Technisches Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zweitsohle zum Schutz von Bodenflächen im Innenbereich
gegen die Verschmutzung, Abnutzung oder sonstige Schaden, welche sonst durch das Tragen
von Strassen-, Wander-, Turn-, Sportschuhe, Stiefeln oder dergleichen im Innenbereich
verursacht werden.
Hintergrund der Erfindung
[0002] In Innenbereichen wie Wohnungen, Schulen, Arbeitsplätzen, Tennisplätzen, Hallenbädern
oder dergleichen werden einkehrende Bewohner, Mitarbeiter und Besucher oftmals aufgefordert,
ihre Strassenschuhe auszuziehen. Dreck, Wasser, Sand und Kieskörner, die auf den Laufsohlen
von Strassenschuhen in den Innenbereich miteingebracht werden, können die Bodenflächen
im Innenbereich schnell verschmutzen oder beschädigen. Schüler und Schülerinnen sind
daran gewöhnt, ihre teuren, modischen Sportschuhe beim Schuleingang zu lassen und
gegen langweiligen Finken zu tauschen. Das ständige Umziehen verschwendet Zeit, verstopft
die Eingänge und fordert Platz für Schuhablagen, der sonst für bessere Zwecke freigestellt
werden könnte.
[0003] Stolze Bewohner von Wohnungen mit glänzendem Parkettboden oder schneeweissem Teppich
scheuen sich auch nicht davon, Besucher zu bitten, ihre verdreckten bzw. nassen Strassenschuhe
auszuziehen, bevor sie in die Wohnung eintreten. Selbstverständlich will man sich
den entsprechenden Reinigungsaufwand bzw. die Sanierungskosten ersparen. Dennoch kann
es peinlich sein, dass man seinen Besuchern gleich beim Willkommen heissen solche
Umstände machen muss.
[0004] Auch in Fahrzeugen will man vermeiden, dass die Bodenflächen im Innenbereich des
Fahrzeugs durch dreckige Schuhe verschmutzt oder beschädigt werden.
[0005] In manchen Arbeitsbereichen gibt es andere Gründe, weshalb die Fussböden nicht verschmutzt
oder beschädigt werden sollen. In Krankenhäusern, Küchen oder Bauernhöfen, zum Beispiel,
will man die Verbreitung von Bakterien oder Viren, die auf Schuhsohlen eingeführt
werden könnten, vermeiden. In High-Tech-Fabriken wie z.B. bei der Herstellung von
Optik- oder Halbleiterbauteilen, versucht man den Staub vom Aussenbereich soweit wie
möglich aus dem Innenbereich fernzuhalten. In solchen fällen ist es bekannt, Überzüge,
wie zum Beispiel Kordelzugbeutel aus Polyethylen, für Besucher und/oder Mitarbeiter
bereitzustellen. Das Anziehen solcher Überzüge ist jedoch umständlich, und die Beutel
selber sind hässlich. Wer viel Geld für ein teures Paar hübscher Schuhe ausgegeben
hat möchte, dass diese ungehindert von den Umstehenden bewundertet werden können.
[0006] Somit besteht der Bedarf an ein Schutzmittel, womit man die Bodenflächen im Innenbereich
vor Schmutz, Nässe und Schaden von Strassenschuhen schützen kann, und welches für
den Träger der Strassenschuhe einen einfachen, schnellen Übergang vom Aussenbereich
in den Innenbereich ermöglicht.
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0007] Die Erfindung sieht eine Zweitsohle gemäss Anspruch 1, einen Schuhartikelaufbau gemäss
Anspruch 11 und ein Verfahren gemäss Anspruch 15 vor. Dank der erfindungsgemässen
Zweitsohle mit ihrem elastischen Einrastprofil kann der einkehrende Schuhträger ohne
Bedenken in den Innenbereich eintreten, in dem er ein Paar Zweitsohlen anzieht, ohne
seine Strassenschuhe auszuziehen, ohne sich zu bücken und sogar ohne im Eingang anhalten
zu müssen.
[0008] Die Erfindung wird anhand der beigelegten Zeichnungen beschrieben, in welchen:
Figur 1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Beispiel einer erfindungsgemässen
Zweitsohle.
Figur 2 zeigt im schematischen Längsquerschnitt die in Fig. 1 abgebildete Zweitsohle.
Figur 3 zeigt in einer schematischen, isometrischen Ansicht die in den Figuren 1 und
2 abgebildete Zweitsohle.
[0009] Die Figuren 4a bis 4c zeigen in einer schematischen Seitenansicht den Ablauf eines
erfindungsgemässen Verfahrens.
[0010] Die Figuren 5 und 6 zeigen in einer schematischen Hinteransicht ein weiteres Beispiel
der erfindungsgemässen Zweitsohle.
Figur 7 zeigt in schematischem Querschnitt ein weiteres Beispiel einer erfindungsgemässen
Zweitsohle.
Figur 8 zeigt in schematischem Querschnitt eine erfindungsgemässe Zweitsohle mit schonendem
Aussenschicht.
Figur 9 zeigt in schematischem Querschnitt eine erfindungsgemässe Zweitsohle mit Schutzeinlage.
[0011] Die beigefügten Zeichnungen sind lediglich als illustrative Beispiele vorgesehen,
welche dem besseren Verständnis der Erfindung dienen sollen. Sie stellen keine Einschränkung
der beanspruchten Erfindung dar. In den Zeichnungen werden gleiche Bezugszeichen für
identische oder funktionsähnliche Elemente verwendet. Die Verwendung unterschiedlicher
Zeichnungen soll jedoch nicht als Hinweis genommen werden, dass die angedeuteten Merkmale
unterschiedlich sind.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0012] In der folgenden detaillierten Beschreibung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung
beschrieben. In den Figuren 1 bis 3 ist ein Beispiel eines Überschuhs, nachstehend
Zweitsohle genannt, der die Eigenschaften einer erfindungsgemässen Zweitsohle aufweist,
und welcher auf die Laufsohle eines Schuhartikels (in den Figuren 1 bis 3 nicht abgebildet)
abnehmbar angebracht bzw. befestigt werden soll.
[0013] In der Figur 1 wird eine seitliche Ansicht der Zweitsohle 1 abgebildet. Im vorderen
Zehenbereich der Zweitsohle 1 ist eine Vorderkappe der Zweitsohle 1 ersichtlich, die
in diesem Beispiel die Funktion des Halteprofils 3 erfüllt. In der Figur 1 sind auch
eine Seitenwand 5 der Zweitsohle 1 und ein Einrastprofil 4 zu sehen. Im abgebildeten
Beispiel ist das Einrastprofil 4 aus einem hintersten Teil der Seitenwand 5 gebildet.
[0014] Die Figur 2 zeigt die beispielhafte Zweitsohle 1 im länglichen Querschnitt. Die Dicke
des Materials (schraffiert), aus welchem das Halteprofil 3 und das Einrastprofil 4
bestehen, wurde zwecks Verständlichkeit der Zeichnung in Übergrösse abgebildet.
[0015] Wie aus den Figuren 1 bis 3 ersichtlich ist, weist die Zweitsohle 1 des Beispiels
etwa die Form einer Aussensohle eines flachen Schuhs auf. Sie weist einen flachen,
offenen Hohlraum zum Aufnehmen der Laufsohle 7 (sowie des Absatzes, falls vorhanden)
des passenden Schuhartikels 2. Der Hohlraum erstreckt sich zwischen der Vorderkappe
(Halteprofil 3) und dem hintersten Teil der Seitenwand 5 (Einrastprofil 4). In diesem
Beispiel ist der Hohlraum von der Seitenwand 5 völlig umrandet. In anderen Ausführungsvarianten
können Abschnitte der Seitenwand 5 entfallen.
[0016] Das Bodenelement 6 der Zweitsohle 1 ist vorzugsweise aus einem festen jedoch biegbaren
Material gebildet, wie z.B. ein leichtes polymerisches Material. Ein geeignetes Material
ist z.B. Ethylenvinylacetat (EVA) mit einem Durometer von z.B. zwischen 35 und 70.
[0017] Das in diesem Beispiel abgebildete Halteprofil 3 weist eine konkave, haubenartige
Form auf, ähnliche wie die Form der Vorderkappe eines regulären Schuhs. Das offene,
konkave Halteprofil 3 ermöglicht ein schnelles Einführen des vorderen (Zehen-) Teils
des Schuhartikels 2 und dient auch zum sicheren Zusammenhalten des Zehenbereichs der
Zweitsohle 1 mit der Laufsohle 7 des eingeführten Schuhartikels 2 wenn die Zweitsohle
1 im Einsatz, wie z.B. beim Tragen und Laufen des Schuhartikels 2 mit angebrachter
Zweitsohle 1, ist. Das Halteprofil 3 kann aus dem gleichen Material wie das Bodenelement
6 oder aus einem z.B. härteren Material gebildet sein. Es kann auch einstückig mit
dem Bodenelement 6 gebildet sein.
[0018] Im vorliegenden Beispiel wird das Einrastprofil 4 im hintersten Abschnitt der Seitenwand
5 gebildet. Ein länglicher, rippenartiger Vorsprung ist am inneren Fläche der Seitenwandabschnitt
gezeigt, und dient dazu, ein kraft- oder formschlüssiges Halten des Fersenbereichs
der Zweitsohle 1 am hinteren Teil des eingeführten Schuhartikels 2 zu sichern. Die
Rippe kann aus dem gleichen Material wie die Seitenwand 5 gebildet werden, oder sie
kann eine anderes Material, wie z.B. Silikon, Gummi oder Polyurethan aufweisen, um
die Haftung zwischen dem Einrastprofil 4 und dem Schuhartikel 2 zu erhöhen. Das Einrastprofil
4 kann aus dem gleichen Material wie das Bodenelement 6 oder aus einem anderen Material
gebildet werden. Es kann auch einstückig mit dem Bodenelement 6 sein. Das Einrastprofil
4 kann mit mehreren Rippen oder Vorsprünge versehen werden. Das Einrastprofil 4 kann
auch ohne Rippen gebildet werden. Im letzteren Fall kann die gewünschte Haftung durch
die eigene Elastizität des Einrastprofils 4 und die dadurch vorhandene Anspannung
des Einrastprofils 4 gegen den Schuhartikel 2 gegeben werden. Das Einrastprofil 4
muss nicht zwingend eine formschlüssige Haftung bewirken können; eine kraftschlüssige
Haftung kann auch genügen, um die Zweitsohle 1 und den Schuhartikel 2 beim Tragen
des Schuhartikelaufbaus zusammen zu halten.
[0019] Die Figuren 4a bis 4c zeigen wie die Zweitsohle 1 einfach und schnell auf die Laufsohle
7 des Schuhartikels 2 angebracht werden kann. In diesen Zeichnungen wird der Schuh
2 in Seitenansicht, die Zweitsohle 1 jedoch im Querschnitt abgebildet, damit die Zusammenwirkung
der beiden besser erklärt werden kann.
[0020] Wie aus der Figur 4a ersichtlich ist, kann der Träger der Schuhs 2 den vorderen Teil
des Schuhs 2 vorwärts in die dafür vorgesehene Vorderkappe (Halteprofil 3) der Zweitsohle
1 einführen. Wenn die Zweitsohle 1 flach auf dem Fussboden liegt, so kann diese Fussbewegung
schnell und einfach durchgeführt werden, und zwar ohne, dass der Träger des Schuhs
2 sich bücken muss. Eine ähnliche Bewegung findet beim Eindrucken eines Skischuhs
in eine Skibindung statt.
[0021] Anschliessend druckt der Träger den Schuh 2 in die Zweitsohle 1 (Figur 4b), d.h.
er drückt den Schuh nach unten auf das Bodenelement 6. Beim Eindrucken des hinteren
(Fersen- bzw. Absatz-) Bereichs des Schuhs 2 kann das Einrastprofil 4 etwas nach Aussen
bewegt werden, wobei die Elastizität des Einrastprofils 4 für eine Anspannung gegen
den Schuh 2, und dadurch eine gute Haftung zwischen dem Einrastprofil 4 und dem Schuh
2 sorgt. In diesem Beispiel weist das Einrastprofil 4 eine kleine Abschrägung am oberen
Ende seiner Innenseite. Diese Abschrägung führt dazu, dass, wenn der hintere Teil
des Schuhs 2 herunter auf dem Bodenelement 6 (und somit dem Einrastprofil 4 vorbei)
gedruckt wird, so wird das Einrastprofil 4 nach aussen (d.h. nach hinten in diesem
Beispiel) bewegt. Somit kommt das Einrastprofil 4, dank seiner Elastizität, in angespanntem
Eingriff mit der hinteren Fläche des eingedruckten Schuhs 2. Somit kann das Eindrucken
des Schuhs 2 in die Zweitsohle 1, und das Eingreifen des Einrastprofils 4 lediglich
mit der abgebildeten, einfachen Bewegung des Schuh-tragenden Fusses erfolgen, und
zwar ohne, dass der Träger sich bücken oder das Einrastprofil 4 etwa mit der Hand
manipulieren muss.
[0022] Das abgebildete Einrastprofil 4 ist als illustratives Beispiel angegeben. Die Form
des Einrastprofils 4 kann jedoch anders gestaltet werden. Es kann z.B. als eine stiftförmige
Herausragung aus dem Fersenbereich des Bodenelements 6 gebildet sein. Eine solche
Herausragung kann so gebildet sein, dass sie mit einer entsprechenden Ausnehmung in
der Laufsohle 7 kraft- oder formschlüssig eingreifen kann. Diese Ausnehmung kann besonders
für diesen Zweck vorgesehen sein, oder sie kann ein bereits vorhandenes Merkmal (etwa
ein Profilelement der unteren Fläche der Laufsohle 7) sein. Das Eingreifen kann auf
der hinteren Fläche der Laufsohle 7, wie abgebildet, oder auf einer seitlichen Fläche,
oder auf der unteren Fläche, wie oben erwähnt, oder an mehreren Stellen des hinteren
Teils der Laufsohle 7 stattfinden.
[0023] Das Eingreifen des Einrastprofils 4 mit dem hinteren Teil des Schuhs 2 kann durch
die Elastizität der beteiligten Elemente erfolgen, wie oben beschrieben, oder es kann
mechanisch (z.B. im Sinne einer Skibindung) erfolgen.
[0024] Figur 4c zeigt, wie der Träger den Schuh 2 mit der angebrachten Zweitsohle 1 heben
und dann gleich weiter laufen kann. Die Biegbarkeit des festen Bodenelements 6 in
diesem Beispiel sorgt dafür, dass keine erheblichen elastischen Kräfte entstehen,
welche das Einrastprofil 4 aus seinem kraft- bzw. formschlüssigen Eingriff mit dem
Schuhartikel 2 lösen könnten. Somit kann das Anbringen der Zweitsohle 1 mit einer
einfachen, schnellen Bewegung des Fusses erfolgen, und zwar ohne, dass der Träger
des Schuhs 2 sich bücken muss.
[0025] Die Figuren 5 und 6 zeigen ein weiteres Beispiel der erfindungsgemässen Zweitsohle
1 bzw. des erfindungsgemässen Schuhartikelaufbaus. In diesem Beispiel wird die Funktion
des Einrastprofils durch zwei einander gegenüberliegenden Seitenwandabschnitte 5 im
Fersenbereich bereitgestellt. Beim Eindrucken des Schuhs 2 in die Zweitsohle 1, so
werden die Seitenwandabschnitte 5 lateral auseinander gedruckt. Durch die eigene Elastizität
spannen sich die Seitenwandabschnitte 5 auf den eingedruckten Schuh 2 und stellen
somit die notwendige Haftung bereit, um die Zweitsohle 1 an die Laufsohle 7 des Schuhs
2, auch beim Laufen, zu halten.
[0026] Die Seitenwände 5 können dünn und elastisch sein, damit sie mit der Biegung des Bodenelements
6 beim Laufen auch biegen können, ohne lateral bzw. medial nach aussen zu spreizen.
Oder sie können starr und stabil sein, damit sie auch zum Halten des Schuhartikels
2 bzw. dessen Laufsohle 7 beitragen. Im letzteren Fall können die Seitenwände 5 vorzugsweise
in mehreren Wandabschnitten, z.B. unterbrochen durch genügende Abstände, gebildet
werden, so dass das Bodenelement 6 noch von den Seitenwänden 5 ungehindert biegen
kann.
[0027] Die Seitenwände bzw. Seitenwandabschnitte 5 können jeweils eine Innenfläche aufweisen,
welche zum Halten des Schuhartikels 2 bzw. der Laufsohle 7 beiträgt. Die Innenfläche
kann aus einem weichen, elastischen und/oder haftendenen Material gebildet sein. Oder
sie kann z.B. mit elastischen Zackenprofilen versehen werden, die vorzugsweise schräg
nach unten, und an die Seitenfläche der eingedruckten Laufsohle 7 angespannt stehen
können, damit sie das Eindrucken der Laufsohle 7 in die Zweitsohle 1 nicht oder wenig
hindern, jedoch die eingedruckte Laufsohle 7 in ihrem eingedruckten Zustand gut halten
können. Auf diese Weise wird die Zweitsohle 1 nicht nur im Zehenbereich (durch das
Halteprofil 3) und im Fersenbereich (durch das Einrastprofil 4) an die Laufsohle 7
gehalten, sondern auch im lateralen bzw. medialen Zwischenbereich, durch die Seitenwände
bzw. -wandabschnitte 5. Auch das Einrastprofil 6 kann mit einer solchen haftenden
Innenfläche (ggfs. mit Zacken) versehen werden. Ein weiterer Vorteil solcher unterbrochenen,
mit haftenden Innenflächen (ggfs. mit Zacken) versehenen Seitenwände 5 ist es, dass
die Zweitsohle 1 dadurch eine breitere Auswahl von verschiedenen Schuhgrössen und
-formen aufnehmen kann.
[0028] Die Zweitsohle 1 ist vorzugsweise so gebildet, dass sie beim Tragen nur die sichtbaren
Seitenflächen der Laufsohle 7 abdeckt. Auf diese Weise kann das Obermaterial des eingedruckten
Schuhartikels 2 noch sichtbar bleiben. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung der
Zweitsohle 1 ist, dass das Vorhandensein der Zweitsohle nicht auffällt; der Schuhartikelaufbau
sieht aus wie ein normaler Schuh. Ferner kann die Zweitsohle 1 als buntes Accessoire
gestaltet werden, in dem sie die langweilige oder dreckige Laufsohle des Strassenschuhs
2 abdeckt und mit bunter Farbe oder Muster aufmuntert. So kann der Träger seine Schuhgestaltung
an seiner Stimmung anpassen. Da die Zweitsohlen 1 leicht und handlich sind, und einfach
in eine Tasche gesteckt werden können, so kann man sie immer als modisches Accessoire
bei sich tragen.
[0029] Das Einrastprofil kann vorzugsweise so gebildet werden, dass es sich durch ein Drucken
auf dessen Aussenseite von dem eingedruckten Schuh entrasten, ausklinken oder entspannen
lässt, damit die Zweitsohle 1 schnell und einfach ausgezogen werden kann. Auch hier
kann der Träger die Zweitsohle 1 ausziehen, ohne sich bücken zu müssen.
[0030] Figur 7 zeigt eine Variante einer erfindungsgemässen Zweitsohle 1 in welcher das
Halteprofil 3 so gebildet ist, dass es nur mit einem vorspringenden Teil der Laufsohle
7 des Schuhartikels 2 in Eingriff kommt. Aus diesem Beispiel ist auch ersichtlich,
dass die Laufsohle 7 des Schuhartikels 2 einen Absatz im Fersenbereich aufweist. In
diesem Fall kann das Bodenelement 6 der Zweitsohle 1, wie abgebildet, eine ebene Form
aufweisen, oder es kann etwa an die abgesetzte Form der unteren Oberfläche der Laufsohle
7 angepasst sein.
[0031] Wie in der Figur 8 abgebildet ist, kann das Bodenelement 6 vorzugsweise aus einem
schonendem Stoff gebildet werden, oder eine schonende Aussenschicht 8 aus einem solchen
Stoff aufweisen, welches die Fussbodenfläche im Innenbereich schützt oder sogar pflegt.
Somit kann die Zweitsohle 1 neben dem Schützen des Fussbodens auch für andere Zwecke
verwendet werden, wie z.B. zum Wischen, Putzen oder Polieren des Fussbodens. Das schonende
Stoff 8 kann schalldämpfend sein, um die Geräusche, die beim laufen mit Strassenschuhen
auf Parkett oder Fliesen entstehen würden, zu verringern.
[0032] Das Bodenelement 6 kann vorzugsweise eine rutschfeste Aussenfläche 8, z.B. aus Polyurethan
(PU), aufweisen. Dies ist besonders vorteilhaft wenn die Zweitsohle 1 z.B. in Hallenbädern
oder Küchen getragen wird. In solchen Innenbereichen sind die Bodenflächen oft glatt
gebaut, damit sie sich besser reinigen bzw. sterilisieren lassen. Wenn sie nass werden,
so können die glatten Bodenflächen eine erhebliche Gefahr für Mitarbeiter oder Besucher
bereiten.
[0033] Figur 9 zeigt eine erfindungsgemässe Zweitsohle 1 mit einer Einlage 9 zum Schützen
der Innenfläche (d.h. der oberen Fläche) des Bodenelements 6. Da die Zweitsohle 1
dazu gedacht ist, die schmutzige und/oder nasse Laufsohle 7 eines Schuhartikels aufzunehmen,
kann sich der Dreck bzw. die Feuchtigkeit von der Laufsohle 7 im Hohlraum der Zweitsohle
1 ansammeln. Mit einer auswechselbaren und/oder waschbaren Einlage 9, etwa aus Mikrofasern
oder einem absorbierenden Stoff, kann der Dreck bzw. die Feuchtigkeit im Hohlraum
der Zweitsohle 1 vorübergehend gehalten und anschliessend entfernt werden. Das Bodenelement
6, ggfs. mit der umrandenden Seitenwand 5, kann vorzugsweise eine Dreck-fangende oder
wasserdichte Wanne bilden, damit der Hohlraum der Zweitsohle 1 eine Abfang- oder Sammeleinrichtung
für Dreck, Wasser oder tauenden Schnee, welcher vom Schuhartikel 2 in den Hohlraum
der Zweitsohle 1 abtropft.
[0034] Die Zweitsohle 1 kann weitere, zusätzliche Funktionen erfüllen. Das Bodenelement
6 kann z.B. gedämpft oder gefedert gebildet werden, um den Laufkomfort des Trägers
bzw. der Trägerin zu erhöhen.
[0035] Damit die Zweitsohle 1 an verschiedene Schuhe angepasst werden kann, kann sie einstellbar
gebaut sein. Wirkt das Einrastprofil 4 auf die hintere Fläche des eingedrückten Schuhartikels
2, wie in den Figuren 1 bis 4c und 7 bis 9 abgebildet, so kann der Abstand zwischen
Halteprofil 3 und Einrastprofil 4 einstellbar angeordnet sein. Die Länge des Bodenelements
6 kann z.B. einstellbar sein, oder die längliche Position des Halteprofils 3 und/oder
des Einrastprofils 4 kann mit Bezug auf das Bodenelement 6 einstellbar sein.
1. Zweitsohle (1) zum abnehmbaren Anbringen an eine Laufsohle (7) eines Schuhartikels
(2), wobei die Zweitsohle (1) aufweist:
einen Zehenbereich, einen Fersenbereich und ein im Wesentlichen festes jedoch biegbares
Bodenelement (6), welches sich zwischen dem Zehenbereich und dem Fersenbereich erstreckt;
zumindest ein im Zehenbereich angeordnetes Halteprofil (3) zum Aufnehmen eines vorderen
Teils des Schuhartikels (2);
zumindest ein im Fersenbereich angeordnetes Einrastprofil (4) zum kraft- oder formschlüssigen
Eingreifen mit einem hinteren Teil des Schuhartikels (2),
wobei das Halteprofil (3) und das Einrastprofil (4) derart gebildet sind, dass die
Zweitsohle (1) durch ein Treten des Schuhartikels (2), im Stehen, in das Halteprofil
(3), auf das Bodenelement (6) und in das genannte kraft- oder formschlüssige Eingreifen
anbringbar ist.
2. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 1, wobei das Halteprofil (3) als konkave, von dem Bodenelement
(6) herausragende Vorderkappe gebildet ist.
3. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei das Einrastprofil (4) derart elastisch
gebildet ist, dass es beim Eindrucken des Schuhartikels in die Zweitsohle (1) elastisch
nach aussen biegbar oder ausdehnbar ist.
4. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zweitsohle (1)
von einer Seitenwand oder mehreren Seitenwandabschnitten zur Abdeckung seitlicher
Flächen der Laufsohle (7) umrandet ist, wobei die Seitenwand bzw. die Seitenwandabschnitte
sich beim Eindrucken der Laufsohle (7) in die Zweitsohle (1) elastisch nach aussen
biegbar oder ausdehnbar ist bzw. sind, wobei die Seitenwand bzw. die Seitenwandabschnitte
derart gebildet ist bzw. sind, dass sie beim Tragen der Zweitsohle (1) elastisch nach
innen auf die Laufsohle (7) anspannbar ist bzw. sind, und
wobei mindestens einer Seitenwandabschnitte, der sich im Fersenbereich befindet, das
Einrastprofil (4) bildet.
5. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 4, wobei das Einrastprofil (4) zwei sich einander gegenüberliegenden
der Seitenwandabschnitte im Fersenbereich aufweist.
6. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Halteprofil (3),
das Bodenelement (6), die Seitenwand (5), die Seitenwandabschnitte und/oder das Einrastprofil
(4) aus einem polymerischen Material mit einem Durometer von zwischen 35 und 70 Shore-A
gebildet sind.
7. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenelement (6)
derart gebildet ist, dass ein Abstand zwischen dem vorderen Halteprofil (3) und dem
hinteren Einrastprofil (4) einstellbar ist.
8. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine untere Aussenfläche
des Bodenelements (6) einen für den Innenbereich schonenden Stoff aufweist.
9. Zweitsohle (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Stoff einen beim
Herumlaufen im Innenbereich schalldämpfenden Stoff aufweist.
10. Zweitsohle (1) gemäss Anspruch 8, wobei der Stoff einen Wisch-, Putz-, Polier- oder
Schwammstoff aufweist.
11. Schuhartikelaufbau (1, 2) welcher einen Schuhartikel (2) mit einer Laufsohle (7) und
eine Zweitsohle (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10 aufweist.
12. Schuhartikelaufbau (1, 2) gemäss Anspruch 11, wobei der Schuhartikel ein Strassenschuh,
ein Wanderschuh oder ein Turn- oder Sportschuh ist.
13. Schuhartikelaufbau (1, 2) gemäss einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei die Seitenwand
(5) bzw. die Seitenwandabschnitte (5) derart elastisch gebildet ist bzw. sind, dass
sie sich, beim Eindrucken des Schuhartikels (2) in die Zweitsohle (1) nach Aussen
biegen lässt bzw. lassen und, dass sie sich anschliessend genügend auf den Schuhartikel
(2) anspannt bzw. anspannen, um die Zweitsohle (1) im angebrachten Zustand auf dem
Schuhartikel (2), auch beim Laufen, zu halten.
14. Schuhartikelaufbau (1, 2) gemäss einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei der Schuhartikel
(2) die Laufsohle (7) und ein Obermaterial aufweist, und wobei die umrandende Seitenwand
(5) bzw. die umrandenden Seitenwandabschnitte (5) der auf dem Laufsohle (7) angebrachten
Zweitsohle (1) derart hoch ist bzw. sind, dass sie das Obermaterial des Schuhartikels
(2) im Wesentlichen nicht abdeckt bzw. abdecken.
15. Verfahren zum Schützen einer Bodenoberfläche eines Innenbereichs gegen einen getragenen
Schuhartikel (2) durch das Anbringen einer Zweitsohle (1) gemäss einem der Ansprüche
1 bis 10 auf eine Laufsohle (7) des Schuhartikels (2) durch ein Treten des Schuhartikels
(2) in die auf dem Fussbodenoberfläche aufliegende Zweitsohle (1),
dadurch gekennzeichnet, dass das Treten umfasst, im Stehen des Trägers:
das Einführen eines vorderen Bereichs der Schuhartikels (2) in das Halteprofil (3)
der Zweitsohle (1), dann
das Drucken der Laufsohle (7) gegen das Bodenelement (6) der Zweitsohle (1), und
das kraft- oder formschlüssige Eingreifen eines hinteren Bereichs der Laufsohle (7)
mit dem Einrastprofil (4) der Zweitsohle (1).