[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen von im erwärmten Zustand viskosem
oder flüssigem Klebstoff, insbesondere Heißleim, auf Gegenständen, insbesondere einer
rotierenden, vorzugsweise gekühlten, Trommel oder Flachteilen wie Papierbögen oder
Papierbahnen oder Metall- oder Kunststofffolien, mit einer Klebstoffabgabeeinrichtung
und einer Heizeinrichtung.
[0002] Eine solche Vorrichtung, deren Klebstoffabgabeeinrichtung bevorzugt zumindest als
ein Teil eines Auftragskopfes ausgebildet sein und insbesondere Abgabeöffnungen oder
Austritts- bzw. Auftragsdüsen aufweisen kann, dient zum flächigen Auftrag von Heißleim
wie beispielsweise PUR-Leim auf eine Bahn oder einen Bogen. Dazu wird die Klebstoffabgabeeinrichtung
von Heißleim durchströmt. Gerade für PUR-Leim ist es sinnvoll, einen sog. Leimkreislauf
vorzusehen, da PUR-Leim zur Verschlechterung seiner Eigenschaften neigt, wenn er nicht
bewegt wird, während er einer hohen Verarbeitungstemperatur ausgesetzt wird. Im Übrigen
ist ein solcher Leimkreislauf in der Regel nur für bestimmte Leimsorten erforderlich,
die zur Ausfilterung von Abbauprodukten umzupumpen sind. Das Ein- und Ausschalten
des Leimstromes zur Klebstoffabgabeeinrichtung und insbesondere zu deren Auftragsdüse
erfolgt bevorzugt über pneumatisch ansteuerbare Nadelventile.
[0003] Zum Leimauftrag ist eine erhöhte Verarbeitungstemperatur notwendig, die bevorzugt
über 100°C liegt. Deshalb ist es erforderlich, zumindest die Klebstoffabgabeeinrichtung
zu erhitzen. Hierzu ist die Heizeinrichtung vorgesehen, die bevorzugt durch elektrische
Heizelemente realisiert ist, die in der Klebstoffabgabeeinrichtung bzw. im Auftragskopf
integriert sind. Da die Vorrichtung zumindest im Bereich der Klebstoffabgabeeinrichtung
bzw. der Auftragskopf aus Metall besteht, erfolgt die Verteilung der Wärme durch Weiterleitung
der Wärmeenergie innerhalb des Metallkörpers. Dabei ist die Wärmeverteilung abhängig
vom Wärmeleitwert des gewählten Werkstoffes.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in einer Vorrichtung der eingangs genannten
Art eine gezieltere Wärmeverteilung, eine bessere Temperaturregelung und eine Reduzierung
der Aufheizzeit zu realisieren.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Vorrichtung zum Auftragen von im erwärmten Zustand
viskosem oder flüssigem Klebstoff, insbesondere Heißleim, auf Gegenständen, insbesondere
einer rotierenden, vorzugsweise gekühlten, Trommel oder Flachteilen wie Papierbögen
oder Papierbahnen oder Metall- oder Kunststofffolien, mit einer Klebstoffabgabeeinrichtung
und einer Heizeinrichtung, gekennzeichnet durch einen gegenüber der Umgebung gasdicht
geschlossenen Hohlraum, der einen ersten Abschnitt, in dem zumindest abschnittsweise
die Heizeinrichtung angeordnet ist, und einen zweiten Abschnitt, der sich in Richtung
auf die Klebstoffabgabeeinrichtung erstreckt, aufweist und zur Befüllung mit einem
Wärmeträgermedium ausgebildet oder mit einem Wärmeträgermedium befüllt ist, das derart
beschaffen ist, dass es zumindest teilweise aufgrund von Erwärmung durch die Heizeinrichtung
im ersten Abschnitt des Hohlraumes von einem flüssigen Zustand in einen gasförmigen
Zustand gebracht wird und im zu beheizenden zweiten Abschnitt des Hohlraumes kondensiert.
[0006] Erfindungsgemäß ist die Vorrichtung mit einem Hohlraum versehen, der zumindest teilweise
mit einem Wärmeträgermedium befüllbar bzw. befüllt ist und in dessen erstem Abschnitt
die Heizeinrichtung angeordnet ist, die das Wärmeträgermedium erwärmt bzw. aufheizt.
Des Weiteren weist der Hohlraum erfindungsgemäß einen zweiten Abschnitt auf, der sich
in Richtung auf die Klebstoffabgabeeinrichtung erstreckt. Als Wärmeträgermedium wird
erfindungsgemäß ein fluider Stoff verwendet, der derart beschaffen ist, dass er aufgrund
von Erwärmung durch die Heizeinrichtung im ersten Abschnitt des Hohlraumes in einen
gasförmigen Zustand gebracht wird, beispielsweise bei Verwendung von Wasser als Wärmeträgermedium
in den Sattdampf-Zustand. Das so in den gasförmigen Zustand gebrachte Wärmeträgermedium
verteilt sich zumindest im übrigen Hohlraum und gelangt dadurch auch in dessen sich
in Richtung auf die Klebstoffabgabeeinrichtung erstreckenden zweiten Abschnitt. Der
zweite Abschnitt des Hohlraumes ist dafür vorgesehen und entsprechend ausgebildet,
dass dort dann das Wärmeträgermedium kondensiert, beispielsweise bei Verwendung von
Wasser als Wärmeträgermedium der Sattdampf. Diese Kondensation hat zur Folge, dass
vom Wärmeträgermedium Wärme an die benachbart zum zweiten Abschnitt des Hohlraumes
befindliche Klebstoffabgabeeinrichtung abgegeben wird, wodurch die Klebstoffabgabeeinrichtung
und somit der darin befindliche Klebstoff erwärmt bzw. aufgeheizt wird. Das dadurch
nun als Kondensat vorliegende Wärmeträgermedium fließt dann zurück in den ersten Abschnitt
des Hohlraumes, wo es erneut von der Heizeinrichtung erwärmt bzw. aufgeheizt wird.
Dadurch wiederholt sich der zuvor beschriebene Vorgang der Verdampfung und anschließenden
Kondensation.
[0007] Somit macht sich die Erfindung in geschickter und zugleich konstruktiv einfacher
Weise das physikalische Prinzip der Sattdampfkondensation zunutze, wonach sich durch
Kondensation eines gasförmigen Mediums (Übergang vom gasförmigen in den flüssigen
Zustand) an einem Körper der Energiegehalt des Mediums verringert und gleichzeitig
der Energiegehalt des Körpers erhöht, auf diese Weise ein Energieaustausch stattfindet
und dadurch der Körper erwärmt bzw. aufgeheizt wird.
[0008] Mithilfe der erfindungsgemäßen Konstruktion lässt sich nun eine deutlich bessere
Übertragung und Verteilung der Heizenergie bzw. Heizleistung realisieren. Gegenüber
einer konventionellen Aufheizung über Wärmeleitung ist nämlich gefunden worden, dass
die zu übertragende Wärmeleistung bzw. Wärmemenge durch Abgabe von Kondensationsenergie
um ein Vielfaches höher ist, wodurch auch eine geringere Aufwärmzeit bzw. Aufheizzeit
erreicht wird. Des Weiteren ist gefunden worden, dass das System selbstregelnd ist,
da an denjenigen Stellen und Abschnitten, wo im Körper der Klebstoffabgabeeinrichtung
eine Abkühlung erfolgt, sofort über die Kondensation eine Wärmeübertragung vom Wärmeträgermedium
stattfindet und diese Stellen und Abschnitte geheizt werden. Dadurch haben zumindest
alle relevanten Flächen im Inneren der Klebstoffabgabeeinrichtung im Wesentlichen
die gleiche Temperatur. Gegenüber herkömmlichen, insbesondere zylinderförmig ausgebildeten,
Heizelementen kann der erfindungsgemäß vorgesehene Hohlraum in jeder gewünschten Form
und bei Bedarf auch verwinkelt ausgebildet werden. Da für den Transport der Wärme
zur Klebstoffabgabeeinichtung das Wärmeträgermedium in den gasförmigen Zustand versetzt
wird, ist im Gegensatz zur Verwendung einer Flüssigkeit kein Kreislauf erforderlich.
Schließlich ermöglicht die Erfindung nur einen einzigen Regelkreis, wobei die Regelung
der Heizeinrichtung über eine Druck- oder Temperaturmessung innerhalb des geschlossenen
Systems erfolgen kann.
[0009] Bevorzugte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0010] Bevorzugt ist der Hohlraum zum Teil mit dem Wärmeträgermedium befüllt.
[0011] Vorzugsweise wird der Hohlraum von Luft und/oder anderen Fremdgasen im Wesentlichen
evakuiert und bildet somit ein luftdichtes System, das dann mit dem Wärmeträgermedium
befüllt wird.
[0012] Für eine besonders effektive Wärmeübertragung ist zweckmäßigerweise der zweite Abschnitt
des Hohlraumes zumindest teilweise benachbart zur Klebstoffabgabeeinrichtung angeordnet.
[0013] Um auch alle gewünschten Stellen innerhalb der Klebstoffabgabeeinrichtung zu erreichen,
sollte der zweite Abschnitt des Hohlraumes mindestens einen sich in Richtung auf die
Klebstoffabgabeeinrichtung erstreckenden Kanal aufweisen, der zumindest teilweise
benachbart zur Klebstoffabgabeeinrichtung verläuft. Des Weiteren sollte bevorzugt
dieser mindestens eine Kanal des zweiten Abschnittes des Hohlraumes ein erstes Ende,
das sich in fluider Verbindung mit dem ersten Abschnitt des Hohlraumes befindet, und
ein zweites Ende, das benachbart zur Klebstoffabgabeeinrichtung liegt und geschlossen
ist, aufweisen, wodurch das Wärmeträgermedium gezielt zur Klebstoffabgabeeinrichtung
geleitet wird.
[0014] Vorzugsweise ist der Hohlraum so ausgebildet, dass sich im Betrieb dessen zweiter
Abschnitt zumindest teilweise oberhalb von dessen erstem Abschnitt befindet. Dadurch
liegt der erste Abschnitt des Hohlraumes tiefer und bildet eine Art Sumpf für das
Wärmeträgermedium, das von der dort befindlichen Heizeinrichtung erwärmt bzw. aufgeheizt
wird und nach Kondensation durch Schwerkrafteinfluss wieder in den ersten Abschnitt
des Hohlraumes zurückfließt. Hierzu sollte die Heizeinrichtung im ersten Abschnitt
des Hohlraumes bevorzugt so angeordnet sein, dass sie sich im Betrieb der Vorrichtung
im Wesentlichen im Bereich der tiefsten Stelle des ersten Abschnittes des Hohlraumes
befindet.
[0015] Zweckmäßigerweise weist die Vorrichtung einen Körper aus wärmeleitfähigem Material,
insbesondere Metall, auf, in dem die Klebstoffabgabeeinrichtung und der Hohlraum ausgebildet
sind.
[0016] Vorzugsweise kann die Heizeinrichtung mindestens ein im ersten Abschnitt des Hohlraumes
angeordnetes elektrisches Heizelement aufweisen.
[0017] Für eine effektive Abgabe von Klebstoff sollte zweckmäßigerweise die Klebstoffabgabeeinrichtung
mindestens einen Kanal aufweisen, der in einer Auslassöffnung zur Abgabe des Klebstoffs
endet.
[0018] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in Seitenansicht einen Auftragskopf gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den Auftragskopf entlang der in Fig. 1 gezeigten Schnittlinie
II-II; und
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch den Auftragskopf entlang der in Fig. 1 gezeigten Schnittlinie
III-III.
[0019] In den Figuren ist schematisch ein Auftragskopf 2 dargestellt, der Bestandteil einer
im Übrigen nicht weiter gezeigten Vorrichtung oder Anlage zum Auftragen von Heißleim
ist. Der Auftragskopf 2 ist mit Anschlüssen 4 versehen, an die nicht dargestellte
Schläuche anschließbar sind, um Heißleim von einer ebenfalls nicht dargestellten Heißleimquelle
in den Auftragskopf 2 zu leiten. Wie insbesondere die Figuren 2 und 3 des Weiteren
erkennen lassen, besteht der Auftragskopf 2 im wesentlichen aus einem Vollmaterialkörper,
wobei das Material gewöhnlich Metall ist. Der durch die Anschlüsse 4 in den Auftragskopf
2 eintretende Heißleim wird innerhalb des Auftragskopfes 2 durch dort ausgebildete
Kanäle zu einem Modul 8 und von dort durch weitere Kanäle zu ebenfalls im Auftragskopf
2 ausgebildeten Abgabeöffnungen 10 geleitet, wo der Heißleim dann aus dem Auftragskopf
2 austritt. Die zuvor erwähnten, den Heißleim innerhalb des Auftragskopfes 2 transportierenden
Kanäle sind in Fig. 2 erkennbar dargestellt und mit dem Bezugszeichen "6" gekennzeichnet.
Gewöhnlich sind die Abgabeöffnungen 10 mit einem verhältnismäßig geringen Öffnungsquerschnitt
versehen und haben die Wirkung einer Düse oder sind als Düse ausgebildet. Der vom
Auftragskopf 2 aus dessen Abgabeöffnungen 10 abgegebene Heißleim wird auf ein in den
Figuren nicht dargestelltes Substrat aufgetragen, das gewöhnlich unterhalb des Auftragskopfes
2 positioniert wird, wobei in der Regel zwischen dem Auftragskopf 2 und dem Substrat
eine Relativbewegung stattfindet. Bei dem Substrat handelt es sich insbesondere um
Flachteile wie Papierbögen oder Papierbahnen oder Metall- oder Kunststofffolien, wobei
der zumindest abschnittsweise aufgetragene Heißleim gewöhnlich zum Verkleben mit einem
anderen Substrat wie insbesondere anderen Flachteilen bzw. Papierbögen verwendet wird.
Alternativ ist es aber auch beispielsweise denkbar, den Heißleim zur vollflächigen
Beschichtung eines Substrates zu verwenden. Des Weiteren ist es alternativ aber auch
denkbar, den Heißleim zur Herstellung einer Folie zu verwenden, indem er auf einem,
vorzugsweise gekühlten, Gegenstand, bei dem es sich beispielsweise um eine rotierende
Trommel handeln kann, im Wesentlichen vollflächig aufgetragen wird, um eine zusammenhängende
Schicht bzw. Lage zu erzeugen, die nach Abkühlung vom Gegenstand getrennt bzw. abgezogen
wird und dann als Folie verwendet werden kann.
[0020] Zur Erwärmung bzw. Erhitzung des Heißleimes auf seinem Weg zu den Abgabeöffnungen
10 ist eine Heizeinrichtung 20 vorgesehen, die ein oder mehrere Heizelemente 20a aufweist,
bei denen es sich bevorzugt um elektrische Heizelemente handelt. Auch wenn die Heizeinrichtung
20 mit mehreren Heizelementen 20a versehen sein kann, ist der Einfachheit halber nachfolgend
nur die Rede von einem Heizelement 20a. Das Heizelement 20a ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
innerhalb eines länglichen, kastenförmigen Gehäuseabschnittes 2a, der sich an einer
Seite des Auftragskopfes 2 benachbart zu den Abgabeöffnungen 10 erstreckt und Bestandteil
des im Übrigen ja im Wesentlichen aus Vollmaterial bestehenden Auftragskopfes 2 ist.
Der Gehäuseabschnitt 2 bildet eine Kammer 22, die das Heizelement 20a aufnimmt, wie
die Figuren 2 und 3 erkennen lassen. Des Weiteren lässt Fig. 3 erkennen, dass neben
den in Fig. 2 gezeigten Kanälen 6 für den Heißleim innerhalb des Auftragskopfes 2
zusätzliche Kanäle 24 ausgebildet sind, die sich in fluider Verbindung mit einem oberen
Abschnitt 22a der Kammer 22 befinden. Diese Kanäle 24 verlaufen abschnittsweise benachbart
zu den Kanälen 6 für den Heißleim sowie zu den Abgabeöffnungen 10. Die Kanäle 24 können
so gestaltet sein, dass sie Endabschnitte in Form von Abzweigungen aufweisen, die
zumindest benachbart zu den Abgabeöffnungen 10 für den Heißleim liegen und an ihren
Enden geschlossen sind.
[0021] Die Kammer 22 und die Kanäle 24 bilden gemeinsam einen Hohlraum, der zumindest teilweise
eine in den Figuren nicht gezeigte, zu verdampfende Flüssigkeit wie insbesondere Wasser
enthält. Zum Befüllen des aus der Kammer 22 und den Kanälen 24 gebildeten Hohlraumes
ist der Auftragskopf 2 mit Anschlüssen 26 versehen. Vor Befüllen dieses Hohlraumes
mit der Flüssigkeit findet über die Anschlüsse 26 eine Evakuierung statt, sodass der
Hohlraum nach Befüllen mit der Flüssigkeit ein luftdichtes System bildet, wozu in
der Regel die Anschlüsse 26 dann verschlossen werden.
[0022] Da in der Arbeitsposition, in der der Auftragskopf 2 in den Figuren gezeigt ist,
die Kammer 22 zumindest mit einem unteren Abschnitt 22b unterhalb der Anordnung der
Kanäle 24 liegt, wie Fig. 3 erkennen lässt, sammelt sich zunächst dort die Flüssigkeit;
denn der untere Abschnitt 22b der Kammer 22 bildet den tiefsten Punkt des aus Kammer
22 und Kanälen 24 gebildeten Hohlraumes und kann somit auch als eine Art Sumpf bezeichnet
werden. Dort befindet sich auch das Heizelement 20a, wie die Figuren 2 und 3 erkennen
lassen. Vom Heizelement 20a wird nun die Flüssigkeit erwärmt bzw. erhitzt, wodurch
die Flüssigkeit aufgrund der Erwärmung bzw. Erhitzung in einen gasförmigen Zustand
übergeht; bei Verwendung von Wasser entsteht somit Sattdampf. Die Heizeinrichtung
20 bzw. dessen Heizelement 20a sorgt somit dafür, dass zumindest ein Teil der Flüssigkeit
verdampft. Derjenige Teil der Flüssigkeit, der dadurch in den gasförmigen Zustand
übergegangen und verdampft ist, steigt nun in die Kanäle 24 auf und verteilt sich
dort. In den Kanälen 24 findet dann insbesondere an kälteren Stellen eine Kondensation
statt, was zu einem Wärmeübergang durch die Wände der Kanäle 24 in den Körper des
Auftragskopfes 2 führt. Das dadurch entstandene Kondensat läuft anschließend über
die gleichen Kanäle 24 zurück in die Kammer 22, wo es dann wieder vom Heizelement
20a erwärmt bzw. erhitzt und dadurch verdampft wird, um anschließend wieder in die
Kanäle 24 zu gelangen.
[0023] Demnach dient die Flüssigkeit als Wärmeträgermedium, das derart beschaffen ist, dass
es zumindest teilweise aufgrund von Erwärmung durch die Heizeinrichtung 20 in der
Kammer 22 von einem flüssigen Zustand in einen gasförmigen Zustand gebracht wird und
innerhalb der Kanäle 24 dann wieder kondensiert. Dabei richtet sich die Auswahl eines
geeigneten Wärmeträgermediums bzw. einer geeigneten Flüssigkeit insbesondere nach
dessen bzw. deren Verdampfungspunkt und nach der Arbeitstemperatur, auf die der Heißleim
zu erwärmen bzw. zu erhitzen ist. Dabei sind die Kanäle 24 so gestaltet, dass die
Kondensation insbesondere an denjenigen Stellen und Zonen innerhalb des Körpers des
Auftragskopfes 2 stattfindet, die bevorzugt zu erwärmen bzw. zu temperieren sind;
hierbei handelt es sich insbesondere um diejenigen Stellen und Zonen, die sich im
Bereich der Abgabeöffnungen 10 und der zu diesen führenden Kanäle 6 befinden.
[0024] Demnach wird der in den Kanälen 6 zu den Abgabeöffnungen 10 transportierte Heißleim
nicht direkt von der Heizeinrichtung 20 erwärmt bzw. erhitzt, sondern mithilfe der
als Wärmeträgermedium verwendeten Flüssigkeit, die die Wärme vom Heizelement 20 gezielt
zu den gewünschten Stellen und Zonen im Körper des Auftragskopfes 2 transportiert.
Hierzu wird also das physikalische Prinzip der Sattdampfkondensation genutzt, wonach
sich durch Kondensation eines gasförmigen Mediums (Übergang vom gasförmigen in den
flüssigen Zustand) an einem Körper der Energiegehalt des Mediums verringert und gleichzeitig
der Energiegehalt des Körpers erhöht, auf diese Weise ein Energieaustausch stattfindet
und dadurch der Körper erwärmt bzw. aufgeheizt wird. Hierzu steht das aus der Kammer
22 und den Kanälen 24 gebildete, geschlossene System gewöhnlich unter Druck, der sich
vom Umgebungsdruck unterscheidet und in der Regel höher als der Umgebungsdruck ist
und sich insbesondere in Abhängigkeit von den Eigenschaften der verwendeten Flüssigkeit
bzw. des verwendeten Wärmeträgermediums und von der vom Heizelement 20a erzeugten
Temperatur von selbst einstellt..
[0025] Das System ist im Wesentlichen selbstregelnd, da an denjenigen Stellen und Zonen,
wo im Körper des Auftragskopfes 2 eine Abkühlung erfolgt, sofort über die Kondensation
eine Wärmeübertragung von der Flüssigkeit stattfindet und diese Stellen und Zonen
geheizt werden. Dadurch haben zumindest alle relevanten Stellen und Zonen innerhalb
des Auftragskopfes 2 im Wesentlichen die gleiche Temperatur. Außerdem ist nur ein
Regelkreis erforderlich, wobei die Regelung der Heizeinrichtung 20 über eine Druck-
oder Temperaturmessung erfolgen kann, wozu mindestens ein entsprechender Sensor vorzusehen
ist, der in Fig. 3 schematisch dargestellt und mit dem Bezugszeichen "28" gekennzeichnet
ist.
1. Vorrichtung zum Auftragen von im erwärmten Zustand viskosem oder flüssigem Klebstoff,
insbesondere Heißleim, auf Gegenständen, insbesondere einer rotierenden, vorzugsweise
gekühlten, Trommel oder Flachteilen wie Papierbögen oder Papierbahnen oder Metall-
oder Kunststofffolien, mit einer Klebstoffabgabeeinrichtung (6, 10) und einer Heizeinrichtung
(20a), gekennzeichnet durch einen gegenüber der Umgebung gasdicht geschlossenen Hohlraum (22, 24), der einen
ersten Abschnitt (22), in dem zumindest abschnittsweise die Heizeinrichtung (20a)
angeordnet ist, und einen zweiten Abschnitt (24), der sich in Richtung auf die Klebstoffabgabeeinrichtung
(6, 10) erstreckt, aufweist und mit einem Wärmeträgermedium befüllt ist, das derart
beschaffen ist, dass es zumindest teilweise aufgrund von Erwärmung durch die Heizeinrichtung (20a) im ersten Abschnitt (22) des Hohlraumes (22, 24) von einem
flüssigen Zustand in einen gasförmigen Zustand gebracht wird und im zu beheizenden
zweiten Abschnitt (24) des Hohlraumes (22, 24) kondensiert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (22, 24) zum Teil mit dem Wärmeträgermedium befüllt ist.
3. Vorrichtung zum Auftragen von im erwärmten Zustand viskosem oder flüssigem Klebstoff,
insbesondere Heißleim, auf Gegenständen, insbesondere Flachteilen wie Papierbögen,
mit einer Klebstoffabgabeeinrichtung (6, 10) und einer Heizeinrichtung (20a),
gekennzeichnet durch einen gegenüber der Umgebung gasdicht geschlossenen Hohlraum (22, 24), der einen
ersten Abschnitt (22), in dem die Heizeinrichtung (20a) angeordnet ist, und einen
zweiten Abschnitt (24), der sich in Richtung auf die Klebstoffabgabeeinrichtung (6,
10) erstreckt, aufweist und zur Befüllung mit einem Wärmeträgermedium ausgebildet
ist, das derart beschaffen ist, dass es zumindest teilweise aufgrund von Erwärmung
durch die Heizeinrichtung (20a) im ersten Abschnitt (22) des Hohlraumes (22, 24) von einem
flüssigen Zustand in einen gasförmigen Zustand bringbar und im zweiten Abschnitt (24)
des Hohlraumes (22, 24) kondensierbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (22, 24) zur teilweisen Befüllung mit dem Wärmeträgermedium ausgebildet
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (22, 24) von Luft und/oder anderen Fremdgasen im Wesentlichen evakuierbar
ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt (24) des Hohlraumes (22, 24) zumindest teilweise benachbart
zur Klebstoffabgabeeinrichtung (6, 10) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt (24) des Hohlraumes (22, 24) mindestens einen sich in Richtung
auf die Klebstoffabgabeeinrichtung (6, 10) erstreckenden Kanal aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kanal des zweiten Abschnittes (24) des Hohlraumes (22, 24) benachbart
zur Klebstoffabgabeeinrichtung (6, 10) verläuft.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kanal des zweiten Abschnittes (24) des Hohlraumes (22, 24) ein
erstes Ende, das sich in fluider Verbindung mit dem ersten Abschnitt (22) des Hohlraumes
(22, 24) befindet, und ein zweites Ende, das benachbart zur Klebstoffabgabeeinrichtung
(6, 10) liegt, aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (22, 24) so ausgebildet ist, dass sich im Betrieb dessen zweiter Abschnitt
(24) zumindest teilweise oberhalb von dessen erstem Abschnitt (22) befindet.
11. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (20a) im ersten Abschnitt (22) des Hohlraumes (22, 24) so angeordnet
ist, dass sie sich im Betrieb der Vorrichtung im Wesentlichen im Bereich der tiefsten
Stelle (22b) des ersten Abschnittes des Hohlraumes (22) befindet.
12. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Körper (2) aus wärmeleitfähigem Material, insbesondere Metall, in dem die Klebstoffabgabeeinrichtung
(6, 10) und der Hohlraum (22, 24) ausgebildet sind.
13. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (20a) mindestens ein im ersten Abschnitt (22) des Hohlraumes
(22, 24) angeordnetes elektrisches Heizelement aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffabgabeeinrichtung (6, 10) mindestens einen Kanal (6) aufweist, der in
einer Abgabeöffnung (10) zur Abgabe von Klebstoff endet.