Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Reinigungsgerät, insbesondere einen Haushaltsstaubsauger,
mit einem Gebläse und einer Auswerte- und Steuereinrichtung zur Variation einer Saugleistung
des Gebläses in Abhängigkeit von einem ermittelten Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes
zu einer Fläche, nämlich einem Kontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät auf
die Fläche aufgesetzt ist, oder einem Nonkontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät
von der Fläche abgehoben ist.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines Reinigungsgerätes,
wobei ein Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes zu einer Fläche ermittelt wird,
nämlich ein Kontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät auf die Fläche aufgesetzt
ist, oder ein Nonkontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät von der Fläche abgehoben
ist, und wobei eine Saugleistung eines Gebläses des Reinigungsgerätes in Abhängigkeit
von dem ermittelten Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes variiert wird.
Stand der Technik
[0003] Es sind bereits Reinigungsgeräte bzw. Verfahren zum Betrieb eines Reinigungsgerätes
bekannt, bei welchen die Saugleistung des Gebläses in Abhängigkeit von einem ermittelten
Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes zu einer Fläche variiert wird, d. h. in Abhängigkeit
davon, ob das Reinigungsgerät auf der zu reinigenden Fläche steht oder von dieser
abgehoben ist.
[0004] Die Patentschrift
EP 2 548 491 B1 offenbart beispielsweise einen Staubsauger mit einer Auswerte- und Steuereinrichtung,
welche Mittel zum Reduzieren der elektrischen Leistungsaufnahme eines Gebläses während
einer Nichtbenutzung des Staubsaugers, in welcher dieser von der Fläche abgehoben
ist, aufweist.
[0005] Nachteilig dabei ist, dass die Saugleistung des Gebläses stets reduziert wird, wenn
das Reinigungsgerät von der Fläche abgehoben wird. Dadurch steht keine optimale Saugleistung
zur Verfügung, um beispielsweise Spinnweben in einem Deckenbereich eines Raumes zu
entfernen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Ausgehend von dem dargestellten Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein
Reinigungsgerät zu schaffen, mit welchem auch eine flächenferne Reinigungsaufgabe,
beispielsweise im Bereich einer Zimmerdecke, erfolgreich durchgeführt werden kann.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass die Auswerte- und Steuereinrichtung
des Reinigungsgerätes eingerichtet ist, die Saugleistung bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes
auf einen höheren Betrag einzustellen als bei Ermittlung eines Kontaktzustandes.
[0008] Erfindungsgemäß ist das Reinigungsgerät nun so ausgebildet bzw. eingerichtet, dass
die Saugleistung bei einem Abheben des Reinigungsgerätes von einer Fläche erhöht wird,
so dass auch dann eine optimale Saugleistung zur Verfügung steht, wenn mit dem Reinigungsgerät,
abweichend von einer sonst üblichen Benutzung, ein Spinnengewebe oder ähnliches an
einer Zimmerdecke entfernt werden soll. Ein Reinigungsgerät gemäß dem vorgenannten
Stand der Technik ermöglicht eine solche flächenferne Reinigung mit erhöhter Saugleistung
gerade nicht, da bei einem Abheben des Reinigungsgerätes gerade eine Leistungsreduzierung
erfolgt. Das Reinigungsgerät weist erfindungsgemäß eine Einrichtung zum Erkennen eines
Zustandes auf, bei welchem das Reinigungsgerät von der Fläche abgehoben ist. Diese
Auswerte- und Steuereinrichtung kann auf unterschiedliche Art und Weise arbeiten,
wie im Folgenden noch erläutert wird.
[0009] Der Auswerte- und Steuereinrichtung ist vorteilhaft eine Datenspeichereinrichtung
zugeordnet, in welcher Referenzdaten zu verschiedenen Zuordnungszuständen des Reinigungsgerätes
gespeichert sind. Die Auswerte- und Steuereinrichtung ist ausgebildet, aktuelle Messdaten,
die auf den Zuordnungszustand schließen lassen, mit diesen Referenzdaten zu vergleichen.
In Abhängigkeit von dem daraus ermittelten Zuordnungszustand steuert die Auswerte-
und Steuereinrichtung anschließend das Gebläse des Reinigungsgerätes, wobei entsprechende
Steuerbefehle ebenfalls in der Datenspeichereinrichtung hinterlegt sein können.
[0010] Es wird vorgeschlagen, dass die Auswerte- und Steuereinrichtung ausgebildet ist,
einen aktuell von dem Gebläse des Reinigungsgerätes erzeugten Volumenstrom mit einem
vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwert, welcher insbesondere einem Nonkontaktzustand
des Reinigungsgerätes entspricht, zu vergleichen und die Saugleistung des Gebläses
bei einem Überschreiten des Volumenstrom-Schwellwertes durch den aktuellen Volumenstrom
zu erhöhen. In einem Kontaktzustand des Reinigungsgerätes ist der von dem Gebläse
erzeugte Volumenstrom geringer als während eines Nonkontaktzustandes, in dem Luft
ohne Behinderung durch eine Fläche von außerhalb des Reinigungsgerätes zu dem Gebläse
gelangen kann. Der Volumenstrom ist somit unter anderem abhängig von einem Strömungswiderstand,
welchen die zu dem Gebläse strömende Luft zwischen dem Reinigungsgerät und einer Fläche
erfährt. In dem Fall, dass das Reinigungsgerät nicht auf einer Fläche steht, kann
die Luft mit einem größeren Volumenstrom zu dem Gebläse strömen. Der dabei charakteristische
Volumenstrom kann innerhalb der der Auswerte- und Steuereinrichtung zugeordneten Datenspeichereinrichtung
als Volumenstrom-Schwellwert hinterlegt sein. Sofern ein aktuell ermittelter Volumenstrom
diesen Volumenstrom-Schwellwert überschreitet, stellt die Auswerte- und Steuereinrichtung
einen Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes fest, woraufhin die Auswerte- und Steuereinrichtung
die Erhöhung der Saugleistung des Gebläses veranlasst. Der aktuell von dem Gebläse
erzeugte Volumenstrom wird anhand einer Gebläsekennlinie des Gebläses ermittelt, welche
eine im Betrieb des Gebläses gemessene Druckerhöhung oder eine von dem Gebläse aufgenommene
elektrische Leistung enthält. Der Volumenstrom muss somit nicht unmittelbar gemessen
werden, sondern kann von anderen gemessenen Parametern (Druck, Leistung, etc.) abgeleitet
werden. Sofern sich ein aktueller Volumenstrom ergibt, der den vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwert
überschreitet, wird die Saugleistung des Gebläses erhöht, so dass auch flächenferne
Reinigungsaufgaben, wie beispielsweise die Entfernung eines Spinnengewebes unter einer
Zimmerdecke, erfolgreich durchgeführt werden können.
[0011] Des Weiteren wird alternativ oder zusätzlich vorgeschlagen, dass das Reinigungsgerät
einen Kontaktsensor aufweist, welcher so an dem Reinigungsgerät angeordnet ist, dass
dieser während eines Kontaktzustandes auf die Fläche aufgesetzt ist. Anstatt den Zuordnungszustand
des Reinigungsgerätes indirekt über den von dem Gebläse erzeugten Volumenstrom zu
ermitteln, detektiert der Kontaktsensor unmittelbar einen Kontakt zwischen dem Reinigungsgerät
und der Fläche. Vorteilhaft ist der Kontaktsensor bezogen auf eine übliche Reinigung
einer Bodenfläche unter dem Reinigungsgerät angeordnet, so dass der Kontaktsensor
den Kontaktzustand bei einem Aufsetzen des Reinigungsgerätes auf die Fläche unmittelbar
detektiert. Der Kontaktsensor kann dabei beispielsweise als Drucksensor, optischer
Sensor oder ähnliches ausgebildet sein. Gemäß einer Ausführung kann das Reinigungsgerät
beispielsweise sowohl einen Kontaktsensor aufweisen, als auch eine Ermittlung des
Volumenstroms nutzen. Hierdurch kann beispielsweise verhindert werden, dass fälschlicherweise
aufgrund eines durch andere Ursachen bedingten geringen Volumenstroms ein Kontaktzustand
ermittelt wird. Als zusätzliche Sicherheit bei der Ermittlung des Zuordnungszustandes
wird somit nicht nur ein aktueller Volumenstrom herangezogen, sondern auch ein Detektionsergebnis
des Kontaktsensors.
[0012] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Auswerte- und Steuereinrichtung ausgebildet
ist, die Saugleistung des Gebläses bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes auf einen
vorgegebenen Maximalwert zu erhöhen. Ein den Volumenstrom-Schwellwert übersteigender
Volumenstrom bzw. ein ermittelter Kontakt zwischen dem Reinigungsgerät und einer Fläche
führt somit zu einer maximalen Erhöhung der Saugleistung des Gebläses. Unabhängig
von dem Betrag des aktuellen Volumenstromes wird die Saugleistung auf ein Maximum
erhöht, so dass stets eine optimale Reinigung möglich ist.
[0013] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Reinigungsgerät eine Zeiterfassungseinrichtung
aufweist, welche ausgebildet ist, die Dauer eines aktuellen Zuordnungszustandes des
Reinigungsgerätes zu ermitteln, wobei die Auswerte- und Steuereinrichtung ausgebildet
ist, die Saugleistung abhängig von der Dauer des Zuordnungszustandes erst dann zu
variieren, wenn die Dauer eine vorgegebene Mindestdauer überschreitet. Die Auswerte-
und Steuereinrichtung des Reinigungsgerätes ist somit ausgebildet, nicht jedes kurzzeitige
Abheben von einer Fläche als Nonkontaktzustand zu werten. Während eines üblichen Reinigungsbetriebes
kann es dazu kommen, dass der Nutzer das Reinigungsgerät von der Fläche abhebt, um
dieses beispielsweise in eine andere Richtung umzusetzen, ein Hindernis wie eine Teppichkante
zu überwinden oder ähnliches. Ein solches zeitlich relativ kurzes Ereignis soll nicht
als ein Übergang von einem Kontaktzustand in einen Nonkontaktzustand gewertet werden.
Daher erfasst die Zeiterfassungseinrichtung die Dauer des aktuell wirksamen Zuordnungszustandes
und übermittelt diese an die Auswerte- und Steuereinrichtung. Die Auswerte- und Steuereinrichtung
vergleicht die Dauer mit einer vorzugsweise in der Datenspeichereinrichtung hinterlegten
Mindestdauer, welche ausschlaggebend dafür ist, ob die Zustandsänderung als ein tatsächlicher
Wechsel des Zuordnungszustandes des Reinigungsgerätes gewertet wird, oder nur eine
kurzfristige Unterbrechung des Kontaktzustandes des Reinigungsgerätes vorliegt. Die
vorgegebene Mindestdauer, ab welcher ein Zuordnungszustand beispielsweise als Nonkontaktzustand
gewertet wird, kann beispielsweise 2 Sekunden betragen. Erst bei einem Überschreiten
dieser Zeitdauer von 2 Sekunden erhöht die Auswerte- und Steuereinrichtung die Saugleistung
des Gebläses. Sofern der aktuelle Zuordnungszustand, insbesondere der Nonkontaktzustand,
weniger als diese 2 Sekunden lang besteht, wird die Saugleistung des Gebläses nicht
verändert. Gleiches gilt entsprechend für einen Wechsel von einem Nonkontaktzustand
in einen Kontaktzustand, d. h. die Saugleistung wird erst dann reduziert, wenn ausgehend
von einem Nonkontaktzustand ein Kontaktzustand über eine Dauer von mehr als 2 Sekunden
festgestellt wird.
[0014] Neben dem zuvor vorgestellten Reinigungsgerät wird mit der Erfindung ebenso ein Verfahren
zum Betrieb eines Reinigungsgerätes vorgeschlagen, insbesondere zum Betrieb eines
Reinigungsgerätes der vorgenannten Art, wobei ein Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes
zu einer Fläche ermittelt wird, nämlich ein Kontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät
auf die Fläche aufgesetzt ist, oder ein Nonkontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät
von der Fläche abgehoben ist, und wobei eine Saugleistung eines Gebläses des Reinigungsgerätes
in Abhängigkeit von dem ermittelten Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes variiert
wird, und wobei die Saugleistung bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes auf einen
höheren Betrag eingestellt wird als bei Ermittlung eines Kontaktzustandes. Die damit
erreichten erfindungsgemäßen Vorteile ergeben sich wie zuvor in Bezug auf das erfindungsgemäße
Reinigungsgerät erläutert.
[0015] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass zur Ermittlung des aktuellen Zuordnungszustandes
ein aktuell von dem Gebläse erzeugter Volumenstrom ermittelt und mit einem vorgegebenen
Volumenstrom-Schwellwert, welcher insbesondere einem Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes
entspricht, verglichen wird, wobei die Saugleistung des Gebläses bei einem Überschreiten
des vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwertes erhöht wird. Wie zuvor in Bezug auf das
erfindungsgemäße Reinigungsgerät erläutert, ist es dabei nicht zwangsläufig erforderlich,
den Volumenstrom unmittelbar zu messen. Vielmehr kann der Volumenstrom aus einer aktuellen
Druckerhöhung des Gebläses oder auch Strom- und Spannungswerten des Gebläses abgeleitet
werden. Hierzu werden die Gebläsekennlinien des Gebläses herangezogen. Die Auswerte-
und Steuereinrichtung des Reinigungsgerätes greift vorzugsweise auf eine Datenspeichereinrichtung
zu, welche Volumenstrom-Schwellwerte zum Vergleich mit den aktuell ermittelten Volumenstromwerten
enthält. Die Volumenstrom-Schwellwerte entsprechen vorteilhaft insbesondere einem
Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes, können jedoch auch geringer sein als ein
Volumenstrom, der eindeutig einen Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes repräsentiert.
Beispielsweise kann ein Volumenstrom-Schwellwert gespeichert sein, welcher höher ist
als ein Volumenstrom während eines üblichen Reinigungsvorgangs, jedoch geringer als
ein Volumenstrom bei einem vollständigen Abheben des Reinigungsgerätes von der Fläche.
Beispielsweise kann ein Volumenstrom definiert sein, bei welchem das Reinigungsgerät
nur zum Teil noch auf einer Fläche ruht, beispielsweise nur mit einer Kante eines
Vorsatzgerätes.
[0016] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass der aktuelle Zuordnungszustand mittels eines
Kontaktsensors des Reinigungsgerätes ermittelt wird. Dieser Kontaktsensor kann beispielsweise
ein Drucksensor oder ein optischer Sensor sein. Das erfindungsgemäße Verfahren kann
dann gleichermaßen eine Kontaktmessung und/oder eine Ermittlung des Volumenstroms
beinhalten, wobei sich gegebenenfalls eine Redundanz ergibt, welche bei einem nicht
eindeutig ermittelbaren Zuordnungszustand eine zusätzliche Sicherheit bietet.
[0017] Es wird vorgeschlagen, dass die Saugleistung des Gebläses bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes
auf einen vorgegebenen Maximalwert erhöht wird.
[0018] Schließlich ist vorgesehen, dass eine Dauer des aktuellen Zuordnungszustandes des
Reinigungsgerätes ermittelt wird, wobei die Saugleistung erst variiert wird, wenn
die Dauer eine vorgegebene Mindestdauer überschreitet. Wie zuvor in Bezug auf das
erfindungsgemäße Reinigungsgerät erläutert, können dadurch zeitlich nur kurzfristige
Änderungen des Zuordnungszustandes nicht zu einer Änderung der aktuellen Saugleistung
des Gebläses führen. Die vorgegebene Mindestdauer kann dabei beispielsweise mindestens
2 Sekunden betragen, wobei davon ausgegangen wird, dass der Nutzer mindestens 2 Sekunden
benötigt, um das Reinigungsgerät von einer Bodenfläche anzuheben, um unter einer Zimmerdecke
ein Spinnengewebe zu entfernen. Es sind jedoch auch andere Mindestdauern denkbar,
je nach dem Einsatzzweck des Reinigungsgerätes.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0019] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- Ein Reinigungsgerät während eines Nonkontaktzustandes.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0020] Das in der Figur dargestellte Reinigungsgerät 1 ist als Handstaubsauger ausgebildet,
welcher üblicherweise zur Reinigung einer Fläche 3 dient. Die Fläche 3 ist hier eine
Bodenfläche, es könnten jedoch auch Überbodenflächen mittels des Reinigungsgerätes
1 gereinigt werden.
[0021] Das Reinigungsgerät 1 weist ein Basisgerät 6 sowie ein Vorsatzgerät 5 auf. Das Vorsatzgerät
5 ist von dem Basisgerät 6 abnehmbar, so dass das Basisgerät 6 auch ohne das Vorsatzgerät
5 verwendet werden kann. Das Basisgerät 6 weist einen Stiel 7 auf, welcher hier vorzugsweise
teleskopierbar ausgebildet ist, damit ein Nutzer des Reinigungsgerätes 1 eine für
ihn bequeme Länge einstellen kann. An dem Stiel 7 ist ein Handgriff 8 angeordnet,
an welchem der Nutzer das Reinigungsgerät 1 während eines Reinigungsbetriebes führen
kann. An dem Handgriff 8 können beispielsweise Schalter, wie ein An- und Ausschalter,
angeordnet sein. In dem Basisgerät 6 ist ein Gebläse 2 angeordnet, welches im Betrieb
einen Luftstrom durch das Reinigungsgerät 1 erzeugt, so dass Sauggut durch das Vorsatzgerät
5 hindurch in das Basisgerät 6, beispielsweise eine darin angeordnete Filterkammer,
geführt wird, so dass nur gereinigte Luft zu dem Gebläse 2 gelangt. Das Reinigungsgerät
1 weist des Weiteren eine Auswerte- und Steuereinrichtung 4 auf, welche hier beispielsweise
eine Datenspeichereinrichtung und eine Zeiterfassungseinrichtung (Stoppuhr, Timer
oder dergleichen) umfasst.
[0022] Die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 ist mit dem Gebläse 2 verbunden und ausgebildet,
die Saugleistung des Gebläses 2 in Abhängigkeit von einem aktuellen räumlichen Zuordnungszustand
des Reinigungsgerätes 1 zu der Fläche 3 zu variieren. Ein räumlicher Zuordnungszustand
ist hier beispielsweise ein Kontaktzustand des Reinigungsgerätes 1, bei welchem das
Reinigungsgerät 1 auf der Fläche 3 steht. Ein weiterer räumlicher Zuordnungszustand
ist ein Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes 1, bei welchem das Reinigungsgerät
1 wie in der Figur dargestellt von der Fläche 3 abgehoben ist. Es können darüber hinaus
noch weitere räumliche Zuordnungszustände definiert sein, beispielsweise solche die
auch einen Neigungswinkel des Reinigungsgerätes 1 zu der Fläche 3 mit einbeziehen,
nämlich solche, bei welchen das Reinigungsgerät 1 beispielsweise für eine Reinigungstätigkeit
unter einer Zimmerdecke um 180 Grad gedreht ist, d. h. das Vorsatzgerät 5 nach oben
weist.
[0023] Um den aktuellen räumlichen Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes 1 zu ermitteln,
wertet die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 kontinuierlich oder in definierten Zeitabständen
aktuelle Betriebsparameter des Gebläses 2 aus, die darauf schließen lassen, ob das
Reinigungsgerät 1 derzeit auf der Fläche 3 steht oder von dieser abgehoben ist. Hier
ist die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 mit einem Sensor verbunden, welcher die
aktuell von dem Gebläse 2 aufgenommene Leistung ermittelt. Die Leistung ergibt sich
in üblicher Weise aus der Spannung und der aktuell von dem Gebläse 2 benötigten Stromstärke.
Aus bekannten Gebläsekennlinien des Gebläses 2 kann anhand der aktuellen Leistungsaufnahme
des Gebläses 2 auf den von dem Gebläse 2 erzeugten Volumenstrom geschlossen werden.
Dieser ermittelte Volumenstrom wird von der Auswerte- und Steuereinrichtung 4 mit
einem vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwert verglichen, welcher in der Datenspeichereinrichtung
hinterlegt ist. Der vorgegebene Volumenstrom-Schwellwert entspricht hier einem Volumenstrom,
welcher bei einem Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes 1 auftritt. Sofern der aktuell
ermittelte Volumenstrom des Gebläses 2 größer ist als dieser vorgegebene Volumenstrom-Schwellwert
oder gleich diesem Volumenstrom-Schwellwert, schließt die Auswerte- und Steuereinrichtung
4 darauf, dass sich das Reinigungsgerät 1 aktuell in einem Nonkontaktzustand befindet.
Daraufhin steuert die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 das Gebläse 2 derart, dass
die Saugleistung des Gebläses 2 erhöht wird. Dies erfolgt regelmäßig durch eine Erhöhung
der Drehzahl des Gebläsemotors. Das Gebläse 2 weist nun eine ausreichend große Saugleistung
auf, damit der Nutzer des Reinigungsgerätes 1 beispielsweise Spinnweben unter einer
Zimmerdecke entfernen kann. Vorzugsweise wird die Saugleistung des Gebläses 2 auf
einen vorgegebenen Maximalwert erhöht.
[0024] Während des Nonkontaktzustandes des Reinigungsgerätes 1 misst der Sensor weiterhin
die Leistungsaufnahme des Gebläses 2 und übermittelt die Messwerte an die Auswerte-
und Steuereinrichtung 4. Die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 vergleicht diese Messwerte
kontinuierlich mit dem vorgegebenen Schwellwert und reduziert die Saugleistung des
Gebläses 2 sobald festgestellt wird, dass der aktuell von dem Gebläse 2 erzeugte Volumenstrom
geringer ist als der vorgegebene Volumenstrom-Schwellwert. Bei einem Absinken des
aktuellen Volumenstroms unter den Schwellwert wird ein Kontaktzustand des Reinigungsgerätes
1 erkannt, so dass daraufhin die Saugleistung des Gebläses 2 reduziert wird.
[0025] Bevor die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 die Saugleistung des Gebläses 2 erhöht
oder reduziert muss der aktuelle räumliche Zuordnungszustand zusätzlich über eine
vorgegebene Mindestdauer bestehen. Das Abheben des Reinigungsgerätes 1 von der Fläche
3 führt somit nicht sofort im Moment des Abhebens von der Fläche 3 zu einer Erhöhung
der Saugleistung, sondern erst dann, wenn dieser Zustand eine vorgegebene Mindest-Zeitdauer
besteht. Zu diesem Zweck weist die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 die Zeiterfassungseinrichtung
auf, welche ausgebildet ist, die Dauer des aktuellen räumlichen Zuordnungszustandes
zu ermitteln. Die Zeiterfassungseinrichtung misst die Zeit ab dem Moment des Abhebens
des Reinigungsgerätes 1 von der Fläche 3 bzw. die Zeit ab dem Moment des Aufsetzens
des Reinigungsgerätes 1 auf die Fläche 3. Die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 vergleicht
die gemessene Zeitdauer mit einer vorgegebenen Mindestdauer. Die vorgegebene Mindestdauer
ist in der Datenspeichereinrichtung gespeichert. Sobald die aktuelle Zeitdauer die
vorgegebene Mindestdauer überschreitet, variiert die Auswerte- und Steuereinrichtung
4 die Saugleistung des Gebläses 2.
[0026] Bezogen auf eine Zustandsänderung, bei welcher das Reinigungsgerät 1 von der Fläche
3 abgehoben wird, wird im Zeitpunkt des Abhebens zunächst die Zeiterfassungseinrichtung
gestartet, während die Saugleistung noch konstant bleibt. Erst wenn der abgehobene
Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes 1 länger vorhält als die vorgegebene Mindestdauer,
steuert die Auswerte- und Steuereinrichtung 4 das Gebläse 2 derart, dass die Saugleistung
erhöht wird. In gleicher Art und Weise erfolgt die Variation der Saugleistung auch,
wenn das Reinigungsgerät 1 von einem Nonkontaktzustand in einen Kontaktzustand überführt
wird. Auch dann wird die Saugleistung erst reduziert, wenn die vorgegebene Mindestdauer
überschritten wird.
[0027] Neben oder alternativ zu der zuvor erläuterten Ermittlung des räumlichen Zuordnungszustandes
anhand des von dem Gebläse 2 erzeugten Volumenstroms kann der räumliche Zuordnungszustand
auch mit Hilfe eines oder mehrerer Kontaktsensoren gemessen werden, welche so an dem
Reinigungsgerät 1 angeordnet sind, dass diese während eines Kontaktzustandes auf die
Fläche 3 aufgesetzt sind. Der oder die Kontaktsensoren können beispielsweise Drucksensoren,
optische Sensoren oder dergleichen sein.
Liste der Bezugszeichen
[0028]
- 1
- Reinigungsgerät
- 2
- Gebläse
- 3
- Fläche
- 4
- Auswerte- und Steuereinrichtung
- 5
- Vorsatzgerät
- 6
- Basisgerät
- 7
- Stiel
- 8
- Handgriff
1. Reinigungsgerät (1), insbesondere Haushaltsstaubsauger, mit einem Gebläse (2) und
einer Auswerte- und Steuereinrichtung (4) zur Variation einer Saugleistung des Gebläses
(2) in Abhängigkeit von einem ermittelten Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes
(1) zu einer Fläche (3), nämlich einem Kontaktzustand, in welchem das Reinigungsgerät
(1) auf die Fläche (3) aufgesetzt ist, oder einem Nonkontaktzustand, in welchem das
Reinigungsgerät (1) von der Fläche (3) abgehoben ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerte- und Steuereinrichtung (4) eingerichtet ist, die Saugleistung bei Ermittlung
eines Nonkontaktzustandes auf einen höheren Betrag einzustellen als bei Ermittlung
eines Kontaktzustandes.
2. Reinigungsgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerte- und Steuereinrichtung (4) ausgebildet ist, einen aktuell von dem Gebläse
(2) des Reinigungsgerätes (1) erzeugten Volumenstrom mit einem vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwert,
welcher insbesondere einem Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes (1) entspricht,
zu vergleichen und die Saugleistung des Gebläses (2) bei einem Überschreiten des Volumenstrom-Schwellwertes
durch den aktuellen Volumenstrom zu erhöhen.
3. Reinigungsgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen Kontaktsensor, welcher so an dem Reinigungsgerät (1) angeordnet ist, dass dieser
während eines Kontaktzustandes auf die Fläche (3) aufgesetzt ist.
4. Reinigungsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerte- und Steuereinrichtung (4) ausgebildet ist, die Saugleistung des Gebläses
(2) bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes auf einen vorgegebenen Maximalwert zu
erhöhen.
5. Reinigungsgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Zeiterfassungseinrichtung, welche ausgebildet ist, die Dauer eines aktuellen
Zuordnungszustandes des Reinigungsgerätes (1) zu ermitteln, wobei die Auswerte- und
Steuereinrichtung (4) ausgebildet ist, die Saugleistung abhängig von der Dauer des
Zuordnungszustandes erst dann zu variieren, wenn die Dauer eine vorgegebene Mindestdauer
überschreitet.
6. Verfahren zum Betrieb eines Reinigungsgerätes (1), insbesondere eines Reinigungsgerätes
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes
(1) zu einer Fläche (3) ermittelt wird, nämlich ein Kontaktzustand, in welchem das
Reinigungsgerät (1) auf die Fläche (3) aufgesetzt ist, oder ein Nonkontaktzustand,
in welchem das Reinigungsgerät (1) von der Fläche (3) abgehoben ist, und wobei eine
Saugleistung eines Gebläses (2) des Reinigungsgerätes (1) in Abhängigkeit von dem
ermittelten Zuordnungszustand des Reinigungsgerätes (1) variiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugleistung bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes auf einen höheren Betrag
eingestellt wird als bei Ermittlung eines Kontaktzustandes.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung des aktuellen Zuordnungszustandes ein aktuell von dem Gebläse (2)
erzeugter Volumenstrom ermittelt und mit einem vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwert,
welcher insbesondere einem Nonkontaktzustand des Reinigungsgerätes (1) entspricht,
verglichen wird, wobei die Saugleistung des Gebläses (2) bei einem Überschreiten des
vorgegebenen Volumenstrom-Schwellwertes erhöht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der aktuelle Zuordnungszustand mittels eines Kontaktsensors des Reinigungsgerätes
(1) ermittelt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugleistung des Gebläses (2) bei Ermittlung eines Nonkontaktzustandes auf einen
vorgegebenen Maximalwert erhöht wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dauer des aktuellen Zuordnungszustandes des Reinigungsgerätes (1) ermittelt
wird, wobei die Saugleistung erst variiert wird, wenn die Dauer eine vorgegebene Mindestdauer
überschreitet.