[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Spinn-
und/oder Spulmaschine, die über eine Spinnvorrichtung zur Produktion eines Fadens
oder einen Kops zur Zulieferung eines Fadens sowie über eine Spulvorrichtung zur Herstellung
einer Kreuzspule auf einer Hülse verfügt, wobei die Spulvorrichtung einen schwenkbar
gelagerten Spulenhalter mit Spulenteller zur Aufnahme der Hülse und zum Fangen des
Fadens, eine angetriebene Spulwalze zum Drehen der Hülse bzw. der Spule sowie eine
Fadenchangiereinrichtung aufweist und die Arbeitsstelle mit einer ersten, auf den
Spulenumfang gerichteten Saugdüse und weiterhin mit einer zweiten, auf der von der
Kreuzspule abgewandten Seite des Spulentellers angeordneten und im Wesentlichen entgegen
der ersten Saugdüse gerichteten und von dieser beabstandeten Saugdüse ausgestattet
ist und eine entsprechende Arbeitsstelle einer Spinn- und/oder Spulmaschine.
[0002] Aus der
DE 10 2012 008 691 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben von Arbeitsstellen einer Offenend-Rotorspinnmaschine
und eine entsprechende Arbeitsstelle zur Durchführung des Verfahrens bekannt, bei
welchen eine erste, schwenkbar gelagerte Saugdüse und eine zweite, beweglich gelagerte
Saugdüse vorhanden sind. Die erste, schwenkbar gelagerte Saugdüse nimmt einen Faden
von einer Kreuzspule auf und übergibt den Faden im Bereich der Spinnvorrichtung an
die Arbeitsstelle. Beim Erreichen eines vorgebbaren Durchmessers der Kreuzspule wird
der Wickelprozess unterbrochenen und ein Kreuzspulen-/Hülsenwechsel eingeleitet. Dabei
wird der produzierte Faden durch die bedarfsgerecht positionierbare zweite Saugdüse
entsorgt. Die beweglich gelagerte zweite Saugdüse wird bei der Übergabe des einlaufenden
Fadens an eine leere Hülse so positioniert, dass der Faden in der geeigneten Position
gehalten werden kann. Nachteilig hierbei ist es, dass zwei beweglich gelagerte Saugdüsen
benötigt werden. Der dafür erforderliche konstruktive Aufwand der Lagerung der Saugdüsen
ist dabei aufwändig und erfordert einen hohen Steuerungsaufwand. Darüber hinaus ist
die Bewegung der Saugdüsen zeitintensiv und geht zu Lasten der Produktivität der Arbeitsstelle.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu
schaffen, mit welchen ein Faden auf eine leere Hülse einer Spinn- und/oder Spulmaschine
schnell und konstruktiv einfach angelegt werden kann.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst mit einem Verfahren und einer Arbeitsstelle gemäß den Merkmalen
der unabhängigen Patentansprüche.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Spinn- und/oder
Spulmaschine, dient zum Anlegen eines Fadens an eine leere Hülse. Eine geeignete Spinnmaschine
kann eine Offenend-Rotorspinnmaschine oder eine Luftspinnmaschine sein. Auch eine
Spulmaschine, welche anstelle einer Spinnvorrichtung zur Produktion eines Fadens einen
Kops aufweist, von welchem Faden geliefert wird und auf eine Kreuzspule aufgespult
wird, ist zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet. Die Arbeitsstelle
verfügt über eine Spinnvorrichtung zur Produktion eines Fadens oder einen Kops zur
Zulieferung eines Fadens sowie über eine Spulvorrichtung zur Herstellung einer Kreuzspule
auf einer Hülse. Die Spulvorrichtung weist einen schwenkbar gelagerten Spulenhalter
mit Spulenteller zur Aufnahme der Hülse und zum Fangen des Fadens, eine angetriebene
Spulwalze zum Drehen der Hülse bzw. der Spule sowie eine Fadenchangiereinrichtung
auf. Die Arbeitsstelle ist mit einer ersten, auf den Spulenumfang gerichteten Saugdüse
und weiterhin mit einer zweiten, auf der von der Kreuzspule abgewandten Seite des
Spulentellers angeordneten und im Wesentlichen entgegen der ersten Saugdüse gerichteten
und von dieser beabstandeten Saugdüse ausgestattet.
[0006] Erfindungsgemäß wird der Faden zum Anlegen an eine leere Hülse in den beiden Saugdüsen
angeordnet und dazwischen insbesondere mittels Unterdruck in zumindest der zweiten
Saugdüse aufgespannt. Das andere Ende des Fadens kann durch die erste Saugdüse verlaufen
und ebenfalls mittels Unterdruck oder mittels einer Klemmeinrichtung, beispielsweise
zwischen Klemmwalzen, gehalten werden. Anstelle des Unterdrucks kann die Aufspannung
des Fadens auch beidseitig mittels einer Klemmeinrichtung erfolgen, die beispielsweise
in den oder im Bereich der Saugdüsen angeordnet ist. Außerdem ist es möglich, dass
der Faden durch die beiden Saugdüsen hindurch in Bewegung ist, insbesondere wenn die
Spinnvorrichtung während der Anwendung des Verfahrens weiter produziert und der Faden
durch die zweite Saugdüse abgesaugt wird.
[0007] Der zwischen den beiden Saugdüsen aufgespannte Faden wird von einer Fangeinrichtung
erfasst, um den Faden zu fangen und anschließend auf die Hülse aufzuspulen. Die Fangeinrichtung
greift in den gespannten Faden ein und bewegt ihn in Richtung auf die Hülse, sobald
sich der Spulenteller dreht. Durch die beiden feststehenden Saugdüsen kann der Faden
auf sehr einfache Art und Weise aufgespannt werden. Wird der Faden sodann mit der
Spulstelle gekreuzt, so fängt die Fangeinrichtung den Faden und kann ihn anschließend
derart auf der Hülse fixieren, dass der Faden auf die Hülse gewickelt wird. Der Ablauf
kann sehr schnell erfolgen, da nur wenige Bewegungen erforderlich sind. Die Produktivität
der Arbeitsstelle kann damit im Vergleich zu entsprechenden Verfahren aus dem Stand
der Technik deutlich gesteigert werden.
[0008] Wird zumindest die zweite Saugdüse beim Aufspulen und Anlegen des Fadens an die leere
Hülse nicht bewegt, so ist eine deutliche Vereinfachung der Vorrichtung und insbesondere
ein noch schnelleres Handhaben und Aufwickeln des Fadens auf die leere Hülse möglich.
In einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung sind beide Saugdüsen nicht
bewegt, d. h. fest und stationär an der Arbeitsstelle angeordnet. Damit ist eine noch
schnellere Fixierung des Fadens auf der leeren Hülse möglich. Der Verfahrensablauf
ist hierdurch vereinfacht und schneller durchzuführen als beim Stand der Technik
[0009] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind der Spulenteller und/oder die
Hülse zumindest ein Teil der Fangeinrichtung. Dabei wird der aufgespannte Faden mit
dem Spulenteller und/oder der Hülse gekreuzt, um den Faden zu fangen und anschließend
auf die Hülse aufzuspulen. Indem der Spulenteller und/oder die Hülse und der Faden
einander kreuzen, kann der Spulenteller und/oder die Hülse den Faden ergreifen und
dafür sorgen, dass der Faden anschließend auf die Hülse aufgewickelt wird. Hierfür
kann der Spulenteller verschiedene, bekannte Merkmale aufweisen. Geeignet ist beispielsweise
eine hakenförmige Ausbildung an dem Spulenteller, wobei der entsprechende Haken in
den gespannten Faden eingreifen kann und ihn in Richtung auf die Hülse bewegt, sobald
sich der Spulenteller dreht. Wird der Faden sodann mit der Spulstelle gekreuzt, so
fängt der Haken den Faden und kann ihn anschließend derart auf der Hülse fixieren,
dass der Faden auf die Hülse gewickelt wird. Alternativ kann der Faden auch mit der
Hülse gekreuzt werden. Dabei wird er entweder bei entsprechend vorbereiteten, beispielsweise
geschlitzten oder aufgerauten, Hülsen, auf dieser oder wiederum alternativ zwischen
der Hülse und dem Spulenteller geklemmt und dabei gefangen.
[0010] Wird der Faden zwischen den beiden Saugdüsen mittels einer Führungseinrichtung geführt,
so kann er in geeigneter Weise aufgespannt werden, um von dem Spulenteller sicher
und einfach erfasst zu werden. Die Führungseinrichtung kann auch dafür vorgesehen
sein, dass der Faden ausreichend gespannt ist, um ein Ergreifen des Fadens durch den
Spulenteller sicher zu gewährleisten.
[0011] Wird der Faden mittels der Führungseinrichtung im Wesentlichen quer zum Spulenteller
aufgespannt, so kann der Spulenteller, insbesondere wenn er am Umfang Haken aufweist,
den Faden einfach und sicher erfassen.
[0012] Wird der Spulenteller in Richtung auf die Spulwalze abgesenkt oder die Führungseinrichtung
in radialer Richtung auf den Spulenteller zu bewegt, damit der mittels der Führungseinrichtung
unter einem Winkel, insbesondere im Wesentlichen quer zum Spulenteller aufgespannte
Faden zwischen den beiden Saugdüsen mit dem Spulenteller gekreuzt wird, so ist ebenfalls
ein schnelles und sicheres Erfassen des Fadens durch den Spulenteller und ein anschließendes
Aufspulen des Fadens auf der Hülse gewährleistet. Besonders wenn der Spulenhalter
abgesenkt wird, kann die Führungseinrichtung sehr einfach ausgebildet werden. In diesem
Fall ist eine Beweglichkeit der Führungseinrichtung zum Zuführen des Fadens an den
Spulenteller nicht erforderlich. Der Spulenteller bewegt sich mit dem Absenken der
Hülse auf eine Spulwalze zum Antrieb der Hülse gleichzeitig auch auf die Führungseinrichtung
und damit auf den darin gespannten Faden zu und ergreift diesen. Hierdurch ist es
möglich, dass sowohl die beiden Saugdüsen als auch die Führungseinrichtung stationär
ausgeführt werden können oder zumindest die Führungseinrichtung nach der Übergabe
des Fadens lediglich geringfügig aus dem Bereich des Spulentellers heraus bewegt werden
muss.
[0013] Wird die Führungseinrichtung nach dem Anlegen des Fadens auf die leere Hülse von
den Spulenteller weg bewegt, so wird sichergestellt, dass die Führungseinrichtung
beim Aufspulen des Fadens auf die Hülse bzw. die Bildung der Kreuzspule nicht behindert.
Diese Bewegung erfolgt allerdings nach der Übergabe des Fadens an den Spulenteller
und kann nach Beginn der Produktion des Fadens bzw. des Umspulens des Fadens erfolgen
und führt somit zu keiner Verlängerung des Arbeitszyklus.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung wird der Faden von einer Hilfsspule
einer Wartungseinrichtung oder von der zuvor an dieser Arbeitsstelle fertig gestellten
Kreuzspule oder von der Spinnvorrichtung kommend zwischen die beiden Saugdüsen gebracht
und von den beiden Saugdüsen eingesaugt. Damit befindet sich der Faden in den beiden
Saugdüsen und kann in dem Abstand zwischen den beiden Saugdüsen entsprechend aufgespannt
werden. Insbesondere wenn der Faden von der Spinnvorrichtung kommt und weiter produziert
wird, kann dabei ein fliegender Wechsel der vollen Spule gegen eine leere Hülse erfolgen.
[0015] Wird der Faden erst von der ersten Saugdüse und dann von der zweiten Saugdüse eingesaugt,
so kann er mit vorbestimmten Längen in der jeweiligen Saugdüse positioniert werden.
[0016] Bei der Verwendung des Fadens von einer Hilfsspule der Wartungseinrichtung ist es
möglich ein Ansetzen des Fadens durchzuführen, auch wenn an der entsprechenden Arbeitsstelle
kein Faden zur Verfügung steht. Dieses Verfahren ist somit sehr flexibel. Andererseits,
wenn der Faden von der zuvor an dieser Arbeitsstelle fertig gestellten Kreuzspule
kommend verwendet wird, ist die Arbeitsstelle in der Lage einen Wechsel der Spule
auf eine leere Hülse durchzuführen, ohne dass eine entsprechende Wartungseinrichtung
erforderlich wäre. Die Arbeitsstelle kann somit selbstständig, ohne auf eine Wartungseinrichtung
angewiesen zu sein, das Spulen auf eine neue Hülse beginnen. Dabei wird der Faden
von der fertig gestellten Kreuzspule abgenommen und in die erste und zweite Saugdüse,
oder wenn er sich bereits in der ersten Saugdüse befindet nur in die zweite Saugdüse
eingeführt. Nach dem Trennen des Fadens wird die volle Spule mit einer leeren Hülse
ausgetauscht. Das in den beiden Saugdüsen befindliche Fadenstück kann sodann zum wieder
Anspinnen bzw. zum Verbinden mit einem Faden eines zugeführten Kops und zum Anlegen
auf die Hülse verwendet werden.
[0017] Wird der Faden von der Wartungseinrichtung in die beiden Saugdüsen eingelegt, so
wird der konstruktive Aufwand der einzelnen Arbeitsstellen der Maschine reduziert.
Dieser relativ seltene Eingriff kann von der Wartungseinrichtung durchgeführt werden,
welche alle erforderlichen Handhabungseinrichtungen aufweist, ohne dass diese an jeder
Arbeitsstelle stets vorhanden sein müssen. Wird der Faden von einer Wartungseinrichtung
in die beiden Saugdüsen eingelegt, so kann ein gezieltes Zuführen des Fadens von der
Hilfsspule oder von der zuvor an dieser Arbeitsstelle fertig gestellten Kreuzspule
an die Führungseinrichtung erfolgen, um das ordnungsgemäße Ergreifen durch die Fangeinrichtung
sicherzustellen.
[0018] Nachdem der Faden auf die leere Hülse angelegt wurde, wird der Faden getrennt und
das in die zweite Saugdüse ragende Fadenende abgesaugt. Der Faden wird sodann auf
die Hülse aufgewickelt. Damit wird sichergestellt, dass kein Fadenende über die Spule
hinaus ragt und hierdurch zu Beschädigungen der Spule führen könnte. In einer bevorzugten
Ausführung wird der Faden während des Aufspulens auf die Kreuzspule durch die erste
Saugdüse hindurch geführt.
[0019] Wird der Faden nach dem Anlegen auf die leere Hülse mittels der Führungseinrichtung
changiert oder an eine Changiereinrichtung übergeben, so kann anschließend die normale
Bewicklung der Spule erfolgen. Wird der Faden mittels der Führungseinrichtung changiert,
d. h. die Führungseinrichtung ist Teil der Changiereinrichtung, so führt dies zu einer
baulich sehr einfachen Ausführung der Erfindung. Eine Übergabe der Führungseinrichtung
an die Changiereinrichtung ist dadurch nicht erforderlich. Dies kann beispielsweise
so erfolgen, dass die Führungs- bzw. Changiereinrichtung in der Lage ist über den
normalen Changierweg, der für die Bewicklung der Spule nötig ist, hinaus bewegt zu
werden, um den Faden zwischen den beiden Saugdüsen zu spannen. Sobald die normale
Bewicklung der Spule erfolgt, bewegt sich der Changierfadenführer innerhalb des Changierweges
der Kreuzspule.
[0020] Alternativ ist es auch möglich, dass die Führungseinrichtung und die Changiereinrichtung
separate Bauteile sind. Hierdurch ist eine Übergabe des Fadens von der Führungseinrichtung
auf die Changiereinrichtung erforderlich.
[0021] Dies kann durch eine entsprechende Geometrie der Führungseinrichtung erfolgen, d.
h. dass der Faden aus der Führungseinrichtung herausfällt, sobald er getrennt wurde.
Alternativ kann durch eine entsprechende Bewegung der Führungseinrichtung der Faden
auf die Changiereinrichtung abgeworfen werden.
[0022] Eine erfindungsgemäße Arbeitsstelle einer Spinn- und/oder Spulmaschine verfügt über
eine Spinnvorrichtung zur Produktion eines Fadens bzw. einen Kops zur Zulieferung
eines Fadens sowie eine Spulvorrichtung zur Herstellung einer Kreuzspule auf einer
Hülse. Die Spulvorrichtung weist einen schwenkbar gelagerten Spulenhalter mit Spulenteller
zur Aufnahme der Hülse und zum Fangen des Fadens, eine angetriebene Spulwalze zum
Drehen der Hülse bzw. der Spule sowie eine Fadenchangiereinrichtung auf. Die Arbeitsstelle
ist mit einer ersten, auf den Spulenumfang gerichteten Saugdüse und weiterhin mit
einer zweiten, auf der von der Spule Kreuzspule abgewandten Seite des Spulentellers
angeordneten und im Wesentlichen entgegen der ersten Saugdüse gerichtet und von dieser
beabstandeten Saugdüse ausgestattet. Erfindungsgemäß sind die beiden Saugdüsen derart
zueinander angeordnet, dass der in den beiden Saugdüsen befindliche Faden zum Anlegen
an eine leere Hülse zwischen den beiden Saugdüsen mittels Unterdruck in zumindest
der zweiten Saugdüse so aufgespannt werden kann, dass er von einer Fangeinrichtung
erfasst werden kann. Hierdurch kann der Faden gefangen und anschließend auf die Hülse
aufgespult werden.
[0023] Durch die erfindungsgemäßen Anordnungen der Saugdüsen wird der Faden zwischen den
Saugdüsen gespannt. Die beiden Saugdüsen saugen in entgegengesetzter Richtung den
Faden an, so dass dieser zwischen den beiden Saugdüsen gespannt ist. Alternativ ist
es auch möglich, dass der Faden im Bereich der ersten Saugdüse geklemmt ist und durch
die zweite Saugdüse angesaugt wird, oder umgekehrt auch in den oder im Bereich der
beiden Saugdüsen geklemmt ist. Auch hierdurch entsteht eine Spannung auf dem Faden.
Durch die Fangeinrichtung wird der Faden ergriffen und kann auf die Hülse aufgewickelt
werden.
[0024] Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest die zweite Saugdüse vorzugsweise
beide Saugdüsen unbeweglich angeordnet sind. Die beiden stationär angeordneten Saugdüsen
sorgen dabei für eine sehr einfache Ausführung der erfindungsgemäßen Arbeitsstelle.
Einrichtungen zum Bewegen und zum Führen der Saugdüsen sind nicht erforderlich. Beide
Saugdüsen können an der Arbeitsstelle fixiert sein und der Faden wird durch die beiden
Saugdüsen hindurch geführt. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, dass eine
oder beide Saugdüsen beweglich, bspw. verschwenkbar oder verschiebbar ausgebildet
sind.
[0025] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird das zwischen den beiden Saugdüsen
befindliche Fadenstück mit dem Spulenteller und/oder der Hülse gekreuzt. Der Spulenteller
und/oder die Hülse sind dabei zumindest ein Teil der Fangeinrichtung und der aufgespannte
Faden kann so gefangen und anschließend auf die Hülse aufgespult werden. Dadurch kann
der Faden gezielt in den Bereich des Spulentellers oder der Hülse oder umgekehrt der
Spulenteller oder die Hülse in dem Bereich des gespannten Fadens gebracht werden.
Der Faden kann hierdurch erfasst und auf die Hülse aufgewickelt werden.
[0026] Ist zwischen den beiden Saugdüsen eine Führungseinrichtung zum Führen des Fadens
vorgesehen, so kann der Faden im Wesentlichen quer zum Spulenteller angeordnet werden.
Die Führungseinrichtung sorgt dafür, dass der Kreuzungswinkel zwischen der Fangeinrichtung,
beispielsweise dem Spulenteller, und dem aufgespannten Faden so ist, dass entsprechend
der Fangeinrichtung der Faden ideal positioniert ist. Vorzugsweise hat der Spulenteller
einen gezahnten Umfang, wobei die Zähne in den aufgespannten Faden eingreifen können
und diesen zur Hülse hin bringen. Alternativ zu solchen Zähnen kann auch eine längs
orientierte Vertiefung an dem Spulenteller, der Hülse oder zwischen der Hülse und
dem Spulenteller vorgesehen sein, in welcher der Faden geklemmt wird. In diesem Falle
ist es vorteilhaft, wenn der Faden weitgehend parallel zum Spulenteller ausgerichtet
ist. Der Kreuzungswinkel ist in diesem Falle sehr gering.
[0027] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die Führungseinrichtung in radialer
Richtung auf den Spulenteller zu und/oder von diesem weg bewegbar angeordnet. Die
Führungseinrichtung kann damit den aufgespannten Faden entweder in Richtung auf den
Spulenteller hin bewegen oder nach dem Ergreifen des Fadens aus dem Bereich des Spulentellers
heraus bewegt werden, um dem späteren Aufspulen des Fadens auf der Kreuzspule nicht
hinderlich zu sein.
[0028] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Führungseinrichtung an der ersten Saugdüse
bzw. dessen Gehäuse angeordnet ist. Die Führungseinrichtung kann in diesem Falle exakt
in Bezug auf die Kreuzspule, auf deren Spulenumfang die erste Saugdüse gerichtet ist,
angeordnet sein.
[0029] Ist die Führungseinrichtung Teil einer bewegbaren Mündung der ersten Saugdüse, so
kann die Zuführung des Fadens zu der Fangeinrichtung bzw. das Wegbewegen der Führungseinrichtung
nach der Übergabe des Fadens an die Fangeinrichtung sehr einfach realisiert werden.
[0030] Ist die Führungseinrichtung hakenförmig ausgebildet, so kann der Faden auf sehr einfache
Weise um den oder die Haken der Führungseinrichtung gelegt werden und von zumindest
der zweiten Saugeinrichtung angesaugt und dadurch gespannt werden.
[0031] Um eine besonders einfache Ausführung der Erfindung zu schaffen, ist es vorteilhaft,
wenn die Führungseinrichtung gleichzeitig ein Changierfadenführer ist. In diesem Falle
wird der Changierfadenführer aus dem Changierweg für die Kreuzspule heraus geführt
und dient dort als Führungseinrichtung für den Faden.
[0032] Ist eine Wartungseinrichtung vorgesehen, die zum Einlegen des Fadens in die beiden
Saugdüsen dient, so kann beispielsweise auch von einer Hilfsspule ein Faden zugeführt
werden, welche sich auf der Wartungseinrichtung befindet. Das Anspinnen und Ansetzen
des Fadens kann dadurch erfolgen, ohne dass sich ein entsprechend benötigtes Fadenende
an der Arbeitsstelle befindet. Die Wartungseinrichtung, welche entlang einer Vielzahl
von Arbeitsstellen patrouilliert, führt dieses Fadenende von der mitgeführten Hilfsspule
der Arbeitsstelle bzw. den Saugdüsen zu.
[0033] Ist an der Arbeitsstelle eine Trennvorrichtung angeordnet, um den Faden nach dem
Anlegen auf die leere Hülse zu trennen, so kann das abgetrennte Fadenende durch die
zweite Saugdüse abgesaugt werden. An der Kreuzspule befindet sich kein überhängendes
Fadenende, welches zur Beschädigung der Kreuzspule führen könnte.
[0034] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1a - 1c
- eine Seitenansicht einer Spinn-/Spulmaschine mit einem Schnitt durch zwei Saugdüsen,
- Figur 2a - 2f
- die Verfahrensschritte beim Anlegen eines Fadens an eine leere Hülse mit einem Hilfsfaden
gemäß einer ersten Ausführung der Vorrichtung,
- Figur 3a - 3h
- die Verfahrensschritte zum Anlegen eines Fadens an eine leere Hülse mit einem Faden
einer zuvor bewickelten Spule mit einer zweiten Ausführung der Vorrichtung,
- Figur 4
- einen skizzierten Fadenführer mit seitlicher Schneideinrichtung, und
- Figur 5
- eine alternative Schneideinrichtung.
[0035] In den Figuren 1a bis 1c ist eine Seitenansicht einer skizzierten Arbeitsstelle einer
Spinn-/Spulmaschine, beispielsweise eine Rotorspinnmaschine oder eine Luftspinnmaschine,
dargestellt, bei welcher zwei Saugdüsen im Schnitt gezeigt sind. Die folgenden Ausführungsbeispiele
beziehen sich jeweils auf eine Fangeinrichtung, die mittels eines gezahnten Spulentellers
ausgestattet ist. Eine Fangeinrichtung, die sich auf der Hülse oder zwischen der Hülse
und dem Spulenteller befindet, arbeitet analog zu der folgenden Beschreibung. Die
Positionierung des Fadens in Bezug auf die Fangeinrichtung kann dabei so abgeändert
sein, dass die entsprechende Fangeinrichtung den Faden gut und zuverlässig erfassen
kann.
[0036] In Figur 1a ist die Spinn-/Spulmaschine während der Produktion gezeigt. In einer
Spinnvorrichtung 1 wird ein Faden 2 produziert und mittels angetriebener Abzugswalzen
3 aus der Spinnvorrichtung 1 abgezogen. Der Faden 2 läuft durch eine Öffnung 4 einer
ersten Saugdüse 5 durch diese erste Saugdüse 5 hindurch und gelangt zu einer Spulvorrichtung
6. Die Spulvorrichtung 6 weist eine Spule 7 auf, auf welche der Faden 2 aufgewickelt
wird. Die Spule 7 ist in einem Spulenhalter 8 gehalten. Der Spulenhalter 8 ist schwenkbar
gemäß Doppelpfeilrichtung gelagert und passt sich dem aktuellen Durchmesser der Spule
7 an. Außerdem ist er in der Lage die Spule 7 bzw. die in folgenden Figuren dargestellte
Hülse 18 bei Bedarf anzuheben oder abzusenken. An dem Spulenhalter 8, welcher beidseitig
die Spule 7 bzw. Hülse 18 umgreift, ist ein Spulenteller 9 angeordnet, welcher Zähne
10 aufweist. Die Zähne 10 dienen zum Fangen des Fadens 2, wie später noch ausführlich
beschrieben wird. Zur Drehung der Spule 7 in Pfeilrichtung liegt diese auf einer Spulwalze
11 auf, welche angetrieben ist. Der Faden 2 befindet sich in einem Fadenführer 11,
welcher vor der Spule 7 hin und her changiert und den Faden 2 kreuzweise auf die Spule
7 aufwickelt.
[0037] Seitlich der Spule 7 ist eine zweite Saugdüse 12 angeordnet, welche der ersten Saugdüse
5 entgegen gerichtet ist. Die beiden Mündungen der erste Saugdüse 5 und der zweite
Saugdüse 12 stehen einander im Wesentlichen gegenüber, auch wenn sie bei Blickrichtung
auf die Wickelfläche der Spule 7 seitlich zueinander versetzt sein können. Wie später
noch beschrieben wird, wird entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren der Faden
2 zwischen den beiden Mündungen aufgespannt.
[0038] Im Bereich der Abzugswalzen 3 ist ein Halter 13 vorgesehen, welcher drehbar gelagert
ist. An dem Halter 13 sind eine Abdichtung 14 und eine Öse 15 angeordnet. Die Abdichtung
14 ist dafür vorgesehen die Öffnung 4 der ersten Saugdüse 5 abzudichten, während sich
die Öse 15 innerhalb der ersten Saugdüse 5 befindet bzw. wenn die erste Saugdüse 5
an der Mündung eine Saugkraft zum Anziehen oder Halten des Fadens 2 aufweisen soll.
[0039] Die erste Saugdüse 5 ist an eine erste Absaugung A1 und die zweite Saugdüse 12 an
eine zweite Absaugung A2 angeschlossen. Beide Absaugungen A1 und A2 können unabhängig
voneinander ein- und ausgeschaltet werden. In der Darstellung der Figur 1a sind die
beiden Absaugungen abgeschaltet, da der Faden 2 direkt von der Spinnvorrichtung 1
durch die Öffnung 4 und den oberen Teil der ersten Saugdüse 5 zur Spulvorrichtung
6 verläuft und dort auf die Spule 7 aufgewickelt wird. Eine Saugkraft der ersten Saugdüse
5 auf den Faden 2 ist in diesem Zustand nicht erforderlich.
[0040] In der Darstellung der Figur 1b ist im Vergleich zu Figur 1 a der Halter 13 nach
oben geschwenkt und verschließt mit der Abdichtung 14 die Öffnung 4. Beide Absaugungen
A1 und A2 sind eingeschaltet. Der Faden 2 befindet sich mit einem Ende in der ersten
Saugdüse 5 und mit dem anderen Ende in der zweiten Saugdüse 12. Der Faden 2 verläuft
dabei durch die Öse 15 des Halters 13. Der Faden 2 in Figur 1b stammt dabei beispielsweise
von einer Hilfsspule, welche von einem nicht dargestellten Wartungswagen an die entsprechende
Arbeitsstelle gebracht wurde. Der Wartungswagen hat sodann mittels entsprechender
Handhabungselemente ein Fadenstück in die beiden Saugdüsen 5 und 12 eingeführt. Der
Faden 2 befindet sich dabei nicht mehr in dem Fadenführer 16 und wird somit nicht
mehr changiert. Das Einlegen des Fadens 2 in die beiden Saugdüsen 5 und 12 kann alternativ
auch von Hand erfolgen.
[0041] In Figur 1c ist der Halter 13 wieder nach unten geschwenkt und hat das eine Fadenende,
welches sich zuvor in der ersten Saugdüse 5 befunden hatte, durch die Öffnung 4 hindurch
gezogen und zwischen die beiden Abzugswalzen 3 eingelegt. Der Faden 2 ist somit durch
die Abzugswalzen 3 fixiert. Durch eine Drehung der Abzugswalzen 3 kann der Faden 2
in seiner Längsrichtung bewegt werden. Das andere Ende des Fadens 2 befindet sich
weiterhin in der zweiten Absaugung 12 und wird durch die Saugkraft in dieser Saugdüse
12 gehalten.
[0042] Die Spule 7 kann bereits in dem Verfahrensschritt gemäß Figur 1b oder auch erst in
oder nach dem Verfahrensschritt gemäß Figur 1c gegen eine leere Hülse 18 gewechselt
werden.
[0043] In der weiteren Beschreibung wird das erfindungsgemäße Verfahren näher beschrieben.
Die Figuren 2a bis 2f sowie 3a bis 3h zeigen eine Draufsicht auf die Spulvorrichtung
6.
[0044] Die Darstellung der Figur 2a entspricht im Wesentlichen der Situation, wie sie in
Figur 1b dargestellt ist. Die beiden Absaugungen A1 und A2 sind eingeschaltet und
der Faden 2 befindet sich mit zwei Enden sowohl in der ersten Saugdüse 5 als auch
in der zweite Saugdüse 12.
[0045] Eine Hülse 18 ist zwischen zwei Spulentellern 9 gehalten. Der Spulenteller 9 weist
am Umfang Zähne 10 auf, mit welchen der Faden 2 gefangen werden kann. Der gegenüberliegende
Spulenteller 9' weist dagegen keine Zähne 10 auf, da an dieser Stelle der Faden 2
nicht gefangen werden muss. Die Hülse 18 ist von der ersten Saugdüse 5 so weit entfernt,
dass der Spulenteller 9 nicht in einen Bereich eingreift, in welchem der Faden 2 verläuft.
Hierzu ist die Hülse 18 mit dem hier aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit nicht
dargestellten Spulenhalter 8 von der Spulwalze 11 abgehoben.
[0046] Der Faden 2 verläuft durch die erste Saugdüse 5 über einen ersten Haken 19 zu einem
zweiten Haken 20 in die zweite Saugdüse 12 hinein. Er ist nicht in dem Fadenführer
16 (Figur 1 a) geführt. Der erste Haken 19 und der zweite Haken 20 sind Teil einer
Führungseinrichtung 22, welche den Faden 2 zum wieder Anlegen an die Hülse 18 führt.
Die beiden Haken 19 und 20 sind an einer Seite einer Platte 23 befestigt, welche sich
wiederum in diesem Ausführungsbeispiel an dem Gehäuse der ersten Saugdüse 5 befindet.
Die Platte 23 kann eine Art Mündungsstück der ersten Saugdüse 5 sein, welche weitere
Funktionen, wie beispielsweise das Ansaugen eines Fadenendes auf einer Spule 7 oder
das Abheben des Fadens 2 aus dem Fadenführer 16 haben kann.
[0047] Der Faden 2 ist wie bereits oben beschrieben zwischen den beiden Haken 19 und 20
aufgespannt. Der erste Haken 19 ist dabei weniger gebogen als der zweite Haken 20.
Die Begründung hierfür ist, dass der Faden 2 zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrensablaufes
über den ersten Haken 19 abrutschen soll, um in den Fadenführer 16 eingeführt werden
zu können. Der zweite Haken 20 hingegen ist stärker gebogen, um sicherzustellen, dass
der Faden 2 in die Mündung der zweiten Saugdüse 12 eingeführt werden kann. Selbstverständlich
sind auch andere Ausführungen der Haken 19 und 20 möglich, je nach den Gegebenheiten
an den einzelnen Spulvorrichtungen 6. Der erste Haken 19 und der zweite Haken 20 sind
so weit voneinander beabstandet, dass der Spulenteller 9 zwischen die beiden Haken
19 und 20 eingreifen kann und dort den Faden 2 ergreifen kann.
[0048] Das Ergreifen des Fadens 2 durch die Zähne 10 des Spulentellers 9 ist in Figur 2b
dargestellt. Hier wird die Hülse 18 auf die Spulwalze 11 aus Figur 1 a abgesenkt und
beginnt sich zu drehen. Die Zähne 10 des Spulentellers 9 befinden sich im Bereich
zwischen den beiden Haken 19 und 20 und erfassen den dazwischen aufgespannten Faden
2. Der Faden 2 ist dabei weiterhin in der zweiten Saugdüse 12 angesaugt. Das andere
Ende des Fadens 2 befindet sich mittlerweile zwischen den beiden Abzugswalzen 3 gemäß
Figur 1 c. Alternativ wäre es auch möglich durch eine weiterhin eingeschaltete Absaugung
A1 der ersten Saugdüse 5 den Faden 2 an diesem Ende gespannt zu halten.
[0049] Figur 2c zeigt den Faden 2, wie er von den Zähnen 10 des Spulentellers 9 erfasst
wurde, auf die Hülse 18 gezogen und dort zwischen der Hülse 18 und dem Spulenteller
9 geklemmt wird. Der Faden 2 läuft dabei immer noch über die beiden Haken 19 und 20.
Wenn er am unteren Ende in den Abzugswalzen 3 fixiert ist, wird das andere Fadenende
aus der zweite Absaugung 12 entgegen der Absaugkraft der Absaugung A2 herausgezogen
und stellt die zur Klemmung an der Hülse 18 erforderliche Länge zur Verfügung. Alternativ
kann der erforderliche Faden 2 auch durch die Lieferung aus den Abzugswalzen 3 zur
Verfügung gestellt werden.
[0050] Gemäß Figur 2d wird das Fadenende, welches nicht zum Klemmen an der Hülse 18 erforderlich
ist mittels einer Trenneinrichtung 24, welche hier symbolisch als Schere dargestellt
ist, getrennt. Das überschüssige Fadenende wird durch die Absaugung A2 der zweiten
Saugdüse 12 abgesaugt. Der Faden 2 läuft nunmehr nur noch über den ersten Haken 19
auf die Hülse 18.
[0051] Wie aus Figur 2e ersichtlich ist, wird sodann der Faden 2 an den Fadenführer 16,
welcher vor der Hülse 18 hin und her changiert, übergeben. Der Fadenführer 16 war
bislang außerhalb des Eingriffsbereichs des Fadens 2 positioniert, um die vorherigen
Arbeitsschritte nicht zu behindern. Bei der Übergabe rutscht der Faden 2 von dem Haken
19 herunter. Die Übergabe kann beispielsweise durch eine Bewegung der Platte 23 erfolgen,
wodurch der Faden 2 von dem Haken 19 herunterrutscht oder aber auch durch die Bewegung
des Fadenführers 16, welcher in den Verlauf des Fadens 2 gefahren wird und dort höhere
Mitnahmekräfte auf den Faden 2 ausübt als der Haken 19 Rückhaltekräfte aufweist.
[0052] Der Faden 2 beginnt nun auf der Hülse 18 hin und her zu changieren, wie aus Figur
2f ersichtlich ist. Um den weiteren Spulenaufbau nicht zu behindern wird die Platte
23 mit den Haken 19 und 20 von der Hülse 18 weg bewegt. Hierfür bietet es sich an,
dass das Gehäuse der ersten Saugdüse 5 als Führung dient.
[0053] Das Wiederansetzen des Fadens in der Spinnvorrichtung 1 geschieht vorzugsweise während
des Verfahrensschrittes 2d. Nach dem Wiederansetzen des Fadens 2 in der Spinnvorrichtung
1 wird wieder Faden 2 produziert, welcher gemäß den Darstellungen der Figuren 2e und
2f auf die Hülse 18 aufgewickelt wird.
[0054] In den Figuren 3a bis 3h ist ein gegenüber den Figuren 2a bis 2f abgewandeltes Verfahren
dargestellt. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass das zum Wiederanlegen
des Fadens 2 an eine neue Hülse 18 verwendete Fadenende von einer an dieser Arbeitsstelle
fertiggestellten Spule 7 genommen wird.
[0055] Die Führungseinrichtung 22 weist hierfür einen Schneidblock 21 und ein bewegliches
Führungselement 25 auf. Schneidblock 21 und Führungselement 25 sind an der Platte
23 angeordnet, welche sich an dem Gehäuse der ersten Saugdüse 5 befindet. Das Führungselement
25 weist eine Schneide 26 und eine Führungsnut 27 auf. Die Schneide 26 ist V-förmig
ausgebildet und kann damit den Faden 2 erfassen und Richtung Schneidblock 21 bewegen.
Während dieser Bewegung wird Faden 2 zwischen der Spule 7 und der Mündung der erste
Saugdüse 5 ausgelenkt und, sobald der Schneidblock 21 erreicht wird, geschnitten.
Dies ist in Figur 3b dargestellt.
[0056] In dieser Figur ist auch angedeutet, dass die Absaugung A1 durch die erste Saugdüse
5 eingeschaltet ist. Dies ist beispielsweise dann erforderlich, wenn der Faden auf
der fertiggestellten Spule 7 gesucht, gefunden und von der Spule 7 abgezogen werden
soll. In diesem Fall wird das gefundene Fadenende in die Absaugung A1 eingesaugt und
anschließend, wie in den Figuren 1b und 1c dargestellt und beschrieben, in den Eingriff
der Abzugswalzen 3 gebracht.
[0057] In einem anderen Fall kann ein fliegender Spulenwechsel erfolgen, bei dem der Faden
2 weiter produziert wird. Dabei wird der Faden 2 durch die Abzugswalzen 3 in die Absaugung
A2 gefördert. Die Absaugung A1 ist in diesem Fall anders als in Figur 3b dargestellt,
ausgeschaltet. Der Faden 2 wird entweder fortlaufend in die Absaugung 12 hinein gefördert
und dort entsorgt. Alternativ ist es möglich, dass der Faden 2 gestoppt wird und anschließend
wieder neu in der Spinnvorrichtung 1 angesetzt werden muss.
[0058] Gemäß Figur 3c wird der Faden 2 durch die Abzugswalzen 3 gehalten oder gefördert.
Der Faden 2 befindet sich nunmehr in der zweiten Saugdüse 12, deren Absaugung A2 eingeschaltet
ist. Das andere, zur Spule 7 hin verlaufende, abgetrennte Fadenende wird auf die Spule
7 aufgewickelt. Die Spule 7 kann sodann aus der Spulvorrichtung 6 entnommen werden.
[0059] Nachdem die Spule 7 gegen eine leere Hülse 18 gemäß Figur 3d ausgetauscht wurde,
bewegt sich das Führungselement 25 in entgegengesetzter Richtung und führt mithilfe
der Führungsnut 27 den Faden 2 von dem Schneidblock 21 weg. Der Faden 2 ist nunmehr
aufgespannt zwischen der Führungsnut 27 und der Mündung der zweiten Saugdüse 12 und
gegenüber dem Spulenteller 9 mit den Zähnen 10.
[0060] Ebenso wie bei Figur 2b senkt sich nunmehr gemäß Figur 3e der Spulenhalter 8 mit
der Hülse 18 und den beiden Spulentellern 9 und 9' auf die Spulwalze 11 (Figur 1)
ab, beginnt zu drehen und die Zähne 10 des Spulentellers 9 greifen in den aufgespannten
Faden 2 zwischen dem Führungselement 25 und der zweiten Saugdüse 12 ein. Der Faden
2 wird von den Zähnen 10 erfasst und auf die Hülse 18 gezogen und dort zwischen der
Hülse 18 und dem Spulenteller 9 gemäß Figur 3f fixiert. Das überstehende Fadenende,
welches noch in die zweite Saugdüse 12 hineinragt, wird mittels der Trenneinrichtung
24 abgeschnitten und über die zweite Absaugung A2 entsorgt.
[0061] Der in der Führungsnut 27 liegende Faden 2 wird nun an den Fadenführer 16 übergeben,
welcher vor der Hülse 18 hin und her changiert (Figur 3g). Die Übergabe kann beispielsweise
wieder durch eine Bewegung der Platte 23 erfolgen, wodurch der Faden 2 aus der Führungsnut
27 herausrutscht oder aber auch durch die Bewegung des Fadenführers 16, welcher in
den Verlauf des Fadens 2 gefahren wird und dort höhere Mitnahmekräfte auf den Faden
2 ausübt als die Führungsnut 27.
[0062] Anschließend wird gemäß Figur 3h die Platte 23 mit dem Führungselement 25 und dem
Schneidblock 21 in eine Position verschoben, welche von der Spule 7 weiter entfernt
ist, um das Aufwickeln des Fadens 2 nicht zu behindern.
[0063] In Figur 4 ist ein alternatives Führungselement 25 dargestellt. Die Führungsnut 27
ist dabei so angeordnet, dass der Faden 2 vor der Hülse 18 hin und her changiert werden
kann. Die Führungsnut 27 hat somit zusätzlich die Funktion des Fadenführers 16. Dementsprechend
bleibt das Führungselement 25 auch im Bereich unmittelbar vor der Spule 7 und wird
nicht entsprechend Figur 3h aus diesem Bereich zurück geschoben. Vorteilhaft bei dieser
Ausführung ist es, dass keine Übergabe von dem Führungselement 25 zu dem Fadenführer
16 erfolgen muss.
[0064] In Figur 5 ist eine weitere alternative Ausführung der Führungseinrichtung 22 dargestellt.
Das Führungselement 25 weist lediglich eine Schneide 26 auf. Es ist drehbar in Bezug
auf den Schneidblock 21 gelagert. Sobald der Faden 2 in den Bereich zwischen der Schneide
26 und dem Schneidblock 21 gelangt, wird die Schneide 26 in Richtung auf den Schneidblock
21 gedreht und durchtrennt den Faden 2. Diese Ausführung kann wegen des geringeren
Platzbedarfs vorteilhaft sein.
[0065] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Insbesondere ist zu beachten, dass die dargestellten Bauteile lediglich
skizziert sind und bei einer konkreten Ausgestaltung anders aussehen können. Insbesondere
können der Spulenteller 9 und dessen Zähne 10 anders gestaltet sein. So kann beispielsweise
eine Klemmung des Fadens 2 durch eine parallel zum Spulenteller 9 verlaufende, enge
Nut erfolgen, in welcher sich der Faden 2 verfängt. In diesem Fall ist das Aufspannen
des Fadens 2 derart durchzuführen, dass der Faden 2 in dieser Nut zu liegen kommt,
wenn der Spulenhalter 8 die Hülse 18 in den gespannten Faden 2 absenkt. Weitere Abwandlungen
im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine Kombination der Merkmale,
auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen dargestellt und beschrieben
sind.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 1
- Spinnvorrichtung
- 2
- Faden
- 3
- Abzugswalzen
- 4
- Öffnung
- 5
- erste Saugdüse
- 6
- Spulvorrichtung
- 7
- Spule
- 8
- Spulenhalter
- 9
- Spulenteller
- 10
- Zahn
- 11
- Spulwalze
- 12
- zweite Saugdüse
- 13
- Halter
- 14
- Abdichtung
- 15
- Öse
- 16
- Fadenführer
- 18
- Hülse
- 19
- Haken
- 20
- Haken
- 21
- Schneidblock
- 22
- Führungseinrichtung
- 23
- Platte
- 24
- Trenneinrichtung
- 25
- Führungselement
- 26
- Schneide
- 27
- Führungsnut
- A1
- erste Absaugung
- A2
- zweite Absaugung
1. Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Spinn- und/oder Spulmaschine, die
über eine Spinnvorrichtung (1) zur Produktion eines Fadens (2) oder einen Kops zur
Zulieferung eines Fadens (2) sowie über eine Spulvorrichtung (6) zur Herstellung einer
Kreuzspule (7) auf einer Hülse (18) verfügt, wobei die Spulvorrichtung (6) einen schwenkbar
gelagerten Spulenhalter (8) mit Spulenteller (9) zur Aufnahme der Hülse (18) und zum
Fangen des Fadens (2), eine angetriebene Spulwalze (11) zum Drehen der Hülse (18)
bzw. der Spule (7) sowie eine Fadenchangiereinrichtung aufweist und die Arbeitsstelle
mit einer ersten, auf den Spulenumfang gerichteten Saugdüse (5) und weiterhin mit
einer zweiten, auf der von der Kreuzspule (7) abgewandten Seite des Spulentellers
(9) angeordneten und im Wesentlichen entgegen der ersten Saugdüse (5) gerichteten
und von dieser beabstandeten Saugdüse (12) ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) zum Anlegen an eine leere Hülse (18) in den beiden Saugdüsen (5, 12)
angeordnet und dazwischen, insbesondere mittels Unterdruck in zumindest der zweiten
Saugdüse (12), aufgespannt wird und dass anschließend der aufgespannte Faden (2) zwischen
den beiden Saugdüsen (5, 12) von einer Fangeinrichtung erfasst wird, um den Faden
(2) zu fangen und anschließend auf die Hülse (18) aufzuspulen.
2. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die zweite Saugdüse (12), vorzugsweise beide Saugdüsen (5, 12) beim Aufspannen
des Fadens (2) und Anlegen des Fadens (2) an die leere Hülse (18) nicht bewegt werden.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spulenteller (9) und/oder die Hülse (18) zumindest ein Teil der Fangeinrichtung
sind und der aufgespannte Faden (2) mit dem Spulenteller (9) und/oder die Hülse (18)
gekreuzt wird, um den Faden (2) zu fangen und anschließend auf die Hülse (18) aufzuspulen.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) zwischen den beiden Saugdüsen (5, 12) mittels einer Führungseinrichtung
(22) geführt und insbesondere im Wesentlichen quer zum Spulenteller (9) aufgespannt
wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spulenhalter (8) in Richtung auf die Spulwalze (11) abgesenkt wird oder die Führungseinrichtung
(22) in radialer Richtung auf den Spulenteller (9) zu bewegt wird, damit der unter
einem Winkel zum Spulenteller (9) aufgespannte Faden (2) zwischen den beiden Saugdüsen
(5, 12) mit dem Spulenteller (9) gekreuzt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (22) nach dem Anlegen des Fadens (2) auf die leere Hülse
(18) von dem Spulenteller (9) weg bewegt wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) von einer Hilfsspule (7) einer Wartungseinrichtung oder von der zuvor
an dieser Arbeitsstelle fertiggestellten Kreuzspule (7) oder von der Spinnvorrichtung
(1) kommend zwischen die beiden Saugdüsen (5, 12) gebracht und von den beiden Saugdüsen
(5, 12), vorzugsweise erst von der ersten Saugdüse (5) und dann von der zweiten Saugdüse
(12), eingesaugt wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (22) ein Changierfadenführer (16) ist, der über seinen Changierweg
zur Bewicklung der Kreuzspule (7) hinaus bewegt wird, um den Faden (2) zwischen den
beiden Saugdüsen (5, 12) zu spannen.
9. Arbeitsstelle einer Spinn- und/oder Spulmaschine, die über eine Spinnvorrichtung (1)
zur Produktion eines Fadens (2) oder einen Kops zur Zulieferung eines Fadens (2) sowie
über eine Spulvorrichtung (6) zur Herstellung einer Kreuzspule (7) auf einer Hülse
(18) verfügt, wobei die Spulvorrichtung (6) einen schwenkbar gelagerten Spulenhalter
(8) mit Spulenteller (9) zur Aufnahme der Hülse (18) und zum Fangen des Fadens (2),
eine angetriebene Spulwalze (11) zum Drehen der Hülse (18) bzw. der Spule (7) sowie
eine Fadenchangiereinrichtung aufweist und die Arbeitsstelle mit einer ersten, auf
den Spulenumfang gerichteten Saugdüse (5) und weiterhin mit einer zweiten, auf der
von der Kreuzspule (7) abgewandten Seite des Spulentellers (9) angeordneten und im
Wesentlichen entgegen der ersten Saugdüse (5) gerichteten und von dieser beabstandeten
Saugdüse (12) ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Saugdüsen (5, 12) derart zueinander angeordnet sind, dass der Faden (2)
zum Anlegen an eine leere Hülse (18) in den beiden Saugdüsen (5, 12) so angeordnet
und zwischen den beiden Saugdüsen (5, 12) mittels Unterdruck in zumindest der zweiten
Saugdüse (12) so aufgespannt werden kann, dass der aufgespannte Faden (2) zwischen
den beiden Saugdüsen (5, 12) von einer Fangeinrichtung erfasst werden kann, um den
Faden (2) zu fangen und anschließend auf die Hülse (18) aufzuspulen.
10. Arbeitsstelle nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die zweite Saugdüse (12), vorzugsweise beide Saugdüsen (5, 12) unbewegbar
angeordnet sind.
11. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spulenteller (9) und/oder die Hülse (18) zumindest ein Teil der Fangeinrichtung
sind und der aufgespannte Faden (2) mit dem Spulenteller (9) und/oder die Hülse (18)
gekreuzt wird, um den Faden (2) zu fangen und anschließend auf die Hülse (18) aufzuspulen.
12. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Saugdüsen (5, 12) eine Führungseinrichtung (22) zum Führen des
Fadens (2) im Wesentlichen quer zum Spulenteller (9) angeordnet ist.
13. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (22) in radialer Richtung auf den Spulenteller (9) zu und/oder
von diesem weg bewegbar angeordnet ist.
14. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (22) vorzugsweise an der ersten Saugdüse (5) angeordnet ist
und/oder Teil einer bewegbaren Mündung der ersten Saugdüse (5) ist.
15. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (22) hakenförmig ausgebildet ist.
16. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (22) ein Changierfadenführer (16) ist.
17. Arbeitsstelle nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wartungseinrichtung vorgesehen ist zum Einlegen des Fadens (2) in die beiden
Saugdüsen (5, 12).