Anwendungsgebiet und Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Wäschetrockners, um damit
feuchte Wäsche zu trocknen. Insbesondere geht es bei der Erfindung darum, den Trocknungsvorgang
zu steuern in Abhängigkeit von einer möglichst weitgehend automatisierten Erkennung
des hauptsächlichen Stoffanteils bzw. der hauptsächlichen Fasern der zu trocknenden
Wäsche.
[0002] Aus der
DE 102006053274 A1 ist es bekannt, die absolute Luftfeuchte im Wäschetrockner zu messen. Daraus können
die Beladungsmenge, insbesondere als Gewicht, und die Restfeuchte der Wäsche bestimmt
werden. Damit kann die voraussichtliche Dauer des Trocknungsvorgangs bestimmt und
einer Bedienperson angezeigt werden.
Aufgabe und Lösung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren zu schaffen,
mit dem Probleme und Nachteile des Standes der Technik vermieden werden können und
es insbesondere möglich ist, ein praxistaugliches Verfahren zu schaffen, mit dem beim
Betrieb eines Wäschetrockners der hauptsächliche Faseranteil der zu trocknenden Wäsche
erkannt werden kann zur Anpassung des Betriebs des Wäschetrockners, insbesondere hinsichtlich
Temperaturverlauf bzw. maximaler Temperatur. So können empfindliche Fasern geschont
werden.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Vorteilhafte sowie bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren
Ansprüche und werden im Folgenden näher erläutert. Der Wortlaut der Ansprüche wird
durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0005] Es ist für den Betrieb des Wäschetrockners vorgesehen, dass nach Beginn des Trocknungsvorgangs
der feuchten Wäsche, was entweder gleich beginnen kann oder auch erst nach einigen
Minuten einsetzen kann, die Feuchtigkeit der Luft im Wäschetrockner bzw. deren zeitlicher
Verlauf erfasst wird bzw. gemessen wird. Dabei kann die absolute Feuchtigkeit bzw.
Luftfeuchtigkeit gemessen werden, wobei hierfür ein entsprechend geeigneter Feuchtesensor
für eine absolute Feuchtemessung verwendet werden kann, wie er beispielsweise in der
vorgenannten
DE 102006053274 A1 offenbart ist. Alternativ kann auch die relative Feuchtigkeit in der Luft im Wäschetrockner
gemessen werden mit einem entsprechenden Feuchtesensor. Derartige Feuchtesensoren
für eine relative Feuchtemessung sind mittlerweile preisgünstig erhältlich und arbeiten
ausreichend genau. Dann kann vorteilhaft zusätzlich die Temperatur der Luft in dem
Wäschetrockner erfasst werden im zeitlichen Verlauf, um so wiederum auf die Werte
für die benötigte Feuchtigkeit schließen zu können.
[0006] Vor allem wird im Anstiegsbereich des Verlaufs der Feuchtigkeit bzw. während einer
Anfangsphase des Trocknungsvorgangs gemessen. Dies kann beispielsweise während der
ersten maximal 10 Minuten bis 15 Minuten sein, eher aber maximal 5 Minuten. Vorteilhaft
kann die Messung bzw. Erfassung auch erst nach 1 bis 3 Minuten beginnen, um ganz zu
Beginn herrschende Ungenauigkeiten auszuschließen.
[0007] In einem nachfolgenden Schritt wird der Verlauf der gemessenen Feuchtigkeit mit abgespeicherten
Verläufen über der Zeit für die Feuchtigkeit verglichen. Alternativ kann eine Steigung
des Verlaufs der gemessenen Feuchtigkeit, also deren Steigungs-Werte, mit abgespeicherten
Steigungs-Grenzwerten der Feuchtigkeit verglichen werden. Dies gilt unabhängig davon,
ob die absolute oder die relative Feuchtigkeit gemessen wird. Dabei sind entsprechende
Verläufe und/oder Steigungs-Grenzwerte abgespeichert, und zwar für Fasern aus der
Gruppe Baumwolle, Wolle, Kunstfaser. Hauptsächlich ist eine solche Kunstfaser PE bzw.
Polyamid. Abgespeichert sein können diese Verläufe oder Steigungs-Grenzwerte in einem
Speicher einer Steuerung des Wäschetrockners. Für die gespeicherten zeitlichen Verläufe
können entsprechende Verläufe abgespeichert sein, also sozusagen Kurven, die als Diagramm
oder wirklich als lückenloser durchgängiger zeitlicher Verlauf abgespeichert sein
können, beispielsweise für die ersten 10 Minuten bis 15 Minuten. Für die Steigungs-Grenzwerte
können einfache Werte ohne zeitlichen Verlauf abgespeichert sein, beispielsweise als
maximale Steigungs-Grenzwerte. Alternativ sind die Steigungs-Grenzwerte mit einer
bestimmten Zeit abgespeichert, also der Zeit, bei der sie jeweils typischerweise überschritten
oder unterschritten werden, abhängig von dem hauptsächlichen Faseranteil bzw. Stoffanteil
in der zu trocknenden Wäsche. Diese Steigungs-Grenzwerte können beispielsweise zu
einem Zeitpunkt zwischen 1 Minute bis 3 Minuten und 10 Minuten bis 15 Minuten liegen,
vorteilhaft zwischen 3 Minuten und 10 Minuten. Dies ist eben auch noch der Beginn
des Trocknungsvorgangs.
[0008] Entweder kann bei einem Vergleich des erfassten Verlaufs der Feuchtigkeit im Wäschetrockner
mit den drei abgespeicherten Verläufen die größte Ähnlichkeit erkannt werden, so dass
dann der hauptsächliche Stoffanteil der zu trocknenden Wäsche derjenigen Faserart
zugeordnet wird, deren Verlauf der erfasste zeitliche Verlauf der Feuchtigkeit am
besten entspricht. Abweichungen können hier direkt oder aber auch sozusagen integriert
erfasst werden, beispielsweise über die Größe von Flächen einer Differenz zwischen
den beiden Verläufen. Dabei können sowohl absolute Werte, beispielsweise Maximalpunkte
oder Wendepunkte des Verlaufs, als auch relative Werte wie prozentualer Abfall innerhalb
einer bestimmten Zeit, berücksichtigt werden.
[0009] Werden alternativ Steigungs-Werte zu bestimmten Zeitpunkten verglichen, insbesondere
beim Anstieg, so ist dies in der Regel einfacher und evtl. sogar genauer. Wird ein
abgespeicherter oberer Steigungs-Grenzwert überschritten, so wird für die zu trocknende
Wäsche ein hauptsächlicher Stoffanteil mit Kunstfasern erkannt. Wird ein abgespeicherter
unterer Steigungs-Grenzwert unterschritten, so wird ein hauptsächlicher Stoffanteil
mit Wolle bzw. Wollfasern erkannt. Liegt der erfasste Steigungs-Grenzwert zwischen
dem oberen und dem unteren Steigungs-Grenzwert, so wird ein hauptsächlicher Stoffanteil
mit Baumwolle bzw. Baumwollfasern erkannt. Dies kann, wie gesagt, zu einem geschickten
Zeitpunkt gemacht werden. Bei dieser Alternative ist, leicht erkennbar, eine Auswertung
bzw. Erkennung einfacher. Es braucht lediglich zu einem bestimmten Zeitpunkt, beispielsweise
nach 3 Minuten bis 10 Minuten, der Steigungs-Wert aus dem erfassten zeitlichen Verlauf
der Feuchtigkeit ermittelt zu werden, was leicht ist. Dann wird dieser erfasste Steigungs-Wert
mit den abgespeicherten Steigungs-Grenzwerten verglichen und eine Eingruppierung der
zu trocknenden Wäsche in eine der drei Kategorien vorgenommen.
[0010] Abhängig davon kann dann der Betrieb des Wäschetrockners bzw. der Trocknungsvorgang
angepasst werden. Dies gilt beispielsweise für den Temperaturverlauf bzw. eine maximale
Temperatur, was insbesondere für die genannten Kunstfasern von großer Bedeutung ist.
Diese dürfen nicht zu heiß getrocknet werden, da sie ansonsten relativ schnell brüchig
werden. Ähnliches gilt auch für Wolle, wobei hier noch dazu kommt, dass die Drehzahl
bzw. die Trommelbewegung des Wäschetrockners eher langsam bzw. schonend sein sollte,
da Wolle ja relativ empfindlich ist. Für Baumwolle ist dies insgesamt weniger bedeutsam,
da diese relativ leicht mit hohen Temperaturen sowie starker Trommelbewegung getrocknet
werden kann.
[0011] Die Steigungs-Grenzwerte können nicht nur als einzelne Werte zu genau einem Zeitpunkt,
sondern auch als Diagramm bzw. als zeitlicher Verlauf abgespeichert sein. Dann kann
auch mehrfach, also zu mehreren Zeitpunkten, versucht werden, diese Steigungs-Werte
zu erfassen und mit den abgespeicherten Steigungs-Grenzwerten zu vergleichen bei vorgegebenen
Zeiten.
[0012] Zusätzlich zu einer Erfassung der Feuchtigkeit im Wäschetrockner, insbesondere der
absoluten Feuchtigkeit, kann noch die Temperatur im Wäschetrockner erfasst werden
in ihrem zeitlichen Verlauf. Eine Erfassung der absoluten Feuchtigkeit ermöglicht
es, zumindest wenn zu Beginn des Trocknungsvorgangs die Temperatur im Wäschetrockner
im zeitlichen Verlauf erfasst wird, daraus dann die relative Feuchtigkeit zu bestimmen.
Dabei können ein Temperatursensor und ein Feuchtesensor voneinander getrennt ausgebildet
sein, um jeweils genaue und gleichzeitig kostengünstige Sensoren verwenden zu können.
[0013] Alternativ kann eben direkt die relative Feuchtigkeit im Wäschetrockner gemessen
werden mit einem entsprechenden Feuchtesensor, der für relative Feuchtemessung ausgebildet
ist. Auch dabei ist es möglich, zusätzlich mittels eines Temperatursensors die Temperatur
der Luft in dem Wäschetrockner zu erfassen im zeitlichen Verlauf, um weitere Informationen
zu gewinnen. Insbesondere kann daraus dann auch die absolute Feuchtigkeit berechnet
werden. Auch hier sollte zumindest zu Beginn des Trocknungsvorgangs zusätzlich zur
Feuchte die Temperatur der Luft im Wäschetrockner erfasst werden.
[0014] Ist aufgrund des Vergleichs der erfassten zeitlichen Verläufe bzw. der erfassten
Steigungs-Werte das hauptsächliche Fasermaterial der zu trocknenden Wäsche erkannt,
so kann eben der Betrieb des Wäschetrockners daran angepasst werden. Dies gilt insbesondere
für Temperaturverlauf, maximale Temperatur, Trommelbewegung, Drehzahl und/oder Dauer
des Trocknungsvorgangs. So können einerseits Beschädigungen der Fasern bzw. der zu
trocknenden Wäsche vermieden werden. Andererseits kann der Trocknungsvorgang im möglichen
Rahmen schnell und/oder energieeffizient durchgeführt werden.
[0015] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelnen Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die
unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Innenansicht eines Wäschetrockners und
- Fig. 2
- ein Diagramm für verschiedene Verläufe der Feuchtigkeit über der Zeit bei Beladung
mit Wäsche aus verschiedenen Fasern für den Wäschetrockner gemäß Fig. 1.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0017] In Fig. 1 ist ein Wäschetrockner 11 für das erfindungsgemäße Verfahren dargestellt.
Die Darstellung beschränkt sich auf die funktional wesentlichen Teile und soll lediglich
veranschaulichen, wie diese wesentlichen Teile funktionieren. In einem Laderaum 12
befindet sich Wäsche 14 mit einer Restfeuchte nach dem Waschen bzw. Schleudern. Dieser
Laderaum 12 wird üblicherweise gedreht bzw. rotiert, was für die Erfindung jedoch
keine bedeutende Rolle spielt. Über einen Lufteinlass 16 wird Luft in den Laderaum
12 eingebracht. Der Luftstrom wird durch den Lüfter 17 erzeugt, wobei durch die nachgeschaltete
Heizung 18 Luft erwärmt wird zur Trocknung der Wäsche 14. In ähnlicher Weise führt
ein Luftauslass 20 aus dem Laderaum 12 heraus nach außen, was den Wäschetrockner 11
als Abluft-Wäschetrockner kennzeichnet. Die warme Luft wird also, wie von derartigen
Wäschetrocknern bekannt, der Wäsche 14 zugeführt, nimmt Feuchtigkeit auf und transportiert
diese über den Luftauslass 20 nach außen, um so die Wäsche zu trocknen.
[0018] Zur Erfassung der Feuchtigkeit der Abluft ist in dem Luftauslass 20 ein Feuchtesensor
22 angeordnet. Ein solcher Feuchtesensor 22 ist dem Fachmann bekannt und braucht hier
nicht näher erläutert zu werden. Der Feuchtesensor 22 ist mit einer Steuerung 24 verbunden,
ebenso wie der Lüfter 17 und die Heizung 18. Die Steuerung 24 weist einen Speicher
25 auf, evtl. auch darin integriert, in dem verschiedene Werte oder Verläufe abgespeichert
sein können, worauf nachfolgend noch näher eingegangen wird.
[0019] Neben dem Feuchtesensor 22 ist in dem Luftauslass 20 ein Temperatursensor 23 angeordnet,
der ebenfalls mit der Steuerung 24 verbunden ist. Es ist vorteilhaft ein üblicher
Temperatursensor, besonders vorteilhaft mit Widerstandsmessung. Der Feuchtesensor
22 kann vorteilhaft dazu ausgebildet sein, die absolute Feuchtigkeit zu messen, also
diejenige der Abluft in dem Luftauslass 20. Alternativ kann es auch ein Feuchtesensor
für eine relative Feuchtemessung sein, welcher möglicherweise kostengünstiger ist.
Um dann auf die absolute Feuchtigkeit der Luft im Luftauslass 20 zu kommen, ist der
Temperatursensor 23 im Luftauslass 20 vorgesehen. Hier ist er kurz vor dem Feuchtesensor
22 angeordnet, kann aber auch diesem gegenüberliegend oder kurz dahinter angeordnet
sein. Ein solcher Wäschetrockner ist im Wesentlichen aus der eingangs genannten
DE 102006053274 A1 bekannt, auf die diesbezüglich explizit verwiesen wird.
[0020] Außer für einen in Fig. 1 dargestellten Abluft-Wäschetrockner 11 kann die Erfindung
auch für einen Kondensations-Wäschetrockner angewendet werden in modifizierter Form.
Dazu ist ein entsprechender Feuchtesensor in einen Luftauslass von dem Laderaum vorgesehen
vor einer nachgeschalteten Kondensationseinrichtung. So kann auch dort die Feuchtigkeit
in der Abluft erfasst werden.
[0021] Zur allgemeinen Funktionsweise eines Wäschetrockners braucht hier nichts ausgeführt
zu werden. Gemäß der Erfindung wird nach dem Einbringen der Wäsche 14 in den Wäschetrockner
11 bzw. dessen Laderaum 12 der Trocknungsvorgang gestartet mit Betrieb des Lüfters
17 und der Heizung 18 zum Erwärmen der Luft. Im Luftauslass 20 wird dabei mittels
des Feuchtesensors 22 in diesem Ausführungsbeispiel die absolute Feuchtigkeit erfasst
im zeitlichen Verlauf. Deren Kurven sind zum einen aus der vorgenannten
DE 102006053274 A1 bekannt und in der Fig. 2 noch einmal dargestellt. Hier sind vier verschiedene Verläufe
dargestellt, und zwar ein durchgezogener dünner Verlauf CO1 für eine Menge von 1,2
kg Wäsche ausschließlich aus Baumwollfasern mit 40% Restfeuchtigkeit. Der durchgezogene
dicke Verlauf CO2 zeigt eine Menge von 4,5 kg Wäsche aus Baumwollfasern mit einer
Feuchtigkeit von 50%. Der gestrichelte dünne Verlauf PE zeigt eine Menge von 1,2 kg
Wäsche aus Polyesterfasern und einer Feuchte von 40%. Der dünne strichpunktierte Verlauf
WO zeigt eine Menge von 1,2 kg Wäsche aus Wolle mit einer Feuchtigkeit von 40%. Der
eingangs genannte Anstiegsbereich bzw. der Beginn des Trocknungsvorgangs wird hier
in den ersten Minuten betrachtet, und zwar maximal für die ersten 15 Minuten gemessen,
vorteilhaft für die ersten 3 Minuten bis 10 Minuten. Dabei ist in diesem Anstiegsbereich
zu erkennen, dass der Verlauf jeweils zwar ähnlich ist, aber abhängig von der Art
der Fasern der Wäsche unterschiedliche Steigung aufweist, wodurch sich natürlich auch
unterschiedliche Verläufe ergeben. Die höchste Steigung am Anfang weist der Verlauf
PE für die Kunstfaser auf, also Polyester. Die niedrigste Steigung weist erwartungsgemäß
WO für Wolle auf. Dazwischen liegen die beiden Verläufe CO1 und CO2 für Baumwolle,
wobei erwartungsgemäß der Verlauf für die größere Menge an feuchterer Baumwolle als
Verlauf CO2 steiler ist und höher ansteigt als für die geringere Menge an Baumwolle
als Verlauf CO1.
[0022] Beispielhaft ist eingezeichnet, wie die Steigungs-Werte der Verläufe nach 3 Minuten
sind. Der Verlauf PE weist zu diesem Zeitpunkt die größte Steigung auf mit dem Steigungs-Wert
S
PE, der Verlauf WO die geringste Steigung mit dem Steigungs-Wert S
WO. Die Steigungs-Werte sind hier dargestellt durch die entsprechenden Geraden. Dazwischen
liegen eben die beiden Steigungs-Werte für die Verläufe CO1 und CO2 mit dem Steigungs-Wert
S
CO1 und mit dem Steigungs-Wert S
CO2. Werden nun diese Steigungs-Werte, die vom Feuchtesensor 22 erfasst worden sind,
zum Zeitpunkt 3 Minuten mit Steigungs-Grenzwerten verglichen, die im Speicher 25 abgespeichert
sind, so kann folgendermaßen eine leichte Unterscheidung getroffen werden. Ein abgespeicherter
oberer Steigungs-Grenzwert S
GO, der punktiert dargestellt ist, liegt zwischen den Steigungs-Werten der Verläufe
PE und CO2. Ein abgespeicherter unterer Steigungs-Grenzwert S
GU, der auch punktiert dargestellt ist, kann zwischen den Steigungs-Werten der Verläufe
CO1 und WO liegen. Je nachdem, ob also zu diesem Zeitpunkt von t = 3 Minuten der obere
Steigungs-Grenzwert S
GO überschritten oder unterschritten wird und der untere Steigungs-Grenzwert S
GU überschritten oder unterschritten wird, kann eine Einteilung in die Fasergruppen
PE, CO oder WO, also Kunstfasern, Baumwolle oder Wolle, vorgenommen werden. Ob der
vorliegende Steigungs-Wert tatsächlich exakt erfasst wird spielt eine untergeordnete
Rolle, solange die Messung exakt genug ist, um das Überschreiten oder Unterschreiten
eines der Steigungs-Grenzwerte sicher und zuverlässig sowie genau festzustellen. Auch
wenn die Unterschiede in den Steigungs-Werten in der Fig. 2 nicht besonders deutlich
aussehen, so sind sie es rechnerisch schon. So ist der Steigungs-Wert S
PE um etwa 25% größer als der Steigungs-Grenzwert S
GO, obwohl es gar nicht so aussieht.
[0023] Eine Messung relativ früh nach Beginn des Trocknungsvorgangs bzw. in dessen Anfangsphase,
also beispielsweise nach den genannten 3 Minuten, weist nicht nur den Vorteil auf,
dass dann sehr frühzeitig ein Erkennen des ausschließlichen oder hauptsächlichen Stoffanteils
möglich ist, um beispielsweise bei empfindlichen Fasern wie Kunstfasern oder Wolle
eine maximale Temperatur eher niedrig zu wählen und evtl. auch eine Drehzahl niedrig
zu wählen, so dass Beschädigungen vermieden werden können. Des Weiteren sind hier
eben die Anstiege noch besonders unterschiedlich, so dass sogar eine besonders gute
Erkennung bzw. Unterscheidung der jeweiligen Steigungswerte möglich ist. Zum Zeitpunkt
t = 10 Minuten wäre eine Unterscheidung schon nicht mehr so gut oder eigentlich überhaupt
nicht mehr möglich.
[0024] Alternativ zu der vorbeschriebenen Erfassung von Steigungswerten zu einem frühen
Zeitpunkt ist es auch möglich, dass in dem Speicher 25 der Steuerung 24 konkrete Verläufe
abgespeichert sind. Diese unterscheiden sich in charakteristischer Art, so beispielsweise
bei Wolle der sehr langsame Abfall der Feuchte nach Erreichen des Maximalwerts, da
Wolle ihre Feuchtigkeit nur schwer abgibt. Demgegenüber ist die Kunstfaser sehr viel
ausgeprägter im Maximalwert sowie in der Schnelligkeit des Abfalls, da Kunstfasern
bekanntlich sehr viel schneller ihre Feuchtigkeit abgeben. Die Verläufe für Baumwolle
liegen in etwa dazwischen.
[0025] Somit könnte auch diese grundsätzlichen Verläufe bzw. Verlaufsarten abgespeichert
sein und durch Vergleich eines über die Zeit erfassten Verlaufs der Luftfeuchtigkeit
im Luftauslass 20 mit einem abgespeicherten Verlauf ein Rückschluss auf den hauptsächlichen
Stoffanteil in der Wäsche 14 gezogen werden. Dazu müsste aber erkennbar zumindest
das Erreichen des Maximalwerts und ein anschließendes Abfallen abgewartet werden.
Dies bedeutet aber zum Einen eine gewisse Wartezeit bis zur Erkennung. Zum Anderen
kann dann bei einem Trocknen der Wäsche 14 mit sehr hoher Temperatur möglicherweise
bereits eine Beschädigung der empfindlicheren Kunstfasern oder Wolle vorkommen. Insofern
wird das Vergleichen der Steigungswerte als die vorteilhafteste Möglichkeit angesehen,
weil sie auch sehr schnell ist.
1. Verfahren zum Betrieb eines Wäschetrockners zum Trocknen von feuchter Wäsche, mit
folgenden Schritten:
- nach Beginn des Trocknungsvorgangs der feuchten Wäsche in dem Wäschetrockner wird
der Verlauf der Feuchtigkeit der Luft im Wäschetrockner gemessen, wobei im Anstiegsbereich
des Verlaufs der Feuchtigkeit und/oder während einer Anfangsphase des Trocknungsvorgangs
gemessen wird,
- in einem nachfolgenden Schritt wird der Verlauf der gemessenen Feuchtigkeit mit
abgespeicherten Verläufen für die Feuchtigkeit verglichen und/oder wird eine Steigung
des Verlaufs der gemessenen Feuchtigkeit mit abgespeicherten Steigungs-Grenzwerten
für die Feuchtigkeit verglichen,
wobei Verläufe und/oder Steigungs-Grenzwerte abgespeichert sind für Fasern aus der
folgenden Gruppe: Baumwolle, Wolle, Kunstfaser,
wobei ein oberer Steigungs-Grenzwert und ein unterer Steigungs-Grenzwert abgespeichert
sind,
- wobei bei Überschreiten des oberen Steigungs-Grenzwerts für die Wäsche ein hauptsächlicher
Stoffanteil mit Kunstfaser erkannt wird, bei Unterschreiten des unteren Steigungs-Grenzwerts
ein hauptsächlicher Stoffanteil mit Wolle erkannt wird und zwischen dem oberen Steigungs-Grenzwert
und dem unteren Steigungs-Grenzwert ein hauptsächlicher Stoffanteil mit Baumwolle
erkannt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigungs-Grenzwerte in Form eines Diagramms und/oder als zeitlicher Verlauf
abgespeichert sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigungs-Grenzwerte als reiner Zahlenwert abgespeichert sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigungs-Grenzwerte als reiner Zahlenwert zu einem bestimmten Zeitpunkt abgespeichert
sind.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit einem Feuchtesensor die absolute Feuchtigkeit im Wäschetrockner gemessen wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Luft im Wäschetrockner erfasst wird im zeitlichen Verlauf.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zu Beginn des Trocknungsvorgangs die Temperatur der Luft im Wäschetrockner
erfasst wird im zeitlichen Verlauf.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die relative Feuchtigkeit in der Luft im Wäschetrockner gemessen wird mit einem entsprechenden
Feuchtesensor für relative Feuchtemessung.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich die Temperatur der Luft in dem Wäschetrockner erfasst wird im zeitlichen
Verlauf.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zu Beginn des Trocknungsvorgangs zusätzlich die Temperatur der Luft in
dem Wäschetrockner erfasst wird im zeitlichen Verlauf.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Betrieb des Wäschetrockners an das Material der erkannten Fasern angepasst wird
hinsichtlich Temperaturverlauf, maximaler Temperatur, Trommelbewegung, Drehzahl und/oder
Dauer des Trocknungsvorgangs.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Betrieb des Wäschetrockners an das Material der erkannten Fasern angepasst wird
mit geringerer maximaler Temperatur bei Kunstfaser und Wolle als erkannte Fasern.