[0001] Die Erfindung betrifft eine Baugruppe für eine Brennkammer einer Gasturbine nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Brennkammern einer Gasturbine, insbesondere eines Gasturbinentriebwerks weisen zur
Kühlung sogenannte Brennkammerschindeln auf. Diese Brennkammerschindeln sind regelmäßig
zur Auskleidung eines Flammrohres der Brennkammer vorgesehen. Über die Brennkammerschindel
kann hierbei Luft zum Abkühlen und auch zum Abmagern der Verbrennung und damit zur
Reduktion der NOx-Emissionen in die Brennkammer geleitet werden. Zu diesem Zweck weist
die Brennkammerschindel mindestens ein Mischluftloch auf. Ergänzend ist häufig vorgesehen,
eine Brennkammerschindel mit mehreren, oft bis zu mehreren 1000 sogenannten Effusionskühllöcher
zu versehen, über die die Brennkammerschindel gegenüber den in der Brennkammer herrschenden
hohen Temperaturen gekühlt wird. Gattungsgemäße Baugruppen sind hierbei beispielsweise
aus der
EP 0 972 992 B1 oder der
DE 102 14 570 A1 bekannt.
[0003] In der Praxis werden die einzelnen Brennkammerschindeln durch hieran ausgeformte
Bolzen an einer Brennkammerwand fixiert. Der damit als Stehbolzen ausgebildete Bolzen
einer Brennkammerschindel wird dann an der Brennkammerwand über eine Mutter fixiert.
Häufig werden bei derartigen Ausführungen Vorspannkraftverluste in dem Stehbolzen
durch Kriechen beobachtet. Bei einem integral mit der Brennkammerschindel ausgebildeten
Bolzen ist zudem eine ausreichende Kühlung der Schindel am Ort des Bolzens nicht ohne
weiteres möglich. Darüber hinaus kann etwaigen unterschiedlichen Anforderungen an
die Wärmeleitfähigkeit und Festigkeit und damit an das Herstellungsmaterial des Bolzens
und der Brennkammerschindel selbst nur schwer Rechnung getragen werden, wenn die Brennkammerschindel
über einen integrierten Bolzen an einer Brennkammerwand gelagert wird.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Baugruppe für eine Brennkammer
einer Gasturbine mit wenigstens einer an einer Brennkammerwand der Brennkammer zu
lagernden Brennkammerschindel in dieser Hinsicht zu verbessern und die vorgenannten
Nachteile zu überwinden oder zumindest zu reduzieren.
[0005] Diese Aufgabe wird sowohl mit einer Baugruppe des Anspruchs 1 als auch mit einer
Baugruppe des Anspruchs 12 gelöst.
[0006] Gemäß einem ersten Erfindungsaspekt weist die Baugruppe neben einer Brennkammerschindel
und einem hieran vorzugsweise integral ausgebildeten Lagerelement einen separaten
Bolzen zur Lagerung der Brennkammerschindel an einer Brennkammerwand der Gasturbinenbrennkammer
auf. Das Lagerelement der Brennkammerschindel weist eine Aufnahme auf, in die ein
Bolzenkopf des Bolzens quer zu einer Bolzenlängsachse eingesteckt und hieran formschlüssig
verankert ist. Zur formschlüssigen Verankerung des Bolzenkopfes bildet das Lagerelement
an der Aufnahme einen bezogen auf die Bolzenlängsachse radial vorstehenden Randbereich
aus, der einen Rand des Bolzenkopfes zumindest teilweise umgreift. Erfindungsgemäß
ist nun weiterhin vorgesehen, dass der Bolzenkopf an seiner der Brennkammerschindel
abgewandten Unterseite mindestens eine Kontaktfläche zur Anlage an der Brennkammerwand
und/oder mindestens eine Kontaktfläche zur Anlage an dem Randbereich des Lagerelements,
die geneigt zur Bolzenlängsachse verläuft, ausbildet.
[0007] Die Erfindung geht gemäß ihrem ersten Erfindungsaspekt folglich von dem Grundgedanken
aus, dass ein zur Lagerung der Brennkammerschindel vorgesehener Bolzen über seinen
Bolzenkopf an eine Aufnahme an der Brennkammerschindel eingesteckt werden kann und
hierin dann formschlüssig verankert ist. Dabei ist insbesondere der Rand des Bolzenkopfes,
der von einem Randbereich der Aufnahme an der Brennkammerschindel umgriffen wird,
geometrisch derart gestaltet, dass eine definierte flächige Anlage des Bolzenkopfes
an dem radial vorstehenden Randbereich und/oder direkt an der Brennkammerwand erreicht
ist, wenn die Brennkammerschindel bestimmungsgemäß mittels des Bolzens an der Brennkammerwand
gelagert ist. Der Bolzenkopf weist hierbei folglich an seiner Unterseite keine ebene,
plattenförmige Gestalt auf, sondern weicht von dieser derart ab, dass
- ein Abschnitt des Bolzenkopfes an der Brennkammerwand zur Anlage kommen kann, wenn
die Brennkammerschindel an der Brennkammerwand gelagert ist, und/oder
- ein Abschnitt des Bolzenkopfes entlang einer geneigt zur Bolzenlängsachse verlaufenden
Kontaktfläche an dem radial vorstehenden Randbereich des Lagerelements anliegt.
[0008] So hat sich gezeigt, dass unerwünschte Biegemomente und Querkräfte im Bolzen und
insbesondere am Bolzenkopf vermieden werden können, wenn die Unterseite des Bolzenkopfes
nicht gleichförmig eben und nicht nur in einer senkrecht zur Bolzenlängsachse verlaufenden
Plattenebene ausgebildet ist, sondern hieran Abschnitte mit Kontaktflächen vorgesehen
sind, die zur Bolzenlängsachse geneigt sind und/oder an der Unterseite des Bolzenkopfes
erhaben vorstehen. Während über die Ausbildung des Bolzens als separatem Bauteil eine
verbesserte Kühlung des Bolzens erzielbar ist und das Herstellungsmaterial für die
Brennkammerschindel weitestgehend unabhängig von dem Herstellungsmaterial des Bolzens
gewählt werden kann, ist über die erfindungsgemäß vorgesehene Bolzenkopfgeometrie
eine optimierte formschlüssige Verankerung des Bolzens an der Aufnahme der Brennkammerschindel
und eine höhere Lebensdauer des Bolzens erreicht.
[0009] In einem Ausführungsbeispiel sind an dem Rand des Bolzenkopfes mindestens ein erster
Randabschnitt ausgebildet, der über eine erste Kontaktfläche an dem radial vorstehenden
Randbereich anliegt, und sowie mindestens ein zweiter zu dem ersten Randabschnitt
beabstandeter Randabschnitt, der über eine zweite Kontaktfläche an der Brennkammerwand
anliegt, wenn die Brennkammerschindel bestimmungsgemäß hieran gelagert ist. Derart
kann sich der Bolzenkopf bei einer Fixierung des Bolzens an der Brennkammwand sowohl
direkt gegen die Brennkammerwand als auch gegen den Randbereich des an der Brennkammerschindel
ausgebildeten Lagerelements abstützen, wobei sich der Randbereich ebenfalls direkt
gegen die Brennkammerwand abstützt und hierfür vorzugsweise flächig an der Brennkammerwand
anliegt
[0010] Der Randbereich des Lagerelements ist bevorzugt nicht vollständig um die Bolzenlängsachse
umlaufend ausgebildet, um den Bolzenkopf quer zu seiner Bolzenlängsachse in die Aufnahme
einstecken zu können. Der Randbereich ist folglich zu wenigstens einer Seite hin offen.
Der zweite Randabschnitt des Bolzenkopfes, der die zweite Kontaktfläche zur Anlage
an der Brennkammerwand ausbildet, liegt vorzugsweise an dieser einen offenen Seite
vor, so dass der zweite Abschnitt nicht von dem radial vorstehenden Randbereich umgriffen
ist und ragt in eine von dem Randbereich definierte Aussparung hinein. Indem der vorzugsweise
axial vorstehende, die zweite Kontaktfläche aufweisende Randabschnitt in eine Aussparung
des Randbereichs an dem Lagerelement der Brennkammerschindel hineinragt, kann dann
auch eine Verdrehsicherung für den Bolzenkopf bereitgestellt sein. Hierbei greift
der Randabschnitt formschlüssig in die Aussparung derart ein, so dass hierdurch eine
Drehung des Bolzenkopfes relativ zu dem Randbereich blockiert ist. Beim Aufschrauben
einer Mutter auf einen Bolzenschaft des Bolzens, um die Brennkammerschindel an der
Brennkammerwand zu fixieren, ist der Bolzen derart gegen eine Verdrehung gesichert.
[0011] In einem Ausführungsbeispiel ist der Bolzenkopf an dem wenigstens einen zweiten Randabschnitt
in - bezogen auf die Bolzenlängsachse - axialer Richtung lokal verdickt.
[0012] Ein lokal verdickter Abschnitt weist gegenüber angrenzenden Abschnitten des Bolzenkopfes
eine wenigstens um 15% größere Ausdehnung auf. In einer Ausführungsvariante ist die
Ausdehnung in axialer Richtung etwa doppelt so groß, wie die Ausdehnung angrenzender
Abschnitte des Bolzenkopfes oder einer mittleren Ausdehnung des üblicherweise scheiben-
oder plattenförmigen Bolzenkopfes. Mit anderen Worten ist an dem lokal verdickten
Abschnitt eine Wandstärke des Bolzenkopfes gegenüber einer mittleren Wandstärke des
Bolzenkopfes um wenigstens 15% vergrößert, um eine definierte Anlage dieses lokal
verdickten Abschnitts an der Brennkammerwand und gegebenenfalls eine ausreichend belastbare
Sicherung gegen ein Verdrehen des Bolzen bei der weiteren Montage der Brennkammerschindel
in der Brennkammer zu erreichen. In einer Ausführungsvariante ist die Höhe des lokal
verdickten Abschnitts gegenüber angrenzenden Bolzenkopfabschnitten in etwa um die
Wandstärke des Randbereichs der Aufnahme vergrößert.
[0013] Um den Bolzenkopf lediglich in einem lokalen Bereich definiert zu verdicken, erstreckt
sich der lokal verdickte Abschnitt des Bolzenkopfes mit einer Länge entlang eines
Umfangs des Bolzenkopfes, die höchstens einem 1/3, vorzugweise höchstens einem 1/4
des Gesamtumfangs des Bolzenkopfes entspricht.
[0014] Alternativ oder ergänzend kann der Bolzenkopf an wenigstens einem von dem Randbereich
des Lagerelements umgriffenen Randabschnitt konisch ausgebildet sein. Durch den konischen
Verlauf des Randabschnitts wird eine zur Bolzenlängsachse geneigte Kontaktfläche definiert.
Unter einer zur Bolzenlängsachse geneigten Kontaktfläche wird hierbei eine Fläche
verstanden, die unter einem Winkel von größer oder kleiner 90° zu der Bolzenlängsachse
und damit schräg zu der Bolzenlängsachse verläuft.
[0015] Ein konisch ausgebildeter Randabschnitt des Bolzenkopfes verbreitert sich dabei in
einer Ausführungsvariante in Richtung einer durch den Bolzenkopf definierten und der
Unterseite gegenüberliegenden Stirnseite. Bezogen auf eine Achsrichtung, entlang der
sich an den Bolzenkopf ein Bolzenschaft für die Fixierung der Brennkammerschindel
an der Brennkammerwand anschließt, verjüngt sich folglich ein solcher konischer Randabschnitt.
[0016] In Experimenten und Simulationen hat sich gezeigt, dass für die an dem Bolzen im
Betrieb auftretenden Belastungen eine Ausgestaltung des Bolzenkopfes vorteilhaft sein
kann, bei der der Bolzenkopf bezüglich der Bolzenlängsachse asymmetrisch ausgebildet
ist. Hierbei weist der Bolzenkopf beispielsweise mit Blick entlang der Bolzenlängsachse
eine Grundfläche auf, die durch eine Rechteckfläche und eine sich hieran anschließende
halbkreisförmige Fläche gebildet ist.
[0017] In einer Ausführungsvariante ist an dem Bolzenkopf ein Randabschnitt ausgebildet,
der oder zumindest dessen Kontaktfläche wenigstens in einem Bereich unter einem Winkel
geneigt zu einer Verbindungsrichtung verläuft, entlang der der Bolzenkopf in die Aufnahme
des Lagerelements der Brennkammerschindel eingesteckt ist. Durch den zumindest in
einem Bereich zur Verbindungsrichtung geneigt verlaufenden und hierfür beispielsweise
konisch ausgebildeten Randabschnitt kann beispielsweise das Einführen des Bolzenkopfes
in die Aufnahme erleichtert sein. Des Weiteren kann eine derartige Ausgestaltung des
Randabschnitts gewährleisten, dass der eingesteckte Bolzenkopf in der Aufnahme arretiert
ist, wenn er bestimmungsgemäß eingesteckt wurde.
[0018] Insbesondere zu diesem Zweck kann ergänzend vorgesehen sein, dass der radial vorstehende
Randbereich des Lagerelements einen sich verjüngenden und entlang der Verbindungsrichtung
verlaufenden Kanal für das Einstecken des Bolzenkopfes definiert. Der Grad der Verjüngung
des Kanals kann hierbei mit dem Winkel korrespondieren, unter dem der zumindest eine
Bereich des Randabschnitts geneigt zur Verbindungsrichtung verläuft. Über den sich
verjüngenden Kanal an dem Lagerelement und den schräg verlaufenden Bereich des Randabschnitts
an dem Bolzenkopf wird somit ein Spiel zwischen dem Randabschnitt und dem Randbereich
an dem Kanal reduziert und eine vordefinierte Ausrichtung des Bolzenkopfes innerhalb
der Aufnahme sichergestellt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass insbesondere durch
die geneigt zur Verbindungsrichtung verlaufende Gestaltung eines Randabschnitts des
Bolzenkopfes Querkräfte auf den Bolzenkopf bei der Fixierung der Brennkammerschindel
an der Brennkammerwand reduziert werden können.
[0019] Für die Reduzierung an dem Bolzenkopf auftretender Biegemomente und Querkräfte kann
alternativ oder ergänzend ferner vorgesehen sein, dass an dem Bolzenkopf ein Randabschnitt
mit einer Kontaktfläche zur Anlage an dem radial vorstehenden Randbereich des Lagerelements
ausgebildet ist, wobei diese Kontaktfläche sowohl bezüglich einer ersten Raumrichtung
und der Bolzenlängsachse geneigt verläuft als auch geneigt zu einer zweiten Raumrichtung,
die senkrecht zu der ersten Raumrichtung verläuft. Derart kann die Kontaktfläche beispielsweise
zu allen drei senkrecht zueinander stehenden Raumrichtungen geneigt verlaufen. Eine
derartige Ausgestaltung hat sich insbesondere in Kombination mit einem an seinem Rand
konisch ausgebildeten Bolzenkopf als vorteilhaft erwiesen. Hierbei ist dann zum Beispiel
ein erster konisch ausgebildeter Randabschnitt an einem in Verbindungsrichtung liegenden
vorderen Teil des Bolzenkopfes vorgesehen, wobei dieser vordere Teil z.B. eine halbkreisförmige
Grundfläche mit in Verbindungsrichtung konvex gewölbten Rand aufweist. Der Randabschnitt
mit der geneigt verlaufenden Kontaktfläche ist dann an einem zweiten, rückwärtigen
Teil des Bolzenkopfes vorgesehen und ist in den sich verjüngenden Kanal des Lagerelements
eingeschoben, so dass die geneigte Kontaktfläche des Bolzenkopfrandes an einer infolge
der Verjüngung geneigt verlaufende Innenfläche des Kanals flächig anliegt. Bei der
Montage des Bolzens an die Brennkammerwand ist hierüber ein Ausgleich für Querkräfte
und Biegemomente erreicht, die über den vorderen Teil des Bolzenkopfes und dessen
formschlüssigen Eingriff in die Aufnahme des Lagerelements eingeleitet werden.
[0020] Zur Reduzierung einer Kerbwirkung im Bereich des Übergangs zwischen einem Bolzenschaft
des Bolzens, über den die Brennkammerschindel an der Brennkammerwand gehalten ist,
und dem Bolzenkopf ist vorzugsweise ein konisch ausgebildeter Übergangsbereich vorgesehen.
Der Übergang zwischen dem beispielsweise ein Außengewinde des (Gewinde-) Bolzens tragenden
Bolzenschafts erfolgt somit entlang der Bolzenlängsachse über einen konisch ausgebildeten
und sich damit in Richtung des Bolzenkopfes verbreiterten Abschnitts des Bolzens.
[0021] In diesem Zusammenhang hat sich gezeigt, dass eine Ausbildung der Mantelfläche eines
entsprechend konkav gewölbten Übergangsbereichs mit einem Wölbungsradius im Bereich
von 1,0 bis 3,5 mal dem Durchmesser des Bolzenschaftes für die Dauerfestigkeit des
Bolzens bei der Verwendung in einer Brennkammer eines Gasturbinentriebwerks besonders
vorteilhaft ist.
[0022] Gemäß einem weiteren Erfindungsaspekt ist zur Lösung der gestellten Aufgabe vorgesehen,
dass der formschlüssig an der Aufnahme der Brennkammerschindel gehaltene Bolzenkopf
eine Stirnseite aufweist, die einer Basisfläche der Aufnahme zugewandt ist und an
der eine konkave, zentral bezogen auf einen Bolzenschaft des Bolzens angeordnete Innenwölbung
vorgesehen ist. Die Ausbildung des Bolzenkopfes mit einer konkaven Innenwölbung an
seiner Stirnseite kann dabei selbstverständlich ohne weiteres mit einer Ausbildung
des Bolzenkopfes gemäß dem ersten Erfindungsaspekt kombiniert sein.
[0023] Über die konkave Innenwölbung ist an der Stirnseite des Bolzenkopfes eine gegenüber
der Basisfläche der Aufnahme zurückgesetzte Aussparung gebildet. Diese Aussparung
definiert mit der Basisfläche eine zentrale Luftkammer im Bereich der Verbindung der
Brennkammerschindel mit dem Bolzen. Über diese Luftkammer zwischen Bolzenkopf und
der Oberfläche der Brennkammerschindel ist insbesondere eine verbesserte Kühlung des
Bolzens und/oder der Brennkammerschindel über einen Kühlluftstrom erzielbar. Durch
die konkave Innenwölbung wird hierbei ein Volumen für Kühlluft zur Verfügung gestellt,
dass gegenüber dem Volumen eines Kühlluftspalte vergrößert ist, der zwischen einer
flachen Stirnseite des Bolzenkopfes und einer flachen Basisfläche der Aufnahme definiert
würde.
[0024] Die zentrale konkave Innenwölbung kann im Querschnitt einen Wölbungsradius aufweisen,
der mindestens einem Sechstel einer mittleren Breite des Bolzenkopfes quer zur Bolzenlängsachse
entspricht. Hierdurch wird erreicht, dass die Innenwölbung und die hierüber definierte
Luftkammer einen wesentlichen Teil der Stirnseite des Bolzenkopfes einnehmen. Es kann
auch vorgesehen sein, dass die konkave Innenwölbung im Querschnitt einen Wölbungsradius
aufweist, der mindestens der Hälfte des Durchmessers eines Bolzenschaftes des Bolzens
entspricht, über den die Brennkammerschindel an der Brennkammerwand gehalten ist.
Die konkave Innenwölbung ist insbesondere hierbei vorzugsweise in Verlängerung des
Bolzenschaftes an der Stirnseite des Bolzenkopfes vorgesehen und befindet sich damit
im bestimmungsgemäß montierten Zustand der Brennkammerschindel unterhalb des Bolzenschaftes.
[0025] Die Innenwölbung ist in einer Ausführungsvariante im Querschnitt durch zwei konvexe
Auswölbungen berandet, die in Richtung der Basisfläche vorstehen. Durch die konvexen
Auswölbungen wird eine Reduktion der Spannungen im Übergangsbereich von Bolzenschaft
zu Bolzenkopf erreicht. Hierbei können die im Querschnitt ersichtlichen zwei konvexen
Auswölbungen durch einen an der Stirnseite umlaufenden und erhaben vorstehenden Kragen
oder Kranz gebildet sein. Ein solcher vorstehender Kragen verläuft dann beispielsweise
kreisringförmig an der Stirnseite des Bolzenkopfes.
[0026] Im Übrigen kann vorgesehen sein, dass die Brennkammerschindel, insbesondere das Lagerelement
mit mindestens einer Öffnung für einen Kühlluftstrom versehen ist. Die mindestens
eine Öffnung kann hierbei an einer Basisfläche der Aufnahme und/oder einer hiervon
vorstehenden Seitenwandungen der Aufnahme für den Bolzenkopf vorgesehen sein. In einer
hierauf basierenden Weiterbildung sind beispielsweise mehrere Effusionskühllöcher
an dem Lagerelement, insbesondere im Bereich der Basisfläche vorgesehen.
[0027] Alternativ oder ergänzend kann der Bolzen mit mindestens einer Durchgangsöffnung
oder einem Durchgangskanal für die Zuführung von Kühlluft an den Bolzenkopf und/oder
die Brennkammerschindel ausgebildet sein. Eine Durchgangsöffnung oder ein Durchgangskanal
ist hierbei vorzugsweise zentrisch bezogen auf die Bolzenlängsachse an einem Bolzenschaft
und/oder dem Bolzenkopf ausgebildet.
[0028] Der Bolzen kann als Pressteil oder mittels Metall-Pulverspritzgießen hergestellt
sein oder mittels eines additiven Fertigungsverfahrens wie Selective Laser Sintering,
Direct Laser Depositioning oder mithilfe von Laserauftragsschweißen hergestellt sein.
Gleiches gilt grundsätzlich für das Lagerelement der Brennkammerschindel wie auch
die Brennkammerschindel selbst.
[0029] Gleichwohl die erfindungsgemäße Baugruppe in beliebig ausgestalteten Gasturbinen
mit einer Brennkammer Verwendung finden kann, sieht eine bevorzugte Variante die Verwendung
in einem Gasturbinentriebwerk vor. Die Baugruppe mit der Brennkammerschindel und dem
Bolzen zur Lagerung der Brennkammerschindel kann hierbei insbesondere in einem Flammrohr
einer Brennkammer Verwendung finden.
[0030] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden bei der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren deutlich werden.
[0031] Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Schnittdarstellung eines Gasturbinentriebwerks, in dem eine erfindungsgemäße
Baugruppe zum Einsatz kommt;
- Figur 2
- eine schematische Schnittdarstellung einer Brennkammer des Gasturbinentriebwerks der
Figur 1;
- Figur 3
- ausschnittsweise eine Draufsicht einer innerhalb eines Flammrohrs der Brennkammer
der Figur 2 verwendeten Brennkammerschindel;
- Figuren 4A und 4B
- schematisch Schnittdarstellungen zur Veranschaulichung aus dem Stand der Technik bekannter
Fixierungen der Brennkammerschindel an einer Brennkammerwand für das Flammrohr;
- Figur 5A
- eine geschnittene Darstellung eines Bolzens einer ersten Ausführungsvariante einer
erfindungsgemäßen Baugruppe für die Lagerung einer Brennkammerschindel;
- Figur 5B
- eine perspektivische Ansicht eines Lagerelements einer Brennkammerschindel des ersten
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Baugruppe, das eine Aufnahme für einen
Bolzenkopf des Bolzens der Figur 5A ausbildet;
- Figur 6A
- ausschnittsweise eine geschnittene Darstellung eines Bolzens einer zweiten Ausführungsvariante
einer erfindungsgemäßen Baugruppe, der einen an seinen Rändern konisch ausgebildeten
Bolzenkopf aufweist;
- Figur 6B
- eine Schnittdarstellung des Lagerelements für den Bolzenkopf der Figur 6A;
- Figuren 6C bis 6E
- verschiedene Darstellungen des Bolzens gemäß der zweiten Ausführungsvariante;
- Figur 6F
- ausschnittsweise und in perspektivischer Ansicht mit Blick in das Innere der Aufnahme
das Lagerelement der Figur 6B.
[0032] In der Figur 1 ist in Schnittdarstellung schematisch ein Gasturbinentriebwerk T gezeigt,
das unter anderem einen Brennkammerabschnitt 15 mit einer Brennkammer aufweist, die
eine erfindungsgemäß ausgestattete Baugruppe enthält. Das Gasturbinentriebwerk T ist
ansonsten in an sich bekannter Weise ausgebildet und umfasst entlang einer Triebwerksachse
1 hintereinander angeordnet unter anderem einen Lufteinlass 11, einen in einem Triebwerksgehäuse
umlaufenden Fan 12, einen Mitteldruckverdichter 13 und einen Hochdruckverdichter 14.
An den Hochdruckverdichter 14 schließt sich der Brennkammerabschnitt 15 an, auf den
entlang der Triebwerksachse 1 eine Hochdruckturbine 16, eine Mitteldruckturbine 17
und eine Niederdruckturbine 18 folgen. Aus der Niederdruckturbine 18 strömt Abgas
über eine Abgasdüse 19 am Ende des Gasturbinentriebwerks T nach außen.
[0033] Der Mitteldruckverdichter 13 und der Hochdruckverdichter 14 einer Verdichtereinheit
des Gasturbinentriebwerks T umfassen jeweils mehrere Stufen, von denen jede eine in
Umfangsrichtung verlaufende Anordnung fester stationärer Leitschaufeln 20 aufweist.
Diese Leitschaufeln 20 werden häufig auch als Statorschaufeln bezeichnet und stehen
radial nach innen von einem Kerngehäuse 21 in einen ringförmigen Strömungskanal der
Verdichter 13 und 14 vor. Die Verdichter 13 und 14 weisen ferner mehrere Verdichterlaufschaufeln
22 auf, die radial nach außen von einer drehbaren Verdichtertrommel oder -scheibe
26 vorstehen. Diese Verdichtertrommel oder -scheibe 26 ist mit einer Turbinenrotornabe
27 einer durch die Hochdruckturbine 16, die Mitteldruckturbine 17 und die Niederdruckturbine
18 gebildeten Turbineneinheit gekoppelt. An die Verdichterstufen des Gasturbinentriebwerks
T mit dem Mitteldruckverdichter 13 und dem Hochdruckverdichter 14 schließt sich der
Brennkammerabschnitt 15 an, in dem die Antriebsenergie zum Antreiben der Turbinenstufen
der Turbinen 16, 17 und 18 erzeugt wird. Auch bei den Turbinen 16, 17 und 18 sind
jeweils feste Leitschaufeln 23 vorgesehen. Diese stehen an dem Kerngehäuse 21 radial
nach innen in einen ringförmigen Strömungskanal der Turbinen 16, 17 und 18 vor. Ferner
sind an der Turbinenrotornabe 27 radial nach außen vorstehende Turbinenlaufschaufeln
24 vorgesehen.
[0034] Im Betrieb drehen sich die Verdichtertrommel oder -scheibe 26 mit den hieran festgelegten
Verdichterlaufschaufeln 22 sowie die Turbinenrotornabe 27 mit den hieran festgelegten
Turbinenlaufschaufeln 24 um die Triebwerksachse 1. Über eine Welle 25 wird hierbei
ein an den Turbinenlaufschaufeln 24 erzeugtes Drehmoment an den Fan 12 übertragen,
um diesen anzutreiben und einen Luftstrom entlang einer Eintrittsrichtung A in das
Gasturbinentriebwerk 1 einzusaugen. Die eingesaugte Luft wird hierbei in bekannter
Weise in einen Primärluftstrom und einen Sekundärluftstrom aufgeteilt, um insbesondere
aus dem Sekundärluftstrom den Großteil des Gesamtschubs zu gewinnen. Der Sekundärluftstrom
wird außen an dem Kerngehäuse 21 vorbeigeführt, in dem die Verdichter 13 und 14, der
Brennkammerabschnitt 15 sowie die Turbinen 16, 17 und 18 angeordnet sind. Hierbei
wird der Sekundärluftstrom in einem Bypasskanal 10 entlang der Triebwerksachse 1 an
dem Kerngehäuse 21 vorbeigeleitet. Der Primärluftstrom wird demgegenüber zu den Verdichtern
13 und 14 und anschließend in die Brennkammer des Brennkammerabschnitts 15 geleitet.
[0035] In der Schnittdarstellung der Figur 2 ist eine Ausgestaltung einer Brennkammer 3
dieses Brennkammerabschnitts 15 dargestellt. Die Brennkammer 3 umfasst hierbei unter
anderem eine Treibstoffdüse 29, welche in einem Brennkammerkopf gehalten ist. Über
die Treibstoffdüse 29 wird Treibstoff in ein Flammenrohr 300 der Brennkammer 3 eingespritzt,
das den Brennraum der Brennkammer 3 definiert. Dieses Flammenrohr 300 ist in einem
Hohlraum untergebracht, der durch ein Brennkammeraußengehäuse 30 und ein Brennkammerinnengehäuse
31 der Brennkammer 3 definiert ist. Die Abgase des innerhalb des Brennraums des Flammenrohrs
300 entzündeten Gemisches gelangen über eine Turbinenvorleitreihe 33 zu der Hochdruckturbine
16, um die Turbinenstufen in Drehung zu versetzen. Der Brennraum des Flammenrohrs
300 ist durch eine Brennkammerwand 32 der Brennkammer 3 begrenzt, an der innenseitig
Brennkammerschindeln 34 angeordnet sind. Die Brennkammerwand 32 umschließt somit den
Brennraum der Brennkammer 3 und trägt die Brennkammerschindeln 34, mit denen die Brennkammerwand
32 ausgekleidet ist, um eine zusätzliche Kühlung zu ermöglichen und den innerhalb
des Brennraumes herrschenden hohen Temperaturen standzuhalten.
[0036] Die Brennkammerschindeln 34 sind hier jeweils über einen oder mehrere Bolzen 4 an
der Brennkammerwand 32 gehalten. Jeder Bolzen 4 durchgreift hierbei eine Öffnung an
der Brennkammerwand 32 und ist an der Brennkammerwand 32 über jeweils eine Mutter
6 fixiert. Über mehrere an einer Brennkammerschindel 34 entsprechend der Figur 3 vorgesehene
Effusionskühllöcher 340 ist eine Kühlung der jeweiligen Brennkammerschindel 34 ermöglicht.
Zudem kann eine Brennkammerschindel 34 wenigstens ein Zumischloch 35 aufweisen, über
das Luft aus einem das Flammenrohr 300 umgebenden Außenraum in den Brennraum einströmen
kann. Die über ein Zumischloch 35 strömende Luft dient dabei dem Abkühlen und/oder
dem Abmagern der Verbrennung.
[0037] Der das Flammenrohr 300 umgebende Außenraum, zum Beispiel in Form eines Ringkanals,
bildet dabei eine Luftzuführung 36 für die Zumischlöcher 35 und die Effusionskühllöcher
340 aus. Entlang einer Zuströmrichtung Z in die Brennkammer 3 einströmende Luft wird
hierbei im Bereich der Treibstoffdüse 29 über einen haubenartig ausgestalteten Abschnitt
in einen primären Luftstrom für den Brennraum des Flammenrohrs 300 und einen sekundären
Luftstrom für den das 300 Flammenrohr umgebenden Außenraum mit der Luftzuführung 36
aufgeteilt. Die Luft strömt hierbei üblicherweise über einen Diffusor (in Figur 2
nicht dargestellt) in die Brennkammer 3 ein.
[0038] Die Fixierung der Brennkammerschindel 34 an der Brennkammeraußenwand 32 erfolgte
bisher regelmäßig über integral mit einer Brennkammerschindel 34 ausgebildete Bolzen
4, wie dies exemplarisch in den Figuren 4A und 4B in geschnittener Darstellung veranschaulicht
ist. Ein an der Innenseite der Brennkammerschindel 34 ausgebildeter Bolzenschaft 40
eines Bolzens 4 weist dabei an seinem oberen Ende ein Gewinde 42 auf. Indem der Bolzenschaft
40 durch eine Öffnung an der Brennkammerwand 32 hindurchgreift und von außen eine
Mutter 6 aufgeschraubt wird, wird die Brennkammerschindel 34 bestimmungsgemäß an der
Brennkammerwand 32 gelagert, sodass sie sich innen gegen die Brennkammerwand 32 über
eine Abstützung 341 der Brennkammerschindel 34 abstützt.
[0039] Die Herstellung einer Brennkammerschindel 34 erfolgt üblicherweise insbesondere durch
Gießen und Aufbringen einer keramischen Beschichtung oder durch additive Fertigungsverfahren,
wie zum Beispiel Selective Laser Sintering, Direct Laser Depositioning oder mittels
Elektronenstrahlauftragsschweißen. Ein an der Brennkammerschindel 34 integral ausgebildeter
Bolzen 4 erschwert aber vor allem die Herstellung mittels additiver Fertigungsverfahren.
Ferner werden im Betrieb häufig Probleme infolge Kriechen des Materials beobachtet,
die zum Versagen des Bolzens 4 und damit zum Verlust der Brennkammerschindel 34 führen
können. Hier schafft die erfindungsgemäße Lösung Abhilfe, zu der exemplarische Ausführungsbeispiele
mit den Figuren 5A bis 5B und 6A bis 6F nachfolgend näher beschrieben werden.
[0040] Beiden Varianten der Figuren 5A bis 5B und 6A bis 6F ist hierbei gemein, dass der
Bolzen 4 als separates Bauteil ausgebildet ist und in eine Aufnahme 50 eines Lagerelements
5 an der Brennkammerschindel 34 eingesteckt und hierin formschlüssig verankert ist.
Der Bolzen 4 bildet hierbei jeweils einen scheibenförmigen Bolzenkopf 41 aus, der
in die Aufnahme 50 an der Brennkammerschindel 34 entlang einer Verbindungsrichtung
V, die quer zu einer Bolzenlängsachse M verläuft, einsteckbar ist. Die Aufnahme 50
des an der Brennkammerschindel 34 einstückig ausgeformten Lagerelements 5 ist hierfür
taschenförmig ausgebildet und zu einer Querseite hin offen, sodass der Bolzenkopf
41 eines Bolzens 4 entlang der Verbindungsrichtung V hierin eingeschoben und formschlüssig
in der Aufnahme 50 gehalten werden kann. Zur formschlüssigen Sicherung des Bolzenkopfes
41 an der Aufnahme 50 bildet das Lagerelement 5 dabei im Wesentlichen radial vorstehende,
stegförmige Randbereiche 51 aus, die den in die Aufnahme 50 eingesteckten Bolzenkopf
41 randseitig umgreifen.
[0041] Im Ausführungsbeispiel der Figuren 5A und 5B ist der Bolzenkopf 41 scheibenförmig
und asymmetrisch zu Bolzenlängsachse M ausgebildet. An einem in Verbindungsrichtung
V liegenden vorderen Teil weist der Bolzenkopf 41 eine halbkreisförmige Grundfläche
auf, während ein rückwärtiger Teil des Bolzenkopfes 41, an dem der Bolzenschaft 40
vorsteht, eine rechteckförmige Grundfläche aufweist.
[0042] Der scheibenförmige Bolzenkopf 41 ist an seinem rückwärtigen Teil mit einem Aufbau
46 versehen, der an einer Unterseite des Bolzenkopfes 41 eine lokale Verdickung eines
Randabschnittes des Bolzenkopfes 41 definiert. Über diesen Aufbau 46 ist eine Wandstärke
des Bolzenkopfes 41 lokal erhöht und zwar in einem Bereich, an dem der Rand des Bolzenkopfes
41 nicht von dem radial vorstehenden Randbereich 51 des Lagerelements 5 umgriffen
wird und über (erste) Kontaktflächen an dem Randbereich 51 innen anliegen kann. So
ist der Aufbau 46 an einem bezogen auf die Verbindungsrichtung V rückwärtigen Teil
des Bolzenkopfes 41 vorgesehen, der an der offenen Seite der taschenförmigen Aufnahme
50 vorliegt, wenn der Bolzen 4 hierin bestimmungsgemäß eingesteckt ist. Die Höhe des
Aufbaus 46 ist dabei so bemessen, dass der Aufbau 46 mit dem Randbereich 51 des Lagerelements
5 abschließt und damit der Bolzenkopf 41 direkt über eine (zweite) Kontaktfläche 460
an der Brennkammerwand 32 anliegen kann, wenn die Mutter 6 auf den Bolzenschaft 40
aufgeschraubt wird, um die Brennkammerschindel 34 an der Brennkammerwand 32 zu fixieren.
Der Bolzenkopf 41 kann damit einerseits über den Aufbau 46 lokal unmittelbar an der
Brennkammerwand 32 anliegen und sich andererseits über vorliegend mehr als 60%, z.B.
ca. 70% bis 80 % seines Gesamtumfangs an dem Randbereich 51 des Lagerelements 5 abstützen.
Vorliegend ist der Aufbau 46 in etwa so dick wie der Randbereich 51.
[0043] Bei bestimmungsgemäßer Lagerung an der Brennkammerwand 32 liegt der in der Draufsicht
U-förmige Randbereich 51 sowie der Aufbau 46 jeweils flächig an der Brennkammerwand
32 an. Auf diese Weise wird vermieden, dass der Bolzenkopf 41 beim Anziehen der Mutter
6 innerhalb der Aufnahme 50 verspannt wird und durch die Montage unerwünschte Biegemomente
erfährt, die letztlich im Betrieb des Gasturbinentriebwerks T zu einem Versagen des
Bolzens 4 führen. Über den Aufbau 46 an dem Bolzenkopf 41 ist der Bolzen 4 ferner
auch gegen eine Drehung relativ zu dem Lagerelement 5 gesichert, wenn der Bolzenkopf
41 in die Aufnahme 50 eingesteckt ist. Hierfür ist der Aufbau 46 so breit ausgebildet,
dass er von dem quer zur Bolzenlängsachse M gegenüberliegenden radial vorstehenden
Randbereichen 51 des Lagerelements 5 eingefasst ist. Der Aufbau 46 liegt folglich
quer zur Bolzenlängsachse M an sich gegenüberliegenden Stellen an dem Randbereich
51 an oder kommt zumindest hiermit in Anlage, um eine Drehung des Bolzens 4 um die
Bolzenlängsachse M zu blockieren. Derart verbleibt der Bolzen 4 in einer definierten
Position relativ zu der Brennkammerschindel 34, wenn diese an die Brennkammerwand
32 montiert und die Mutter 6 an den Bolzenschaft 40 geschraubt wird. Über den Aufbau
46 ist somit eine Verdrehsicherung integral an dem Bolzenkopf 41 ausgebildet.
[0044] Die Aufnahme 50 weist weiterhin eine Basisfläche 500 auf, oberhalb der sich der im
Wesentlich radial vorstehende und teilweise um die Bolzenlängsachse M umlaufende Randbereich
51 des Lagerelements 5 erstreckt. Dieser Basisfläche 500 an der Oberfläche der Brennkammerschindel
34 ist eine Stirnseite 410 des Bolzenkopfes 41 zugewandt, wenn der Bolzenkopf 41 bestimmungsgemäß
in die Aufnahme 50 eingesteckt ist. Um hierbei zwischen der Stirnseite 410 und der
Basisfläche 500 eine Luftkammer mit einem vergleichsweise großen Volumen für die Durchströmung
mit Kühlluft vorzusehen, ist die Stirnseite 410 nicht flach ausgebildet, sondern mit
einer konkaven vorzugsweise zentral bezogen auf den Bolzenschaft 40 angeordneten Innenwölbung
43. Die konkave Innenwölbung 42 weist hierbei einen Innenradius auf, der im Wesentlichen
dem Radius des kreiszylindrisch ausgebildeten Bolzenschaftes 40 entspricht.
[0045] Eingerahmt wird die konkave Innenwölbung 43 durch einen an der Stirnseite 410 kreisringförmig
erhaben vorstehenden Kragen. Von diesem Kragen an der Stirnseite 410 des Bolzenkopfes
41 sind in der Schnittdarstellung der Figur 5A zwei quer zur Bolzenlängsachse M zueinander
beabstandete konvexe Auswölbungen 44 ersichtlich. Der die konkave Innenwölbung 43
einfassende Kragen ist somit wulstartig ausgebildet. In radialer Richtung oder Querrichtung
schließt sich an diesen Kragen jeweils ein äußerer Rand 45 des Bolzenkopfes 41 an.
Derart ist der die konkave Innenwölbung 43 einfassende wulstartig ausgebildete Kragen
in radialer Richtung zu dem äußersten Rand 45 des Bolzenkopfes 41 beabstandet. Über
den wulstartig ausgebildeten Kragen an der Stirnseite des Bolzenkopfes 41 werden Spannungen
in einem Übergangsbereich 411 zwischen dem Bolzenschaft 40 und dem Bolzenkopf 41 reduziert.
Die Dicke des Kragens ist hierbei derart bemessen, dass weiterhin ein Spalt für Kühlluft
zwischen diesem Kragen und der Basisfläche 500 verbleibt, wenn der Bolzenkopf 41 bestimmungsgemäß
in die Aufnahme 50 eingesteckt ist und die Brennkammerschindel 34 bestimmungsgemäß
montiert ist.
[0046] Für einen Kühlluftstrom zur Brennkammerschindel 34 ist ferner an einer in axialer
Richtung vorspringenden Seitenwand der Aufnahme 50 eine Aussparung 501 vorgesehen.
Über die Aussparung 501 kann eine Kühlluftströmung an eine dem Brennraum abgewandte
Außenseite der Brennkammerschindel 34 geleitet werden. Diese Kühlluftströmung kann
beispielsweise durch einen in dem Bolzenschaft 40 gebildeten Durchgangskanal (in der
Figur 5A nicht dargestellt) an das Lagerelement 5 geleitet werden (vgl. auch Figur
6D).
[0047] Der Bolzen 4 der Ausführungsvariante der Figuren 5A und 5B (wie auch der Bolzen 4
der Variante der Figuren 6A bis 6F) ist ferner im Bereich des Übergangs zwischen dem
Bolzenschaft 40 und dem Bolzenkopf 41 optimiert, sodass in diesem Bereich kein erhöhtes
Versagensrisiko infolge einer etwaigen Kerbwirkung vorliegt. So ist hier ein konisch
ausgestalteter Übergangsbereich 411 zwischen dem Bolzenschaft 40 und dem Bolzenkopf
41 vorgesehen. Dieser konische Übergangsbereich 410 weist eine konkave Wölbung mit
einem Wölbungsradius R40 auf. Dieser Wölbungsradius R40 entspricht vorliegend im Wesentlichen
dem Radius des kreiszylindrischen Bolzenschaftes 40. Der formoptimierte Übergangsbereich
410 kann dabei aber eine von einem Kreisring abweichende Kontur aufweisen.
[0048] Bei dem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 6A bis 6F ist eine von der
Variante der Figuren 5A und 5B abweichende Gestaltung des Bolzenkopfes 41 sowie der
Aufnahme 50 an der Brennkammerschindel 34 gewählt worden. Wie insbesondere anhand
der Schnittdarstellungen des Bolzenkopfes 41 und des Lagerelements 5 in den Figuren
6A und 6B ersichtlich ist, weist hier der Rand des Bolzenkopfes 41, der in der Aufnahme
50 formschlüssig von dem Randbereich 51 des Lagerelements 5 umgriffen ist, eine konische
Form auf. Der Rand des Bolzenkopfes 41 verbreitert sich hier folglich in Richtung
seiner Stirnseite 41 kontinuierlich bzw. verjüngt sich in Richtung des Bolzenschaftes
40. Hiermit korrespondierend bildet der Randbereich 51 des Lagerelements 5 konisch
verlaufende Kontaktflächen für die Anlage des von ihm umgriffenen Randes des Bolzenkopfes
41 aus. Die zur formschlüssigen Verankerung des Bolzens 4 an dem Lagerelement 5 vorgesehenen
Ränder des Bolzenkopfes 41 bilden somit Kontaktflächen aus, die sich nicht nur in
einer senkrecht zur Bolzenlängsachse M verlaufenden flachen Ebene erstrecken. Vielmehr
sind die für die Anlage an dem Randbereich 51 des Lagerelements 5 vorgesehenen Kontaktflächen
des Bolzenkopfes 41 zur Bolzenlängsachse M geneigt ausgebildet, und zwar geneigt in
Richtung der Basisfläche 500 der Aufnahme 50.
[0049] Des Weiteren weist der Bolzenkopf 41 eine gegenüber der Ausführungsvariante der Figuren
5A und 5B vergrößerte konkave Innenwölbung 43 an seiner der Basisfläche 500 zugewandten
Stirnseite 410 auf. So überstreicht die Innenwölbung 43 hier im Querschnitt nahezu
die gesamte Breite des Bolzenkopfes 41. Ein Wölbungsradius R43 der konkaven Innenwölbung
ist beispielsweise mehr als doppelt so groß wie der Radius des kreiszylindrischen
Bolzenschaftes 40. In Kombination mit der konischen Ausbildung des Randes des Bolzenkopfes
41 wird hierüber eine vergleichsweise schmale Auflage 41 an der Basisfläche 500 der
Aufnahme 50 erreicht. Ferner wird hierüber der Bolzenkopf 41 innerhalb der Aufnahme
50 bereits beim Einstecken ausgerichtet, sodass der Bolzenkopf 41 insbesondere nach
der Montage der Brennkammerschindel 34 an die Brennkammerwand 32 flächig an der dem
Randbereich 51 des Lagerelements 5 anliegt. So wird über die konusförmige Gestaltung
des Randes des Bolzenkopfes 41 eine Selbstzentrierung des Bolzenkopfes 41 innerhalb
der Aufnahme 50 erreicht, wenn der Bolzenkopf 41 entlang der Verbindungsrichtung V
und damit quer zur Bolzenlängsachse in die Aufnahme 50 eingesteckt wird.
[0050] Zur Optimierung des Kraftverlaufs und der Reduzierung unerwünschter Querkräfte und
Biegemomente ist auch die Form der Aufnahme 50 und des Randbereichs 51 des Lagerelements
5 alternativ ausgestaltet. So weist der Randbereich ineinander übergehende konkave
und konvexe Bereiche mit in etwa übereinstimmenden Radien ra, r
i auf. Ferner weisen die im Wesentlichen radial vorstehenden Randbereiche 51 des Lagerelements
5 eine sich ausgehend von der Basisfläche 500 ändernde Wandstärke d1, d2 auf. Dabei
ist eine Wandstärke d2 des Randbereichs 51 im Bereich der Anlage des konischen Randes
des Bolzenkopfes 41 gegenüber einer Wandstärke d1 in einem Basisflächen 500 nahen
Bereich erhöht, um hier eine größere Festigkeit zu gewährleisten.
[0051] Wie insbesondere aus den Figuren 6D und 6E ersichtlich ist, ist in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel der Bolzenkopf 41 mit einer Grundfläche ausgebildet, die durch
eine Rechteckform mit sich daran anschließendem Halbkreis gebildet ist. Der Halbkreis
mit einem Radius Ra liegt dabei an einer in Verbindungsrichtung V vorderen Seite des
Bolzenkopfes 41 vor, die vollständig von dem Randbereich 51 des Lagerelements 5 umgriffen
ist, wenn der Bolzenkopf 41 bestimmungsgemäß in die taschenförmige Aufnahme 50 eingesteckt
ist. Der Radius Ra des vorderen Halbkreises der Grundfläche entspricht der Hälfte
einer Breite b der Rechteckform. Das durch die halbkreisförmige Grundfläche definierte,
in Verbindungsrichtung V liegende Ende des Bolzenkopfes 41 ist dabei gegenüber dem
rückwärtigen Ende mit der rechteckförmigen Grundfläche auskragend ausgeführt, indem
der Mittelpunkt des vorderen Halbkreises zur Bolzenlängsachse M in Verbindungsrichtung
V versetzt ist. Die sich entlang der Verbindungsrichtung V erstreckende Länge a der
Rechteckform ist ferner kleiner als deren Breite b und der Radius Ra des Halbkreises.
[0052] Die einzelnen Teile der Grundfläche des Bolzenkopfes 41 definieren unterschiedliche
Randabschnitte 41 a und 41 b, die von dem Randbereich 51 des Lagerelements 5 bei eingestecktem
Bolzenkopf 41 umgriffen sind und über Kontaktflächen 412 innen an dem Randbereich
51 anliegen, wenn die Brennkammerschindel 34 an der Brennkammerwand 32 gelagert ist.
Während ein erster Randabschnitt 41a entlang einer Kreislinie an der Vorderseite des
Bolzenkopfes 41 ausgebildet ist, verlaufen die Randabschnitte 41 b mit der Länge a
entlang der Verbindungsrichtung V. Über die damit gegebene asymmetrische Ausgestaltung
des Bolzenkopfes 41 bezüglich der Bolzenlängsachse M ist der in die Aufnahme 50 eingesteckte
Bolzenkopf 41 gegen eine Verdrehung um die Bolzenlängsachse M gesichert, wenn die
Mutter 6 aufgeschraubt wird.
[0053] Die beiden Randabschnitte 41b des Bolzenkopfes 41, die sich längs der Verbindungsrichtung
V erstrecken, gliedern sich vorliegend jeweils in zwei Teilbereiche 41 ba und 41 bb.
Der Teilbereich 41 bb liegt zwischen dem Teilbereich 41 ba und dem vorderen Randabschnitt
41a. Dieser Teilbereich 41bb ist konisch und sich zur Stirnseite des Bolzenkopfes
41 verbreiternd ausgebildet. Der bezogen auf die Verbindungsrichtung V rückwärtige
Teilbereich 41 ba ist zusätzlich um einen Winkel α
4 zur Verbindungsrichtung V geneigt. In dem Teilbereich 41 ba bildet der Randabschnitt
41 b somit eine Kontaktfläche 412 zur Anlage an dem im Wesentlichen radial vorstehenden
Randbereich 51 des Lagerelements 5 aus, die sowohl bezüglich einer mit der Verbindungsrichtung
V zusammenfallenden ersten Raumrichtung x und der Bolzenlängsachse M geneigt verläuft
als auch geneigt zu einer zweiten Raumrichtung y, die senkrecht zu der ersten Raumrichtung
x und der Verbindungsrichtung V verläuft. Diese komplexe Formgebung des Randabschnitts
41 b an dem Teilbereich 41 ba, die insbesondere mit Blick auf die Figur 6C veranschaulicht
ist, gleicht zumindest teilweise die Konusform an der Vorderseite des Bolzenkopfes
41 aus, um auf den Bolzenkopf 41 einwirkende Querkräfte in Folge der Fixierung an
der Brennkammerwand 32 zu reduzieren.
[0054] An dem Randbereich 51 des Lagerelements 5 ist ferner ein mit der Geometrie des Teilbereichs
41 ba korrespondierender Kanal ausgebildet. Dieser Kanal verjüngt sich entgegengesetzt
zur Verbindungsrichtung V bzw. verbreitert sich in Verbindungsrichtung V und stellt
damit eine definierte flächige Anlage an dem Randbereich 51 der in zweifacher Hinsicht
schräg verlaufenden Kontaktfläche 412 des Teilbereichs 41 ba sicher, wenn der Bolzenkopf
41 in die Aufnahme 50 eingesteckt ist. Zur Ausbildung des sich entgegengesetzt zur
Verbindungsrichtung V verjüngenden Kanals weist der Randbereich 51 stegartig vorspringende
Bereiche 51 a, 51 b auf, deren Wandstärke sich entlang der Verbindungsrichtung V von
einem Maximalwert d3 zu einem Minimalwert d4 kontinuierlich verringert. Durch die
sich kontinuierlich ändernde Wandstärke verläuft bezogen auf die Verbindungsrichtung
V rückwärtige Abschnitt des Kanals unter einem Winkel α
5 zu der Verbindungsrichtung V, wobei dieser Winkel α
5 im Wesentlichen dem Winkel α
4 an dem rückwärtigen Teilbereich 41 ba des Bolzenkopfes 41 entspricht. Entlang der
Verbindungsrichtung V aneinander anschließende stegartig vorspringende Bereiche des
Randbereichs 51 weisen somit einerseits in einem rückwärtigen Teil eine sich verändernde
Wandstärke für die Definition des sich verbreiternden Kanals und den Umgriff des hinteren
oder rückwärtigen Randabschnitts 41 b des Bolzenkopfes 41 und andererseits in einem
vorderen Teil eine gleichbleibende Wandstärke d4 für den Umgriff des vorderen Randabschnitts
41a des Bolzenkopfes 41 auf.
[0055] Derart ist über das Zusammenspiel des Randbereichs 51 und des durch ihn definierten
Kanals, in den ein Rand des Bolzenkopfes 41 eingeschoben wird, mit dem Randabschnitt
41b des Bolzenkopfes 41, der unterschiedlich bezüglich der Verbindungsrichtung V ausgerichtete
Kontaktflächen 412 ausbildet, nicht nur eine Zentrierung des Bolzenkopfes 41 innerhalb
der Aufnahme 50 beim Einstecken des Bolzenkopfes 41 erreicht. Vielmehr ist hierüber
auch eine definierte Ausrichtung des Bolzenkopfes 41 in axialer Richtung und eine
definierte Anlage an einer Innenseite des nicht vollständig umlaufenden Randbereichs
51 des Lagerelements 5 erreicht, wenn die Brennkammerschindel 34 über den Bolzen 4
an der Brennkammerwand 32 festgelegt wird.
[0056] Obwohl dies in den 6A bis 6F nicht dargestellt ist, kann in einer Weiterbildung auch
hier vorgesehen sein, dass der Bolzenkopf 41 an einem bezogen auf die Verbindungsrichtung
V hinteren Bereich seines Randes eine lokale Aufdickung aufweist, um ein bei der Montage
auftretendes Biegemoment weiter zu reduzieren und eine zusätzliche Sicherung gegen
eine Verdrehung des Bolzens 4 beim Anbringen der Mutter 6 bereitzustellen.
[0057] Ferner kann alternativ oder ergänzend auch eine Bolzenunterlegscheibe mit konischer
Kontaktfläche zur Rückgewinnung verlorener Bolzenvorspannung durch Kriechen vorgesehen
sein. Eine solche Bolzenunterlegscheibe wird an den Bolzenschaft 40 aufgesteckt und
ist nach der Fixierung der Brennkammerschindel 34 zwischen Mutter 6 und Brennkammerwand
32 angeordnet.
[0058] Wie exemplarisch in der Figur 6D angedeutet ist, kann der Bolzenschaft einen hierin
zentral angeordneten Durchgangskanal 400 für Kühlluft aufweisen. Über diesen Durchgangskanal
400 kann dann Kühlluft über den Bolzenschaft 400 in die mit der konkaven Innenwölbung
43 definierte Luftkammer und damit insbesondere an den Bolzenkopf 41 und die Brennkammerschindel
34 strömen. Alternativ oder ergänzend kann die taschenförmige Aufnahme 50 an ihren
Seitenwänden Kühlluftöffnungen aufweisen.
[0059] Insbesondere der Bolzen 4, der als separates Bauteil in die jeweilige Aufnahme 50
der Brennkammerschindel 34 einsteckbar ist, kann mittels Selective Laser Sintering,
Direct Laser Depositioning, mittels Elektronenauftragsschweißen, als Pressteil oder
durch Metall-Pulverspritzgießen hergestellt sein. Gleiches gilt grundsätzlich für
das Lagerelement 5 der Brennkammerschindel 34 wie auch die Brennkammerschindel 34
selbst. Durch den wenigstens zweiteiligen Aufbau ist es ermöglicht, dass der Bolzen
4 und die Brennkammerschindel 34 voneinander separat herstellbar sind. Damit ist auch
eine unabhängige Materialwahl für die Brennkammerschindel 34 einerseits und den die
Brennkammerschindel 34 an der Brennkammerwand 32 lagernden Bolzen 4 andererseits möglich.
Indem insbesondere der Bolzenkopf 41 mit der erfindungsgemäßen Geometrie ausgestaltet
ist, ist die formschlüssige Verbindung zwischen dem Bolzenkopf 41 und der Brennkammerschindel
34 gezielt optimiert, sodass beispielsweise unerwünschte Biegemomente und Querkräfte
auf den Bolzenkopf 41 während der Fixierung der Brennkammerschindel 34 an der Brennkammerwand
32 gegenüber bisher bekannten Lösungen deutlich reduziert oder sogar gänzlich vermieden
sind. Hierbei ist selbstverständlich möglich, dass eine Brennkammerschindel 34 über
mehrere (mindestens zwei) separate Bolzen 4 an der Brennkammerwand 32 festgelegt wird
und hierfür mehrere, gegebenenfalls auch unterschiedlich zueinander orientierte Lagerelemente
5 aufweist.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Triebwerkachse
- 10
- Bypasskanal
- 11
- Lufteinlass
- 12
- Fan
- 13
- Mitteldruckverdichter
- 14
- Hochdruckverdichter
- 15
- Brennkammerabschnitt
- 16
- Hochdruckturbine
- 17
- Mitteldruckturbine
- 18
- Niederdruckturbine
- 19
- Abgasdüse
- 20
- Leitschaufel
- 21
- Kerngehäuse
- 22
- Verdichterlaufschaufel
- 23
- Leitschaufel
- 24
- Turbinenschaufel
- 25
- Welle
- 26
- Verdichtertrommel oder -scheibe
- 27
- Turbinenrotornabe
- 28
- Auslasskonus
- 29
- Treibstoffdüse
- 3
- Brennkammer
- 30
- Brennkammeraußengehäuse
- 300
- Flammrohr
- 31
- Brennkammerinnengehäuse
- 32
- Brennkammerwand
- 33
- Turbinenvorleitreihe
- 34
- Brennkammerschindel
- 340
- Effusionskühlloch
- 341
- Abstützung
- 35
- Zumischloch
- 36
- Luftzuführung
- 4
- Bolzen
- 40
- Bolzenschaft
- 400
- Durchgangskanal
- 41
- Bolzenkopf
- 410
- Stirnseite
- 411
- Übergangsbereich
- 412
- Kontaktfläche
- 41 a, 41 b
- Randabschnitt
- 41 ba, 41 bb
- Teilbereich
- 42
- Gewinde
- 43
- Innenwölbung
- 44
- Auswölbung
- 45
- Äußerer Rand
- 46
- Aufbau (lokal verdickter Randabschnitt)
- 460
- Kontaktfläche
- 5
- Lagerelement
- 50
- Aufnahme
- 500
- Basisfläche
- 501
- Aussparung
- 51
- Randbereich
- 51 a, 51 b
- stegartig vorspringender Bereich
- 6
- Mutter
- A
- Eintrittsrichtung
- a, b
- Länge
- d1, d2, d3, d4
- Wandstärke
- M
- Bolzenlängsachse
- R40, R41, R43
- Wölbungsradius
- Ra
- Radius
- ra, ri ri
- Radius
- T
- Gasturbinentriebwerk
- V
- Verbindungsrichtung
- Z
- Zuströmrichtung
- α4, α5
- Winkel
1. Baugruppe für eine Brennkammer (3) einer Gasturbine (T), mit wenigstens
- einer Brennkammerschindel (34) mit einem Lagerelement (5) und
- mindestens einem als separates Bauteil ausgebildeten Bolzen (4) zur Lagerung der
Brennkammerschindel (34) an einer Brennkammerwand (32) der Brennkammer (3),
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Lagerelement (5) eine Aufnahme (50) aufweist, in die ein Bolzenkopf (41) des
Bolzens (4) quer zu einer Bolzenlängsachse (M) eingesteckt und hierin formschlüssig
verankert ist,
- das Lagerelement (5) an der Aufnahme (50) einen bezogen auf die Bolzenlängsachse
(M) im Wesentlichen radial vorstehenden Randbereich (51) ausbildet, der einen Rand
des Bolzenkopfes (41) zumindest teilweise umgreift, und
- der in die Aufnahme (50) eingesteckte Bolzenkopf (41) an seiner der Brennkammerschindel
(34) abgewandten Unterseite mindestens eine Kontaktfläche (460) zur Anlage an der
Brennkammerwand (32) und/oder mindestens eine Kontaktfläche (412) zur Anlage an dem
Randbereich (51) des Lagerelements (5), die geneigt zur Bolzenlängsachse (M) verläuft,
ausbildet.
2. Baugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Rand des Bolzenkopfes (41) mindestens ein erster Randabschnitt ausgebildet
ist, der an dem radial vorstehenden Randbereich (51) anliegt, und an dem Rand des
Bolzenkopfes (41) mindestens ein zweiter zu dem ersten Randabschnitt beabstandeter
Randabschnitt (46) ausgebildet ist, der an der Brennkammerwand (32) anliegt, wenn
die Brennkammerschindel (34) bestimmungsgemäß hieran gelagert ist.
3. Baugruppe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Randbereich (51) des Lagerelements (5) nicht vollständig um die Bolzenlängsachse
(M) umlaufend ausgebildet und zu wenigstens einer Seite hin offen ist und der zweite
Randabschnitt (46) des Bolzenkopfes (41) an dieser einen Seite vorliegt, so dass der
zweite Abschnitt (46) nicht von dem radial vorstehenden Randbereich (51) umgriffen
ist.
4. Baugruppe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzenkopf (41) an dem zweiten Randabschnitt (46) in - bezogen auf die Bolzenlängsachse
(M) - axialer Richtung (z) lokal verdickt ist.
5. Baugruppe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein lokal verdickter Abschnitt (46) gegenüber angrenzenden Abschnitten des Bolzenkopfes
eine über 15 % und bis zu 100 % größere Ausdehnung in axialer Richtung (z) aufweist
und/oder sich ein lokal verdickter Abschnitt (46) des Bolzenkopfes (41) mit einer
Länge entlang eines Umfangs erstreckt, die höchstens einem 1/3 des Gesamtumfangs des
Bolzenkopfes (41) entspricht.
6. Baugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzenkopf (41) an einem Randabschnitt (41 a, 41 b), der von dem radial vorstehenden
Randbereich (51) des Lagerelements (5) umgriffen ist, konisch ausgebildet ist.
7. Baugruppe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich ein konisch ausgebildeter Randabschnitt (41 a, 41 b) des Bolzenkopfes (41) in
Richtung einer durch den Bolzenkopf (41) definierten Stirnseite (410) verbreitert.
8. Baugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Bolzenkopf (41) ein Randabschnitt (41b) ausgebildet ist, der zumindest in
einem Bereich (41 ba) unter einem Winkel (α4) geneigt zu einer Verbindungsrichtung (V) verläuft, entlang der der Bolzenkopf (41)
in die Aufnahme (50) des Lagerelements (5) der Brennkammerschindel (34) eingesteckt
ist.
9. Baugruppe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der radial vorstehende Randbereich (51) des Lagerelements (5) einen sich verjüngenden
und entlang der Verbindungsrichtung (V) verlaufenden Kanal für das Einstecken des
Bolzenkopfes (41) definiert, wobei der Grad der Verjüngung des Kanals mit dem Winkel
(α4) korrespondiert, unter dem der zumindest eine Bereich (41 ba) des Randabschnitts
(41 b) geneigt zur Verbindungsrichtung (V) verläuft.
10. Baugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Bolzenkopf (41) ein Randabschnitt (41 b) mit einer Kontaktfläche (412) zur
Anlage an dem radial vorstehenden Randbereich (51) des Lagerelements (5) ausgebildet
ist, wobei die Kontaktfläche sowohl bezüglich einer ersten Raumrichtung (x) und der
Bolzenlängsachse (M) geneigt verläuft als auch geneigt zu einer zweiten Raumrichtung
(y), die senkrecht zu der ersten Raumrichtung (x) verläuft.
11. Baugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem Bolzenschaft (40) des Bolzens (4), über den die Brennkammerschindel
(34) an der Brennkammerwand (32) gehalten ist, und dem Bolzenkopf (41) ein konischer
Übergangsbereich (411) ausgebildet ist, insbesondere ein Übergangsbereich, bei dem
eine Mantelfläche des Übergangsbereichs (411) konkav gewölbt ist und einen Wölbungsradius
(R40, R41) aufweist, der im Bereich von 1,0 bis 3,5 mal dem Durchmesser des Bolzenschaftes
(40) entspricht.
12. Baugruppe für eine Brennkammer (3) einer Gasturbine (T), insbesondere nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, mit wenigstens
- einer Brennkammerschindel (34) mit einem Lagerelement (5) und
- mindestens einem als separates Bauteil ausgebildeten Bolzen (4) zur Lagerung der
Brennkammerschindel (34) an einer Brennkammerwand (32) der Brennkammer (3),
wobei der Bolzen (4) einen Bolzenschaft (40) aufweist, über den die Brennkammerschindel
(34) an der Brennkammerwand (32) gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Lagerelement (5) eine Aufnahme (50) aufweist, in die ein Bolzenkopf (41) des
Bolzens (4) quer zu einer Bolzenlängsachse (M) eingesteckt und hierin formschlüssig
verankert ist,
- die Lagerelement (5) an der Aufnahme (50) einen bezogen auf die Bolzenlängsachse
(M) im Wesentlichen radial vorstehenden Randbereich (51) ausbildet, der einen Rand
des Bolzenkopfes (41) zumindest teilweise umgreift, und
- die Aufnahme (50) eine Basisfläche (500) aufweist, oberhalb der sich der radial
vorstehende Randbereich (51) erstreckt und der Bolzenkopf (41) eine Stirnseite (410)
aufweist, die der Basisfläche (500) zugewandt ist und an der eine konkave, zentral
bezogen auf den Bolzenschaft (40) angeordnete Innenwölbung (43) vorgesehen ist.
13. Baugruppe nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die konkave Innenwölbung (43) im Querschnitt einen Wölbungsradius (R43) aufweist,
der
- mindestens einem Sechstel einer mittleren Breite des Bolzenkopfes (41) quer zur
Bolzenlängsachse (M) entspricht und/oder
- der mindestens der Hälfte des Durchmessers des Bolzenschaftes (40) des Bolzens (4)
entspricht, über den die Brennkammerschindel (34) an der Brennkammerwand (32) gehalten
ist.
14. Baugruppe nach einem der Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwölbung (43) im Querschnitt durch zwei konvexe Auswölbungen berandet ist,
die in Richtung der Basisfläche (500) vorstehen.
15. Gasturbinentriebwerk mit einer Brennkammer (3), die wenigstens eine Baugruppe nach
einem der Ansprüche 1 bis 14 aufweist.