[0001] Die Erfindung betrifft eine Plattform für Arbeiten an Kraftfahrzeugen nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, wie sie insbesondere in Kraftfahrzeugwerkstätten eingesetzt wird,
um Fahrzeuge auf die Plattform aufzufahren und dann mit Arbeitszugang aus bequemer
Körperstellung von der Seite oder von unten zu kontrollieren, zu warten oder zu reparieren.
Die Plattformen werden insbesondere dann, wenn bestimmte Arbeiten häufig wiederkehrend
auszuführen sind, mit Werkzeugen versehen, die oft zur Energieversorgung oder Signalübertragung
eine flexible Leitung mit einem Anschluss an der Plattform erhalten, die eine Bewegbarkeit
des Werkzeugs innerhalb eines vorgegebenen Stellbereichs ermöglicht.
[0002] Übliche flexible Leitungen sind in dieser Hinsicht elektrische Leitungen wie Stromkabel
oder Signalkabel, Druckmittelleitungen zur pneumatischen oder hydraulischen Energieversorgung,
Glasfaserkabel zur optoelektronischen Signalübertragung wie auch Zuführungs- oder
Abführungsschläuche für fluidische Materialien wie etwa Kraftstoffe oder Schmieröle.
[0003] Besonders häufig finden sich an herkömmlichen Plattformen luftdruckbetriebene Achsheber,
die über einen vorgegebenen Stellbereich längs der Plattform verlagerbar sind, um
ein auf der Plattform befindliches Fahrzeug in einem seiner Achsbereiche anzuheben
und für die Demontage eines Rades aufzubocken. Der Achsheber ist dabei zu der anzuhebenden
Achse und ggf. unter vorgegebene Abstützpunkte zu verlagern und die Druckmittelleitung
für die Druckluftzufuhr zwischen einem Anschluss an der Plattform und dem Werkzeug
ist entsprechend mitzuführen.
[0004] Die Führung von Leitungen im Bereich von Arbeitsplattformen bedingt allerdings regelmäßig
eine Reihe von Problemen, da sie nicht etwa freihängend als Hindernis bei Arbeiten
an der Plattform stören dürfen. In dieser Hinsicht finden sich in der Praxis bereits
gewendelte Leitungen, die sich lang ausziehen lassen und in eine kompakte Schraubenform
zurückführbar sind - dabei aber regelmäßig unter ihrem Eigengewicht durchhängen. Andere
gewendelte Leitungen sind zumindest abschnittsweise auf Spanndrähten geführt und damit
hochgehalten, neigen aber dann auch zu Verknotungen und Verblockungen. Insbesondere
aber wird dadurch die Leitungsbewegung an der Plattform im Gebrauch erschwert und
ein Austausch einer Leitung nach Verschleiß oder Beschädigung behindert.
[0005] Bei flexiblen Leitungen im Bereich von Arbeitsplattformen ist von einem Verschleiß
und Erneuerungsbedarf auszugehen. Dies liegt an relativ hohen Beanspruchungen im Arbeitsbereich
und auch an der begrenzten Robustheit flexibler Materialien. Von da aus ist bei flexiblen
Leitungen an Arbeitsplattformen eine unkomplizierte und schnelle Austauschbarkeit
von Interesse.
[0006] Eine weitere kritische Randbedingung für die Führung von flexiblen Leitungen an den
hier betrachteten Plattformen ergibt sich aus einengenden Vorgaben an die Bauhöhe
unterhalb von Plattformen. Um eine auf einen Werkstattboden aufsetzende Plattform,
insbesondere auch eine Plattform einer Hebebühne, mit möglichst geringer Stufe auffahren
zu können, wird die Gesamtbauhöhe regelmäßig niedrig angesetzt, womit sich auch ein
unterhalb der Plattform für Einbauten nutzbarer Raum reduziert. Bei Vorgaben für flexible
Leitungsführungen von unter 50, zum Teil schon unter 45 mm Bauhöhe, scheiden Leitungsführungen
mit gewendelten Leitungen regelmäßig schon aufgrund des Platzbedarfs aus.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Plattform für Arbeiten an Kraftfahrzeugen, insbesondere
für eine Hebebühne, mit einem verlagerbar an der Plattform in deren Längsrichtung
über eine flexible Leitung verlagerbar verbundenen Werkzeug mit einer Leitungsführung
zu versehen, die eine geringe Bauhöhe zulässt und weitgehend unterhalb der Plattform
anzuordnen ist und die bei Arbeiten an einem Kraftfahrzeug auf der Plattform möglichst
wenig störend in Erscheinung tritt, dabei aber auch eine schnelle und einfache Demontage
und Auswechslung der Leitung bei Verschmutzungen und Beschädigungen ermöglicht.
[0008] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe von einer Plattform nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 ausgehend mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Die erfindungsgemäße Lösung hat sich in mehrerlei Hinsicht als überraschend vorteilhaft
erwiesen. Dass die Leitungsführung für die flexible Leitung um eine lose Spannrolle
herum zu einer Schleife zurückgeführt ist, ermöglicht die Anordnung der Spannrolle
und der zu und von dieser führenden Leitungsabschnitte in einer gemeinsamen Ebene
und mit einer entsprechend geringen Bauhöhe. Diese geringe Bauhöhe wird auch dann
von der sonstigen Leitungsführung eingehalten, wenn feste Anschlüsse auf der einen
Seite und feste Umlenkrollen zur Leitungsführung in oder nahe dieser Ebene eingerichtet
werden und auch kreuzungsfrei verlaufen.
[0010] Die flexible Leitung wird durch die Spannrollen in den Leitungsabschnitten vor und
hinter der Spannrolle durch streckende Zugbeanspruchung fixiert, wobei Spannmittel
zur Verfügung stehen, die gleichfalls in eine mit der Leitung gemeinsame Ebene flachbauend
einzugliedern sind.
[0011] Ein wichtiger Vorteil einer solchen Leitungsführung liegt in der offenen Zugänglichkeit
der Leitung, die bei rauem Werkstattbetrieb nicht nur Verschmutzungen, sondern auch
Verschleiß durch Dauerbeanspruchung oder auch Beschädigungen von außen erfahren kann.
Eine Sichtkontrolle der Leitung ist in der Praxis von Interesse. Vor allem erweist
sich die Eignung der Leitungsführung zu einem unkomplizierten und schnellen Leitungsaustausch
als wesentlich für die Praxistauglichkeit. Die flächig unterhalb der Plattform verlaufende
Leitung ist von unten direkt zugänglich und von einer durch ein Spannmittel vorgespannten
Spannrolle leicht abnehmbar, ohne dass dazu besondere Werkzeuge oder sonstige Hilfsmittel
erforderlich sein müssten. Die Austauschbarkeit der Leitung wird auch durch eine offene
Leitungsführung in dem Sinne gestützt, dass die Leitung in Umlenkungen über einseitig
offene Bögen und insbesondere über außenseitig offene Rollen geführt wird, so dass
die Leitung zwar unter Zugbeaufschlagung in ihrer Lage verbleibt, aus dieser Lage
aber von Hand leicht auszulösen ist. Zur leichten Austauschbarkeit trägt auch bei,
die Leitung nicht durch geschlossene enge Durchführungen, Verrohrungen und dergleichen
geführt ist.
[0012] Die vorstehenden Gesichtspunkte gelten für Leitungen unterschiedlicher Art, wie etwa
für elektrische Leitungen unter Einschluss von Signalleitungen oder für Druckmittelleitungen
mit Luft als Medium, aber auch für hydraulische Druckmittelleitungen, bei denen etwa
eine Rückführung innerhalb der Leitung oder eine zweite parallele Leitung zu einem
Druckmittelkreislauf vorzusehen ist.
[0013] Eine Leitungsführung der hier betrachteten Art wird regelmäßig unter dem Gesichtspunkt
der Vereinfachung mit einer einzigen Spannrolle auszuführen sein, die wie einem Flaschenzug
als lose Spannrolle beweglich ist und die Leitung bedarfsweise über feste Umlenkrollen
in Längsrichtung spannt. Grundsätzlich sind aber auch - wie etwa bei Flaschenzügen
- mehrere Spannrollen möglich, um etwa mit einem kleineren Hub der Spannrollenbewegung
einen großen Stellbereich des Werkzeugs abzudecken.
[0014] Ein Spannmittel, das die Leitungsabschnitte anzieht und auf die Leitungsschleife
streckend wirkt, kann grundsätzlich verschiedener Art sein, wozu allgemein auch druckmittelbetätigte
Stellglieder, die drückend oder ziehend auf die Achse der Spannrolle einwirken, Seilzüge
mit Zugsbelastung über ein Gewicht, Seilzüge aus einer Trommel-Aufwicklung mit Federvorbelastung
oder motorischer Drehmomenten-Vorbelastung gehören können. Ebenso können Federzüge
mit Schraubenfedern eingesetzt werden, die aber bei vorgegebenen begrenzten Baulängen
oft einen unzureichenden Stellhub erreichen. Im Hinblick auf die robuste Praxis und
eine leichte Handhabbarkeit im Falle einer notwendigen Auswechslung haben sich allerdings
elastische Zugseile als vorteilhaft herausgestellt, die als "Expanderseile" oder "Gummizüge"
breithin verfügbar sind, wobei letztere mit der Materialangabe "Gummi" in der Praxis
oft aus anderen elastomeren Materialien bestehen. Ein solches elastisches Zugseil
ist typischerweise mit einem großen Dehnbereich, bezogen auf seine Ausgangslänge,
versehen und kann - anders als etwa eine Schraubenfeder - ohne Weiteres über Umlenkrollen
zur Reduzierung der Einbaulänge geführt werden. Darüber hinaus sind elastische Zugseile
bei der Handhabung, insbesondere bei einer Auswechslung, besonders einfach. Dies gilt
im Fall von Umlenkungen eines elastischen Zugseils als Spannmittel insbesondere dann,
wenn die Spannmittelführung offen und gut zugänglich angelegt ist.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- Draufsicht auf einen Teil einer erfindungsgemäßen Plattform, nämlich auf eine von
zwei Fahrschienen in schnittbildlicher Innenansicht für eine erste Endstellung eines
Achshebers,
- Fig. 2:
- Ansicht gemäß Fig. 1 für eine gegenüberliegende Endstellung des Achshebers,
- Fig. 3:
- Vergrößerte Ansicht gemäß Fig. 2 bei weggebrochenen Zwischenteilen der Fahrschiene,
- Fig. 4:
- Ansicht der Fahrschiene in Schrägansicht von oben,
- Fig. 5:
- Vergrößertes Detail V aus Fig. 4,
- Fig. 6:
- Vergrößertes Detail VI aus Fig. 4,
- Fig. 7:
- Vergrößertes Detail VII aus Fig. 4 und
- Fig. 8:
- Vergrößertes Detail VIII aus Fig. 4.
[0016] Eine in der Zeichnung insgesamt mit 1 bezeichnete, allerdings nur jeweils teilweise
dargestellte Plattform umfasst zwei Fahrschienen, die voneinander entsprechend der
Spurweite aufzunehmender Fahrzeuge beanstandet und parallel zueinander verlaufen,
wobei in den Fig. 1 bis 3 (nur) eine Fahrscheine 2 dargestellt ist, die eine Druckluftleitung
3 zur Energieversorgung eines Achshebers 4 beherbergt. Die beiden parallel geführten
Fahrschienen bilden eine (Arbeits-)Plattform, beispielsweise eine mit Hubstempeln
hochfahrbare Plattform einer Hebebühne. Der Achsheber 4 ist nur jeweils mit einer
(nicht dargestellten) Teil-Umrisskontur angedeutet und zwischen der dargestellten
Fahrschiene 2 und einer parallel angeordneten Fahrschiene so gelagert, dass er längs
der Fahrschienen zwischen diesen zwischen zwei Endstellungen gemäß Fig. 1 und Fig.
2 verfahrbar ist.
[0017] Die Darstellungen zeigen die Fahrschiene 2 schnittbildlich, d.h. bei weggebrochener
oberseitiger Fahrbahn, um die darunterliegenden Teile zu veranschaulichen. Die weggebrochene
Fahrbahn besteht beispielsweise aus einem starkwandigen Blechprofil, das oberseitig
eine Tragfläche bildet, und beidseitig zu Schenkeln abgewinkelt und mit Längsprofilen
versteift ist. Verbindungen zwischen den beidseitigen Profilteilen der Fahrschiene
2 sind in Form einer mittigen Traverse 5 und insbesondere in Form von Auflagerungen
6 und 7 zweier Hubstempel für die Schiene 2 - entsprechend auch zwei Hubstempel für
die Parallelschiene - vorhanden. Mir diesen Hubstempeln ist die Fahrschiene der Plattform
1 hochfahrbar als Hebebühne ausgerüstet, wenn eine zweite Fahrschiene parallel höhengleich
bewegt wird.
[0018] Bei Arbeiten an Fahrzeugen auf Hebebühnen oder sonstigen Arbeitsplattformen sind
häufig Werkzeuge einzusetzen, die bei regelmäßigem Einsatzbedarf, bei hohem Eigengewicht,
bei schwerer Handhabung oder auch bei hoher Einsatzlast vorteilhaft an der Plattform
selbst als Ausrüstungsteil vorgesehen werden. In dieser Hinsicht ist ein Achsheber
4 ein repräsentatives Beispiel für verschiedene Werkzeuge, etwa zum Heben, zur Bearbeitung,
zur Kontrolle oder zum Ausmessen, da er vom Eigengewicht und von der Größe her schwer
zu handhaben ist und eine verlässliche Abstützung gegenüber der Plattform benötigt.
Im vorliegenden Fall ist der durch Umrisslinien angedeutete Achsheber 4, der beispielsweise
ein nach oben mit Parallelführung durch ein Scherengestell ausfahrbares Oberteil aufweist,
an der Fahrschiene 2 auf einer Längsleiste 8 (uns an der parallelen Fahrschiene entsprechend)
verfahrbar gelagert. Ein Stellbereich 9 für das Verfahren des Achshebers 4 ist durch
die Endstellungen des Achshebers nach Fig. 1 und 2 markiert. Dieser Stellbereich berücksichtigt
die möglichen Einsatzstellungen des Achshebers für die Fahrzeuge, an denen auf der
Plattform 1 Arbeiten mit Anheben von Fahrzeugachsen bzw. der Karosserie - etwa für
Radwechsel oder Kontroll-, Wartungs- und Reparaturarbeiten an Bremsen oder sonstigen
radnahen Fahrzeugteilen in Betracht zu ziehen sind.
[0019] Werkzeuge an Arbeitsplattformen für Kraftfahrzeuge sind, wenn sie an einer Arbeitsplattform
verlagerbar angeordnet sind, häufig über flexible Leitungen zur Energieversorgung
oder auch zur Signalübertragung zu versehen. Im vorliegenden Fall ist der Achsheber
4 an die Druckluftleitung 3 mit einem Werkzeuganschluss 10 angeschlossen, wobei die
Druckluftleitung 3 ihrerseits an einen Plattformanschluss 11 am anderen Ende angeschlossen
ist, um von dort eine Druckluftzuführung über ein nicht dargestelltes Leitungsnetz
zu erhalten. Der Plattformanschluss 11 liegt im Bereich der Plattformauflagerung 6
an einem der Hubstempel, an dem Zuführungen wie Druckluftleitungszuführungen ohne
nennenswerte Behinderungen in den Arbeitsbereich verlaufen können.
[0020] Um die flexible Leitung 3 nicht in herkömmlicher Weise insgesamt oder in Zwischenabschnitten
frei nach unten durchhängen zu lassen oder in gewendelt vorgespannter Form immer noch
störend in Erscheinung treten zu lassen, ist sie straff und flach direkt unterhalb
der Plattform und zwar in dem von der einen der beiden Fahrschienen, nämlich der dargestellten
Fahrschiene 2 umwölbten Innenraum gespannt. Die Leitung 3 bildet hierzu eine Schleife
12 aus zwei zueinander parallelen Leitungsabschnitten 13, 14 und einer Umlenkung 15
zwischen diesen um eine lose Spannrolle 16, wobei der Leitungsabschnitt 13 zwischen
dem plattformfesten Leitungsanschluss 11 und der Spannrolle 16 verläuft und der Leitungsabschnitt
14 von der Spannrolle 16 weiterführt, bis die Leitung 3 um feste Rollen 17, 18 seitlich
aus der Fahrschiene 2 zum Achsheber 4 herausgeführt ist.
[0021] Wird der Achsheber 4 längs seines Stellbereichs verfahren, dann verkürzt sich die
Schleife 12 bis zu der in Fig. 2 gezeigten Endstellung. Dabei bleibt allerdings auch
die verkürzte Schleife 12 gespannt mit flach nebeneinander unter der Plattform verlaufenden
Leitungsabschnitten 13, 14. Unter der Wirkung der Spannrolle 16 bleiben diese gespannt
und gestreckt. Auch ein außenliegender variabler Leitungsabschnitt 19 bleibt unter
der Wirkung der Spannrolle 16 gestreckt und längs einer (Innen-)Kante der Fahrschiene
2 mit geringem Durchhängen aufgehängt.
[0022] Die für die flache und eng unter der Plattform verlaufende Leitungsführung erforderliche
Zugkraft auf der Leitung wird insgesamt durch die Spannrolle 16 aufgebracht, die grundsätzlich
zwar durch eine Vielzahl von verschiedenen Spannmitteln kraftbeaufschlagt werden könnte,
besonders vorteilhaft aber durch ein gleichfalls flach unter der Fahrschiene 2 und
damit unter der Plattform verlaufendes Zugmittel in Form eines elastischen Zugseils
bereitgestellt wird. Zugseile dieser Art mit elastischen Bestandteilen aus Gummi oder
einem sonstigen Elastomer haben die vorteilhafte Eigenschaft, dass sie bezogen auf
ihre Ausgangslänge weit streckbar sind und dass sie dabei auch problemlos umgelenkt
werden können. Überdies sind elastische Zugseile in der Praxis breithin verfügbar
und erforderlichenfalls mit einfachen Mitteln auf ein vorgegebenes Längsmaß zu konfektionieren.
[0023] Das elastische Zugseil 20 wird im vorliegenden Fall von der Spannrolle 16 von den
Leitungsabschnitten 13 und 14 weggerichtet geradeaus bis zu einem Endbereich der Fahrschiene
2 geführt, dort um zwei Umlenkrollen 21, 22 um jeweils 90° umgelenkt und dann innen
längs einer Seitenkante der Fahrschiene 2 bis zu einer Verankerung 23 in Form einer
Öse, eines Hakens der dergleichen geführt. Diese Verankerung 23 weist einen großen
Abstand zu den Umlenkrollen 21, 22 auf und gewährleistet damit eine große Länge des
elastischen Zugseils 20. Mit dieser großen Baulänge des Zugseils 20 lässt sich erreichen,
dass sich die von der Spannrolle 16 auf die Schleife 2 ausgeübte Kraft nur wenig ändert,
wenn die Spannrolle 16 aus der in Fig. 2 dargestellten Position für eine kurze Schleife
12 in die in Fig. 1 dargestellte Position für ein weit ausgezogene Schleife übergeht.
[0024] Dabei ist auch von Interesse, dass die Spannrolle 16 als lose Rolle wie etwa bei
einem Flaschenzug nur auf einen gegenüber dem Stellbereich des Achshebers 4 reduzierten
Spannweg auszulegen ist. In dem vorliegenden einfachen Fall einer einzelnen losen
(Spann-)Rolle halbiert sich der Spannweg gegenüber dem Stellbereich des Werkzeugs.
Dies erleichtert es in jedem Fall, auch im Fall anderer Spannmittel, wie etwa von
Schraubenfedern, die für das Spannmittel notwendigen Baulängen unter einer Arbeitsplattform
unterzubringen. Eine durchaus denkbare Bauform mit mehreren losen Rollen nach Art
entsprechender Flaschenzüge würde den Spannweg auf einen entsprechend kleineren Teil
reduzieren. In der Regel wird aber die einfachere Bauform mit nur einer losen Spannrolle
16 in Bezug auf die Spannwege ausreichend und in Bezug auf die für die Praxis erforderliche
Unkompliziertheit vorzuziehen sein.
[0025] Die Fig. 3 gib die vorstehend erörterten Teile der Leitungsführung und des Spannmittels
der Anschaulichkeit halber vergrößert wieder. Die Fig. 4 zeigt die Fahrschiene 2 gemäß
Fig. 1 bis 3 in anschaulicher Schrägansicht von oben, wobei das in den Fig. 1 bis
3 oben gezeichnete Ende der Fahrschiene 2 vorderseitig (unten rechts) zu sehen ist.
Dabei ist eine in den Fig. 1 und 2 insgesamt weggebrochene, tatsächlich aber weitestgehend
geschlossene und von Fahrzeugen mit deren Rädern befahrbare Oberseite 25 der Fahrschiene
2 in Fig. 3 mit nur wenigen Durchbrechungen dargestellt, die einen Blick auf die darunterliegenden
Bauteile erlauben sollen. Letztere sind in den Fig. 5 bis 8 vergrößert wiedergegeben.
Fortgelassen bei dieser Darstellung ist die flexible Leitung 3 und auch das Spannmittel
in Form des elastischen Zugseils 20.
[0026] Die Schrägansichten der Fig. 4 bis 8 lassen insbesondere die Form der Spannrolle
16 (Fig. 7) und der festen Umlenkrollen 17, 18 für die flexible Leitung (Fig. 5) sowie
der festen Umlenkrollen 21, 22 für das elastische Zugseil erkennen. Die umfangseitigen
Laufflächen dieser Rollen sind vertieft, insbesondere gekehlt, ausgeführt, um die
flexible Leitung und das Spannmittel jeweils auf der Rolle geführt zu halten. Damit
ist die Betriebsstellung der Leitung und des Spannmittels abgesichert.
[0027] Auf der anderen Seite ist eine leichte Auswechslung möglich, indem die Leitung und
das Spannmittel bei Überwindung der betriebsgemäßen Vorspannung von der jeweiligen
Rolle entweder in axialer Richtung abgehoben oder aber die in Umfangsrichtung der
Länge nach abgezogen werden. Dabei versteht es sich im baulicher Hinsicht, dass die
festen Umlenkrollen sowohl für die flexible Leitung wie auch für das Spannmittel durch
eine einzelne größere Rolle anstelle des Rollenpaares ersetzt werden könnten, wenn
ein Interesse an einem größeren Umlenkungsradius besteht. In dieser Hinsicht kann
die Spannrolle 16 abweichend von der Darstellung, auch einseitig gelagert und von
der anderen Seite frei zugänglich ausgeführt sein.
[0028] Die vorliegende Bauform ist auch unter dem Gesichtspunkt großer Variabilität in Bezug
auf die Baulängen der Plattform von Interesse, die sich mit Rücksicht auf sehr verschiedene
Fahrzeuglängen bzw. Achsabstände unterschiedlich ergeben kann. Die vorliegende Grundkonstruktion
kann bei unterschiedlichen Baulängen beibehalten werden, da die Proportionen zwischen
Stellbereich des Werkzeugs (Achsheber 4) und Spannweg der Spannrolle 16 auch bei veränderten
Längsabmessungen der Plattform beizubehalten sind und sich lediglich auf die Längen
von flexibler Leitung und Spannmittel auswirken. Bei längeren Plattformen und längeren
Stellwegen steht auch für das Spannmittel 16 und dessen Bewegung mehr an Baulänge
zur Verfügung.
[0029] Eine einheitliche Bauform für ggf. unterschiedlich lange Plattformen ist nicht nur
für die Herstellung solcher Plattformen, sondern vor allem auch für die einfache und
vertraute Handhabung durch deren Benutzer günstig.
1. Plattform (1) für Arbeiten an Kraftfahrzeugen, insbesondere in Form einer Hebebühne,
mit zumindest einem in einer Längsrichtung auf der Plattform (1) innerhalb eines vorgegebenen
Stellbereichs (9) verlagerbaren und über eine nachzuführende flexible Leitung (3)
mit einem Anschluss (11) an der Plattform (1) verbundenen Werkzeug (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3) flach unterhalb der Plattform (1) in einer Schleife (12) mit gegensinnig
etwa parallel verlaufenden Leitungsabschnitten (13, 14) und mit einer Umlenkung (15)
zwischen diesen um zumindest eine lose Spannrolle (16) geführt ist, wobei die Spannrolle
(16) dicht unterhalb der Plattform (1) und mit zur Plattform (1) senkrecht ausgerichteter
Achse liegt und durch ein Spannmittel (20) vorgespannt wird, das die Spannrolle (16)
streckend gegen die Leitungsabschnitte (13, 14) anzieht, und wobei das Spannmittel
(20) mit einem gegenüber dem Stellbereich (9) des Werkzeugs (4) reduzierten Spannweg
ausgelegt ist.
2. Plattform (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3) eine Druckmittelleitung ist.
3. Plattform (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmittelleitung (3) eine Druckluftleitung ist.
4. Plattform (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmittelleitung (3) an ihrem dem Werkzeug (4) abgelegenen Ende mit einem an
der Plattform (1) angeordneten Anschluss (11) angeschlossen ist.
5. Plattform (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3) von der Spannrolle (16) bis zu einem plattformfesten Umlenkbereich
(17, 18) geführt ist, der in Längsrichtung des Stellbereichs (9) hinter diesem liegt.
6. Plattform (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3) im Umlenkbereich (17, 18) über Führungsrollen verläuft.
7. Plattform (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3) zwischen dem Umlenkbereich (17, 18) und dem Werkzeug (4) unterhalb
einer Oberfläche (15) der Plattform (1) verläuft.
8. Plattform (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannmittel (20) ein elastisches Zugseil ist.
9. Plattform (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugseil parallel zur Längsrichtung des Stellbereichs (9) unter der Plattform
(1) verläuft und in einem Endbereich der Plattform (1) über zumindest eine Umlenkrolle
geführt ist.
10. Plattform (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannmittel von der Unterseite der Plattform (1) zugänglich ist.
11. Plattform (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 1o, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattform (1) zwei zueinander parallele Führungsschienen (2) aufweist, zwischen
denen ein Achsheber als Werkzeug (4) parallel zu den Schienen verfahrbar gelagert
ist.
12. Plattform (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleife (12) der Leitung (3) und das Spannmittel (20) unter einer Fahrscheine
(2) angeordnet ist.
13. Plattform (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellbereich (9) des Achshebers (4) aus der Fahrschiene (2) heraus an deren zur
anderen Fahrscheine gelegenen Seite herausgeführt und über einen Leitungsabschnitt
an den Achsheber (4) angeschlossen ist.