[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß Anspruch 1 sowie eine Vorrichtung nach
Anspruch 6.
[0002] Bei dem, unter dem Namen Waferbonden, bekannten Verfahren werden zwei Substrate,
insbesondere Wafer, (insbesondere aus den Materialien Silizium, Quarz oder beliebigen
andere Materialien) miteinander verbunden. Man unterscheidet hierbei zunächst zwischen
dem temporären Bonden und dem permanenten Bonden. Unter dem temporären Bonden versteht
man alle Verfahren, bei denen zwei Substrate, insbesondere zwei Wafer, so miteinander
verbunden werden, dass sich das Produktsubstrat stabilisieren und bearbeiten lässt
ohne sich vom Trägersubstrat zu lösen, am Ende der Prozesskette allerdings wieder
gezielt vom Trägersubstrat entfernt werden kann. Beim Permanentbonden hingegen werden
die zwei Substrate, insbesondere Wafer, mit dem Ziel, eine anhaltende, nicht mehr
zu lösende Verbindung zu erzeugen, miteinander gebondet. Ein solches Verfahren ist
etwa in der
WO 2013/110315 A1 beschrieben. Folgende Aufzählung gibt einen Einblick in die Möglichkeiten des Permanentbondens.
In der Mikrosystemtechnik kann Waferbonden beispielsweise dazu genutzt werden um einen
Wafer mit Kavitäten zu einem mit mikromechanischen und mikrooptischen Bauteilen bestückten
zweiten Wafer zu bonden um diese zu schützen. Das Permanentbonden wird auch dazu verwendet,
eine permanente Verbindung zwischen Siliziumoberflächen oder Siliziumoxidoberflächen
in einem sogenannten Direktbondverfahren herzustellen. Des Weiteren können mit dem
Permanentbondingverfahren des Diffusionsbondens oder des eutektischen Bondens auch
unzählige Metalloberflächen permanent miteinander verbunden werden. Diese Metallflächen
müssen nicht als vollflächige Beschichtung auf den Wafer aufgebracht werden, sondern
können aus mehreren, über den ganzen Wafer verteilten, lokal begrenzten Beschichtungen
bestehen. Insbesondere können derartige über den ganzen Wafer verteilten, lokal begrenzten
Beschichtungen von einem dielektrischen Material, insbesondere Siliziumdioxid umgeben
sein. Man nennt derartige Oberflächen dann Hybridoberflächen. Die Hybridoberflächen
werden in einem Permanentbondverfahren so zueinander ausgereichtet und miteinander
verbondet, dass die elektrisch leitfähigen Metallflächen und die dielektrischen Bereiche
miteinander verbonden. Dadurch wird eine Stapelung mehrerer Substrate bei gleichzeitiger
Herstellung einer elektrisch leitfähigen Verbindung ermöglicht.
[0003] Es gibt also verschiedenartige Methoden des Bondens welche sich neben der eigentlichen
Bondmethode auch durch die verschiedenartigen Materialarten der zu verbindenden Wafer
unterscheiden. Ein gravierender Nachteil der heute eingesetzten Permanentbondingverfahren
für Metalle besteht darin, dass der Bondvorgang nur mit Hilfe von sehr hoher Wärmezufuhr
und/oder sehr hohem Druck zu einem befriedigenden Bondergebnis führt. Diese sehr hohe
thermische Beanspruchung ist auch unter dem Aspekt des wirtschaftlichen Arbeitens
besonders nachteilig und kostenintensiv. Des Weiteren ist die Konstruktion und Produktion
von Bondinganlagen, die entsprechend hohe Drücke aufbringen müssen, um die immer größer
werdenden Wafer miteinander vollflächig und homogen verbonden zu können, entsprechend
schwierig. Die Herstellung entsprechender Bondinganlagen wäre grundsätzlich unproblematisch,
wenn man sie beliebig groß konstruieren dürfte. Die Bondinganlagen müssen aber gewisse,
insbesondere von der Halbleiterindustrie vorgegebene, Abmessungen aufweisen und müssen
daher entsprechend kompakt konstruiert werden.
[0004] Neben den genannten Nachteilen eines erhöhten Energiebedarfs reagieren Substratmaterialien
auch unterschiedlich auf erhöhte Wärmezufuhr wobei sie eines gemeinsam haben. Eine
Wärmezufuhr wirkt sich immer nachteilig auf das verwendete Substratmaterial aus und
kann auch zur vollständigen Zerstörung des Substrates und insbesondere der darauf
befindlichen Strukturen führen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln,
welches es ermöglicht, eine dauerhafte Verbindung von zwei Substratoberflächen, insbesondere
zwei Metalloberflächen möglichst ohne die Zuführung von Wärme - idealerweise bei Raumtemperatur
- zu realisieren.
[0006] Die Oberflächen der miteinander zu bondenden Substrate können erfindungsgemäß aus
einem elektrisch leitenden, einem elektrisch nichtleitenden Material bestehen oder
Hybrideigenschaften aufweisen. Insbesondere werden erfindungsgemäß unter Bondverfahren
solche verstanden, welche dazu benutzt werden, um Hybridoberflächen miteinander zu
verbinden. Darunter versteht man, wie bereits erläutert, Oberflächen, die aus mindestens
einem leitendem und einem nichtleitendem Material bestehen. Das leitende Material
wird dabei gemäß den erfindungsgemäßen Ausführungsformen für den Bondvorgang vorbereitet,
während die nichtleitenden Oberflächen nach bekannten Bondmechanismen miteinander
gebondet werden können. Um die erfindungsgemäßen Ausführungsformen allerdings an möglichst
einfachen Ausführungsformen zu veranschaulichen, wird im weiteren Verlauf des Anmeldetextes
mit Vorzug von vollflächigen, sich über das gesamte Substrat erstreckenden, Metalloberflächen
gesprochen. Des Weiteren werden in den Figuren ausschließlich vollflächige, sich über
das gesamte Substrat erstreckende, Metalloberflächen dargestellt.
[0007] Die Erfindung betrifft insbesondere das permanente Cu-Cu-Bonden. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist grundsätzlich auf alle anderen Materialien und Materialkombinationen
übertragbar, in denen mittels der erfindungsgemäßen Ausführungsformen zumindest ein
metastabiler Zustand erzeugt werden kann, der vorzugsweise zu einer Rekristallisation
des Gefüges führt. Neben dem Bonden von nur zwei Substraten besteht häufig der Wunsch,
Substratstapel zu bilden, welche mit dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellbar sind.
Gerade bei der Herstellung solcher Substratstapel ist es notwendig, eine optimierte
Reihenfolge des Zusammenfügens unter Berücksichtigung der Materialart und der vorhandenen
Kavitäten zu bestimmen. Mit besonderem Vorzug wird der metastabile Zustand durch eine
erhöhte Versetzungsdichte erzeugt. Die erfindungsgemäßen Ausführungsformen sind insbesondere
anwendbar auf:
- Metalle, insbesondere
∘ Cu, Ag, Au, Al, Fe, Ni, Co, Pt, W, Cr, Pb, Ti, Te, Sn, Zn
- Legierungen,
- Halbleiter (mit entsprechender Dotierung), insbesondere
∘ Elementhalbleiter, vorzugsweise
▪ Si, Ge, Se, Te, B, α-Sn,
∘ Verbindungshalbleiter, vorzugsweise
▪ GaAs, GaN, InP, InxGa1-xN,InSb, InAs, GaSb, AlN, InN, GaP, BeTe, ZnO, CuInGaSe2, ZnS, ZnSe, ZnTe, CdS, CdSe, CdTe, Hg(1-x)Cd(x)Te, BeSe, HgS, AlxGa1-xAs, GaS, GaSe, GaTe, InS, InSe, InTe, CuInSe2, CuInS2, CuInGaS2, SiC, SiGe.
[0008] Vor allem beim Bonden von Substraten mit funktionalen Einheiten wie beispielsweise
Mikrochips, Speicherchips oder MEMs sollte der Bondvorgang vorteilhafterweise bei
niedrigen Temperaturen durchgeführt werden, um Schädigungen der elektronischen Bauteile
auszuschließen bzw. zu minimieren. Des Weiteren wird durch ein Niedertemperaturverfahren
auch die Schädigung durch thermische Eigenspannungen auf Grund der Differenz in den
thermischen Ausdehnungskoeffizienten unterschiedlicher Materialien weitestgehend ausgeschlossen.
[0009] Insbesondere werden Substrate, vor allem Substrate mit funktionalen Komponenten wie
Mikrochips, Speicherbausteinen, MEMs etc., vor dem eigentlichen Bondprozess zueinander
ausgerichtet. Gerade der Ausrichtungsprozess (engl.: alignment) ist bei einem Bondprozess
von besonderer Bedeutung da erst eine korrekte Ausrichtung und Kontaktierung die Funktionalität
der elektronischen Komponenten sicherstellt. Beim Niedrigtemperaturbonden zweier Wafer
aus verschiedenartigen Materialen, die über unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten
verfügen, wird das alignment stark vereinfacht, da es keine bzw. nur eine sehr geringe
Temperaturdifferenz gibt, die zu einer unterschiedlichen Ausdehnung der beiden, insbesondere
aus unterschiedlichen Materialien bestehenden, Substrate führt. Die bei Raumtemperatur
durchgeführte Ausrichtungsgenauigkeit bleibt daher beim Niedrigtemperaturbonden erhalten
bzw. ändert sich nur sehr wenig. Alignment-beeinflussende Faktoren wie Ausdehnungskoeffizienten
können daher weitestgehend vernachlässigt werden. Der Einsatz solch niedriger Temperaturen
hat den Nachteil, dass das Bonden ungleich schwerer ist als bei einem Bondverfahren
mit höheren Temperaturen (400°C).
[0010] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine dazugehörige Vorrichtung
aufzuzeigen, die ein Bonden der Wafer auch bei niedrigen Temperaturen, vorzugsweise
bei Raumtemperatur, ermöglicht.
[0011] Die Grundidee der Erfindung liegt insbesondere darin, beim Bonden, insbesondere Cu-Cu-Bonden,
eine, sich über die Bondgrenzfläche ausbreitende Rekristallisierung zu erreichen.
Bei der Rekristallisation kommt es insbesondere zu einem Kornwachstum und/oder einem
Gefügeumbau durch Kornneubildung und Ausdehnung der neu gebildeten Korngrenzen. Unter
einer Rekristallisierung versteht man also eine Gefügeneubildung durch Kornneubildung
und/oder Kornwachstum. Beim Verbonden zweier Substrate erfolgt die Gefügeneubildung
mit Vorzug über die Bondgrenzfläche hinweg, sodass ein kontinuierliches Gefüge zwischen
den beiden zu verbondenden Substraten, insbesondere den auf den Substraten abgeschiedenen
Schichten, entsteht.
[0012] Im weiteren Verlauf wird nicht mehr zwischen den Substratoberflächen und den Oberflächen
der auf den Substraten abgeschiedenen Schichten unterschieden. Beide Ausdrücke können
synonym verwendet werden. Insbesondere können die ersten und/oder zweiten Schichten
Bestandteile des ersten und/oder zweiten Substrats sein.
[0013] Für eine Rekristallisation in Materialien, insbesondere Metallen, bei moderaten Temperaturen
werden erfindungsgemäß Materialien mit einer hohe Versetzungsdichte versehen, erzeugt
oder gewählt. Die Versetzungsdichte ist insbesondere größer als 10
7 cm
-2, vorzugsweise größer als 10
9 cm
-2, noch bevorzugter größer als 10
11 cm
-2, noch bevorzugter größer als 10
13 cm
-2, am bevorzugter größer als 10
15 cm
-2, am allerbevorzugtesten größer als 10
17 cm
-2. Unter einer Versetzung versteht man einen eindimensionalen Gitterdefekt, der entweder
bei der Abscheidung eines Materials entstehen oder nachträglich durch plastische Verformung
im Kristall erzeugt werden kann. Ein Material mit entsprechend hoher Versetzungsdichte
befindet sich insbesondere in einem zumindest metastabilen Zustand und kann durch
thermische Aktivierung dazu angehalten werden, durch einen Versetzungsabbau in einen
niedrigeren Energiezustand überzugehen. Der Versetzungsabbau erfolgt dabei vorzugsweise
durch eine Rekristallisation bei höheren Temperaturen und hat dann einen Gefügeumbau
zur Folge. Ein Versetzungsabbau kann erfindungsgemäß alternativ bei niedrigeren Temperaturen
durch eine Ausheilung oder Kristallerholung erfolgen. Bei einer Kristallerholung kommt
es allerdings nicht zu einem Gefügeumbau durch Rekristallisation sondern ausschließlich
zu einer Rekombination der Versetzungen. Dieser Vorgang ist erfindungsgemäß nicht
erwünscht und sollte vermieden werden.
Die Erhöhung der Versetzungsdichte erfolgt insbesondere durch erfindungsgemäße Ausführungsformen,
bei denen die Versetzung sowohl durch einzelne Impulsschwingungen und/oder anhaltende
Schwingungen im Ultraschallbereich erreicht wird. Unter einer einzelnen Impulsschwingung
versteht man insbesondere eine im weiteren Verlauf näher beschriebene, einmalige Belastung.
Unter einer anhaltenden Schwingung versteht man insbesondere mehrere derartige Belastungen.
Die Impulsschwingungen decken insbesondere die gesamte Bandbreite von hochfrequent
bis hin zu niederfrequenten Schwingungen ab. Die Frequenz der Schwingungen liegt erfindungsgemäß
insbesondere zwischen 1 Hz und 10
9 Hz, vorzugsweise zwischen 10 Hz und 10
8, noch bevorzugter 100 Hz und 10
7, am bevorzugtesten zwischen 10
4 Hz und 10
6. Durch eine Kontaktierung der schwingenden, erfindungsgemäßen Ausführungsformen mit
den zu bondenden Substraten erfolgt eine hochfrequente, schwingende, mechanische Belastung,
welche in den zu bondenden Oberflächen, insbesondere den auf den Substraten abgeschiedenen
Materialien, eine entsprechende Versetzungsdichte erzeugt. Durch die Kontaktierung
der beiden Substratoberflächen mit einem möglichst niedrigen Druck und einer, mit
Vorzug möglichst geringen, Temperatur, erfolgt eine Rekristallisation des Gefüges
beim Bondvorgang, insbesondere über die Bondgrenzfläche hinaus.
[0014] Um eine Rekristallisation bei möglichst geringen Temperaturen durchführen zu können
sollte nicht nur die Versetzungsdichte, sondern auch die Reinheit des rekristalliserenden
Materials, möglichst hoch sein. Die Reinheit wird für technische Zwecke optimalerweise
in Massenprozent (m%) angegeben. Die Reinheit des Materials ist erfindungsgemäß insbesondere
größer als 95 m%, vorzugsweise größer als 99 m%, noch bevorzugter größer als 99,9
m%, am bevorzugtesten größer als 99,99 m%, am allerbevorzugtesten größer als 99,999
m%.
[0015] Die Korngröße des rekristallisierenden Gefüges vor der Rekristallisation ist erfindungsgemäß
insbesondere kleiner als 1000 nm, vorzugsweise kleiner als 500 nm, noch bevorzugter
kleiner als 100 nm, am bevorzugtesten kleiner als 50 nm, am allerbevorzugtesten kleiner
als 10 nm. Die Korngröße des rekristallisierenden Gefüges nach der Rekristallisation
ist erfindungsgemäß insbesondere größer als 10 nm, vorzugsweise größer als 100 nm,
noch bevorzugter größer als 500 nm, am bevorzugtesten größer als 500 nm, am allerbevorzugtesten
größer als 1000 nm. In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Dicke
der durch Rekristallisation gebildeten Körner gleich groß wie die Dicke des rekristallisierten
Gefüges.
[0016] Um die Mobilität der Atome vor und/oder während und/oder nach der Rekristallisation
zu erhöhen besitzt das Gefüge bevorzugt eine möglichst große Punktdefektdichte, insbesondere
Leerstellendichte. Eine erhöhte Anzahl an Leerstellen verbessert die Substitutionsdiffusion
und trägt damit zu einer verbesserten Verbindung der zwei zu bondenden Oberflächen
bei. Die Leerstellendichte ist erfindungsgemäß insbesondere größer als 10
-12, vorzugsweise größer als 10
-10, noch bevorzugter größer als 10
-8, am bevorzugtesten größer als 10
-6, am allerbevorzugtesten größer als 10
-4. Eine Leerstellendichte von ca. 10
-4 stellt bereits dem typischen Grenzwert der Leerstellendichte für Metalle in der Nähe
des Schmelzpunktes dar.
[0017] Denkbar ist zudem eine konkave Ausformung eines Probenhalters bzw. eines Unterseitenheizers
zum Heizen der Unterseite des Substrats, der ein Durchbiegen/Durchhängen des Wafers
im µm-Bereich zulässt. Die konkave Ausformung erlaubt die Durchbiegung des Wafers.
Durch diese Durchbiegung kann, insbesondere bei hochfrequenter Beanspruchung des Wafers
eine zusätzliche Spannungsbelastung und daher vorteilhafterweise eine Erhöhung der
Versetzungsdichte im Wafer, insbesondere in einer Schicht am Wafer, erzeugt werden.
Insbesondere erzeugt die Durchbiegung des Wafers im oberflächennahen Bereich des Wafers,
der sich näher an der konkaven Ausformung befindet, eine Zugbeanspruchung, während
die Oberfläche des Wafers, welche der konkaven Ausformung entgegengesetzt ist, durch
eine Druckspannung beansprucht wird. Die, durch die Biegebeanspruchung erzeugten Zug
bzw. Druckspannungen nehmen in Richtung der neutralen Linie hin ab. Die Maximalwerte
der Zug- bzw. Druckspannung sind insbesondere an den Oberflächen des Wafers zu finden.
Auf Grund der geringen Dicke des Wafers sind die durch Biegung erzeugten Zug- bzw.
Druckspannungen zwar sehr gering, können allerdings dennoch einen positiven Effekt
auf die erfindungsgemäße Ausbildung des metastabilen Zustandes einer der beiden Schichten
haben.
Die Bauhöhe einer Druckeinrichtung zur Druckbeaufschlagung des Substratstapels kann
insbesondere durch die Verwendung einer Piezotechnik gering gehalten werden und eine
Integration in eine erfindungsgemäße Vorrichtung ist somit unproblematisch. Ein solches
Verfahren würde, was die Haftfähigkeit der beiden gebondeten Wafer zueinander betrifft,
näherungsweise an die heute bekannten Ergebnisse des Hochtemperaturbondens in Bezug
auf die Haftfähigkeit heranreichen.
[0018] Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass es zu einer deutlich geringeren Wärmebelastung
der auf den Wafern befindlichen und teilweise hochempfindlichen elektronischen Bauteile
während des Bondens kommt und somit die Wahrscheinlichkeit irreparabler Schäden weitestgehend
ausgeschlossen bzw. erheblich verringert wird. Durch die geringere Bondtemperatur
ist auch ein deutlich geringerer Energieverbrauch gegeben. Außerdem wird durch das
Niedrigtemperaturbonden ein höherer Durchsatz erreicht, da man auf ein zeitintensives
Abkühlen der gebondeten Wafer verzichten kann.
[0019] Es ist auch eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung zu zeigen, wie es möglich ist,
in mikro- und/oder nanometergroßen Strukturen, insbesondere Metallen, eine Erhöhung
der Versetzungsdichte zu erzeugen.
[0020] Die Versetzungsdichte wird erfindungsgemäß vorwiegend mittels Ultraschall im Gefüge
erhöht. Gegenstand der Erfindung ist insbesondere eine Vorrichtung, welche zumindest
über eine schwingende Einrichtung verfügt, mit deren Hilfe das Gefüge der miteinander
zu bondenden Gebiete in einen metastabilen Energiezustand bringen kann, sodass eine
verbesserte Bondwirkung erzielt wird. Insbesondere wird durch die erfindungsgemäßen
Ausführungsformen die Versetzungsdichte in den Bereichen mindestens einer der beiden
Substrate erhöht. Die erfindungsgemäßen Ausführungsformen können vor und/oder nach
der Kontaktierung der Substrate auf die Substratoberflächen angewandt werden. Mit
besonderem Vorzug erfolgt eine erfindungsgemäße Erzeugung der Versetzungsdichte erst
nach dem Kontaktieren der beiden Substrate zueinander. Erfindungsgemäß denkbar ist
aber auch eine Erzeugung der Versetzungsdichte vor dem Kontaktieren oder vor und nach
dem Kontaktieren.
[0021] Die Vorrichtung verfügt mit Vorzug über ein Thermostat, mit dem die erfindungsgemäße
Vorrichtung kontrolliert aufgeheizt werden kann und bei der sich die Bondtemperatur
vorteilhafterweise in einem Bereich von Raumtemperatur - bis deutlich unter 300°C
bewegt. Das kontrollierte Aufheizen kann alternativ von einer Steuerungstechnik übernommen
werden, die in Abhängigkeit des Substratmaterials insbesondere auch andere prozessrelevante
Parameter bei den zu benutzenden Rezepten berücksichtigt. Denkbar wäre auch eine Behandlung
der zueinander gebondeten Substrate in einem eigenen, externen, von der erfindungsgemäßen
Ausführungsform getrennten Ofen. Mit besonderem Vorzug würde es sich dann um einen
Durchlaufofen handeln.
[0022] Die erfindungsgemäßen Ausführungsformen sind bevorzugt Apparate, welche dazu in der
Lage sind, zumindest Teile eines, vorzugsweise des gesamten, Substrats bzw. eines
bereits durch einen Prebond miteinander verbundenen Substratstapels, durch eine Schwingung
in einen metastabilen Zustand zu bringen. Bei der Schwingung kann es sich erfindungsgemäß
um eine Schwingung mit einer einzigen Periode oder mehreren Perioden handeln.
[0023] Mit besonderem Vorzug werden die Versetzungserzeugung und der Gefügeumbau direkt
durch die erfindungsgemäße Vorrichtung während des Bondvorgangs eingeleitet werden.
Dadurch kann verhindert werden, dass ein vor dem Bondvorgang erzeugter metastabile
Zustand durch Relaxationsprozesse wieder abgebaut wurde, und während des Bondvorgangs
nicht mehr zur Verfügung steht. Denkbar ist natürlich auch die Herstellung eines erfindungsgemäßen
metastabilen Zustands in mindestens einem der beiden Substrate vor dem Bondvorgang
sowie eine zusätzliche zweite bzw. nachträgliche Erzeugung bzw. Verstärkung eines
metastabilen Zustands nach der Kontaktieren, insbesondere während des Bondvorgangs.
Insbesondere könnte man erfindungsgemäß von einem Reibschweißvorgang auf Mikro- und/oder
Nanoebene sprechen, der durch makroskopische Krafteinleitung bewirkt wird.
[0024] Insbesondere besteht ein eigenständiger Aspekt der vorliegenden Erfindung darin,
den Substratstapel auf einem Probenhalter zu lagern, der eine Schwingung und/oder
Verformung der ersten und/oder zweiten Schicht zulassend ausgebildet ist. Dies kann
insbesondere durch, insbesondere ausschließlich an der Peripherie des Probenhalters
und/oder des Schwingkörpers angeordnete, Festlager zur Lagerung des Probenhalters
und/oder des Schwingkörpers erfolgen.
[0025] Vorzugsweisewerden die beiden zu verbindenden Substrate innerhalb einer Ausrichteeinheit
(Alignmentmodul) zueinander ausgerichtet. In einem besonderen Ausrichtungsprozess
werden die beiden Substrate, insbesondere von der zentrischen Mitte der Substrate
hin zu dem radialen Umfang der Substrate, kontaktiert.
[0026] Versetzungen werden erfindungsgemäß bevorzugt durch die Einbringung mechanischer
Schubspannungen erzeugt. Diese Schubspannungen werden in den Körnern durch eine außen
angelegte Spannungsbelastung erzeugt. Die Erzeugung der erfindungsgemäßen Versetzungsdichte
kann durch jeder der folgenden erfindungsgemäßen Ausführungsformen entweder vor der
Kontaktierung, nach der Kontaktierung, aber vor dem Bonden oder nach der Kontaktierung
während des Bondens erfolgen.
[0027] In einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform erfolgt die Erzeugung der Versetzungsdichte
durch ein lokal konzentriertes Schwingelement. Bei dieser erfindungsgemäßen Ausführungsform
werden Schwingungen durch das Schwingungselement, welches das Substrat bzw. den Substratstapel
insbesondere örtlich begrenzt beansprucht erzeugt. Das Schwingungselement kann insbesondere
entweder elektrisch, mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch angeregt werden. Mit
besonderem Vorzug handelt es sich um eine elektrisch erregbare, piezoelektrische Schwingungsvorrichtung.
Denkbar und beansprucht wird zudem auch eine mögliche räumliche Trennung des Alignment-Moduls,
Schwingungseinrichtung und/oder der zum Ausheizen zu verwendenden Bondkammer. Sofern
darstellbar, wird jedoch ausdrücklich auch eine Kombination der vorgenannten Einrichtungen
innerhalb eines Clusters beansprucht. Eine Abfolge der einzelnen Verfahrensschritte
wird ebenfalls beansprucht. In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform erfolgt
alleine durch das Schwingelement bereits eine Verbondung der beiden Substrate durch
Rekristallisation an den Stellen, die durch das Schwingelement bereits beansprucht
wurden. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erhöht das Schwingungselement
nur die Versetzungsdichte, ohne zu einer sofortigen Rekristallisation und damit zu
einem sofortigen Verbonden zu führen. Der eigentliche Bondvorgang erfolgt dann entweder
in einem Ofen und/oder in einer eigenen Bondkammer, in welcher der gesamte Substratstapel
nochmals vollflächig mit Druck beaufschlagt und/oder geheizt werden kann.
[0028] In weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsformen werden das Substrat bzw. der Substratstapel
vollflächig in Schwingung, insbesondere in Biegeschwingung und/oder Schwerschwingung,
versetzt. Das Substrat bzw. der Substratstapel liegt dabei auf einem Probenhalter
auf und wird durch eine Druckplatte oder eine ähnliche erfindungsgemäße Vorrichtung
an der zum Probenhalter gegenüberliegenden Seite fixiert, insbesondere mit Druck beansprucht.
Danach erfolgt eine erfindungsgemäße, insbesondere lokale und/ oder zumindest nicht
die gesamte Oberfläche des Substrats bzw. Substratstapels abdeckende, schwingende
Kraftbeanspruchung. Diese Kraftbeanspruchung versetzt das gesamte Substrat bzw. den
gesamten Substratstapel in Schwingungen. Dabei sind Probenhalter und/oder Druckplatte
insbesondere so ausgelegt, um selbst mitschwingen zu können. Denkbar wäre auch die
Verwendung eines stabilen und dicken Probenhalters und einer stabilen Druckplatte,
um eine schwingende Scherbeanspruchung des Substrats bzw. des Substratstapels zu erzeugen.
Analoge Überlegungen gelten für eine Torsionsbeanspruchung, die allerdings auf Grund
der Radialabhängigkeit der Verformung vom Zentrum des Substrats bzw. des Substratstapels
nicht die bevorzugte Ausführungsform darstellt.
[0029] Erfindungsgemäß beruht die Erzeugung eines metastabilen Gleichgewichts, insbesondere
einer an Versetzungen reichen Schicht, auf der Verwendung eines statischen, Probenhalters
und/oder einer statischen nicht planaren Druckplatte. Der Probenhalter und/oder die
Druckplatte sind dabei vorzugsweise konkav und/oder konvex geformt. In einer besonderen
Ausführungsform sind sie aus einem elastischen Material geformt, welches im unbelasteten
Zustand zwar eine ebene Oberfläche besitzt, sich unter Druckbelastung aber entsprechend
konkav und/oder konvex verformen kann. Durch diese Formmöglichkeit wird der Substratstapel
ebenfalls in eine konkave und/oder konvexe Form gezwungen, was zu einer entsprechenden
Beanspruchung des Substratstapels und damit der miteinander zu verbondenden Oberflächen
führt. Insbesondere erfolgt - im Gegensatz zu den weiter oben bereits genannten erfindungsgemäßen
Ausführungsformen - keine dynamische, schwingende, sondern eine rein statische, insbesondere
vollflächige Druckbeanspruchung des Substratstapels.
[0030] In einer ganz besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform wird die Elastizität des
Probenhalters ausgenutzt um den erfindungsgemäßen Aspekt zu erzeugen. Der Probenhalter
besitzt eine gewisse Elastizität und ist damit in der Lage, sich unter Druckbelastung
zu verformen. Der Probenhalter kann prinzipiell beliebig, vorzugsweise konvex, konkav
oder eben, geformt sein. In dieser speziellen erfindungsgemäßen Ausführungsform eignet
sich allerdings vor allem ein ebener Probenhalter. Daher wird im weiteren Verlauf
des Textes auf einen ebenen Probenhalter Bezug genommen. Durch die Druckbeaufschlagung
des elastisch verformbaren, aber vor der elastischen Verformung ebenen Probenhalters,
wird eine leicht konkave elastische Verformung bewirkt. Der Probenhalter wird in der
Mitte stärker elastisch verformt als am Rand. Die maximale Verformung in eine im Allgemeinen
beliebige Richtung, insbesondere aber in Kraftrichtung, ist insbesondere kleiner als
1mm, vorzugsweise kleiner als 100µm, noch bevorzugter kleiner als 10µm am bevorzugtesten
kleiner als 1µm, am allerbevorzugtesten kleiner als 100nm. Der E-Modul des Werkstoffs,
aus dem der Probenhalter gefertigt wird ist insbesondere größer als 10MPa, vorzugsweise
größer als 100MPa, noch bevorzugter größer als 1GPa, am bevorzugtesten größer als
10GPa, am allerbevorzugtesten größer als 100GPa. Der erfindungsgemäße Aspekt einer
solchen Ausführungsform besteht insbesondere darin, eine Kraft, insbesondere Flächenkraft,
auf den Substratstapel aufzubringen. Durch die Elastizität des Probenhalters wird
der Substratstapel quasi in den Probenhalter gedrückt, der minimal, insbesondere konkav,
verformt wird. Durch diese extrem leichte Durchbiegung des Substratstapels verschieben
sich die beiden, noch nicht miteinander verbondeten, Oberflächen der beiden Substrate
latereral, insbesondere entlang ihrer Bondgrenzfläche, leicht zueinander. Durch die
dabei entstehende Reibung zwischen den beiden miteinander zu verbondenen Oberflächen
erfolgt die erfindungsgemäße Erzeugung des metastabilen Zustands, insbesondere des
versetzungsreichen Gefüges. Bei der Entlastung des Substratstapels wird die elastische
Energie im Probenhalter dazu genutzt den Probenhalter sowie den Substratstapel wieder
in ihre Ausgangsform zu überführen. Dabei findet eine nochmalige, aber in die entgegengesetzte
Richtung wirkende Reibung im Substratstapel statt. Dieser Vorgang kann, falls notwendig,
beliebig oft wiederholt werden.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist es denkbar, die Druckbeaufschlagungseinrichtung
und/oder den Probenhalter und/oder die gesamte Anlage konstruktionstechnisch derart
zu gestalten, dass eine nennenswerte Durchbiegung des Probenhalters und damit auch
des zu beanspruchenden Substratstapel erst bei der Belastung erfolgt. Insbesondere
wird diese besonders bevorzugte Ausführungsform so realisiert, dass der Probenhalter
an seiner Peripherie (vorzugsweise ausschließlich), insbesondere vollumfänglich, durch
ein Lager, insbesondere ein Festlager, unterstützt wird, während das Zentrum nicht
oder nur nachgiebig unterstützt wird. In dieser speziellen Ausführungsform ist der
Probenhalter und damit der Substratstapel im nichtbelasteten Fall, unter Vernachlässigung
der Gravitationswirkung und der Fertigungstoleranzen, als eben zu betrachten, biegt
sich allerdings unter einer Last, vorzugsweise einer Punktlast entlang der Symmetrieachse
des Druckkolbens, noch bevorzugter einer Flächenlast entlang der Druckplatte, in der
Mitte konkav durch.
[0031] Ein wichtiger erfindungsgemäßer Aspekt ist die Erzeugung eines metastabilen Zustands,
insbesondere eines Gefüges mit erhöhter Versetzungsdichte in den Oberflächen zweier
miteinander zu verbondener Oberflächen, durch elastische Verformung des Probenhalters
und eine dadurch hervorgerufene Reibung zwischen den beiden Oberflächen.
[0032] Um die im vorherigen Absatz erwähnten Beanspruchungen durchzuführen, ist die Lagerung
des Substrats bzw. des Substratstapels auf unterschiedlichen Probenhaltern denkbar.
Die Probenhalter können dabei vollflächig oder nur an deren Peripherie unterstützt
sein.
[0033] Die Amplituden der Schwingungserreger sind insbesondere kleiner als 100µm, mit Vorzug
kleiner als 1µm, mit größerem Vorzug kleiner als 100nm, mit größtem Vorzug kleiner
als 10nm.
[0034] Die durch die Amplituden erzeugten lateralen, insbesondere zur Substratoberfläche
parallelen Verschiebungen können während des erfindungsgemäßen Vorgangs theoretisch
beliebige Werte annehmen, solange sie nach Beendigung desselbigen eine bleibenden
Ausrichtungsfehler annehmen, der kleiner ist als 100µm, mit Vorzug kleiner als 1µm,
mit größerem Vorzug kleiner als 100nm, mit größtem Vorzug kleiner als 10nm. Insbesondere
werden die lateralen Verschiebungen kleiner als 10µm, mit Vorzug kleiner als 1µm,
mit größerem Vorzug kleiner als 100nm, mit größtem Vorzug kleiner als 10nm eingestellt.
Die vertikalen Verschiebungen sind während des erfindungsgemäßen Vorgangs insbesondere
kleiner 10µm, mit Vorzug kleiner als 1µm, mit größerem Vorzug kleiner als 100nm, mit
größtem Vorzug kleiner als 10nm.
[0035] Erfindungsgemäß wird mindestens eine, insbesondere vollflächig am Substrat oder Substratstapel
angelegte, Vordruckspannung erzeugt. Die erfindungsgemäßen Vordruckspannungen sind
insbesondere größer als 10 N/mm
2, mit Vorzug größer als 100 N/mm
2, mit größerem Vorzug größer als 200 N/mm
2, mit allergrößtem Vorzug größer als 1000 N/mm
2.
[0036] Die Vordruckspannung, bzw. die von-Mises Vergleichsspannung, ist erfindungsgemäß
insbesondere größer als die Streckgrenze des Werkstoffes des Substrats bzw. der sich
am Substrat befindenden Schicht, die zum Bonden verwendet werden soll., um eine plastische
Verformung zu unterstützen, welche die entsprechende Versetzungsbildung zusätzlich
begünstigt. Die Streckgrenze des Werkstoffs ist vorzugsweise kleiner als 5000 N/mm
2, vorzugsweise kleiner als 1000 N/mm
2, noch bevorzugter kleiner als 750 N/mm
2, am bevorzugtesten kleiner als 500 N/mm
2, am allerbevorzugtesten kleiner als 300 N/mm
2. Die Zugfestigkeit des Werkstoffs ist vorzugsweise kleiner als 5000 N/mm
2, vorzugsweise kleiner als 1000 N/mm
2, noch bevorzugter kleiner als 750 N/mm
2, am bevorzugtesten kleiner als 500 N/mm
2, am allerbevorzugtesten kleiner als 300 N/mm
2. Reines, nicht kaltverformtes und daher noch nicht verfestigtes Kupfer besitzt beispielsweise
eine Streckgrenze von ca. 70 N/mm
2 und eine Zugfestigkeit von ca. 200 N/mm
2.
[0037] Durch Überlagerung der schwingenden Beanspruchung mit der Vorspannung werden zusätzliche,
zeitlich veränderliche Kräfte erzeugt. Durch die Vorspannung, insbesondere über eine
Streckgrenze des Werkstoffes hinaus, ist dieser zumindest mit einer positiven Halbwelle
im Fließbereich des Werkstoffes.
[0038] Ein weiterer erfindungsgemäßer Effekt, der sich positiv auf die Bondeigenschaften
auswirkt, ist die durch die erfindungsgemäßen Vorrichtungen in das System eingebrachte,
Wärmeenergie und die damit erreichbare Temperatur. Vor allem in der erfindungsgemäßen
Ausführungsform eines lokal konzentrierten Schwingungselements kann eine sehr hohe
Wärmedichte und damit eine sehr hohe Temperatur erzeugt werden, durch welche der Bondvorgang
lokal initiiert werden kann. Auf eine weitere Wärmebehandlung kann in diesem Fall
mit besonderem Vorzug verzichtet werden. Die Rekristallisation erfolgt vorzugsweise
bei möglichst geringer Temperatur, wodurch auch die vom lokalen Schwingungselement
bevorzugt erzeugbare Temperatur entsprechend klein sein kann. Die durch ein lokal
konzentriertes Schwingungselement erzeugte Temperatur ist insbesondere kleiner als
800°C, vorzugsweise kleiner als 600°C, noch bevorzugter kleiner als 400°C, am bevorzugtesten
kleiner als 200°C, am allerbevorzugtesten kleiner als 50°C.
[0039] Unabhängig von der verwendeten erfindungsgemäßen Ausführungsform kann der Substratstapel
nach erfolgreicher Behandlung in einem externen, von der erfindungsgemäßen Ausführungsform
getrennten Ofen wärmebehandelt werden. Die Wärmebehandlung ist jedoch ungeachtet der
vorgenannten Verwendung eines getrennten Ofens auch in der Bondkammer oder in jedem
anderen in der Prozesskette implementierten Moduls möglich. Insbesondere erfolgt erst
durch die Wärmebehandlung die überwiegende Rekristallisation des Gefüges und damit
der eigentliche permanente Bond. Die Rekristallisation erfolgt vorzugsweise bei möglichst
geringer Temperatur. Die Temperatur im Ofen bzw. Bonder ist insbesondere kleiner als
800°C, vorzugsweise kleiner als 600°C, noch bevorzugter kleiner als 400°C, am bevorzugtesten
kleiner als 200°C, am allerbevorzugtesten kleiner als 50°C.
- Figur 1a
- eine schematische Querschnittsdarstellung eines beschichteten Substrats und eine Vergrößerung
der Mikrostruktur der Beschichtung,
- Figur 1b
- eine schematische Querschnittsdarstellung eines beschichteten Substrats und eine Vergrößerung
der Mikrostruktur der Beschichtung nach einer Erhöhung der Versetzungsdichte,
- Figur 1c
- eine schematische Querschnittsdarstellung zweier beschichteter Substrate nach einem
Kontaktiervorgang und eine Vergrößerung der Mikrostruktur der Beschichtungen,
- Figur 1d
- eine schematische Querschnittsdarstellung zweier beschichteter Substrate nach einem
Bondvorgang und eine Vergrößerung einer über das Bondinterface erfolgten rekristallisierten
Mikrostruktur,
- Figur 2a
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform,
die direkt auf die Oberfläche eines Substrats wirkt und sofort zu einer Gefügeneubildung
über die Bondgrenzfläche hinaus führt,
- Figur 2b
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform,
die direkt auf die Oberfläche eines Substrats wirkt und noch zu keiner Gefügeneubildung
über die Bondgrenzfläche hinaus führt,
- Figur 3a
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform
in einem ersten Zustand,
- Figur 3b
- eine schematische Querschnittsdarstellung der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform
in einem zweiten Zustand,
- Figur 3c
- eine schematische Querschnittsdarstellung der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform
in einem dritten Zustand,
- Figur 3d
- eine schematische Darstellung eines Belastungsdiagrams der zweiten erfindungsgemäßen
Ausführungsform,
- Figur 4a
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer dritten erfindungsgemäßen Ausführungsform
in einem ersten Zustand,
- Figur 4b
- eine schematische Querschnittsdarstellung der dritten erfindungsgemäßen Ausführungsform
in einem zweiten Zustand,
- Figur 4c
- eine schematische Querschnittsdarstellung der dritten erfindungsgemäßen Ausführungsform
in einem dritten Zustand,
- Figur 4d
- eine schematische Darstellung eines Belastungsdiagrams der dritten erfindungsgemäßen
Ausführungsform,
- Figur 5
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer ersten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer vollflächigen Biegeschwingung,
- Figur 6
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer zweiten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer vollflächigen Biegeschwingung,
- Figur 7
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer dritten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer vollflächigen Biegeschwingung,
- Figur 8
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer vierten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer vollflächigen Scherschwingung,
- Figur 9
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer fünften Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer vollflächigen statischen Druckbeaufschlagung,
- Figur 10
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer sechsten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer statischen Druckbeaufschlagung
mit einer materialbezogenen Nachgiebigkeit des Probenhalters und
- Figur 11
- eine schematische, nicht maßstabsgetraue Darstellung einer siebten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erzeugung einer statischen Druckbeaufschlagung
mit einer konstruktionstechnischen Nachgiebigkeit des Probenhalters.
[0040] Die Figur 1a zeigt ein Substrat 1 mit einer auf eine Substratoberfläche 1o aufgebrachten
Schicht 2, insbesondere einer Metallschicht, mit besonderem Vorzug einer Cu-Schicht.
Die Vergrößerung stellt eine Mikrostruktur der Schicht 2 dar, die aus mehreren Körnern
3 besteht. Im Falle sehr geringer Schichtdicken t kann sich in Schichtdickenrichtung
auch nur ein Korn 3 befinden. Die Schichtoberfläche 2o der Schicht 2 sowie die Substratoberfläche
1o sind im Allgemeinen mit einer nicht verschwindenden Rauheit versehen. Insbesondere
ist die Rauheit erfindungsgemäß vernachlässigbar klein, mit besonderem Vorzug gar
nicht vorhanden. Die Rauheit wird entweder als mittlere Rauheit, quadratische Rauheit
oder als gemittelte Rauhtiefe angegeben. Die ermittelten Werte für die mittlere Rauheit,
die quadratische Rauheit und die gemittelte Rauhtiefe unterscheiden sich im Allgemeinen
für dieselbe Messstrecke bzw. Messfläche, liegen aber im gleichen Größenordnungsbereich.
Daher sind die folgenden Zahlenwertebereiche für die Rauheit entweder als Werte für
die mittlere Rauheit, die quadratische Rauheit oder für die gemittelte Rauhtiefe zu
verstehen. Die Rauheit ist insbesondere kleiner als 100 µm, vorzugsweise kleiner als
1 µm, noch bevorzugter kleiner als 100 nm, am bevorzugtesten kleiner als 10nm, am
allerbevorzugtesten kleiner als 1nm.
[0041] Durch ein beliebiges erfindungsgemäßes Verfahren wird nun in den Körnern 3 der Schicht
2 die Versetzungsdichte erhöht. Es entstehen mehrere Versetzungen 4. Die Körner 3
gehen dadurch in Körner 3' mit einer entsprechend hohen Versetzungsdichte über. Der
Energiezustand der Körner 3' ist zumindest teilweise, vorzugsweise überwiegend, metastabil.
[0042] Zwei durch eine der erfindungsgemäßen Ausführungsformen präparierte Substrate 1,
1' mit Schichten 2, 2' werden nun miteinander kontaktiert bzw. gebondet. Bei einer
Kontaktierung zweier Substrate mit funktionalen Einheiten kann eine vorherige Ausrichtung
der Substrate zueinander notwendig sein. In einer besonderen Ausführungsform wird
die Versetzungsdichte in den Schichten 2, 2' der Substrate 1, 1' vor und/oder nach
der Kontaktierung erfindungsgemäß erhöht. In diesem Zustand befinden sich die beiden
Schichten 2, 2' der Substrate 1, 1' in engem Kontakt miteinander und sind in einem
metastabilen Zustand.
[0043] Figur 1d zeigt die erfolgreiche, erfindungsgemäße Gefügeneubildung durch Rekristallisation
über eine Bondgrenzfläche (engl.: bond interface) 5 hinweg. Die Einleitung der Gefügeneubildung
durch Rekristallisation erfolgt mit Vorzug durch eine, insbesondere leichte, Temperaturerhöhung.
Die Temperaturerhöhung wird entweder durch eine der erfindungsgemäßen Ausführungsformen
eingeleitet oder in einem externen, von der erfindungsgemäßen Ausführungsform getrennten,
Ofen, insbesondere einem Durchlaufofen, durchgeführt. Der erfindungsgemäße Gedanke
besteht vor allem darin, dass durch die erhöhte Versetzungsdichte der Körner 3' die
Temperatur zur Gefügeneubildung extrem gesenkt werden kann. Die Temperatur beim Bonden
ist insbesondere kleiner als 300°C, mit Vorzug kleiner als 200°C, mit großem Vorzug
kleiner als 150°C, mit besonderem Vorzug kleiner als 100°C, am bevorzugtesten kleiner
als 50°C. In einer besonderen Ausführungsform ist die mittlere Rauheit der Substratoberfläche
1o kleiner als 100µm, mit Vorzug kleiner als 10µm, mit größerem Vorzug kleiner als
1µm, mit größtem Vorzug kleiner als 100nm, mit allergrößtem Vorzug kleiner als 10nm.
[0044] Um die in den Figuren 1a-1d gezeigten Bondvorgang durchzuführen werden im Folgenden
mehrere erfindungsgemäße Ausführungsformen präsentiert, welche die Erhöhung der Versetzungsdichte
in den Körnern 3 bewerkstelligen könnten. Es wird nochmals erwähnt, dass die Erhöhung
der Versetzungsdichte in jeder Schicht 2 eines jeden Substrats 1 vor und/oder nach
der Kontaktierung der beiden Substrate erzeugt werden kann. Die Figuren 1a-1b zeigen
die Erzeugung einer versetzungsreichen Schichten 2 vor dem eigentlichen Bondvorgang.
[0045] In einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird eine entlang einer Substratrückseite
1r in einer Bewegungsrichtung bewegliche Schwingungseinrichtung 6 verwendet. Eine
Kontaktfläche 6k der Schwingungseinrichtung 6 ist insbesondere kleiner als die Substratoberfläche
1o. Das Verhältnis zwischen der Kontaktfläche 6k und der Substratoberfläche 1o ist
insbesondere kleiner als 1/2, mit Vorzug kleiner als 1/6, mit größerem Vorzug kleiner
als 1/10, mit größtem Vorzug kleiner als 1/20, mit allergrößtem Vorzug kleiner als
1/100. Durch eine erfindungsgemäße extrem kleine Kontaktfläche 6k können extrem hohe
punktförmige Kräfte auf den aus den an den Schichten 2, 2' kontaktierten Substraten
1, 1' gebildeten Substratstapel 8 und damit auf die Schichten 2 übertragen werden.
[0046] Die Schwingungseinrichtung 6 setzt den Substratstapel 8 lokal durch eine Vordruckkraft
und/oder -spannung in Richtung eines Probenhalters 7 zur Aufnahme des Substratspatels
8 unter Druckspannung. Danach wird der positiven Vordruckspannung F eine periodische,
mit Vorzug hochfrequente Schwingung überlagert. Die hochfrequente Schwingung führt
zu einer lokalen Wechselbeanspruchung der Schichten 2, 2'. Durch die Wechselbeanspruchung
werden die Schichten 2, 2' mit Vorzug einem Spannungszustand ausgesetzt, der erfindungsgemäß
dazu geeignet ist, Versetzungen 4 in den Körnern 3 zu erzeugen. Die metallurgischen
Voraussetzungen, wie beispielsweise Frank-Read Quellen, zur Erzeugung derartiger Versetzungen
sind dem Fachmann bekannt. Die Schwingungseinrichtung 6 bewegt sich mit einer Geschwindigkeit
V über den Substratstapel 8 und ist dabei immer mit einer Druckkraft f beaufschlagt.
Durch die Schwingungseinrichtung 6 verbunden mit der Druckkraft f entsteht eine Temperatur
von ca. 20-40% der Schmelztemperatur der Schichten 2, 2' und es kommt in der Folge
zu einer Rekristallisation durch die eine kraftschlüssige Verbindung zum Substratstapel
zustande kommt. In der Figur 2a wurde die Bondgrenzfläche 5 bereits entlang einer
Strecke L geschlossen, da durch die Beaufschlagung der Schwingungseinrichtung 6 bereits
genügend Versetzungen 4 in die Körner 3 und/oder Wärme in die Bondgrenzfläche 5 eingebracht
wurden, um die Gefügeneubildung hervorzurufen.
[0047] In manchen Ausführungsformen könnte diese in-situ Gefügeneubildung unerwünscht sein
und muss durch die korrekte Wahl der Prozessparameter verhindert werden, sodass ein
metastabiles Gefüge mit Körnern 3' bis zur explizit durchgeführten Wärmebehandlung
erhalten bleibt. Diese Situation wird in der Figur 2b dargestellt. Die Schwingungseinrichtung
6 erzeugt zwar Versetzungen 4 in den Gefügen der beiden Schichten 2, die dabei vorzugsweise,
zumindest punktuell, verschweißt werden, die Rekristallisation, welche zur Gefügeneubildung
über die Bondgrenzfläche 5 hinaus notwendig ist, findet zu diesem Zeitpunkt bevorzugt
noch nicht statt.
[0048] Die Figuren 3a-3c zeigen drei (globale) Schwingungszustände einer erfindungsgemäßen
zweiten Ausführungsform mit einer Schwingungseinrichtung 6'. Diese erfindungsgemäße
Schwingungseinrichtung 6' zeichnet sich dadurch aus, dass der Substratstapel 8 durch
eine sich über die gesamte Bondgrenzfläche des Substratstapels 8 ausgedehnte, vollflächige
Schwingung verformt wird. Der Substratstapel 8 wird dabei durch eine Flächenkraft
f über die gesamte Substratoberfläche 1o vorgespannt und während der gesamten erfindungsgemäßen
Schwingungsbelastung unter Druck gehalten.
[0049] Die erfindungsgemäße Ausführungsform weist mindestens einen unteren Probenhalter
7 auf, auf dem der Substratstapel 8 aufliegen kann. Mit besonderem Vorzug existiert
eine gegenüberliegende Fixierung, beispielsweise eine Druckplatte 10.
[0050] Erfindungsgemäß wird die Kraft F, welche eine lokale Schwingungsüberlagerung zur
Flächenkraft f erzeugt, an einem Schwingungsbereich 9 eingeleitet. Durch die Krafteinleitung
in einem, insbesondere lokalen, vorzugsweise punktuellen, Schwingungsbereich 9 wird
der Substratstapel in Richtung einer Normalen zur Substratoberfläche 1o ausgelenkt,
wobei eine Gegenkraft Fg insbesondere durch je ein Lager oder je eine Halterung der
Substrate 1, 1' oder des Probenhalters 7 und der Druckplatte 10 erzeugt wird. Der
Schwingungsbereich 9 muss nicht zentrisch liegen, sondern kann an jeder beliebigen
Position der Substratoberfläche 1o angreifen.
[0051] Die Figur 3d zeigt eine schematische Darstellung der sich zeitlich ändernden Kraftbeaufschlagung,
welche sich aus der zeitlich konstanten Flächenkraft f (gestrichelte Linie) und der
überlagerten, periodischen, insbesondere lokalen, Kraftbeaufschlagung F zusammensetzt.
Erkennbar ist, dass die resultierende Kraft sich immer im positiven Druckbereich befindet,
so dass die Substrate 1,1' immer aneinander gedrückt werden.
[0052] Die Krafteinbringung über den Schwingungsbereich 9 erfolgt insbesondere über Piezoelemente,
hydraulische, pneumatische oder mechanisch gesteuerte Stifte, welche dafür sorgen,
dass der Probenhalter 7 und/oder die Druckplatte 10 und damit der Substratstapel 8
auf Grund der nicht mit der Schwingungskraft F kongruenten und/oder fluchtenden Gegenkraft
Fg entsprechend verformt, insbesondere gebogen werden.
[0053] Die Biegung erzeugt in den Schichten 2, 2' einen Spannungszustand und dadurch die
erhöhte Versetzungsdichte. Anstatt des Probenhalters 7 und/oder der Druckplatte 10
wären auch kreisförmige Ringlager denkbar, auf denen der Substratstapel 8 gelagert
wird. Dadurch sind die Substratoberflächen 1o direkt für die elektrischen, mechanischen,
pneumatischen oder hydraulischen Schwingelemente zugänglich. Denkbar wäre sogar eine
Ausführungsform, bei der das kreisförmige Auflager selbst aus einem Piezomaterial
gefertigt wird. Danach erfolgt eine Fixierung des Substratstapels auf dem kreisförmigen
Auflager. Durch die Piezoschwingungen des kreisförmigen Auflagers wird der Substratstapel
8 entsprechend in Resonanz gebracht und schwingt unter den am Rand definierten Anfangs-
und Randbedingungen. Durch diese spezielle Ausführungsform kann auf ein elektrisches,
mechanisches, pneumatisches oder hydraulisches Verformungselement im Zentrum verzichtet
werden.
[0054] Die Figuren 4a-4d zeigen eine analoge Ausführungsform mit dem Unterschied einer an
dem Substratstapel 8 angreifenden Scherbeanspruchung (Scherspannung) T. Die Scherung
des Substratstapels 8 in den Figuren 4a und 4c ist übertrieben dargestellt. Der Scherwinkel
beträgt nur einige wenige Grad. Der Scherwinkel ist insbesondere kleiner als 10°,
mit Vorzug kleiner als 1°, mit größerem Vorzug kleiner als 0.1°, mit größtem Vorzug
kleiner als 0.01°, mit allergrößtem Vorzug kleiner als 0.001°. Zur erfindungsgemäßen
Scherung des Substratstapels 8 ist mit Vorzug eine vollflächige Kontaktierung der
Substratrückseite 1r, insbesondere mit einem Probenhalter 7"' und/oder einer Druckplatte
10' gemäß Figur 8 vorgesehen.
[0055] Die Figur 5 zeigt eine erste erfindungsgemäße Ausführungsform zur Erzeugung einer
vollflächigen Biegeschwingung, bestehend aus einem, insbesondere im Ruhezustand ebenen,
Probenhalter 7 zur Aufnahme und Halterung/Fixierung des Substratstapels 8 und einer,
insbesondere im Ruhezustand ebenen, Druckplatte 10. Der Probenhalter 7 und die Druckplatte
10 sind an ihren Rückseiten (7r, 10r) und/oder Peripherien über jeweils mindestens
drei punktuelle Festlager 12 oder einem einzigen, radialsymmetrischen, vollumfänglichen
Festlager, fixiert. Zwei insbesondere als Piezoelemente ausgebildete Schwingelemente,
, 11 sind in der Lage, den Probenhalter 7 und die Druckplatte 10 normal zu ihrer Oberfläche
auszulenken und den zwischen ihnen fixierten Substratstapel 8, insbesondere zyklisch,
auf Biegung zu beanspruchen. Insbesondere kann die erfindungsgemäße Ausführungsform
auch eine Vordruckkraft f oder Vorspannung aufbringen, vorzugsweise durch Bewegung
eines oder beider Schwingelemente 11.
[0056] Die Figur 6 zeigt eine zweite erfindungsgemäße Ausführungsform zur Erzeugung einer
vollflächigen Biegeschwingung, bestehend aus einem Probenhalter 7' und einer, im Ruhezustand
ebenen, Druckplatte 10. Der Probenhalter 7' ist an seiner Aufnahmeseite 7o konkav
geformt. Die Druckplatte 10 ist analog zur ersten Ausführungsform gemäß Figur 5 ausgebildet.
Der Substratstapel 8 wird hier durch ein einziges, oberes Schwungelement 11 in die
statische, konkave Form des Probenhalters 7' gedrückt. Insbesondere kann die erfindungsgemäße
Ausführungsform auch eine Vordruckkraft f oder Vorspannung aufbringen, vorzugsweise
durch Bewegung des Schwingelements 11 in Richtung des Probenhalters 7'. Die Vordruckkraft
f wird vorzugsweise aufgebracht, um den Substratstapel 8 in die konkave Form des Probenhalters
7' zu drücken und ihn in dieser gekrümmten Form konstant unter Druck zu beanspruchen.
Danach erfolgt vorzugsweise die erfindungsgemäße Überlagerung der schwingenden Beanspruchung
durch das Schwingelement 11.
[0057] Die Figur 7 zeigt eine dritte erfindungsgemäße Ausführungsform zur Erzeugung einer
vollflächigen Biegeschwingung mit einem konvexen Probenhalter 7". Im übrigen entspricht
der Aufbau und die Funktion der zweiten Ausführungsform gemäß Figur 6.
Die Figur 8 zeigt eine vierte erfindungsgemäße Ausführungsform zur Erzeugung einer
vollflächigen Scherbeanspruchung (siehe Figur 4a bis 4c) Der Substratstapel 8 wird
zwischen dem ebenen Probenhalter 7'
v und der ebenen Druckplatte 10' auf Druck fixiert. Danach erfolgt eine Scherung des
Substratstapels 8 durch gegenläufige, schwingende Bewegung des Probenhalters 7'
v und der Druckplatte 10 zueinander. Die Bewegung erfolgt mittels Schwingelementen
11', die am Seitenumfang des Probenhalters 7'
v und der Druckplatte 10' angeordnet sind. Die Festlager 12 dienen als Fixpunkte für
die, insbesondere als Piezoelemente ausgebildeten, Schwingelemente 11', die jeweils
zwischen jedem Festlager 12 und dem Probenhalter 7'
v der Druckplatte 10' angeordnet sind.
[0058] Die Figur 9 zeigt eine vierte erfindungsgemäße Ausführungsform mit einer Druckplatte
10 und einem statischen, konkav gekrümmten Probenhalter 7' analog Figur 6. Eine, insbesondere
als Flächenlast ausgebildete, Vordrucklast f wird auf die Druckplatte 10 aufgebracht.
Die Druckplatte 10 drückt den Substratstapel 8 (nicht eingezeichnet) an den konkaven
Probenhalter 7' und erzeugt dadurch, in den miteinander zu verbondeten Oberflächen,
einen metastabilen Zustand, insbesondere eine erhöhte Versetzungsdichte. Es kann anstatt
des konkav ausgebildeten Probenhalter 7' genauso der konvex ausgebildete Probenhalter
7" verwendet werden, wie er in Fig. 7 dargestellt ist.
[0059] Insbesondere ist auch die Verwendung eines Probenhalters 7"' gemäß Figur 10 möglich,
der aus einem derartig elastischen Material besteht, dass er erst durch die über die
Druckplatte 10 aufgebrachte Vordruckkraft f (in diesem speziellen Fall ist das insbesondere
die vollflächige Bondkraft) in eine konkave Form gebracht wird. Der Probenhalter 7'"
verhält sich insbesondere elastisch, so dass er geht nach Entfernung der Vordruckkraft
f, insbesondere eine Flächenkraft, wieder in seine ursprüngliche Ausgangsposition
zurückkehrt.
[0060] Ein erfindungsgemäßer Aspekt in einer derartigen Ausführungsform besteht insbesondere
in der Haftreibung zwischen den vor dem erfindungsgemäßen Vorgang noch nicht miteinander
verbondeten Oberflächen, während die Vordruckkraft f auf den Substratstapel drückt
und diesen, auf Grund der Elastizität des Materials des Probenhalters 7'" in diesen
drückt. Der Probenhalter 7'" gibt also auf Grund materialspezifischer Parameter wie
dem E-Modul nach. Insbesondere wird der Probenhalter 7'" elastisch konkav verformt,
wenn der E-Modul des Probenhalters 7"' sich vom Zentrum zum Rand hin erhöht, der Probenhalter
7"' also gemäß einer bevorzugten Ausführungsform über einen E-Modulgradienten verfügt
und/oder die Flächenkraft f keine Gleichlast, sondern eine vom Zentrum zum Rand abnehmende
Flächenlast darstellt.
Figur 11 zeigt eine besonders bevorzugte Ausführungsform eines auf Festlagern 12 fixierten
Probenhalters 7. Der Probenhalter 7 kann entweder direkt auf den Festlagern 12 aufliegen
oder, bevorzugter, auf Konstruktionselementen aufliegen, welche sich zwischen dem
Probenhalter 7 und den Festlagern 12 befinden. Die Figur 11 stellt daher nur eine
sehr schematische Skizze dar. Der erfindungsgemäße Gedanke besteht ausschließlich
darin, dass der den Substratstapel 8 aufnehmende Probenhalter 7 so gelagert wird,
dass die Kraft bei einer Druckbeaufschlagung über die Festlager 12 abfließt und der
Probenhalter 7 zentrisch durchgebogen wird.
[0061] Bei den Festlagern 12 handelt es sich insbesondere um radialsymmetrische, vollumfängliche,
sich in der Position der äußeren Peripherie des Probenhalters 7 befindliche Festlager.
Die dem Probenhalter 7 gegenüberliegende Druckplatte 10 wird vorzugsweise an einem
Druckkolben 13, insbesondere dem Druckkolben 13 eines Bonders, fixiert. Der zwischen
der Druckplatte 10 und dem Probenhalter 7 positionierte Substratstapel 8 (nicht eingezeichnet)
wird durch eine relative Annäherung der Druckplatte 10 und des Probenhalters 7, insbesondere
durch eine Bewegung des Druckkolbens 13, mit Druck beaufschlagt. Der Druckkolben 13
ist dabei vorzugsweise so gefertigt, dass eine zentrische Punktkraft während der fortschreitenden
Druckbeaufschlagung in eine, homogene Flächenkraft umgewandelt wird. Denkbar ist allerdings
auch eine Übertragung einer zentrischen Punktkraft über den Druckkolben 13 und die
Druckplatte 10 auf den Substratstapel 8. Unter dieser Druckbelastung biegt sich der
Probenhalter 7 und damit auch der Substratstapel 8, zentrisch und damit konkav durch,
und wird peripher von den Festlagern 12 gestützt. Im Gegensatz zur erfindungsgemäßen
Ausführungsform in Fig. 10, erfolgt die konkave Durchbiegung dabei nicht auf Grund
materialspezifischer Parameter wie einem E-Modul bzw. einem E-Modulgradienten, sondern
auf Grund konstruktionstechnischer Merkmale, insbesondere einer ausschließlich peripheren,
insbesondere vollumfänglichen, Abstützung des Probenhalters 7 durch die Festlager
12.
[0062] Durch die genannte erfindungsgemäße Ausführungsform wird ein Substratstapel 8 und
damit die einzelnen Substrate 1,1' wiederum derart zueinander verschoben, dass durch
eine Belastung, insbesondere eine Reibung zwischen den Schichten 2, 2', eine erfindungsgemäßer
Effekt der Erzeugung eines metastabilen Gleichgewichts, insbesondere eines Gefüges
mit erhöhter Versetzungsstruktur, erzeugt wird, der in weiterer Folge zu einer optimaleren
Verbindung beider Substrate 1, 1' über die Schichten 2, 2' führt.
Verfahren und Vorrichtung zum permanenten Bonden
Bezugszeichenliste
[0063]
- 1, 1'
- Substrate
- 1o
- Substratoberfläche
- 1r
- Substratrückseite
- 2, 2'
- Schichten
- 2o
- Schichtoberfläche
- 3
- Korn
- 3'
- Metastabiles Korn mit hoher Versetzungsdichte
- 4
- Versetzung
- 5
- Bondgrenzfläche
- 6, 6'
- Schwingungseinrichtung
- 6k
- Kontaktfläche
- 7, 7', 7" ; 7"', 7'v
- Probenhalter
- 7r
- Rückseiten
- 8
- Substratstapel
- 9
- Krafteinsatzpunkt
- 10, 10'
- Druckplatte
- 10r
- Rückseiten
- 11
- Schwingelement, insbesondere Piezoelement(e)
- 12
- Festlager
- 13
- Druckkolben
- T
- Schichtdicke
- v
- Bewegungsvorrichtung/Geschwindigkeit
- f
- Vordruckkraft
- F
- Schwingungskraft
- L
- Strecke
- T
- Scherbeanspruchung
- Fg
- Gegenkraft
1. Verfahren zum permanenten Bonden einer ersten Schicht (2) eines ersten Substrats (1)
mit einer zweiten Schicht (2') eines zweiten Substrats (1') an einer Bondgrenzfläche
(5), wobei eine Versetzungsdichte einer Versetzung (4) der ersten und/oder zweiten
Schicht (2, 2') zumindest im Bereich der Bondgrenzfläche (5) vor und/oder während
des Bondens erhöht wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Substratstapel (8) auf einem Probenhalter (7, 7', 7", 7"', 7'v) gelagert wird, der eine Verformung der ersten und/oder zweiten Schicht zulässt,
wobei der Probenhalter (7, 7', 7", 7"', 7'v) und/oder eine Druckplatte (10,10') bei einer vollflächigen Druckbeaufschlagung des
Substratstapels (8) zum Bonden der Schichten (2,2') konkav und/oder konvex verformt
wird, wobei die Verformung des Probenhalters (7, 7', 7", 7"', 7'v) und/oder der Druckplatte (10,10') bei der Druckbeaufschlagung zur Erhöhung der Versetzungsdichte
der Versetzung (4) zumindest im Bereich der Bondgrenzfläche (5) führt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Versetzungsdichte durch mindestens eine Schwingung,
vorzugsweise mehrere Schwingungen, erhöht wird, wobei die mindestens eine Schwingung
vorzugsweise durch eine im Ultraschallbereich arbeitende Schwingungseinrichtung (6,
6'), insbesondere lokal, eingebracht wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei dem eine Bondtemperatur beim Bonden
maximal 300 °C, insbesondere maximal 200 °C, vorzugsweise maximal 150 °C, bevorzugter
maximal 100 °C, noch bevorzugter maximal 50 °C, beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die ersten, insbesondere
disktrete, und/oder zweite, insbesondere diskrete, Schicht (2, 2') metallisch, insbesondere
Cu, ist und das erste und/oder zweite Substrat (1, 1') ein Halbleiter ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine quer zur Bondgrenzfläche
(5) wirkende Druckkraft f auf die Substrate (1, 1') durch die Schwingungen überlagert
ist, insbesondere mit einer minimalen resultierenden Kraft größer 0.
6. Vorrichtung zum permanenten Bonden einer ersten Schicht (2) eines ersten Substrats
(1) mit einer zweiten Schicht (2') eines zweiten Substrats (1') an einer Bondgrenzfläche
(5) mit:
- einem Probenhalter (7, 7', 7", 7"', 7'v) zur Aufnahme des ersten Substrats (1), wobei der Substratstapel (8) auf dem Probenhalter
(7, 7', 7", 7"', 7'v) lagerbar ist, und
- einer Druckplatte (10, 10') zur Beaufschlagung der Substrate (1, 1'), die geeignet
ist, eine Versetzungsdichte einer Versetzung (4) der ersten und/oder zweiten Schicht
(2, 2') zumindest im Bereich einer Bondgrenzfläche (5) zu erhöhen, dadurch gekennzeichnet dass der Probenhalter (7, 7', 7", 7"', 7'v) eine Verformung der ersten und/oder zweiten Schicht zulassend ausgebildet ist, wobei
der Probenhalter (7, 7', 7", 7"', 7'v) und/oder die Druckplatte (10, 10') bei einer vollflächigen Druckbeaufschlagung des
Substratstapels (8) zum Bonden der Schichten (2,2') konkav und/oder konvex verformbar
ist, wobei die Verformung des Probenhalters (7, 7', 7", 7"', 7'v) und/oder der Druckplatte (10,10') bei der Druckbeaufschlagung zur Erhöhung der Versetzungsdichte
der Versetzung (4) zumindest im Bereich der Bondgrenzfläche (5) führt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der der Probenhalter (7, 7', 7", 7"', 7'v) und/oder die Druckplatte (10, 10') an ihren Rückseiten (7r, 10r) mittels Festlagern
(12) abgestützt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, bei der die Beaufschlagung mit mindestens einer
Schwingung, vorzugsweise mehreren Schwingungen erfolgt.
1. A method for permanent bonding of a first layer (2) of a first substrate (1) to a
second layer (2') of a second substrate (1') at a bond interface (5), wherein a dislocation
density of a dislocation (4) of the first and/or second layer (2, 2') is increased
at least in the region of the bond interface (5) before and/or during the bonding,
characterized in that the substrate (8) stack is supported on a sample holder (7, 7', 7", 7"', 7'v), which permits a deformation of the first and/or second layer, wherein the sample
holder (7, 7', 7", 7"', 7'v) and/or a pressure plate (10, 10') are deformed in a concave and/or convex manner
with an all-over pressure loading of the substrate stack (8) for bonding the layers
(2, 2'), wherein the deformation of the sample holder (7, 7', 7", 7"', 7'v) and/or of the pressure plate (10, 10') with the pressure loading leads to the increase
in the dislocation density of the dislocation (4) at least in the region of the bond
interface (5).
2. The method as claimed in claim 1, wherein the dislocation density is increased by
at least one oscillation, preferably a plurality of oscillations, wherein the at least
one oscillation is delivered, in particular locally, preferably by an oscillation
apparatus (6, 6') which operates in the ultrasonic range.
3. The method as claimed in one of claims 1 or 2, wherein a bond temperature during bonding
amounts to a maximum 300°C, in particular a maximum 200°C, preferably a maximum 150°C,
more preferably a maximum 100°C, still more preferably a maximum 50°C.
4. The method as claimed in one of the preceding claims, wherein the first, in particular
discrete and/or second, in particular discrete layer (2, 2') is metallic, in particular
Cu, and the first and/or second substrate (1, 1') is a semiconductor.
5. The method as claimed in one of the preceding claims, wherein a compressive force
f acting transversely to the bond interface (5) is superimposed on the substrates
(1, 1') by the oscillations, in particular with a minimal resulting force greater
than 0.
6. A device for permanent bonding of a first layer (2) of a first substrate (1) to a
second layer (2') of a second substrate (1') at a bond interface (5), with:
- a sample holder (7, 7', 7", 7"' 7'v) for receiving the first substrate (1), wherein the substrate stack (8) can be supported
on the sample holder (7, 7', 7", 7'", 7'v), and
- a pressure plate (10, 10') for loading the substrate (1, 1') which is suitable for
increasing the dislocation density of a dislocation (4) of the first and/or second
layer (2, 2') at least in the region of a bond interface (5),
characterized in that the sample holder (7, 7', 7", 7"', 7'
V) is constituted so as to permit the deformation of the first and/or second layer,
wherein the sample holder (7, 7', 7", 7"', 7'
v) and/or a pressure plate (10, 10') can be deformed in a concave and/or convex manner
with an all-over pressure loading of the substrate stack (8) for bonding the layers
(2, 2'), wherein the deformation of the sample holder (7, 7', 7", 7"', 7'
v) and/or of the pressure plate (10, 10') with the pressure loading leads to the increase
in the dislocation density of the dislocation (4) at least in the region of the bond
interface (5).
7. The device as claimed in claim 6, wherein the sample holder (7, 7', 7", 7"', 7'v) and/or the pressure plate (10, 10') are supported on their rear sides (7r, 10r)
by means of locating bearings (12).
8. The device as claimed in claim 6 or 7, wherein the loading takes place with at least
one oscillation, preferably a plurality of oscillations.
1. Procédé destiné à la liaison permanente d'une première couche (2) d'un premier substrat
(1) à une seconde couche (2') d'un second substrat (1') sur une interface de liaison
(5), dans lequel une densité d'un déplacement (4) de la première et/ou seconde couche
(2, 2') est augmentée au moins dans la région de l'interface de liaison (5) avant
et/ou pendant la liaison, caractérisé en ce que la pile de substrats (8) est disposée sur un porte-échantillon (7, 7', 7", 7'", 7'v) qui permet une déformation de la première et/ou seconde couche, dans lequel le porte-échantillon
(7, 7', 7", 7"', 7'v) et/ou une plaque de pression (10, 10') est/sont déformé(e)(s) de manière concave
et/ou convexe lors d'une sollicitation en pression sur toute la surface de la pile
de substrats (8) pour lier les couches (2, 2'), dans lequel la déformation du porte-échantillon
(7, 7', 7", 7"' 7'v) et/ou de la plaque de pression (10, 10') lors de la sollicitation en pression conduit
à une augmentation de la densité du déplacement (4) au moins au niveau de l'interface
de liaison (5).
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la densité de déplacement est augmentée
par au moins une oscillation, de préférence plusieurs oscillations, dans lequel l'au
moins une oscillation est introduite, en particulier localement, par un dispositif
d'oscillation (6, 6') fonctionnant dans la plage des ultrasons.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, dans lequel une température lors de
la liaison est de maximum 300°C, en particulier de maximum 200°C, de préférence de
maximum 150°C, de manière plus préférée de maximum 100°C, de manière encore plus préférée
de maximum 50°C.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la première couche,
en particulier discrète, et/ou seconde couche (2, 2'), en particulier discrète, est
métallique, en particulier en Cu, et le premier et/ou second substrat (1, 1') est
un semi-conducteur.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel une force de compression
f qui agit transversalement à l'interface de liaison (5) est superposée sur les substrats
(1, 1') par les oscillations, en particulier avec une force résultante minimale supérieure
à 0.
6. Dispositif destiné à la liaison permanente d'une première couche (2) d'un premier
substrat (1) à une seconde couche (2') d'un second substrat (1') sur une interface
de liaison (5), comprenant :
- un porte-échantillon (7, 7', 7", 7"', 7'v) pour recevoir le premier substrat (1), dans lequel la pile de substrats (8) peut
être disposée sur le porte-échantillon (7, 7', 7", 7"', 7'v), et
- une plaque de pression (10, 10') pour solliciter les substrats (1, 1') qui est appropriée
pour augmenter une densité d'un déplacement (4) de la première et/ou seconde couche
(2, 2') au moins dans la région d'une interface de liaison (5),
caractérisé en ce que le porte-échantillon (7, 7', 7", 7"', 7'
v) est conçu pour permettre une déformation de la première et/ou seconde couche, dans
lequel le porte-échantillon (7, 7', 7", 7"', 7'
v) et/ou la plaque de pression (10, 10') peu(ven)t être déformé(s) de manière concave
et/ou convexe lors d'une sollicitation en pression sur toute la surface de la pile
de substrats (8) pour lier les couches (2, 2'), dans lequel la déformation du porte-échantillon
(7, 7', 7" 7"', 7'
v) et/ou de la plaque de pression (10, 10') lors de la sollicitation en pression conduit
à l'augmentation de la densité du déplacement (4) au moins au niveau de l'interface
de liaison (5).
7. Dispositif selon la revendication 6, dans lequel le porte-échantillon (7, 7', 7",
7"', 7'v) et/ou la plaque de pression (10, 10') est/sont appuyé(e)(s) sur leurs dos (7r, 10r)
au moyen de fixations (12).
8. Dispositif selon la revendication 6 ou 7, dans lequel la sollicitation est effectuée
par au moins une oscillation, de préférence plusieurs oscillations.