[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Nuten von Materialbogen nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Um mit geringem Materialeinsatz hochwertige und stabile Schachteln zu erzeugen, wird
häufig ein mehrschichtiger Aufbau aus einem aus Wellpappe bestehenden Kern und einer
im Vergleich zu dem Kern dünnen Außenhaut gefertigt. Wenn diese Außenhaut direkt auf
den Kern aus Wellpappe laminiert wird, fällt die Deckschicht häufig zwischen den Wellen
geringfügig ein, so dass sich die Struktur der Wellpappe am fertigen Produkt sichtbar
und fühlbar wiederfindet. Aus diesem Grund wird der Kern aus Wellpappe für hochwertige
Erzeugnisse mit einer Hülle aus Karton oder dünner Vollpappe eingeschlagen, wobei
eine formschlüssige oder lediglich punktuell stoffschlüssige Verbindung zwischen Kern
und Hülle erzeugt wird. Dabei umgreift diese Hülle die Seitenwände des Kerns sowohl
an dessen Außenflächen als auch an seinen Innenflächen sowie den dazwischen liegenden
Kanten. Aus ästhetischen Gründen wird dabei eine scharfkantige Ausführung der am fertigen
Produkt sichtbaren Biegestellen der oftmals aufwendig veredelten Hülle gewünscht.
[0003] In einigen Fällen wird auf einen Kern als tragende Struktur vollständig verzichtet,
und die Schachtel ist lediglich aus der dünnwandigen, hohle Seitenelemente der Schachtel
bildenden Hülle gebildet.
[0004] Zur Vorbereitung solcher scharfkantigen Biegestellen werden in die Materialzuschnitte
der Hülle dreieckige Nuten geschnitten. Der auch als Nutwinkel bezeichnete Öffnungswinkel
zwischen den beiden Nutflanken ist wie auch die Nuttiefe bestimmt nach der Materialstärke,
dem Material und der ggf. vorhandenen Veredelung, wie etwa einer Folienkaschierung,
sowie nach der Funktion der geschnittenen Nut an der aus dem Zuschnitt hergestellten
Schachtel und beträgt normalerweise 90° bis 120°.
[0005] Eine dafür geeignete, gattungsgemäße Nutenschneidmaschine ist aus der
CN1 01200091 B bekannt. Die Nutenschneidwerkzeuge sind axial verstellbar auf parallel zur horizontal
angeordneten Transporttrommel liegenden Tragbalken montiert, welcher sich zwischen
den Seitenwänden des Maschinengestells erstreckt. Die Werkzeuge weisen jeweils zwei
in einem festen Winkel schräg zueinander an einer Messeraufnahme befestigte Messer
sowie nach den Nutenschneidwerkzeugen angeordnete Pappenniederhalter und Spanabweiser
auf.
[0006] Für eine einfache Einstellbarkeit des Nutwinkels schlägt die
EP2727716A1 eine Messeraufnahme mit Bogenführung vor, wobei die Bogenführung eine zu der Transporttrommel
parallele und durch die schneidenden Spitzen der Messer verlaufende Schwenkachse der
Messer festlegt, so dass ein Schwenken der Messer um diese Achse nur eine Änderung
des Nutwinkels ohne Einfluss auf die Nuttiefe bewirkt.
[0007] Um eine für präzises Nuten hinreichende Stabilität der Nutenschneidwerkzeuge und
deren Befestigung in der Nutenschneidmaschine zu erreichen, sind die Nutenschneidwerkzeuge
um ein Vielfaches breiter als die damit zu erzeugende Nut. Damit beträgt auch der
kleinstmögliche Abstand zweier durch auf demselben Tragbalken benachbart angeordneter
Nutenschneidwerkzeuge erzeugter Nuten ebenfalls ein Vielfaches der erwünschten Nutbreiten.
Der Abstand zweier benachbarter Nuten der Pappenzuschnitte für Hüllen der eingangs
beschriebenen Schachteln unterschreitet aber den mit einer solchen Nutenschneidmaschine
erreichbaren kleinstmöglichen Nutabstand deutlich. Um diese erforderlichen geringen
Abstände zweier benachbarter Nuten von nur wenigen Millimetern zu erreichen, ist ein
mehrmaliger Durchlauf der Materialbogen durch die Nutenschneidmaschine erforderlich,
wodurch der Aufwand für die Herstellung erheblich gesteigert wird.
[0008] Alternativ zu einem mehrmaligen Durchlauf schlägt die
EP2684683A1 die Anordnung weiterer Tragbalken für Nutenschneidwerkzeuge vor, welche zu dem ersten
Tragbalken parallel und in Transportrichtung versetzt angeordnet sind. Dabei ist neben
dem erhöhten baulichen Aufwand insbesondere die durch die zusätzlichen Tragbalken
stark eingeschränkte Zugänglichkeit und Einsehbarkeit im Bereich der Nuterzeugung
sowie der erhöhte Rüstaufwand von großem Nachteil.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es damit, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die bei einfacher und kostengünstiger Konstruktion von den aufgeführten
Nachteilen befreit ist.
[0010] Die Erfindung löst die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die in den
Unteransprüchen angegebenen Merkmale gekennzeichnet.
[0011] Eine erfindungsgemäße Nutenschneidmaschine weist dazu eine um ihre horizontal angeordnete
Längsachse drehbar in einem Gestell gelagerte, angetriebene Transporttrommel und endlos
umlaufende die zu nutenden Materialzuschnitte förderwirksam auf die Mantelfläche der
Transporttrommel drückende Niederhalteelemente auf. Weiterhin umfasst die Nutenschneidmaschine
zumindest einen zu der Transporttrommel parallelen Trägerbalken, auf welchem ein oder
mehrere Nutenschneidwerkzeuge zwischen den Niederhalteelementen angeordnet sind. Das
Nutenschneidwerkzeug umfasst zwei oder mehr Messeraufnahmen, welche jeweils mit einem
eigenen Messersatz zum Schneiden jeweils einer Nut ausgerüstet sind. Auf diese Weise
werden mit einem einzigen Nutenschneidwerkzeug gleichzeitig mehrere zueinander parallele
Nuten in den Pappenzuschnitt geschnitten. Die zweite Messeraufnahme ist dabei in axialer
Richtung der Transporttrommel relativ zu der ersten Messeraufnahme desselben Nutenschneidwerkzeuges
veränderbar positionierbar, so dass das Nutenschneidwerkzeug auf unterschiedliche
Abstände der von ihm gleichzeitig erzeugten Nuten eingestellt werden kann.
[0012] Auf diese Weise kann bei einer gegebenen Anzahl im Pappenzuschnitt zu erzeugender
Nuten die Anzahl der erforderlichen Tragbalken gering gehalten und damit eine kompakte
und preiswerte Bauweise der Nutvorrichtung erreicht werden. Darüber hinaus kann die
Anzahl der in einem Durchlauf erzeugbaren Nuten bei vorhandenen Nutvorrichtungen auf
sehr einfache Weise durch Ersetzen der Nutenschneidwerkzeuge durch solche der erfindungsgemäßen
Vorrichtung wesentlich erhöht werden.
[0013] Außerdem ermöglicht die Vorrichtung durch teilweises Überlagern mehrerer Nuten auch
mit einfachen Messern komplexe Nutgeometrien zu erzeugen, deren Geometrie bei der
Veränderung der Position eines Nutenschneidwerkzeuges nicht verändert wird, so dass
solche Positionsänderungen sehr einfach sind.
[0014] Vorzugsweise werden die die Pappenzuschnitte förderwirksam auf die Transporttrommel
drückenden Niederhalteelemente von Riemen gebildet, welche endlos um Rollen laufend
die Transporttrommel im Bereich des Transportweges der Zuschnitte umschlingen. So
wird erreicht, dass während des gesamten Schneidvorganges und über den gesamten von
der Transporttrommel gebildeten Transportweg die Pappenzuschnitte mit räumlich und
zeitlich gleichbleibender Kraft auf die Mantelfläche der Transporttrommel gedrückt
werden, wodurch ein besonders gleichmäßiger Durchlauf und damit präzise geschnittene
Nuten erreicht werden.
[0015] In bevorzugter Ausgestaltung weist das Nutenschneidwerkzeug einen Rahmen auf, an
welchem die zwei oder mehr Messeraufnahmen angeordnet sind. Dieser Rahmen bildet gleichzeitig
die Aufnahme des Nutenschneidwerkzeuges auf dem Trägerbalken und ermöglicht eine kompakte
und doch offene und damit zugängliche Bauform.
[0016] Die zweite Messeraufnahme des Nutenschneidwerkzeuges weist vorzugsweise eine Zustelleinrichtung
auf, mit der sich die relative Anordnung der Messersätze des Nutenschneidwerkzeuges
zueinander in Richtung der Trommelachse verändern lässt, um auf einfache Weise den
Abstand der durch das Nutenschneidwerkzeug erzeugten Nuten zueinander einstellen zu
können.
[0017] Vorzugsweise weist diese Zustelleinrichtung eine Linearführung auf, welche parallel
zu der Trommelachse angeordnet ist, sowie ein Klemmelement, welches es erlaubt, die
zweite Messeraufnahme an der eingestellten Position relativ zu der ersten Messeraufnahme
desselben Nutenschneidwerkzeuges festzusetzen, so dass sich der Abstand der Nuten
nicht unbeabsichtigt verändert und deren Parallelität zueinander gewährleistet ist.
[0018] In einer ersten alternativen Ausgestaltung weist die Zustelleinrichtung eine Spindel
auf, mit welcher die Position der Messeraufnahme entlang ihrer Linearführung eingestellt
wird, wodurch eine besonders einfache und verständliche Bedienung der Verstellung
erreicht wird.
[0019] In einer zweiten alternativen Ausgestaltung erfolgt die Positionierung über einen
Exzenter, welcher es durch sein nichtlineares Übertragungsverhalten auf einfache Weise
erlaubt, bei geringen Nutabständen, bei denen Positionsfehler visuell wesentlich deutlicher
erkannt werden, eine feinfühligere Verstellung im Vergleich zu größeren Nutabständen
zu ermöglichen, in welchen Abweichungen schwerer erkennbar sind.
[0020] Vorzugsweise weisen die Messeraufnahmen jeweils eine Bogenführung auf, deren Mittelpunkt
in etwa durch die Messerspitzen des jeweiligen Messersatzes verläuft. So wird eine
einfache Einstellmöglichkeit für den Öffnungswinkel der erzeugten Nut geschaffen,
welche die Nuttiefe nicht beeinflusst.
[0021] In vorteilhafter Weiterführung umfasst die Messeraufnahme eine weitere Zustelleinrichtung,
welche radial zu der Transporttrommel wirkend angeordnet ist, wodurch sich die Schnitttiefe
des jeweiligen Messersatzes und damit die Nuttiefe der von diesem geschnittenen Nuten
eingestellt werden kann. Damit ist es besonders einfach, in einem Durchlauf Nuten
unterschiedlicher Tiefe zu erzeugen und unterschiedliche Abmessungen der Messer, wie
sie beim Nachschleifen der Schneiden entstehen auszugleichen.
[0022] Vorzugsweise ist jedem Messersatz ein Spankanal zugeordnet, welcher die durch das
Nuten erzeugten Späne abführt, so dass die Vorrichtung insbesondere im Bereich der
Werkzeuge und Transportelemente, welche auf die Pappenzuschnitte einwirken wesentlich
weniger stark verschmutzt und durch Materialrückstände hervorgerufene Markierungen
der Pappenzuschnitte vermieden werden. Eine besonders kompakte Bauform wird erreicht,
wenn ein Spankanal des Werkzeuges von einer benachbarten Messeraufnahme desselben
Nutenschneidwerkzeuges gebildet wird. So kann der Bauraum des Nutenschneidwerkzeuges
sowie die Anzahl dessen Bauteile reduziert werden.
[0023] In vorteilhafter Weise umfasst jede Messeraufnahme zusätzlich ein Niederhalteelement,
welches in unmittelbarer Nähe der zugehörigen Messer den Pappenzuschnitt an die Transporttrommel
drückt, so dass der Pappenzuschnitt im Schneidbereich daran gehindert wird, sich aufgrund
der Schnittkräfte von der Transporttrommel zu lösen. Der für das Nutenschneidwerkzeug
erforderliche Bauraum wird reduziert, wenn ein Niederhalteelement den Einlauf des
Spankanals der benachbarten Messeraufnahme desselben Nutenschneidwerkzeuges bildet
und damit die von den Messeraufnahmen geforderten Abstände der Messersätze eines Nutenschneidwerkzeuges
zueinander verringert werden.
[0024] Eine beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird anhand
der Figuren detailliert beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- Ein teilweise zu einer hohlwandigen Schachtel aufgerichteter Pappenzuschnitt;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung einer Nutenschneidmaschine;
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung eine Nutenschneidwerkzeuges zum Erzeugen zweier zueinander
paralleler Nuten;
- Fig. 4
- eine rückseitige Ansicht eines Nutenschneidwerkzeuges zum Erzeugen zweier zueinander
paralleler Nuten.
[0025] Fig. 1 zeigt einen genuteten und bereits teilweise aufgerichteten Pappenzuschnitt
1, wie er für Schachteln der eingangs beschriebenen Art typisch ist. Dieser Zuschnitt
1 ist durch die Biegekanten festlegende Nuten 2, 3 in mehrere Segmente eingeteilt.
Dabei befinden sich sämtliche Nuten 2, 3 auf derselben Seite des Pappenzuschnitts
1 und weisen einen Öffnungswinkel 106 jeweils zwischen ihren Nutflanken von etwas
mehr als 90° auf.
[0026] Die unmittelbar an das den Boden der Schachtel bildende zentrale Segment anschließenden
Segmente bilden nach dem vollständigen Aufrichten die Außenseiten der Seitenwände.
Diese Seitenwände weisen jeweils einen Hohlraum 4 auf, welcher ggf. einen Kern aus
Wellpappe zur Verstärkung aufnehmen kann und aus den jeweils kreuzförmig an das zentrale
Segmente anschließenden Segmente gebildet werden.
[0027] Die Nutenschneidmaschine besteht, wie in Fig. 2 dargestellt, im wesentlichen aus
einer durch einen Getriebemotor 7 angetriebenen, liegend gelagerten Transporttrommel
6 und mehreren, endlos um Rollen 9 umlaufenden und zueinander beabstandeten, die Transporttrommel
6 unter Ausbildung eines Einlaufs 10 und eines Auslaufs 11 teilweise umschlingenden
Riemen 8 sowie zwischen den Riemen 8 in einem definierten Abstand von dem Trommelmantel
angeordneten Nutenschneidwerkzeugen 13. Von einer nicht gezeigten Zuführeinrichtung
dem Einlauf 10 zugeführte Pappenzuschnitte 1 werden von den Riemen 8 förderwirksam
auf den Trommelmantel gedrückt und in Transportrichtung 101 in einer etwa 180° Drehung
der Transporttrommel 6 vom im unteren Scheitelpunkt der Transporttrommel 6 liegenden
Einlauf 10 zum im oberen Scheitelpunkt liegenden Auslauf 11 gefördert und dabei an
den Messersätzen 21, 31 der Nutenschneidwerkzeuge 13 vorbeigeführt, welche jeweils
einen V-förmiger Span aus den Pappenzuschnitten 1 herausschneiden.
[0028] Die Riemen 8 sowie die Nutenschneidwerkzeuge 13 sind an Tragbalken 12 angeordnet,
welche sich parallel zu der Trommelachse 100 von der einen zu der anderen Seitenwand
des Gestells 5 erstrecken und radial zu der Transporttrommel 8 denselben Abstand aufweisen
aber in Transportrichtung 101 hintereinander angeordnet sind.
[0029] Fig. 3 und Fig. 4 zeigen dasselbe Beispiel eines Nutenschneidwerkzeugs 13 der in
Fig. 2 dargestellten Nutenschneidmaschine. Es besteht aus einem Rahmen 15, welcher
mit einem von Klemmschrauben 41 getriebenen Klemmstück 40 auf dem Tragbalken 12 festsetzbar
ist. Das Nutenschneidwerkzeug 13 kann nach Lösen des Klemmstücks 40 axial zur Transporttrommel
6 verschoben werden, wodurch die Lage der zu schneidenden Nuten 2, 3 im Pappenzuschnitt
1 veränderbar ist. An dem Rahmen 15 sind zwei im wesentlichen gleichartige Messeraufnahmen
20, 30 des Nutenschneidwerkzeuges 13 angeordnet.
[0030] Eine erste Messeraufnahme 20 zum Schneiden erster Nuten 2 weist einen ersten Messersatz
21 aus zwei gleichen Messern 14 auf und ist über eine erste Zustelleinrichtung 22
derart mit dem Rahmen 15 verbunden, dass sich der Messersatz relativ zu dem Rahmen
im wesentlichen in radialer Richtung 102 zu der Transporttrommel 6 verstellen lässt.
Dazu umfasst diese erste Zustelleinrichtung 22 eine radial zu der Transporttrommel
6 angeordnete Linearführung, eine Zustellschraube 42 sowie eine weitere Schraube 43
zum Festsetzen der radialen Position des ersten Messersatzes, wodurch die jeweilige
Schnitttiefe stufenlos einstellbar ist.
[0031] Zum Einstellen des Nutwinkels 106 umfasst die erste Messeraufnahme 20 eine zwischen
dem ersten Messersatz 21 und der ersten Zustelleinrichtung 22 angeordnete Bogenführung
26, wobei die Mittenachse der Bogenführung 26 durch diejenigen die Nuttiefe bestimmenden
Spitzen der Messer 14 des ersten Messersatzes 21 verläuft, derart dass sich dessen
Winkellage bzgl. der Bogenführung 26 nicht auf die Nuttiefe auswirkt.
[0032] Bezogen auf die Transportrichtung 101 der Transporttrommel 6 stromaufwärts des ersten
Messersatzes 21 umfasst die erste Messeraufnahme 20 ein gegen den auf der Transporttrommel
6 transportierten Pappenzuschnitt 1 federnd gelagertes erstes Niederhalteelement 23,
welches in unmittelbarer Nähe zu den Messern 14 ein sicheres Anliegen des Pappenzuschnittes
1 auf der Transporttrommel 6 und damit eine präzise geschnittene erste Nut 2 gewährleistet.
[0033] Stromabwärts des ersten Messersatzes 21 umfasst die erste Messeraufnahme 20 einen
ersten Spankanal 24, dessen Einlauf 25 zwischen die Messer 14 des ersten Messersatzes
21 greift und somit die Späne sicher aus dem Schneid- und Transportbereich der Pappenzuschnitte
1 ableitet. Dieser erste Spankanal 24 ist als Rohrbogen ausgeführt, welcher sich besonders
einfach an eine Späneabsaugung anschließen lässt.
[0034] Bezogen auf die Transportrichtung 101 stromabwärts der ersten Messeraufnahme 20 ist
am Rahmen 15 des Nutenschneidwerkzeuges eine zweite Messeraufnahme 30 mit einem zweiten
Messersatz 31 zum Schneiden zweiter Nuten 3 angeordnet, deren Aufbau zu einem Großteil
mit dem der ersten Messeraufnahme 20 identisch ist. Sie umfasst ebenfalls eine in
radialer Richtung 103 zu der Transporttrommel 6 wirkende zweite Zustelleinrichtung
32 des Nutenschneidwerkzeuges 13, eine Bogenführung 26 zum Einstellen des Nutwinkels
106 sowie einen federnd gelagertes zweites Niederhalteelement 33 und einen zweiten
Spankanal 34 wie sie bereits für die erste Messeraufnahme 20 beschrieben sind.
[0035] Im Unterschied zu der ersten Messeraufnahme 20 ist jedoch die zweite Messeraufnahme
30 über eine weitere Zustelleinrichtung 16 mit dem Rahmen 15 des Nutenschneidwerkzeuges
13 verbunden, welche zusätzlich eine Zustellung der zweiten Messeraufnahme 30 parallel
zu der Trommelachse 100 und relativ zu der ersten Messeraufnahme 20 ermöglicht, so
dass sich der Abstand der von dem ersten Messersatz 21 einerseits und dem zweiten
Messersatz 31 andererseits erzeugten Nuten 2, 3 durch diese Zustelleinrichtung 16
verändern lässt. Dazu ist die zweite Messeraufnahme 31 in einer zu der Trommelachse
100 parallel angeordneten Linearführung 17 gelagert und über eine Spindel 19 relativ
zu dem Rahmen 15 und dem ersten Messersatz 21 bewegbar. Um unerwünschte Veränderungen
des Abstandes der zweiten Nut 3 zu der ersten Nut 2 zu verhindern, kann die Position
der zweiten Messeraufnahme 30 entlang der zur Trommelachse 100 parallelen Linearführung
17 durch ein Klemmelement 18 festgesetzt werden. Alternativ zu der Spindel 19 als
Zustellelement kann auch bspw. ein Exzenter eingesetzt werden.
[0036] Um eine schnelle und präzise Einstellung des Nutabstandes zwischen erster Nut 2 und
zweiter Nut 3 zu erreichen, ermöglicht die beschriebene Zustelleinrichtung 16 in Nähe
deren Linearführung 17 eine Materialprobe des mit dem Pappenzuschnitt 1 einzuschlagenden
Stützkerns in dem zwischen dem Rahmen 15 des Nutenschneidwerkzeuges und der zweiten
Messeraufnahme 30 gebildeten Spalt 28 einzuklemmen, wodurch der Nutabstand der tatsächlichen
Dicke der Materialprobe entspricht.
1. Vorrichtung zum Nuten von Materialbögen wie bspw. Pappenzuschnitten (1), aufweisend
• eine angetriebene, um eine horizontale Achse (100) drehbar gelagerte angetriebene
Transporttrommel (6),
• mehrere zueinander in Richtung der Trommelachse (100) beabstandete, die Pappenzuschnitte
(1) förderwirksam auf den Trommelmantel drückende endlos umlaufende Niederhalteelemente,
• wenigstens einen parallel zu der Achse (100) der Transporttrommel (6) angeordneten
Träger (12) und
• wenigstens ein zwischen den Niederhalteelementen, am Umfang der Transporttrommel
(6) positionierbares und auf dem Träger (12) angeordnetes Nutenschneidwerkzeug (13)
mit einem an einer ersten Messeraufnahme (20) befestigten und wenigstens ein Messer
(14) umfassenden ersten Messersatz (21) zum Schneiden einer ersten Nut (2),
dadurch gekennzeichnet,
• dass das Nutenschneidwerkzeug (13) wenigstens einen an wenigstens einer zweiten Messeraufnahme
(30) befestigten und wenigstens ein Messer (14) umfassenden zweiten Messersatz (31)
zum Schneiden einer zu der ersten Nut (2) parallelen zweiten Nut (3) aufweist, wobei
die relative Position der ersten Messeraufnahme (20) und der zweiten Messeraufnahme
(30) zueinander in Richtung der Achse (100) der Transporttrommel (6) veränderbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die die Materialzuschnitte förderwirksam auf die Transporttrommel drückenden Niederhalteelemente
von endlos um Rollen (9) umlaufenden und zueinander beabstandeten, die Transporttrommel
(6) unter Ausbildung eines Einlaufs (10) und eines Auslaufs (11) teilweise umschlingenden
Riemen (8) gebildet werden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Nutenschneidwerkzeug (13) einen auf dem Träger (12) angeordneten Rahmen (15)
aufweist, welcher die wenigstens eine zweite Messeraufnahme (30) mit der ersten Messeraufnahme
(20) verbindet.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der die wenigstens eine zweite Messeraufnahme (30) mit der ersten Messeraufnahme
(20) verbindende Rahmen (15) eine Zustelleinrichtung (16) zum Verändern der relativen
Position des wenigstens einen zweiten Messersatzes (30) zu dem ersten Messersatz (20)
in Richtung der Achse (100) der Transporttrommel (6) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Messeraufnahme (20) und/oder die wenigstens eine zweite Messeraufnahme
(30) eine Bogenführung (26) zum Einstellen des Öffnungswinkels (106) der jeweiligen
Nut (2, 3) umfasst.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Messeraufnahmen (20, 30) eine Zustelleinrichtung (22, 32) aufweist,
derart dass die relative Position dieser wenigstens einen Messeraufnahme (20, 30)
zu dem Rahmen (15) des Nutenschneidwerkzeuges (13) im wesentlichen in radialer Richtung
(102, 103) zu der Transporttrommel (6) veränderbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die in axialer Richtung (100) wirkende Zustelleinrichtung (16) wenigstens eine im
wesentlichen parallel zu der Achse (100) der Transporttrommel (6) angeordnete Linearführung
(17) zum Verändern der relativen Position der wenigstens einen zweiten Messeraufnahme
(30) zu der ersten Messeraufnahme (20) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, gekennzeichnet durch wenigstens ein Klemmelement (18) der in axialer Richtung (100) wirkender Zustelleinrichtung
(16) zum Festsetzen der relativen Position des wenigstens einen zweiten Messersatzes
(30) zu dem ersten Messersatz (20).
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die in axialer Richtung (100) wirkende Zustelleinrichtung (16) wenigstens eine Spindel
(19) zum Einstellen der relativen Position der wenigstens einen zweiten Messeraufnahme
(30) zu der ersten Messeraufnahme (20) in Richtung der Achse (100) der Transporttrommel
(6) umfasst.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustelleinrichtung (16) wenigstens einen Exzenter (27) zum Einstellen der relativen
Position der wenigstens einen zweiten Messeraufnahme (30) zu der ersten Messeraufnahme
(20) in Richtung der Achse (100) der Transporttrommel (6) umfasst.
11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Spankanal (24) der ersten Messeraufnahme (20) zumindest teilweise durch
die wenigstens eine zweite Messeraufnahme (30) gebildet wird.
12. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein den Pappenzuschnitt (1) im Bereich des wenigstens einen zweiten Messersatzes
(31) gegen die Transporttrommel (6) drückendes Niederhalteelement (33), welches den
Einlauf (25) des ersten Spankanals (24) bildet.