Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachkalibrierung einer Brennervorrichtung
für Flüssigbrennstoffe. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung
eines Startvorgangs einer Brennervorrichtung für Flüssigbrennstoffe. Ferner betrifft
die Erfindung eine Steuervorrichtung zur Ansteuerung einer Brennervorrichtung für
Flüssigbrennstoffe, wobei die Steuervorrichtung eine Kalibrierungsfunktion zur Kalibrierung
der Brennervorrichtung aufweist. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Brennervorrichtung
für Flüssigbrennstoffe, wobei die Brennervorrichtung eine Düse, eine Elektrode, ein
Gebläse zur Zuführung von Verbrennungsluft in den Bereich der Düse, eine Brennstoffpumpe
zur Zuführung von flüssigem Brennstoff zur Düse und eine Steuervorrichtung zur Ansteuerung
des Gebläses und der Brennstoffpumpe auf- weist.
Stand der Technik
[0002] In der
DE 7910213 U1 wird ein Ölbrenner mit einem an ein Gebläse für die Verbrennungsluft angeschlossenen
Flammrohr und einem im Flammrohr liegenden Zerstäuber, der an eine Ölzuleitung und
eine Druckluftleitung angeschlossen ist, beschrieben. Eine auf der gleichen Antriebswelle
wie das Gebläse sitzende Ölpumpe, die als Zahnradpumpe ausgebildet ist, saugt das
zu verfeuernde Öl über einen Ölfilter an und pumpt es dem Zerstäuber zu.
[0003] In der
EP 0 614 051 A1 wird ein Feuerungsautomat mit einem Programmgeber, der einen Inbetriebsetzungsvorgang
und einen fortlaufenden Betrieb steuert und über- wacht, beschrieben, wobei Gebläse
und Brennstoffpumpe für jeden Arbeitspunkt ge- mäß den in einem Solldaten-Speicher
abgelegten Daten gesteuert werden.
[0004] Die
EP 0 209 771 A1 betrifft ein Verfahren zur Feinregulierung eines Brennstoffmengenstromes in brennerbetriebenen
Feuerungsanlagen für fossile Energieträger durch Messung des Restsauerstoffgehaltes
der Abgase, wobei als Kenngröße zur Bewertung des optimalen Stoffumsatzes das im Abgas
enthaltene CO verwendet wird.
Beim erstmaligen Aufstellen bzw. Installieren einer Brennervorrichtung sowie auch
beim Verändern einer Brennervorrichtung, beispielsweise nach Düsenaustausch, Pumpentausch
oder Umbau der Brennervorrichtung, ist es notwendig, die Brenner- vorrichtung zu kalibrieren.
Hierbei handelt es sich um einen Vorgang, welcher übli- cherweise manuell von einem
Monteur durchgeführt werden muss und in der Regel recht aufwändig ist.
Auch bei bereits kalibrierten Brennervorrichtungen kann es im laufenden Betrieb auf-
grund von veränderten Anlagebedingungen dazu führen, dass eine Überwachung des ordnungsgemäßen
Betriebs der Brennervorrichtungen einen anscheinenden Fehlbe- trieb der Brennervorrichtungen
detektiert.
Darstellung der Erfindung: Aufgabe, Lösung, Vorteile
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Nachkalibrierung einer
Brennervorrichtung möglichst zuverlässig, einfach und automatisch durchführbar auszugestalten.
Erfindungsgemäß wird hierfür ein Verfahren zur Nachkalibrierung einer Brennervorrichtung
für Flüssigbrennstoffe vorgeschlagen. Das Kalibrierverfahren ist für eine Brennervorrichtung
für Flüssigbrennstoffe, insbesondere Heizöl, Benzin, Diesel und flüssige Biokraftstoffe
vorgesehen. Die Brennervorrichtung weist ein Gebläse zur Förderung von Verbrennungsluft,
eine Brennstoffpumpe, z. B. eine Ölpumpe, zur Förderung von flüssigem Brennstoff,
z. B. Öl, eine Düse sowie zumindest eine Elektrode auf. Mit der Düse und der mindestens
einen Elektrode ragt die Brennervorrichtung in einen Brenn- raum eines Kessels hinein.
Im Bereich der Düsenöffnung bildet sich bei Betrieb eine Flamme. Die Brennervorrichtung
wird mittels einer Steuervorrichtung gesteuert. Des Weiteren weist die Steuervorrichtung
eine Kalibrierfunktion auf, mit welcher das er- findungsgemäße Verfahren durchgeführt
werden kann.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren ist als Verfahren für eine Nachkalibrierung der Brennervorrichtung
ausgebildet. Hierunter ist zu verstehen, dass die Brennervorrichtung mindestens bereits
einmal, mittels einer Startkalibrierung, kalibriert wurde. Die Startkalibrierung kann
auch als Vorstufe des Nachkalibrierverfahrens verstanden werden.
[0007] Zu mehreren Leistungsstufen weist die Brennervorrichtung jeweils einen vorgegebenen
Überwachungssollwert und/oder einen vorgegebenen Überwachungssollwertebereich auf.
Diese Parameter können beispielsweise in einem Speicher der Steuervorrichtung abgelegt
sein. Der ordnungsgemäße Betrieb der Brennervorrichtung kann anhand dieser Sollwerte
bzw. Sollwertbereiche regelmäßig überprüft werden. Es kann somit jederzeit erkannt
werden, falls die Brennervorrichtung in einer vorgegebenen Leistungsstufe nicht ordnungsgemäß
arbeitet bzw. nicht im vorgesehenen Parameterbereich operiert. Dies kann beispielsweise
bei einer Umpositionierung der Anlage und einer Änderung der Erdung, bei Oxidation
der Elektroden oder beim Ausbrennen von Ruß auftreten.
[0008] Erfindungsgemäß sieht das Verfahren zur Nachkalibrierung der Brennervorrichtung zumindest
die folgenden Schritte vor:
- a.) Ansteuern der Brennervorrichtung mit einer ersten Leistungsstufe, wobei der ersten
Leistungsstufe ein erster Überwachungssollwert und/oder ein erster Überwachungssollwertebereich
zugeordnet ist, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb der Brennervorrichtung für die
erste Leistungsstufe definiert wird; und
- b.) Ermitteln eines ersten Überwachungswertes bezüglich des tatsächlichen Be- triebs
der Brennervorrichtung in dieser ersten Leistungsstufe; und
- c.) Zuordnen des ersten Überwachungswertes als neuer erster Überwachungs- sollwert
zur ersten Leistungsstufe und/oder Zuordnen eines neuen ersten Überwachungssollwertebereichs
basierend auf dem ersten Überwachungssollwert zur ersten Leistungsstufe; und
- d.) Ansteuern der Brennervorrichtung mit einer zweiten Leistungsstufe, wobei der zweiten
Leistungsstufe ein zweiter Überwachungssollwert und/oder ein zweiter Überwachungssollwertebereich
zugeordnet ist, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb der Brennervorrichtung für die
zweite Leistungsstufe definiert wird; und
- e.) Ermitteln eines zweiten Überwachungswertes bezüglich des tatsächlichen Be- triebs
der Brennervorrichtungen in der zweiten Leistungsstufe; und
- f.) Zuordnen des zweiten Überwachungswertes als neuer zweiter Überwachungssollwert
zur zweiten Leistungsstufe und/oder Zuordnen eines neuen zweiten Überwachungssollwertebereichs
basierend auf dem zweiten Überwachungssollwert zur zweiten Leistungsstufe.
[0009] Als Überwachungswert beziehungsweise Überwachungssollwert könnte jeder Mess- wert
einer Messgröße dienen, welcher zur Flammüberwachung der Brennervorrich- tung geeignet
ist. Unter dem Überwachungswert beziehungsweise Überwachungs- sollwert ist somit ein
Messwert zur Flammüberwachung zu verstehen. Hiermit kann ein ordnungsgemäßer Betrieb
der Brennervorrichtung überwacht werden. Erfin- dungsgemäß ist als Überwachungswert
ein Flammwiderstandswert oder ein mit ei- nem Flammwiderstandswert korrespondierender
Wert, insbesondere eine Stromstär- ke beziehungsweise ein Flammensignalstrom, vorgesehen.
Beispielsweise könnte in jeder Leistungsstufe direkt der Flammwiderstand oder ein
damit korrespondierender Wert, zum Beispiel eine Stromstärke beziehungsweise ein Flammensignalstrom,
ge- messen werden. Ohne Flamme geht der elektrische Widerstand zwischen Elektrode
und Masse gegen unendlich beziehungsweise der Flammensignalstrom gegen Null, da Luft
ein sehr schlechter elektrischer Leiter ist. Durch die ionisierende Wirkung einer
Flamme nimmt der elektrische Widerstand (Flammwiderstand) üblicherweise einen Wert
im Mega-Ohm Bereich ein. Je nach Flamme könnte der Flammwiderstand einen Wert zwischen
20 kOhm und 40 Mega-Ohm betragen.
[0010] Die Überwachungssollwerte und/oder die Überwachungssollwertebereiche werden für die
einzelnen Leistungsstufen vor Schritt a.) mittels einer Startkalibrierung ermit- telt
und den jeweiligen Leistungsstufen zugeordnet. Das Verfahren zur Nachkalibrierung
der Brennervorrichtung weist somit eine Startkalibrierfunktion auf, welche zumindest
einmalig beim Aufstellen bzw. Installieren der Brennervorrichtung durchlaufen wird.
Dabei werden einzelne Leistungsstufen der Brennervorrichtung angesteuert, eine Gebläsedrehzahl
oder Brennstoffpumpendrehzahl für jede einzelne angesteuerte Leistungsstufe eingestellt
bzw. kalibriert und ein Überwachungssollwert und/oder Überwachungssollwertbereich
gemessen und der jeweiligen Leistungsstufe zugeordnet.
[0011] Unter Zuordnen eines Überwachungswertes als neuer Überwachungssollwert bzw. unter
Zuordnen eines neuen Überwachungssollwertebereichs ist im Sinne der vorlie- genden
Erfindung ein Aktualisieren der Überwachungssollwerte bzw. der Überwachungssollwertebereiche
zu verstehen. Hierfür können die vorgegebenen Überwachungssollwerte bzw. Überwachungssollwertebereiche
für die einzelnen Leistungsstufen beispielsweise überschrieben werden.
[0012] Unter Ermitteln eines Überwachungswertes bezüglich des tatsächlichen Betriebs der
Brennervorrichtung in einer Leistungsstufe ist zu verstehen, dass in einer Leistungsstufe
(beispielsweise der ersten Leistungsstufe oder der zweiten Leistungsstufe) ein Überwachungswert
gemessen wird oder ein mit dem Überwachungswert korrespondierender Wert gemessen und
der Überwachungswert selbst daraus berechnet wird. Der Überwachungswert dient zur
Flammüberwachung der Brennervorrichtung.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Nachkalibrierung der Brennervorrichtung sieht
somit vor, dass zumindest zwei Leistungsstufen (eine erste Leistungsstufe und eine
zweite Leistungsstufe) angesteuert werden und die diesen Leistungsstufen ursprünglich
vor- gegebenen Überwachungssollwerte bzw. Überwachungssollwertebereiche aktualisiert
werden. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Verfahren in der Reihenfolge der
Verfahrensschritte a.) bis f.) durchgeführt wird.
[0014] Bevorzugterweise ist vorgesehen, dass mindestens eine weitere Leistungsstufe, d.
h. eine dritte Leistungsstufe, angesteuert wird und der der dritten Leistungsstufe
ursprünglich zugeordnete Überwachungssollwert bzw. Überwachungssollwertebereich aktualisiert
wird. Hierfür sind zumindest die folgenden weiteren Schritte in der vorgegebenen Reihenfolge
vorgesehen:
g.) Ansteuern der Brennervorrichtung mit einer dritten Leistungsstufe, wobei der dritten
Leistungsstufe ein dritter Überwachungssollwert und/oder ein dritter Überwachungssollwertebereich
zugeordnet ist, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb der Brennervorrichtung für die
dritte Leistungsstufe definiert wird; und
h.) Ermitteln eines dritten Überwachungswertes bezüglich des tatsächlichen Be- triebs
der Brennervorrichtung in der dritten Leistungsstufe; und
i.) Zuordnen des dritten Überwachungswertes als neuer dritter Überwachungs- sollwert
zur dritten Leistungsstufe und/oder zur Zuordnen eines neuen dritten Überwachungssollwertebereichs
basierend auf dem dritten Überwachungssollwert zur dritten Leistungsstufe.
[0015] Besonders bevorzugterweise können noch weitere, beispielsweise eine vierte und eine
fünfte Leistungsstufe angesteuert werden.
[0016] Bevorzugterweise weist die Brennervorrichtung bzw. die Steuervorrichtung der Brennervorrichtung
nicht nur für die einzelnen Leistungsstufen vorgegebene Überwachungssollwerte bzw.
Überwachungssollwertebereiche auf, sondern der Brennervorrichtung sind zusätzlich
auch Überwachungssollwerte bzw. Überwachungssollwertebereiche zwischen den einzelnen
Leistungsstufen, beispielsweise mittels einer Überwachungssollwerte-Kennlinie, vorgegeben.
Eine derartige Überwachungssollwer- te-Kennlinie könnte beispielsweise durch Interpolation
der Überwachungssollwerte für einzelne Leistungsstufen erstellt sein und in einem
Speicher der Steuervorrichtung der Brennervorrichtung abgespeichert bzw. hinterlegt
sein.
[0017] Vorteilhafterweise ist bei dem Verfahren zur Nachkalibrierung vor- gesehen, dass
nachdem mindestens zwei, bevorzugterweise mindestens drei, Leis- tungsstufen angesteuert
wurden und die entsprechenden Überwachungssollwerte bzw. Überwachungssollwertebereiche
aktualisiert wurden, die Überwachungssollwer- te-Kennlinie durch erneute Interpolation
neu erstellt bzw. aktualisiert wird.
[0018] Ferner ist bevorzugterweise vorgesehen, dass vor Schritt a.) in einer vorgegebenen
Leistungsstufe überprüft wird, ob die Brennervorrichtung in einem für die vorgegebene
Leistungsstufe vorgesehenen Betrieb läuft. Für die Überprüfung im laufenden Betrieb
kann beispielsweise ein Überwachungswert in regelmäßigen Zeitabständen in einer vorgegebenen
Leistungsstufe (der momentanen Leistungsstufe der Brennervorrichtung) ermittelt und
mit dem für diese Leistungsstufe zugeordneten Überwachungssollwert bzw. Überwachungssollwertebereich
verglichen werden. Liegt der tatsächlich ermittelte Überwachungswert in der vorgegebenen
Leistungsstufe außerhalb des für diese Leistungsstufe vorgesehenen Überwachungssollwertebereichs,
ist bevorzugterweise vorgesehen, dass das Verfahren zur Nachkalibrierung mit Schritt
a) gestar- tet wird.
[0019] Bevorzugterweise kann vor und/oder nach der Nachkalibrierung die Brennervorrichtung
mehrmals neu gestartet werden. Nach mindestens einem Neustart oder besonders bevorzugterweise
nach mehreren, sowie ganz besonders bevorzugterweise nach sämtlichen, Neustarts, wird
der tatsächliche Überwachungswert in einer neuen vorgegebenen Leistungsstufe, z. B.
einer Zündposition bzw. Startleistungsstufe, ermittelt und mit dem für diese neue
vorgegebene Leistungsstufe zugeordneten Überwachungssollwert bzw. Überwachungsollwertebereich
verglichen.
[0020] Des Weiteren ist bevorzugterweise vorgesehen, dass die Nachkalibrierung mit Schritt
a) nur bis zu einer vorgegebenen maximalen Betriebsstundengrenze der Brennervorrichtung
gestartet wird. Die maximale Betriebsstundengrenze kann vorzugsweise 72 Betriebsstunden,
besonders bevorzugterweise 48 Betriebsstunden und ganz besonders bevorzugterweise
24 Betriebsstunden betragen. Vorzugsweise wird die Nachkalibrierung bis zu der vorgegebenen
maximalen Betriebsstundengrenze gestartet, wenn der tatsächlich ermittelte Überwachungswert
in der vorgegebenen Leistungsstufe außerhalb des für diese Leistungsstufe vorgesehenen
Überwachungssollwertebereichs liegt. Besonders bevorzugterweise wird die Brennervorrichtung
nach Ablauf der vorgegebe- nen maximalen Betriebsstundengrenze neu gestartet, falls
der tatsächlich ermittelte Überwachungswert in der vorgegebenen Leistungsstufe außerhalb
des für diese Leis- tungsstufe vorgesehenen Überwachungssollwertebereichs liegt. Besonders
bevorzug- terweise sind maximal zehn, sowie ganz besonders bevorzugterweise maximal
fünf, Neustarts hintereinander vorgesehen, falls der tatsächliche Überwachungswert
in der neuen vorgegebenen Leistungsstufe wiederholt außerhalb des für diese neu vorgege-
bene Leistungsstufe vorgesehenen Überwachungssollwertbereichs liegt und die ma- ximale
Betriebsstundengrenze überschritten ist. Liegt der tatsächlich ermittelte Überwachungswert
in der vorgegebenen Leistungsstufe auch nach mehrmaligen Neu- starts weiterhin außerhalb
des für diese Leistungsstufe vorgesehenen Überwachungs- sollwertebereichs, kann die
Brennervorrichtung abgeschaltet und verriegelt werden. Durch diese Störabschaltung
kann ein weiterer Betrieb der Brennervorrichtung außerhalb des vorgesehenen Überwachungssollwertebereichs
vermieden werden. Es kann dann eine manuelle oder automatische Startkalibrierung durchgeführt
werden.
[0021] Auch ist bevorzugterweise vorgesehen, dass für den Überwachungssollwertebereich einer
höheren Leistungsstufe eine kleinere oder größere Toleranzspanne festgelegt wird als
für den Überwachungssollwertebereich einer niedrigeren Leistungsstufe. Zum Beispiel
könnte für die erste Leistungsstufe eine kleinere oder größere Toleranzspanne für
den Überwachungssollwertebereich festgelegt werden als für die zweite und/oder dritte
Leistungsstufe. Die Toleranzspanne eines Überwachungssollwertebe- reichs könnte besonders
bevorzugterweise kontinuierlich mit Zunahme der Leistung kleiner oder größer festgelegt
werden.
[0022] Grundsätzlich könnte die Nachkalibrierung mit jeder Leistungsstufe, beispielsweise
mit der niedrigsten oder der höchsten Leistungsstufe, begonnen werden. Es ist aber
bevorzugterweise vorgesehen, dass die erste Leistungsstufe einer maximalen Leistungsstufe
der Brennervorrichtung entspricht und/oder dass die zweite oder dritte Leistungsstufe
einer minimalen Leistungsstufe der Brennervorrichtung entspricht. Die Nachkalibrierung
beginnt somit bevorzugterweise mit der maximalen Leistungsstufe bzw. bei Großlast
und wird dann mit einer kleineren Leistungsstufe fortgeführt. Falls drei oder mehr
Leistungsstufen im Kalibrierverfahren angefahren bzw. angesteuert werden, könnte die
letzte Leistungsstufe die minimale bzw. kleinste Leistungsstufe sein und die Klein-
last darstellen.
[0023] Bevorzugterweise wird in Schritt b.) und/oder in Schritte e.) und/oder in Schritt
h.) der jeweilige Überwachungswert zur Flammüberwachung direkt oder indirekt gemessen.
Besonders bevorzugterweise wird hierfür ein Messwert im Elektrodenbereich und/oder
Flammbereich der Brennervorrichtung gemessen, welcher dem Überwa- chungswert entspricht.
Hierunter ist zu verstehen, dass ein Messwert ermittelt wird, dessen Messgröße identisch
zur Messgröße des der Steuervorrichtung der Brennervorrichtung vorgegebenem Überwachungssollwerts
ist.
[0024] Des Weiteren ist bevorzugterweise vorgesehen, dass in Schritt b.) und/oder in Schritt
e.) und/oder in Schritt h.) jeweils Werte über einen vorgegebenen Messzeitraum gemessen
werden und daraus jeweils ein Überwachungswert errechnet wird. Hierfür werden mehrere
Werte derselben Messgröße innerhalb des vorgegebenen Messzeitraums gemessen. Der vorgegebene
Messzeitraum kann beispielsweise zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten betragen. Der
aus den mehreren gemessenen Messwerten ermittelte bzw. errechnete Überwachungswert
kann beispielsweise einen Durchschnittswert oder einen Mittelwert dieser Werte entsprechen,
oder einen anderweitig errechneten Wert darstellen, welcher den Zustandsverlauf der
gemessenen Werte in dem Messzeitraum wiedergibt. Besonders bevorzugterweise ist vorgesehen,
dass die Messungen im vorgegebenen Messzeitraum in regelmäßigen, ganz besonders bevorzugterweise
gleichen, Zeitabständen durchgeführt werden. Beispielsweise könnten die Messungen
in Millisekunden oder Sekundenabständen gemessen werden. Hierfür ist bevorzugterweise
ein entsprechender Taktgeber vorgesehen.
[0025] Bevorzugterweise weist das Kalibrierverfahren eine Startkalibrierfunktion mit zumindest
den folgenden Schritten auf:
i1) Ansteuern der Brennervorrichtung mit einer ersten Leistungsstufe, wobei der ersten
Leistungsstufe eine erste Gebläsedrehzahl und eine erste Brennstoffpumpendrehzahl
zugeordnet ist; und
i2) Messen eines ersten Messwerts mindestens einer Messgröße im Abgasbereich der Brennervorrichtung.
Beispielsweise könnte ein C02-Wert und/oder ein CO- Wert und/oder ein 02-Wert und/oder
eine Russzahl und/oder ein Abgaswert und/oder eine Temperatur und/oder ein Stickoxid-Wert
gemessen werden; und
i3) Überprüfen, ob der erste Messwert in einem vorgegebenen ersten Soll-Wertebereich
für die erste Leistungsstufe liegt; und
i4) Verändern der ersten Gebläsedrehzahl durch manuelle Eingabe oder automati- sche
Einstellung einer neuen ersten Gebläsedrehzahl oder eines mit einer neu- en ersten
Gebläsedrehzahl korrespondierenden Wertes, falls der erste Mess- wert außerhalb des
vorgegebenen ersten Soll-Wertebereichs für die erste Leistungsstufe liegt; oder
Verändern der ersten Brennstoffpumpendrehzahl durch manuelle Eingabe oder automatische
Einstellung einer neuen ersten Brennstoffpumpendrehzahl oder eines mit einer neuen
ersten Brennstoffpumpendrehzahl korrespondierenden Wertes, falls der erste Messwert
außerhalb des vorgegebenen ersten Sollwertebereichs liegt. Je nachdem, ob die erste
Gebläsedrehzahl oder die erste Brennstoffpumpendrehzahl verändert wird, kann entweder
die gewünschte neue erste Gebläsedrehzahl bzw. gewünschte neue erste Brennstoffpumpendrehzahl
oder aber auch ein mit der jeweiligen Drehzahl korrespondierender Wert vorgegeben
werden; und
iS) Zuordnen der neuen ersten Gebläsedrehzahl oder der neuen ersten Brennstoffpumpendrehzahl
zur ersten Leistungsstufe, je nachdem, welche Drehzahl im Schritt d) verändert wurde.
[0026] Vorzugsweise ist ferner zumindest ein weiterer Kalibrierungsdurchlauf in einer zwei-
ten Leistungsstufe vorgesehen. Hierfür werden die Schritte iI) bis iS) für die zweite
Leistungsstufe wiederholt.
[0027] Vorteilhafterweise ist des Weiteren vorgesehen, dass jeder Leistungsstufe nicht nur
Wertepaare, nämlich eine Gebläsedrehzahl und eine Brennstoffpumpendrehzahl, zugeordnet
werden, sondern zusätzlich mindestens ein weiterer Wert, nämlich ein Überwachungssollwert.
Für jede Leistungsstufe wird vorteilhafterweise ein Überwachungswert der Brennvorrichtung
ermittelt und dieser der jeweiligen Leistungsstufe als Überwachungssollwert zugeordnet.
Alternativerweise kann der jeweiligen Leis- tungsstufe ein Überwachungssollwertebereich
basierend auf dem jeweils ermittelten Überwachungssollwert zugeordnet werden.
[0028] Somit ist vorzugsweise vorgesehen, dass bei der Startkalibrierung (Schritte ilbis
iS) in jeder einzelnen Leistungsstufe der Überwachungswert gemessen wird und dieser
dann als neuer Sollwert oder ein hierauf basierender Überwachungssollwertebereich
in der Steuervorrichtung zur jeweiligen Leistungsstufe abgespeichert wird. Der Überwachungssollwert
bzw. Überwachungssollwertebereich dient im normalen Betrieb als Vergleichswert, womit
kontinuierlich ermittelt werden kann, ob die Brennervorrichtung ordnungsgemäß betrieben
wird oder eine Justierung oder Nachkalibrierung (Schritte a) bis f)) notwendig ist.
[0029] Unter Ermitteln des Überwachungswerts ist zu verstehen, dass entweder ein für die
Überwachung der Brennervorrichtung geeigneter Wert direkt gemessen wird oder ein basierend
auf mindestens einem Messwert geeigneter Wert berechnet wird. Zum Beispiel können
über einen vorgegebenen Messwertzeitraum mehrere Werte gemessen werden und basierend
darauf ein Überwachungssollwert, beispielsweise ein Durchschnittswert oder ein Mittelwert
aus den gemessenen Werten, berechnet werden.
[0030] Vorteilhafterweise wird ferner eine Zündposition als Startleistungsstufe für den
normalen bzw. ordentlichen Betrieb der Brennervorrichtung festgelegt. Für die Zündposition
wird als Startleistungsstufe eine Position auf einer Betriebskennlinie bestimmt und
abgespeichert.
[0031] Des Weiteren ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass die Schritte i2) bis i4) für
jede Leistungsstufe so lange wiederholt werden, bis der jeweilige Messwert in dem
jeweiligen vorgegebenen Soll-Wertebereich für die entsprechende Leistungsstufe liegt.
Eine neue Gebläsedrehzahl oder Brennstoffpumpendrehzahl wird in Schritt iS) erst dann
der jeweiligen Leistungsstufe zugeordnet, wenn durch Wiederholung der Schritte i2)
bis i4) die jeweilige Drehzahl so verändert und eingestellt wurde, dass der entspre-
chende Messwert innerhalb des vorgesehenen Soll-Wertebereichs liegt. Insbesondere
wird hierfür eine vorgegebene Wartezeit eingehalten, innerhalb welcher der Mess- wert
kontinuierlich gemessen wird und überprüft wird, ob der Messwert dauerhaft im vorgegebenen
Soll-Wertebereich verbleibt. Eine geeignete Wartezeit kann hierfür beispielsweise
zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten betragen.
[0032] Die der jeweiligen Leistungsstufe zugeordnete Gebläsedrehzahl ist bevorzugterweise
nicht veränderbar. Somit ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass in Schritt i4) nur
die Brennstoffpumpendrehzahl für die jeweilige Leistungsstufe verändert wird, wobei
in Schritt iS) nur die jeweilige neue Brennstoffpumpendrehzahl der jeweiligen Leistungsstufe
zugeordnet wird und die der jeweiligen Leistungsstufe zugeordnete Gebläsedrehzahl
nicht verändert wird. Die Gebläsedrehzahl wird somit lediglich beim Wechsel von einer
Leistungsstufe zur anderen verändert. Die einer Leistungsstufe zu- geordnete Gebläsedrehzahl
bleibt aber konstant und wird bevorzugterweise bei dem Kalibrierverfahren nicht verändert.
Bei im Stand der Technik vorgesehenen Brennervorrichtungen und Steuerungsverfahren
kann die Brennstoffpumpendrehzahl nicht ohne gleichzeitiges Verändern der Gebläsedrehzahl
variiert werden. Im Gegensatz hierzu ist vorteilhafterweise nun vorgesehen, dass die
Brennstoffpumpendrehzahl in jeder Leistungsstufe unabhängig von der Gebläsedrehzahl
und insbesondere ohne Änderung der Gebläsedrehzahl eingestellt bzw. verändert werden
kann.
[0033] Dadurch, dass bei der Kalibrierung in der jeweiligen Leistungsstufe nur die Brennstoffpumpendrehzahl
und nicht die Gebläsedrehzahl verändert wird bzw. die Gebläsedrehzahl konstant gehalten
wird, kann die Brennervorrichtung in besonders vorteilhafter und einfacher Weise kalibriert
werden.
[0034] Erfindungsgemäß ist ferner eine Steuervorrichtung zur Ansteuerung einer Brennervorrichtung
für Flüssigbrennstoffe vorgesehen, wobei die Steuervorrichtung eine Kalibrierfunktion
zur Kalibrierung der Brennervorrichtung gemäß einem vorbeschriebenen Kalibrierverfahren
aufweist. Besonders bevorzugterweise weist die Steuervorrichtung mindestens zwei Kalibrierfunktionen,
nämlich eine Startkalibrierung und eine Nachkalibrierung, auf.
[0035] Des Weiteren ist erfindungsgemäß eine Brennervorrichtung für Flüssigbrennstoffe vorgesehen,
wobei die Brennervorrichtung eine Steuervorrichtung zur Ansteuerung des Gebläses und
der Brennstoffpumpe aufweist. Die Steuervorrichtungen der erfindungsgemäßen Brennervorrichtung
ist zur Kalibrierung der Brennervorrichtung mit- tels eines vorbeschriebenen Kalibrierverfahrens
ausgebildet. Besonders bevorzugter- weise weist die Steuervorrichtung zwei Kalibrierfunktionen,
nämlich eine Startkalib- rierung und eine Nachkalibrierung, auf.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0036] Die Erfindung wird nun mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen anhand besonders
bevorzugter Ausführungsformen beispielhaft erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1:
- Ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Nachkalibrierung einer Brennervor- richtung,
- Fig. 2:
- ein Kennliniendiagramm für einen Überwachungssollwert bzw. Überwachungssollwertebereich
eines Flammwiderstandwertes in Abhängigkeit von der Leistung der Brennervorrichtung,
und
- Fig.3:
- eine Schnittdarstellung durch eine Brennervorrichtung.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0037] In Fig. 1 wird ein beispielhafter Ablauf eines Kalibrierverfahrenszur Nachkalibrierung
einer Brennervorrichtung 200 (in Fig. 1 nicht gezeigt) gezeigt. Dabei wird von einer
bereits zumindest einmalig kalibrierten Brennervorrichtung 200 ausge- gangen. Beispielsweise
kann bei der erstmaligen Installation bzw. beim Aufstellen der Brennervorrichtung
200 mittels einer Startkalibrierfunktion die Brennervorrichtung 200 kalibriert worden
sein. Dabei werden mehrere Leistungsstufen 210, 211,212 mittels einer Steuervorrichtung
100 (nicht in Fig. 1 gezeigt) angesteuert, die Gebläsedrehzahl oder Brennstoffpumpendrehzahl
(beispielsweise Drehzahl einer Ölpumpe der Brennervorrichtung 200) eingestellt bzw.
kalibriert und ein Überwachungssollwert bzw. Überwachungssollwertebereich für einen
Flammwiderstandswert 215 für die jeweilige Leistungsstufe 210, 211, 212 gemessen und
der jeweiligen Leistungsstufe 210, 211, 212 zugeordnet bzw. zu der jeweiligen Leistungsstufe
210, 211, 212 in einem Speicher der Steuervorrichtung 100 abgelegt. Alternativerweise
könnte der Überwachungssollwertebereich für eine Stromstärke beziehungsweise ein Flammensignalstrom
gemessen undden Leistungsstufen zugeordnetwerden.
[0038] Wird während des Betriebs der Brennervorrichtung 200 festgestellt, dass ein tatsächlicher
Flammwiderstandswert 215 oder der Flammensignalstrom außerhalb eines für die jeweilige
Leistungsstufe 210, 211, 212 vorgesehenen Überwachungssollwertebereichs 217 liegt,
kann die Nachkalibrierung in Schritt S1 gestartet werden. Nach Abschluss aller Kalibrierungsversuche
kann die Brennervorrichtung mehrmals neu gestartet werden und nach jedem Neustart
der tatsächliche Flammwiderstandswert 215 oder der Flammensignalstrom gemessen und
mit dem für die aktuelle Leistungsstufe vorgesehenen Überwachungssollwertebereich
217 verglichen werden. Liegt der tatsächlich gemessene Flammwiderstandswert 215 oder
der Flammensignalstrom auch nach mehrmaligem Neustarten der Brennervorrichtung 200
außerhalb des für die entsprechende Leistungsstufe vorgesehenen Überwachungssollwertebereichs
217 kann die Brennervorrichtung 200 ausgeschaltet und verriegelt werden.
[0039] In Schritt S1 wird die Leistungsstufe, anfangs die erste Leistungsstufe 210, ausgewählt
und in Schritt S2 die Brennervorrichtung 200 mit dieser ersten Leistungsstufe 210
angesteuert. In Schritt S3 wird der Flammwiderstandswert 215 oder der Flammensignalstrom
gemessen. In Schritt S4 wird der gemessene Flammwiderstandswert 215 oder der Flammensignalstrom
als neuer Überwachungssollwert 216 der ersten Leistungsstufe 210 zugeordnet. Hierbei
wird der ursprünglich (beispielsweise durch die Startkalibrierung) der ersten Leistungsstufe
210 zugeordnete Überwachungssollwert 216 aktualisiert bzw. im Speicher der Steuervorrichtung
100 überschrieben. Alternativerweise oder zusätzlich kann zum Überwachungssollwert
ein Überwachungssollwertebereich 217 für die erste Leistungsstufe 210 ermittelt und
der ersten Leistungsstufe 210 zugeordnet werden.
[0040] In Schritt S5 wird abgefragt, ob bereits die vorgegebene Anzahl der Leistungsstufen
durchlaufen wurde. Ist dies nicht der Fall, wird die Nachkalibrierung in Schritt S1
weitergeführt. Dabei wird in Schritt S1 die nächste Leistungsstufe, beispielsweise
die zweite Leistungsstufe 211 ausgewählt. Die nächsten Schritte S2 bis S4 werden dann
mit der zweiten Leistungsstufe 211 wiederholt. Das Nachkalibrierverfahren kann mit
weiteren Leistungsstufen, beispielweise der dritten Leistungsstufe 212 fortgesetzt
werden.
[0041] In Fig. 2 ist ein Kennliniendiagramm für den Verlauf eines Überwachungssollwerts
216 bzw. eines Überwachungssollwertebereichs 217 eines Flammwiderstandwertes 215 in
Abhängigkeit der Leistung 214 der Brennervorrichtung 200 (in Fig. 2 nicht gezeigt)
gezeigt.
[0042] Während des Kalibrierverfahrens werden mehrere Leistungsstufen 210, 211, 212 der
Brennervorrichtung 200 angesteuert, die Flammwiderstandswerte 215 gemessen und als
neue Überwachungssollwerte 216 abgespeichert sowie für jeden Überwachungssollwert
216 ein Überwachungssollwertebereich 217 festgelegt und ebenfalls der jeweiligen Leistungsstufe
210, 211, 212 zugeordnet. Für die Ermittlung eines Überwachungssollwertebereichs 216
für eine Leistungsstufe 210, 211, 212 dient eine Toleranzspanne 218 um den jeweiligen
Überwachungssollwert 216 herum.
[0043] Wie in Fig. 2 gezeigt, ist die Toleranzspanne 218 für größere Leistungen 214 kleiner
als für kleinere Leistungen 214. Beispielsweise ist die Toleranzspanne 218 für die
erste Leistungsstufe 210, die maximale Leistungsstufe, am kleinsten. Wird anstelle
des Flammwiderstandswertes 215 der Flammensignalstrom verwendet, verhält sich die
Toleranzspanne umgekehrt.
[0044] Nachdem das Kalibrierverfahren für beispielsweise drei Leistungsstufen 210, 211,212
durchlaufen wurde und zu jeder Leistungsstufe ein Überwachungssollwert 216 und ein
Überwachungssollwertebereich 217 festgelegt und der jeweilige Leistungsstufe 210,
211,212 zugeordnet wurde, wird durch Interpolation der Überwachungssollwerte 216 sowie
der Überwachungssollwertebereiche 217 eine durchgehende Kennlinie sowohl für den Überwachungssollwert-Verlauf
sowie auch für den Verlauf des Überwachungssollwertebereichs 217 in Abhängigkeit von
der Leistung 214 der Brennervorrichtung 200 festgelegt.
[0045] In Fig. 3 ist eine Schnittdarstellung durch eine Brennervorrichtung 200 mit einer
Steuervorrichtung 100 gezeigt. Die Brennervorrichtung 200 weist eine Düse 10 und eine
Elektrode 11 auf, welche in den Innenbereich einer Brennkammer 17 hineinreichen, wobei
die Brennkammer 17 in einem Kessel 20 angeordnet ist.
[0046] Die Brennervorrichtung 200 weist ferner ein Gebläse 12 und eine Brennstoffpumpe 13
auf. Das Gebläse 12 ist auf einer ersten Welle 14 angeordnet bzw. wird von einer ersten
Welle 14 angetrieben. Die Brennstoffpumpe 13 ist auf einer zweiten Welle 15 angeordnet
bzw. wird von einer zweiten Welle 15 angetrieben. Somit sind das Gebläse 12 und die
Brennstoffpumpe 13 auf voneinander getrennt und unterschiedlichen Wellen 14, 15 angeordnet.
Die Drehzahlen, nämlich die Gebläsedrehzahl und die Brennstoffpumpendrehzahl, können
somit von der Steuervorrichtung 100 getrennt angesteuert und eingestellt werden.
[0047] Über eine Messvorrichtung 19 wird der Flammwiderstandswert im Mega-Ohm Be- reich
gemessen. Hierfür kann die Stromstärke, welche über die durch die Flamme ionisierte
Luft im Flammenbereich fließt, gemessen werden und daraus der Flammwiderstandswert
errechnet werden.
1. Verfahren zur Nachkalibrierung einer Brennervorrichtung (200) für Flüssigbrennstoffe,
wobei das Verfahren zumindest die folgenden Schritte umfasst:
a) Ansteuern der Brennervorrichtung (200) mit einer ersten Leistungsstufe (210), wobei
der ersten Leistungsstufe (210) ein erster Überwachungssollwert und/oder ein erster
Überwachungssollwertebereich zugeordnet ist, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb der
Brennervorrichtung (200) für die erste Leistungsstufe (210) definiert wird; und
b) Ermitteln eines ersten Überwachungswerts bezüglich des tatsächlichen Betriebs der
Brennervorrichtung (200) in der ersten Leistungsstufe (210); und
c) Zuordnen des ersten Überwachungswerts als neuer erster Überwachungssollwert zur
ersten Leistungsstufe (210) und/oder Zuordnen eines neuen ersten Überwachungssollwertebereichs
basierend auf dem ersten Überwachungssollwert zur ersten Leistungsstufe (210); und
d) Ansteuern der Brennervorrichtung (200) mit einer zweiten Leistungsstufe (211),
wobei der zweiten Leistungsstufe (211) ein zweiter Überwachungssollwert und/oder ein
zweiter Überwachungssollwertebereich zugeordnet ist, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb
der Brennervorrichtung (200) für die zweite Leistungsstufe (211) definiert wird; und
e) Ermitteln eines zweiten Überwachungswerts bezüglich des tatsächlichen Betriebs
der Brennervorrichtung (200) in der zweiten Leistungsstufe (211); und
f) Zuordnen des zweiten Überwachungswerts als neuer zweiter Überwachungssollwert zur
zweiten Leistungsstufe (211) und/oder Zuordnen eines neuen zweiten Überwachungssollwertebereichs
basierend auf dem zweiten Überwachungssollwert zur zweiten Leistungsstufe (211),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Überwachungswerte einem Flammensignalstrom und/oder einem Flammwiderstandswert
entsprechen und/oder mit einem Flammwiderstandswert korrespondieren, wobei die Überwachungssollwerte
und/oder die Überwachungssollwertbereiche für die einzelnen Leistungsstufen (210,
211) vor Schritt a) mittels einer Startkalibrierung ermittelt und den jeweiligen Leistungsstufen
(210, 211) zugeordnet werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verfahren ferner die folgenden Schritte aufweist:
g) Ansteuern der Brennervorrichtung (200) mit einer dritten Leistungsstufe (212),
wobei der dritten Leistungsstufe (212) ein dritter Überwachungssollwert und/oder ein
dritter Überwachungssollwertebereich zugeordnet ist, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb
der Brennervorrichtung (200) für die dritte Leistungsstufe (212) definiert wird; und
h) Ermitteln eines dritten Überwachungswerts bezüglich des tatsächlichen Betriebs
der Brennervorrichtung (200) in der dritten Leistungsstufe (212); und
i) Zuordnen des dritten Überwachungswerts als neuer dritter Überwachungssollwert zur
dritten Leistungsstufe (212) und/oder Zuordnen eines neuen dritten Überwachungssollwertebereichs
basierend auf dem dritten Überwachungssollwert zur dritten Leistungsstufe (212).
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kennlinie für die Überwachungssollwerte durch Interpolation der neuen Überwachungssollwerte
erstellt wird und/oder Kennlinien für den Überwachungssollwertebereich durch Interpolation
der neuen Überwachungssollwertebereiche erstellt werden.
4. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für den Überwachungssollwertebereich einer höheren Leistungsstufe (210, 211, 212)
eine kleinere oder größere Toleranzspanne festgelegt wird als für den Überwachungssollwertebereich
einer niedrigeren Leistungsstufe (210, 211, 212).
5. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Leistungsstufe (210) (211) einer maximalen Leistungsstufe der Brennervorrichtung
(200) entspricht und/oder dass die zweite Leistungsstufe (211) einer minimalen Leistungsstufe
der Brennervorrichtung (200) entspricht.
6. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Schritt b) und/oder in Schritt e) und/oder in Schritt h) der jeweilige Überwachungswert
direkt oder indirekt gemessen wird.
7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Schritt b) und/oder in Schritt e) und/oder in Schritt h) jeweils Werte über einen
vorgegebenen Messzeitraum gemessen werden und daraus jeweils ein Überwachungswert
errechnet wird.
8. Steuervorrichtung (100) zur Ansteuerung einer Brennervorrichtung (200) für Flüssigbrennstoffe,
wobei die Steuervorrichtung (100) eine Kalibrierfunktion zur Kalibrierung der Brennervorrichtung
(200) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung (100) zur Kalibrierung der Brennervorrichtung (200) mittels
der Kalibrierfunktion gemäß einem Verfahren der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet
ist.
9. Brennervorrichtung (200) für Flüssigbrennstoffe, wobei die Brennervorrichtung (200)
eine Steuervorrichtung (100) zur Ansteuerung des Gebläses (12) und der Brennstoffpumpe
(13) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung (100) eine Steuervorrichtung (100) gemäß dem Anspruch 8
1. A method for recalibrating a burner device (200) for liquid fuels, wherein the method
comprises at least the following steps:
a) controlling the burner device (200) with a first power stage (210), wherein a first
monitoring set point and / or a first monitoring set point range is assigned to the
first power stage (210), by which a proper operation of the burner device (200) is
defined for the first power stage (210); and
b) determining a first monitoring value relating to the actual operation of the burner
device (200) in the first power stage (210); and
c) assigning the first monitoring value as a new first monitoring set point to the
first power stage (210) and / or assigning a new first monitoring set point range
based on the first monitoring set point to the first power stage (210); and
d) controlling the burner device (200) with a second power stage (211), wherein a
second monitoring set point and / or a second monitoring set point range is assigned
to the second power stage (211), by which a proper operation of the burner device
(200) is defined for the second power stage (211); and
e) determining a second monitoring value relating to the actual operation of the burner
device (200) in the second power stage (211); and
f) assigning the second monitoring value as a new second monitoring set point to the
second power stage (211) and / or assigning a new second monitoring set point range
based on the second monitoring set point to the second power stage (211),
characterized in that
the monitoring values are equivalent to a flame signal current and / or a flame resistance
value and / or correspond to a flame resistance value, wherein the monitoring set
point values and / or the monitoring set point ranges for the individual power stages
(210, 211) are determined before step a) by means of a start calibration and are assigned
to the respective power stages (210, 211).
2. The method according to claim 1,
characterized in that the method further comprises the following steps:
g) controlling the burner device (200) with a third power stage (212), wherein a third
monitoring set point and / or a third monitoring set point range is assigned to the
third power stage (212), by which a proper operation of the burner device (200) is
defined for the third power stage (212); and
h) determining a third monitoring value relating to the actual operation of the burner
device (200) in the third power stage (212); and
i) assigning the third monitoring value as a new third monitoring set point to the
third power stage (212) and / or assigning a new third monitoring set point range
based on the third monitoring set point to the third power stage (212).
3. The method according to claim 1 or 2,
characterized in that a characteristic curve for the monitoring set points is created by interpolation
of the new monitoring set points and / or characteristic curves for the monitoring
set point range are created by interpolation of the new monitoring set point ranges.
4. The method according to one of the preceding claims,
characterized in that
for the monitoring set point range of a higher power stage (210, 211, 212) a smaller
or larger tolerance margin is set than for the monitoring set point range of a lower
power stage (210, 211, 212).
5. The method according to one of the preceding claims,
characterized in that
the first power stage (210) corresponds to a maximum power stage of the burner device
(200) and / or that the second power stage (211) corresponds to a minimum power stage
of the burner device (200).
6. The method according to one of the preceding claims,
characterized in that
in step b) and / or in step e) and / or in step h) the respective monitoring value
is measured directly or indirectly.
7. The method according to one of the preceding claims,
characterized in that
in step b) and / or in step e) and / or in step h) values are each measured over a
predetermined measuring period and from this a respective monitoring value is calculated.
8. A control device (100) for controlling a burner device (200) for liquid fuels, wherein
the control device (100) has a calibration function for calibrating the burner device
(200),
characterized in that the control device (100) is configured for calibrating the burner device (200) by
means of the calibration function according to a method of the preceding claims.
9. A burner device (200) for liquid fuels, wherein the burner device (200) has a control
device (100) for controlling the fan (12) and the fuel pump (13),
characterized in that
the control device (100) is a control device (100) according to claim 8.
1. Procédé de réétalonnage d'un dispositif de brûleur (200) pour combustibles liquides,
ce procédé comprenant au moins les étapes suivantes :
a) commande du dispositif de brûleur (200) à un premier niveau de puissance (210),
une première valeur théorique de surveillance et/ou une première plage de valeurs
théoriques de surveillance étant associée au premier niveau de puissance (210), ce
qui fait qu'un fonctionnement correct du dispositif de brûleur (200) est défini pour
le premier niveau de puissance (210) ; et
b) détermination d'une première valeur de surveillance concernant le fonctionnement
réel du dispositif de brûleur (200) dans le premier niveau de puissance (210) ; et
c) association de la première valeur de surveillance sous forme de nouvelle première
valeur théorique de surveillance au premier niveau de puissance (210) et/ou association
d'une nouvelle première plage de valeurs théoriques de surveillance basée sur la première
valeur théorique de surveillance au premier niveau de puissance (210) ; et
d) commande du dispositif de brûleur (200) à un deuxième niveau de puissance (211),
une deuxième valeur théorique de surveillance et/ou une deuxième plage de valeurs
théoriques de surveillance étant associée au deuxième niveau de puissance (211), ce
qui fait qu'un fonctionnement correct du dispositif de brûleur (200) est défini pour
le deuxième niveau de puissance (211) ; et
e) détermination d'une deuxième valeur de surveillance concernant le fonctionnement
réel du dispositif de brûleur (200) dans le deuxième niveau de puissance (211) ; et
f) association de la deuxième valeur de surveillance sous forme de nouvelle deuxième
valeur théorique de surveillance au deuxième niveau de puissance (211) et/ou association
d'une nouvelle deuxième plage de valeurs théoriques de surveillance basée sur la deuxième
valeur théorique de surveillance au deuxième niveau de puissance (211),
caractérisé en ce que
les valeurs de surveillance correspondent à un courant de signal de flamme et/ou à
une valeur de résistance à flamme et/ou correspondent à une valeur de résistance à
la flamme, les valeurs théoriques de surveillance et/ou les plages de valeurs théoriques
de surveillance étant déterminées pour les niveaux de puissance individuels (210,
211) avant l'étape a) au moyen d'un étalonnage de départ et étant associées au niveau
de puissance respectif (210, 211).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le procédé présente en outre les étapes suivantes :
g) commande du dispositif de brûleur (200) à un troisième niveau de puissance (212),
une troisième valeur théorique de surveillance et/ou une troisième plage de valeurs
théoriques de surveillance étant associée au troisième niveau de puissance (212),
ce qui fait qu'un fonctionnement correct du dispositif de brûleur (200) est défini
pour le troisième niveau de puissance (212) ; et
h) détermination d'une troisième valeur de surveillance concernant le fonctionnement
réel du dispositif de brûleur (200) dans le troisième niveau de puissance (212) ;
et
i) association de la troisième valeur de surveillance sous forme de nouvelle troisième
valeur théorique de surveillance au troisième niveau de puissance (212) et/ou association
d'une nouvelle troisième plage de valeurs théoriques de surveillance basée sur la
troisième valeur théorique de surveillance au troisième niveau de puissance (212).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce
qu'une caractéristique pour les valeurs théoriques de surveillance est établie par interpolation
des nouvelles valeurs théoriques de surveillance et/ou que des caractéristiques pour
la plage de valeur théorique de surveillance sont établies par interpolation des nouvelles
plages de valeur théorique de surveillance.
4. Procédé selon une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'une fourchette de tolérance plus réduite ou plus étendue est fixée pour la plage de
valeurs théoriques de surveillance de niveau de surveillance plus élevé (210, 211,
212) que pour la plage de valeurs théoriques de surveillance de niveau de puissance
plus bas (210, 211, 212).
5. Procédé selon une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le premier niveau de puissance (210) correspond à un niveau de puissance maximal du
dispositif de brûleur (200) et/ou que le deuxième niveau de puissance (211) correspond
à un niveau de puissance minimal du dispositif de brûleur (200).
6. Procédé selon une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
dans l'étape b) et/ou dans l'étape e) et/ou dans l'étape h), la valeur de surveillance
respective est mesurée directement ou indirectement.
7. Procédé selon une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
dans l'étape b) et/ou dans l'étape e) et/ou dans l'étape h), des valeurs sont respectivement
mesurées sur une période de mesure prédéfinie et qu'une valeur de surveillance est
respectivement calculée à partir de cela.
8. Dispositif de commande (100) pour la commande d'un dispositif de brûleur (200) pour
des combustibles liquides, le dispositif de commande (100) présentant une fonction
d'étalonnage pour l'étalonnage du dispositif de brûleur (200),
caractérisé en ce que
le dispositif de commande (100) pour l'étalonnage du dispositif de brûleur (200) au
moyen de la fonction d'étalonnage est réalisé conformément à un procédé selon les
revendications précédentes.
9. Dispositif de brûleur (200) pour combustibles liquides, le dispositif de brûleur (200)
présentant un dispositif de commande (100) pour la commande de la soufflerie (12)
et de la pompe à combustible (13),
caractérisé en ce que
le dispositif de commande (100) est un dispositif de commande (100) selon la revendication
8.