung von Zubehörteilen am Zubehörträger
15 aufweist.
[0027] Wie in den Figuren 1 bis 4 gezeigt, ist der Zubehörträger 15 als Flachkörper ausgebildet,
beispielsweise in Form einer Trägerplatte. Der Zubehörträger 15 besteht zweckmäßigerweise
aus Kunststoff. Mit Vorteil ist der Zubehörträger 15 ein Kunststoffspritzgießteil,
womit er vielfach reproduzierbar und in einfacher und kostengünstiger Weise herstellbar
ist.
[0028] Im gezeigten Beispiel 2 befindet sich die Montageschnittstelle 16 an einer Oberseite
18 des Zubehörträgers 15. Die Montageschnittstelle 16 besitzt erste und zweite Haltemittel
19a, 19b, über die der Zubehörträger 15 lösbar an einem Montageabschnitt eines zugeordneten
Montagewinkels der Korpusschiene befestigt werden kann.
[0029] Die ersten und zweiten Haltemittel 19a, 19b übergreife im Montagezustand des Zubehörträgers
15 den Montageabschnitt am Montagewinkel.
[0030] Der Zubehörträger 15 weist einen sich quer zu dessen Längserstreckung verlaufenden
Schlitz 20 auf, der zu einer Längsseite des Zubehörträgers 15 hin offen ist. Der Schlitz
20 wird durch geeignete Entformung bei der Herstellung des aus Kunststoffmaterial
bestehenden Zubehörträgers 15 gleich mit angeformt. Der Schlitz 20 divergiert zur
Längsseite des Zubehörträgers 15. Mit anderen Worten, die Schlitzbreite des Schlitzes
20 vergrößert sich zur Längsseite des Zubehörträgers 15 hin.
[0031] Der Schlitz 20 trennt den Zubehörträger 15 in ein erstes und zweites Trägerteil 21a,
21b. Die beiden Trägerteile 21a, 21b sind derart relativ zueinander bewegbar, dass
der Abstand zwischen den beiden Haltemitteln 19a, 19b zur Montage des Zubehörträgers
15 an dem zugeordneten Montageabschnitt des Montagewinkels der Korpusschiene unter
Aufweitung des Schlitzes 20 vergrößerbar ist. Die beiden Trägerteile 21a, 21b sind
am Grund des Schlitzes 20 über ein Festkörpergelenk 22 miteinander verbunden.
[0032] Im Schlitz 20 sind Federmittel 23 angeordnet, deren Federkraft gegen die Aufweitung
des Schlitzes 20 wirkt. Die Federmittel 23 sind einstückig mit den beiden Trägerteilen
21a, 21b verbunden. Die Federmittel 23 umfassen im Beispielsfall zwei schlaufenförmig
gestaltete Blattfedern 24a, 24b, die jeweils einenends am einen und andernends am
anderen Trägerteil 21a, 21b angeformt sind. Die Blattfedern 24a, 24b besitzen jeweils
einen Schlaufenabschnitt 25, der sich in Schlitz-Breitenrichtung etwa in der Mitte
des Schlitzes 20 befindet. Die Schlaufenabschnitte 25 der Blattfedern 24a, 24b sind
einander zugewandt.
[0033] Wie in den Figuren 1 bis 4 dargestellt, besitzt der Zubehörträger 15 mehrere Befestigungsschnittstellen
17, von denen eine an der Längsseite des Zubehörträgers 15, die der Längsseite, zudem
sich der Schlitz 20 hin öffnet, gegenüberliegt, ausgebildet ist. Die Befestigungsschnittstelle
17 an der Längsseite des Zubehörträgers 15 besitzt einen sich im Wesentlichen über
die gesamte Länge des Zubehörträgers 15 erstreckenden Halter in Form einer Führungsleiste
26, an der eine Dämpfereinheit 27 der Dämpfungsvorrichtung 11 linear beweglichen geführt
ist. Die Führungsleiste 26 bildet eine Schiebeführung zur Führung der Dämpfereinheit
27 am Zubehörträger 15. Die Führungsleiste 26 besitzt eine Leitschiene 28, die den
äußeren längsseitigen Abschluss des Zubehörträgers 15 bildet. In Richtung des Zentrums
des Zubehörträgers 15 befindet sich an der Ober- und Unterseite des Zubehörträgers
15 jeweils eine parallel zur Leitschiene 28 verlaufende Führungsnut 29.
[0034] Wie insbesondere die Figuren zeigen, besitzt die Dämpfereinheit 27 eine erste Dämpferkomponente
30 und eine zweite Dämpferkomponente 31, die relativ zueinander beweglich sind.
[0035] Im gezeigten Beispielsfall ist die erste Dämpferkomponente an der Führungsleiste
26 des Zubehörträgers 15 zwischen einer Bereitschaftsposition 32 und einer Arbeitsposition
33 verschieblich geführt.
[0036] Die erste Dämpferkomponente 30 besitzt hierzu ein schlittenartiges Führungselement
34, das die Leitschiene 28 an ihrer Ober- und Unterseite umgreift und in die dahinter
angeordneten Führungsnuten 29 an der Ober- und Unterseite des Zubehörträgers 15 eintaucht.
Das schlittenartige Führungselement 34 ist, wie die Zusammenschau der Figuren 1 bis
4 zeigt, zwischen der Bereitschaftsposition 32 und der Arbeitsposition 33 linear beweglich
an der Führungsleiste 26 des Zubehörträgers 15 geführt.
[0037] Die erste Dämpferkomponente 30 besitzt ferner eine langgestreckte Basiseinheit 35,
die seitlich an das schlittenartige Führungselement 34 angesetzt, insbesondere einstückig
mit diesem verbunden ist. Die Basiseinheit 35 wird also bei der Bewegung des Führungselements
34 mitbewegt. Die Längserstreckung der Basiseinheit 35 ist deutlich größer als die
des Führungselements 34.
[0038] Die Basiseinheit 35 besitzt eine sich in Längsrichtung der Basiseinheit 35 erstreckende
insbesondere halbzylindrische Dämpferaufnahme 36, zur Aufnahme und Führung der zweiten
Dämpferkomponente 31. Die Dämpferaufnahme 36 besitzt einen sich quer zur Längserstreckung
der Dämpferaufnahme ausgerichteten Endanschlag 37, der von einer Abschlusswand 38
gebildet wird.
[0039] Wie insbesondere in Figur 1 gezeigt, besitzt die Führungsleiste 26 Anschlagmittel
39, die die Arbeitsposition 33 der ersten Dämpferkomponente 30 definieren. Zu den
Anschlagmitteln 39 zählen an der Leitschiene 28 an dessen Ober- und Unterkante ausgebildete
Kerben 40, die insbesondere paarweise angeordnet sind, das heißt an der Oberkante
der Leitschiene 28 sind zwei Kerben ausgebildet, die in Längsrichtung der Leitschiene
beabstandet zueinander angeordnet sind und von denen die eine im Bereich der vorderen
und die andere im Bereich des hinteren Endes der Leitschiene angeordnet ist, und denen
jeweils an der Unterkante der Leitschiene 28 korrespondierende Kerben 40 zugeordnet
sind. Die Kerben 40 korrespondieren mit an dem schlittenartigen Führungselement 34
ausgebildeten Vorsprüngen (nicht dargestellt).
[0040] Die erste Dämpferkomponente 30 umfasst ferner Komponenten eines Lineardämpfers 41,
nämlich eine Dämpferkolbenanordnung 42, mit einer Kolbenstange 43, die einerseits
an der Abschlusswand 38 der Basiseinheit 35 befestigt ist und ortsfest bezüglich der
Basiseinheit 35 ausgebildet ist. Am anderen Ende der Kolbenstange 43 befindet sich
ein Dämpferkolben 44. Der Dämpferkolben 44 ist in einem Dämpfergehäuse 45 aufgenommen,
das den Hauptbestandteil der zweiten Dämpferkomponente 31 bildet. Das Dämpfergehäuse
45 ist in der Dämpferaufnahme 36 linear beweglich gegenüber der Dämpferkolbenanordnung
42 mit Kolbenstange 43 und Dämpferkolben 44 geführt.
[0041] Wie insbesondere in Figur 1 dargestellt, besitzt die bewegliche Basiseinheit 14 die
Schublade, an dessen SchubladenRückwand ein über den Schubladen-Boden hinausragendes
Mitnehmerelement 46 angeordnet ist.
[0042] Beim Öffnen der Schublade kommt das Mitnehmerelement 46 in Kontakt mit dem Dämpfergehäuse
45 der zweiten Dämpferkomponente 31 an der ortsfesten Basiseinheit 13. Diese Situation
ist in Figur 1 dargestellt. Beim Aufprall des Mitnehmerelements 46 auf die hintere
Stirnseite des Dämpfergehäuses 45 wird die komplette Dämpfereinheit 27 und somit die
in der Bereitschaftsposition 32 (Figur 1) befindliche erste Dämpferkomponente 30 mit
der Basiseinheit 35 und der Dämpferkolbenanordnung 42 verschoben, indem das schlittenartige
Führungselement 34 an der zugeordneten Leitschiene 28 der Führungsleiste 26 linear
verlagert wird. Die Kraft, die zur Verlagerung der kompletten Dämpfereinheit 27 aufgewendet
werden muss ist hierbei geringer, als diejenige, die zur Verschiebung des Dämpfergehäuses
45 bezüglich der Dämpferkolbenanordnung 42 benötigt wird. Daher wird beim Aufprall
des Mitnehmerelements 46 auf die hintere Stirnseite des Dämpfergehäuses 45 noch keine
Dämpfungsfunktion ausgelöst, sondern das Dämpfergehäuse 45 wird mitsamt der Dämpferkolbenanordnung
42 und der Basiseinheit 35 der ersten Dämpferkomponente 30 verlagert.
[0043] Die erste Dämpferkomponente 30 mit der Basiseinheit 35 und der Dämpferkolbenanordnung
42 wird von der Bereitschaftsposition 32 in die Arbeitsposition 33 verlagert, die
durch das in Verlagerungsrichtung hintere Kerbenpaar vorgegeben ist.
[0044] Charakteristisch ist, dass die Basiseinheit 35 in der Arbeitsposition 33 der ersten
Dämpferkomponente 30 mit der Dämpferkolbenanordnung 42 aus der Schubladenaufnahme
herausgefahren ist. Eine Dämpfungsfunktion hat also bisher nicht stattgefunden und
die Schublade kann fast bis ganz zur Offenstellung gefahren werden, bis die Dämpfungsfunktion
einsetzt.
[0045] Ist die Arbeitsposition 33 der ersten Dämpferkomponente 30 erreicht, so wird anschließend
das Dämpfergehäuse 45 relativ zur Dämpferkolbenanordnung 42 bewegt, das heißt, eine
Dämpferfunktion wird ausgelöst. Das Dämpfergehäuse 45 fährt dabei, wie in den Figuren
3 und 4 dargestellt, in die Dämpferaufnahme 36 ein, wobei der im Dämpfergehäuse 45
aufgenommene Dämpferkolben 44 durch Verdrängung von Dämpfungsmedium, insbesondere
Hydrauliköl oder Luft, eine Dämpfungsfunktion erzeugt, sodass das Einfahren der Schublade
in die Offenstellung abgebremst und gedämpft wird.
[0046] Beim Einfahren der Schublade kommt die Rückseite der Schubladen-Front mit der ersten
Dämpferkomponente 30 in Kontakt, wodurch diese durch die Schiebeführung des schlittenartigen
Führungselements 34 an der Leitschiene 28 von der Arbeitsposition 33 in die Bereitschaftsposition
32 rückgestellt wird. Zuvor wurde bereits das Dämpfergehäuse 45 durch Kontaktverlust
mit dem Mitnehmerelement 46 in die Ausgangsstellung rückgestellt.
1. Dämpfungsvorrichtung zur Dämpfung der Öffnungsbewegung eines bewegbaren Möbelteils
(12), mit einer einen Möbelkorpus eines Möbels aufweisenden ortsfesten Basiseinheit
(13) und einer das bewegbare Möbelteil aufweisenden beweglichen Basiseinheit (14),
wobei die bewegliche Basiseinheit (14) beweglich zur ortsfesten Basiseinheit (13)
angeordnet ist, und mit einer Dämpfereinheit (27), die erste und zweite, unter Ausführung
einer Dämpfungsfunktion, relativ zueinander bewegliche Dämpferkomponenten (30, 31)
aufweist, von denen die erste Dämpferkomponente (30) an der einen Basiseinheit (13,
14) angeordnet ist und bei Annäherung der beweglichen Basiseinheit (14) in seine Endlage
ein Aufprall zwischen der zweiten Dämpferkomponente (31) und der anderen Basiseinheit
(13, 14) stattfindet, wobei die Dämpfungsfunktion auslösbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämpferkomponente (30) derart bewegbar an der zugeordneten Basiseinheit
(13, 14) gelagert ist, dass sie beim Aufprall aus einer Bereitschaftposition (32)
in eine durch Anschlagmittel (39) abgestützte Arbeitsposition (33) verlagerbar ist,
in der die Dämpfungsfunktion ausführbar ist.
2. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämpferkomponente (30) an einem an der zugeordneten Basiseinheit (13, 14)
befestigten Halter beweglich gelagert ist.
3. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter die Anschlagmittel (39) aufweist.
4. Dämpfungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämpferkomponente (30) an der ortsfesten Basiseinheit (13) angeordnet ist.
5. Dämpfungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die nicht der ersten Dämpferkomponente (30) zugeordnete, insbesondere bewegliche
Basiseinheit (14), ein Mitnehmerelement (46) aufweist, das beim Öffnen die erste Dämpferkomponente
(30) von der Bereitschaftsposition (32) in die Arbeitsposition (33) verlagert.
6. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnehmerelement (46) die Dämpfungsfunktion auslöst.
7. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnehmerelement (46) auf die zweite Dämpferkomponente (31) aufprallt und diese
gemeinsam mit der ersten Dämpferkomponente (30) verlagert, wobei letztere von der
Bereitschaftsposition (32) in die Arbeitsposition (33) verlagert wird.
8. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnehmerelement (46) in der Arbeitsposition (33) der ersten Dämpferkomponente
(30) die zweite Dämpferkomponente (31) gegenüber der ersten Dämpferkomponente (30)
bewegt.
9. Dämpfungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfereinheit (27) als Lineardämpfer mit zur Auslösung der Dämpfungsfunktion
sich zueinander linear beweglichen Dämpferkomponenten oder als Rotationsdämpfer mit
zur Auslösung der Dämpfungsfunktion sich zueinander rotatorisch beweglichen Dämpferkomponenten
ausgebildet ist.
10. Dämpfungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Rückstellmittel zur Rückstellung der ersten Dämpferkomponente (30) von der Arbeits-
in die Bereitschaftsposition (33, 32).
11. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellmittel wenigstens ein Federelement aufweisen, deren Federkraft die erste
Dämpferkomponente (30) in die Bereitschaftsposition (32) zurückstellt, sobald die
nicht der ersten Dämpferkomponente (30) zugeordnete Basiseinheit (13, 14) außer Kontakt
zur ersten Dämpferkomponente (30) ist.
12. Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellmittel einen Funktionsabschnitt, der nicht der ersten Dämpferkomponente
(30) zugeordneten Basiseinheit (13) umfassen, der beim Schließen die ersten Dämpferkomponente
(30) in die Bereitschaftsposition (32) verlagert.
13. Möbel, mit wenigstens einem bewegbaren Möbelteil, insbesondere Schublade, gekennzeichnet durch eine Dämpfungsvorrichtung (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 12.