[0001] Die Erfindung betrifft ein Foliengebinde für ein Auspressgerät.
[0002] Mehrkomponentenmassen, wie beispielsweise Mörtel-, Schaum- und Dichtmassen, werden
dem Anwender als Mehrkomponentenmassen in Kartuschen und Foliengebinden zur Verfügung
gestellt. Foliengebinde weisen in der Regel mehrere Folienbeutel auf, die mit den
einzelnen Komponenten der Mehrkomponentenmasse gefüllt sind und in ein starres Kopfteil
eingeklebt sind, haben sich als Verpackung für derartige Massen bewährt und zeichnen
sich insbesondere durch ihren gegenüber Kartuschen geringen Materialanteil aus, der
nach dem Ausbringen der Masse entsorgt werden muss. Zudem sind Foliengebinde einfach
und kostengünstig herstellbar. Das Foliengebinde wird in ein Auspressgerät eingesetzt,
und mithilfe eines Auspressmechanismus werden die Massenkomponenten gleichzeitig in
Austrittskanäle des Kopfteils gedrückt. In einem Mischer werden die einzelnen Massenkomponenten
zu der gewünschten Masse gemischt und an einem Applikationsort ausgebracht.
[0003] Die Folienbeutel des Foliengebindes müssen vor der ersten Benutzung geöffnet werden,
indem der Anwender mit den ersten Hüben des Auspressvorganges die Folienbeutel zum
Platzen bringt. Dieses "passive" Öffnen kann durch gezielt eingebrachte Schwächungen
an bestimmten Stellen der Folienbeutel oder entsprechend platzierte Aufstecheinrichtungen
unterstützt werden.
[0004] Ein Beispiel für eine solche Öffnungshilfe ist in der
DE 43 35 970 A1 gezeigt. Die Stirnseiten der Folienbeutel werden durch den vom Auspressgerät aufgebrachten
Druck auf Stechspaten gedrückt, deren Schneiden quer zu den Falten der Folienbeutel
orientiert sind.
[0005] Eine aufwändigere Konstruktion schlägt die
DE 10 2007 018 143 B3 vor. In die Auslassstutzen der stirnseitig an den Folienbeuteln angebrachten Kappen
sind separate Aufstechhülsen eingesetzt. Die Aufstechhülsen können aus einer Lagerposition,
in der sie nicht mit den Folienbeuteln in Kontakt treten, durch Aufsetzen eines Mischers
in eine Aktivierungsposition verschoben werden, in der sie die Folien der Beutel durchdringen
oder zumindest näherungsweise berühren.
[0007] All diese Lösungen haben den Nachteil, dass die Austrittskanäle des Kopfteils vor
der ersten Benutzung noch nicht mit den Massenkomponenten gefüllt sind. Das bedeutet,
dass der Anwender erst das Leervolumen im Kopfteil auffüllen muss, bevor der Austritt
der Massenkomponenten in den Mischer erfolgt. Um bei Mehrkomponentensystemen eine
Synchronisierung der Durchsätze der Massenkomponenten zu erreichen, wird der Anwender
auch noch genötigt, vor der eigentlichen Anwendung eine bestimmte Menge an Hüben auszuführen
und die dabei geförderten Mengen zu verwerfen.
[0008] Abgesehen von einer Abweichung vom gewünschten Mischverhältnis bei Mehrkomponentensystemen
kann die in den nicht aufgefüllten Bereichen im Kopfteil befindliche Luft die Applikation
negativ beeinflussen, oder es kann aufgrund der Kompressibilität von Luft zu einem
unerwünschten Druck- und Fließverhalten kommen, was dann wiederum zu Aushärtestörungen
der Mehrkomponentenmasse führen kann. Ein weiterer Nachteil der bekannten Lösungen
mit Aufstecheinrichtungen ist die unzureichende Kontrolle über die Öffnungsvorgänge.
Die Aufstecheinrichtungen gewährleisten auch bei sachgemäßer Handhabung durch den
Anwender nicht immer eine einwandfreie Öffnung mit einem ausreichend großen Öffnungsquerschnitt.
Dies kann sich ebenfalls negativ auf die Qualität der applizierten Masse auswirken.
Gerade bei Mehrkomponentensystemen kann eine zu kleine Öffnung zu einem unbrauchbaren
Mischungsverhältnis führen.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Foliengebinde zu schaffen, das beim Gebrauch in
einem Auspressgerät einen sofortigen, einwandfreien Austritt der Massenkomponenten
ermöglicht.
[0010] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Foliengebinde mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Foliengebindes
sind in den zugehörigen Unteransprüchen angegeben.
[0011] Die Erfindung beruht einerseits auf der Erkenntnis, dass die eingangs geschilderten
Nachteile allesamt überwunden werden können, wenn die Austrittskanäle des Kopfteils
von Anfang an möglichst vollständig mit den Massenkomponenten gefüllt sind. Andererseits
wurde erkannt, dass die Folienbeutel eines Foliengebindes vor der ersten Benutzung
nicht zwangsläufig geschlossen sein müssen. Gemäß der Erfindung werden die Folienbeutel
bewusst bereits im Herstellungsprozess des Foliengebindes geöffnet. Dies erlaubt es
dem Hersteller, ausreichend große Öffnungen zu gewährleisten. Das Öffnungsverhalten
muss bei der Auswahl von Folien nicht mehr berücksichtigt werden. Dadurch ergeben
sich neue Freiheiten bei der Wahl der Verpackung.
[0012] Die Erfindung schafft ein Foliengebinde für ein Auspressgerät mit wenigstens einem
Folienbeutel, der mit einer Masse gefüllt ist, und einem Kopfteil, in dem ein stirnseitiges
Ende des Folienbeutels aufgenommen ist. Das Kopfteil weist wenigstens einen Austrittskanal
für die Masse auf. Gemäß der Erfindung ist der Folienbeutel am ersten stirnseitigen
Ende geöffnet, und der Austrittskanal des Kopfteils ist mit einem Verschlussteil verschlossen,
das von einem Anwender geöffnet oder entfernt werden kann.
[0013] Das erfindungsgemäße Foliengebinde zeichnet sich dadurch aus, dass der Folienbeutel
bereits vor der ersten Benutzung geöffnet ist, wobei ein Kontakt der Masse mit Luft
und ein unerwünschtes Austreten der Masse während der Lagerung oder des Transports
des Foliengebindes durch das Verschlussteil verhindert wird. Bezüglich der Vorteile
des erfindungsgemäßen Foliengebindes gegenüber dem Stand der Technik wird auf die
obigen Ausführungen zum erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren verwiesen.
[0014] Wie ebenfalls bereits oben erläutert, erlaubt es die Erfindung, den Austrittskanal
des Kopfteils mit einem Füllmaterial zu füllen, wobei das Füllmaterial das gleiche
Material wie die Masse im Folienbeutel oder auch ein anderes Material, wie etwa ein
Thermoplast oder ein Elastomer sein kann. In letzterem Fall kann das Füllmaterial
am Verschlussteil angebracht sein, sodass es beim Entfernen des Verschlussteils automatisch
aus dem Austrittskanal gezogen wird.
[0015] Als Verschlussteil eignet sich insbesondere eine aufsteckbare oder aufschraubbare
Kappe, eine Ventilklappe oder eine Versiegelung, z. B. in Form einer verschweißten
Folie.
[0016] Im Hinblick auf eine zeitsparende Montage des erfindungsgemäßen Foliengebindes weist
das Kopfteil oder das Verschlussteil eine Aufstecheinrichtung auf, die so ausgelegt
ist, dass der Folienbeutel bei einem Befestigen des stirnseitigen Endes des Folienbeutels
in der Aufnahme bzw. bei einem Anbringen des Verschlussteils am Austrittskanal automatisch
aufgestochen wird.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung dieses Aspekts weist die Aufstecheinrichtung
ein Öffnungsrohr auf, das einen Teil des Austrittskanals für die Masse bildet und
vorzugsweise eine abgeschrägte Form und/oder scharfe Kanten aufweist. Das Öffnungsrohr
sorgt in zuverlässiger Weise für die Ausbildung einer definierten, ausreichend großen
Öffnung im Folienbeutel.
[0018] Das erfindungsgemäße Foliengebinde für ein Auspressgerät kann durch ein Verfahren
hergestellt werden, das folgende Schritte umfasst:
- Anbringen eines Kopfteils an einem ersten stirnseitigen Ende eines mit einer Masse
gefüllten Folienbeutels, wobei das Kopfteil wenigstens einen Austrittskanal für die
Masse aufweist;
- Öffnen des Folienbeutels; und
- Schließen des Austrittskanals;
wobei das Öffnen des Folienbeutels und das Schließen des Austrittskanals vor einer
ersten Benutzung des Foliengebindes im Auspressgerät erfolgen.
[0019] Bei einer vorzeitigen Öffnung der Folienbeutel tritt das Problem auf, dass die Materialkomponenten
in Kontakt mit Luft kommen können. Außerdem ist während der Lagerung oder des Transports
der Foliengebinde ein unerwünschter Massenaustritt aus dem Kopfteil möglich. Diese
Probleme werden erfindungsgemäß durch das Schließen des Austrittskanals bereits bei
der Herstellung des Foliengebindes, also vor der ersten Benutzung des Foliengebindes
im Auspressgerät, gelöst.
[0020] Auf Seiten des Anwenders sind dank der Erfindung die Gefahren eines unkontrollierten
Aufplatzens der Folienbeutel und einer Verschmutzung vollständig unterbunden. Der
Anwender muss lediglich den Verschluss entfernen bzw. öffnen, z. B. durch Abschrauben
einer Kappe, und das Foliengebinde ist sofort einsatzbereit.
[0021] Somit ermöglicht es die Erfindung, die Vorteile, die die bewährte und beherrschte
Technologie der Folienbeutelabfüllung gegenüber der Verwendung von Hartkartuschen
bietet, zu bewahren und zudem bestimmte Vorteile, die bislang nur die fertigungstechnisch
aufwändigeren Hartkartuschen bieten konnten, auf Folienbeutelsysteme zu übertragen.
[0022] Die Erfindung zielt vornehmlich auf Mehrkomponentensysteme ab, d. h. auf Foliengebinde
mit mehreren Folienbeuteln, die jeweils mit einer Komponente einer Mehrkomponentenmasse
gefüllt sind. Die Erfindung ist aber grundsätzlich auch anwendbar für ein System mit
nur einem Folienbeutel.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Herstellungsverfahrens des erfindungsgemäßen
Foliengebindes erfolgt das Öffnen des Folienbeutels automatisch beim Anbringen des
Kopfteils, vorzugsweise durch eine am Kopfteil vorgesehene Aufstecheinrichtung. Somit
wird die Herstellung des Foliengebindes durch den Schritt des Öffnens des Folienbeutels
nicht verzögert, da dieser Schritt gleichzeitig mit dem Anbringen des Kopfteils durchgeführt
wird.
[0024] Zur Verdrängung der im Austrittskanal befindlichen Luft kann der Austrittskanal bei
der Herstellung des Foliengebindes mit einem Füllmaterial befüllt werden. Das Füllmaterial
kann zudem dafür sorgen, dass die Folienbeutel nach dem Öffnen nicht allzu viel von
ihrer ursprünglichen prallen Form verlieren, da die Massenkomponente des Folienbeutels
aufgrund des Füllmaterials nicht in den Austrittskanal des Kopfteils gelangen kann.
[0025] Bei geeigneter Wahl des Füllmaterials lässt sich dieses vor der ersten Benutzung
leicht entfernen. Besonders vorteilhaft ist hierbei eine Ausführungsform, bei der
dass das Füllmaterial mit einem Verschlussteil (z. B. eine Kappe) verbunden wird,
mit welchem der Austrittskanal verschlossen wird. Beim Entfernen des Verschlussteils
durch den Anwender wird dann gleichzeitig auch das Füllmaterial aus dem Austrittskanal
entnommen.
[0026] Eine alternative Ausführungsform des Herstellungsverfahrens des erfindungsgemäßen
Foliengebindes sieht vor, dass nach dem Öffnen des Folienbeutels ein Teil der Masse
aus dem Folienbeutel als Füllmaterial in den Austrittskanal gedrückt wird. Das bedeutet,
dass bereits bei der Herstellung des Foliengebindes der gesamte Leerraum des Kopfteils
vorab, d. h. in Vorbereitung auf die erst später erfolgende erste Benutzung, mit den
Massenkomponenten gefüllt werden kann, sodass der Anwender nicht mit dieser als störend
empfundenen Aufgabe behelligt werden muss.
[0027] Gemäß einer besonderen Variante dieser Ausführungsform wird der Folienbeutel bei
der Herstellung des Foliengebindes geteilt, und das beim Teilen entstehende offene
zweite stirnseitige Ende des Folienbeutels wird verschlossen. Dabei wird durch das
Teilen oder durch das Verschließen ein solcher Druck auf die Masse im Folienbeutel
ausgeübt, dass ein Teil der Masse aus dem Folienbeutel in den Austrittskanal verdrängt
wird. Diese Variante erlaubt vorteilhaft die gleichzeitige Herstellung von zwei Foliengebinden,
ausgehend von einem verlängerten Folienbeutel für jede Massenkomponente, welcher zunächst
an beiden stirnseitigen Enden geschlossen ist. An beiden stirnseitigen Enden des Folienbeutels
wird jeweils ein Kopfteil angebracht, und der Folienbeutel wird an beiden stirnseitigen
Enden geöffnet. Dann wird der Folienbeutel in der Mitte wie oben beschrieben geteilt,
und die neu entstandenen offenen Enden der beiden Teile werden verschlossen. Dabei
werden automatisch bei beiden Foliengebinden die Austrittskanäle mit der Massenkomponente
gefüllt, ohne dass hierfür ein zusätzlicher Fertigungsschritt notwendig wäre.
[0028] Ein vollständiges Füllen der Austrittskanäle gemäß dem obigen Prinzip kann beispielsweise
dadurch erreicht werden, dass das zweite stirnseitige Endes des Folienbeutels in bewährter
Art und Weise durch einen Clip verschlossen wird, dessen Breite so gewählt ist, dass
wenigstens eine dem Volumen des Austrittskanals entsprechende Menge der Masse aus
dem Folienbeutel in den Austrittskanal verdrängt wird.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und aus den beigefügten Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- einen ersten Schritt eines Verfahrens zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Foliengebindes;
- Fig. 2
- einen zweiten Schritt des Herstellungsverfahrens;
- Fig. 3
- einen dritten Schritt des Herstellungsverfahrens;
- Fig. 4
- eine Schnittansicht zweier Folienbeutel und eines Kopfteils eines erfindungsgemäßen
Foliengebindes nach einer ersten Ausführungsform; und
- Fig. 5
- eine Schnittansicht eines Verschlusses für das Kopfteil eines erfindungsgemäßen Foliengebindes
nach einer zweiten Ausführungsform.
[0030] In Figur 1 sind zwei bezüglich ihrer Längsachsen parallel angeordnete, im Wesentlichen
schlauchförmige Folienbeutel 10, 12 dargestellt, die jeweils mit einer Komponente
einer Mehrkomponentenmasse gefüllt sind. Die Länge der Folienbeutel 10, 12 ist gleich,
während ihre Durchmesser auf das bevorzugte Mischungsverhältnis der Massenkomponenten
abgestimmt sind.
[0031] An den beiden entgegengesetzten stirnseitigen Enden 14 der Folienbeutel 10, 12 ist
jeweils ein Kopfteil 16 angebracht, beispielsweise durch Kleben. Das Kopfteil 16 weist
für jeden Folienbeutel 10, 12 eine Aufstecheinrichtung und einen Austrittskanal (in
den Figuren 1 bis 3 nicht gezeigt) auf, durch den die jeweilige Massenkomponente austreten
kann.
[0032] Die Aufstecheinrichtungen sind so angeordnet, dass sie beim Anbringen des Kopfteils
16 automatisch eine Öffnung in den jeweiligen Folienbeutel 10, 12 stechen. Nach dem
Öffnen der Folienbeutel 10, 12 kann bereits etwas von der darin befindlichen Massenkomponente
in den jeweiligen Austrittskanal eintreten, wie in Figur 2 gezeigt, Ein signifikanter
Teil der Austrittskanäle bleibt jedoch abhängig von der Viskosität der Massenkomponenten
mit Luft gefüllt.
[0033] Die Folienbeutel 10, 12 werden nun an einer Stelle zwischen ihren stirnseitigen Enden
14, vorzugsweise genau in der Mitte, geteilt, beispielsweise durch Abschnüren. Die
durch das Teilen der Folienbeutel 10, 12 entstehenden neuen stirnseitigen Enden 18
werden verschlossen, insbesondere durch einen Clip 20, oder durch Verschweißen oder
Kleben. Die im Kopfteil 16 aufgenommenen stirnseitigen Enden 14 der Folienbeutel 10,
12 werden nachfolgend als erste Enden und die neu entstandenen stirnseitigen Enden
18 als zweite Enden bezeichnet.
[0034] Beim Teilen und/oder Verschließen, was gleichzeitig erfolgen kann, wird am zweiten
Ende 18 der Folienbeutel 10, 12 ein Druck auf die Massenkomponente ausgeübt. Dieser
Druck führt dazu, dass automatisch ein Teil der im Folienbeutel 10, 12 befindlichen
Massenkomponente in den Austrittskanal verdrängt wird. Dabei soll sich möglichst der
gesamte Austrittskanal mit der Massenkomponente füllen, damit die darin befindliche
Luft möglichst vollständig verdrängt wird. Beim Verschließen mit einem Clip 20 wird
dies durch die Wahl eines Clips mit entsprechender Mindestbreite erreicht.
[0035] Nach dem Füllen des Austrittskanals wird dieser gemäß Figur 3 mit einem Verschlussteil
22 dicht verschlossen. Das Verschlussteil 22 kann eine aufgesteckte oder aufgeschraubte
Kappe, eine Ventilklappe, eine Versiegelung in Form einer verschweißten Folie oder
dergleichen sein. Das Verschlussteil 22 verhindert effektiv einen Kontakt der Massenkomponenten
mit Luft, die durch die Austrittskanäle zu den geöffneten Folienbeuteln 10, 12 gelangen
könnte. Damit ist die Herstellung des Foliengebindes abgeschlossen, d. h. das Foliengebinde
befindet sich in einem lager- und transportfähigen Zustand.
[0036] Vor der Benutzung des Foliengebindes in einem Auspressgerät muss nur das Verschlussteil
22 entfernt bzw. geöffnet werden. Das Foliengebinde wird dann in das Auspressgerät
eingesetzt, wobei üblicherweise noch ein Mischer am Kopfteil 16 angesetzt wird, in
dem die beim Gebrauch des Auspressgeräts durch die Austrittskanäle austretenden Massenkomponenten
vermischt werden. Da sich vor der ersten Benutzung des Foliengebindes keine Luft in
den Austrittskanälen befindet, wird die Mehrkomponentenmasse sofort und im richtigen
Mischungsverhältnis ausgegeben, sodass kein anfänglicher Leerhub auftritt und auch
keine Masse verworfen werden muss.
[0037] Die Luft in den Austrittskanälen kann bei der Herstellung des Foliengebindes auch
auf andere Weise verdrängt werden. Beispielsweise können die Austrittskanäle unabhängig
von einem Austritt der Massenkomponenten aus den Folienbeuteln 10, 12 mit dem gleichen
Material oder mit einem anderen Material befüllt werden. In letzterem Fall wird das
Füllmaterial vor dem ersten Gebrauch entsorgt. Dies kann automatisch erfolgen, wenn
das Füllmaterial am Verschlussteil 22 angebracht ist, das vor dem ersten Gebrauch
ohnehin entfernt wird. Hierfür eignen sich beispielsweise vorgefertigte Thermoplaste
oder Elastomere.
[0038] In Figur 4 ist eine Ausführungsform des Kopfteils 16 im Detail gezeigt. Neben zwei
Aufnahmen 24, 26, in denen die ersten stirnseitigen Enden 14 der Folienbeutel 10,
12 befestigt werden, ist für jeden Folienbeutel 10, 12 eine Aufstecheinrichtung 28,
30 vorgesehen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Aufstecheinrichtungen
jeweils als Öffnungsrohr 32, 34 ausgebildet, das in die Aufnahme 24, 26 für den Folienbeutel
10, 12 hineinragt und eine abgeschrägte Form mit scharfen Kanten aufweist. Beim Befestigen
der Folienbeutel 10, 12 in den Aufnahmen 24, 26 reicht die Kraft F, mit denen die
Folienbeutel 10, 12 in die Aufnahmen 24, 26 gedrückt werden, für ein sicheres Öffnen
der Folienbeutel 10, 12 aus.
[0039] Die Öffnungsrohre 32, 34 sind gleichzeitig Teil der Austrittskanäle 36, 38. Als Austrittskanal
36, 38 soll allgemein der gesamte Raum im Kopfteil 16 verstanden werden, in den die
jeweilige Massenkomponente nach dem Öffnen des Folienbeutels 10, 12 eindringen kann.
[0040] Eine alternative Form der Aufstecheinrichtungen 28, 30 ist in Figur 5 gezeigt. Hier
sind die Aufstecheinrichtungen 28, 30 nicht im Kopfteil 16, sondern im Verschlussteil
22 gebildet. Die Länge der Aufstecheinrichtungen 28, 30 ist so bemessen, dass sie
nach vollständigem Aufstecken oder Aufschrauben auf das Kopfteil 16 so weit in die
Aufnahmen 24, 26 ragen, dass die durch das vollständige Aufstecken bzw. Aufschrauben
erzeugte Kraft F auf die Folienbeutel 10, 12 ein sicheres Öffnen gewährleistet.
[0041] Unabhängig davon, wo die Aufstecheinrichtungen 28, 30 gebildet sind, bieten sich
auch andere Formen an, beispielsweise eine abgeschrägte Rinne (mit scharfer Schneide),
ein abgeschrägtes Rohr (Einfach-, Dachschräge), ein abgeschrägter Stab, eine drei-,
vier- oder mehrkantige Schneide, die jeweils steif oder flexibel ausgestaltet sein
können.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 10
- Folienbeutel
- 12
- Folienbeutel
- 14
- erstes stirnseitiges Ende
- 16
- Kopfteil
- 18
- zweites stirnseitiges Ende
- 20
- Clip
- 22
- Verschlussteil
- 24
- Aufnahme
- 26
- Aufnahme
- 28
- Aufstecheinrichtung
- 30
- Aufstecheinrichtung
- 32
- Öffnungsrohr
- 34
- Öffnungsrohr
- 36
- Austrittskanal
- 38
- Austrittskanal
1. Foliengebinde für ein Auspressgerät, mit
- wenigstens einem Folienbeutel (10; 12), der mit einer Masse gefüllt ist, und
- einem Kopfteil (16), in dem ein erstes stirnseitiges Ende (14) des Folienbeutels
(10; 12) aufgenommen ist, wobei das Kopfteil (16) wenigstens einen Austrittskanal
(36; 38) für die Masse aufweist,
wobei der Folienbeutel (10; 12) am ersten stirnseitigen Ende 14) geöffnet ist, und
wobei der Austrittskanal (36; 38) des Kopfteils (16) mit einem Verschlussteil (22)
verschlossen ist, das von einem Anwender geöffnet oder entfernt werden kann,
dadurch gekennzeichnet, dass der Austrittskanal (36; 38) des Kopfteils (16) mit einem Füllmaterial gefüllt ist.
2. Foliengebinde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial das gleiche Material wie die Masse im Folienbeutel (10; 12) ist.
3. Foliengebinde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial ein Thermoplast oder ein Elastomer ist.
4. Foliengebinde nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllmaterial am Verschlussteil (22) angebracht ist.
5. Foliengebinde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites stirnseitiges Ende des Folienbeutels (10; 12) mit einem Clip (20) oder
durch Kleben oder Schweißen verschlossen ist.
6. Foliengebinde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussteil (22) eine aufsteckbare oder aufschraubbare Kappe, eine Ventilklappe
oder eine Versiegelung, insbesondere in Form einer verschweißten Folie, aufweist.
7. Foliengebinde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (16) oder das Verschlussteil (22) eine Aufstecheinrichtung (28) aufweist,
die so ausgelegt ist, dass der Folienbeutel (10; 12) bei einem Befestigen des ersten
stirnseitigen Endes (14) des Folienbeutels (10; 12) in eine Aufnahme (24, 26) des
Kopfteils (16) bzw. bei einem Anbringen des Verschlussteils (22) am Austrittskanal
(36; 38) aufgestochen wird.
8. Foliengebinde nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufstecheinrichtung (28) ein Öffnungsrohr (32, 34) aufweist, das einen Teil des
Austrittskanals (36; 38) für die Masse bildet und vorzugsweise eine abgeschrägte Form
und/oder scharfe Kanten aufweist.