(19)
(11) EP 3 159 860 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.04.2017  Patentblatt  2017/17

(21) Anmeldenummer: 15003009.6

(22) Anmeldetag:  21.10.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G08B 15/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(71) Anmelder:
  • Wohlan-Gershoff, Ulrich
    40882 Ratingen (DE)
  • Fluck, Magnus
    40878 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Wohlan-Gershoff, Ulrich
    40882 Ratingen (DE)
  • Fluck, Magnus
    40878 Ratingen (DE)

   


(54) MOBILE ALARMANLAGE MIT GETARNTEN SICHERHEITS-MODULEN


(57) Eine Mobile Alarmanlage besteht aus Sensoren und Kamera-Modulen, die durch Einbau in alltägliche Gebrauchsgegenstände zu tarnen sind.
Die Alarmierung erfolgt bei Ausfall eines in sehr kurzen Perioden ausgesandten Funksignals.




Beschreibung

BEREICH DER ERFINDUNG



[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein mobiles Alarmsystem, das mit verschiedenartigen Sensoren und einem integrierten Funk- und Kameramodul für Überwachungsvideos arbeitet, die in Alltagsgegenständen getarnt sind.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG - PROBLEMSITUATION



[0002] Einbrüche in Fahrzeuge zur Entwendung von Gegenständen und in Computerräume um physischen Zugang in EDV-Systeme zur Industriespionage zu erhalten, häufen sich.

[0003] Schutz durch Überwachung ist zudem erschwert, wenn damit gerechnet werden muss, dass mögliche Eindringlinge über Insider-Informationen über Sicherheitseinrichtungen verfügen und sie so umgehen könnten.

STAND DER TECHNIK



[0004] Es sind bereits einige mobile Alarmanlagen bekannt, wie z.B.

[0005] DE 10 2009 045 977 A1 - Mobiles Gerät als Sicherheitsanlage mit Mobilfunk und vielen denkbaren Sensoren die entweder integriert der angekoppelt sind.
Diese sehr globale Patentanmeldung weist diverse Sensoren und Ausgabegeräte, Navigationsgeräte, Musikanlagen oder Mobilfunk auf, löst aber die vorgenannten Probleme ebensowenig, wie die Folgenden.

[0006] DE 195 28 818 A1, ein Verfahren zum Sichern von Gegenständen beim Entfernen von einem Bezugspunkt mittels Funkalarmierung an einen nicht näher bezeichneten, einer Person zugeordneten Empfänger (also auch ein Mobiltelefon). Auch hier gibt es nur eine ziemlich globale Anmeldung und keine Erteilung eines Patents

[0007] DE 200 17 217 U1 bezeichnet eine multifunktionale Fernüberwachungseinrichtung, mit Mobilfunk, Sensoren, Fernbedienung und Tastatur.
Diese Gebrauchsmusteranmeldung von 1999, stützt sich i.W. auf einen Bewegungsmelder und muss mit dem Telefonnetz verbunden sein..

[0008] DE 202 01 443 U1 bezeichnet eine Überwachungsvorrichtung in einem "mobilen Träger" (Koffer) mit mindestens einem Bewegungssensor, offenbar aus der Frühzeit des Mobilfunks und auch nur als Gebrauchsmuster angemeldet.

[0009] US 8.957.774 B2 ist das modernste Patent dieser Art, das alle denkbaren technischen Features enthält und so getarnt ist, dass es als Alarmanalge nicht unmittelbar erkennbar ist.
Allerdings ist hier eine manuelle Auslösung des Alarms vorgesehen. Ähnlich sind auch in US 5.476192 und US 5.420.570 Alarmanlagen in Funk-Armbanduhren mit manueller Auslösung integriert.

[0010] US 8.369.967, ein ebenfalls noch junges, aber schon erteiltes Patent, bezieht sich insbesondere auf die Übertragung des Alarmsignals in einem paketbasierten IT-System, schließt aber auch alle möglichen Sensoren, so auch medizinische, Umweltanalytische, Video-und Bildanalytische Erkennungsverfahren für Überwachung und Alarmauslösung ein. Das System ist jedoch an eine Internet-Verbindung gebunden, die ja leicht zu unterbrechen ist. Näheres dazu ist nicht angegeben, das Schutzrecht bezieht sich auch im Wesentlichen auf die EDV-spezifischen Sprachen und Kommunikationsmodi.

[0011] An asiatischen Patenten wurde nur das Weltpatent WO 10 2001 0055 741 A1 (noch nicht erteilt) - ex KR10 2003 0022 577 gefunden, das sich aber nur auf Telefonanlagen bezieht.
Dies erscheint merkwürdig, weil alle gängigem mobilen Alarmanlagen offenbar in China und umliegenden Ländern gefertigt werden. Hierzu zählt z.B. das in Tschechien entwickete Flajzar EMA1 GSM (s. http://www.flajzar.cz/en/electronic-micro-alarm. htm ) und Ähnliche.

[0012] Jedoch ist aus Testberichten der US-Motorpresse bekannt, dass geschickte Einbrecher derartige Geräte schnell abziehen und in eine Blechdose packen oder mit einer Mu-Metallfolie abdecken und damit deaktivieren können, bevor es eine GSM-Verbindung aufgebaut hat, bzw. ein errechnetes Positions-Signal übertragen kann. Benanntes Gerät hat allerdings ohnehin kein GPS-System, Ähnliche in USA offenbar jedoch schon. Die Geschwindigkeit des Kommunikations-Aufbaus ist naturgemäß auch von den Mobilfunknetzen und deren lokaler Empfangsqualität abhängig.

[0013] Ferner sind all diese Geräte bislang jedoch offenbar zum Einstecken in die Zigarrettenanzünder-Buchse vorgesehen und daher für Einbrecher schnell auffindbar, sofern sich der Besitzer nicht die Mühe macht, dafür extra Kabel und Anschlüsse zu verlegen, was die Tester vorschlagen. Damit wäre andererseits aber die Aktivierung und Deaktivierung des Systems erschwert.

AUFGABENSTELLUNG



[0014] Um vorgenannten Probleme zu bewältigen, ist es Aufgabe vorliegender Patentanmeldung ein Alarm-System zu schaffen, das nicht leicht zu entdecken und als solches identifizierbar ist und das seinen Alarm auch dann ausgeben kann, wenn die Kommunikationsverbindung unautorisiert unterbrochen wird.

[0015] Darüber hinaus ist es Gegenstand der Erfindung, nicht nur ein Lichtbild möglicher Täter aufzunehmen und zu speichern bzw. zu übertragen, sondern eine möglichst hoch aufgelöste Videosequenz, wie bei modernen Überwachungssystemen - die allerdings im Gegensatz zu Alarmanlagen meist im "always on"-Modus operieren, d.h. immer aufnehmen und ältere Sequenzen einfach überschreiben.

LÖSUNG



[0016] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die Alarmanlage klein und mobil ausgeführt ist, so dass sie leicht mit veränderter Positionierung ingesetzt werden kann.
Weiter ermöglicht eine kleine und in Modulen ausgeführte Technik, dass das System in unterschiedliche und an sich unauffällige Gegenstände des täglichen Bedarfs integriert werden kann, wie z.B. halbvolle Getränkeflaschen oder-Gläser, Blumenvasen, Schreibtisch-Bilderhalter, -Uhren und Souvenirs etc., die auch von Reinigungskräften unangetastet bleiben.

[0017] Diese Tarnung wird durch den modularen Aufbau erleichtert, bei dem ein Grundgerät in unterschiedliche Hüllelemente eingebracht werden kann.

[0018] Um eine sichere Übertragung des Alarms zugewährleisten und die Unterdrückung oder Störung eines auslösenden bzw. übertragenden Signals zu verhindern, emittiert das zugehörige Funkmodul in kurzen Abständen charakteristische, perioden-codierte Signalbursts, deren Unterbrechung oder Verfälschung den eigentlichen Alarm auslösen.

[0019] Zur schnellen und schwer überwindbar gesicherten Deaktivierung ist ein selbstlernendes Fingarabdruck-Identifikationssystem vorgesehen, wie es bei modernen Mobilfunkgeräten mittlerweile Standard ist.

NÄHERE BESCHREIBUNG ANHAND DER ZEICHNUNG.



[0020] Fig. 1 stellt das System in einem Diagramm der Funktionszusammenhänge dar:

Die Sensoren (1) (ein Bewegungssensor), (2) (ein Infrarot-Bewegungssensor) und (3) (ein Strahlungsfeld-Sensor) - neben möglichen Anderen - werden in der AnalyseEinheit des Systems (4) übertragen.

Diese kann z.B. durch die in einer Mobilfunk-App eines Smartphones (5) installierte Parametrierung gesteuert, oder manuell durch Drehregler eingestellt sein.

Die Analyseeinheit wertet die Signale aus und identifiziert sie gegebenenfalls. als Einbruchs- oder Störversuch (6).

Dies unterbricht eine zeit-spezifizierte Folge charakteristischer Burst-Signale (7, 8, 9), die als Alarmsignal von einem darauf eingestellten Funk-Signalempfänger (10) ausgewertet werden können - der außerhalb des Einflussbereichs eines Einbrechers liegt.

Gleichzeitig kann eine Bildfolge bzw. Video-Sequenz (11) einer in einem Ansatz-Modul integrierten Kamera (12) oder das schrille Tonsignal (13) eines integrierten Piezo-Squiekers ausgelöst werden,




Ansprüche

1. Mobile Alarmanlage, dadurch gekennzeichnet, dass Sensorik, Auswertung und Signal-Übertragung in getarnten Modulen angeordnet sind.
 
2. Mobile Alarmanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensorik aus optischen Bewegungsmeldern mit Licht- und Infrarot-Detektion, Erschütterungssensoren und Bildanalyse besteht.
 
3. Mobile Alarmanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gesicherte Funkübertragung durch regelmäßige spezifische Funk-Bursts erfolgt, deren Unterbrechung oder Verfälschung den Alarm auslöst.
 
4. Mobile Alarmanlage nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Tarnung durch den Einbau der Module in Gegenstände des täglichen Bedarfs realisiert ist.
 
5. Mobile Alarmanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Aktivierung und Deaktivierung durch ein selbstlernendes Fingerabdruck-System kontrolliert sind.
 
6. Mobile Alarmanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Parametrierung der Sensoren mittels einer App (Anwendungssoftware im Bereich mobiler Betriebssysteme) fernbedient werden kann.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente