(19)
(11) EP 3 143 890 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.03.2017  Patentblatt  2017/12

(21) Anmeldenummer: 15185561.6

(22) Anmeldetag:  16.09.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A43B 3/16(2006.01)
A43B 13/36(2006.01)
A43B 5/18(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(71) Anmelder: Blatter, Jasmin
3097 Liebefeld (CH)

(72) Erfinder:
  • Blatter, Jasmin
    3097 Liebefeld (CH)
  • Sivanantham, Srimurukan
    3097 Liebefeld (CH)

(74) Vertreter: Veni Swiss & European Patent Attorneys 
Villa de Meuron Buristrasse 21
3006 Bern
3006 Bern (CH)

   


(54) ZWEITSOHLE FÜR EINEN SCHUHARTIKEL


(57) Eine Zweitsohle (1) zum abnehmbaren Anbringen an eine Laufsohle (7) eines Schuhartikels (2) wird beschrieben. Die Zweitsohle weist einen Zehenbereich, einen Fersenbereich und ein im Wesentlichen festes jedoch biegbares Bodenelement (6) auf, sowie ein im Zehenbereich angeordnetes Halteprofil (3) zum Aufnehmen eines vorderen Teils des Schuhartikels (2). Ein im Fersenbereich angeordnetes elastisches Einrastprofil (4) dient zum kraft- oder formschlüssigen Eingreifen des Einrastprofils (4) mit dem hinteren Teil des Schuhartikels (2), wobei das Einrastprofil (4) beim Einführen des Schuhartikels (2) in die Zweitsohle (1) elastisch nach aussen biegbar ist. Das Halteprofil (3) und das Einrastprofil (4) sind derart gebildet, dass die Zweitsohle (1) durch ein Treten des Schuhartikels, im Stehen, in das Halteprofil (3), auf das Bodenelement (6) und dem Einrastprofil (4) entgegen kraft- bzw. formschlüssig anbringbar ist.










Beschreibung

Technisches Gebiet der Erfindung



[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zweitsohle zum Schutz von Bodenflächen im Innenbereich gegen die Verschmutzung, Abnutzung oder sonstige Schaden, welche sonst durch das Tragen von Strassen-, Wander-, Turn-, Sportschuhe, Stiefeln oder dergleichen im Innenbereich verursacht werden.

Hintergrund der Erfindung



[0002] In Innenbereichen wie Wohnungen, Schulen, Arbeitsplätzen, Tennisplätzen, Hallenbädern oder dergleichen werden einkehrende Bewohner, Mitarbeiter und Besucher oftmals aufgefordert, ihre Strassenschuhe auszuziehen. Dreck, Wasser, Sand und Kieskörner, die auf den Laufsohlen von Strassenschuhen in den Innenbereich miteingebracht werden, können die Bodenflächen im Innenbereich schnell verschmutzen oder beschädigen. Schüler und Schülerinnen sind daran gewöhnt, ihre teuren, modischen Sportschuhe beim Schuleingang zu lassen und gegen langweiligen Finken zu tauschen. Das ständige Umziehen verschwendet Zeit, verstopft die Eingänge und fordert Platz für Schuhablagen, der sonst für bessere Zwecke freigestellt werden könnte.

[0003] Stolze Bewohner von Wohnungen mit glänzendem Parkettboden oder schneeweissem Teppich scheuen sich auch nicht davon, Besucher zu bitten, ihre verdreckten bzw. nassen Strassenschuhe auszuziehen, bevor sie in die Wohnung eintreten. Selbstverständlich will man sich den entsprechenden Reinigungsaufwand bzw. die Sanierungskosten ersparen. Dennoch kann es peinlich sein, dass man seinen Besuchern gleich beim Willkommen heissen solche Umstände machen muss.

[0004] Auch in Fahrzeugen will man vermeiden, dass die Bodenflächen im Innenbereich des Fahrzeugs durch dreckige Schuhe verschmutzt oder beschädigt werden.

[0005] In manchen Arbeitsbereichen gibt es andere Gründe, weshalb die Fussböden nicht verschmutzt oder beschädigt werden sollen. In Krankenhäusern, Küchen oder Bauernhöfen, zum Beispiel, will man die Verbreitung von Bakterien oder Viren, die auf Schuhsohlen eingeführt werden könnten, vermeiden. In High-Tech-Fabriken wie z.B. bei der Herstellung von Optik- oder Halbleiterbauteilen, versucht man den Staub vom Aussenbereich soweit wie möglich aus dem Innenbereich fernzuhalten. In solchen fällen ist es bekannt, Überzüge, wie zum Beispiel Kordelzugbeutel aus Polyethylen, für Besucher und/oder Mitarbeiter bereitzustellen. Das Anziehen solcher Überzüge ist jedoch umständlich, und die Beutel selber sind hässlich. Wer viel Geld für ein teures Paar hübscher Schuhe ausgegeben hat möchte, dass diese ungehindert von den Umstehenden bewundertet werden können.

[0006] Somit besteht der Bedarf an ein Schutzmittel, womit man die Bodenflächen im Innenbereich vor Schmutz, Nässe und Schaden von Strassenschuhen schützen kann, und welches für den Träger der Strassenschuhe einen einfachen, schnellen Übergang vom Aussenbereich in den Innenbereich ermöglicht.

Kurze Beschreibung der Erfindung



[0007] Die Erfindung sieht eine Zweitsohle gemäss Anspruch 1, einen Schuhartikelaufbau gemäss Anspruch 11 und ein Verfahren gemäss Anspruch 15 vor. Dank der erfindungsgemässen Zweitsohle mit ihrem elastischen Einrastprofil kann der einkehrende Schuhträger ohne Bedenken in den Innenbereich eintreten, in dem er ein Paar Zweitsohlen anzieht, ohne seine Strassenschuhe auszuziehen, ohne sich zu bücken und sogar ohne im Eingang anhalten zu müssen.

[0008] Die Erfindung wird anhand der beigelegten Zeichnungen beschrieben, in welchen:

Figur 1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Beispiel einer erfindungsgemässen Zweitsohle.

Figur 2 zeigt im schematischen Längsquerschnitt die in Fig. 1 abgebildete Zweitsohle.

Figur 3 zeigt in einer schematischen, isometrischen Ansicht die in den Figuren 1 und 2 abgebildete Zweitsohle.



[0009] Die Figuren 4a bis 4c zeigen in einer schematischen Seitenansicht den Ablauf eines erfindungsgemässen Verfahrens.

[0010] Die Figuren 5 und 6 zeigen in einer schematischen Hinteransicht ein weiteres Beispiel der erfindungsgemässen Zweitsohle.

Figur 7 zeigt in schematischem Querschnitt ein weiteres Beispiel einer erfindungsgemässen Zweitsohle.

Figur 8 zeigt in schematischem Querschnitt eine erfindungsgemässe Zweitsohle mit schonendem Aussenschicht.

Figur 9 zeigt in schematischem Querschnitt eine erfindungsgemässe Zweitsohle mit Schutzeinlage.



[0011] Die beigefügten Zeichnungen sind lediglich als illustrative Beispiele vorgesehen, welche dem besseren Verständnis der Erfindung dienen sollen. Sie stellen keine Einschränkung der beanspruchten Erfindung dar. In den Zeichnungen werden gleiche Bezugszeichen für identische oder funktionsähnliche Elemente verwendet. Die Verwendung unterschiedlicher Zeichnungen soll jedoch nicht als Hinweis genommen werden, dass die angedeuteten Merkmale unterschiedlich sind.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung



[0012] In der folgenden detaillierten Beschreibung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben. In den Figuren 1 bis 3 ist ein Beispiel eines Überschuhs, nachstehend Zweitsohle genannt, der die Eigenschaften einer erfindungsgemässen Zweitsohle aufweist, und welcher auf die Laufsohle eines Schuhartikels (in den Figuren 1 bis 3 nicht abgebildet) abnehmbar angebracht bzw. befestigt werden soll.

[0013] In der Figur 1 wird eine seitliche Ansicht der Zweitsohle 1 abgebildet. Im vorderen Zehenbereich der Zweitsohle 1 ist eine Vorderkappe der Zweitsohle 1 ersichtlich, die in diesem Beispiel die Funktion des Halteprofils 3 erfüllt. In der Figur 1 sind auch eine Seitenwand 5 der Zweitsohle 1 und ein Einrastprofil 4 zu sehen. Im abgebildeten Beispiel ist das Einrastprofil 4 aus einem hintersten Teil der Seitenwand 5 gebildet.

[0014] Die Figur 2 zeigt die beispielhafte Zweitsohle 1 im länglichen Querschnitt. Die Dicke des Materials (schraffiert), aus welchem das Halteprofil 3 und das Einrastprofil 4 bestehen, wurde zwecks Verständlichkeit der Zeichnung in Übergrösse abgebildet.

[0015] Wie aus den Figuren 1 bis 3 ersichtlich ist, weist die Zweitsohle 1 des Beispiels etwa die Form einer Aussensohle eines flachen Schuhs auf. Sie weist einen flachen, offenen Hohlraum zum Aufnehmen der Laufsohle 7 (sowie des Absatzes, falls vorhanden) des passenden Schuhartikels 2. Der Hohlraum erstreckt sich zwischen der Vorderkappe (Halteprofil 3) und dem hintersten Teil der Seitenwand 5 (Einrastprofil 4). In diesem Beispiel ist der Hohlraum von der Seitenwand 5 völlig umrandet. In anderen Ausführungsvarianten können Abschnitte der Seitenwand 5 entfallen.

[0016] Das Bodenelement 6 der Zweitsohle 1 ist vorzugsweise aus einem festen jedoch biegbaren Material gebildet, wie z.B. ein leichtes polymerisches Material. Ein geeignetes Material ist z.B. Ethylenvinylacetat (EVA) mit einem Durometer von z.B. zwischen 35 und 70.

[0017] Das in diesem Beispiel abgebildete Halteprofil 3 weist eine konkave, haubenartige Form auf, ähnliche wie die Form der Vorderkappe eines regulären Schuhs. Das offene, konkave Halteprofil 3 ermöglicht ein schnelles Einführen des vorderen (Zehen-) Teils des Schuhartikels 2 und dient auch zum sicheren Zusammenhalten des Zehenbereichs der Zweitsohle 1 mit der Laufsohle 7 des eingeführten Schuhartikels 2 wenn die Zweitsohle 1 im Einsatz, wie z.B. beim Tragen und Laufen des Schuhartikels 2 mit angebrachter Zweitsohle 1, ist. Das Halteprofil 3 kann aus dem gleichen Material wie das Bodenelement 6 oder aus einem z.B. härteren Material gebildet sein. Es kann auch einstückig mit dem Bodenelement 6 gebildet sein.

[0018] Im vorliegenden Beispiel wird das Einrastprofil 4 im hintersten Abschnitt der Seitenwand 5 gebildet. Ein länglicher, rippenartiger Vorsprung ist am inneren Fläche der Seitenwandabschnitt gezeigt, und dient dazu, ein kraft- oder formschlüssiges Halten des Fersenbereichs der Zweitsohle 1 am hinteren Teil des eingeführten Schuhartikels 2 zu sichern. Die Rippe kann aus dem gleichen Material wie die Seitenwand 5 gebildet werden, oder sie kann eine anderes Material, wie z.B. Silikon, Gummi oder Polyurethan aufweisen, um die Haftung zwischen dem Einrastprofil 4 und dem Schuhartikel 2 zu erhöhen. Das Einrastprofil 4 kann aus dem gleichen Material wie das Bodenelement 6 oder aus einem anderen Material gebildet werden. Es kann auch einstückig mit dem Bodenelement 6 sein. Das Einrastprofil 4 kann mit mehreren Rippen oder Vorsprünge versehen werden. Das Einrastprofil 4 kann auch ohne Rippen gebildet werden. Im letzteren Fall kann die gewünschte Haftung durch die eigene Elastizität des Einrastprofils 4 und die dadurch vorhandene Anspannung des Einrastprofils 4 gegen den Schuhartikel 2 gegeben werden. Das Einrastprofil 4 muss nicht zwingend eine formschlüssige Haftung bewirken können; eine kraftschlüssige Haftung kann auch genügen, um die Zweitsohle 1 und den Schuhartikel 2 beim Tragen des Schuhartikelaufbaus zusammen zu halten.

[0019] Die Figuren 4a bis 4c zeigen wie die Zweitsohle 1 einfach und schnell auf die Laufsohle 7 des Schuhartikels 2 angebracht werden kann. In diesen Zeichnungen wird der Schuh 2 in Seitenansicht, die Zweitsohle 1 jedoch im Querschnitt abgebildet, damit die Zusammenwirkung der beiden besser erklärt werden kann.

[0020] Wie aus der Figur 4a ersichtlich ist, kann der Träger der Schuhs 2 den vorderen Teil des Schuhs 2 vorwärts in die dafür vorgesehene Vorderkappe (Halteprofil 3) der Zweitsohle 1 einführen. Wenn die Zweitsohle 1 flach auf dem Fussboden liegt, so kann diese Fussbewegung schnell und einfach durchgeführt werden, und zwar ohne, dass der Träger des Schuhs 2 sich bücken muss. Eine ähnliche Bewegung findet beim Eindrucken eines Skischuhs in eine Skibindung statt.

[0021] Anschliessend druckt der Träger den Schuh 2 in die Zweitsohle 1 (Figur 4b), d.h. er drückt den Schuh nach unten auf das Bodenelement 6. Beim Eindrucken des hinteren (Fersen- bzw. Absatz-) Bereichs des Schuhs 2 kann das Einrastprofil 4 etwas nach Aussen bewegt werden, wobei die Elastizität des Einrastprofils 4 für eine Anspannung gegen den Schuh 2, und dadurch eine gute Haftung zwischen dem Einrastprofil 4 und dem Schuh 2 sorgt. In diesem Beispiel weist das Einrastprofil 4 eine kleine Abschrägung am oberen Ende seiner Innenseite. Diese Abschrägung führt dazu, dass, wenn der hintere Teil des Schuhs 2 herunter auf dem Bodenelement 6 (und somit dem Einrastprofil 4 vorbei) gedruckt wird, so wird das Einrastprofil 4 nach aussen (d.h. nach hinten in diesem Beispiel) bewegt. Somit kommt das Einrastprofil 4, dank seiner Elastizität, in angespanntem Eingriff mit der hinteren Fläche des eingedruckten Schuhs 2. Somit kann das Eindrucken des Schuhs 2 in die Zweitsohle 1, und das Eingreifen des Einrastprofils 4 lediglich mit der abgebildeten, einfachen Bewegung des Schuh-tragenden Fusses erfolgen, und zwar ohne, dass der Träger sich bücken oder das Einrastprofil 4 etwa mit der Hand manipulieren muss.

[0022] Das abgebildete Einrastprofil 4 ist als illustratives Beispiel angegeben. Die Form des Einrastprofils 4 kann jedoch anders gestaltet werden. Es kann z.B. als eine stiftförmige Herausragung aus dem Fersenbereich des Bodenelements 6 gebildet sein. Eine solche Herausragung kann so gebildet sein, dass sie mit einer entsprechenden Ausnehmung in der Laufsohle 7 kraft- oder formschlüssig eingreifen kann. Diese Ausnehmung kann besonders für diesen Zweck vorgesehen sein, oder sie kann ein bereits vorhandenes Merkmal (etwa ein Profilelement der unteren Fläche der Laufsohle 7) sein. Das Eingreifen kann auf der hinteren Fläche der Laufsohle 7, wie abgebildet, oder auf einer seitlichen Fläche, oder auf der unteren Fläche, wie oben erwähnt, oder an mehreren Stellen des hinteren Teils der Laufsohle 7 stattfinden.

[0023] Das Eingreifen des Einrastprofils 4 mit dem hinteren Teil des Schuhs 2 kann durch die Elastizität der beteiligten Elemente erfolgen, wie oben beschrieben, oder es kann mechanisch (z.B. im Sinne einer Skibindung) erfolgen.

[0024] Figur 4c zeigt, wie der Träger den Schuh 2 mit der angebrachten Zweitsohle 1 heben und dann gleich weiter laufen kann. Die Biegbarkeit des festen Bodenelements 6 in diesem Beispiel sorgt dafür, dass keine erheblichen elastischen Kräfte entstehen, welche das Einrastprofil 4 aus seinem kraft- bzw. formschlüssigen Eingriff mit dem Schuhartikel 2 lösen könnten. Somit kann das Anbringen der Zweitsohle 1 mit einer einfachen, schnellen Bewegung des Fusses erfolgen, und zwar ohne, dass der Träger des Schuhs 2 sich bücken muss.

[0025] Die Figuren 5 und 6 zeigen ein weiteres Beispiel der erfindungsgemässen Zweitsohle 1 bzw. des erfindungsgemässen Schuhartikelaufbaus. In diesem Beispiel wird die Funktion des Einrastprofils durch zwei einander gegenüberliegenden Seitenwandabschnitte 5 im Fersenbereich bereitgestellt. Beim Eindrucken des Schuhs 2 in die Zweitsohle 1, so werden die Seitenwandabschnitte 5 lateral auseinander gedruckt. Durch die eigene Elastizität spannen sich die Seitenwandabschnitte 5 auf den eingedruckten Schuh 2 und stellen somit die notwendige Haftung bereit, um die Zweitsohle 1 an die Laufsohle 7 des Schuhs 2, auch beim Laufen, zu halten.

[0026] Die Seitenwände 5 können dünn und elastisch sein, damit sie mit der Biegung des Bodenelements 6 beim Laufen auch biegen können, ohne lateral bzw. medial nach aussen zu spreizen. Oder sie können starr und stabil sein, damit sie auch zum Halten des Schuhartikels 2 bzw. dessen Laufsohle 7 beitragen. Im letzteren Fall können die Seitenwände 5 vorzugsweise in mehreren Wandabschnitten, z.B. unterbrochen durch genügende Abstände, gebildet werden, so dass das Bodenelement 6 noch von den Seitenwänden 5 ungehindert biegen kann.

[0027] Die Seitenwände bzw. Seitenwandabschnitte 5 können jeweils eine Innenfläche aufweisen, welche zum Halten des Schuhartikels 2 bzw. der Laufsohle 7 beiträgt. Die Innenfläche kann aus einem weichen, elastischen und/oder haftendenen Material gebildet sein. Oder sie kann z.B. mit elastischen Zackenprofilen versehen werden, die vorzugsweise schräg nach unten, und an die Seitenfläche der eingedruckten Laufsohle 7 angespannt stehen können, damit sie das Eindrucken der Laufsohle 7 in die Zweitsohle 1 nicht oder wenig hindern, jedoch die eingedruckte Laufsohle 7 in ihrem eingedruckten Zustand gut halten können. Auf diese Weise wird die Zweitsohle 1 nicht nur im Zehenbereich (durch das Halteprofil 3) und im Fersenbereich (durch das Einrastprofil 4) an die Laufsohle 7 gehalten, sondern auch im lateralen bzw. medialen Zwischenbereich, durch die Seitenwände bzw. -wandabschnitte 5. Auch das Einrastprofil 6 kann mit einer solchen haftenden Innenfläche (ggfs. mit Zacken) versehen werden. Ein weiterer Vorteil solcher unterbrochenen, mit haftenden Innenflächen (ggfs. mit Zacken) versehenen Seitenwände 5 ist es, dass die Zweitsohle 1 dadurch eine breitere Auswahl von verschiedenen Schuhgrössen und -formen aufnehmen kann.

[0028] Die Zweitsohle 1 ist vorzugsweise so gebildet, dass sie beim Tragen nur die sichtbaren Seitenflächen der Laufsohle 7 abdeckt. Auf diese Weise kann das Obermaterial des eingedruckten Schuhartikels 2 noch sichtbar bleiben. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung der Zweitsohle 1 ist, dass das Vorhandensein der Zweitsohle nicht auffällt; der Schuhartikelaufbau sieht aus wie ein normaler Schuh. Ferner kann die Zweitsohle 1 als buntes Accessoire gestaltet werden, in dem sie die langweilige oder dreckige Laufsohle des Strassenschuhs 2 abdeckt und mit bunter Farbe oder Muster aufmuntert. So kann der Träger seine Schuhgestaltung an seiner Stimmung anpassen. Da die Zweitsohlen 1 leicht und handlich sind, und einfach in eine Tasche gesteckt werden können, so kann man sie immer als modisches Accessoire bei sich tragen.

[0029] Das Einrastprofil kann vorzugsweise so gebildet werden, dass es sich durch ein Drucken auf dessen Aussenseite von dem eingedruckten Schuh entrasten, ausklinken oder entspannen lässt, damit die Zweitsohle 1 schnell und einfach ausgezogen werden kann. Auch hier kann der Träger die Zweitsohle 1 ausziehen, ohne sich bücken zu müssen.

[0030] Figur 7 zeigt eine Variante einer erfindungsgemässen Zweitsohle 1 in welcher das Halteprofil 3 so gebildet ist, dass es nur mit einem vorspringenden Teil der Laufsohle 7 des Schuhartikels 2 in Eingriff kommt. Aus diesem Beispiel ist auch ersichtlich, dass die Laufsohle 7 des Schuhartikels 2 einen Absatz im Fersenbereich aufweist. In diesem Fall kann das Bodenelement 6 der Zweitsohle 1, wie abgebildet, eine ebene Form aufweisen, oder es kann etwa an die abgesetzte Form der unteren Oberfläche der Laufsohle 7 angepasst sein.

[0031] Wie in der Figur 8 abgebildet ist, kann das Bodenelement 6 vorzugsweise aus einem schonendem Stoff gebildet werden, oder eine schonende Aussenschicht 8 aus einem solchen Stoff aufweisen, welches die Fussbodenfläche im Innenbereich schützt oder sogar pflegt. Somit kann die Zweitsohle 1 neben dem Schützen des Fussbodens auch für andere Zwecke verwendet werden, wie z.B. zum Wischen, Putzen oder Polieren des Fussbodens. Das schonende Stoff 8 kann schalldämpfend sein, um die Geräusche, die beim laufen mit Strassenschuhen auf Parkett oder Fliesen entstehen würden, zu verringern.

[0032] Das Bodenelement 6 kann vorzugsweise eine rutschfeste Aussenfläche 8, z.B. aus Polyurethan (PU), aufweisen. Dies ist besonders vorteilhaft wenn die Zweitsohle 1 z.B. in Hallenbädern oder Küchen getragen wird. In solchen Innenbereichen sind die Bodenflächen oft glatt gebaut, damit sie sich besser reinigen bzw. sterilisieren lassen. Wenn sie nass werden, so können die glatten Bodenflächen eine erhebliche Gefahr für Mitarbeiter oder Besucher bereiten.

[0033] Figur 9 zeigt eine erfindungsgemässe Zweitsohle 1 mit einer Einlage 9 zum Schützen der Innenfläche (d.h. der oberen Fläche) des Bodenelements 6. Da die Zweitsohle 1 dazu gedacht ist, die schmutzige und/oder nasse Laufsohle 7 eines Schuhartikels aufzunehmen, kann sich der Dreck bzw. die Feuchtigkeit von der Laufsohle 7 im Hohlraum der Zweitsohle 1 ansammeln. Mit einer auswechselbaren und/oder waschbaren Einlage 9, etwa aus Mikrofasern oder einem absorbierenden Stoff, kann der Dreck bzw. die Feuchtigkeit im Hohlraum der Zweitsohle 1 vorübergehend gehalten und anschliessend entfernt werden. Das Bodenelement 6, ggfs. mit der umrandenden Seitenwand 5, kann vorzugsweise eine Dreck-fangende oder wasserdichte Wanne bilden, damit der Hohlraum der Zweitsohle 1 eine Abfang- oder Sammeleinrichtung für Dreck, Wasser oder tauenden Schnee, welcher vom Schuhartikel 2 in den Hohlraum der Zweitsohle 1 abtropft.

[0034] Die Zweitsohle 1 kann weitere, zusätzliche Funktionen erfüllen. Das Bodenelement 6 kann z.B. gedämpft oder gefedert gebildet werden, um den Laufkomfort des Trägers bzw. der Trägerin zu erhöhen.

[0035] Damit die Zweitsohle 1 an verschiedene Schuhe angepasst werden kann, kann sie einstellbar gebaut sein. Wirkt das Einrastprofil 4 auf die hintere Fläche des eingedrückten Schuhartikels 2, wie in den Figuren 1 bis 4c und 7 bis 9 abgebildet, so kann der Abstand zwischen Halteprofil 3 und Einrastprofil 4 einstellbar angeordnet sein. Die Länge des Bodenelements 6 kann z.B. einstellbar sein, oder die längliche Position des Halteprofils 3 und/oder des Einrastprofils 4 kann mit Bezug auf das Bodenelement 6 einstellbar sein.


Ansprüche

1. Zweitsohle (1) zum abnehmbaren Anbringen an eine Laufsohle (7) eines Schuhartikels (2), wobei die Zweitsohle (1) aufweist:

einen Zehenbereich, einen Fersenbereich und ein im Wesentlichen festes jedoch biegbares Bodenelement (6), welches sich zwischen dem Zehenbereich und dem Fersenbereich erstreckt;

zumindest ein im Zehenbereich angeordnetes Halteprofil (3) zum Aufnehmen eines vorderen Teils des Schuhartikels (2);

zumindest ein im Fersenbereich angeordnetes Einrastprofil (4) zum kraft- oder formschlüssigen Eingreifen mit einem hinteren Teil des Schuhartikels (2),

wobei das Halteprofil (3) und das Einrastprofil (4) derart gebildet sind, dass die Zweitsohle (1) durch ein Treten des Schuhartikels (2), im Stehen, in das Halteprofil (3), auf das Bodenelement (6) und in das genannte kraft- oder formschlüssige Eingreifen anbringbar ist.


 
2. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 1, wobei das Halteprofil (3) als konkave, von dem Bodenelement (6) herausragende Vorderkappe gebildet ist.
 
3. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei das Einrastprofil (4) derart elastisch gebildet ist, dass es beim Eindrucken des Schuhartikels in die Zweitsohle (1) elastisch nach aussen biegbar oder ausdehnbar ist.
 
4. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zweitsohle (1) von einer Seitenwand oder mehreren Seitenwandabschnitten zur Abdeckung seitlicher Flächen der Laufsohle (7) umrandet ist, wobei die Seitenwand bzw. die Seitenwandabschnitte sich beim Eindrucken der Laufsohle (7) in die Zweitsohle (1) elastisch nach aussen biegbar oder ausdehnbar ist bzw. sind, wobei die Seitenwand bzw. die Seitenwandabschnitte derart gebildet ist bzw. sind, dass sie beim Tragen der Zweitsohle (1) elastisch nach innen auf die Laufsohle (7) anspannbar ist bzw. sind, und
wobei mindestens einer Seitenwandabschnitte, der sich im Fersenbereich befindet, das Einrastprofil (4) bildet.
 
5. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 4, wobei das Einrastprofil (4) zwei sich einander gegenüberliegenden der Seitenwandabschnitte im Fersenbereich aufweist.
 
6. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Halteprofil (3), das Bodenelement (6), die Seitenwand (5), die Seitenwandabschnitte und/oder das Einrastprofil (4) aus einem polymerischen Material mit einem Durometer von zwischen 35 und 70 Shore-A gebildet sind.
 
7. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenelement (6) derart gebildet ist, dass ein Abstand zwischen dem vorderen Halteprofil (3) und dem hinteren Einrastprofil (4) einstellbar ist.
 
8. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine untere Aussenfläche des Bodenelements (6) einen für den Innenbereich schonenden Stoff aufweist.
 
9. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Stoff einen beim Herumlaufen im Innenbereich schalldämpfenden Stoff aufweist.
 
10. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 8, wobei der Stoff einen Wisch-, Putz-, Polier- oder Schwammstoff aufweist.
 
11. Schuhartikelaufbau (1, 2) welcher einen Schuhartikel (2) mit einer Laufsohle (7) und eine Zweitsohle (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10 aufweist.
 
12. Schuhartikelaufbau (1, 2) gemäss Anspruch 11, wobei der Schuhartikel ein Strassenschuh, ein Wanderschuh oder ein Turn- oder Sportschuh ist.
 
13. Schuhartikelaufbau (1, 2) gemäss einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei die Seitenwand (5) bzw. die Seitenwandabschnitte (5) derart elastisch gebildet ist bzw. sind, dass sie sich, beim Eindrucken des Schuhartikels (2) in die Zweitsohle (1) nach Aussen biegen lässt bzw. lassen und, dass sie sich anschliessend genügend auf den Schuhartikel (2) anspannt bzw. anspannen, um die Zweitsohle (1) im angebrachten Zustand auf dem Schuhartikel (2), auch beim Laufen, zu halten.
 
14. Schuhartikelaufbau (1, 2) gemäss einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei der Schuhartikel (2) die Laufsohle (7) und ein Obermaterial aufweist, und wobei die umrandende Seitenwand (5) bzw. die umrandenden Seitenwandabschnitte (5) der auf dem Laufsohle (7) angebrachten Zweitsohle (1) derart hoch ist bzw. sind, dass sie das Obermaterial des Schuhartikels (2) im Wesentlichen nicht abdeckt bzw. abdecken.
 
15. Verfahren zum Schützen einer Bodenoberfläche eines Innenbereichs gegen einen getragenen Schuhartikel (2) durch das Anbringen einer Zweitsohle (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10 auf eine Laufsohle (7) des Schuhartikels (2) durch ein Treten des Schuhartikels (2) in die auf dem Fussbodenoberfläche aufliegende Zweitsohle (1), dadurch gekennzeichnet, dass das Treten umfasst, im Stehen des Trägers:

das Einführen eines vorderen Bereichs der Schuhartikels (2) in das Halteprofil (3) der Zweitsohle (1), dann

das Drucken der Laufsohle (7) gegen das Bodenelement (6) der Zweitsohle (1), und

das kraft- oder formschlüssige Eingreifen eines hinteren Bereichs der Laufsohle (7) mit dem Einrastprofil (4) der Zweitsohle (1).


 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht