[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Blutbehandlungsvorrichtung gemäß Anspruch
1.
[0002] Bei manchen extrakorporalen Blutbehandlungssitzungen wird einem dabei verwendeten
Blutkreislauf in der Praxis ein Wirkstoff (im Folgenden kurz für Medikament, Arznei
und/oder pharmakologisch wirksame Substanz) zugegeben.
[0003] Die Zugabe erfolgt dabei in der Praxis unter Verwendung eines Behältnisses, beispielsweise
eines Lösungsbeutels (oder kurz: Beutels), in welchem der Wirkstoff in einer Lösung
vorliegt. Die Lösung kann unterschiedlich hoch konzentriert sein; das bis zum Erreichen
einer vorbestimmten Konzentration des Wirkstoffs im Blut zugegebene Volumen hängt
offensichtlich von der Konzentration ab, in welcher der Wirkstoff in der Lösung vorliegt.
Dabei haben sowohl hoch-konzentrierte als auch niedrig-konzentrierte Lösungen jeweils
ihre Vor- und Nachteile.
[0004] Ein Vorteil von Lösungsbeuteln mit Wirkstoffen in hohen Konzentrationen ist, dass
ein verwendeter Beutel vergleichsweise lange hält und Beutelwechselintervalle groß
sein können, was Zeit zum Wechseln des Beutels einspart und nur wenig Lagerplatz für
derartige Beutel erfordert. Ein Nachteil der Verwendung von Beuteln mit hoher Konzentration
ist, dass hochkonzentrierte Lösungen eher zu ungleichmäßiger Mischung mit dem Patientenblut,
wie beispielsweise Koagelbildung, neigen.
[0005] Ein Vorteil der Verwendung von Beuteln mit niedriger Konzentration ist, dass ihre
Lösung eher nicht zur Koagelbildung und zugleich zu gleichmäßiger Mischung mit dem
Patientenblut neigt. Ein Nachteil von Beuteln niedriger Konzentration ist, dass ein
verwendeter Lösungsbeutel vergleichsweise kurz hält und Beutelwechselintervalle somit
kurz sind, was Zeit zum Wechseln des Beutels kostet. Ferner erfordern solche Beutel
einen vergleichsweise großen Lagerplatz und bedeuten erhöhten Aufwand bei Beschaffung
und Entsorgung.
[0006] Das Dokument
DE60031966 T2 offenbart einen extrakorporalen Kreislauf, wobei ein Antikoagulans und Ersatzfluids
mit einer Pumpe in eine Blutleitung geleitet werden.
[0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Offenbarung ist es, ein weiteres Verfahren und Vorrichtungen
zum Bereitstellen einer Lösung für die Blutbehandlung anzugeben.
[0008] Ferner sollen eine Blutbehandlungsvorrichtung, mit welcher das offenbarte, nicht-erfindungsgemäße
Verfahren durchführbar ist sowie eine zur Durchführung des Verfahrens vorgesehene
Steuereinrichtung, ein geeignetes digitales Speichermedium, ein geeignetes Computerprogramm-Produkt
und ein geeignetes Computerprogramm angegeben werden.
[0009] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch eine Blutbehandlungsvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Alle mit dem offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen Verfahren erzielbaren Vorteile
lassen sich auch mit den erfindungsgemäßen Vorrichtungen erzielen.
[0011] Das offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Verfahren betrifft das Bereitstellen einer
Lösung für eine Blutbehandlung eines Patienten, welche mittels einer Blutbehandlungsvorrichtung
und unter Verwendung eines extrakorporalen Blutkreislaufs und/oder einer Blutkassette
durchgeführt wird. Das Verfahren umfasst wenigstens das Bereitstellen einer Blutbehandlungsvorrichtung,
welche zum Zweck der Blutbehandlung des Patienten die im Folgenden genannten Einrichtungen
und Vorrichtungen aufweist oder mit ihnen in Fluid- und/oder Signalverbindung verbindbar
oder verbunden ist.
[0012] So weist die Blutbehandlungsvorrichtung wenigstens eine erste Quelle mit einer oder
für eine (vorzugsweise physiologische) Kochsalzlösung (beispielsweise eine 0,9%-NaCl-Lösung),
eine Dialysierflüssigkeit oder ein Substituat (also eine Substituatflüssigkeit) auf
oder ist hiermit verbunden. Sie weist ferner wenigstens eine erste Leitung auf oder
ist mit dieser verbunden, welche sich stromabwärts an die erste Quelle anschließt.
Das erste Fluid ist im Folgenden der Einfachheit halber als Dialysierflüssigkeit oder
Substituat bezeichnet. Das erste Fluid kann, wie oben ausgeführt, beispielsweise auch
eine Kochsalzlösung sein. Was im Folgenden zu Dialysierflüssigkeit oder Substituat
ausgeführt ist, gilt ungemindert auch für Kochsalzlösung.
[0013] Die Blutbehandlungsvorrichtung weist ferner wenigstens eine zweite Quelle für einen
Wirkstoff auf, welcher in der zweiten Quelle in Form eines Konzentrats oder einer
Lösung als ein zweites Fluid vorliegt, oder ist hiermit verbunden.
[0014] Die Blutbehandlungsvorrichtung weist ferner wenigstens eine zweite Leitung auf, welche
sich stromabwärts an die zweite Quelle anschließt.
[0015] Die Blutbehandlungsvorrichtung weist ferner wenigstens eine sogenannte gemeinsame
Leitung auf. Diese gemeinsame Leitung steht mit einem, ggf. weiteren, Abschnitt des
extrakorporalen Blutkreislaufs und/oder einem, ggf. weiteren, Abschnitt der Blutkassette,
vorzugsweise mit einem arteriellen oder einem venösen Leitungsabschnitt, in Fluidverbindung.
Sie wird als gemeinsame Leitung bezeichnet, weil in ihr sowohl erstes Fluid als auch
zweites Fluid gemeinsam, also zur selben Zeit, strömen können. Hierzu münden sowohl
die erste Leitung als auch die zweite Leitung derart in die gemeinsame Leitung oder
gehen in diese über, dass sowohl die erste Quelle als auch die zweite Quelle mit der
gemeinsamen Leitung in Fluidverbindung stehen und/oder in ihr das erste Fluid aus
der ersten Quelle und das zweite Fluid aus der zweiten Quelle aufgrund der Anordnung
der gemeinsamen Leitung in dieser zu einem kombinierten Fluid zusammentreffen können.
[0016] Die Blutbehandlungsvorrichtung weist ferner wenigstens eine erste Fördereinrichtung
zum Fördern eines Fluids auf. Die erste Fördereinrichtung ist angeordnet, um ein innerhalb
der gemeinsamen Leitung vorliegendes Fluid, vorzugsweise in oder innerhalb von extrakorporalem
Blutkreislauf und/oder Blutkassette, zu fördern.
[0017] Das offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Verfahren umfasst weiter das Betreiben wenigstens
der ersten Fördereinrichtung derart, dass eine Kombination aus erstem Fluid und zweitem
Fluid durch die gemeinsame Leitung, und vorzugsweise in einen arteriellen oder einen
venösen Leitungsabschnitt des extrakorporalen Blutkreislaufs oder der Blutkassette
hinein, gefördert wird.
[0018] Die offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Steuer- oder Regelungseinrichtung ist geeignet
und vorgesehen und/oder ausgelegt und/oder konfiguriert zur Durchführung des offenbarten,
nicht-erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0019] Die erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung weist einen extrakorporalen Blutkreislauf
und/oder eine Blutkassette auf, oder ist hiermit verbunden. Die Blutbehandlungsvorrichtung
weist weiter auf oder ist verbunden mit wenigstens einer ersten Quelle für eine Dialysierflüssigkeit
oder ein Substituat als einem ersten Fluid; wenigstens einer ersten Leitung, welche
sich stromabwärts an die erste Quelle anschließt; wenigstens einer zweiten Quelle
für einen Wirkstoff, welcher in der zweiten Quelle in Form eines Konzentrats oder
einer Lösung als ein zweites Fluid vorliegt, wobei die zweite Quelle eine Quelle für
Citratlösung, für Calciumlösung oder für Heparinlösung ist; wenigstens einer zweiten
Leitung, welche sich stromabwärts an die zweite Quelle anschließt; wenigstens einer
gemeinsamen Leitung, welche mit einem Abschnitt des extrakorporalen Blutkreislaufs
und/oder einem Abschnitt der Blutkassette in Fluidverbindung steht, und in welche
sowohl die erste Leitung als auch die zweite Leitung derart münden oder übergehen,
dass sowohl die erste Quelle als auch die zweite Quelle mit der gemeinsamen Leitung
in Fluidverbindung stehen und/oder wobei die gemeinsame Leitung derart angeordnet
ist, dass in ihr das erste Fluid aus der ersten Quelle und das zweite Fluid aus der
zweiten Quelle zu einem kombinierten Fluid zusammentreffen können; und einer ersten
Fördereinrichtung eines Fluids, welche angeordnet ist, um ein innerhalb der gemeinsamen
Leitung vorliegendes Fluid zu fördern.
[0020] Die erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung ist vorgesehen und ausgestaltet und/oder
ausgestattet zur Durchführung des offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0021] Die offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Steuereinrichtung ist geeignet und vorgesehen
und/oder ausgelegt und/oder konfiguriert zur Durchführung des offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen
Verfahrens im Zusammenwirken mit den hierzu jeweils erforderlichen Einrichtungen,
beispielsweise wie hierin beschrieben.
[0022] Ein digitales, insbesondere nichtflüchtiges, Speichermedium, insbesondere in Form
eines maschinenlesbaren Trägers, insbesondere in Form einer Diskette, CD, EPROM oder
DVD, mit elektrisch auslesbaren Steuersignalen kann derart mit einem programmierbaren
Computersystem zusammenwirken, dass die maschinellen Schritte eines offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen
Verfahrens veranlasst werden.
[0023] Dabei können alle, einige oder manche der maschinell durchgeführten Schritte des
offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen Verfahrens veranlasst werden.
[0024] Ein Computerprogramm-Produkt weist einen volatilen, flüchtigen oder auf einem maschinenlesbaren
Träger gespeicherten Programmcode zur Veranlassung der maschinellen Schritte des offenbarten,
nicht-erfindungsgemäßen Verfahrens, wenn das Computerprogramm-Produkt auf einem Rechner
abläuft, auf. Unter einem Computerprogramm-Produkt kann beispielsweise ein auf einem
Träger gespeichertes Computerprogramm, ein Embedded System als umfassendes System
mit einem Computerprogramm (z. B. elektronisches Gerät mit einem Computerprogramm),
ein Netzwerk von computerimplementierten Computerprogrammen (z. B. Client/Serversystem,
Cloud Computing System, etc.), oder ein Computer, auf dem ein Computerprogramm geladen
ist, abläuft, gespeichert ist, ausgeführt oder entwickelt wird, verstanden werden.
[0025] Der Begriff "maschinenlesbarer Träger", wie er hierin verwendet wird, bezeichnet
einen Träger, der von Software und/oder Hardware interpretierbare Daten oder Informationen
enthält. Der Träger kann ein Datenträger, wie eine Diskette, eine CD, DVD, ein USB-Stick,
eine Flashcard, eine SD-Karte oder dergleichen sein.
[0026] Ein Computerprogramm weist einen Programmcode auf zur Veranlassung der maschinellen
Schritte eines offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen Verfahrens, wenn das Computerprogramm
auf einem Computer abläuft. Unter einem Computerprogramm kann beispielsweise ein physikalisches,
vertriebsfähiges Software-Produkt verstanden werden, welches ein Programm aufweist.
[0027] Auch für das offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Computerprogramm-Produkt und das
offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Computerprogramm gilt, dass alle, einige oder manche
der maschinell durchgeführten Schritte des offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen Verfahrens
veranlasst werden.
[0028] Bei allen folgenden Ausführungen ist der Gebrauch des Ausdrucks "kann sein" bzw.
"kann haben" usw. synonym zu "ist vorzugsweise" bzw. "hat vorzugsweise" usw. zu verstehen
und soll erfindungsgemäße Ausführungsformen erläutern.
[0029] Wann immer hierin Zahlenworte genannt werden, so versteht der Fachmann diese als
Angabe einer zahlenmäßig unteren Grenze. Sofern dies zu keinem für den Fachmann erkennbaren
Widerspruch führt, liest der Fachmann daher beispielsweise bei der Angabe "ein" oder
"einem" stets "wenigstens ein" oder "wenigstens einem" mit. Dieses Verständnis ist
ebenso von der vorliegenden Erfindung mit umfasst wie die Auslegung, dass ein Zahlenwort
wie beispielsweise "ein" alternativ als "genau ein" gemeint sein kann, wo immer dies
für den Fachmann erkennbar technisch möglich ist. Beides ist von der vorliegenden
Erfindung umfasst und gilt für alle hierin verwendeten Zahlenworte.
[0030] In einigen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen münden nur die erste
und die zweite Leitung in die gemeinsame Leitung (oder gehen in diese über), jedoch
keine dritte oder weitere Leitung.
[0031] In erfindungsgemäßen Ausführungsformen führt die gemeinsame Leitung, jedenfalls bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch, kein Blut. Sie ist an entsprechender Stelle angeordnet.
Dabei kann sie ihrerseits in eine Blut führende, weitere Leitung münden oder in diese
übergehen.
[0032] In manchen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen ist die gemeinsame
Leitung und/oder die erste Fördereinrichtung derart angeordnet, dass mittels der Blutpumpe
kein Fluid, welches innerhalb der gemeinsamen Leitung vorliegt, gefördert wird oder
werden kann.
[0033] In erfindungsgemäßen Ausführungsformen bilden lediglich das erste Fluid und das zweite
Fluid das kombinierte Fluid, welches in der gemeinsamen Leitung vorliegt. Weitere
Fluide sind in diesen Ausführungsformen an der Zusammensetzung des kombinierten Fluids
nicht beteiligt. Weitere Quellen als die erste Quelle und die zweite Quelle stehen,
insbesondere stromaufwärts der ersten Fördereinrichtung, nicht mit der gemeinsamen
Leitung in Fluidverbindung.
[0034] In manchen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen ist die gemeinsame
Leitung nicht mit einer Wasserquelle oder einer Blutquelle verbunden oder wird von
einer solchen gespeist.
[0035] In bestimmten erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen liegt die Dialysierflüssigkeit
oder das Substituat gebrauchsfertig in der ersten Quelle vor. Insbesondere eine Vermischung
mit Wasser ist bei dieser Darreichung nicht erforderlich, um aus dem Inhalt der ersten
Quelle eine gebrauchsfertige Dialysierflüssigkeit oder ein gebrauchsfertiges Substituat
zu erzeugen.
[0036] In manchen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen liegen das erste und/oder
das zweite Fluid als Flüssigkeit in der ersten bzw. zweiten Quelle vor, nicht aber
in Form von Pulver und/oder in trockener Form.
[0037] In einigen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen sind die erste und/oder
die zweite Quelle ein Beutel.
[0038] In manchen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen erfolgt kein Anmischen
einer Dialysierflüssigkeit, eines Substituats oder des kombinierten Fluids, welches
in der gemeinsamen Leitung vorliegt, in einem oder mehreren Tanks.
[0039] In gewissen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen sind stromauf einer
Stelle, an welcher die gemeinsame Leitung in einen blutführenden Abschnitt des extrakorporalen
Blutkreislaufs oder der Blutkassette mündet oder in diesen übergeht, nur eine oder
nur zwei Fördereinrichtungen angeordnet, welche den Inhalt der gemeinsamen Leitung
fördern könnten.
[0040] In allen erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist die Blutbehandlungsvorrichtung
wenigstens eine zweite Fördereinrichtung auf, welche angeordnet ist, um das zweite
Fluid innerhalb der zweiten Leitung und/oder in die gemeinsame Leitung hinein zu fördern.
Alternativ ist die Blutbehandlungsvorrichtung mit der zweiten Fördereinrichtung verbunden.
Das offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Verfahren umfasst ferner ein Fördern des zweiten
Fluids aus der zweiten Quelle mittels der zweiten Fördereinrichtung innerhalb der
zweiten Leitung und/oder in die gemeinsame Leitung hinein.
[0041] In gewissen beispielhaften Ausführungsformen ist die zweite Fördereinrichtung keine
Fördereinrichtung, welche ausschließlich oder teilweise das zweite Fluid mittels Schwerkraft
oder Kapillarwirkung fördert.
[0042] In manchen offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen
umfasst das Verfahren ein Fördern des ersten Fluids aus der ersten Quelle in die erste
Leitung und ein Fördern des zweiten Fluids aus der zweiten Quelle in die zweite Leitung
in einem, insbesondere vom Anwender, vorbestimmten und/oder verstellbaren Volumen-
oder Strömungsverhältnis bezogen auf das erste und das zweite Fluid.
[0043] In bestimmten offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen
umfasst das Verfahren ein Überwachen eines mittels der ersten Fördereinrichtung und/oder
der zweiten Fördereinrichtung in die gemeinsame Leitung geförderten Volumens, oder
Überwachen einer jeweiligen Förderrate der ersten Fördereinrichtung und/oder der zweiten
Fördereinrichtung in die gemeinsame Leitung hinein, jeweils mittels einer ersten und/oder
zweiten Überwachungsvorrichtung.
[0044] In manchen offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen
umfasst das Verfahren ein Ermitteln, mittels der ersten und/oder der zweiten Überwachungsvorrichtung,
eines Weges, um welchen ein Abschnitt der zweiten Fördereinrichtung, beispielsweise
ein Stempel, bewegt wird. Das Verfahren umfasst ferner ein Vergleichen, mittels einer
Vergleichseinrichtung, des ermittelten Wegs mit Referenzdaten.
[0045] In gewissen offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen
umfasst das Verfahren ein Zählen, mittels eines Tropfenzählers, von Tropfen des zweiten
Fluids. Es umfasst ferner ein Vergleichen, mittels einer Vergleichseinrichtung, der
ermittelten Anzahl an Tropfen mit Referenzdaten.
[0046] Die Referenzdaten können hierin als Datenbereiche zu verstehen sein. Sie können in
Tabellen hinterlegt sein, elektronisch gespeichert sein, usw.
[0047] Bei Abweichungen der ermittelten Anzahl an Tropfen von den Referenzdaten können Hinweise
oder Alarme ergehen. Alternativ oder ergänzend kann ein Mischungsverhältnis zwischen
erstem und zweitem Fluid in Abhängigkeit von und als Reaktion auf eine erkannte Abweichung
automatisch angepasst werden.
[0048] In einigen offenbarten, nicht-erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen
umfasst das Verfahren das Ermitteln einer Veränderung des Gewichts der ersten Quelle
mittels wenigstens einer Waage. Anhand der ermittelten Gewichtsveränderungen kann
auf die Förderleistung der ersten Fördereinrichtung oder auf ein durch diese gefördertes
Volumen geschlossen werden. Dies kann in Form eines Vergleichs, Abgleichs oder einer
Überwachung erfolgen. Das Ergebnis hiervon kann zum korrigierenden Eingreifen in die
Steuerung der ersten Fördereinrichtung verwendet werden, welche hierbei zu einer Regelung
werden kann. Das Ergebnis von Vergleich, Abgleich oder Überwachung kann als Information
oder Alarm an den Benutzer ausgegeben werden.
[0049] Beim Schließen von der ermittelten Gewichtsveränderungen auf die Förderleistung der
ersten Fördereinrichtung kann diese beispielsweise errechnet, einer Tabelle entnommen
oder in Näherung ermittelt oder abgeschätzt werden. Dabei können weitere Informationen
wie die Kenntnis eines Anteils des aus der zweiten Quelle stammenden zweiten Fluids
an der mittels der ersten Fördereinrichtung geförderten Kombination aus erstem und
zweitem Fluid berücksichtigt werden.
[0050] In allen erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist die zweite Quelle - vorzugsweise
ausschließlich, im Wesentlichen oder vorwiegend - Citratlösung, Calciumlösung oder
Heparinlösung auf. In bestimmten erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen
weist die zweite Quelle keine Elektrolyte oder nur bestimmte Elektrolyte (in beliebiger
Kombination) auf. Zu diesen zählen im Sinne der vorliegenden Erfindung Bikarbonat,
Chlorid, Kupfer, Glukose, Eisen, Magnesium, Phosphat, Natrium und Zink.
[0051] Eine Citratlösung weist in einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen Citrat auf,
wie dies in der
US 2006/0037910 A1 und insbesondere in deren Absätzen [0040] bis [0042] beschrieben ist.
[0052] In bestimmten erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen ist die Blutbehandlungsvorrichtung
eine Hämodialysevorrichtung, Hämofiltrationsvorrichtung oder Hämodiafiltrationsvorrichtung.
[0053] In manchen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen weist die Blutbehandlungsvorrichtung
eine erste Überwachungsvorrichtung zum Überwachen der Pumpfunktion der ersten Fördereinrichtung
auf.
[0054] In bestimmten erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen weist die Blutbehandlungsvorrichtung
eine zweite Überwachungsvorrichtung zum Überwachen der Pumpfunktion der zweiten Fördereinrichtung
auf.
[0055] In manchen erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen ist die zweite Fördereinrichtung
eine Spritzenpumpe mit einem Stempel oder weist eine solche auf. Die zweite Überwachungsvorrichtung
ist zum Überwachen der Pumpfunktion der zweiten Fördereinrichtung konfiguriert. Hierzu
wird der Weg, um den der Stempel der zweiten Fördereinrichtung bewegt wird, ermittelt.
Das Ergebnis der Ermittlung wird mittels einer Vergleichseinrichtung mit Referenzdaten
verglichen.
[0056] In bestimmten erfindungsgemäßen, beispielhaften Ausführungsformen sind die erste
und/oder die zweite Überwachungsvorrichtung zum Überwachen der Pumpfunktion der ersten
und/oder zweiten Fördereinrichtung konfiguriert. Hierzu überwachen sie die Funktion
der jeweiligen Fördereinrichtung durch Zählen von Tropfen des ersten und/oder zweiten
Fluids. Durch Vergleich der ermittelten Anzahl an Tropfen mit Referenzdaten mittels
Vergleichseinrichtung wird die jeweilige Fördereinrichtung überwacht.
[0057] In allen erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist die Blutbehandlungsvorrichtung
eine Steuer- oder Regelvorrichtung auf. Die Steuer- oder Regelvorrichtung ist programmiert
und/oder konfiguriert um das offenbarte, nicht-erfindungsgemäße Verfahren zum Bereitstellen
einer Lösung für eine mittels der Blutbehandlungsvorrichtung und zusätzlich einem
extrakorporalen Blutkreislauf und/oder einer Blutkassette durchgeführten Blutbehandlung
eines Patienten auszuführen.
[0058] Der extrakorporale Blutkreislauf ist in bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung ein Schlauchset. In jedem Fall ist der extrakorporale Blutkreislauf vorgesehen
zum extrakorporalen Leiten von Blut eines Patienten, beispielsweise bei der Hämodialyse,
der Hämofiltration, der Hämodiafiltration oder dergleichen.
[0059] In einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen ist der extrakorporale Blutkreislauf
zumindest abschnittsweise als integraler und ggf. unlösbarer Bestand einer Blutkassette
ausgestaltet, in anderen nicht. So kann sich ein frei beweglicher Schlauchabschnitt
des extrakorporalen Blutkreislaufs in einem einstückig oder integral auf oder in der
Funktionseinrichtung, beispielsweise einer Blutkassette, fortsetzen und umgekehrt.
[0060] Eine Blutkassette ist in bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
eine Einrichtung, welche bei einer Blutbehandlung verwendet wird. Beispiele für Blutkassetten
schließen Disposables, Einmal-Blutkassetten ein. Beispielhafte Ausführungsformen einer
Blutkassette sind insbesondere in der Anmeldung der Anmelderin mit der Veröffentlichungsnummer
DE 10 2009 018 664 A1 mit dem Titel
"Externe Funktionseinrichtung, Blutbehandlungsvorrichtung zum Aufnehmen einer erfindungsgemäßen
externen Funktionseinrichtung, sowie Verfahren", die am 23.04.2009 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht wurde, und in
der Anmeldung der Anmelderin mit der Veröffentlichungsnummer
DE 10 2009 024 468 A1 mit demselben Titel, die am 10.06.2009 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht
wurde, offenbart.
[0061] Der arterielle Leitungsabschnitt des extrakorporalen Blutkreislaufs ist in bestimmten
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung jener Leitungsabschnitt, in welchen das
den Patientenkörper zum Zwecke der extrakorporalen Blutbehandlung verlassende Patientenblut
einströmt und in welchem es sich vor Eintritt in die Blutbehandlungseinrichtung, z.
B. einen Dialysator, befindet. In bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
ist oder umfasst der erste Abschnitt des arteriellen Leitungsabschnitts den arteriellen
Nadelanschluss zum Patienten, z. B. den arteriellen Nadelanschluss bei einem Double-Needle-Dialyseverfahren.
[0062] Der venöse Leitungsabschnitt des extrakorporalen Blutkreislaufs ist in manchen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung jener Leitungsabschnitt, aus welchem das extrakorporal
behandelte Patientenblut nach seiner Behandlung in einer Blutbehandlungseinrichtung,
beispielsweise einem Dialysator, zum Patientenkörper hin oder in diesen zurückströmt.
[0063] In bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung entspricht die - während
der Blutbehandlung übliche - erste Förderrichtung einer Förderrichtung vom arteriellen
Zugang (Blutentnahmestelle) vom Patienten zu einer Blutbehandlungseinrichtung, beispielsweise
einem Blutfilter oder einem Dialysator, und anschließend durch den venösen Leitungsabschnitt
des extrakorporalen Blutkreislaufs zum venösen Zugang (Blutrückgabestelle). Alle Einrichtungen,
die in der ersten Förderrichtung bezogen auf einen Referenzpunkt des Strömungsweges
liegen, liegen stromab hierzu. Solche Einrichtungen, die bezogen zum Referenzpunkt
entgegen der ersten Förderrichtung liegen, liegen stromauf hierzu.
[0064] Die Steuereinrichtung ist in einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen als Regeleinrichtung
ausgestaltet.
[0065] Die erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung ist in manchen erfindungsgemäßen
Ausführungsformen als Hämodialysevorrichtung oder Hämofiltrationsvorrichtung oder
Hämodiafiltrationsvorrichtung ausgestaltet.
[0066] Die erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung weist wenigstens eine Steuereinrichtung
auf. Manche oder alle erfindungsgemäßen Ausführungsformen können einen, mehrere oder
alle der oben und/oder im Folgenden genannten Vorteile aufweisen.
[0067] Ein mittels mancher Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung erzielbarer Vorteil
besteht darin, dass Beutel als zweite Quelle verwendet werden können, welche beispielsweise
Citrat in hoher Konzentration aufweisen, weshalb der jeweils verwendete Beutel vergleichsweise
lange hält. Beutelwechselintervalle können entsprechend lang sein, was Zeit und Mühe
zum Wechseln des Beutels erspart, einen nur geringen Lagerplatz für derartige Beutel
erfordert und wenig Aufwand bei Beschaffung und Entsorgung bedeutet.
[0068] Dabei neigt der Inhalt der zweiten Quelle ungeachtet seiner hohen Konzentration dennoch
nicht zu ungleichmäßiger Mischung mit den Patientenblut, wie beispielsweise Koagelbildung,
denn der Inhalt wird erst nach Verdünnung mittels Dialysisierflüssigkeit oder Substituat,
welche in der gemeinsamen Leitung erfolgt, in das Patientenblut eingebracht.
[0069] Ein weiterer erzielbarer Vorteil kann darin bestehen, dass das aus der zweiten Quelle
(z. B. einem Beutel) bezogene Volumen, welches - wie auch in den Beispielen der hier
beigefügten Figuren - üblicherweise nicht gewogen und damit nicht in die Flüssigkeitsbilanzierung
eingeht, zu keinem nennenswerten Flüssigkeitsbilanzfehler führt. Denn das in die gemeinsame
Leitung abgegebene Volumen an zweitem Fluid kann aufgrund dessen hoher Konzentration,
mit welchem es in der zweiten Quelle vorliegt, vergleichsweise klein oder sehr klein
sein. Es kann insbesondere im Vergleich mit dem Volumen des ersten Fluids, welches
der ersten Quelle entstammt und als Dialysierflüssigkeit oder Substituat - wie auch
in den hier angehängten Figuren - hingegen üblicherweise sehr wohl einer Wiegung unterliegt,
sehr klein sein. Der überwiegende Anteil des aus erstem und zweitem Fluid kombinierten
Fluids, nämlich das erste Fluid, unterliegt damit durchaus der Bilanzierung, was letztere
vorteilhafterweise genauer werden lassen kann.
[0070] Umfasst das Verfahren das Ermitteln einer Veränderung des Gewichts der ersten Quelle,
so kann anhand der ermittelten Gewichtsveränderungen auf die Förderleistung der ersten
Fördereinrichtung oder ein mittels dieser gefördertes Volumen geschlossen werden.
Dies kann vorteilhaft einem Überwachen der Tätigkeit der ersten Fördereinrichtung
dienen. Das Ergebnis der Überwachung können ein Alarmieren des Anwenders, ein Regeln
oder Steuern der ersten Fördereinrichtung und/oder ein anderweitiges Berücksichtigen
der mittels - oftmals hochpräzisen, jedenfalls gemessen aus der Steuerbarkeit von
Pumpen vergleichsweise präzisen - Waage erhaltenen Kenntnis darüber, dass die erste
Fördereinrichtung nicht wie eingestellt fördert, sein, jeweils mit den bekannten,
hiermit verbundenen Vorteilen.
[0071] Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren rein exemplarisch beschrieben. In ihnen bezeichnen selbe Bezugszeichen gleiche
oder selbe Komponenten. Es gilt:
- Fig. 1
- zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer ersten Ausführungsform; und
- Fig. 2
- zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 3
- zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer dritten Ausführungsform;
- Fig. 4
- zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer vierten Ausführungsform; und
- Fig. 5
- zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer fünften Ausführungsform.
[0072] Fig. 1 zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
1000 mit einem extrakorporalen Blutkreislauf 2000.
[0073] Der extrakorporale Blutkreislauf 2000 weist eine Blutbehandlungseinrichtung 3000,
hier exemplarisch einen Blutfilter oder Dialysator, auf oder ist mit dieser verbunden.
Ein arterieller Leitungsabschnitt 1 des extrakorporalen Blutkreislaufs 2000 führt
Blut vom Gefäßsystem des nicht dargestellten Patienten in Richtung zum Blutfilter
3000. Ein venöser Leitungsabschnitt 3 des extrakorporalen Blutkreislaufs 2000 führt
Blut vom Blutfilter 3000 in Richtung zum Gefäßsystem des nicht dargestellten Patienten.
[0074] Die in Fig. 1 nur durch einige ihrer Einrichtungen repräsentierte Blutbehandlungsvorrichtung
1000, mittels welcher das hier beschriebene Verfahren abläuft, weist eine Blutpumpe
P1 auf. Die Blutpumpe P1 fördert Blut durch Abschnitte des extrakorporalen Blutkreislaufs
2000 und in Richtung zum Blutfilter 3000, wie die kleinen Pfeilspitzen, welche in
den Figuren allgemein die Strömungsrichtung angeben, zeigen.
[0075] Neben der vorgenannten Pumpe P1 weist die in Fig. 1 gezeigte Anordnung ferner rein
optional eine Reihe weiterer Pumpen P2, P4, P5 und P6 auf, die, bis auf die als in
der vorliegenden Ausführungsform als zweite Fördereinrichtung zu verstehende Pumpe
P6 rein optional vorgesehen sind.
[0076] Zu den optionalen Pumpen zählt die Pumpe P4. Sie ist vorgesehen, um Dialysierflüssigkeit
aus einer entsprechenden Quelle Q4, beispielsweise einem Beutel, heraus und über eine
optional vorhandene Beutelheizung mit Beutel H2 mittels einer Dialysierflüssigkeitsleitung
4 zuzuführen.
Die auf diese Weise zugeführte Dialysierflüssigkeit tritt über eine Dialysatleitung
2, unterstützt durch eine Pumpe P2, wieder aus und kann verworfen werden.
[0077] Zu den optionalen Pumpen zählt auch die Pumpe P5, welche eine Kalziumlösung (Ca-Lösung)
aus einer Quelle Q5, beispielsweise einem Beutel, heraus- und dem venösen Leitungsabschnitt
3 zuführt.
[0078] Nicht optional, bezogen auf die konkreten Ausgestaltung der Fig. 1, ist die Pumpe
P6, die im Beispiel der Fig. 1 als erste Fördereinrichtung zu verstehen ist. Pumpe
P6 fördert ein kombiniertes Fluid entlang einer Leitung 6, hier als gemeinsame Leitung
zu verstehen, in den arteriellen Leitungsabschnitt 1 hinein.
[0079] Das kombinierte Fluid entsteht ab einem Kreuzungspunkt K oder einer Verbindung einer
ersten Leitung 4' mit einer zweiten Leitung 6' zur gemeinsamen ersten Leitung 6 und
ist eine Kombination oder Mischung aus einem ersten Fluid und einem zweiten Fluid.
[0080] Das erste Fluid entstammt einer ersten Quelle Q4', hier beispielhaft ein Beutel mit
Dialysierflüssigkeit (könnte aber auch Substituat, Kochsalzlösung oder eine andere
Lösung oder Flüssigkeit sein), und wird zunächst bis zum Kreuzungspunkt K in der ersten
Leitung 4' gefördert.
[0081] Das zweite Fluid entstammt einer zweiten Quelle Q6, hier einer Spritze mit Citrat-
oder Zitratkonzentrat (Ci-Konzentrat), und wird zunächst bis zum Kreuzungspunkt K
in einer zweiten Leitung 6' gefördert. Die Spritze verfügt über eine eigene Fördereinrichtung,
eine hier nicht dargestellte Spritzenpumpe. Für den Fachmann ist ersichtlich, dass
es einer solchen Spritzenpumpe jedenfalls dann nicht bedarf, wenn die zweite Quelle
Q6 keine Spritze sondern beispielsweise ein Beutel ist. In diesem Fall ist die Fördereinrichtung
eine Pumpe und nicht optional.
[0082] Ab dem Kreuzungspunkt oder Verbindungspunkt K gehen die erste Leitung 4' und die
zweite Leitung 6' in die gemeinsame Leitung 6 über oder münden in diese.
[0083] Im vorliegenden Beispiel sind die erste Quelle Q4' und die Quelle Q4 voneinander
unabhängige Quellen für ein und dasselbe Fluid, nämlich Dialysierflüssigkeit. Von
der Erfindung umfasst ist aber auch, dass Q4 und Q4' ein und dieselbe Quelle oder
aber miteinander in Fluidverbindung stehende Quellen sind.
[0084] Stromauf der Blutpumpe P1 ist ein optionaler arterieller Sensor PS1 vorgesehen, er
misst den arteriellen Druck P_art. Stromab der Blutpumpe P1, jedoch stromauf des Blutfilters
3000 und, falls vorgesehen, einer Zugabestelle 25 für Heparin, ist ein weiterer, optionaler
Drucksensor PS2 vorgesehen. Er misst den Druck stromauf des Blutfilters 3000 (PHF
steht für "
prä-
Hämo
filter").
[0085] Ein wiederum weiterer Drucksensor kann als PS4 stromab des Blutfilters 3000, jedoch
stromauf der Pumpe P2 in der Dialysatleitung 2 zum Messen eines Filterdrucks des Blutfilters
3000 vorgesehen sein.
[0086] Blut, das den Blutfilter 3000 verlässt, durchströmt eine venöse Blutkammer 29, welche
eine Entlüftungseinrichtung 31 aufweisen kann.
[0087] Im Beispiel der Fig. 1 unterliegen die Quellen Q4 und Q4' sowie das aufgefangene
oder verworfene Dialysat optional einer Bilanzierung. Zum Zweck der Bilanzierung sind
drei Waagen W1, W2 und W3 vorgesehen.
[0088] Die hier exemplarisch gezeigte Bilanzierung entspricht einer gravimetrischem Bilanzierung.
Die vorliegende Erfindung umfasst aber auch jede andere Bilanzierung, beispielsweise
mittels Bilanzkammern.
[0089] Beispielsweise kann der Kreuzungspunkt K mit einer Bilanziereinheit in Fluidverbindung
stehen. Jener Volumenanteil am kombinierten Fluid, welcher nicht von der zweiten Quelle
Q6 entstammt, also das erste Fluid, kann optional von der Bilanziereinheit ausgeglichen
werden.
[0090] Die in Fig. 1 gezeigte exemplarische Anordnung weist eine erste Überwachungsvorrichtung
41 auf. Sie ist ausgestaltet zum Überwachen der korrekten Funktion und/oder zum Ermitteln
einer Förderleistung oder eines Fördervolumens der ersten Fördereinrichtung, hier
der Pumpe P6.
[0091] Die in Fig. 1 gezeigte exemplarische Anordnung weist ferner eine zweite Überwachungsvorrichtung
43 auf. Sie ist ausgestaltet zum Überwachen der korrekten Funktion und/oder zum Ermitteln
einer Förderleistung oder eines Fördervolumens der zweiten Fördereinrichtung, hier
der Spritzenpumpe mit der zweiten Quelle Q6. Die zweite Überwachungsvorrichtung 43
ist, rein optional, erkennbar als Wegesensor ausgestaltet. Sowohl die erste als auch
die zweite Überwachungsvorrichtung 41, 43 können als Tropfenzähler ausgestaltet sein.
Sowohl die erste als auch die zweite Überwachungsvorrichtung 41, 43 können mit einer
in den Figuren nicht dargestellten Vergleichseinrichtung verbunden sein.
[0092] Weitere Überwachungsvorrichtungen können, wie in Fig. 1 am Beispiel der Überwachungsvorrichtung
45 gezeigt, ebenfalls vorgesehen sein.
[0093] Eine Steuer- oder Regeleinrichtung 4000 ist in Fig. 1 angedeutet. Sie steht in Signalverbindung
mit allen relevanten Einrichtungen, jedenfalls oder insbesondere mit der Pumpe P6.
[0094] Fig. 2 zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer zweiten Ausführungsform.
[0095] Pumpe P6' stellt die zweite Fördereinrichtung dar. Pumpe P6' liegt stromab der zweiten
Quelle Q6 und stromauf des Kreuzungspunkts K.
[0096] Zwischen der zweiten Quelle Q6 und der Pumpe P6' ist eine Tropfkammer 51 vorgesehen.
Die Tropfkammer 51 kann der Überwachung mittels einer Überwachungsvorrichtung dienen.
Die Ausführungsform der Fig. 2 weist im Bereich der ersten und zweiten Quellen Q4'
und Q6 sowie der Leitung 6 rein exemplarisch nur eine Überwachungsvorrichtung auf.
[0097] Die zweite Quelle Q6 enthält rein beispielhaft ein beliebiges Konzentrat.
[0098] Fig. 3 zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer dritten Ausführungsform.
[0099] Die Ausführungsform der Fig. 3 unterscheidet sich von jener der Fig. 1 dadurch, dass
sich sowohl die erste Überwachungsvorrichtung 41 als auch die zweite Überwachungsvorrichtung
43 in der Leitung 6' befinden. Die erste Leitung 6 weist hingegen rein optional keine
Überwachungsvorrichtung mehr auf.
[0100] Fig. 4 zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer vierten Ausführungsform.
[0101] Die Ausführungsform der Fig. 4 unterscheidet sich von jener der Fig. 1 dadurch, dass
die Pumpe P6 als erste Fördereinrichtung das kombinierte Fluid nicht in den arteriellen
Leitungsabschnitt 1 sondern in den venösen Leitungsabschnitt 3 leitet.
[0102] Im Übrigen wird auf die Erläuterungen zur Fig. 1 verwiesen.
[0103] Fig. 5 zeigt in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung
mit einem extrakorporalen Blutkreislauf in einer fünften Ausführungsform.
[0104] In der Ausführungsform der Fig. 5 weist die erste Quelle Q4' Substituat auf, während
die Quelle Q4 Dialysierflüssigkeit enthält. Die Quelle Q4'enthält rein exemplarisch
Kalziumkonzentrat.
[0105] Im Unterschied zu den Ausführungsformen der vorangegangenen Figuren weist die Anordnung
eine weitere Beutelheizung H1 mit einem Beutel für Substituat auf. Zur Förderung des
Substituats ist stromab der Quelle Q4', aber stromauf einer Zugabestelle (kann ein
Ventil sein oder aufweisen) für das Substituat in Postdilution, eine Pumpe P3 vorgesehen.
[0106] Die gemeinsame Leitung 6 mündet in den venösen Leitungsabschnitt 3.
[0107] Folgende Merkmale können, obgleich in den Figuren nicht gezeigt, in jeder erfindungsgemäßen
Ausführungsform wiederum rein optional und in beliebiger Kombination vorgesehen sein:
Der arterielle Leitungsabschnitt 1 kann eine arterielle Klemme aufweisen.
[0108] Der arterielle Leitungsabschnitt 1 kann ein arterielles Septum, optional in Gestalt
einer Zugabeeinrichtung, aufweisen.
[0109] Der venöse Leitungsabschnitt 3 kann einen venösen Luftblasendetektor/optischen Sensor
aufweisen.
[0110] Der venöse Leitungsabschnitt 3 kann eine venöse Klemme aufweisen.
[0111] Die Blutkassette kann ein Rückschlagventil aufweisen.
[0112] Zur Zugabe von Heparin in das Leitungsinnere des extrakorporalen Blutkreislaufs 2000
oder der Blutkassette während einer extrakorporalen Blutbehandlung kann der extrakorporale
Blutkreislauf 2000 oder die Blutkassette mittels eines entsprechenden Ports mit einer
Zugabestelle für Heparin 25, etwa einer Heparinlösung oder -spritze, verbunden werden
oder sein.
[0113] Der arterielle Leitungsabschnitt 3 kann einen arteriellen Luftblasendetektor/optischen
Sensor aufweisen.
Bezugszeichenliste
[0114]
- 1000
- Blutbehandlungsvorrichtung
- 2000
- extrakorporaler Blutkreislauf
- 3000
- Blutbehandlungseinrichtung, Blutfilter oder Dialysator
- 4000
- Steuer- oder Regeleinrichtung
- 1
- arterieller Leitungsabschnitt
- 2
- Dialysatleitung
- 3
- venöser Leitungsabschnitt
- 4
- Dialysierflüssigkeitsleitung
- 4'
- erste Leitung, führt aus erster Quelle heraus
- 6
- gemeinsame Leitung
- 6'
- zweite Leitung, führt aus zweiter Quelle heraus
- H1
- Beutelheizung mit Beutel
- H2
- Beutelheizung mit Beutel
- P1
- Blutpumpe
- P2, P3, P4, P5
- optionale Pumpen
- P6
- Pumpe, erste Fördereinrichtung
- P6'
- Pumpe, zweite Fördereinrichtung
- PS1
- arterieller Sensor, misst den arteriellen Druck P_art
- PS2
- optionaler Drucksensor
- PS4
- Drucksensor zum Messen eines Filterdrucks
- Q4
- Quelle mit Dialysierflüssigkeit
- Q4'
- erste Quelle
- Q5
- Quelle
- Q6
- zweite Quelle
- 25
- Zugabestelle für Heparin
- 29
- venöse Blutkammer
- 31
- Entlüftungseinrichtung
- K
- Kreuzungspunkt oder Verbindungspunkt der ersten Leitung mit der zweiten Leitung
- W1, W2, W3
- Waagen
- 41
- erste Überwachungsvorrichtung
- 43
- zweite Überwachungsvorrichtung
- 45
- Überwachungsvorrichtung
- 51
- Tropfkammer