Hintergrund und Stand der Technik
[0001] Nachstehend wird ein Gehäuse eines Steckverbinders für energie- oder signalführende
Leiter vorgestellt. Der Steckverbinder dient vorteilhafterweise der Übertragung elektrischer
Signale.
[0003] Dokument
EP 2 736 124 A1 offenbart einen elektrischen Steckverbinder, dessen Isolierkörper mit einem Entriegelungswerkzeug
aus dem Gehäuse des Steckverbinders gelöst werden kann. In das Gehäuse ist eine Rasteinrichtung
eingelassen, in die der Isolierkörper eingerastet wird, so dass dieser axial unverrückbar
im Gehäuse sitzt. Weiterhin wird ein Entriegelungswerkzeug offenbart, das den Isolierkörper
aus dem elektrischen Steckverbinder löst. Dazu wird das Entriegelungswerkzeug in die
Steckseite des Steckverbinders eingeführt.
[0004] Dokument
DE 10 2011 076 881 A1 offenbart einen elektrischen Steckverbinder, bevorzugt für den Kraftfahrzeugbereich,
mit inneren und äußeren Gehäuseteilen, sowie jeweils Gegenüberliegende Schalen bzw.
Halbschalenelemente welche durch Codierungen positioniert werden.
Dokument
DE 20 2011 101 574 U1 offenbart einen Steckverbinder bestehend aus zwei Gehäuseteilen, die miteinander
verschraubbar sind. Der Isolierkörper, der auch als Kontaktkörper dient, sowie die
Kontakte sitzen im zweiten Gehäuseteil, wobei der Kontaktkörper in eine Isolierhülse
eingebracht ist.
[0005] Dokument
DE 20 2011 103 702 U1 offenbart einen elektrischen Steckverbinder, der aus einem Steckerkorpus besteht,
auf den eine Arretierungsmutter aufgeschraubt wird. Ein Isolierkörper und Kontaktträger
werden in dem Steckerkorpus befestigt. Mittel zum Festklemmen des elektrischen Kabels
werden durch Aufschrauben der Arretierungsmutter mit dem Kontaktträger verbunden.
Gleichzeitig wird der elektrische Leiter im Steckverbinder fixiert.
[0006] Steckverbinder, auch die der hier vorgestellten Art, können sowohl in Rundausführung
als auch in Rechteckausführung ausgestaltet sein. Im Allgemeinen weisen Steckverbinder
ein Gehäuse auf, das aus Metall oder Kunststoff gefertigt ist. In dem Gehäuse befindet
sich ein Isolierkörper aus einem elektrisch isolierenden Material. Der Isolierkörper
dient zur Aufnahme von wenigstens einem elektrischen Kontaktelement. Kontaktelemente
können durch Druckguss-Verfahren oder spanabhebende Verfahren z. B. aus Messing hergestellt
werden, wobei in einigen Varianten ein zusätzlicher Goldüberzug diese vor Korrosion
schützt. Bei den hier beschriebenen Steckverbindern sind die Kontaktelemente als Kontaktstifte
oder als Kontaktbuchsen ausgebildet. Wird ein solcher Steckverbinder mit einem entsprechenden
Gegensteckverbinder verbunden, so kommt es zu einer elektrischen Verbindung über die
Kontaktstifte bzw. Kontaktbuchsen.
[0007] Die hier vorgestellten Steckverbinder können sowohl am losen Ende eines Signalkabels
angebracht sein als auch zur festen Montage an einer übergeordneten Konstruktion,
beispielsweise in einer Gehäusewand, vorgesehen sein.
[0008] Typischerweise wird das Gehäuse durch ein Druckguss-Verfahren aus Zink oder Aluminium
erstellt. Das Verfahren erzeugt feingliedrige Oberflächen mit Codierformationen und
Geometrien. Vorteilhafterweise ist dazu kein weiteres Fertigungsverfahren, ggf. mit
Ausnahme eines Entgratungsschrittes, nötig. Ein weiterer positiver Aspekt ist die
hohe mögliche Anzahl an Gussstücken pro Gussform.
[0009] In vielen Anwendungsfällen sind die Steckverbinder schädlichen Umwelteinflüssen,
beispielsweise Feuchtigkeit und/oder ätzenden Stoffen, ausgesetzt. Die Lebensdauer
eines Gehäuses sinkt aufgrund von Korrosion, der Einwirkung von Chemikalien und/oder
mechanischem Verschleiß erheblich. Eine Vernickelung der Oberfläche erzielt eine höhere
Beständigkeit gegenüber Korrosion und mechanischem Verschleiß, wobei ein vollständig
geschlossener Nickelüberzug notwendig ist, um die darunterliegende Schicht vor Korrosion
zu schützen. Durch die Verwendung von Edelstahl (z. B. 1.4440) oder einer Superlegierung
(z. B. eine Ni-Mo-Cr basierte Legierung) als Gehäusematerial wird dieses Problem gemindert.
Diese Materialien haben eine höhere Beständigkeit gegenüber Korrosion und ätzenden
Stoffen sowie vorteilhafte mechanische Eigenschaften in Bezug auf Härte und Festigkeit.
Zu lösendes Problem
[0010] Nachteilig an der bekannten Lösung eines Edelstahlgehäuses ist die aufwendige Fertigung.
Die Herstellung feingliedriger Codierformationen und Geometrien zur Befestigung des
Isolierkörpers benötigt ein schrittweises Fertigungsverfahren. Zu Beginn erzeugt ein
urformendes Fertigungsverfahren die Grundform. Danach werden die Codierformationen
und Geometrien durch eine Vielzahl trennender Prozesse, beispielsweise Bohren oder
Fräsen, in das Gehäuse des Steckverbinders eingearbeitet. Aus diesem Grund sind typische
Guss-Geometrien aus Edelstahl nicht wirtschaftlich anzufertigen.
Vorgestellte Lösung
[0011] Steckverbinder der hier vorgestellten Art für energie- und/oder signalführende Leiter
umfassen ein Gehäuse, wobei dieses ein inneres und ein äußeres Gehäuseteil aufweist,
die voneinander getrennt werden können, sowie einen in das innere Gehäuseteil eingesetzten
Isolierkörper zur Aufnahme von wenigstens einem Kontaktelement. Das äußere Gehäuseteil
ist aus einem an die Umwelteinflüsse angepassten Material gefertigt. Das innere Gehäuseteil
hat wenigstens eine Codierformation und Geometrie zur Aufnahme des Isolierkörpers.
Nur das äußere Gehäuseteil ist nach dem Zusammenfügen eines Steckverbinders mit einem
Gegensteckverbinder Umwelteinflüssen ausgesetzt.
[0012] Dabei ist vorgesehen, dass das innere Gehäuseteil zylindrisch ist und ein Material
aufweist, das wenigstens eine Codierformation und Geometrie, die zur Aufnahme des
Isolierkörpers dient, durch ein einstufiges Fertigungsverfahren aufnimmt. Letzteres
ist beispielsweise ein Druckguss-Verfahren, wobei zusätzliche Fertigungsschritte (z.
B. Entgraten) nicht ausgeschlossen werden. Weiterhin kann das innere Gehäuseteil sowie
die wenigstens eine Codierformation und Geometrie durch ein trennendes Fertigungsverfahren,
beispielsweise Fräsen, erstellt werden. Vorteilhafterweise befinden sich die wenigstens
eine Codierformation und Geometrie an der Innenwand des inneren Gehäuseteils. Das
äußere Gehäuseteil kann als eine zylindrische Form oder als Winkelrohr ausgeformt
sein, wobei ein urformendes Fertigungsverfahren (z. B. Gießen) die Grundform des äußeren
Gehäuseteils erzeugt. Es besteht die Möglichkeit, dass andere Fertigungsverfahren
oder Kombinationen anderer Fertigungsverfahren angewandt werden.
[0013] Das zylindrische äußere Gehäuseteil ist im Inneren hohl und hat an der Grund- und
Deckfläche jeweils eine Öffnung. Wenigstens eine dieser Öffnungen ist dazu ausgelegt
das innere Gehäuseteil aufzunehmen. Das äußere Gehäuseteils enthält an der Innenwand
vorzugsweise nur rotationssymmetrische Geometrien zur Mittellängsachse des äußeren
Gehäuseteils, die vorteilhafterweise durch einen Drehprozess erstellt werden, wobei
andere trennende Fertigungsprozesse (z. B. Bohren) nicht auszuschließen sind. Die
wenigstens eine rotationssymmetrische Geometrie kann nach der Fertigung des äußeren
Gehäuseteils in dieses eingebracht werden, aber auch nachdem das innere und äußere
Gehäuseteil bereits miteinander verbunden sind. Dabei versteht man unter rotationssymmetrisch,
dass das äußere Gehäuseteil nach einer Drehung um seine Mittellängsachse um einen
beliebigen Winkel auf sich selbst abgebildet wird.
[0014] Diese wenigstens eine Geometrie kann eine Erhebung oder Vertiefung sein, die entlang
des inneren Kreisumfangs des äußeren Gehäuseteils eingearbeitet ist. Dementsprechend
ist wenigstens eine komplementäre Gegengeometrie auf dem Umfang des inneren Gehäuseteils
eingearbeitet. Die Öffnungen können ebenfalls durch ein trennendes Fertigungsverfahren
erzeugt werden. Weiterhin hat das äußere Gehäuseteil eine innenliegende Lippe. Hinter
dieser Lippe, dem elektrischen Leiter zugewandt, sitzt im zusammengefügten Zustand
das innere Gehäuseteil. Ein Fügeverfahren verbindet das innere und äußere Gehäuseteil
miteinander. Dabei ist sicherzustellen, dass diese Verbindung elektrisch leitfähig
ist und eine ausreichende Kontaktgabe aufweist, um die Anbindung des Schutzleiters
zu gewährleisten. Vorteilhafterweise ist die elektrische Leitfähigkeit des inneren
Gehäuseteils größer als die des äußeren Gehäuseteils. Weiterhin sollen die im Inneren
befindlichen Komponenten gegenüber verdrehen geschützt sein.
[0015] So sind das äußere Gehäuseteil und das innere Gehäuseteil des Steckverbinders baulich
voneinander zu trennen und jeweils aus einem Material angepasst an die jeweiligen
Umwelteinfilüsse zu fertigen. Aufgrund dieser Separierung wird die Herstellung des
Steckverbinders vereinfacht, da die wenigstens eine Codierformation und Geometrie
nicht dem äußeren Gehäuseteil zugeordnet sind. Diese werden durch ein Fertigungsverfahren,
z. B. ein Druckguss-Verfahren mit einem nachgelagerten Entgratungsschritt oder einem
einstufigen trennenden Fertigungsverfahren, in das innere Gehäuseteil eingearbeitet.
Ferner bestimmen die Einsatzanforderungen das Material des äußeren Gehäuseteils und
als Reaktion auf sich ändernde Ansprüche kann das äußere Gehäuseteil ausgetauscht
werden.
[0016] Zusammenfassend wird die Beständigkeit des Steckverbinders erhöht und das Fertigungsverfahren
vereinfacht. Dies steigert die Flexibilität und ermöglicht eine erhebliche Reduzierung
kostenintensiver Lagervarianten. Eine große Anzahl von Anwendungsbereichen ist gegeben,
da das äußere Gehäuseteil unterschiedliche Materialien aufweisen kann.
[0017] Das innere Gehäuseteil ist vorteilhafterweise aus Zink oder einer Zink-Legierung
gefertigt, insbesondere durch ein urformendes Fertigungsverfahren wie Druckguss oder
einem spanabhebenden Verfahren.
[0018] Das äußere Gehäuseteil ist vorzugsweise aus Edelstahl (z. B. 1.4440) oder einer Superlegierung
(z. B. auf Ni-Mo-Cr Basis) gefertigt, insbesondere durch die Kombination eines urformenden
und eines trennenden Fertigungsverfahren, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass auch
andere Materialien und Fertigungsprozesse benutzt werden können.
[0019] Es wird eine Ausgestaltung des inneren Gehäuseteils vorgestellt, bei der wenigstens
eine Codierformation und Geometrie in das innere Gehäuseteil eingearbeitet sind.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Es stellen
dar:
Fig. 1 getrennte Darstellung des inneren und äußeren Gehäuseteils für einen Steckverbinder
sowie dessen Gegensteckverbinder,
Fig. 2 Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Steckverbinders sowie dessen Gegensteckverbinder,
wobei das innere und äußere Gehäuseteil zusammengefügt sind, und
Fig. 3 Steckverbinder im Endmontagezustand in Verbindung mit einem Gegensteckverbinder
im Endmontagezustand.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsformen
[0021] Unter Bezugnahme auf Fig. 1 umfasst ein elektrischer Steckverbinder 0a, 0b ein inneres
Gehäuseteil 1a, 1b und ein äußeres Gehäuseteil 2a, 2b mit einer Mittellängsachse 13a,
13b sowie einen (hier nicht gezeigten) Isolierkörper. Das innere Gehäuseteil 1a, 1b
ist vorteilhafterweise aus Zink oder einer Zink-Legierung gefertigt, beispielsweise
durch ein Druckguss-Verfahren, wobei das äußere Gehäuseteil 2a, 2b aus einem Edelstahl
gefertigt ist und durch eine Kombination aus ur- und umformenden sowie trennenden
Fertigungsverfahren hergestellt ist. In einer weiteren Ausgestaltung ist das innere
Gehäuseteil 1a, 1b aus Messing gefertigt, vorzugsweise durch ein spanabhebendes Verfahren,
insbesondere ein Dreh- oder Fräsverfahren. Der Isolierkörper ist aus Kunststoff gefertigt,
vorzugsweise durch ein Spritzguss-Verfahren. Die unterschiedlichen Materialien des
inneren 1a, 1b und äußeren Gehäuseteils 2a, 2b basieren auf der unterschiedlichen
Beständigkeit gegenüber Korrosion, ätzenden Stoffen und/oder mechanischem Verschleiß
sowie der Verarbeitbarkeit mittels eines vorgegebenen Herstellungsverfahrens. Der
Steckverbinder 0a, 0b ist entweder mit einer Buchse oder einem Stecker ausgestattet.
Dabei ist das innere Gehäuseteil 1a, 1b durch die hintere Gehäuseseite 15a, 15b in
das äußere Gehäuseteil 2a, 2b einzusetzen. Das äußere Gehäuseteil 2a, 2b kann an der
Innenwand wenigstens eine rotationssymmetrische Geometrie zur Mittellängsachse aufweisen.
Diese wenigstens eine Geometrie kann eine Erhebung oder Vertiefung sein, die entlang
des inneren Kreisumfangs des äußeren Gehäuseteils 2a, 2b eingearbeitet ist und in
eine komplementäre Gegengeometrie auf dem Umfang des inneren Gehäuseteils 1a, 1b eingreift.
Im Endmontagezustand des Steckverbinders 0a, 0b ist der Isolierkörper in das innere
Gehäuseteil 1a, 1b durch wenigstens eine Geometrie 4a, 4b gegen Herausfallen nach
vorne, der Steckseite zugewandt, und auch gegen Zurückbewegung nach hinten, dem elektrischen
Leiter zugewandt, gesichert.
[0022] Das innere Gehäuseteil 1a, 1b hat eine zylindrische Form und weist an der Innenwand
wenigstens eine Codierformation sowie Geometrie 4a, 4b auf. Dabei ist die wenigstens
eine Codierformation so ausgeformt, dass der Steckverbinder beim Zusammenfügen mit
einem Gegensteckverbinder in Eingriff mit einer komplementären Gegencodierformation
tritt. Die wenigstens eine Geometrie 4a, 4b dient unter Anderem zur Befestigung und/oder
Ausrichtung des Isolierkörpers. Hierzu weist dieser eine vorherbestimmte Kontur auf
seinem Außenmantel auf, die beim ordnungsgemäßen Einsetzen des Isolierkörpers in das
innere Gehäuseteil 1a, 1b, in eine an der Innenwand des inneren Gehäuseteils 1a, 1b
ausgebildete Geometrie eingreift. Ein Beispiel wäre eine Nase auf dem Umfang des Isolierkörpers
und eine komplementäre Aussparung an der Innenwand des inneren Gehäuseteils 1a, 1b.
Die wenigstens eine Geometrie kann auch als eine oder mehrere Laschen 9a, 9b oder
Taschen 10 ausgebildet sein. In diese können Federelemente 11, zur Anbindung des Schutzleiters
an das elektrisch leitfähige innere Gehäuseteil 1a, 1b, eingreifen. Neben der wenigstens
einen Codierformation und Geometrie ist die Innenkontur an das Innenleben 8 des Steckverbinders
0a, 0b angepasst.
[0023] Der Außenmantel 7a, 7b des inneren Gehäuseteils 1a, 1b ist so ausgestaltet, dass
das innere Gehäuseteil 1a, 1b in einen vorherbestimmten Bereich 6a, 6b, in dem die
Innenkontur des äußeren Gehäuseteils 2a, 2b gegengleich gestaltet ist, einsetzbar
ist.
[0024] Das zylindrische äußere Gehäuseteil 2a, 2b weist an der Innenwand nur rotationssymmetrische
Geometrien 5a, 5b auf, die durch einen Drehprozess, obgleich auch ein anderes trennendes
Fertigungsverfahren möglich ist, erstellt sind. Die Innenkontur des äußeren Gehäuseteils
2a, 2b ist in einem vorherbestimmten Bereich 6a, 6b ausgebildet, um das innere Gehäuseteil
1a, 1b aufnehmen. Durch ein Fügeverfahren werden das innere Gehäuseteil 1a, 1b und
das äußere Gehäuseteil 2a, 2b verbunden, wobei diese Verbindung elektrisch leitend
und starr gegenüber verdrehen ist.
[0025] Eine Möglichkeit zur Verbindung des inneren Gehäuseteils 1a, 1b und äußeren Gehäuseteils
2a, 2b ist mittels Verpressen oder Einpressen. Weiterhin können das innere 1a, 1b
und äußere Gehäuseteil 2a, 2b beispielsweise durch einen Fügeklebstoff verbunden werden,
so dass eine Endmontage am Einsatzort möglich ist. Dabei muss es sich um einen elektrisch
leitfähigen Fügeklebstoff handeln, der wiederum durch ein Lösungsmittel gelöst werden
kann. Das Lösungsmittel sollte vorteilhafterweise den Isolierkörper nicht angreifen.
Der Austausch des äußeren Gehäuseteils vor Ort eröffnet die Möglichkeit auf sich ändernde
Einsatzbedingungen zu reagieren.
[0026] Da die wenigstens eine Codierformation in das innere Gehäuseteil 1a, 1b eingearbeitet
ist, ist die radiale Ausrichtung des inneren Gehäuseteils 1a, 1b gegenüber des äußeren
Gehäuseteils 2a, 2b kein maßgebliches Auslegungskriterium. Dennoch kann wenigstens
eine rotationssymmetrische Geometrie an der Innenwand des äußeren Gehäuseteils 2a,
2b angebracht sein, die eine vorherbestimmte Ausrichtung des inneren Gehäuseteils
1a, 1b festlegt.
[0027] Weiterhin ist eine Lippe 18a, 18b vorgesehen, die an der Innenwand des äußeren Gehäuseteils
2a, 2b angebracht ist. Nach dem Einsetzen des inneren Gehäuseteils 1a, 1b in das äußere
Gehäuseteil 2a, 2b liegt das innere Gehäuseteil 1a, 1b hinter der Lippe 18a, 18b,
dem elektrischen Leiter zugewandt. Die Lippe 18a, 18b verhindert ein zu weites Einführen
des inneren Gehäuseteils 1a, 1b in das äußere Gehäuseteil 2a, 2b und stabilisiert
die Position des inneren Gehäuseteils 1a, 1b, insbesondere während des Verpressens
der beiden Gehäuseteile.
[0028] Auf der Außenseite des äußeren Gehäuseteils befindet sich ein Gewinde 16a, 16b, das
mit dem Innengewinde einer Hutmutter 19a, 19b korrespondiert, die zur Befestigung
des (hier nicht dargestellten) elektrischen Leiters in Form eines Kabels dient. Die
konkrete Ausgestaltung der Hutmutter sowie die Befestigung des (hier nicht dargestellten)
elektrischen Leiters im Inneren des Gehäuses sind für den vorliegenden Steckverbinder
nicht von Bedeutung. Anstelle einer Hutmutter 19a, 19b kann das Gewinde 16a, 16b auch
mit einer Wand eines elektrischen Geräts oder eines Schaltschranks verbunden werden.
[0029] Fig. 2 zeigt eine Schnittdarstellung des elektrischen Steckverbinders aus Fig. 1
entlang den Punkten A-A. In dieser Darstellung ist der Endmontagezustand des Steckverbinders
0a, 0b mit einer Buchse, siehe Fig. 2A, sowie mit einem Stecker, siehe Fig. 2B, dargestellt.
Dabei versteht sich unter Endmontagezustand, dass das innere Gehäuseteil 1a, 1b in
das äußere Gehäuseteil 2a, 2b eingesetzt ist und beide Gehäuseteile elektrisch leitend
gefügt sind. Aufgrund der Dimensionen des inneren 1a, 1b und äußeren Gehäuseteils
2a, 2b umfasst das äußere Gehäuseteil 2a, 2b das innere Gehäuseteil 1a, 1b vollständig.
Unabhängig davon ob der Steckverbinder 0a, 0b mit einer Buchse oder einem Stecker
ausgestattet ist, wird das innere Gehäuseteil 1a, 1b durch die hintere Gehäuseseite
15a, 15b des äußeren Gehäuseteils 2a, 2b eingesetzt. Danach sitzt dieses hinter einer
Lippe 18a, 18b, dem elektrischen Leiter zugewandt. Die Lippe 18a, 18b ist in das äußere
Gehäuseteil 2a, 2b eingelassen. In diesem Bereich 6a, 6b ist die Innenkontur des äußeren
Gehäuseteils 2a, 2b zur Aufnahme des inneren Gehäuseteils 1a, 1b ausgebildet. Der
(hier nicht dargestellte) ein- oder mehrteilige Isolierkörper kann sowohl durch die
hintere Gehäuseseite 15a, 15b als auch durch die vordere Gehäuseseite 14a, 14b in
das innere Gehäuseteil 1a, 1b eingesetzt werden. Aufgrund der vorherbestimmten Kontur
auf dem Außenumfang des Isolierkörpers und der komplementären Kontur an der Innenwand
des inneren Gehäuseteils 1a, 1b ist der Isolierkörper im Steckverbinder 0a, 0b ausgerichtet.
Die hintere Gehäuseseite 15a, 15b weist ein Außengewinde 16a, 16b auf, das zur Aufnahme
einer Hutmutter 19a, 19b oder eines anderen Elements mit komplementärem Innengewinde
dient. Die Hutmutter 19a, 19b befestigt den (hier nicht gezeigten) elektrischen Leiter
in Form eines Kabels. Im Falle eines Steckverbinders mit Stecker, umfasst der Außenmantel
des äußeren Gehäuseteils 2b ein Gewinde 17b auf der vorderen Gehäuseseite 14b, zur
Aufnahme eines Gegensteckverbinders 0a. Jegliche Gewinde wurden bevorzugt durch einen
zusätzlichen trennenden Fertigungsschritt angebracht.
[0030] Fig. 3 zeigt eine Schnittansicht, entlang den Achsen A-A in Fig. 1, eines Steckverbinders
0a, 0b im Endmontagezustand in Verbindung mit einem Gegensteckverbinder im Endmontagezustand.
Dabei bedeutet Endmontagezustand, dass das innere Gehäuseteil 1a, 1b und das äußere
Gehäuseteil 2a, 2b elektrisch leitend zusammengefügt sind. In diesem Ausführungsbeispiel
handelt es sich bei dem Steckverbinder 0b um einen Stecker und bei dem Gegensteckverbinder
0a um eine Buchse. An das äußere Gehäuseteil 2a des Gegensteckverbinders ist eine
um die Mittellängsachse rotierbare Edelstahlhülse 17a mit einem Innengewinde, das
gegengleich zu dem Außengewinde auf der vorderen Gehäuseseite 14b des Steckverbinders
2b ist, angebracht. Die konkrete Ausgestaltung der Befestigung dieser Edelstahlhülse
17a ist für den vorliegenden Steckverbinder 0a, 0b nicht von Bedeutung. Dabei sei
anzumerken, dass die Hülse 17a vorzugsweise das Material des äußeren Gehäuseteils
2a aufweist. Die elektrische Verbindung des Steckverbinders 0b mit dem Gegensteckverbinder
0a wird durch das Zusammenstecken sowie das nachfolgende Zusammenschrauben mit Hilfe
der Edelstahlhülse 17a erreicht. Aufgrund der Codierformationen an der Innenwand des
inneren Gehäuseteil 1a, 1b ist nur eine vorherbestimmte Anordnung zwischen den elektrischen
Kontaktstiften und Kontaktbuchsen möglich.
[0031] Die inneren Gehäuseteile 1a, 1b liegen hinter der Ebene 3, dem jeweiligen elektrischen
Leiter zugewandt, so dass nur das äußere Gehäuseteil 2a, 2b schädlichen Umwelteinflüssen,
wie z. B. Feuchtigkeit oder ätzenden Stoffen, ausgesetzt ist. Die hintere Gehäuseseite
15a, 15b des Steckverbinders sowie des Gegensteckverbinders wird mit einer Hutmutter
19a, 19b aus Edelstahl und einer Dichtung versehen, um das Eindringen von Feuchtigkeit
oder ätzenden Stoffen zu verhindern. Anstelle der Hutmutter 19a, 19b kann die hintere
Gehäuseseite 15a, 15b auch direkt mit einer Wand eines Schaltschranks, eines Gehäuses
oder einer Maschine verbunden sein.
[0032] Bezugnehmend auf Fig. 3 umfasst das Innenleben 8 des Steckverbinders 0a, 0b weitere
Elemente die zur Befestigung des elektrischen Leiters im Gehäuse dienen. Um dies zu
gewährleisten ist das innere Gehäuseteil 1a, 1b auf das Innenleben 8 des Steckverbinders
0a, 0b abgestimmt.
[0033] Es versteht sich, dass der vorliegende Steckverbinder 0a, 0b keinesfalls auf die
dargestellte Rundausführung beschränkt ist. Weiterhin können verschiedene Materialkombinationen
für verschiedene Anforderungsprofile und Fertigungsverfahren benutzt werden.
[0034] Die vorangehend beschriebenen Varianten der Vorrichtung sowie deren Aufbau- und Betriebsaspekte
dienen lediglich dem besseren Verständnis der Struktur, der Funktionsweise und der
Eigenschaften; sie schränken die Offenbarung nicht etwa auf die Ausführungsbeispiele
ein. Die Fig. sind teilweise schematisch, wobei wesentliche Eigenschaften und Effekte
zum Teil vergrößert dargestellt sind, um die Funktionen, Wirkprinzipien, technischen
Ausgestaltungen und Merkmale zu verdeutlichen. Dabei kann jede Funktionsweise, jedes
Prinzip, jede technische Ausgestaltung und jedes Merkmal, welches/welche in den Fig.
oder im Text offenbart ist/sind, mit allen Ansprüchen, jedem Merkmal im Text und in
den anderen Fig., anderen Funktionsweisen, Prinzipien, technischen Ausgestaltungen
und Merkmalen, die in dieser Offenbarung enthalten sind oder sich daraus ergeben,
frei und beliebig kombiniert werden, so dass alle denkbaren Kombinationen der beschriebenen
Vorgehensweise zuzuordnen sind. Dabei sind auch Kombinationen zwischen allen einzelnen
Ausführungen im Text, das heißt in jedem Abschnitt der Beschreibung, in den Ansprüchen
und auch Kombinationen zwischen verschiedenen Varianten im Text, in den Ansprüchen
und in den Fig. umfasst. Auch die Ansprüche limitieren nicht die Offenbarung und damit
die Kombinationsmöglichkeiten aller aufgezeigten Merkmale untereinander. Alle offenbarten
Merkmale sind explizit auch einzeln und in Kombination mit allen anderen Merkmalen
hier offenbart.
1. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) mit wenigstens einem Stecker oder einer Buchse
für einen signalführenden Leiter, umfassend ein Gehäuse, das ein inneres (1a, 1b)
und ein äußeres Gehäuseteil (2a, 2b) aufweist, die voneinander trennbar sind, sowie
einen im Inneren des inneren Gehäuseteils (1a, 1b) aufgenommenen Isolierkörper für
wenigstens ein Kontaktelement, eingerichtet zum Anschluss von wenigstens einem gegengleichen
Kontaktelement eines Gegensteckverbinders (0a, 0b),
wobei
- das äußere Gehäuseteil (2a, 2b)
∘ an der Innenwand wenigstens eine rotationssymmetrische Geometrie zu seiner Mittellängsachse,
∘ eine innenliegende Lippe (18a, 18b), und
∘ einen Bereich (6a, 6b) zur Aufnahme des inneren Gehäuseteils (1a, 1b) aufweist,
- das innere Gehäuseteil (1a, 1b)
o wenigstens eine Geometrie (4a, 4b) zur Aufnahme und Befestigung des Isolierkörpers
und eine Codierformation aufweist, die dazu eingerichtet und bestimmt ist, mit wenigstens
einer gegengleichen Codierformation eines Gegensteckverbinders zu korrespondieren,
o vollständig durch das äußere Gehäuseteil (2a, 2b) umfasst ist, und
∘ in das äußere Gehäuseteil (2a, 2b) eingefügt ist und sich hinter dessen innenliegender
Lippe (18a, 18b) dem elektrischen Leiter zugewandt, befindet, und
- das äußere Gehäuseteil (2a, 2b) und das innere Gehäuseteil (1a, 1b) elektrisch leitend
und verdrehsicher gefügt sind.
2. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach Anspruch 1, wobei das innere (1a, 1b) und
äußere Gehäuseteil (2a, 2b)
• gegen Korrosion, ätzende Stoffe und/oder Verschleiß unterschiedlich beständige Materialien
aufweisen, und
• unterschiedlich elektrisch leitfähige Materialien aufweisen.
3. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die wenigstens
eine rotationssymmetrische Geometrie des äußeren Gehäuseteils (2a, 2b) eine Erhebung
oder Vertiefung ist, die entlang des inneren Kreisumfangs des äußeren Gehäuseteils
(2a, 2b) eingearbeitet ist.
4. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Geometrien des inneren Gehäuseteils (1a, 1b) Laschen (9a, 9b) und/oder Taschen
(10) zur Befestigung und/oder Ausrichtung des Isolierkörpers oder von Federelementen
(11) aufweisen, zum Anschluss des Schutzleiters an das innere Gehäuseteil (1a, 1b).
5. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach Anspruch 1, wobei
die wenigstens eine Codierformation und Geometrie (4a, 4b) durch ein trennendes Fertigungsverfahren
in das innere Gehäuseteil (1a, 1b) eingearbeitet sind.
6. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach Anspruch 5, wobei das trennende Verfahren
Fertigungsverfahren insbesondere ein Fräsverfahren ist.
7. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach Anspruch 1, wobei
das innere Gehäuseteil (1a, 1b) Zinn oder Aluminium aufweist, und/oder wobei das äußere
Gehäuseteil (2a, 2b) aus Edelstahl oder einer Superlegierung gefertigt ist.
8. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das innere Gehäuseteil (1a, 1b) eine höhere elektrische Leitfähigkeit aufweist als
das äußere Gehäuseteil (2a, 2b).
9. Elektrischer Steckverbinder (0a, 0b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
nach einem Zusammenfügen des Steckverbinders mit einem Gegensteckverbinder das innere
Gehäuseteil (1a, 1b) geschützt hinter einer Ebene (3) liegt, dem jeweiligen elektrischen
Leiter zugewandt.
10. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Steckverbinders (0a, 0b) nach den Ansprüchen
1 bis 9, mit dem Schritt:
Herstellen des äußeren Gehäuseteils (2a, 2b) durch eine Kombination aus ur- und umformenden
sowie trennenden Fertigungsverfahren;
Erzeugen der wenigstens einen rotationssymmetrischen Geometrie an der Innenwand des
äußeren Gehäuseteils (2a, 2b) durch ein trennendes Fertigungsverfahren;
Herstellen des inneren Gehäuseteils (1a, 1b) durch ein urformendes Fertigungsverfahrens;
und
Verbinden des inneren (1a, 1b) und äußeren Gehäuseteils (2a, 2b) durch ein Fügeverfahren;
wobei die wenigstens eine rotationssymmetrische Geometrie auch nach dem Verbinden
des inneren (1a, 1b) und äußeren Gehäuseteils (2a, 2b) erzeugt werden kann.
11. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Steckverbinders (0a, 0b) nach Anspruch
9, wobei das urformende Fertigungsverfahren ein Druckguss-Verfahren ist.
12. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Steckverbinders (0a, 0b) nach Anspruch
9, wobei das Fügeverfahren ein Klebeverfahren oder ein Einpressen oder ein Verpressen
ist.
13. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Steckverbinders (0a, 0b) nach Anspruch
9, wobei das trennende Fertigungsverfahren ein Drehverfahren ist.