[0001] Elektronisches Bauelement und Verfahren zu dessen Herstellung Die vorliegende Erfindung
betrifft ein elektronisches Bauelement, beispielsweise ein Varistorbauelement, und
ein Verfahren zur Herstellung desselben.
US 4 157 527 A beschreibt ein elektronisches Bauelement mit einem Varistor-Funktionskörper, wobei
der Varistor in einem Zentralbereich eine geringere Dicke aufweist als in einem Randbereich.
Eine zu lösende Aufgabe ist es, Mittel für ein verbessertes elektronisches Bauelement,
insbesondere ein flexibler einsetzbares und/oder robusteres elektronisches Bauelement,
anzugeben.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
Ein vorgeschlagenes elektronisches Bauelement umfasst einen Funktionskörper. Der Funktionskörper
stellt zweckmäßigerweise das funktionale Element des elektronischen Bauelements dar.
Weiterhin umfasst das elektronische Bauelement einen Kontakt, welcher elektrisch an
eine erste Oberfläche des Funktionskörpers angebunden ist oder diesen kontaktiert.
Bei dem Kontakt kann es sich um eine elektrische Kontaktschicht und/oder um eine Metallisierung
oder eine andere Kontaktierung handeln. Über den Kontakt wird der Funktionskörper
zweckmäßigerweise kontaktiert und/oder elektrisch an weitere Anschlüsse, beispielsweise
eine Außenelektrode des elektronischen Bauelements angebunden. Bei der Oberfläche
handelt es sich vorzugsweise um eine erste Oberfläche, beispielsweise eine erste Hauptoberfläche
des Funktionskörpers. Der Kontakt weist einen Randbereich und einen Zentralbereich
auf. Weiterhin ist der Funktionskörper derart ausgebildet, dass der elektrische Widerstand
des Funktionskörpers zwischen der ersten Oberfläche und einer von der ersten Oberfläche
abgewandten zweiten Oberfläche oder Hauptoberfläche des Funktionskörpers in einem
ersten Funktionskörperabschnitt, der in Aufsicht auf das elektronische Bauelement,
insbesondere auf die erste Oberfläche, betrachtet mit dem Randbereich überlappt, größer
ist als in einem zweiten Funktionskörperabschnitt, der mit dem Zentralbereich des
Kontakts überlappt. Der erste und der zweite Funktionskörperabschnitt sind vorzugsweise
radiale Abschnitte des Funktionskörpers.
[0002] Der Zentralbereich des Kontakts bezeichnet vorzugsweise einen inneren und/oder mittleren
Bereich des Kontakts, während der Randbereich vorzugsweise einen äußeren Rand des
Kontakts bezeichnet oder definiert.
[0003] Vorzugsweise ist der Kontakt elektrisch sowohl an den ersten als auch an den zweiten
Funktionskörperabschnitt angebunden. Der erste Funktionskörperabschnitt bezeichnet
vorzugsweise einen äußeren oder Randabschnitt des Funktionskörpers. Der zweite Funktionskörperabschnitt
bezeichnet hingegen vorzugsweise einen inneren oder zentralen Abschnitt des Funktionskörpers.
Der zweite Funktionskörperabschnitt und der Zentralbereich sind - in Aufsicht auf
das elektronische Bauelement betrachtet - vorzugsweise deckungsgleich.
[0004] Vorzugsweise ist der genannte Kontakt ein erster Kontakt. Zweckmäßigerweise umfasst
das elektronische Bauelement zudem einen zweiten Kontakt, welcher elektrisch an der
zweiten Oberfläche des Funktionskörpers angebunden ist oder diesen kontaktiert. Der
zweite Kontakt ist vorzugsweise analog zu dem ersten Kontakt ausgebildet und in Bezug
zu der zweiten Oberfläche so angeordnet wie der erste Kontakt in Bezug auf die erste
Oberfläche. Der erste und der zweite Kontakt können beispielsweise bezüglich einer
Längsachse des elektronischen Bauelements symmetrisch angeordnet sein. Vorzugsweise
ist das elektronische Bauelement und/oder der Funktionskörper scheibenförmig und bezüglich
der Längsachse zumindest weitgehend rotationssymmetrisch angeordnet.
[0005] Im Falle eines Scheibenvaristors als elektronisches Bauelement ist vorzugsweise je
ein Kontakt an einer Oberseite und an einer Unterseite der Scheibe für die elektrische
Anbindung oder Kontaktierung vorgesehen beziehungsweise angeordnet.
[0006] Vorzugsweise sind der erste und der zweite Kontakt beispielsweise in Aufsicht auf
das elektronische Bauelement betrachtet deckungsgleich angeordnet.
[0007] Beispielsweise ist der Funktionskörper in einem Schnitt entlang der Längsachse betrachtet
vorzugsweise direkt oder unmittelbar zwischen den Kontakten angeordnet.
[0008] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das elektronische Bauelement ein Varistorbauelement.
Varistorbauelemente werden vorzugsweise als Überspannungsschutz eingesetzt. Gemäß
dieser Ausgestaltung ist der Funktionskörper zweckmäßigerweise derart ausgestaltet,
dass er das funktionale Element des Varistorbauelements darstellt. In dieser Hinsicht
kann der Funktionskörper ein polykristallines, gesintertes, Material umfassen.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das elektronische Bauelement ein Scheiben-
oder Blockvaristor.
[0010] In einer Ausgestaltung umläuft der erste Funktionskörperabschnitt den zweiten Funktionskörperabschnitt
in Aufsicht auf das elektronische Bauelement betrachtet zumindest teilweise. Vorzugsweise
umschließt oder umläuft der erste Funktionskörperabschnitt den zweiten Funktionskörperabschnitt
vollständig.
[0011] In einer Ausgestaltung ist der Funktionskörper derart ausgebildet, dass die elektrische
Stromdichte in dem ersten Funktionskörperabschnitt, insbesondere an einer Kontaktstelle
des ersten Funktionskörperabschnitts und des Randbereichs des Kontakts oder zwischen
dem ersten Funktionskörperabschnitt und dem Randbereich, während des Betriebs des
elektronischen Bauelements und/oder bei einem Stromfluss im Funktionskörper vermindert
oder reduziert. Vorzugsweise ist die elektrische Stromdichte dabei im Vergleich zu
einem konventionellen elektronischen Bauelements oder einem Bauelements des Standes
der Technik vermindert oder reduziert.
[0012] Insbesondere an der genannten Kontaktstelle kann die elektrische Stromdichte und
damit verbundene Temperaturbelastung beispielsweise während des Betriebs des elektronischen
Bauelements besonders hoch sein. Die Ursache dafür kann ein Kanteneffekt sein, der
sich im Betrieb des elektronischen Bauelements einstellt.
[0013] Durch das vorgestellte elektronische Bauelement kann während des Betriebs vorteilhafterweise
die Wärmeentwicklung, beispielsweise durch entstehende Joule-Wärme, in dem ersten
Funktionskörperabschnitt reduziert oder vermindert werden, da durch einen erhöhten
elektrischen Widerstand und damit verminderte elektrische Stromdichte in der Regel
weniger Wärme entsteht. Dadurch wird das elektronische Bauelement gleichzeitig temperaturbeständiger
und vielseitiger einsetzbar. Weiterhin kann die Lebensdauer des elektronischen Bauelements
mit Vorteil erhöht werden.
[0014] Durch hohe Temperaturen im funktionalen Element kann die Lebensdauer und/oder der
Einsatzbereich des elektronischen Bauelements insbesondere im Falle eines Varistorbauelements,
erheblich eingeschränkt werden. Die beschriebenen thermischen Belastungen können,
insbesondere für Varistorbauelemente, bei längerem Anliegen einer Überspannung sogar
zur Zerstörung des Bauteils führen. Dem kann durch die oben beschriebene Ausgestaltung
des Funktionskörpers, dahingehend dass der erste Funktionskörperabschnitt einen größeren
elektrischen Widerstand aufweist als der zweite Funktionskörperabschnitt entgegengewirkt
werden, da dadurch der beschriebene Kanteneffekt abgeschwächt wird.
[0015] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Flächeninhalt des zweiten Funktionskörperabschnitts
in Aufsicht auf das elektronische Bauelement betrachtet größer als der Flächeninhalt
des ersten Funktionskörperabschnitts. Durch diese Ausgestaltung kann insbesondere
erreicht werden, dass der elektrischen Widerstand des Funktionskörpers des elektronischen
Bauelements zwischen der ersten und der zweiten Oberfläche insgesamt durch den zweiten
Funktionskörperabschnitt definiert ist oder bleibt. Dadurch bleiben wiederum die elektrischen
Eigenschaften, im Falle eines Varistorbauelements beispielsweise die Varistorspannung,
im Wesentlichen unverändert. Beispielsweise ist der Flächeninhalt des zweiten Funktionskörperabschnitts
doppelt so groß, dreimal so groß oder zehnmal so groß wie der Flächeninhalt des ersten
Funktionskörperabschnitts.
[0016] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist der Funktionskörper in dem ersten Funktionskörperabschnitt
einen kontaktfreien Bereich auf. Der kontaktfreie Bereich ist vorzugsweise ein äußerer
radialer Abschnitt des Funktionskörpers. Der kontaktfreie Bereich ist dementsprechend
bezüglich des Funktionskörpers vorzugsweise randseitig angeordnet. In dem kontaktfreien
Bereich ist vorzugsweise kein Kontakt vorhanden. Durch diese Ausgestaltung kann mit
Vorteil eine verbesserte Kontaktierung des Funktionskörpers erreicht werden. Insbesondere
können elektrische Überschläge an dem Rand, Randbereich oder an einer Kante des Funktionskörpers
verhindert oder eingeschränkt werden. Vorzugsweise verläuft der kontaktfreie Bereich
oder ein Rand desselben in Aufsicht auf das elektronische Bauelement knickfrei. Durch
die knickfreie Ausgestaltung kann insbesondere wiederum eine Kantenlänge oder Kantenfläche
der Kontaktierung verkleinert oder minimiert und somit die Entstehung von "Hotspots"
(englisch für "heiße Stellen"), in denen besonders hohe elektrische Felder, thermomechanische
Spannungen und/oder thermische, mechanische oder elektrische Belastungen auftreten,
verhindert oder eingeschränkt werden.
[0017] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Dicke des Funktionskörpers in dem ersten
Funktionskörperabschnitt größer als die Dicke des Funktionskörpers in dem zweiten
Funktionskörperabschnitt. Vorzugsweise ist die Dicke des ersten Funktionskörperabschnitts
als auch die Dicke des zweiten Funktionskörperabschnitts zumindest überwiegend konstant
oder annähernd konstant. Durch diese Ausgestaltung kann vorteilhafterweise ein Mittel
zur Vergrößerung des elektrischen Widerstands in dem ersten Funktionskörperabschnitt
angegeben werden, wodurch die elektrische Stromdichte und damit die Temperaturbelastung
in dem ersten Funktionskörperabschnitt während des Betriebs des elektronischen Bauelements
vermindert werden kann. Mit anderen Worten ist der elektrische Widerstand des ersten
Funktionskörperabschnitts durch den größeren Abstand der Kontakte oder Oberflächen
in dem ersten Funktionskörperabschnitt, beziehungsweise durch die größere Weglänge
entlang der Dicke, im Gegensatz zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt vergrößert,
wobei bei beispielsweise gleicher an dem elektronischen Bauelement anliegender elektrischer
Spannung, die Strombelastung und damit die Überhitzung oder Temperaturbelastung in
dem ersten Funktionskörperabschnitt reduziert werden kann.
[0018] Die beschriebene Dicke erstreckt sich vorliegend vorzugsweise entlang der oben genannten
Längsachse des elektronischen Bauelements.
[0019] Vorzugsweise ist die Dicke des Funktionskörpers lediglich an einer Seite oder Hauptoberfläche
des elektronischen Bauelements und/oder des Funktionskörpers vergrößert, wohingegen
an der anderen Seite des elektronischen Bauelements die Flächen des ersten Funktionskörperabschnitts
und des zweiten Funktionskörperabschnitts des Funktionskörpers plan sind und/oder
in einer Ebene liegen. Alternativ kann der Funktionskörper derart ausgestaltet sein,
dass beispielsweise eine Ober- und eine Unterseite des ersten Funktionskörperabschnitts
gegenüber einer Oberbeziehungsweise einer Unterseite des zweiten Funktionskörperabschnitts
nicht in einer Ebene angeordnet ist.
[0020] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Dicke des Funktionskörpers in dem ersten
Funktionskörperabschnitt 5 % bis 15 % größer als die Dicke des Funktionskörpers in
dem zweiten Funktionskörperabschnitt. Besonders bevorzugt ist die Dicke des Funktionskörpers
in dem ersten Funktionskörperabschnitt mindestens 10 % größer als die Dicke des zweiten
Funktionskörperabschnitts. Alternativ kann die genannte Dicke beispielsweise auch
mehr als 15 % vergrößert sein. Der Effekt der Vergrößerung der Dicke hinsichtlich
des elektrischen Widerstands ist dabei qualitativ der gleiche.
In einer bevorzugten Ausgestaltung beträgt die radiale Ausdehnung des ersten Funktionskörperabschnitts
zwischen der einfachen und der zweifachen Dicke des Funktionskörpers in dem ersten
Funktionskörperabschnitt.
In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Materialeigenschaften des Funktionskörpers
in dem ersten Funktionskörperabschnitt von denjenigen in dem zweiten Funktionskörperabschnitt
verschieden. Durch diese Ausgestaltung kann zweckmäßig erreicht werden, dass der elektrische
Widerstand in dem erster Funktionskörperabschnitt im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt
vergrößert ist.
[0021] Gemäß der Erfindung ist der Funktionskörper derart ausgebildet, dass der erste Funktionskörperabschnitt
im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt einen größeren spezifischen elektrischen
Widerstand aufweist. Dadurch kann die Stromdichte in dem erster Funktionskörperabschnitt
während des Betriebs des elektronischen Bauelements verringert oder vermindert werden.
Entsprechende Unterschiede in den Materialeigenschaften können vorzugsweise während
des Herstellungsverfahrens des elektronischen Bauelements und/oder während einer Sinterung
des Funktionskörpers erzeugt oder ausgebildet werden (siehe unten). Durch den größeren
spezifischen elektrischen Widerstand können, wie oben bereits angedeutet, in dem ersten
Funktionskörperabschnitt bei gegebenen Strompulsen mit Vorteil die Stromdichten und
damit die Temperaturbelastungen insbesondere in dem ersten Funktionskörperabschnitt
verringert werden.
In einer bevorzugten Ausgestaltung weist der Funktionskörper ein gesintertes Material
auf.
[0022] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Kontakt ein erster Kontakt, wobei das
elektronische Bauelement zusätzlich einen zweiten Kontakt aufweist, welcher elektrisch
an die zweite Oberfläche des Funktionskörpers angebunden ist, und wobei der Funktionskörper
derart ausgebildet ist, dass die elektrische Strom- oder Stromdichteverteilung bei
einem Stromfluss im Funktionskörper zwischen den Kontakten in dem ersten und dem zweiten
Funktionskörperabschnitt homogenisiert ist. Dies kann bedeuten, dass Diskrepanzen
oder die Streuung der elektrischen Stromdichten, die beispielsweise im Betrieb des
elektronischen Bauelements und/oder oder bei einem Stromfluss im Funktionskörper vorliegen,
verkleinert ist. Vorzugsweise weist der zweite Kontakt analog zu dem ersten Kontakt
einen Randbereich und einen Zentralbereich auf.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Funktionskörper, vorzugsweise weitgehend,
polykristallin. In diesem Sinne kann der Funktionskörper beispielsweise als Hauptbestandteil
ein polykristallines Material aufweisen.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist der Funktionskörper, beispielsweise als
Hauptbestandteil, eine Keramik auf. Bei der Keramik handelt es sich vorzugsweise um
eine gesinterte Keramik.
[0025] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Funktionskörper derart ausgebildet, dass
dieser nach dem Anlegen einer elektrischen Spannung oberhalb einer charakteristischen
Schwelle, im Falle eines Varistorbauelements beispielsweise der Varistorspannung,
zwischen der ersten und der zweiten Oberfläche durchweg elektrisch leitet, ohne dass
der Funktionskörper elektrisch isolierende Bereiche aufweist.
[0026] Es wird weiterhin ein Verfahren zur Herstellung des Funktionskörpers für das oben
beschriebene elektronische Bauelement angegeben. Der Funktionskörper und/oder das
elektronische Bauelement ist vorzugsweise mittels des hier beschriebenen Verfahrens
herstellbar oder hergestellt. Insbesondere können sich sämtliche für das Verfahren
offenbarte Merkmale auch auf den Funktionskörper und/oder das elektronische Bauelement
beziehen, und umgekehrt.
[0027] Das Verfahren umfasst das Bereitstellen eines Grundmaterials für den Funktionskörper
für das elektronische Bauelement und das Ausbilden des Funktionskörper unter Nutzung
des Grundmaterials derart, dass der elektrische Widerstand des Funktionskörpers, zwischen
zwei gegenüberliegenden Oberflächen, das heißt der oben genannten ersten und zweiten
Oberfläche, gemessen, in dem ersten Funktionskörperabschnitt größer ist als in dem
zweiten Funktionskörperabschnitt.
[0028] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens umfasst diese das Versehen des
Funktionskörpers an den gegenüberliegenden Oberflächen jeweils mit einem Kontakt,
wobei jeder Kontakt, beispielsweis der oben genannte erste und zweite Kontakt, elektrisch
an den ersten und den zweiten Funktionskörperabschnitt angebunden wird.
[0029] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens weist das Grundmaterial eine homogenere
Materialzusammensetzung auf als der Funktionskörper. Die Materialzusammensetzung des
Grundmaterials ist vorzugsweise weitgehend homogen, wohingegen die Materialzusammensetzung
des Funktionskörpers, insbesondere unter einem Vergleich der Materialzusammensetzungen
des ersten und des zweiten Funktionskörperabschnitts miteinander und bezüglich einzelner
Materialbestandteile inhomogen ist.
[0030] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird das Grundmaterial in dem ersten
Funktionskörperabschnitt im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt mit
einer größeren Dicke ausgebildet. Diese Ausgestaltung ermöglicht mit Vorteil die Vergrößerung
des elektrischen Widerstands des ersten Funktionskörperabschnitts im Vergleich zu
dem zweiten Funktionskörperabschnitt.
[0031] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird das Grundmaterial zu dem Funktionskörper
gesintert, derart, dass der spezifische elektrische Widerstand des Funktionskörpers
in dem ersten Funktionskörperabschnitt größer ist als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt.
Beispielsweise, wird das Grundmaterial dazu derart gesintert, dass Kristallkörner
beziehungsweise entsprechende Korngrößen in dem ersten Funktionskörperabschnitt des
Funktionskörpers kleiner sind oder ausgebildet werden als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt.
Durch die kleineren Korngrößen beziehungsweise größere Dichte von Korngrenzen des
ersten Funktionskörperabschnitts im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt
wird zweckmäßigerweise der spezifische elektrische Widerstand des Funktionskörpers
in dem ersten Funktionskörperabschnitt größer gestaltet als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt.
[0032] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird die Materialzusammensetzung
des Grundmaterials in einem ersten Abschnitt desselben während des Sinterns verändert,
um den ersten Funktionskörperabschnitt zu bilden. Aus dem ersten Abschnitt des Grundmaterials
wird vorzugsweise durch das Sintern der erste Funktionskörperabschnitt gebildet.
[0033] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird das Grundmaterial während
des Sinterns einem Temperaturgradienten ausgesetzt, wobei das Grundmaterial während
des Sinterns und vorzugsweise ebenfalls vor dem Sintern nicht mit Materialzusätzen
versehen wird. Vorzugsweise wird hier von außerhalb, beispielsweise von außerhalb
des Sinterofens, während des Sinterns, dem Grundmaterial kein weiteres Material hinzugegeben.
Vorzugsweise ändert sich die Materialzusammensetzung des Grundmaterials in dem ersten
Funktionskörperabschnitt stattdessen durch Migrations- und/oder Diffusionsprozesse
von originär im Grundmaterial enthaltenen Materialbestandteilen.
[0034] In einer bevorzugten Ausgestaltung wird das Grundmaterial vor dem Sintern mit einem
Dotierstoff versehen, welcher während des Sinterns in das Grundmaterial diffundiert,
um den ersten Funktionskörperabschnitt zu bilden. Der Dotierstoff oder das Zusatzmaterial
wird vorzugsweise auf das Grundmaterial aufgetragen oder das Grundmaterial wird vor
dem Sintern in den Dotierstoff oder eine diesen aufweisende Lösung getaucht. Bei dem
Dotierstoff kann es sich um Yttriumoxid, beispielsweise Y
2O
3, oder andere Metalle der Seltenen Erden oder deren Oxide handeln.
[0035] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist der erste Funktionskörperabschnitt
derart ausgebildet ist, dass die maximale Temperatur, welche in dem ersten Funktionskörperabschnitt
unter einem elektrischen Testpuls mit einer Stromstärke von 30 A der Pulsform 8/20
auftritt, beispielsweise im Vergleich zu einem konventionellen elektronischen Bauelement,
um mindestens 500 °C verringert ist.
[0036] Es wird weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines elektronischen Bauelements
angegeben, welches die Verfahrensschritte des oben genannten Verfahrens zur Herstellung
des Funktionskörpers umfasst.
[0037] Weitere Vorteile, vorteilhafte Ausgestaltungen und Zweckmäßigkeiten der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Verbindung
mit den Figuren.
Figur 1 zeigt eine schematische perspektivische Ansicht eines elektronischen Bauelements.
Figur 2 zeigt eine schematische Schnittansicht eines erfindungsgemäßen elektronischen
Bauelements.
Figur 3 zeigt eine schematische Schnittansicht eines erfindungsgemäßen elektronischen
Bauelements gemäß einer alternativen Ausführungsform.
Figur 4 zeigt eine beispielhafte Spannungs-Stromkennlinie des elektronischen Bauelements
ausgeführt als Varistorbauelement.
[0038] Die Figuren 5A bis 5D zeigen Simulationsergebnisse des Betriebs des elektronischen
Bauelements.
[0039] Figur 6 zeigt eine Tabelle mit Werten zu der Simulation des Betriebs des elektronischen
Bauelements.
[0040] Gleiche, gleichartige und gleich wirkende Elemente sind in den Figuren mit gleichen
Bezugszeichen versehen. Die Figuren und die Größenverhältnisse der in den Figuren
dargestellten Elemente untereinander sind nicht als maßstäblich zu betrachten. Vielmehr
können einzelne Elemente zur besseren Darstellbarkeit und/oder zum besseren Verständnis
übertrieben groß dargestellt sein.
[0041] Figur 1 zeigt eine schematische perspektivische Ansicht eines elektronischen Bauelements
100. Das elektronische Bauelement 100 ist vorzugsweise ein Varistorbauelement, insbesondere
ein Scheiben- oder Blockvaristor. Besonders bevorzugt ist das elektronische Bauelement
100 ein Scheibenvaristor.
[0042] Das elektronische Bauelement 100 ist gemäß Figur 1 scheibenförmig ausgestaltet und
weist eine Längsachse oder Symmetrieachse X auf, die durch das Zentrum der Scheibe
verläuft. Bezüglich der Längsachse X ist das elektronische Bauelement vorzugsweise
zumindest annähernd rotationssymmetrisch. Das elektronische Bauelement weist gemäß
Figur 1 weiterhin einen scheibenförmigen Funktionskörper 1 auf.
[0043] Der Funktionskörper 1 umfasst im Falle eines Varistorbauelements vorzugsweise ein
Halbleitermaterial und/oder eine beispielsweise gesinterte Keramik. Demgemäß umfasst
der Funktionskörper 1 weiterhin vorzugsweise polykristallines Material, bzw. Material
welches Korngrenzen und oder Körner unterschiedlicher elektrischer Leitfähigkeit umfasst.
Als funktionale Komponente eines Varistorbauelements ist der Funktionskörper 1 vorzugsweise
derart ausgebildet, dass dieser nach dem Anlegen einer elektrischen Spannung oberhalb
der Varistorspannung, vom elektrisch isolierenden in den elektrisch leitenden Zustand
geschaltet werden kann. Der Funktionskörper 1 umfasst einen ersten Funktionskörperabschnitt
3 und einen zweiten Funktionskörperabschnitt 2. Der erster Funktionskörperabschnitt
3 umläuft oder umschließt den Zweiter Funktionskörperabschnitt 2 in Aufsicht auf das
elektronische Bauelement 100 betrachtet vorzugsweise an seinem äußeren Rand und ist
vorzugsweise stoffschlüssig und/oder aus einem Stück mit diesem verbunden, um den
Funktionskörper 1 zu bilden. Die Grenze der genannten Abschnitte ist durch die gestrichelte
Linie angedeutet.
[0044] Das elektronische Bauelement, beziehungsweise der Scheiben- oder Blockvaristor hat
beispielsweise einen Durchmesser von etwa 30 mm und eine Dicke von etwa 3 mm. Die
genannte Dicke bezieht sich vorzugsweise auf die Dicke des zweiten Funktionskörperabschnitts
2 entlang der Längsachse.
[0045] In einer alternativen, nicht explizit dargestellten Ausgestaltung des elektronischen
Bauelements weist dieses oder ein entsprechender Funktionskörper eine rechteckige
Form Demgemäß kann das elektronische Bauelement erfindungsgemäß beispielsweise ein
eckiger Blockvaristor sein.
[0046] Figur 2 zeigt eine schematische Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung
des elektronischen Bauelements 100. Figur 2 zeigt vorzugsweise einen Schnitt durch
das elektronische Bauelement 100 gemäß Figur 1 entlang der Längsachse X. Es ist weiterhin
zu erkennen, dass der Funktionskörper 1 in seinem ersten Funktionskörperabschnitt
3 eine Dicke D1 aufweist. In dem zweiten Funktionskörperabschnitt 2 weist der Funktionskörper
1 eine Dicke D2 auf. Die Dicke D2 ist kleiner als die Dicke D1. Die Dicke D1 kann
beispielsweise 5 %, 10 % oder 15 % größer oder noch größer sein als die zweite Dicke.
[0047] Der Funktionskörper 1 weist weiterhin eine erste Oberfläche 5 und eine von der ersten
Oberfläche 5 abgewandte zweite Oberfläche 6 auf. Die zweite Oberfläche 6 ist gemäß
Figur 1 eben ausgebildet, während die erste Oberfläche 5 durch die Vergrößerung der
Dicke D1 im ersten Funktionskörperabschnitt 3 im Vergleich zu D2 nicht eben ist. Alternativ,
kann die größere Dicke D1 des ersten Funktionskörperabschnitts 3 im Vergleich zu dem
zweiten Funktionskörperabschnitt 2 auch derart realisiert sein, dass beide Oberflächen
5, 6 im ersten Funktionskörperabschnitts 3 gegenüber dem zweiten Funktionskörperabschnitt
2 erhaben, also insgesamt nicht eben sind.
[0048] Wie in Figur 2 dargestellt, kann sich die Dicke des Funktionskörpers 1 beispielsweise
vom ersten zum zweiten Funktionskörperabschnitt (von innen nach außen) über einen
schrägen Verlauf vergrößern (vgl. ebenfalls die Figuren 5A bis 5D weiter unten). Alternativ
ist ebenfalls eine abrupte Änderung der Dicke über eine Stufe im Verlauf der Dicke
des Funktionskörpers 1 denkbar (in den Figuren nicht explizit dargestellt).
[0049] Durch die größere Dicke D1 des ersten Funktionskörperabschnitts 3 im Vergleich zu
dem zweiten Funktionskörperabschnitt 2 (vgl. D2 in Figur 2) kann der elektrische Widerstand
des Funktionskörpers 1 zwischen der ersten Oberfläche 5 und der zweiten Oberfläche
6 insbesondere durch die vergrößerte Wegstrecke in dem ersten Funktionskörperabschnitt
3 erfindungsgemäß größer ausgestaltet werden als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt
2.
[0050] Das elektronische Bauelement 100 weist weiterhin einen ersten Kontakt 4a auf, welcher
elektrisch an die erste Oberfläche 5 angebunden ist. Der erste Kontakt 4a ist vorzugsweise
sowohl an den ersten Funktionskörperabschnitt 3 als auch an den zweiten Funktionskörperabschnitt
2 angebunden. Der Kontakt 4a weist wiederum einen Randbereich 7 sowie einen Zentralbereich
8 auf. Vorzugsweise umschließt der Randbereich 7 den Zentralbereich 8.
[0051] Analog weist das elektronische Bauelement einen zweiten Kontakt 4b auf, welcher an
der zweiten Oberfläche 6 an den ersten Funktionskörperabschnitt 3 und den zweiten
Funktionskörperabschnitt 2 angebunden ist. Entsprechend dem ersten Kontakt weist der
zweite Kontakt 4b vorzugsweise einen Randbereich 7 und einen Zentralbereich 8 auf.
Vorzugsweise sind der erste und der zweite Kontakt 4a, 4b in Aufsicht auf das elektronische
Bauelement 100 betrachtet deckungsgleich angeordnet.
[0052] Die Kontakte 4a, 4b kontaktieren vorzugsweise den Funktionskörper 1. Die Kontakte
können beispielsweise aufmetallisierte Elektroden, insbesondere metallische Kontaktschichten
sein. Weiterhin können die Kontakte 4a, 4b für eine elektrische Anbindung oder Kontaktierung
einer Außenelektrode (nicht explizit dargestellt) an dem Funktionskörper 1 vorgesehen
sein.
[0053] Wenn - im Falle eines Varistorbauelements - eine elektrische Spannung zwischen den
Kontakten 4a, 4b angelegt wird, fließt, solange die Spannung kleiner ist als die charakteristische
Varistorspannung zwischen den Kontakten 4a, 4b vorzugsweise nur ein geringer Leckstrom.
Bei Anlegen einer Überspannung an oder zwischen den Kontakten 4a, 4b, wird der Funktionskörper
1 zweckmäßigerweise elektrisch leitend, um beispielsweise eine weitere elektrische
Komponente vor einer Überspannung oder einer die Komponente schädigenden elektrischen
Spannung zu schützen.
[0054] Der erste Funktionskörperabschnitt 3 überlappt in Aufsicht auf das elektronische
Bauelement 100 betrachtet, also beispielsweise in Aufsicht auf die Oberfläche 5, vorzugsweise
mit dem Randbereich 7. Der zweite Funktionskörperabschnitt 2 überlappt in Aufsicht
auf das elektronische Bauelement 100 betrachtet, vorzugsweise mit dem Zentralbereich
8.
[0055] Durch die Ausgestaltung des größeren Widerstands des ersten Funktionskörperabschnitts
3 verglichen mit dem zweiten Funktionskörperabschnitt 2 kann mit Vorteil der im Betrieb
des elektronischen Bauelements 100 in dem zweiten Funktionskörperabschnitt 3 auftretende
elektrische Strom oder insbesondere die elektrische Stromdichte vermindert oder reduziert
werden. Durch die verminderte Strombelastung kann gleichzeitig die Wärmeentstehung
und damit Temperaturbelastung im ersten Funktionskörperabschnitt reduziert werden.
[0056] Das erfindungsgemäße elektronische Bauelement 100 weist vorzugsweise bis auf die
Dicke D1 des ersten Funktionskörperabschnitts 3 gegenüber einem konventionellen elektronischen
Bauelement oder einem elektronischen Bauelement des Standes der Technik vergleichbare
Abmessungen auf. Insbesondere sind auch die Kontaktflächen, das heißt die Flächen,
in denen die Kontakte 4a, 4b an den Funktionskörper 1 angebunden sind, in dieser Hinsicht
ähnlich oder vergleichbar bemessen oder ausgestaltet.
[0057] Insbesondere an der Grenze oder Kontaktstelle des oben genannten Randbereichs 7 oder
Randes der Kontakte 4a, 4b zu dem ersten Funktionskörperabschnitt 3 kann die elektrische
Stromdichte und damit verbundene Temperaturbelastung beispielsweise während des Betriebs
des elektronischen Bauelements durch einen "Kanteneffekt" besonders hoch sein. Der
Kanteneffekt kann durch elektrische Felder, welche im Betrieb des Bauelements 100
an oder in dem Randbereich 7 größer ausfallen als beispielsweise in dem Zentralbereich
8, hervorgerufen werden.
[0058] Obwohl die elektrische Stromdichte durch den größeren Abstand der Kontakte im ersten
Funktionskörperabschnitt 3 reduziert wird, bleiben weitere elektrische Eigenschaften
des elektronischen Bauelements 100 vorzugsweise unverändert und/oder durch den zweiten
Funktionskörperabschnitt 2 bestimmt.
[0059] Der Flächeninhalt des zweiten Funktionskörperabschnitts 2 ist vorzugsweise größer
als derjenige des ersten Funktionskörperabschnitts 3. Beispielsweise ist der Flächeninhalt
des zweiten Funktionskörperabschnitts 3 doppelt so groß, dreimal so groß oder zehnmal
so groß wie der Flächeninhalt des ersten Funktionskörperabschnitts 3. Dadurch bleiben
die elektrischen Eigenschaften, im Falle eines Varistorbauelements beispielsweise
die Varistorspannung, des elektronischen Bauelements vorzugsweise unabhängig von der
Ausgestaltung des ersten Funktionskörperabschnitts 3.
[0060] Eine radiale Ausdehnung des ersten Funktionskörperabschnitts 3 ist in Figur 2 mit
R1 gekennzeichnet. Weiterhin ist eine radiale Ausdehnung, insbesondere der Durchmesser
des zweiten Funktionskörperabschnitts 2 mit R2 gekennzeichnet. Vorzugsweise beträgt
die radiale Ausdehnung R1 zwischen der einfachen und der zweifachen Dicke D1 des Funktionskörpers
1 in dem ersten Funktionskörperabschnitt 3.
[0061] In Figur 2 ist in dem ersten Funktionskörperabschnitt 3 weiterhin ein kontaktfreier
Rand 9 des Funktionskörpers 1 dargestellt, in dem die Kontakte 4a, 4b nicht elektrisch
an den Funktionskörper 1 angebunden sind. Der kontaktfreie Bereich 9 bezeichnet vorzugsweise
einen radialen äußeren Abschnitt des Funktionskörpers 1. Mit anderen Worten schließen
die Kontakte 4a, 4b am äußeren Rand des elektronischen Bauelements 100 nicht bündig
mit dem Funktionskörpers 1 ab, sondern der Randbereich 7 der Kontakte 4a, 4b ist im
Vergleich zu dem äußeren Rand des Bauelements nach innen versetzt. Die Kontakte 4a,
4b sind vorzugsweise derart angeordnet und ausgebildet, dass sie den Funktionskörper
1 bis auf den kontaktfreien Rand vollständig kontaktieren.
[0062] Figur 3 zeigt eine schematische Schnittansicht des elektronischen Bauelements 100
gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung. Es ist in Figur 3 zu erkennen,
dass der Funktionsbereich 2 über seine gesamte Ausdehnung hinweg eine konstante Dicke,
welche beispielsweise der Dicke D2 in Figur 2 entspricht, aufweist. Für die erfindungsgemäße
Ausgestaltung des größeren Widerstands des ersten Funktionskörperabschnitts 3 im Vergleich
zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt 2 sind hier die Materialeigenschaften des
ersten und des zweiten Funktionskörperabschnitts vorzugsweise verschieden gewählt.
[0063] Um die elektrische Stromstärke und/oder Stromdichte - bei gleicher entsprechender
Fläche - in dem erster Funktionskörperabschnitt 3 während des Betriebs des elektronischen
Bauelements 100 zu vermindern, weist der erste Funktionskörperabschnitt 3 einen größeren
spezifischen elektrischen Widerstand auf als der zweite Funktionskörperabschnitt 2.
Durch diese Ausgestaltung kann analog zu der obigen Ausführungsform mit der vergrößerten
Dicke, durch den größeren Widerstand, eine Stromdichte und damit die Wärmeentwicklung
im ersten Funktionskörperabschnitt 3, insbesondere in oder an der Kontaktstelle zu
dem Randbereich 7 vermindert werden.
[0064] Der Funktionskörper 1 weist vorzugsweise ein gesintertes, polykristallines Material
auf. Im Falle eines Varistorbauelements handelt es sich bei dem Material vorzugsweise
um Siliziumkarbid, Zinkoxid oder ein anderes Metalloxid, wie Bismutoxid, Chromoxid
oder Manganoxid. Gemäß der hierbeschriebenen Ausgestaltung ist der erster Funktionskörperabschnitt
3 vorzugsweise dadurch hergestellt oder erhalten, dass ein Ausgangsmaterial für den
Funktionskörper 1 beispielsweise derart gesintert wurde oder die Zusammensetzung des
Ausgangsmaterials für den Funktionskörper bereits vor der Sinterung derart gewählt
wurde, dass der erster Funktionskörperabschnitt 3 im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt
2 einen größeren spezifischen elektrischen Widerstand aufweist. Dies kann vorliegend
durch die Rezeptur des Ausgangsmaterials sowie die Sinterbedingungen, insbesondere
die Prozessbedingungen während der Sinterung erreicht werden. Ein Herstellungsverfahren
des Funktionskörpers 1 für das elektronische Bauelement 100 und/oder das elektronische
Bauelement selbst umfasst vorzugsweise das Bereitstellen eines Grünlings oder Grundmaterials
1 für den Funktionskörper 1, das Ausbilden des Funktionskörper 1 unter Nutzung des
Grundmaterials 1 derart, dass der elektrische Widerstand des Funktionskörpers 1 in
dem ersten Funktionskörperabschnitt 3 größer ist als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt
2.
[0065] Wie oben beschrieben, wird dazu die Dicke D1 des ersten Funktionskörperabschnitts
3 größer ausgestaltet als die Dicke D2 des zweiten Funktionskörperabschnitts 2.
[0066] Alternativ oder zusätzlich kann das Grundmaterial 1 zu dem Funktionskörper 1 derart
gesintert werden, dass der spezifische elektrische Widerstand des Funktionskörpers
1 in dem ersten Funktionskörperabschnitt 3 größer ist als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt
2. Dazu kann das Grundmaterial 1 während des Sinterns beispielsweise einem Temperaturgradienten
ausgesetzt werden, ohne dass dem Grundmaterial 1 während des Sinterns weiteres Material
zugesetzt wird. Die Eigenschaften des Funktionskörpers 1 bezüglich des spezifischen
elektrischen Widerstands bilden sich stattdessen vorzugsweise allein durch die Rezeptur
oder Zusammensetzung beispielsweise aufgrund von Migrations- und/oder Diffusionsprozessen
von originär im Grundmaterial 1 enthaltenen Materialbestandteilen aus.
[0067] Die Zusammensetzung kann gemäß dieser Ausgestaltung beispielsweise Materialien umfassen,
welche während des Sinterns durch den beschriebenen Temperaturgradienten vorzugsweise
in den ersten Funktionskörperabschnitt 3 migrieren, diffundieren oder sich dort anreichern.
[0068] Alternativ oder zusätzlich können bestimmte Ursprungsmaterialien des Grundmaterials
1 durch ein Ausdampfen aus dem Grundmaterial 1 oder Abdampfen von einer Oberfläche
des Grundmaterials 1 der Stöchiometrie des Grundmaterials 1 entzogen werden, um so
im Funktionskörper 1 im Gegensatz zum Grundkörper eine inhomogenere Materialzusammensetzung
hervorzurufen.
[0069] Die beschriebenen Effekte oder Vorgänge können zweckmäßigerweise dazu führen, dass
Kristallkörner beziehungsweise deren Korngrößen in dem ersten Funktionskörperabschnitt
3 des Funktionskörpers 1 kleiner sind oder ausgebildet werden als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt
2 und somit der spezifische elektrische Widerstand in dem ersten Funktionskörperabschnitt
3 im Gegensatz zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt 2 vergrößert wird.
[0070] Alternativ kann das Grundmaterial 1 vor dem Sintern mit einem Dotierstoff versehen
werden, welcher beispielsweise während des Sinterns in das Grundmaterial 1 diffundiert,
um den ersten Funktionskörperabschnitt 3 zu bilden. Der Dotierstoff kann beispielsweise
Yttriumoxid, insbesondere Y
2O
3, oder andere Metalle der Seltenen Erden oder deren Oxide umfassen oder daraus bestehen.
Der Dotierstoff oder das Zusatzmaterial wird vorzugsweise auf das Grundmaterial aufgetragen
oder das Grundmaterial wird vor dem Sintern in den Dotierstoff oder beispielsweise
eine diesen enthaltene Lösung oder Verbindung getaucht.
[0071] Die Ausgestaltungen der Figuren 2 und 3 können beispielsweise mittels des beschriebenen
Herstellungsverfahrens erfindungsgemäß auch dahingehend kombiniert werden, dass sowohl
eine größere Dicke des erster Funktionskörperabschnitts 3 im Vergleich zu dem zweiten
Funktionskörperabschnitt, als auch eine veränderte Materialrezeptur oder Zusammensetzung
vorliegen, wodurch sich die beschriebenen Effekte zur Reduktion oder Verminderung
der elektrischen Stromdichte/Wärmeentwicklung im ersten Funktionskörperabschnitt 3
addieren oder verstärken.
[0072] Figur 4 zeigt eine beispielhafte Spannungs-Stromkennlinie eines erfindungsgemäßen
elektronischen Bauelements (gestrichelte Linie) sowie eine beispielhafte Spannungs-Stromkennlinie
eines konventionellen entsprechenden elektronischen Bauelements (durchgezogene Linie).
Speziell ist die elektrische Feldstärke als Funktion der elektrischen Stromdichte
in logarithmischen Skalen aufgetragen. Die
[0073] Kennlinien beschreiben vorzugsweise einen Arbeitsbereich der betreffenden Bauelemente
(vgl. insbesondere den Bereich oberhalb von 10 A/mm
2).
[0074] Die gestrichelte Spannungs-Stromkennlinie beschreibt insbesondere das elektrische
Verhalten eines erfindungsgemäßen Varistorbauelements, bei dem die Dicke des oben
genannten ersten Funktionskörperabschnitts 3 (vgl. beispielsweise Figur 2) gegenüber
dem zweiten Funktionskörperabschnitt um 10% vergrößert ist. Das konventionelle Varistorbauelement
ist hier vorzugsweise bis auf die beschriebene größere Dicke identisch oder ähnlich
zu dem erfindungsgemäßen Bauelement ausgebildet.
[0075] Es ist beispielsweise in Figur 4 zu erkennen, dass bei einer gegebenen elektrischen
Feldstärke die elektrische Stromdichte des erfindungsgemäßen Bauteils in Anbetracht
der logarithmischen Skala auf der X-Achse zumindest im mittleren, flach verlaufenden
Kennlinienbereich deutlich kleiner ist als bei dem konventionellen Varistorbauelement.
[0076] Die Figuren 5A bis 5D zeigen Simulationsergebnisse des Betriebs von erfindungsgemäßen
Varistorbauelementen sowie konventionellen Varistorbauelementen gemäß der/den Kennlinie(n)
aus Figur 4. Die Simulationen betreffen vorzugsweise "Finite-Elemente (FEM) -Simulationen.
Insbesondere wurde die elektrische Stromdichte sowie die Temperatur der Bauelemente
beziehungsweise die Temperaturverteilung in den Bauelementen jeweils unter einer elektrischen
Belastung mit einem Standardtestpuls der Pulsform 8/20 (µs) mit einer Stromstärke
von 30 Ampere bei 25° C simuliert.
[0077] Die Figuren 5A bis 5D beschreiben jeweils vier verschiedene Geometrien oder Teilfiguren
von Scheibenvaristoren (vgl. Nummerierung (1) bis (4)), wobei zumindest in den Figuren
5A und 5B jeweils etwa die rechte Hälfte oder ein oberes rechtes Viertel einer Schnittansicht
ähnlich oder entsprechend zu den Figuren 2 und 3 dargestellt ist. Die Ergebnisse betreffen
Scheibenvaristoren mit einem Durchmesser von 30 mm und einer Dicke eines entsprechenden
zweiten Funktionskörperabschnitts (vgl. Bezugszeichen 2 oben) von 3 mm. Die vertikalen
gestrichelten Linien in den Figuren 5A bis 5D definieren den oben beschriebenen ersten
Funktionskörperabschnitt der jeweiligen Bauteile und grenzen diesen optisch von dem
zweiten Funktionskörperabschnitt ab. Zumindest die Dicke des ersten Kontakts beträgt
10 µm. In den eingekreisten Bereichen ist jeweils der Randbereich 7 der Kontakte (vgl.
Bezugszeichen 4a oben) zu erkennen.
[0078] Die Nummerierungen (2) bis (4) entsprechen jeweils erfindungsgemäßen Ausgestaltungen,
wohingegen Nummer (1) jeweils die Simulation des konventionellen Bauelements, wie
oben beschrieben, bezeichnet.
[0079] In den Figuren 5A und 5C sind jeweils Ergebnisse für die elektrische Stromdichte
in A/mm
2 gezeigt. Die Figuren 5B und 5D zeigen jeweils Ergebnisse für die Temperatur in °C
(vgl. die entsprechenden Farbskalen im unteren Bereich der jeweiligen Figur).
[0080] In den Teilfiguren (2) ist gemäß der vorliegenden Erfindung jeweils die Dicke (vgl.
D1 in Figur 2) des ersten Funktionskörperabschnitts gegenüber dem zweiten Funktionskörperabschnitt
um 10 % vergrößert (siehe rechter Rand der Teilfiguren (2) der Figuren 5A bis 5D).
[0081] Die Teilfiguren (3) zeigen jeweils entsprechende Simulationsergebnisse für die erfindungsgemäße
Ausgestaltung des Bauteils, in der die Funktionskörperabschnitte zwar gleich dick
sind, der erste Funktionskörperabschnitt aufgrund der Materialzusammensetzung jedoch
einen größeren spezifischen elektrischen Widerstand aufweist als der zweite Funktionskörperabschnitt
(Figur 3 samt Beschreibung).
[0082] In den Teilfiguren (4) sind die Ausgestaltungen der Teilfiguren (2) und (3) kombiniert,
wobei jeweils sowohl eine größere Dicke des ersten Funktionskörperabschnitts als auch
ein durch die Materialzusammensetzung vergrößerter spezifischer elektrischer Widerstand
desselben gezeigt und simuliert ist.
[0083] Es ist zumindest ansatzweise in den Figuren 5A bis 5D zu erkennen, dass die Temperaturen
beziehungsweise auch die elektrischen Stromdichten entsprechend der jeweils unten
gezeigten Farbskalen in den ersten Funktionskörperabschnitten 3 ungleichmäßiger verteilt
sind als in den zweiten Funktionskörperabschnitten 2. Dies ist in den Figuren 5C und
5D durch die vergrößerte Darstellung im Gegensatz zu den Figuren 5A und 5B verdeutlicht.
[0084] Insbesondere an den Randbereichen 7 der Kontakte beziehungsweise den Kontaktstellen
der genannten Randbereiche 7 an oder zu den Funktionskörpern beziehungsweise ersten
Funktionskörperabschnitten (vgl. eingekreiste Bereiche) ist sowohl die Temperatur
als auch die elektrische Stromdichte punktuell wesentlich höher als im entsprechenden
übrigen Funktionskörper.
[0085] Unter den oben genannten Bedingungen kann die Temperatur des Varistorbauelements,
welche als Reaktion auf den beschriebenen Testpuls in dem ersten Funktionskörperabschnitt,
insbesondere in der Nähe des Randbereichs 7 des Kontakts, entsteht, erfindungsgemäß
um bis zu 750°C reduziert werden. Entsprechende Ergebnisse der elektrischen Stromdichten
am Pulsmaximum des Testpulses sowie der maximalen Temperatur am Pulsende anhand von
Zahlenwerten sind in der Tabelle von Figur 5 für alle Teilfiguren (1) bis (4) gezeigt.
Weiterhin ist die elektrische Spannung des Varistors gezeigt. Während sich die Spannungswerte
für alle simulierten Situationen (Teilfiguren) nur leicht unterscheiden, sind beispielsweise
Temperatur als auch elektrische Stromdichte für die Teilfiguren (4), das heißt für
die Kombination der erfindungsgemäßen Ausgestaltungen aus Figur 2 und 3 im Gegensatz
zu den Teilfiguren (1) deutlich reduziert (vgl. ebenfalls die Zahlenwerte rechts in
Figur 6D).
[0086] Die Erfindung ist nicht durch die Beschreibung anhand der Ausführungsbeispiele beschränkt.
Vielmehr umfasst die Erfindung jedes neue Merkmal sowie jede Kombination von Merkmalen
was insbesondere jede Kombination von Merkmalen in den Patentansprüchen beinhaltet,
auch wenn dieses Merkmal oder diese Kombination selbst nicht explizit in den Patentansprüchen
oder Ausführungsbeispielen angegeben ist.
Bezugszeichenliste
[0087]
- 1
- Funktionskörper / Grundmaterial
- 2
- Zweiter Funktionskörperabschnitt
- 3
- Erster Funktionskörperabschnitt / Abschnitt des Grundmaterials
- 4a
- Erster Kontakt
- 4b
- Zweiter Oberseite
- 5
- Erste Oberfläche
- 6
- Zweite Oberfläche
- 7
- Randbereich
- 8
- Zentralbereich
- 9
- Kontaktfreier Bereich
- 100
- Elektronisches Bauelement
- D1, D2
- Dicke
- R1, R2
- Radiale Ausdehnung
1. Elektronisches Bauelement (100) mit einem Funktionskörper (1) und einem Kontakt (4a),
welcher elektrisch an eine erste Oberfläche (5) des Funktionskörpers (1) angebunden
ist, wobei der Kontakt (4a) einen Randbereich (7) und einen Zentralbereich (8) aufweist,
und wobei der Funktionskörper (1) derart ausgebildet ist, dass der elektrische Widerstand
des Funktionskörpers (1) zwischen der ersten Oberfläche (5) und einer von der ersten
Oberfläche (5) abgewandten zweiten Oberfläche (6) des Funktionskörpers (1) in einem
ersten Funktionskörperabschnitt (3), der in Aufsicht auf das elektronische Bauelement
(100) betrachtet mit dem Randbereich (7) überlappt, größer ist als in einem zweiten
Funktionskörperabschnitt (2), der in Aufsicht auf das elektronische Bauelement (100)
betrachtet mit dem Zentralbereich (8) des Kontakts (4a) überlappt, dadurch gekennzeichnet, dass der Funktionskörper (1) derart ausgebildet ist, dass der erste Funktionskörperabschnitt
(3) im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitts (2) einen größeren spezifischen
elektrischen Widerstand aufweist.
2. Elektronisches Bauelement (100) nach Anspruch 1, wobei der erste Funktionskörperabschnitt
(3) den zweiten Funktionskörperabschnitt (2) in Aufsicht auf das elektronische Bauelement
(100) betrachtet zumindest teilweise umläuft.
3. Elektronisches Bauelement (100) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Flächeninhalt des
zweiten Funktionskörperabschnitts (2) in Aufsicht auf das elektronische Bauelement
(100) betrachtet größer ist als der Flächeninhalt des ersten Funktionskörperabschnitts
(3).
4. Elektronisches Bauelement (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der
Funktionskörper (1) in dem ersten Funktionskörperabschnitt (3) einen kontaktfreien
Bereich (9) aufweist, in dem der Kontakt (4a) nicht elektrisch an den Funktionskörper
(1) angebunden ist.
5. Elektronisches Bauelement (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Dicke (D1) des Funktionskörpers (1) in dem ersten Funktionskörperabschnitt (3) größer
ist als die Dicke (D2) des Funktionskörpers (1) in dem zweiten Funktionskörperabschnitt
(2).
6. Elektronisches Bauelement (100) nach Anspruch 5, wobei die Dicke (D1) des Funktionskörpers
(1) in dem ersten Funktionskörperabschnitt (3) 5 % bis 15 % größer ist als die Dicke
(D2) des Funktionskörpers (1) in dem zweiten Funktionskörperabschnitt (2).
7. Elektronisches Bauelement (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Kontakt
ein erster Kontakt (4a) ist, wobei das elektronische Bauelement (100) einen zweiten
Kontakt (4b) aufweist, welcher elektrisch an die zweite Oberfläche (6) des Funktionskörpers
(1) angebunden ist, und wobei der Funktionskörper (1) derart ausgebildet ist, dass
die Stromdichteverteilung bei einem Stromfluss im Funktionskörper (1) zwischen den
Kontakten (4a, 4b) in dem ersten und dem zweiten Funktionskörperabschnitt (3, 2) homogenisiert
ist.
8. Elektronisches Bauelement (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, welches ein Varistorbauelement,
beispielsweise ein Scheiben- oder Blockvaristor, ist.
9. Elektronisches Bauelement (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Funktionskörper
(1) polykristallin ist.
10. Verfahren zur Herstellung eines Funktionskörpers (1) für ein elektronisches Bauelements
(100) umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen eines Grundmaterials für den Funktionskörper (1) für das elektronische
Bauelement (100),
- Ausbilden des Funktionskörpers (1) unter Nutzung des Grundmaterials derart, dass
der elektrische Widerstand des Funktionskörpers (1), zwischen zwei gegenüberliegenden
Oberflächen (5, 6) gemessen, in einem ersten Funktionskörperabschnitt (3) größer ist
als in einem zweiten Funktionskörperabschnitt (2), dadurch gekennzeichnet, dass das Grundmaterial zu dem Funktionskörper (1) gesintert wird, derart, dass der spezifische
elektrische Widerstand des Funktionskörpers (1) in dem ersten Funktionskörperabschnitt
(3) größer ist als in dem zweiten Funktionskörperabschnitt (2).
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Grundmaterial eine homogenere Materialzusammensetzung
aufweist als der Funktionskörper (1).
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, wobei das Grundmaterial in dem ersten Funktionskörperabschnitt
(3) im Vergleich zu dem zweiten Funktionskörperabschnitt (2) mit einer größeren Dicke
ausgebildet wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei die Materialzusammensetzung des
Grundmaterials in einem ersten Abschnitt (3) desselben während des Sinterns verändert
wird, um den ersten Funktionskörperabschnitt (3) zu bilden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei das Grundmaterial während des
Sinterns einem Temperaturgradienten ausgesetzt wird, und wobei das Grundmaterial während
des Sinterns nicht mit Materialzusätzen versehen wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, wobei das Grundmaterial vor dem Sintern
mit einem Dotierstoff versehen wird, welcher während des Sinterns in das Grundmaterial
diffundiert, um den ersten Funktionskörperabschnitt (3) zu bilden.
1. Electronic device (100) with a functional body (1) and a contact (4a), which is electrically
connected to a first surface (5) of the functional body (1), the contact (4a) having
a peripheral zone (7) and a central zone (8), and the functional body (1) being configured
in such a way that the electrical resistance of the functional body (1) between the
first surface (5) and a second surface (6) of the functional body (1) remote from
the first surface (5) is greater in a first functional body portion (3), which, when
viewed in plan view onto the electronic device (100), overlaps with the peripheral
zone (7), than in a second functional body portion (2), which, when viewed in plan
view onto the electronic device (100), overlaps with the central zone (8) of the contact
(4a), characterized in that the functional body (1) is configured in such a way that the first functional body
portion (3) has a greater resistivity compared with the second functional body portion
(2).
2. Electronic device (100) according to Claim 1, wherein the first functional body portion
(3) surrounds the second functional body portion (2) at least in part when viewed
in plan view onto the electronic device (100).
3. Electronic device (100) according to Claim 1 or 2, wherein the area of the second
functional body portion (2), when viewed in plan view onto the electronic device (100),
is greater than the area of the first functional body portion (3).
4. Electronic device (100) according to one of the preceding claims, wherein the functional
body (1) has a contact-free zone (9) in the first functional body portion (3), in
which zone the contact (4a) is not connected electrically to the functional body (1).
5. Electronic device (100) according to one of the preceding claims, wherein the thickness
(D1) of the functional body (1) is greater in the first functional body portion (3)
than the thickness (D2) of the functional body (1) in the second functional body portion
(2).
6. Electronic device (100) according to Claim 5, wherein the thickness (D1) of the functional
body (1) is 5 % to 15 % greater in the first functional body portion (3) than the
thickness (D2) of the functional body (1) in the second functional body portion (2).
7. Electronic device (100) according to one of the preceding claims, wherein the contact
is a first contact (4a), wherein the electronic device (100) has a second contact
(4b), which is electrically connected to the second surface (6) of the functional
body (1), and wherein the functional body (1) is configured in such a way that the
current density distribution is homogenized in the first and second functional body
portions (3, 2), when current flows in the functional body (1) between the contacts
(4a, 4b).
8. Electronic device (100) according to one of the preceding claims, which is a varistor
device, for example a disc varistor or block varistor.
9. Electronic device (100) according to one of the preceding claims, wherein the functional
body (1) is polycrystalline.
10. Method for producing a functional body (1) for an electronic device (100), comprising
the following steps:
- providing a base material for the functional body (1) for the electronic device
(100),
- forming the functional body (1) using the base material in such a way that the electrical
resistance of the functional body (1), measured between two opposing surfaces (5,
6), is greater in a first functional body portion (3) than in a second functional
body portion (2), characterized in that the base material is sintered to yield the functional body (1), in such a way that
the resistivity of the functional body (1) is greater in the first functional body
portion (3) than in the second functional body portion (2).
11. Method according to claim 10, wherein the base material has a more uniform material
composition than the functional body (1).
12. Method according to claim 10 or 11, wherein the base material is formed with a greater
thickness in the first functional body portion (3) in comparison with the second functional
body portion (2).
13. Method according to one of claims 10 to 12, wherein the material composition of the
base material is modified in a first portion (3) thereof during sintering in order
to form the first functional body portion (3).
14. Method according to one of claims 10 to 13, wherein the base material is exposed to
a temperature gradient during sintering and wherein the base material is not provided
with material additives during sintering.
15. Method according to one of claims 10 to 14, wherein the base material is provided
with a dopant prior to sintering, which dopant diffuses into the base material during
sintering in order to form the first functional body portion (3).
1. Module électronique (100) présentant un corps fonctionnel (1) et un contact (4a),
qui est relié électriquement à une première surface (5) du corps fonctionnel (1),
le contact (4a) présentant une zone de bord (7) et une zone centrale (8) et le corps
fonctionnel (1) étant conçu de manière telle que la résistance électrique du corps
fonctionnel (1) entre la première surface (5) et une deuxième surface (6), opposée
à la première surface (5), du corps fonctionnel (1), dans une première section (3)
du corps fonctionnel qui, en vue du dessus sur le module électronique, (100) recouvre
la zone de bord (7), est supérieure à celle dans une deuxième section (2) du corps
fonctionnel qui, en vue du dessus sur le module électronique (100), chevauche la zone
centrale (8) du contact (4a), caractérisé en ce que le corps fonctionnel (1) est conçu de manière telle que la première section (3) du
corps fonctionnel présente une résistance électrique spécifique supérieure à celle
de la deuxième section (2) du corps fonctionnel.
2. Module électronique (100) selon la revendication 1, la première section (3) du corps
fonctionnel, en vue du dessus sur le module électronique (100), entourant au moins
partiellement la deuxième section (2) du corps fonctionnel.
3. Module électronique (100) selon la revendication 1 ou 2, la superficie de la deuxième
section (2) du corps fonctionnel, en vue du dessus sur le module électronique (100),
étant supérieure à la superficie de la première section (3) du corps fonctionnel.
4. Module électronique (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, le
corps fonctionnel (1) présentant, dans la première section (3) du corps fonctionnel,
une zone sans contact (9) dans laquelle le contact (4a) n'est pas relié électriquement
au corps fonctionnel (1).
5. Module électronique (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, l'épaisseur
(D1) du corps fonctionnel (1) dans la première section (3) du corps fonctionnel étant
supérieure à l'épaisseur (D2) du corps fonctionnel (1) dans la deuxième section (2)
du corps fonctionnel.
6. Module électronique (100) selon la revendication 5, l'épaisseur (D1) du corps fonctionnel
(1) dans la première section (3) du corps fonctionnel étant supérieure de 5% à 15%
à l'épaisseur (D2) du corps fonctionnel (1) dans la deuxième section (2) du corps
fonctionnel.
7. Module électronique (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, le
contact étant un premier contact (4a), le module électronique (100) présentant un
deuxième contact (4b) qui est relié électriquement à la deuxième surface (6) du corps
fonctionnel (1) et le corps fonctionnel (1) étant conçu de manière telle que la distribution
de la densité de courant, dans le cas d'un courant dans le corps fonctionnel (1) entre
les contacts (4a, 4b), est homogénéisée dans la première et dans la deuxième section
(3, 2) du corps fonctionnel.
8. Module électronique (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, qui
est un module de varistance, par exemple une varistance disque ou une varistance bloc.
9. Module électronique (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, le
corps fonctionnel (1) étant polycristallin.
10. Procédé pour la fabrication d'un corps fonctionnel (1) pour un module électronique
(100) comprenant les étapes suivantes :
- mise à disposition d'un matériau de base pour le corps fonctionnel (1) pour le module
électronique (100),
- formation du corps fonctionnel (1) avec utilisation du matériau de base de manière
telle que la résistance électrique du corps fonctionnel (1), mesurée entre deux surfaces
(5, 6) opposées, dans une première section (3) du corps fonctionnel est supérieure
à celle dans une deuxième section (2) du corps fonctionnel,
caractérisé en ce que le matériau de base est fritté en corps fonctionnel (1) de manière telle que la résistance
électrique spécifique du corps fonctionnel (1) dans la première section (3) du corps
fonctionnel est supérieure à celle dans la deuxième section (2) du corps fonctionnel.
11. Procédé selon la revendication 10, le matériau de base présentant une composition
homogène de matière en tant que corps fonctionnel (1).
12. Procédé selon la revendication 10 ou 11, le matériau de base dans la première section
(3) du corps fonctionnel étant formé avec une épaisseur plus grande par rapport à
celle de la deuxième section (2) du corps fonctionnel.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 10 à 12, la composition de matière
du matériau de base dans une première section (3) de celui-ci étant modifiée pendant
le frittage pour former la première section (3) du corps fonctionnel.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 10 à 13, le matériau de base étant
soumis, pendant le frittage, à un gradient de température et le matériau de base n'étant
pas pourvu d'additifs de matière pendant le frittage.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 10 à 14, le matériau de base étant
pourvu, avant le frittage, d'une substance de dopage qui diffuse dans le matériau
de base pendant le frittage pour former la première section (3) du corps fonctionnel.