[0001] Die Erfindung betrifft eine Wärmebehandlungsanlage, insbesondere einen Rollenherdofen.
[0002] Im Bereich der Fahrzeugindustrie ist es das Bestreben, Fahrzeuge mit einem möglichst
geringen Kraftstoffverbrauch zu entwickeln. Ein übliches Mittel zur Reduzierung des
Kraftstoffverbrauchs liegt dabei beispielsweise in der Reduzierung des Fahrzeuggewichts.
Um jedoch steigenden Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, müssen die verwendeten
Karosseriebaustähle bei geringerem Gewicht eine höhere Festigkeit aufweisen. Dies
wird üblicherweise durch den Prozess des sogenannten Presshärtens erreicht. Dabei
wird ein Blechteil auf etwa 800 - 1000°C erwärmt und anschließend in einem gekühlten
Werkzeug verformt und abgeschreckt. Die Festigkeit des Bauteils nimmt dadurch bis
auf etwa das Dreifache zu.
[0003] Aus Gründen der Prozesssicherheit und der Wirtschaftlichkeit haben sich Durchlauföfen
für die Wärmebehandlung durchgesetzt. Dabei werden die zu behandelnden Metallteile
kontinuierlich durch den Ofen hindurchgefördert.
[0004] Beim Presshärten unterscheidet man grundsätzlich das direkte und das indirekte Verfahren.
[0005] Beim indirekten Verfahren wird eine Platine aus einem Coil herausgestanzt, kalt verformt
und das so vorgeformte Bauteil der Wärmebehandlung zugeführt. Nach der Wärmebehandlung
wird das heiße Bauteil der Presse zugeführt in einem indirekt gekühlten Werkzeug pressgehärtet.
Anschließend werden die Bauteile noch einmal getrimmt und zur Entfernung eventuell
vorhandener Verzunderungen gesandstrahlt. Beim direkten Verfahren wird ebenfalls eine
Platine aus einem Coil herausgestanzt, allerdings findet hier keine Vorverformung
statt, sondern die Platine wird nach der Wärmebehandlung im heißen Zustand direkt
dem Ofen zugeführt. In einem indirekt beispielsweise wassergekühlten Werkzeug wird
die heiße Platine verformt und durch die Abkühlung im gekühlten Werkzeug gleichzeitig
pressgehärtet. Anschließend werden die geformten Bauteile noch einmal erforderlichenfalls
getrimmt.
[0006] Für beide Verfahren haben sich aus Gründen der Prozesssicherheit und der Wirtschaftlichkeit
sogenannte Rollenherdöfen durchgesetzt. Rollenherdöfen sind Durchlauföfen, bei denen
die zu behandelnden Bauteile entweder direkt oder mittels Warenträgern auf Rollen
durch den Ofen hindurch gefördert werden. Die Rollen sind üblicherweise angetrieben.
[0007] Da die Bauteile beim indirekten Prozess vorgeformt sind, müssen sie auf Grund ihrer
komplexen Form auf Warenträgern durch den Ofen gefördert bzw. in die Ofenkammer verbracht
werden. Weiterhin können Durchlauföfen für dieses Verfahren mit Ein- und Auslaufschleusen
ausgerüstet sein. Um eine Verzunderung der Bauteiloberfläche zu vermeiden, kann ein
solcher Ofen mit Schutzgas betrieben werden. Die Ein- und Auslaufschleusen dienen
zur Vermeidung des Lufteintrittes in den Ofen, wobei üblicherweise ein Spülen beziehungsweise
Austausch der Atmosphäre in den Schleusen erfolgt. Weiterhin vermindern die Schleusen
den Austritt von Ofenatmosphäre in die Umgebung und vermindern damit auch den Wärmeverlust
an die Umgebung. Durchlauföfen für dieses Verfahren müssen mit einem Warenträger-Rückfördersystem
ausgestattet werden, um den Kreislauf der Warenträger zu gewährleisten. In den Öfen
werden beispielsweise keramische Förderrollen eingesetzt. Nur die Ein- und Auslauftische
sowie der Warenträgerrückförderer sind in diesem Fall mit metallischen Förderrollen
ausgestattet. Je nach Anwendungsfall sind aber auch Förderrollen aus anderen Materialien
möglich.
[0008] Bei Durchlauföfen für das direkte Verfahren kann der Einsatz von Warenträgern entfallen.
Daher ist die Konstruktion etwas einfacher als die der Durchlauföfen für den indirekten
Prozess. Statt mittels Warenträger befördert zu werden, können die Platinen beim direkten
Verfahren unmittelbar auf keramische Förderrollen aufgelegt und durch den Ofen gefördert
werden. Diese Öfen können mit und ohne Schutzgas betrieben werden. Auch hier ist das
Ofengehäuse serienmäßig gasdicht ausgeführt. Ein weiterer Vorteil dieser Bauart ist
in dem positiven Effekt der Förderrolle auf die gleichmäßige Erwärmung der zu behandelnden
Metallteile zu sehen: Die durch die Ofenheizung mit aufgewärmten ortsfesten Rollen
erwärmen über Strahlung und Wärmeleitung das auf ihnen transportierte und daher mit
ihnen in Kontakt stehende Metallteil zusätzlich auf. Darüber hinaus sind diese Öfen
mit einem deutlich niedrigeren Energieeinsatz zu betreiben, da es keine Warenträger
gibt, die auf dem Rücktransport nach dem Ofendurchlauf auskühlen können und daher
im Ofen bei einem erneuten Durchlauf wieder mit aufgeheizt werden müssen. Das direkte
Verfahren wird daher mit der Verwendung von Durchlauföfen bevorzugt verwendet.
[0009] Die im Fahrzeugbau verwendeten Bleche sollen möglichst nicht rosten. Auch soll eine
Verzunderung während des Bearbeitungsprozesses vermieden werden, da solche Verzunderungen
zur Weiterverarbeitung, spätestens vor dem Schweiß- oder Lackierprozess, aufwändig
und kostspielig entfernt werden müssen. Da unbehandelte Stahlbleche aber bei den beim
Presshärten erforderlichen hohen Temperaturen unter Anwesenheit von Sauerstoff unweigerlich
verzundern würden, ist es üblich, beschichtete Bleche zu verwenden und / oder den
Wärmebehandlungsprozess bei Abwesenheit von Sauerstoff durchzuführen. Dabei können
beispielsweise Aluminium-Silizium-(AlSi-)beschichtete Bleche verwendet werden. Auch
andere Beschichtungen, wie beispielsweise Zinklegierungsüberzüge, beispielsweise Zink-Nickel-Beschichtungen,
sind möglich. Die Beschichtung verhindert das Rosten der Bleche, ebenso wie ein Verzundern
der heißen Bleche während des Transfers von dem Ofen zur Presse.
[0010] Die Öfen können auf unterschiedliche Art beheizt werden. Üblich ist die Beheizung
mit Brennern, die mit fossilen Stoffen, beispielsweise Gas, betrieben werden. Aber
auch andere Beheizungsarten wie beispielsweise elektrische Strahlungsheizungen sind
möglich.
[0011] Die Rollen eines Rollenherdofens sind üblicherweise an ihren Enden drehbar gelagert,
beispielsweise in den seitlichen Begrenzungswänden des Ofens. Dabei treten Schwierigkeiten
auf, die Lagerung wegen der im Ofen herrschenden großen Temperaturen und der teilweise
aggressiven Gase der Ofenatmosphäre für lange, wirtschaftliche Wartungsintervalle
auszulegen. Lösungsvorschläge in Form von gasdichten und gekühlten Lagerungen in den
Ofenwänden sind beispielsweise aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE10 2011 006 171 A1 bekannt.
[0012] Ein weiteres Problem stellt die wegen der mechanischen Festigkeit der Rollen - gerade
bei Einfluss der für die Wärmebehandlung metallischer Bauteile beispielsweise für
das Presshärteverfahren erforderlichen hohen Temperaturen in dem Rollenherdofen -
begrenzte Baubreite von Rollenherdöfen dar. Heute übliche Rollenherdöfen weisen daher
eine maximale Innenbreite von ca. 2,70 m auf, d.h. ein in diesem Rollenherdofen Wärme
zu behandelndes Bauteil darf in einer Richtung, der Breitenrichtung, nicht mehr als
ca. 2.500 mm aufweisen.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Wärmebehandlungsanlage für die Wärmebehandlung
von metallischen Bauteilen mit einer größeren Nutzbreite anzugeben.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Wärmebehandlungsanlage mit den Merkmalen
des unabhängigen Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Wärmebehandlungsanlage
ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 - 9.
[0015] Die erfindungsgemäße Wärmebehandlungsanlage weist Rollen für den Durchlauf eines
Wärme zubehandelnden Bauteils durch die Wärmebehandlungsanlage auf. Das Bauteil kann
dabei einen Stahlwerkstoff, beispielsweise 22MnB5, aufweisen und beschichtet oder
unbeschichtet sein. Als Beschichtung kommen dabei beispielsweise Aluminium-Silizium-(AlSi)-Beschichtungen,
Zinklegierungsüberzüge, beispielsweise Zink-Nickel-Beschichtungen oder ein Zunderschutzlack
in Betracht. Weiterhin weist die erfindungsgemäße Wärmebehandlungsanlage einen Nutzraum
mit einem ersten Bereich mit einer Breite B1 und einem zweiten Bereich mit einer Breite
B2 auf, wobei in dem ersten Bereich die Rollen angeordnet sind und wobei die Breite
B2 größer ist als die Breite B1. Unter Breite wird hier und im Folgenden die Dimension
quer zur Ofendurchlaufrichtung verstanden. Die Breite B1 ist dabei so bemessen, dass
die Rollen eine Länge aufweisen, bei der sie auch bei einer im Ofen herrschenden Temperatur
für die Wärmebehandlung metallischer Bauteile noch eine solche mechanische Stabilität
aufweisen, dass beispielsweise ihre Durchbiegung auch im belasteten Zustand innerhalb
vertretbarer Toleranzen verbleibt. Oberhalb des ersten Bereichs des Nutzraums erstreckt
sich der zweite Bereich des Nutzraums mit größerer Breite B2, so dass auch Bauteile
mit einer maximalen Breite B2 größer B1 wärmebehandelbar sind. Der erste Bereich mit
den Rollen ist also im unteren Bereich des Nutzraums angeordnet, so dass ein Bauteil
direkt oder auf einem Warenträger auf mindestens einer Rolle aufliegend durch die
Wärmebehandlungsanlage transportierbar ist. Mit anderen Worten weist die erfindungsgemäße
Wärmebehandlungsanlage eine abgestufte Nutzraumbreite auf, so dass einerseits das
Kriterium der wegen der mechanischen Festigkeit begrenzten Rollenlänge, andererseits
das Kriterium der Wärmebehandelbarkeit auch eines breiteren Bauteils erfüllt ist.
[0016] In einer vorteilhaften Weiterbildung weist die Wärmebehandlungsanlage weiterhin einen
Warenträger auf, wobei der Warenträger einen ersten und einen zweiten Bereich mit
einer Breite W1 und einen dritten Bereich mit einer Breite W2 aufweist, wobei die
Breite W1 kleiner als die Breite B1 des ersten Bereichs des Nutzraums und die Breite
W2 kleiner als die Breite B2 des zweiten Bereichs des Nutzraums ist und wobei der
Warenträger mit seinem ersten Bereich in Kontakt mit mindestens einer der Rollen steht.
Der Warenträger weist mit anderen Worten ein ebenfalls abgestuftes Profil auf, wobei
mit dem zweiten, breiteren Bereich des Warenträgers, Bauteile, die breiter als die
Breite B1 des ersten Nutzraumbereichs sind, aufnehmbar sind.
[0017] Es hat sich vorteilhaft erwiesen, wenn der zweite Bereich des Warenträgers als Höhenausgleich
dient und der dritte Bereich des Warenträgers als Auflage des Bauteils ausgebildet
ist. Das Wort Höhenausgleich bedeutet dabei den Ausgleich der unterschiedlichen Entfernungen
der Arbeitsebene der Wärmebehandlungsanlage, d.h. der Ebene der oberen Umfangslinien
der Rollen, und der Ebene, in der sich der Nutzraum verbreitert, gegenüber beispielsweise
einem Hallenboden, auf dem die Wärmebehandlungsanlage aufgestellt ist. Der Nutzraum
der Wärmebehandlungsanlage verbreitert sich in seinem zweiten Bereich gegenüber dem
ersten Bereich, wobei der zweite Bereich oberhalb des ersten Bereichs angeordnet ist.
Insbesondere hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der dritte Bereich des Warenträgers,
der im Betrieb in Kontakt mit dem Bauteil kommt, einen keramischen Werkstoff enthält.
Der erste Bereich des Warenträgers liegt im Betrieb der Wärmebehandlungsanlage auf
mindestens einer Rolle auf.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Wärmebehandlungsanlage
mindestens eine Wärmequelle im ersten Bereich und mindestens eine weitere Wärmequelle
im zweiten Bereich des Nutzraums auf. Die mindestens eine im ersten Bereich des Nutzraums
angeordnete Wärmequelle kann beispielsweise unterhalb der Rollen angeordnet sein.
Durch das Vorsehen von jeweils mindestens einer Wärmequelle im ersten und im zweiten
Bereich des Nutzraums wird ein Wärme zu behandelndes Bauteil von beiden Seiten, d.h.
von oben und von unten erwärmt, wodurch eine besonders schnelle und homogene Aufheizung
des Bauteils gegeben ist.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind als Wärmequellen Gasbrenner
mit Flammrohren vorgesehen. Gasbrenner zeichnen sich durch ihre Energieeffizienz aus.
Darüber hinaus ist eine Gasinfrastruktur üblicherweise in den Produktionsstätten für
die Wärmebehandlung von metallischen Bauteilen vorhanden. Alle anderen Wärmequellen,
wie beispielsweise elektrische Strahlungswärmequellen sind ebenso möglich.
[0020] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn im zweiten Bereich des Nutzraums mehrere Wärmequellen
angeordnet sind, wobei die mehreren Wärmequellen in Ofendurchlaufrichtung hintereinander
angeordnet sind und alternierend von den seitlichen Begrenzungen des Nutzraums in
den zweiten Bereich des Nutzraums ragen. Üblicherweise wirken Brenner für fossile
Brennstoffe in Flammrohre, in denen die Flamme brennt. Durch diese Ausführungsform
können die Flammrohre trotz der möglichen großen Breite B2 des zweiten Bereichs des
Nutzraums eine kürzere Länge aufweisen, so dass Durchbiege- beziehungsweise einseitige
Biegeeffekte keine kritische Größenordnung erreichen, und trotzdem eine über der Breite
des Bauteils ausreichend homogene Bauteilaufheizung ermöglichen.
[0021] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn zumindest zumindest eine Rolle
einen keramischen Werkstoff aufweist. Insbesondere ist von Vorteil, wenn alle Rollen
im Nutzraum einen keramischen Werkstoff aufweisen und nur die Rollen in der Ein- und
Auslaufzone, in denen im Ofenbetrieb niedrigere Temperaturen als im Ofennutzraum herrschen,
aus anderen Werkstoffen, beispielsweise einem Stahlwerkstoff, bestehen. Weisen die
Rollen einen keramischen Werkstoff auf, können sie wärmeformbeständiger als Stahlrollen
sein.
[0022] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Wärmebehandlungsanlage eine Eingangs-
und eine Ausgangsschleuse auf. Durch die Schleusen ist der Ofenbetrieb auch für stark
im Raum gekrümmte Vorformteile für den indirekten Prozess auch mit Schutzgas möglich,
ohne dass Schutzgas in nennenswertem Umfang in die Umgebungsatmosphäre entweicht.
Einerseits könnte in die Umgebungsatmosphäre entweichendes Schutzgas schädliche gesundheitliche
Folgen für etwaiges Bedienpersonal, das der Umgebungsatmosphäre ausgesetzt ist, haben,
andererseits sind die üblichen Schutzgase relativ teuer, so dass das Entweichen von
Schutzgas aus der Wärmebehandlungsanlage negative wirtschaftliche Folgen hätte. Die
Ofenatmosphäre kann auch getrocknete Luft enthalten, deren Entweichen zumindest ebenfalls
einen negativen wirtschaftlichen Effekt hätte. Darüber hinaus können Schleusen durch
die Minimierung des Atmosphärentauschs zwischen Wärmebehandlungsanlage und Umgebung
den Wärmeverlust der Wärmebehandlungsanlage minimieren. Soll die Wärmebehandlungsanlage
hingegen für flache Platinen oder Vorformteile beispielsweise mit einer Luftatmosphäre
betrieben werden, stören die Schleusen nicht.
[0023] Die erfindungsgemäße Wärmebehandlungsanlage ist geeignet zur Verarbeitung von Platinen
auf Warenträgern im direkten Prozess, die im zweiten, breiteren Bereich des Nutzraums
behandelt werden. Ebenso ist die Wärmebehandlungsanlage aber auch dazu geeignet, Vorformteile
auf Warenträgern im indirekten Prozess im zweiten, breiteren Bereich des Nutzraums
mit Wärme zu behandeln.
[0024] Weiterhin können sowohl Platinen auf Warenträgern im direkten oder Vorformteile auf
Warenträgern im indirekten Prozess verarbeitet werden. Dabei können die Platinen oder
Vorformteile, auch wenn sie nicht über die Breite B1 des ersten Nutzraumbereichs hinausgehen,
im zweiten, breiten Bereich des Nutzraums oder auch im ersten, schmaleren Bereich
des Nutzraums verarbeitet werden. Sollen die Bauteile im ersten Bereich des Nutzraums
verarbeitet werden, muss ein alternativer Warenträger, bei dem zumindest der zweite
Bereich für den Höhenausgleich fehlt oder nur sehr kurz ist, eingesetzt werden. Dieser
kann einen dritten Bereich zur Auflage des Bauteils, beispielsweise aus einem keramischen
Werkstoff, aufweisen, wobei in diesem Fall dieser dritte Bereich eine Breite aufweist,
die kleiner der Breite des ersten Bereichs des Nutzraums B1 ist. Die Bauteile können
in diesem Fall aber auch unmittelbar auf ersten Bereich des Warenträgers aufgelegt
werden.
[0025] Schließlich kann die erfindungsgemäße Wärmebehandlungsanlage auch dazu genutzt werden,
Platinen ohne Warenträger im ersten Bereich des Nutzraums unmittelbar auf die Rollen
aufzulegen und im direkten Prozess zu verarbeiten.
[0026] Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Darstellung eines Ausführungsbeispiels
anhand der Abbildung.
[0027] Von den Abbildungen zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Wärmebehandlungsanlage
[0028] In Fig. 1 ist ein Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Wärmebehandlungsanlage
100 gezeigt. Die Wärmebehandlungsanlage 100 weist Rollen 101 für den Durchlauf eines
Wärme zu behandelnden Bauteils 150 durch die Wärmebehandlungsanlage 100 auf. Weiterhin
weist die Wärmebehandlungsanlage 100 einen Nutzraum 110 mit einem ersten Bereich 111
mit einer Breite B1 und einem zweiten Bereich 112 mit einer Breite B2 auf, wobei in
dem ersten Bereich 111 die Rollen 101 angeordnet sind und wobei die Breite B2 größer
ist als die Breite B1. Die Breite B1 kann beispielsweise 2.500 mm betragen, während
die Breite B2 beispielsweise 3.500 mm betragen kann. Die Wärmebehandlungsanlage 100
weist weiterhin einen Warenträger 120 auf, wobei der Warenträger 120 einen ersten
Bereich 121 und einen zweiten Bereich 122 mit einer Breite W1 und einen dritten Bereich
123 mit einer Breite W2 aufweist, wobei die Breite W1 kleiner als die Breite B1 des
ersten Bereichs 111 des Nutzraums 110 und die Breite W2 kleiner als die Breite B2
des zweiten Bereichs 112 des Nutzraums 110 ist und wobei der Warenträger 120 mit seinem
ersten Bereich 121 in Kontakt mit mindestens einer der Rollen 101 steht. Der zweite
Bereich 122 dient zum Höhenausgleich und der dritte Bereich 123 der Auflage des Bauteils
150. Insgesamt addieren sich die Höhen der drei Bereich 121, 122, 123 zur Höhe des
Warenträgers HW, die beispielsweise 420 mm betragen kann. Auf dem dritten Bereich
123 des Warenträgers 120 liegt ein Vorformteil als Bauteil 150 auf, der beispielsweise
eine Dicke HB von beispielsweise 200 mm aufweist. Der Warenträger 120 weist einen
ersten Bereich 121, mit dem der Warenträger 120 in Kontakt mit mindestens einer Rolle
101 steht, einen zweiten Bereich 122 zum Höhenausgleich und einen dritten Bereich
123 zur Auflage des Bauteils 150 auf. Die Wärmebehandlungsanlage 100 weist eine Arbeitshöhe
AH, beispielsweise 1.150 mm, auf. Dabei wird unter Arbeitshöhe die Höhe der oberen
Umfangslinie der Rollen 101 verstanden, d.h. die Höhe, auf der die Warenträger 120
beziehungsweise die Bauteile 150 bei Betrieb ohne Warenträger 120 durch die Wärmebehandlungsanlage
100 hindurch laufen, gemessen von einer Basis, beispielsweise einem Hallenboden, auf
dem die Wärmebehandlungsanlage 100 aufgestellt ist.
[0029] Die Wärmebehandlungsanlage 100 weist Wärmequellen 102 in Form von Gasbrennern mit
Flammrohren im ersten Bereich 111 als auch im zweiten Bereich 112 des Nutzraums 110
auf. Durch diese Anordnung ist eine homogene Aufheizung des Bauteils 150 durch Wärmeeinbringung
von oben und von unten gegeben. Die Gasbrenner im zweiten Bereich 112 des Nutzraums
110 sind in Ofendurchlaufrichtung hintereinander angeordnet und ragen alternierend
von den seitlichen Begrenzungen 115 des Nutzraums in den zweiten Bereich des Nutzraums
110 hinein.
[0030] Somit weist die Wärmebehandlungsanlage 100 eine abgestufte Nutzraumbreite B1, B2
auf. Damit ist die Wärmebehandlungsanlage 100 geeignet zur Verarbeitung von Bauteilen
150 in Form von Platinen auf Warenträgern 120 im direkten Prozess, die im zweiten,
breiteren Bereich 112 des Nutzraums 110 behandelt werden. Ebenso ist die Wärmebehandlungsanlage
100 aber auch dazu geeignet, Bauteile 150 in Form von Vorformteilen auf Warenträgern
120 im indirekten Prozess im zweiten, breiteren Bereich 112 des Nutzraums 110 mit
Wärme zu behandeln. Weiterhin können Bauteile 150 in Form von Platinen als auch in
Form von Vorformteilen, die eine nicht über die Breite B1 des ersten Nutzraumbereichs
111 hinausgehende Breite aufweisen, auf Warenträgern 120 im zweiten, breiten Bereich
112 des Nutzraums 110 oder auch im ersten, schmaleren Bereich 111 des Nutzraums 110
verarbeitet werden. Sollen die Bauteile 150 im ersten Bereich 111 verarbeitet werden,
muss ein alternativer Warenträger 120, bei dem zumindest der zweite Bereich 122 für
den Höhenausgleich fehlt oder nur sehr kurz ausgeführt ist, eingesetzt werden. Dieser
kann einen dritten Bereich 123 zur Auflage des Bauteils 150, beispielsweise aus einem
keramischen Werkstoff, aufweisen, wobei in diesem Fall dieser dritte Bereich 123 eine
Breite aufweist, die kleiner der Breite B1 des ersten Bereichs 111 des Nutzraums 110
ist. Die Bauteile 150 können in diesem Fall aber auch unmittelbar auf den ersten Bereich
121 des Warenträgers 120 aufgelegt werden.
[0031] Schließlich kann die Wärmebehandlungsanlage 100 auch dazu genutzt werden, Bauteile
150 in Form von Platinen ohne Warenträger 120 im ersten Bereich 111 des Nutzraums
110 unmittelbar auf die Rollen 101 aufzulegen und im direkten Prozess zu verarbeiten.
[0032] Die hier gezeigten Ausführungsformen stellen nur Beispiele für die vorliegende Erfindung
dar und dürfen daher nicht einschränkend verstanden werden. Alternative durch den
Fachmann in Erwägung gezogene Ausführungsformen sind gleichermaßen vom Schutzbereich
der vorliegenden Erfindung umfasst.
Bezugszeichenliste:
[0033]
- 100
- Wärmebehandlungsanlage
- 101
- Rolle
- 102
- Wärmequelle
- 110
- Nutzraum
- 111
- erster Bereich des Nutzraums
- 112
- zweiter Bereich des Nutzraums
- 115
- seitliche Nutzraumbegrenzung
- 120
- Warenträger
- 121
- erster Bereich des Warenträgers
- 122
- zweiter Bereich des Warenträgers
- 123
- dritter Bereich des Warenträgers
- 150
- Bauteil
- B1
- Breite des ersten Bereichs des Nutzraums
- B2
- Breite des zweiten Bereichs des Nutzraums
- HB
- Bauteilhöhe
- HW
- Warenträgerhöhe
- W1
- Breite des ersten Bereichs des Warenträgers
- W2
- Breite des zweiten Bereichs des Warenträgers
1. Wärmebehandlungsanlage (100), aufweisend Rollen (101) für den Durchlauf eines Wärme
zu behandelnden Bauteils (150) durch die Wärmebehandlungsanlage (100),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmebehandlungsanlage (100) einen Nutzraum (110) mit einem ersten Bereich (111)
mit einer Breite B1 und einem zweiten Bereich (112) mit einer Breite B2 aufweist,
wobei in dem ersten Bereich (111) die Rollen (101) angeordnet sind und wobei die Breite
B2 größer ist als die Breite B1.
2. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmebehandlungsanlage (100) weiterhin einen Warenträger (120) aufweist, wobei
der Warenträger (120) einen ersten Bereich (121) und einen zweiten Bereich (122) mit
einer Breite W1 und einen dritten Bereich (123) mit einer Breite W2 aufweist, wobei
die Breite W1 kleiner als die Breite B1 des ersten Bereichs (111) des Nutzraums (110)
und die Breite W2 kleiner als die Breite B2 des zweiten Bereichs (112) des Nutzraums
(110) ist und wobei der Warenträger (120) mit seinem ersten Bereich (121) in Kontakt
mit mindestens einer der Rollen (101) steht.
3. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Warenträger (120) einen ersten Bereich (121), mit dem der Warenträger (120) in
Kontakt mit mindestens einer Rolle (101) steht, einen zweiten Bereich (122) zum Höhenausgleich
und einen dritten Bereich (123) zur Auflage des Bauteils (150) aufweist.
4. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der dritte Bereich (123) des Warenträgers (120) einen keramischen Werkstoff enthält.
5. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
die Wärmebehandlungsanlage (100) weiterhin mindestens eine Wärmequelle (102) im ersten
Bereich (111) und mindestens eine weitere Wärmequelle (102) im zweiten Bereich (112)
des Nutzraums (110) aufweist.
6. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
die Wärmequellen (102) Gasbrenner mit Flammrohren sind.
7. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß einem der Ansprüche 5 und 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass im zweiten Bereich (112) des Nutzraums (110) mehrere Wärmequellen (102) angeordnet
sind, wobei die mehreren Wärmequellen (102) in Ofendurchlaufrichtung hintereinander
angeordnet sind und alternierend von den seitlichen Begrenzungen des Nutzraums (110)
in den zweiten Bereich (112) des Nutzraums (110) ragen.
8. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Rolle (101) einen keramischen Werkstoff aufweist.
9. Wärmebehandlungsanlage (100) gemäß einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmebehandlungsanlage (100) eine Eingangs- und eine Ausgangsschleuse aufweist.