[0001] Stanzvorrichtungen zur Herstellung von z.B. Etiketten weisen einen Stanzzylinder
auf, der mit Laufringen oder -flächen auf den Laufringen oder -flächen eines Gegendruckzylinders
abrollt. Zwischen dem Stanzzylinder und dem Gegendruckzylinder ist ein Spalt für eine
zu stanzende Materialbahn ausgebildet. Über eine Verstellvorrichtung kann der Spalt
verstellt werden, wodurch sich die Stanztiefe ändert, um beispielsweise einen Verschleiß
des Stanzbleches zu kompensieren. Ebenfalls kann hierüber eine Änderung der Dicke
einer zu stanzenden Materialbahn ausgeglichen werden. Als Stanzzylinder kommen beispielsweise
Magnetzylinder mit Stanzblech, aus dem Vollen hergestellte, insbesondere gefräste
Stanzzylinder und/oder mit einem Sleeve versehene Zylinder in Frage.
[0002] In der
DE 4401300 A1 ist in allgemeiner Weise beschrieben worden, dass über eine Steuer- und Regeleinheit
der Druck zwischen einem Laufring eines Gegendruckzylinders und dem Laufring eines
Stanzzylinders eingestellt werden kann. Durch Variation des Lagerspiels der Laufringe
kann somit automatisch das Spaltmaß, d.h. die lichte Weite zwischen Stanzzylinder
und Gegendruckzylinder verändert werden. Welche Art von Steuer- oder Regelung zum
Tragen kommen soll, ist nicht weiter offenbart. Auf dem Markt selbst sind lediglich
Systeme vorhanden, die das Spaltmaß steuern, beispielsweise indem Sensoren den Abstand
zwischen Stanz- und Gegendruckzylinder messen und auf ein vorgegebenes Maß einstellen.
[0003] Bei Temperaturänderungen oder auch Verschleiß der Stanzkanten kann sich das Stanzergebnis
gravierend ändern. Beispielsweise bleiben bei einer verstärkten Abnutzung der Stanzbleche
bzw. Stanzkanten zunehmend Etiketten in der Gitterbahn, die durch Trennung der gestanzten
Materialbahn in Gitterbahn und mit Etiketten versehener Trägerbahn entsteht, hängen.
Mittels der bekannten Steuerungen muss dann durch das Bedienpersonal der Spalt zwischen
Gegendruckzylinder und Stanzzylinder verringert werden, um das Spaltmaß zu reduzieren.
Hierfür ist eine ausreichend große Erfahrung der Bedienperson notwendig, da eine zu
starke Reduzierung des Spaltmaßes zu einem An- oder sogar Durchstanzen der Trägerbahn
führen kann. Die Etiketten lassen sich dann nicht mehr richtig ablösen, so dass deren
Weiterverarbeitung nicht mehr möglich ist. Beispielsweise kann die Trägerbahn beim
Spenden der Etiketten reißen.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Anpassung des Spaltmaßes einer Stanzvorrichtung
zu verbessern und insbesondere zu automatisieren.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1, durch eine Steueranlage
gemäß Anspruch 10 sowie durch eine Stanzvorrichtung gemäß Anspruch 18. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind den hierauf rückbezogenen Unteransprüchen sowie
der nachfolgenden Beschreibung zu entnehmen.
[0006] Erfindungsgemäß erfolgt eine automatisierte Einstellung eines Spaltmaßes des Spalts
zwischen dem Stanzzylinder und dem Gegendruckzylinder einer Stanzvorrichtung durch
eine Regelung, die Daten der Gitter- und/oder Trägerbahn verwendet. Hierzu ist eine
mit einer Auswerteeinheit versehene Steueranlage mit einer Sensorvorrichtung mit zumindest
einem Sensor versehen, der die Gitter- und/oder Trägerbahn betreffenden Daten aufnimmt,
über die mittels der Auswerteeinheit auf das Vorhandensein eines Etikett in der Gitterbahn,
eines fehlenden Etiketts auf der Trägerbahn und/oder das Vorhandensein eines Gitterteils
auf der Trägerbahn geschlossen wird, und wobei bei einer Abweichung von einem Sollzustand
von Gitter- und/oder Trägerbahn mittels einer Verstellvorrichtung automatisiert das
Spaltmaß der Stanzvorrichtung angepasst wird. Hierdurch ändert und insbeondere verringert
sich die Stanztiefe und das Stanzergebnis verbessert sich.
[0007] Je nach verwendetem Sensor und vorgegebenem oder erlerntem Sollzustand kann die Auswerteeinheit
gemäß einer erfindungsgemäßen Weiterbildung auch das nur teilweise Vorhandensein von
einem Etikett in der Gitterbahn und/oder das nur teilweise Fehlen von Etiketten auf
der Trägerbahn erkennen. Die Gitterbahn umfasst das von der Trägerbahn mittels der
Abgittervorrichtung abgehobene Gitter.
[0008] Die Trennung der mittels der Stanzvorrichtung gestanzten Materialbahn erfolgt hierbei
insbesondere im Bereich einer Abgittervorrichtung, die vorzugsweise mit einer Abgitterwalze
versehen ist, wobei im Sollzustand nach der Abgittervorrichtung in der Gitterbahn
in der Regel keine Etiketten und auf der Trägerbahn die gestanzten Etiketten vorhanden
sind sowie das Gitter vollständig abgelöst ist.
[0009] Der Sollzustand kann allerdings auch gezielt in der Gitterbahn vorhandene Etiketten,
vorzugsweise seitlich neben den Ausnehmungen der gestanzten Etiketten aufweisen, die
im Falle ihres Fehlens ein Indiz dafür sind, dass mit zu großem Druck gearbeitet wird.
In der Regel handelt es sich bei der Gitterbahn im Sollzustand jedoch um ein etikettenloses
Gitter, das lediglich die Umrandung der auf der Trägerbahn verbliebenen Etiketten
darstellt. Sofern im Gitter ein oder mehrere Etiketten hängen bleiben und/oder auf
der Trägerbahn ein oder mehrere Gitterteile verbleiben und somit der Sollzustand nicht
mehr vorliegt, kann über die Steueranlage und ggf. eine Schnittstelle die Verstellvorrichtung
angesteuert und mithin das Spaltmaß der Stanzvorrichtung angepasst werden. Die Steueranlage
ist somit nicht nur zur Steuerung des Spaltmaßes sondern insbesondere zur Regelung
des Spaltmaßes vor dem Hintergrund der Zustandsdaten der Gitter- und Trägerbahn ausgebildet.
[0010] Die Trennung der Materialbahn kann mittels einer Abgittervorrichtung erfolgen, die
eine Abgitterwalze aufweist. Alternativ können gleichwirkende Vorrichtungen verwendet
werden, die insbesondere im Bereich der Stanzvorrichtung, d.h. vorzugsweise im Bereich
räumlicher Nähe zum Stanz- und Gegendruckzylinder angeordnet sind.
[0011] Die Steueranlage und insbesondere die Auswerteeinheit ist eine mit EDV-Mitteln versehene
Einheit, wobei die Steueranlage bevorzugt einen oder mehrere Ausgänge zum Anschließen
von einem oder mehreren Sensoren aufweist. Alternativ können die Sensoren auch fest
mit der Auswerteeinheit oder der Steueranlage verdrahtet sein. Bevorzugt handelt es
sich um eine mit einem beschreibbaren Speicher versehene Anlage, welches im Laufe
der Zeit über übliche Schnittstellen wie USB, WLAN oder andere standardisierte Schnittstellen
update- und/oder upgradefähig ist.
[0012] Die Auswerteeinheit ist bevorzugt mit einem Anschluss für eine Anzeigeeinheit oder
unmittelbar mit einer Anzeigeeinheit versehen, auf der der jeweilige Betriebszustand
angezeigt werden kann.
[0013] Alternativ oder ergänzend zu der Regelung der Verstellung des Spaltmaßes kann eine/die
Steueranlage der Stanzvorrichtung dazu ausgebildet sein, eine Kennung des Stanzwerkzeugs,
also eines Stanzblechs oder Stanzzylinders zu verarbeiten und hierauf basierend dem
Benutzer einen Mehrwert anbieten. Ein solcher kann beispielsweise darin liegen, zum
Ende der Lebensdauer des Stanzbleches oder Stanzzylinders automatisiert ein neues,
identisches Stanzblech/einen Stanzzylinder zu bestellen. Alternativ oder ergänzend
kann in Abhängigkeit von der Kennung beispielsweise eine Maschinenvoreinstellung erfolgen,
z.B. ein passendes Spaltmaß eingestellt werden oder ein gewünschter Sollzustand für
eine Überwachung des Abgittervorgangs angenommen werden. Die Steueranlage kann mit
einem Sensor oder einer Schnittstelle für einen Sensor versehen sein, so dass Stanzwerkzeuginformationen
wie Materialtypen, Informationen über das Stanzmuster, die Art der auszustanzenden
Etiketten und andere relevante Informationen wie Herstellungsdatum, Hersteller usw.
eingelesen oder über einen Mustervergleich aus einer Datenbank, die im Inter- oder
Intranet vorhanden sein kann, geladen werden und im System hinterlegt werden können.
Über eine solche Serverabfrage können bevorzugt auch Nachverfolgungen eines auf verschiedenen
Maschinen eingesetzten Stanzwerkzeuges ermöglicht werden, um die Lebensdauer des Werkzeugs
genau abschätzen zu können.
[0014] Die Stanzblech- oder -zylinderinformationen können über eine Kennung auf dem Stanzblech
hinterlegt oder sogar beispielsweise über eingebrachte RFID-Tags gespeichert sein.
Es ergibt sich somit erfindungsgemäß ein komfortables Werkzeugmanagement. Der Sensor
für das Einlesen der auf dem Stanzblech angebrachten Kodierung oder Informationen
kann manuell zu führen sein, beispielsweise nach Art eines handgehaltenen Barcode-Scanners
oder im Bereich des Stanzzylinders angeordnet sein, um die auf dem Stanzblech/Stanzzylinder
vorhandenen Information dann auszulesen, wenn das Stanzwerkzeug gerade installiert
wurde.
[0015] Auf dem Stanzblech oder Stanzzylinder können Kennungen beispielsweise durch eine
Ätzung, durch eine Gravur oder durch Aufdrucke bzw. aufgeklebte Etiketten mit Barcodes,
2D-Codes (QR-Codes) oder auch über insbesondere beschreibbare RFID-Tags hinterlegt
werden. Als Kennung kommen insbesondere Seriennummern in Frage, die in der Steueranlage
hinterlegten Informationen zugeordnet werden können oder deren zugehörige Informationen
von einem Server herunterladbar sind.
[0016] Erfindungsgemäß kann für eine Stanzvorrichtung, bei der das Spaltmaß automatisiert
regelbar ist, anstelle einer direkten Anbindung der Steueranlage an die Verstellvorrichtung
die Steueranlage auch lediglich eine Schnittstelle für eine Ansteuerung der Stanzmaschine
bzw. der Verstellvorrichtung von einer entfernten Position bereitstellen. So kann
insbesondere für Kunden mit hohen Qualitätsanforderungen wie im Bereich Pharma, Automotive
oder Food eine Protokollierung- und Fehlerauswertung vorgenommen werden, die zentral
einem Qualitätsmanagement zugrunde gelegt werden kann. Ebenfalls kann die erfindungsgemäße
Steueranlage für verschiedene, über die Schnittstelle ansteuerbare Verstellvorrichtungen
und somit Stanzvorrichtungen verwendet werden.
[0017] Eine Nachstellung des Spaltmaßes kann sowohl mit Hilfe von Daten der Trägerbahn wie
auch der Gitterbahn vorgenommen werden. Sofern nachfolgend vermehrt auf die Betrachtung
der Gitterbahn abgestellt wird, ist in der Regel eine analoge Betrachtung der Trägerbahn
möglich. Insofern wird davon ausgegangen, dass wenn die Sensoren Daten über den Zustand
der Gitterbahn aufnehmen, alternativ auch Daten der Trägerbahn verwendet werden können.
Die Gitterbahn bietet bei der Verwendung von Tiefeninformation berücksichtigenden
Sensoren Vorteile aufgrund der großen Unterschiede zwischen den ausgestanzten und
nicht ausgestanzten Bereichen. Die Trägerbahn kann z.B. bei bedruckten Etiketten Vorteile
aufgrund stärkerer Kontraste zwischen Etiketten und unterliegender Trägerbahn bieten.
[0018] Der Soll-Zustand, der zur Bestimmung einer Abweichung eines Ist-Zustands zu Grunde
gelegt wird, kann beispielsweise wie vorbeschrieben vorgegeben oder vorgebbar sein.
Hierbei kann der Sollzustand hinsichtlich der Anzahl und/oder Position der in der
Gitterbahn vorhandenen oder in der Trägerbahn fehlenden Etiketten oder der Form des
Gitters der Gitterbahn definiert sein oder werden. Dies ist insbesondere von Vorteil
für Varianten, bei denen über Ablesen oder Eingabe von Stanzwerkzeuginformationen
oder -kennungen das Muster der ausgestanzten Etiketten bestimmt werden kann. So kann
beispielsweise in Abhängigkeit von einem auf dem Stanzblech vorhandenen QR-Code die
Auswerteeinheit darüber informiert werden, dass beispielsweise nur ein Etikett über
die gesamte Breite der Materialbahn vorhanden ist und dass beispielsweise nur ein
Sensor verwendet werden braucht.
[0019] Um jedoch auch nicht mit Kennungen versehene Stanzbleche und Zylinder verwenden zu
können, ohne dass die Form, Anzahl und Breite sowie Länge der auszustanzenden Etiketten
pro Stanzzylinderumlauf separat eingegeben werden, kann die Steueranlage den Sollzustand
von Gitter- und/oder Trägerbahn in einer Lernphase erlernen. Die Steueranlage ist
somit unabhängig von etwaigen Vorgaben und Eingaben über beispielsweise eine Bedieneinheit
der Steueranlage. Hierbei kann von einer Bedienperson ein manuell und optimal eingestelltes
System zunächst visuell überprüft werden, um dann beispielsweise über die Bedieneinheit
der Steueranlage die Lernphase zu initialisieren. In dieser erlernt das Steuerprogramm
das in diesem eingestellten Soll-Zustand sich ergebende Gitter-oder Trägerbahn-Muster,
indem das sich aus den Sensoren diesbezüglich ergebende Signal ggf. verarbeitet und
abgespeichert wird. Anstelle des abgespeicherten Signals selbst kann natürlich auch
ein Abbild des Signals abgespeichert werden, beispielsweise um die Anzahl der verwendeten
Daten zu reduzieren und weniger Speicherplatz zu benötigen bzw. auch den Vergleich
der Ist- und Soll-Zustände besser vornehmen zu können.
[0020] Vorzugsweise wird ein Soll-Zustand somit für die Lernphase vorgegeben und insbesondere
durch Anpassung des Spaltmaßes durch eine Bedienperson eingestellt, wobei die zugehörigen
Daten von Gitter- und/oder Trägerbahn von der Steueranlage für die Erstellung zumindest
eines Abbilds des Soll-Zustands verwendet werden und nach der Lernphase die Daten
des Sensors oder eines Abbildes derselben für die Feststellung von Abweichungen vom
Soll-Zustand in einem Vergleich mit dem Abbild verwendet werden.
[0021] In dem Soll-Zustand bzw. der Lernphase kann das System je nach Sensor nicht nur auf
das Vorhandensein oder auch Nicht-Vorhandensein von einer oder mehrerer Etiketten
in der Gitterbahn informiert werden, sondern ebenfalls über das Material der Gitterbahn,
über etwaige Bedruckungen und Konturen sowie über den Abstand der Gitterbahn.
[0022] Die Auswerteeinheit kann darüber hinaus zu Kalibrierungszwecken die Daten eines Referenzsensors
der Stanzvorrichtung zur Signalanalyse verwenden, wobei der Referenzsensor als Dreh-
oder Positionsgeber, der an dem Stanzzylinder befestigt ist, als Rollrad auf dem Zylinder,
als Mikroschalter oder anderer eine oder mehrere vollständige oder teilweise Umdrehungen
des Stanzzylinders indizierender Sensor, der ggf. am Rahmen der Vorrichtung befestigt
ist, ausgebildet sein kann. Beispielsweise startet oder stoppt die Signalflanke des
Referenzsensors die Signalaufnahme und triggert die Signalanalyse.
[0023] Die beispielsweise von einem als Lichttaster mit Hintergrundausblendung ausgebildeten
Sensor erhaltenen Signale sind binär (Wert 0 oder 1). Die Signalverläufe werden für
jeden Sensor separat und mit der maximal möglichen Auflösung (nämlich der Schaltfrequenz
des Sensors) aufgenommen. Für den Vergleich zwischen dem Soll-Zustand und dem Ist-Zustand
werden vorzugsweise Signalverläufe während einer Umdrehung des Magnetzylinders bzw.
Stanzzylinders herangezogen. Je nach Geschwindigkeit des Stanzvorgangs können die
Daten bei niedrigeren Bahngeschwindigkeiten dynamisch komprimiert werden, um weniger
Daten verarbeiten zu müssen.
[0024] Anschließend können die Daten normiert werden, um Unterschiede in der Bahngeschwindigkeit
ausgleichen zu können. Hierfür kann eine virtuelle Zeitbasis vor dem Hintergrund des
vom Referenzsensor erhaltenen Signals gebildet werden. Insbesondere im Rahmen einer
Lernphase können so für jeden Sensor separat Datenabbilder als Soll-Zustand definiert
werden, so dass bei normalem Funktionsbetrieb die entsprechend angepassten Daten des
Sensors bzw. dessen Abbildung mit dem Referenzmuster des Soll-Zustands verglichen
werden können. Eine zu große Abweichung vom Referenzmuster wird als Fehler gewertet,
der beispielsweise ein Etikett in der Gitterbahn indiziert. Je nach eingestellten
Qualitätsvorgaben kann dann in Abhängigkeit der Anzahl der Fehler pro Sensor über
eine vorgegebene Zeiteinheit eine Nachstellung vorgenommen werden. Bei besonders strengen
Qualitätsvorgaben kann bereits ein Fehler zu einem automatisierten Nachstellen der
Stanzvorrichtung führen. So kann, wenn ein Etikett im Gitter hängen bleibt, das Spaltmaß
verringert werden.
[0025] Die Anpassung des Spaltmaßes erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit von der Position
eines Fehlers in der Gitterbahn und insbesondere dann auch des Sensors. Insbesondere
sind entsprechend der maximalen Anzahl von nebeneinander der Breite der Materialbahn
angeordneten Etiketten Sensoren angeordnet. Alternativ kann statt einer Mehrzahl von
Sensoren auch ein die Breite der Materialbahn erfassender Sensor, beispielsweise eine
Zeilenkamera, verwendet werden. Die Erkennung der Position eines Fehlers in Richtung
quer zur Materialbahn ermöglicht eine gewichtete Nachstellung des Spaltmaßes und ist
vorteilhaft, um ein ungleichmäßiges Abnutzen des Stanzbleches oder des Stanzzylinders
entlang seiner Längsachse korrigieren zu können.
[0026] Gemäß einer erfindungsgemäßen Weiterbildung wird bei einer Abweichung die Trägerbahn
markiert und/oder eine zugehörige Information elektronisch gespeichert, so dass optisch
und/oder elektronisch Fehler in der mit Etiketten versehenen, vorzugsweise aufgewickelten
Trägerbahn erkennbar sind. Eine solche Indizierung kann beispielsweise über eine farbige
und von der Seite der mit Etiketten versehenen, aufgerollten Trägerbahn erkennbare
Markierung erfolgen. Alternativ oder ergänzend kann an der jeweiligen Position ein
Fähnchen eingeschossen werden und/oder die Trägerbahn von unten markiert werden. Die
Steueranlage, die eine fehlerhafte Abweichung feststellt, kann ein Datenfile erzeugen,
in dem insbesondere mit zusätzlichen Parametern wie z.B. Art des Stanzmusters und/oder
Rollenkennung das Vorhandensein der Abweichung mit einer bestimmten Trägerbahnposition
gespeichert wird.
[0027] Vorzugsweise ist die Sensorvorrichtung mit wenigstens einem Sensor, beispielsweise
einer Zeilenkamera, versehen, der auf die Träger- und/oder die Gitterbahn abgestimmt
wird. Entsprechend können Farbverläufe oder Oberflächenmaterialien des Gitters bei
der Erstellung des Soll-Zustands berücksichtigt werden. Insbesondere die Verwendung
einer Zeilenkamera oder sogar einer 2D- bzw. 3D-Kamera, die die Anordnung des Gitters
im Raum bestimmen kann, ist für eine automatisierte Verstellung des Spaltmaßes der
Stanzvorrichtung vorteilhaft, da die Signalauswertung über die vorzugsweise gesamte
Breite der Materialbahn, in der Etiketten ausgestanzt werden, auf einfache Weise möglich
ist und sogar etwaige Ausfransungen bzw. teilweise hängengebliebene Etiketten erkannt
werden können. Die Vorrichtung kann somit noch genauer nachgestellt werden.
[0028] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausbildung des Verfahrens kann nicht nur ein
zu großes Spaltmaß korrigiert werden, sondern ebenfalls ein zu geringes. Dies kann
beispielsweise dadurch erkannt werden, dass ein mit Stanzkanten geringerer Höhe erzeugbares
Etikett, welches z.B. seitlich in der Materialbahn erzeugt werden kann, doch ausgestanzt
wird. Entsprechend kann in der Auswerteeinheit ein Überwachung der entsprechenden
Materialbahnposition eingerichtet sein und diese spezifische Abweichung nicht zu einer
Verringerung des Spaltmaßes führen. Sofern auf diese oder eine andere Weise ein zu
tiefes Stanzen erkannt wird, kann vielmehr automatisiert oder über eine Bedieneinheit
manuell eine Zustellautomatik aktiviert werden, dergestalt, dass das Spaltmaß automatisch
soweit vergrößert wird, dass Etiketten in der Gitterbahn hängenbleiben und dann anschließend
wieder eine Anpassung des Spaltmaßes automatisch so lange erfolgt, bis keine Etiketten
mehr hängen bleiben.
[0029] Sofern bei der Analyse eine Mehrzahl von nebeneinanderliegenden Sensoren Fehler meldet
und/oder in der Auswerteeinheit mehrere nebeneinanderliegende Abweichungen vom Sollzustand
erkennt, kann die Zustellung des Spaltmaßes gewichtet in Abhängigkeit von der Position
der Fehler erfolgen. Um die Verstellung maschinengenau vornehmen zu können, ist die
Position der Verstellmittel relativ zu der der Position der Fehler zu ermitteln und
in der Auswerteeinheit zu hinterlegen.
[0030] Die eingangs gestellte Aufgabe wird somit ebenfalls durch eine Steueranlage zur automatisierten
Einstellung eines Spaltmaßes eines Spalts zwischen einem Stanzzylinder und einem Gegendruckzylinder
einer Stanzvorrichtung gelöst, wobei die Steueranlage eine Sensorvorrichtung mit zumindest
einem Sensor zur Aufnahme von Daten betreffend eine Gitter- und/oder Trägerbahn umfasst,
wobei die Gitter- und Trägerbahn durch Trennung einer von der Stanzvorrichtung gestanzten
Materialbahn erzeugbar sind, und die Steueranlage weiter eine Auswerteeinheit aufweist,
die dazu ausgebildet ist, dass Vorhandensein einer oder mehrerer Etiketten in der
Gitterbahn, einer oder mehrerer fehlender Etiketten auf der Trägerbahn und/oder das
Vorhandensein von eines oder mehrerer Gitterteile auf der Trägerbahn zu bestimmen
und eine Verstellvorrichtung, mit der das Spaltmaß der Stanzvorrichtung angepasst
werden kann, anzusteuern. Entsprechend kann die Verstellvorrichtung zur Verstellung
des Spaltmaßes zwischen einem Stanzzylinder und Gegendruckzylinder einer Stanzvorrichtung
auch Teil der Steueranlage sein oder die Steueranlage kann über eine Schnittstelle
an eine Stanzvorrichtung angeschlossen werden und deren Verstellvorrichtung ansteuern.
Eine derart zur Regelung des Spaltmaßes vorgesehene Steueranlage kann mit einem 1
D-, 2D-Sensor versehen sein, der insbesondere über Lichtsignale die Gitter- oder Trägerbahnen
auf Anomalien, d.h. hängengebliebene Etiketten überprüft. Als 1 D-Sensor kommt insbesondere
eine Zeilenkamera in Frage, die über die gesamte Breite der Trägerbahn angeordnet
ist. Über einen 2D-Sensor können noch einfacher Stanzmuster und ausgefranste Ränder
berücksichtigt werden, während über einen 3D-Sensor auch noch Tiefeninformationen
und somit ein "Durchblick" durch die Gitterbahn oder ein präziser Aufblick auf die
Trägerbahn ermöglicht wird. Als 3D-Sensoren werden alle Sensoren bezeichnet, die insgesamt
Tiefeninformationen auch in Kombination mit weiteren Sensoren ausgeben können. Hierzu
zählen beispielsweise kapazitive Sensoren zur Detektion der Materialstärke oder Time-of-Flight-Sensoren.
[0031] Bei einem einfachen Sensor, der binäre Werte ausgibt, kann der Sensor beispielsweise
als Lichttaster insbesondere mit Hintergrundausblendung ausgebildet sein. Ein solcher
Sensor kann wie auch eine Mehrzahl von Sensoren mittels einer Haltevorrichtung lösbar
festlegbar sein und insbesondere variabel positionierbar zur Gitterbahn ausgerichtet
werden. Bei einer Mehrzahl von Sensoren kann diese mittels einer Haltevorrichtung
dann insbesondere quer zur Gitter- und/oder Trägerbahn nebeneinander positioniert
und lösbar festgelegt sein. Die Haltevorrichtung kann hierbei beispielsweise als Profilschiene
mit Halteschuhen ausgebildet sein, es kann sich auch um feststellbare Kugelkopfgelenke
an den Sensoren handeln, die auf einer Haltevorrichtung positioniert werden. In der
Auswerteeinheit kann ein Modus vorhanden sein, der zur optimalen Datenerfassung eine
Ansicht aktueller Sensordaten ermöglicht, um eine optimale Ausrichtposition für den
oder die Sensoren zu ermitteln.
[0032] Bei einer Mehrzahl von in der Breite der Materialbahn nebeneinander auszustanzenden
Etiketten kann die Steueranlage mit einem Sensor für jedes Etikett, welches nebeneinander
in der Breite der Materialbahn auszustanzen ist, versehen sein. So wird jedes Etikett
mit mindestens einem Sensor direkt oder indirekt über die Gitterbahn überwacht. Alternativ
kann ein Sensor beispielsweise als Zeilenkamera ausgebildet die gesamte Breite der
Bahn erfassen. Bei einfachen Ausführungsbeispielen können bereits 3 Sensoren (links,
Mitte, rechts) ein ausreichendes Ergebnis gewährleisten.
[0033] In einer Variante mit mehreren Sensoren kann die Bedieneinheit Eingabemittel für
die Position eines jeden Sensors zumindest in Richtung der Breite der Materialbahn
aufweisen und/oder für die Schrittweite der Verstellung des Spaltmaßes besitzen. Auch
für einen Sensor, der die gesamte Breite der Bahn erfasst, kann zwecks genauer Einstellung
des Spaltmaßes vorteilhaft sein, die Position des Sensors bezüglich der Breite zu
erfassen.
[0034] Vorzugsweise ist die Steueranlage mit einer Bedieneinheit versehen, die Stellmittel
zur manuellen Einstellung des Spaltmaßes aufweist, wobei die Bedieneinheit eine Mehrzahl
von Bedienmitteln und Informationsfeldern besitzt, die der Bedienung der Steueranlage
und der Wiedergabe von Informationen insbesondere auf Basis der Daten der Sensorvorrichtung
dienen. Vorzugsweise handelt es sich bei der Bedieneinheit um ein Display mit Touch-Funktion,
welches zur Wiedergabe von Informationen und zum Bedienen einzelner Funktionen einer
in der Steueranlage angelegten Programmes ausgebildet ist
[0035] Erfindungsgemäß ist eine Stanzvorrichtung mit einer Steueranlage wie vor oder nachbeschrieben
ausgebildet.
[0036] Insbesondere weist die Stanzvorrichtung einen Referenzsensor auf, der ein in der
Steueranlage zu verarbeitendes Referenzsignal ausgibt.
[0037] Vorzugsweise umfasst die Stanzvorrichtung einen Stanzzylinder und einen Gegendruckzylinder,
die zwischen sich einen Spalt aufweisen, der über eine Verstellvorrichtung der Stanzvorrichtung
variabel einstellbar ist. Darüber hinaus weist die Stanzvorrichtung eine Abgittervorrichtung
auf, mittels der eine gestanzte Materialbahn in eine Gitter- und eine Trägerbahn trennbar
ist, wobei das Spaltmaß durch ein vor- oder nachbeschriebenes Verfahren einstellbar
ist.
[0038] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung lassen sich der nachfolgenden Figurenbeschreibung
entnehmen. Schematisch dargestellt zeigt:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Stanzvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Detailansicht des Gegenstands nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine weitere Detailansicht des Gegenstands nach Fig. 2 in einer teilweisen Ansicht,
- Fig. 4
- eine weitere Detailansicht des Gegenstands nach Fig. 1,
- Fig. 5
- einen weiteren erfindungsgemäßen Gegenstand in einer Ansicht gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- einen weiteren erfindungsgemäßen Gegenstand in einer Ansicht gemäß Fig. 4.
[0039] Einzelne technische Merkmale der nachbeschriebenen Ausführungsbeispiele können auch
in Kombination mit vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen sowie den Merkmalen der
unabhängigen Ansprüche und etwaiger weiterer Ansprüche zu erfindungsgemäßen Gegenständen
kombiniert werden. Sofern sinnvoll, werden funktional gleichwirkende Elemente mit
identischen Bezugsziffern versehen.
[0040] Ein erfindungsgemäßer Gegenstand gemäß Fig. 1 umfasst eine Stanzvorrichtung, die
einen vorliegend als Magnetzylinder ausgebildeten Stanzzylinder 1 aufweist, auf dem
ein Stanzblech 2 magnetisch gehalten wird. Achsstummel 3 des Magnetzylinders sind
in einem Rahmen 4 gehalten, der gestrichelt dargestellt ist. Laufringe 6 des Magnetzylinders
laufen auf Laufringen 7 eines Gegendruckzylinders 8. Zwischen Stanzzylinder 1 und
Gegendruckzylinder 8 ist ein Spalt vorhanden, dessen Spaltmaß, d.h. der Abstand A
(vgl. Fig. 3) zwischen Stanzzylinder 1 und Gegendruckzylinder mittels einer Einstellvorrichtung
9 einstellbar ist. Die Einstellvorrichtung 9 umfasst einen Schrittmotor 10, der eine
Gewindespindel 11 bewegt. Diese bewegt einen Arm 12 eines Exzenters 13, über den der
Laufring 7 angehoben wird und somit eine Drehachse 14 des Magnetzylinders 1 von einer
Drehachse 15 des Gegendruckzylinders 8 entfernt und mithin den Spalt bzw. des Spaltmaß
A vergrößert. Der Schrittmotor 10 ist in analoger Bauweise nicht nur auf der in der
Fig. 1 linken Seite des Gegendruckzylinders 8 vorhanden, sondern (was nicht dargestellt
ist) auch auf der rechten Seite des Gegendruckzylinders 8. Alternativ zu einem Schrittmotor
kann auch ein beliebiger anderer Antrieb mit einer ausreichend feinen Verstellung
verwendet werden, beispielsweise ein Servomotor. Obgleich die Verstellung des Spaltmaßes
A bzw. des Abstands über die Verstellung des Lagerspiels der Laufringe und des Exzenters
des Gegendruckzylinders 8 erfolgt, ist es denkbar, auch andere Arten der Spaltmaßverstellung
vorzunehmen. Beispielsweise kann der Laufring 7 festgehalten werden und somit über
eine Exzenterverstellung der gesamte Gegendruckzylinder 8 hin und her bewegt werden.
[0041] Zwischen Stanzzylinder 1 und Gegendruckzylinder 8 wird eine Materialbahn geführt,
die mehrlagig ausgebildet ist und ein Trägermaterial besitzt, welches mit einer Silikonschicht
versehen ist, auf der ein Kleber angeordnet ist. Diese Klebeschicht wird von einer
Obermaterialschicht bedeckt, die nach dem Stanzvorgang in Teilen gemeinsam mit dem
Kleber die Etiketten ausbildet. Über eine Abgittervorrichtung, die vorliegend drei
Abgitterwalzen 16 umfasst (Fig. 2), wird die Materialbahn in eine Gitterbahn 17 und
eine mit Etiketten 18 versehene Trägerbahn 19 getrennt. In einem Gehäuse 20 ist eine
Auswerteeinheit einer Steueranlage untergebracht, die weiterhin eine Sensorvorrichtung
21 umfasst (Fig. 4).
[0042] Eine Haltevorrichtung der Sensorvorrichtung 21 umfasst eine Haltestange 22, die mittels
eines Flansches 23 an einem Rahmen oder weiteren Gehäuseteil der Stanzvorrichtung
befestigt werden kann. Über an Sensoren 24 befestigte Halteklammern 26 können die
Sensoren 24 der Sensorvorrichtung 21 optimal zur Gitterbahn 17 ausgerichtet werden.
Die Sensoren 24 sind in diesem Ausführungsbeispiel mit Hintergrundausblendung ausgebildet,
so dass das Vorhandensein eines Fehlers mithin eines Etiketts 27 in der Gitterbahn
sowie das Vorhandensein des Gitters 28 mit 0 oder 1 detektiert wird und ein Zwischenraum
zwischen den Gitterwänden ohne Etikett mit dem dann alternativen Wert (1 oder 0).
Die Lichttaster können auf Infrarotbasis oder auch laserbasiert arbeiten, was durch
Laserstrahlen 29 indiziert wird. Während für ein bereits funktionierendes Setup vorliegend
nur drei Sensoren vorgesehen sind, kann die Anzahl der Sensoren auch erhöht werden.
Vorliegend würde eine Anzahl von fünf nebeneinander in der Breite der Materialbahn,
d.h. quer zur Materialbahn angeordneten Sensoren bereits in der Lage sein, alle fünf
nebeneinander auszustanzenden Etiketten bzw. das Fehlen derselben in dem Gitter 28
detektieren. Mit Hilfe eines Referenzgebers 30 wird über einen nicht näher dargestellten
Referenzsensor eine Umdrehung des Stanzzylinders 1 detektiert.
[0043] Als Zeitskala für die Auswertung wird somit die Zeit zwischen zwei Referenzimpulsen
vom Referenzsensor verwendet, sofern beispielsweise über einen Drehgeber am Magnetzylinder
nicht weitere Informationen über die Umdrehung und die Geschwindigkeit der Umdrehung
des Stanzzylinders 1 aufgenommen werden können. Relativ zum Referenzimpuls wird durch
das Gitter nun das gleiche Signalmuster an den Sensoren 24 erzeugt. Wie im Ausführungsbeispiel
der Fig. 5 bzw. 6 gezeigt, kann es sich hierbei auch um ein Signalmuster der Trägerbahn
19 handeln. Dieses Signalmuster kann zur Erstellung eines Abbildes in der Auswerteeinheit
direkt verwendet werden, alternativ kann es auch zur Erzeugung eines für die Auswertung
besser geeignetes Abbildes bearbeiten werden. Beispielsweise kann eine Datenkompression
erfolgen, wenn die Bahngeschwindigkeit so klein ist, dass bei der vorhandenen Abtastfrequenz
von beispielsweise 5 kHz eine Vielzahl gleicher Daten nicht benötigt wird. Alternativ
kann die Bahngeschwindigkeit erhöht werden.
[0044] Für das Erlernen eines Soll-Zustands kann über eine Bedieneinheit 31, die als grafisches
Display mit "Touch-"Funktion ausgebildet ist, eine Lernphase initialisiert werden.
Hierbei wird das Spaltmaß zunächst von einer Bedienperson so eingestellt, dass keine
Etiketten 27 im Gitter 28 hängenbleiben. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass das
Spaltmaß A nicht zu gering ist und somit nicht so stark gestanzt wird, dass das Trägermaterial
oder die zugehörige Silikonschicht verletzt wird. Anschließend werden bei vorzugsweise
konstanter Geschwindigkeit die Signale über mehrere Referenzimpluse hinweg erfasst
und gemittelt. Hierzu kann jede Signalfolge zwischen zwei Referenzimpulsen zunächst
aufgenommen und dann auf ein zeitliches Normal (z.B. 1000 Einheiten) gedehnt bzw.
gestaucht werden. Anschließend kann die normierte Signalfolge über einfache Addition
auf das Referenzmuster gerechnet werden. D.h. Zeitpunkte, bei denen die Signale immer
aktiv sind, haben als Wert die Anzahl der Umdrehungen während des Einlernens, Zeitpunkte,
bei denen die Signale inaktiv sind, haben als Wert 0. Dies kann gegebenenfalls noch
auf 100 bzw. 0 % normiert werden.
[0045] Eine Prozentangabe, die sich beispielsweise aus der Interpolation der Signale zur
Erstellung einer Referenzkurve ergeben kann und bei der auch Werte zwischen 0 und
100% vorliegen können, beschreibt sozusagen die Wahrscheinlichkeit, dass das Signal
zu einem bestimmten Zeitpunkt ansteht.
[0046] In der Analyse wird in der Auswerteeinheit die Signalfolge zwischen zwei Referenzimpulsen
zeitlich normiert. Der Erhalt eines Referenzimpulses vom Referenzsensor kann somit
die Auswertung triggern. Anschließend wird die Signalfolge dann mit dem Referenzmuster
verglichen, bei einer Referenz 100% muss die Signalfolge "1" sein, bei einer Referenz
0% muss die Signalfolge ebenfalls wieder bei binären Signalen des Sensors 0 sein.
Dazwischen kann sie 1 oder 0 sein. Abweichungen des aufgenommen Musters vom Referenzmuster
indizieren, dass der Ist-Zustand vom Soll-Zustand abweicht und somit Etiketten in
der Gitterbahn hängengeblieben sind oder Gitterteile fehlen bzw. auf der Trägerbahn
verblieben sind. Da die Auswertung sensorspezifisch erfolgt, ist dann auch bekannt,
an welcher Position in der Gitterbahn das Etikett bzw. das Gitterteil in der Trägerbahn
hängengeblieben ist. Entsprechend kann anschließend auf Basis der Position des Sensors
oder des Etiketts eine genaue Einstellung des Spaltmaßes vorgenommen werden, wobei
eine Einstellung des Spaltmaßes auf einer oder auf beiden Seiten des Gegendruck- bzw.
Stanzzylinders gewichtet vorgenommen werden kann.
[0047] Über eine Betrachtung mehrerer Zyklen und ein Aufsummieren der jeweiligen Signalfolgen
können über die Darstellung der zugehörigen Wahrscheinlichkeiten weitere Informationen
gewonnen werden. Zum Beispiel können sieben Signalen "1" von 10 Umdrehungen des Stanzzylinders
1 als Tendenz eines Verschiebens des Stanzbleches interpretiert werden. Dies kann
dann wiederum über eine Ausgabe auf der grafischen Oberfläche für eine Bedienperson
den Anlass geben, eine erneute Kalibrierung vorzunehmen. Alternativ könnte automatisiert
eine neue Lernphase getriggert werden. Bei Erreichen eines minimalen, vorgebbaren
oder vorgegebenen Abstands zwischen Stanzzylinder 1 und Gegendruckzylinder 8 kann
der Stanzvorgang gestoppt werden. Hierfür kann die Vorrichtung entweder eine Anzeige
haben, die die Notwendigkeit eines Halts signalisiert. Oder es kann über eine Schnittstelle
zur Antriebssteuerung der Stanzvorrichtung ein Haltesignal ausgegeben werden, so dass
die Stanzvorrichtung automatisch anhält.
[0048] Ebenfalls kann vorzugsweise rechnergestützt eine Neubestellung des Stanzblechs oder
eine Wiederaufbereitung des Stanzbleches vorgenommen bzw. veranlasst werden. Um den
Vorgang des Erlernens sowohl des Soll-Zustands wie auch die Einrichtung der Maschine
verbessert vornehmen zu können, kann die Stanzvorrichtung mit einem Sensor versehen
sein, der eine auf dem Stanzblech vorhandene Kennung erkennen kann. Hierbei kann es
sich um einen Bar- oder QR-Code handeln. Alternativ kann auch ein RFID-Tag oder eine
Gravur im Blech vorhanden sein. Die Stanzvorrichtung kann hierfür mit einem Handscanner
32 versehen sein, der am Gehäuse 20 angebunden und mit der Auswerteeinheit bzw. deren
EDV verbunden ist. Es kann sich aber auch um einen Sensor im Bereich des Stanzzylinders
1 handeln, der nach einem Halt automatisiert die auf dem Stanzblech vorhandene Information
einliest und dann entsprechend Spaltmaß und Sollzustand vorgibt.
[0049] Alternativ kann eine entsprechende Kennung auch über eine Bedieneinheit eingegeben
werden.
[0050] Im Ausführungsbeispiel nach der Figur 5 ist die Sensorvorrichtung 21 im Bereich der
Trägerbahn 19 angeordnet, um dort die durchgestrichelten Linien 33 als fehlend gekennzeichnete
Etikett 27 zu detektieren. Die Auswertung und die sich aus der Auswertung ergebenden
Änderungen des Spaltmaßes erfolgen dann analog zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig.
5. Eine Nachstellung des Spaltmaßes kann im Bereich von 10
-6 m erfolgen.
[0051] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 ist alternativ zu der Mehrzahl von Sensoren 24
der Sensorvorrichtung 21 als Sensor 24 eine Zeilenkamera angeordnet, die die Trägerbahn
19 in ihrer gesamten Breite erfasst. Vorteilhaft ist hier die genaue Ausrichtung nur
eines Sensors 24. Darüber hinaus kann durch die vergleichsweise hohe Auflösung in
Richtung der Breite der Materialträgerbahn ein genauerer Verlauf der Stanzkonturen
des Gitters und somit auch der Etiketten erfasst werden. Dies kann für die Auswertung
weitere Informationen ermöglichen. Darüber hinaus ist über die Möglichkeit Grau- oder
sogar Farbwerte aufzunehmen, eine genauere Analyse der Trägerbahn möglich. Dies kann
weiter für Qualitätssicherungszwecke verwendet werden. Obgleich die Definition eines
Soll-Zustands gegebenenfalls aufwendiger ist, können sich für die weitere Auswertung
und Überwachung der Anlage große Vorteile ergeben. Insbesondere ist nur ein Sensor
24 zu positionieren. Alternativ zur Anordnung der Sensorvorrichtung 21 im Bereich
der Trägerbahn 19 kann die Zeilenkamera auch in einem Bereich der Gitterbahn 17 und
zur Erfassung derselben angeordnet werden. Für eine verbesserte Erkennung kann die
Zeilenkamera gemeinsam mit einer Lichtquelle in einem um die Gitterbahn herumgebauten
Gehäuse angeordnet sein. Darüber hinaus können Gitter und/oder Trägerbahnen jeweils
eigene Sensorvorrichtungen aufweisen, die noch einmal eine Redundanz der Auswertung
ermöglichen.
1. Verfahren zur automatisierten Einstellung eines Spaltmaßes eines Spalts zwischen einem
Stanzzylinder (1) und einem Gegendruckzylinder (8) einer Stanzvorrichtung, wobei eine
Materialbahn mittels einer insbesondere mit einer Abgitterwalze (16) versehenen Abgittervorrichtung
in eine Gitter- und/oder Trägerbahn (17,19) mit gestanzten Etiketten trennbar ist,
und wobei eine mit einer Auswerteeinheit versehene Steueranlage eine Sensorvorrichtung
(21) mit zumindest einem Sensor (24) umfasst, der die Gitter- und/oder Trägerbahn
(17,19) betreffende Daten aufnimmt, über die mittels der Auswerteeinheit auf das Vorhandensein
eines Etiketts (27) in der Gitterbahn (17), eines fehlenden Etiketts auf der Trägerbahn
(19) und/oder auf das Vorhandensein eines Gitterteils in der Trägerbahn geschlossen
wird, und wobei bei einer Abweichung von einem Sollzustand von Gitter- und/oder Trägerbahn
(17,19) mittels einer Verstellvorrichtung (9) automatisiert das Spaltmaß der Stanzvorrichtung
angepasst wird.
2. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollzustand hinsichtlich der Anzahl, Form und/oder der Position der in der Gitterbahn
vorhandenen Etiketten, der in der Trägerbahn fehlenden Etiketten und/oder der Form
des Gitters der Gitterbahn vorgebbar oder vorgegebenen ist.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steueranlage den Sollzustand von Gitter- und/oder Trägerbahn (17,19) in einer
Lernphase erlernt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollzustand für die Lernphase vorgegeben und insbesondere durch Anpassung des
Spaltmaßes durch eine Bedienperson eingestellt wird, die zugehörigen Daten von Gitterund/oder
Trägerbahn (17,19) von der Steueranlage für die Erstellung zumindest eines Abbild
des Sollzustands verwendet werden und nach der Lernphase die Daten des Sensors (24)
oder eines Abbildes derselben für die Feststellung von Abweichungen vom Sollzustand
in einem Vergleich mit dem Abbild verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit die Daten eines Referenzsensors der Stanzvorrichtung zur Signalanalyse
verwendet.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpassung des Spaltmaßes in Abhängigkeit von der Position eines Fehlers in der
Gitterbahn (17) oder der Trägerbahn (19) und insbesondere des Sensors (24) erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensorvorrichtung (21) wenigstens einen als Lichttaster insbesondere mit Hintergrundausblendung
oder einen als Zeilenkamera ausgebildeten Sensor (24) aufweist, der auf die Träger-
und/oder die Gitterbahn (17,19) abgestimmt wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über eine Bedieneinheit dergestalt eine Zustellautomatik aktivierbar ist, dass ein
Spaltmaß automatisiert so vergrößert wird, dass Etiketten (27) in der Gitterbahn (17)
hängen bleiben und anschließend eine Anpassung des Spaltmaßes automatisch solange
erfolgt, bis keine Etiketten mehr hängen bleiben.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Abweichung die Trägerbahn (19) markiert und/oder eine zugehörige Information
elektronisch gespeichert wird.
10. Steueranlage zur automatisierten Einstellung eines Spaltmaßes eines Spalts zwischen
einem Stanzzylinder (1) und einem Gegendruckzylinder (8) einer Stanzvorrichtung, umfassend
eine Sensorvorrichtung (21) mit zumindest einem Sensor (24) zur Aufnahme von Daten
betreffend eine Gitter- und/oder Trägerbahn (17,19), wobei die Gitter- und Trägerbahn
(17,19) durch Trennung einer von der Stanzvorrichtung gestanzten Materialbahn erzeugbar
sind, mit einer Auswerteeinheit, wobei die Steueranlage dazu ausgebildet ist, das
Vorhandensein eines Etiketts (27) in der Gitterbahn (17), eines fehlenden Etiketts
auf der Trägerbahn (19) und/oder das Vorhandensein eines Gitterteils auf der Trägerbahn
zu bestimmen und eine Verstellvorrichtung (9), mit der das Spaltmaß der Stanzvorrichtung
angepasst werden kann, anzusteuern.
11. Steueranlage nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch eine Verstellvorrichtung (9) zur Verstellung des Spaltmaßes zwischen einem Stanzzylinder
(1) und einem Gegendruckzylinder (8) einer Stanzvorrichtung.
12. Steueranlage nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor ein 1 D, 2D oder 3D-Sensor ist.
13. Steueranlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (24) als Lichttaster insbesondere mit Hintergrundausblendung oder als
Zeilenkamera ausgebildet ist.
14. Steueranlage nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (24) mittels einer Haltevorrichtung insbesondere quer zur Gitterund/oder
Trägerbahn (17,19) positionierbar und lösbar festlegbar ist.
15. Steueranlage nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensorvorrichtung (21) zumindest für jedes in der Breite der Materialbahn nebeneinander
auszustanzende Etikett einen Sensor (24) aufweist.
16. Steueranlage nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bedieneinheit (31) Eingabemittel für die Position eines jeden Sensors (24) zumindest
in Richtung der Breite der Materialbahn und/oder für die Schrittweite der Verstellung
des Spaltmaßes aufweist.
17. Steueranlage nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Bedieneinheit (31) mit Stellmitteln zur manuellen Einstellung des Spaltmaßes
vorgegeben ist, wobei die Bedieneinheit (31) eine Mehrzahl von Bedienmitteln und Informationsfeldern
aufweist, die der Bedienung der Steueranlage und der Wiedergabe von Informationen
insbesondere auf Basis der Daten der Sensorvorrichtung (21) dienen.
18. Stanzvorrichtung umfassend eine Steueranlage nach einem der Ansprüche 10 bis 17.
19. Stanzvorrichtung nach Anspruch 18, umfassend einen Referenzsensor, der ein in der
Steueranlage zu verarbeitendes Referenzsignal ausgibt.
20. Stanzvorrichtung nach einem der Ansprüche 18 und 19, umfassend einen Stanzzylinder
(1) und einen Gegendruckzylinder, die zwischen sich einen Spalt aufweisen, sowie mit
einer Abgittervorrichtung, mittels der eine gestanzte Materialbahn in eine Gitter-
und eine Trägerbahn (17,19) trennbar ist, wobei das Spaltmaß des Spalts der Stanzvorrichtung
durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 einstellbar ist.