[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren gemäß Patentanspruch 1.
[0002] In der Halbleiterindustrie werden bereits seit mehreren Jahren unterschiedliche Bondtechnologien
verwendet um Substrate miteinander zu verbinden. Den Verbindungsvorgang nennt man
Bonden. Man unterscheidet grob zwischen den Temporärbondverfahren und den Permanentbondverfahren.
[0003] Bei den Temporärbondverfahren wird ein Produktsubstrat mit einem Trägersubstrate
so verbondet, dass es nach einer Prozessierung wieder gelöst werden kann. Mit Hilfe
der Temporärbondverfahren ist es möglich, ein Produktsubstrat mechanisch zu stabilisieren.
Die mechanische Stabilisierung garantiert, dass sich das Produktsubstrat handhaben
lässt, ohne sich zu wölben, zu verformen oder zu brechen. Stabilisierungen durch Trägersubstrate
sind vor allem während und nach einem Rückdünnprozess notwendig. Ein Rückdünnprozess
erlaubt die Reduzierung der Produktsubstratdicke auf wenige Mikrometer.
[0004] Bei den Permanentbondverfahren werden zwei Substrate dauerhaft, d.h. permanent, miteinander
verbondet. Das permanente Verbonden zweier Substrate erlaubt auch die Herstellung
von mehrlagigen Strukturen. Diese mehrlagigen Strukturen können aus demselben oder
aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Es existieren unterschiedliche Permanentbondverfahren.
[0005] Das Permanentbondverfahren des anodischen Bondens wird verwendet, um ionenhaltige
Substrate permanent miteinander zu verbinden. In den meisten Fällen handelt es sich
bei einem der beiden Substrate um ein Glassubstrat. Das zweite Substrat ist vorzugsweise
ein Siliziumsubstrat. In dem Verfahren wird ein elektrisches Feld entlang der beiden
miteinander zu verbondenden Substrate angelegt. Das elektrische Feld wird zwischen
zwei Elektroden, die vorzugsweise die beiden Oberflächen der Substrate kontaktieren,
erzeugt. Das elektrische Feld erzeugt einen Ionentransport im Glassubstrat und bildet
eine Raumladungszone zwischen den beiden Substraten aus. Die Raumladungszone bewirkt
eine starke Anziehung der Oberflächen beider Substrate, die nach der Annäherung miteinander
kontaktieren und damit eine bleibende Verbindung ausbilden. Der Bondvorgang beruht
also vorwiegend auf der Maximierung der Kontaktfläche beider Oberflächen.
[0006] Ein weiteres Permanentbondverfahren ist das eutektische Bonden. Beim eutektischen
Bonden wird eine Legierung mit einer eutektischen Konzentration erzeugt oder während
des Bonden eingestellt. Durch das Überschreiten der eutektischen Temperatur, der Temperatur
bei der sich die flüssige Phase mit den festen Phasen des Eutektikums im Gleichgewicht
befindet, schmilzt das Eutektikum vollständig auf. Die erzeugte flüssige Phase der
eutektischen Konzentration benetzt die Oberfläche der noch nicht verflüssigten Bereiche.
Beim Erstarrungsvorgang erstarrt die flüssige Phase zum Eutektikum und bildet die
Verbindungsschicht zwischen den beiden Substraten.
[0007] Ein weiteres Permanentbonderfahren ist das Fusionsbonden. Beim Fusionsbonden werden
zwei ebene, reine Substratoberflächen durch Kontaktierung miteinander verbondet. Der
Bondvorgang teilt sich dabei in zwei Schritte. In einem ersten Schritt erfolgt eine
Kontaktierung der beiden Substrate. Die Fixierung der beiden Substrate erfolgt dabei
vorwiegend durch van-der-Waals Kräfte. Die Fixierung bezeichnet man als Vorbond (engl.:
prebond). Diese Kräfte erlauben die Herstellung einer Fixierung, die stark genug ist,
um die Substrate so fest miteinander zu verbonden, dass eine gegenseitige Verschiebung,
insbesondere durch das Aufbringen einer Scherkraft, nur mehr mit erheblichem Kraftaufwand
möglich ist. Andererseits können die beiden Substrate, insbesondere durch Anlegen
einer Normalkraft, wieder relativ leicht voneinander getrennt werden. Die Normalkräfte
greifen dabei vorzugsweise am Rand an, um eine Keilwirkung in der Grenzfläche beider
Substrate zu bewirken, welche einen fortlaufenden Riss erzeugt und somit beide Substrate
wieder voneinander trennt. Um einen permanenten Fusionsbond zu erzeugen, werden die
Substratstapel einer Wärmebehandlung unterzogen. Die Wärmebehandlung führt zur Ausbildung
kovalenter Verbindungen zwischen den Oberflächen der beiden Substrate. Ein derartiger
erzeugter Permanentbond ist nur mehr durch die Aufwendung einer entsprechend hohen,
in den meisten Fällen mit einer Zerstörung der Substrate einhergehenden, Kraft möglich.
[0008] Die Druckschrift
US5441776 beschreibt ein Verfahren zum Bonden einer ersten Elektrode zu einer hydrogenierten,
amorphen Siliziumschicht. Diese amorphe Siliziumschicht wird durch Abscheideprozesse
an der Oberfläche eines Substrats abgeschieden.
[0009] Die Druckschrift
US 2003/141502 beschreibt ein Verfahren zum Bonden von oxidfreien Siliziumsubstraten und anderen
Substraten bei niedriger Temperatur.
[0010] Die Druckschrift
US7462552B2 zeigt ein Verfahren auf, bei dem eine chemische Gasphasenabscheidung (engl.: chemical
vapour deposition, CVD) verwendet wird, um eine amorphe Siliziumschicht an der Oberfläche
eines Substrats abzuscheiden. Die amorphe Schicht besitzt eine Dicke zwischen 0.5
und 10µm.
[0011] Suga et al. berichten in Ihrer Druckschrift
US7550366B2 von einer unbeabsichtigt erzeugten amorphen Schicht, die ca. 100nm dick ist. Diese
amorphe Schicht befindet sich zwischen den beiden Substratoberflächen, die durch einen
Oberflächenaktivierungsprozess vorbereitet wurden. Die amorphe Schicht ist ein Nebenprodukt
des Ionenbeschusses der Substratoberfläche mit Inertgas- und Metallatomen. Der eigentliche
Bondvorgang findet somit zwischen Eisenatomen statt, die die amorphe Schicht bedecken.
[0012] Ein weiteres technisches Problem stellt die Wärmebehandlung dar. Die verbondeten
Substrate sind sehr oft bereits mit funktionalen Einheiten wie beispielsweise Mikrochips,
MEMs, Sensoren, LEDs versehen worden, die eine Temperaturempfindlichkeit besitzen.
Insbesondere Mikrochips besitzen eine relativ starke Dotierung. Die Dotierelemente
besitzen bei erhöhten Temperaturen eine erhöhte Diffusionsfähigkeit, die zu einer
ungewollten, nachteiligen Verteilung der Dotierungen im Substrat führen kann. Des
Weiteren sind Wärmebehandlungen immer mit erhöhten Temperaturen und damit auch mit
höheren Kosten, mit der Erzeugung von thermischen Spannungen, und mit längeren Prozesszeiten
für das Aufheizen und Abkühlen verbunden. Des Weiteren soll bei möglichst niedrigen
Temperaturen gebondet werden, um eine Verschiebung unterschiedlicher Substratbereiche,
die aus unterschiedlichen Materialien und damit im Allgemeinen auch aus unterschiedlichen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten bestehen, zu verhindern.
[0013] Eine Plasmabehandlung zur Reinigung und Aktivierung einer Substratoberfläche wäre
eine Möglichkeit, bei relativ geringen Temperaturen zu Bonden. Derartige Plasmaverfahren
funktionieren allerdings nicht oder nur sehr schlecht bei sauerstoffaffinen Oberflächen,
insbesondere bei Metalloberflächen. Die sauerstoffaffinen Metalle oxidieren und bilden
im Allgemeinen relativ stabile Oxide. Die Oxide sind wiederum hinderlich für den Bondvorgang.
Derartige Metalle können auch relativ schwer durch Diffusionsbonds miteinander verbondet
werden. Sehr gut hingegen funktioniert die Verbondung von Plasma aktiviertem, insbesondere
monokristallinem, Silizium, welches eine Siliziumdioxidschicht ausbildet. Die Siliziumdioxidschicht
eignet sich hervorragend zum Verbonden. Die genannten negativen Auswirkungen der Oxide
beziehen sich daher nicht notwendigerweise auf alle Materialklassen.
[0014] In der Literatur existieren mehrere Ansätze, die das Direktbonden bei niedrigerer
Temperatur beschreiben. Ein Ansatz in der
PCT/EP2013/064239 besteht im Aufbringen einer Opferschicht, die während und/oder nach dem Bondprozess
im Substratmaterial gelöst wird. Ein weiterer Ansatz in der
PCT/EP2011/064874 beschreibt die Herstellung einer permanenten Verbindung durch Phasenumwandlungen.
Die genannten Druckschriften beziehen sich insbesondere auf metallische Oberflächen,
die eher über eine Metallbindung und nicht über kovalente Bindungen gebondet werden.
In der
PCT/EP2014/056545 wird ein optimierter Direktbondvorgang von Silizium durch eine Oberflächenreinigung
beschrieben.
Ein weiteres Problem stellt die Oberflächenrauhigkeit der zu bondenden Oberflächen/Kontaktflächen
dar. Insbesondere bei der Entfernung von Oxiden und Verunreinigungen von den Oberflächen
der miteinander zu verbondenden Substrate mit bekannten Verfahren wird häufig eine
höhere Rauhigkeit erzeugt. Diese Rauheit verhindert im mikroskopischen Maßstab eine
vollständige Berührung der beiden Oberflächen während des Bondprozesses, was sich
nachteilig auf die effektive Bondstärke auswirkt. Die beiden Substratoberflächen bonden
praktisch überwiegend an sich berührenden Oberflächenmaxima. Es besteht daher insbesondere
ein Gegensatz zwischen einer guten Reinigung und der Schaffung einer möglichst idealen
Oberfläche.
[0015] In der Halbleiterindustrie sollen insbesondere sortengleiche Werkstoffe bzw. Materialien
miteinander verbunden werden. Die Sortengleichheit sorgt dafür, dass über die Verbindungsstelle
gleiche physikalische und chemische Eigenschaften vorhanden sind. Das ist insbesondere
wichtig für Verbindungen, über die elektrischer Strom geleitet werden soll, die geringe
Korrosionsneigung und/oder gleiche mechanische Eigenschaften aufweisen sollen. Unter
diesen sortengleichen Werkstoffen befinden sich vor allem:
- Kupfer-Kupfer
- Aluminium-Aluminium
- Wolfram-Wolfram
- Silizium-Silizium
- Siliziumoxid-Siliziumoxid
[0016] Einige der in der Halbleiterindustrie verwendeten Metalle sind sauerstoffaffin. So
bildet Aluminium unter einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre ein relativ festes Aluminiumoxid.
Derartige Oxide wirken sich beim Bonden negativ auf das Bondergebnis aus, da sie zwischen
den beiden miteinander zu verbondenen Materialien eingeschlossen werden. Unter extremen
Bedingungen kann ein derartiges Oxid einen Bondvorgang gänzlich verhindern, unter
optimalsten Bedingungen wird das Oxid eingeschlossen. Denkbar ist auch ein mechanisches
Brechen der Oxidschicht vor der Einbettung. Das Oxid ist thermodynamisch stabil genug,
um sich nicht zu zersetzen oder in feste Lösung zu gehen. Es verbleibt als Oxid in
der Bondgrenzfläche und wirkt sich dort negativ auf die mechanischen Eigenschaften
aus. Für Wolfram- und/oder Kupferbonds ergeben sich analoge Probleme.
[0017] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren anzugeben, mit welchen
eine optimale Verbindung bei möglichst geringer Temperatur, insbesondere mit größtmöglicher
Reinheit an der Bondgrenzfläche, erreicht wird.
[0018] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. In den Rahmen der Erfindung fallen
auch sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von in der Beschreibung, den Ansprüchen
und/oder den Figuren angegebenen Merkmalen. Bei angegebenen Wertebereichen sollen
auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart gelten
und in beliebiger Kombination beanspruchbar sein.
[0019] Die Grundidee der vorliegenden Erfindung ist es, eine, insbesondere überwiegend,
amorphisierte Schicht mit einer definierten Dicke d an einer zu bondenden Substratoberfläche
zu erzeugen. Die amorphisierte Schicht kann dabei insbesondere durch chemische und/oder
physikalische Abscheideprozesse, vorzugsweise Sputtern, auf dem Substrat aufgebracht
oder direkt aus dem Substrat erzeugt werden. Ein Hauptaspekt der Erfindung besteht
allerdings darin, dass die amorphisierte Schicht nicht durch ein, mittels physikalischer
und/oder chemischer Prozesse aufgebrachtes, Material, sondern durch eine Phasenumwandlung
des Substratmaterials erfolgt. Dadurch kann auf die Abscheidung eines, insbesondere
ungewollten oder schädlichen, Materials vollständig verzichtet werden. Im weiteren
Verlauf wird daher vorwiegend auf die zweite Methode eingegangen.
[0020] Die Erfindung betrifft insbesondere eine Methode zum permanenten Bonden zweier Substrate,
wovon wenigstens eines, vorzugsweise beide wie nachfolgend beschrieben vor dem Bonden
behandelt wurde. Oberflächenbereiche, insbesondere eine Kontaktseite (vorzugsweise
vollflächig) der beiden oder wenigstens eines der beiden Substrate werden vor dem
Bondvorgang amorphisiert. Im weiteren Verlauf der Patentschrift wird die gesamte Substratoberfläche
als amorphisierter Oberflächenbereich beschrieben, obwohl erfindungsgemäß auch die
Amorphisierung von, insbesondere voneinander getrennter, Oberflächenbereiche, die
kleiner sind als die Substrat Oberfläche, denkbar ist. Durch die Amorphisierung wird
eine nanometerdicke Schicht erzeugt, in der die Atome mindestens einer der zu verbondenden
Oberflächen (Kontaktseiten) regellos angeordnet werden. Diese regellose Anordnung
führt zu einem besseren Bondergebnis, insbesondere bei vergleichsweise geringen Temperaturen.
Zur Erzeugung eines erfindungsgemäßen Bonds wird insbesondere eine Reinigung der Oberflächen
(zumindest der Kontaktseiten), insbesondere zur Befreiung von Oxiden, durchgeführt.
Vorzugsweise erfolgt Reinigung und Amorphisierung gleichzeitig, noch bevorzugter durch
dieselbe Behandlung. Ein wesentlicher erfindungsgemäßer Aspekt der Erfindung ist insbesondere
die Verwendung niederenergetischer Teilchen, insbesondere Ionen, deren Energie vergleichsweise
niedrig ist, allerdings ausreicht, um die erfindungsgemäß beschriebene Amorphisierung
zu bewirken.
[0021] Die Entfernung des Oxids von den Substratoberflächen ist für einen optimalen Bondprozess
und einen Substratstapel mit entsprechend hoher Bondstärke vorteilhaft. Dies gilt
insbesondere für alle Materialien, bei denen eine sauerstoffhaltige Atmosphäre ein
ungewolltes, natives Oxid bildet. Dies gilt nicht notwendigerweise für bewusst erzeugte
Sauerstoffsubstratoberflächen wie beispielsweise für Siliziumoxid. Insbesondere werden
erfindungsgemäß, vorzugsweise zumindest überwiegend, noch bevorzugter ausschließlich,
schädliche, unnötige und/oder native, insbesondere metallische, Oxide entfernt. Vorzugsweise
werden die vorgenannten Oxide vor einem Bondvorgang weitestgehend, insbesondere vollständig,
entfernt, um nicht in die Bondgrenzfläche (Kontaktfläche zweier Substrate) eingebaut
zu werden. Ein Einbau derartiger Oxide würde zu einer mechanischen Destabilisierung
und zu einer sehr geringen Bondstärke führen. Die Entfernung des Oxids erfolgt durch
physikalische oder chemische Verfahren. In einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Ausführungsform erfolgt die Entfernung der ungewollten Oxide mit derselben Anlage,
mit deren Hilfe das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt wird. Dadurch können, insbesondere
unter optimalen Umständen:
- Oxidentfernung
- Oberflächenglättung
- Amorphisierung
gleichzeitig durchgeführt werden. In alternativen erfindungsgemäßen Ausführungsformen
erfolgt die Oxidentfernung nicht in derselben Anlage. Dabei muss insbesondere sichergestellt
werden, dass es zu keiner erneuten Oxidation der Substratoberflächen beim Transfer
der Substrate zwischen den beiden Anlagen kommt.
[0022] Der erfindungsgemäße Gedanke besteht mit anderen Worten insbesondere in der Erhöhung
der Bondfestigkeit zwischen zwei Substratoberflächen durch Amorphisierung. Die Amorphisierung
löst dabei mehrere Probleme:
Erstens geht der erfindungsgemäßen Amorphisierung vorzugsweise eine Reinigung der
Substratoberfläche voran. Insbesondere werden Reinigung der Substratoberfläche und
Amorphisierung gleichzeitig, noch bevorzugter durch den gleichen Prozess, durchgeführt.
Zweitens bewirkt die erfindungsgemäßen Amorphisierung eine Planarisierung der Substratoberfläche.
Die Planarisierung findet dabei während der Amorphisierung, insbesondere zusätzlich
durch die während des Bondvorgangs wirkende Krafteinwirkung, statt.
Drittens wird durch die Amorphisierung ein thermodynamisch metastabiler Zustand an
der Substratoberfläche (Bondgrenzfläche) erzeugt. Dieser metastabile Zustand führt
in einem weiteren Prozessschritt (insbesondere nach Kontaktierung der zu bondenden
Oberflächen) eine (Rück-)Umwandlung von Teilbereichen der amorphen Schicht in einen
kristallinen Zustand. Im Idealfall erfolgt eine vollständige Umwandlung der amorphen
Schicht. Die resultierende Schichtdicke nach der Kontaktierung und der anschließenden
Wärmebehandlung der amorphen Schicht ist insbesondere größer als null.
[0023] Ein erfindungsgemäßer Gedanke besteht vor allem in der Erzeugung der amorphen Schicht
aus dem vorhandenen Grundmaterial des Substrats, insbesondere durch Teilchenbeschuss.
Vorzugsweise wird vor dem Bonden der Substrate kein Material auf die zu kontaktierenden
Substratoberflächen aufgebracht.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt die Herstellung eines vollständigen und/oder
vollflächigen, insbesondere sortenreinen, Kontakts zweier Substratoberflächen, wovon
mindestens eine, vorzugsweise beide, erfindungsgemäß amorphisiert sind. Durch die
vollständige Kontaktierung werden Verunreinigungen, Einschlüsse, Leerräume und Lunker
vollständig vermieden.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere für die Herstellung eines vollständigen
und/oder vollflächigen und/oder nicht sortenreinen Kontakt zweier, vorzugsweise unterschiedlicher,
Substratoberflächen verwendet. Insbesondere können folgende Materialien in beliebiger
Kombination miteinander verbondet werden.
- Metalle, insbesondere,
∘ Cu, Ag, Au, Al, Fe, Ni, Co, Pt, W, Cr, Pb, Ti, Te, Sn, Zn
- Legierungen
- Halbleiter (mit entsprechender Dotierung), insbesondere
∘ Elementhalbleiter, insbesondere
▪ Si, Ge, Se, Te, B, □-Sn
∘ Verbindungshalbleiter, insbesondere
▪ GaAs, GaN, InP, InxGal-xN,InSb, InAs, GaSb, AlN, InN, GaP, BeTe, ZnO, CuInGaSe2,
ZnS, ZnSe, ZnTe, CdS, CdSe, CdTe, Hg(1-x)Cd(x)Te, BeSe, HgS, AlxGal-xAs, GaS, GaSe,
GaTe, InS, InSe, InTe, CuInSe2, CuInS2, CuInGaS2, SiC, SiGe
- Organische Halbleiter, insbesondere
∘ Flavanthron, Perinon, Alq3, Perinon, Tetracen, Chinacridon, Pentacen, Phthalocyanine,
Polythiophene, PTCDA, MePTCDI, Acridon, Indanthron
[0026] Bevorzugt werden erfindungsgemäß folgende Materialkombinationen verwendet:
- GaN - Cu,
- GaAs - SiO2,
- Cu - Al.
[0027] Obwohl die erfindungsgemäße Ausführungsform vor allem zum Verbinden zweier Substratoberflächen
aus unterschiedlichen Materialien geeignet ist, wird im weiteren Verlauf des Patents
der Einfachheit halber vorwiegend auf die Verbindung zweier sortengleicher Substratoberflächen
Bezug genommen. Die Erfindung betrifft mit anderen Worten insbesondere eine Methode
zum Direktbonden. Der Erfindung liegt dabei bevorzugt der Gedanke zugrunde, mindestens
eine (insbesondere an der Kontaktseite angeordnete) Oberfläche eines Substrats vor
dem Bondvorgang zu amorphisieren. Die Amorphisierung erfolgt bevorzugt nicht durch
das Abscheiden eines Materials, das unter den gegebenen Abscheideparametern an der
Substratoberfläche amorph resublimiert bzw. kondensiert, sondern insbesondere durch
eine Änderung, Urformung und/oder Phasenumwandlung einer amorphen Schicht an der Substratoberfläche.
Dies erfolgt insbesondere durch die Einbringung kinetischer Energie durch Teilchenbeschuss,
insbesondere Ionenbeschuss, am bevorzugtesten durch einen niederenergetischen Ionenbeschuss.
Amorphisierung
[0028] Unter der Amorphisierung wird die regellose Anordnung der Atome im Gegensatz zur
wohldefinierten Anordnung von Atomen in einem Kristall verstanden. Bei den Atomen
kann es sich um die Atome eines einatomaren Einkomponentensystems, eines mehratomaren
Einkomponentensystems, eines einatomaren Mehrkomponentensystems oder eines mehratomaren
Mehrkomponentensystems handeln. Unter Komponente versteht man einen unabhängig veränderbaren
stofflichen Bestandteil einer Phase. Die amorphe Phase besitzt insbesondere keine
Nah- und/oder keine Fernordnung. Unter einem zumindest teilweise amorphen Gefüge der
erfindungsgemäß ausgebildeten amorphen Schicht wird ein Phasengemenge verstanden,
das zumindest aus einer amorphen Phase und einer kristallinen Phase besteht. Das Volumenverhältnis
zwischen der amorphen Phase und dem Gesamtvolumen soll als Amorphisierungsgrad bezeichnet
werden. Erfindungsgemäß ist der Amorphisierungsgrad insbesondere größer als 10%, vorzugsweise
größer als 25%, noch bevorzugter größer als 50%, am bevorzugtesten größer als 75%,
am allerbevorzugtesten größer als 99%.
[0029] Die erfindungsgemäße Amorphisierung wird insbesondere auf den oberflächennahen Bereich
der miteinander zu verbondenden Substrate beschränkt, vorzugsweise durch Wahl der
Prozessparameter Temperatur, Druck, Ionenenergie und/oder Ionenstromdichte während
der Amorphisierung. Insbesondere bleibt das Material des Substrats dabei abgesehen
von der erfindungsgemäß amorphisierten Schicht zumindest überwiegend, vorzugsweise
vollständig, kristallin.
[0030] In einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird nur die Substratoberfläche
eines ersten Substrats amorphisiert. Die Dicke d der amorphen Schicht unmittelbar
nach der erfindungsgemäßen Erzeugung in einer Substratoberfläche ist insbesondere
kleiner als 100nm, vorzugsweise kleiner als 50nm, noch bevorzugter kleiner als 10nm,
am bevorzugtesten kleiner als 5nm, am allerbevorzugtesten kleiner als 2nm.
[0031] Gemäß einer erfindungsgemäßen Weiterbildung wird die Substratoberfläche eines ersten
Substrats und die Substratoberfläche eines zweiten Substrats amorphisiert. In einer
besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform erfolgt die Amorphisierung beider Substratoberflächen
in der gleichen Anlage, insbesondere gleichzeitig, um unter gleichen Prozessparametern
gleiche amorphe Schichten zu erzeugen. Die erzeugten amorphen Schichten besitzen vorzugsweise
die gleiche Dicke d
1 der ersten amorphen Schicht des ersten Substrats und d
2 der zweiten amorphen Schicht des zweiten Substrats. Das Verhältnis der Dicken d
1/d
2 der beiden, insbesondere gleichzeitig erzeugten, amorphen Schichten ist 0.6<d
1/d
2<1.4, vorzugsweise 0.7<d
1/d
2<1.3, noch bevorzugter 0.8<d
1/d
2<1.2, am bevorzugtesten 0.9<d
1/d
2<1.1, am allerbevorzugtesten 0.99<d
1/d
2<1.01.
[0032] Die Substratoberflächen besitzen vor, während und nach der Amorphisierung eine geringe,
aber insbesondere nicht vernachlässigbare, Rauheit. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Rauheit der Substratoberfläche während der Amorphisierung reduziert und besitzt
nach der Amorphisierung ein Minimum. Die Rauheit wird entweder als mittlere Rauheit,
quadratische Rauheit oder als gemittelte Rauhtiefe angegeben. Die ermittelten Werte
für die mittlere Rauheit, die quadratische Rauheit und die gemittelte Rauhtiefe unterscheiden
sich im Allgemeinen für dieselbe Messstrecke bzw. Messfläche, liegen aber im gleichen
Größenordnungsbereich. Eine Messung der Oberflächenrauheit erfolgt mit einem der (dem
Fachmann bekannten) Messgeräte, insbesondere mit einem Profilometer und/oder einem
Rasterkraftmikroskop (engl.: atomic force microscope, AFM). Die Messfläche beträgt
dabei insbesondere 200µm x 200µm. Daher sind die folgenden Zahlenwertebereiche für
die Rauheit entweder als Werte für die mittlere Rauheit, die quadratische Rauheit
oder für die gemittelte Rauhtiefe zu verstehen. Die Rauheit der Substratoberfläche
vor der Amorphisierung ist erfindungsgemäß insbesondere kleiner als 10nm, vorzugsweise
kleiner als 8nm, noch bevorzugter kleiner als 6nm, am bevorzugtesten kleiner als 4nm,
am allerbevorzugtesten kleiner als 1nm. Die Rauheit der Substratoberfläche nach der
Amorphisierung ist insbesondere kleiner als 10nm, vorzugsweise kleiner als 8nm, noch
bevorzugter kleiner als 6nm, am bevorzugtesten kleiner als 4nm, am allerbevorzugtesten
kleiner als 1nm.
[0033] Die Amorphisierung erfolgt vorzugsweise durch Teilchenkollision mit der Substratoberfläche.
Bei den Teilchen handelt es sich entweder um geladene oder um nicht geladene Teilchen.
Die Beschleunigung erfolgt bevorzugt mit geladenen Teilchen (Ionen), da geladene Teilchen
technisch leichter beschleunigt werden können.
[0034] Die Ionen dienen erfindungsgemäß bevorzugt auch der Reinigung der Substratoberfläche.
Erfindungsgemäß wird daher insbesondere eine Reinigung der Substratoberfläche, insbesondere
eine Oxidentfernung, mit der Amorphisierung kombiniert. Soweit die Substrate, insbesondere
unmittelbar, vor der Amorphisierung gereinigt worden sind, kann das erfindungsgemäße
Verfahren allerdings auch ausschließlich zur Herstellung der amorphen Schicht verwendet
werden. Das Verhältnis zwischen der gesamten Oberfläche F des Substrats und der gereinigten
Oberfläche f wird als Reinheitsgrad r bezeichnet. Der Reinheitsgrad ist vor dem erfindungsgemäßen
Bondvorgang insbesondere größer als 0, vorzugsweise größer als 0.001, noch bevorzugter
größer als 0.01, am bevorzugtesten größer als 0.1, am allerbevorzugtesten 1.

[0035] Die Reinigung und/oder die Amorphisierung finden bevorzugt in einer Vakuumkammer
als Prozesskammer statt. Die Vakuumkammer ist dabei auf weniger als 1bar, vorzugsweise
weniger als 1mbar, noch bevorzugter weniger als 10
-3mbar, am bevorzugtesten weniger als 10
-5mbar, am allerbevorzugtesten weniger als 10
-8mbar evakuierbar. Die Vakuumkammer wird, insbesondere vor der Verwendung der Ionen
zur Amorphisierung, vorzugsweise auf einen vorgenannten Druck, noch bevorzugter vollständig,
evakuiert. Insbesondere wird der Sauerstoffanteil in der Prozesskammer so stark reduziert,
dass eine erneute Oxidation der Substratoberflächen nicht möglich ist.
[0036] Es werden erfindungsgemäß insbesondere folgende Gase und/oder Gasgemische für die
Amorphisierung ionisiert:
- Atomare Gase, insbesondere
∘ Ar, He, Ne, Kr,
- Molekulare Gase, insbesondere
∘ H2, N2, CO, CO2,
- Gasgemische, insbesondere
- Formiergas FG (Argon + Wasserstoff) und/oder
- Formiergas RRG (Wasserstoff + Argon) und/oder
- Formiergas NFG (Argon + Stickstoff) und/oder
- Wasserstoff und/oder
[0037] Die verwendeten Gasgemische haben insbesondere folgende Zusammensetzung
| Gasmischung FG |
Ar (%) |
H (%) |
Gasmischung RFG |
H(%) |
Ar (%) |
Gasmischung NFG |
Ar (%) |
N2 (%) |
| FG 0 |
100 |
Atmosphäre (10 sccm) |
RFG 0 |
100 |
Atmosphäre (10 sccm) |
NFG 0 |
100 |
Atmosphäre (10 sccm) |
| FG 1 |
96 |
4 |
RFG 1 |
100 |
0 |
NFG 1 |
95 |
5 |
| FG 2 |
90 |
10 |
RFG 2 |
95 |
5 |
NFG 2 |
90 |
10 |
| FG 3 |
80 |
20 |
RFG 3 |
90 |
10 |
NFG 3 |
80 |
20 |
| FG 4 |
70 |
30 |
RFG 4 |
70 |
30 |
NFG 4 |
70 |
30 |
| FG 5 |
50 |
50 |
RFG 5 |
50 |
50 |
NFG 5 |
50 |
50 |
| Tabelle 1: Die Tabelle zeigt eine Auflistung von drei beispielhaften Gasmischungen,
FGx, RFGx und NFGx mit ihren jeweiligen Anteilen an Argon und Wasserstoff, bzw. Argon
und Stickstoff. |
[0038] Die Ionen werden in einem Ionisierungsprozess erzeugt. Der Ionisierungsprozess findet
vorzugsweise in einer Ionenkammer statt. Die erzeugten Ionen verlassen die Ionenkammer
und werden vorzugsweise durch ein elektrisches und/oder ein magnetisches Feld beschleunigt.
Denkbar ist auch eine Ablenkung der Ionen durch elektrische und/oder magnetische Felder.
Die Ionen treffen in einem Ionenstrahl auf der Substratoberfläche auf. Der Ionenstrahl
zeichnet sich durch eine mittlere Ionendichte aus.
[0039] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Einfallswinkel zwischen der Substratoberfläche
und dem lonenstrahl frei wähl- und einstellbar. Der Einfallswinkel wird definiert
als der Winkel zwischen der Substratoberfläche und dem Ionenstrahl. Der Einfallswinkel
liegt insbesondere zwischen 0° und 90°, vorzugsweise zwischen 25° und 90°, noch bevorzugter
zwischen 50° und 90°, am bevorzugtesten zwischen 75° und 90°, am allerbevorzugtesten
bei exakt 90°. Durch den Einfallswinkel des Ionenstrahls kann die Einschlagenergie
der Ionen auf der Substratoberfläche gesteuert werden. Durch die Einschlagenergie
ist die Amorphisierung steuerbar. Des Weiteren kann durch den Einfallswinkel (und
die damit verbundene Einschlagsenergie der Ionen auf der Substratoberfläche) die Abtragung
von Verunreinigungen, insbesondere Oxiden, gesteuert werden. Des Weiteren erlaubt
die exakte Wahl des Einfallswinkels die Steuerung der Abtragungsrate und damit der
Oberflächenrauhigkeit. Der Einfallswinkel wird daher insbesondere so gewählt, dass
Amorphisierung, Abtragung der Verunreinigungen, insbesondere der Oxide, und Oberflächenglättung
für das gewünschte Ergebnis maximiert werden. Unter Maximierung versteht man insbesondere
eine vollständige Entfernung der Verunreinigungen, insbesondere der Oxide, eine noch
weitere, insbesondere vollständige, Glättung der Oberfläche (also eine Reduktion des
Rauhigkeitswertes auf null) sowie eine optimale, insbesondere dicke, amorphisierte
Schicht.
[0040] Die Steuerung der Amorphisierung erfolgt gemäß einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung durch Einstellung der kinetischen Energie der beschleunigten Teilchen, insbesondere
Ionen. Die kinetische Energie der Teilchen wird insbesondere zwischen 1 eV und 1000
keV, vorzugsweise zwischen 1 eV und 100 keV, noch bevorzugter zwischen 1 eV und 10
keV, am bevorzugtesten zwischen 1 eV und 1 keV, am allerbevorzugtesten zwischen 1
eV und 200 eV, eingestellt.
Die Stromdichte (die Anzahl der Teilchen, insbesondere Ionen, pro Zeit- und Flächeneinheit)
wird insbesondere zwischen 0.1 mA/cm
2 und 1000 mA/cm
2, vorzugsweise zwischen 1.0 mA/cm
2 und 500 mA/cm
2, noch bevorzugter zwischen 50 mA/cm
2 und 100 mA/cm
2, am bevorzugtesten zwischen 70 mA/cm
2 und 80 mA/cm
2, am allerbevorzugtesten 75 mA/cm
2, gewählt.
[0041] Die Behandlungsdauer wird insbesondere zwischen 1s und 200s, vorzugsweise zwischen
10s und 200s, noch bevorzugter zwischen 50s und 200s, am bevorzugtesten zwischen 100s
und 200s, gewählt.
Bonden
[0042] Das Bonden erfolgt insbesondere in einer separaten Bondkammer, wobei die Bondkammer
vorzugsweise in einer Cluster-Anlage integral an die Prozesskammer zur Amorphisierung
angeschlossen ist, noch bevorzugter unter ständiger Aufrechterhaltung der Evakuierung
von der Prozesskammer in die Bondkammer überführbar ist.
[0043] Nach der erfindungsgemäßen Amorphisierung mindestens einer der beiden Substratoberflächen
erfolgt insbesondere eine Ausrichtung der beiden Substrate zueinander. Vorzugsweise
erfolgt die Ausrichtung durch Ausrichtungsanlagen (engl.: aligner) und anhand von
Ausrichtungsmarken.
[0044] Nach der Ausrichtung der beiden Substrate zueinander erfolgt insbesondere eine Kontaktierung.
Die Kontaktierung wird vorzugsweise im Zentrum begonnen und radial nach außen bis
zur vollständigen Kontaktierung fortgeführt. Bei dieser Kontaktierungsart wird eine
Verdrängung von Gasen gewährleistet. Des Weiteren werden die beiden Substrate mit
einer möglichst geringen Verzerrung zueinander kontaktiert.
[0045] Die Kontaktierung bewirkt vorzugsweise eine Vorfixierung, insbesondere einen Vorbond.
Der Vorbond zeichnet sich durch eine Bindungsfestigkeit zwischen 0.01 J/m
2 und 2.5 J/m
2, bevorzugter zwischen 0.1 J/m
2 und 2 J/m
2, noch bevorzugter zwischen 0.5 J/m
2 und 1.5 J/m
2, am bevorzugtesten zwischen 0.8 J/m
2 und 1.2 J/m
2 aus. Der Vorbond führt nicht notwendigerweise zu einer vollständigen Kontaktierung
der beiden Substratoberflächen.
[0046] In einem weiteren erfindungsgemäßen Schritt erfolgt der eigentliche Bondvorgang der
vorgebondeten Substrate. Der eigentliche Bondvorgang besteht insbesondere aus einer
Kraft und/oder Temperatureinwirkung. Die erfindungsmäße Bondtemperatur ist insbesondere
kleiner als 200°C, vorzugsweise kleiner als 150°C, noch bevorzugter kleiner als 100
°C, am bevorzugtesten kleiner als 100°C, am allerbevorzugtesten kleiner als 50°C.
Die erfindungsgemäße Bondkraft ist insbesondere größer als 0.01 kN, vorzugsweise größer
als 0.1 kN, noch bevorzugter größer als 1 kN, am bevorzugtesten größer als 10 kN,
am aller bevorzugtesten größer als 100 kN. Die entsprechenden Druckbereiche ergeben
sich durch Normierung der erfindungsgemäßen Bondkraft auf die Fläche der Substrate.
Die Substrate können eine beliebige Form besitzen. Insbesondere sind die Substrate
kreisförmig und werden gemäß Industriestandard über den Durchmesser charakterisiert.
Die Substrate können jede beliebige Form besitzen, sind aber bevorzugt kreisrund.
Für Substrate, insbesondere die sogenannten Wafer, sind die industrieüblichen Durchmesser,
1 Zoll, 2 Zoll, 3 Zoll, 4 Zoll, 5 Zoll, 6 Zoll, 8 Zoll, 12 Zoll und 18 Zoll. Die erfindungsgemäße
Ausführungsform kann aber grundsätzlich jedes Substrat, unabhängig von dessen Durchmesser
handhaben.
[0047] Erfindungsgemäß führt die Druckbeanspruchung zu einer Annäherung der Substratoberflächen
in der (entlang der Kontaktfläche der Substratoberflächen ausgebildeten) Grenzschicht
an der durch den Vorbond noch keine Kontaktierung erfolgt. Die Annäherung der Substratoberflächen
führt zu einer kontinuierlichen Verkleinerung und einem letztendlichen Verschluss
von Kavitäten. Erfindungsgemäß spielt dabei die Amorphisierung eine entscheidende
Rolle, da durch den amorphen Zustand eine oberflächenisotrope elektrostatische Anziehung
erfolgt. Da die miteinander kontaktierenden, amorphen Schichten der Substratoberflächen
beide nicht kristallin sind, muss auch nicht auf eine das Kristallgitter fortsetzende
und angepasste Kontaktierung geachtet werden. Die Kontaktierung zweier Substratoberflächen
mit amorphen Schichten führt damit zur Erzeugung einer neuen, größeren, amorphen Schicht.
Der Übergang gestaltet sich fließend und ist erfindungsgemäß vor allem durch das vollständige
Verschwinden einer Grenzschicht charakterisiert.
[0048] Die Dicke der gesamten, gebondeten amorphen Schicht, insbesondere unmittelbar, nach
dem erfindungsgemäßen Bondvorgang ist insbesondere kleiner als 100nm, vorzugsweise
kleiner als 50nm, noch bevorzugter kleiner als 10nm, am bevorzugtesten kleiner als
5nm, am allerbevorzugtesten kleiner als 2nm.
[0049] Die Bondstärke wird insbesondere durch drei maßgebliche Parameter beeinflusst, nämlich
- die Dicke der amorphen Schicht,
- die Rauhigkeit,
- die Anzahl der sich negativ auswirkenden, eingebauten Ionen und
- die Bondkraft.
[0050] Erfindungsgemäß nimmt die Bondstärke mit steigender Dicke der amorphen Schicht insbesondere
zu. Je dicker die amorphe Schicht, desto größer die Anzahl der regellos angeordneten
Atome. Die regellos angeordneten Atome unterliegen keinem Fern- und/oder Nahordnungsparameter
und werden durch genannte Prozesse, insbesondere Diffusion und Annäherung durch Druckbeaufschlagung,
die Kavitäten entsprechend leicht füllen, da sie sich nicht an ein geregeltes Gitter
anpassen müssen. Durch die Füllung erhöhen sich die Kontaktoberfläche und damit die
Bondstärke. Die Erhöhung der Kontaktfläche wird als maßgeblicher Parameter für die
Bondstärke identifiziert. Ist die mittlere Dicke der amorphen Schicht kleiner als
die mittlere Rauhigkeit, stehen nicht genügend Atome der amorphen Phase zur Verfügung,
um die Kavitäten zu schließen. Andererseits muss erwähnt werden, dass eine Substratoberfläche
mit einer sehr geringen Rauhigkeit auch über entsprechend kleine Kavitäten verfügt.
Je geringer also die Rauhigkeit einer Substratoberfläche, desto geringer kann auch
die Dicke der amorphen Schicht sein, um ein gewünschtes Bondergebnis zu erhalten.
Eine entsprechend dicke amorphe Schicht wird erfindungsgemäß durch eine entsprechend
hohe Ionenenergie erreicht, welche dazu führt, dass die Ionen möglichst tief in das
Substrat eindringen können.
Die Auswirkungen der Rauhigkeit sind analog zu verstehen. Je größer die Rauhigkeit,
desto schwerer gestaltet sich die Annäherung der Substratoberflächen und desto mehr
Energie müssen die Atome der amorphen Substratoberflächen aufwenden, um die Kavitäten
zu füllen und damit die Kontaktfläche zu maximieren.
[0051] Die Bondstärke ist auch eine Funktion der Reinheit der amorphen Schicht. Jedes eingelagerte
Atom oder Ion kann insbesondere zur Destabilisierung, insbesondere Erniedrigung der
Bondfestigkeit führen. Die der Amorphisierung dienenden Ionen können daher auch einen
negativen Einfluss auf die Bondstärke haben, insbesondere wenn sie nach der Amorphisierung
in der amorphen Schicht verbleiben. Daher wird neben einer entsprechend geringen Ionenenergie
auch eine möglichst geringe Stromdichte und Behandlungsdauer angestrebt.
[0052] Multipliziert man die Stromstärke mit der Behandlungsdauer, erhält man die pro Einheitsflächenabschnitt
innerhalb der Behandlungsdauer auf der Substratoberfläche aufgetroffenen Ionen. Um
diese Anzahl zu minimieren, können die Stromdichte und/oder die Behandlungszeit reduziert
werden. Je weniger Ionen pro Einheitsfläche auf der Substratoberfläche auftreffen,
desto weniger Ionen werden in die amorphe Schicht eingebaut. Negative Auswirkungen
auf die Bondstärke haben vor allem jene Teilchen, welche mit dem zu amorphisierenden
Material keine Bindung eingehen können und nur als Defekte, insbesondere Punktdefekt,
vorliegen. Dazu zählen vor allem die Edelgase, aber auch molekulare Gase.
[0053] Insbesondere ist erfindungsgemäß die Verwendung von Gasen bzw. Gasgemischen denkbar,
deren Ionen für eine Verstärkung des Bondinterfaces, insbesondere durch Bildung neuer
Phasen, verantwortlich sind. Eine bevorzugte Möglichkeit wäre die Verwendung von ionisiertem
Stickstoff, der die amorphe Schicht nitriert.
[0054] Analoge Überlegungen gelten für alle anderen Arten von Elementen, welche eine Verbindung,
insbesondere eine metallische, kovalente oder ionische Bindung mit dem Material der
amorphen Schicht eingehen. Um die Stromdichte erniedrigen zu können, werden insbesondere
Substratoberflächen bevorzugt, die bereits über eine minimale Rauhigkeit verfügen.
Je glatter die Substratoberfläche, desto weniger und niederenergetischere Ionen werden
erfindungsgemäß für die Reduktion der Rauhigkeit benötigt. Dadurch wird eine Reduktion
der Ionenenergie und/oder des Ionenstroms und damit der Anzahl der Ionen pro Einheitsfläche
ermöglicht, was wiederum zu einer geringeren Anzahl eingebauter Ionen und in der Folge
zu weniger Defekten und schließlich zu einer erhöhten Bondfestigkeit führt.
[0055] Die Bondstärke ist eine Funktion der Bondkraft, da eine höhere Bondkraft zu einer
stärkeren Annäherung der Substratoberflächen und damit zu einer besseren Kontaktfläche
führt. Je höher die Bondkraft, desto leichter werden Substratoberflächen aneinander
angenähert und verschließen damit durch lokal verformte Bereiche die Kavitäten.
Wärmebehandlung
[0056] Eine, insbesondere von dem Amorphisierungsprozess getrennte, Wärmebehandlung erfolgt
insbesondere entweder während und/oder nach dem Bonden in dem Bonder oder nach dem
Bonden in einem externen (insbesondere in den Cluster integrierten) Wärmebehandlungsmodul.
Bei dem Wärmebehandlungsmodul kann es sich um eine Heizplatte, einen Heizturm, einen
Ofen, insbesondere einen Durchlaufofen oder jede andere Art von wärmeerzeugender Vorrichtung
handeln.
[0057] Die Wärmebehandlung findet insbesondere bei Temperaturen kleiner 500°C, vorzugsweise
kleiner 400°C, noch bevorzugter kleiner 300°C, am bevorzugtesten kleiner 200°C, am
allerbevorzugtesten kleiner 100°C statt.
[0058] Die Zeitdauer der Wärmebehandlung wird insbesondere derart gewählt, dass die Dicke
der erfindungsgemäßen, amorphen Restschicht nach der Wärmebehandlung kleiner als 50nm,
vorzugsweise kleiner als 25nm, noch bevorzugter kleiner als 15nm, am bevorzugtesten
kleiner als 10nm, am allerbevorzugtesten kleiner als 5nm, ist. Die Restschichtdicke
wird insbesondere in den meisten untersuchten Fällen niemals vollständig verschwinden,
da eine vollständige Umwandlung der amorphen Schicht nur mit einer vollständigen Anpassung
der umgewandelten Kristallgitter der beiden Substratoberflächen möglich ist. Da eine
vollständige Anpassung aus energetischen und geometrischen Gründen eher unwahrscheinlich
ist, verbleibt in den meisten erfindungsgemäß beschriebenen Fällen eine von null verschieden
Restschichtdicke.
[0059] Insbesondere erfolgt beim und/oder nach dem Bonden und/oder bei der Wärmebehandlung
eine Phasenumwandlung vom amorphen Zustand in den kristallinen Zustand.
[0060] In einer ganz bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform werden die genannten
Prozessparameter so gewählt, dass eine vollständige Umwandlung der amorphen Schicht
in die kristalline Phase erfolgt.
[0061] Erfindungsgemäß wird gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform die Reinheit des umwandelnden
Materials in Massenprozent (m%) insbesondere größer als 95m%, vorzugsweise größer
als 99m%, noch bevorzugter größer als 99,9m%, am bevorzugtesten größer als 99,99m%,
am allerbevorzugtesten größer als 99,999m%, gewählt. Durch die große Reinheit des
Substratmaterials wird ein noch besseres Bondergebnis erzielt.
[0062] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen. Diese
zeigen in:
- Figur 1
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäß behandelten Substrats in einem ersten Verfahrensschritt (Amorphisierung)
einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 2
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung eines zweiten Verfahrensschrittes
(Kontaktieren/Vorbonden) einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 3
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung eines dritten Verfahrensschrittes
(Bonden),
- Figur 4
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung eines vierten Verfahrensschrittes
(Wärmebehandlung) und
- Figur 5
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung einer Anlage/Vorrichtung
zur Erzeugung einer amorphen Schicht.
[0063] In den Figuren sind gleiche oder gleichwirkende Merkmale mit den gleichen Bezugszeichen
gekennzeichnet.
[0064] Die Figur 1 zeigt eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung
eines ersten Substrats 1 mit einer an einer Substratoberfläche 1o erfindungsgemäß
erzeugten, amorphen Schicht 2. Die amorphe Schicht 2 besitzt im Allgemeinen noch eine
raue Oberfläche 2o. Die Rauhigkeit wird vorzugsweise während der Entfernung eines
Oxids oder anderer Produkte auf ein Minimum reduziert. Die amorphe Schicht 2 erstreckt
sich von der Substratoberfläche 1o über eine Tiefe (Dicke d) in das Substrat 1.
[0065] Die Figur 2 zeigt eine schematische, nicht maßstabsgetreue Querschnittsdarstellung
eines Vorbonds zweier gemäß Figur 1 behandelter Substrate 1, 1'. Der Vorbondprozess
zeichnet sich durch eine Kontaktierung der Substratoberflächen 1o, 1o' (Kontaktflächen)
entlang von Oberflächen 2o, 2o' der amorphen Schichten 2, 2' aus. Die Kontaktierung
erfolgt dabei insbesondere an Maxima 2e der Oberflächen 2o, 2o'. Durch eine von Null
verschiedene, aber insbesondere durch die Amorphisierung gemäß Figur 1 schon stark
reduzierte, Rauhigkeit kommt es dabei zur Ausbildung von Kavitäten 3. In ganz besonders
bevorzugten Fällen greifen möglichst viele Maxima 2e teilweise, insbesondere vollständig,
in die Minima 2m ein, um die Anzahl der erzeugten Kavitäten 3 bzw. deren Volumen bereits
während des Vorbondvorgangs zu minimieren.
[0066] Durch einen erfindungsgemäßen Bondprozess wird, insbesondere durch Kraftbeaufschlagung
quer zu den Substratoberflächen 1o, 1o' an Rückseiten 1r, 1r' der Substrate 1, 1',
die Kontaktierung der Oberflächen 2o, 2o' vervollständigt und die (summierten) Dicken
d der aus den amorphen Schichten 2, 2' gebildeten gemeinsamen amorphen Schicht 2"
werden auf eine (gemeinsame) Schichtdicke d' reduziert . Zu diesem Zeitpunkt kann
bevorzugt zwischen den verbondeten Oberflächen 1o, 1o' der miteinander verbondeten
Substrate 1, 1' nicht mehr unterschieden werden. Diese Eigenschaft wird auch als spezifisches
Merkmal der erfindungsgemäßen Ausführungsform erwähnt und dient der Abgrenzung zu
anderen Technologien. Nach dem heutigen, technischen Kenntnisstand ist es nicht möglich,
eine amorphe Schicht innerhalb eines Substrats herzustellen, ohne eine Veränderung
des (kristallinen) Gefüges im Transferweg der Ionen zu erzeugen. Durch Untersuchung
des Gefüges vor bzw. nach der amorphen (Rest)Schicht ist eine eindeutige Identifizierung
des erfindungsgemäßen Prozesses denkbar. Sind die Gefüge vor bzw. nach der amorphen
Restschicht eindeutig nicht durch Ionenbeschuss verändert worden, musste die Erzeugung
der vergrabenen amorphen Schicht durch den erfindungsgemäßen Bondprozess erfolgt sein.
[0067] Die Kraftbeaufschlagung führt insbesondere zu einer Annäherung der sich in der amorphen
Phase vorliegenden, an den Oberflächen 1o, 1o' angeordneten Atome. Durch die vergleichsweise
schon kleinen (insbesondere durch die Amorphisierung reduzierten) Dimensionen der
Kavitäten 3 ist eine Verformung der Maxima 2e durch eine reine Verschiebung der Atome,
insbesondere unterstützt durch Diffusionsvorgänge, ausreichend, um die Kavitäten 3
praktisch vollständig zu schließen. Eine Plastifizierung des Gefüges erfolgt daher
nicht durch aus der Plastizitätstheorie bekannte Plastifizierungsprozesse wie Versetzungsbewegung
oder Zwillingsbildung, sondern zumindest überwiegend, vorzugsweise ausschließlich,
durch Annäherung und/oder Verschiebung und/oder Diffusion hervorgerufene oder unterstützte
Bewegung der einzelnen Atome.
[0068] In einem weiteren erfindungsgemäßen Prozesschritt gemäß Figur 4 erfolgt eine, insbesondere
zumindest überwiegend durch Rekristallisierung bewirkte, Umwandlung der amorphen Schicht
2". Die Umwandlung, insbesondere Rekristallisierung, führt zu einer kontinuierlichen
Abnahme der Schichtdicke d' bis auf eine erfindungsgemäße Endschichtdicke d", die
gemäß einer ganz bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsformen gleich 0 (Null) ist.
Das Verhältnis zwischen d"/d und/oder d"/d' ist kleiner oder gleich 1, vorzugsweise
kleiner als 0.5, noch bevorzugter kleiner als 0.25, am bevorzugtesten kleiner als
0.1, am allerbevorzugtesten gleich 0. Daraus ergibt sich insbesondere ein vollständiger,
nahezu defektfreier kristalliner Übergang zwischen den beiden Substraten 1, 1'. Dies
kann sich schon während und/oder kurz nach dem Bonden, insbesondere noch in der Bondkammer
ereignen. Dabei wird insbesondere die Heizvorrichtung eines Bonders beim Bonden zur
Erwärmung des Substratstapels (Wärmebehandlung) verwendet.
[0069] Figur 5 zeigt eine Ionenquelle 4, die Ionen eines Ionenstrahls 5 unter einem Einfallswinkel
α zur Substratoberfläche 1o, auf die Substratoberfläche 2o beschleunigt.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 1, 1'
- Substrate
- 1o, 1o'
- Substratoberflächen
- 1r, 1r'
- Rückseiten
- 2, 2', 2"
- Amorphe Schichten
- 2o, 2o'
- Oberfläche
- 2e
- Maxima
- 2m
- Minima
- 3
- Kavitäten
- 4
- Ionenquelle
- 5
- Ionenstrahl
- d, d', d"
- Dicken
- α
- Einfallswinkel
1. Verfahren zur Oberflächenbehandlung einer zumindest überwiegend kristallinen Substratoberfläche
(1o, 1o') eines Substrats (1, 1') derart, dass durch Amorphisierung der Substratoberfläche
(1o, 1o') ohne Abscheiden eines Materials eine amorphe Schicht (2, 2', 2") zum Bonden
an der Substratoberfläche (1o, 1o') mit einer Dicke d > 0nm der amorphen Schicht (2,
2', 2") gebildet wird, wobei ein Gas und/oder ein Gasgemisch für die Amorphisierung
ionisiert wird, wobei die amorphe Schicht (2, 2', 2") durch eine Phasenumwandlung
des Substratmaterials erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Amorphisierung bis zu einer Dicke d < 100nm
der amorphen Schicht (2, 2', 2"), insbesondere d < 50nm, vorzugsweise d < 10nm, noch
bevorzugter d < 5nm, noch bevorzugter d < 2nm erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Amorphisierung derart
durchgeführt wird, dass die mittlere Rauheit der Substratoberfläche (1o, 1o') abnimmt,
insbesondere auf eine mittlere Rauheit kleiner als 10nm, vorzugsweise kleiner als
8nm, noch bevorzugter kleiner als 6nm, noch bevorzugter kleiner als 4nm, noch bevorzugter
kleiner als 2nm.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Amorphisierung durch
Teilchenkollision mit der Substratoberfläche (1o, 1o') mit Teilchen, insbesondere
Ionen, bewirkt wird, insbesondere durch Beschleunigung der Teilchen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem eine kinetische Energie der Teilchen zwischen 1
eV und 1000 keV, vorzugsweise zwischen 1 eV und 100 keV, noch bevorzugter zwischen
1 eV und 10 keV, noch bevorzugter zwischen 1 eV und 200 eV eingestellt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, bei dem Stromdichte der Teilchen zwischen 0.1 mA/cm2 und 1000 mA/cm2, vorzugsweise zwischen 1.0 mA/cm2 und 500 mA/cm2, noch bevorzugter zwischen 50 mA/cm2 und 100 mA/cm2, am bevorzugtesten zwischen 70 mA/cm2 und 80 mA/cm2, am allerbevorzugtesten 75 mA/cm2, eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Amorphisierung in einer
Prozesskammer durchgeführt wird, die vor der Amorphisierung evakuiert wird, insbesondere
auf einen Druck kleiner 1 bar, mit Vorzug kleiner 10-3 bar, mit größerem Vorzug kleiner 10-5 bar, mit noch größerem Vorzug kleiner 10-7 bar, noch bevorzugter kleiner 10-8 bar.
8. Verfahren zum Bonden eines ersten, nach einem der vorhergehenden Ansprüche behandelten
Substrates (1) mit einem, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche behandelten,
zweiten Substrat (1').
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem während und/oder nach dem Bonden eine Wärmebehandlung
durchgeführt wird.
1. Method for surface treatment of an at least primarily crystalline substrate surface
(1o, 1o') of a substrate (1, 1') such that by amorphization of the substrate surface
(1o, 1o') without deposition of a material an amorphous layer (2, 2', 2") is formed
for bonding at the substrate surface (1o, 1o') with a thickness d > 0 nm of the amorphous
layer (2, 2', 2"), wherein a gas and/or a gas mixture is ionized for the amorphization,
wherein the amorphous layer (2, 2', 2") results from a phase conversion of the substrate
material.
2. Method according to Claim 1, in which the amorphization is carried out up to a thickness
d < 100 nm of the amorphous layer (2, 2', 2"), in particular d < 50 nm, preferably
d < 10 nm, even more preferably d < 5 nm, and even more preferably d < 2 nm.
3. Method according to one of the preceding claims, in which the amorphization is performed
in such a way that the mean roughness of the substrate surface (1o, 1o') decreases,
in particular to a mean roughness of less than 10 nm, preferably less than 8 nm, even
more preferably less than 6 nm, even more preferably less than 4 nm, and even more
preferably less than 2 nm.
4. Method according to one of the preceding claims, in which the amorphization is produced
by collision of particles with the substrate surface (1o, 1o') with particles, in
particular ions, in particular by acceleration of the particles.
5. Method according to Claim 4, in which kinetic energy of the particles is set to be
between 1 eV and 1,000 keV, preferably between 1 eV and 100 keV, even more preferably
between 1 eV and 10 keV, and even more preferably between 1 eV and 200 eV.
6. Method according to Claim 4 or 5, in which the current density of the particles is
set to be between 0.1 mA/cm2 and 1,000 mA/cm2, preferably between 1.0 mA/cm2 and 500 mA/cm2, even more preferably between 50 mA/cm2 and 100 mA/cm2, most preferably between 70 mA/cm2 and 80 mA/cm2, and all the more preferably 75 mA/cm2.
7. Method according to one of the preceding claims, in which the amorphization is performed
in a process chamber, which is evacuated before the amorphization, in particular to
a pressure of less than 1 bar, preferably less than 10-3 bar, more preferably less than 10-5 bar, with even greater preference less than 10-7 bar, and even more preferably less than 10-8 bar.
8. Method for bonding a first substrate (1), treated according to one of the preceding
claims, to a second substrate (1'), treated in particular according to one of the
preceding claims.
9. Method according to Claim 8, in which a heat treatment is performed during and/or
after the bonding.
1. Procédé destiné au traitement de surface d'une surface de substrat (1o, 1o') d'un
substrat (1, 1') au moins en majorité cristalline de telle façon, que par l'amorphisation
de la surface de substrat (1o, 1o') sans séparation d'un matériau, il est créé une
couche amorphe (2, 2', 2") pour la liaison à la surface de substrat (1o, 1o') avec
une épaisseur d > 0nm de la couche amorphe (2, 2', 2"), dans lequel un gaz et/ou un
mélange gazeux est ionisé pour l'amorphisation, dans lequel la couche amorphe (2,
2', 2") est produite par un changement de phase du matériau du substrat.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'amorphisation a lieu jusqu'à une épaisseur
d < 100nm de la couche amorphe (2, 2', 2"), en particulier d < 50nm, de préférence
d < 10nm, plus encore de préférence d < 5nm, plus encore de préférence d < 2nm.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'amorphisation est
ainsi exécutée que la rugosité moyenne de la surface de substrat (1o, 1o') décroît,
en particulier à une rugosité moyenne inférieure à 10nm, de préférence inférieure
à 8nm, plus encore de préférence inférieure à 6nm, plus encore de préférence inférieure
à 4nm, plus encore de préférence inférieure à 2nm.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'amorphisation est
produite par collision de particules avec la surface de substrat (1o, 1o') avec des
particules, en particulier des ions, en particulier par accélération des particules.
5. Procédé selon la revendication 4, dans lequel une énergie cinétique des particules
est réglée entre 1 eV et 1000 keV, de préférence entre 1 eV et 100 keV, plus encore
de préférence entre 1 eV et 10 keV, plus encore de préférence entre 1 eV et 200 eV.
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, dans lequel la densité de courant des particules
est réglée entre 0,1 mA/cm2 et 1000 mA/cm2, de préférence entre 1,0 mA/cm2 et 500 mA/cm2, plus encore de préférence entre 50 mA/cm2 et 100 mA/cm2. de manière la plus préférée entre 70 mA/cm2 et 80 mA/cm2, de la manière préférée entre toute à 75 mA/cm2.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'amorphisation est
exécutée dans une chambre de procédé dont on a fait le vide avant l'amorphisation,
en particulier à une pression inférieure à 1 bar, de préférence inférieure à 10-3 bar, de plus grande préférence inférieure à 10-5 bar, avec une encore plus grande préférence inférieure à 10-7 bar, plus encore de préférence inférieure 10-8 bar.
8. Procédé destiné à la liaison d'un premier substrat (1) traité selon l'une des revendications
précédentes, en particulier avec un second substrat (1') traité en particulier selon
l'une des revendications précédentes.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel un traitement thermique est effectué
pendant et/ou après la liaison.