[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrzeugtürgriffanordnung. Insbesondere betrifft die
Erfindung eine Türaußengriffanordnung mit einer feststehenden Handhabe und einer Sensoreinrichtung
zur Erfassung einer Betätigung der Handhabe.
[0002] Türaußengriffe weisen als Teil der gesamten Türgriffanordnung Handhaben auf, die
von einem Benutzer umgriffen oder hintergriffen werden können. So kann der Benutzer
Kraft auf die Handhabe ausüben, um die Tür zu öffnen oder zu schließen oder diese
über ihren Schwenkbereich zu bewegen. Fahrzeugtürgriffe sind mit Kopplungsmitteln
versehen, die eine Montage des Fahrzeugtürgriffes an der Fahrzeugtür ermöglichen.
[0003] Derartige Fahrzeugtürgriffe sind in unterschiedlichen Gestaltungen bekannt und verfügbar.
Die Erfindung betrifft jedoch die Untergruppe von Fahrzeugtürgriffen mit sogenannter
feststehender Handhabe. Während bei bewegbaren Handhaben ein vom Benutzer zu untergreifender
oder hintergreifender Handhabeteil der Fahrzeugtürgriffanordnung durch Krafteinwirkung
geschwenkt oder translatorisch bewegt wird, ist die Handhabe bei feststehenden Türgriffen
nicht schwenkbar oder translatorisch bewegbar. Bei Fahrzeugtürgriffen mit feststehender
Handhabe ist die Handhabe gegenüber der Tür weitgehend unbeweglich. Bei Türgriffen
mit feststehenden Handhaben wird mangels eines mechanischen Verstellweges keine durchgehende
mechanische Wirkungskette vom Türgriff auf ein Türschloss ausgebildet. Stattdessen
wird das Türschloss in Abhängigkeit von einer detektierten Betätigung elektrisch angesteuert,
so dass mechanische Hardware reduziert werden kann und Kosten und Gewicht bei der
Türgriffanordnung eingespart werden können.
[0004] In Kombination mit solchen feststehenden Handhaben und Fahrzeugtürgriffanordnungen
kommen elektrisch angesteuerte Türschlösser zum Einsatz. Solche elektrisch angesteuerten
Türschlösser sind allgemein unter der Bezeichnung "E-latch" bekannt. Ein anderes Beispiel
für ein solches Türsystem ist in der
EP 0 584 499 A1 beschrieben.
[0005] Auf welche Weise Fahrzeugtürgriffanordnungen mit feststehender Handhabe die Betätigung
der Handhabe detektieren, ist im Stand der Technik unterschiedlich gelöst. Am oder
im Fahrzeugtürgriff können Schalter oder kapazitive Sensoren verwendet werden. Auch
die Verwendung von induktiven Sensoren ist möglich und ist auch im Rahmen dieser Erfindung
vorgesehen.
[0006] Induktive Sensoren für diesen Zweck sind am Markt verfügbar und wirken meist über
einen Schwingkreis, der in benachbarten, elektrisch leitenden Materialien Wirbelströme
hervorruft. Je nach Lage und Bewegung des elektrisch leitenden Materials gegenüber
dem Schwingkreis verändert sich die Amplitude des Schwingkreises. Diese Amplitudenveränderung
kann detektiert und zur Betätigungserkennung erfasst werden. Der Markt entsprechender
induktiver Sensoren ist entsprechend groß. Beispielsweise sind auch Sensoren bekannt,
die sich für den Einsatz in Türgriffen aufgrund ihrer kleinen Bauweise und des geringen
Gewichts besonders eignen, zum Beispiel Sensoren der Firma Texas Instrument mit der
Baureihen-Bezeichnung LDC.
[0007] Die Handhabe eines gattungsgemäßen Fahrzeugtürgriffs ist wenigstens abschnittsweise
als Hohlkörper mit einem Hohlraum ausgebildet. Der Hohlraum wird durch die Wandflächen
der Handhabe begrenzt. In dem Hohlraum der ist eine induktive Sensoreinrichtung angeordnet,
um eine Betätigung der Handhabe zu erfassen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine besonders leichte, verlässliche und kostengünstig
herzustellende Türgriffanordnung mit feststehender Handhabe zu schaffen.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Fahrzeugtürgriffanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0010] Wie die gattungsgemäß beschriebenen Fahrzeugtürgriffe weist auch der erfinderische
Türgriff eine Handhabe auf, die von einem Benutzer umgreifbar oder hintergreifbar
ist. Der Fahrzeugtürgriff weist Kopplungsmittel auf, welche eine Befestigung des Fahrzeugtürgriffes
an der Tür aufweisen. Die Kopplungsmittel können dabei auch unmittelbar an der Handhabe
angeordnet sein. Die Handhabe ist wenigstens abschnittsweise als Hohlkörper ausgebildet.
Der Hohlkörper mit der Handhabe wird rundum durch Wandflächen der Handhabe begrenzt.
Eine induktive Sensoreinrichtung ist in dem Hohlraum angeordnet, um eine Betätigung
der Handhabe zu erfassen.
[0011] Wie vorstehend beschrieben, sind induktive Sensoranordnungen geeignet, Bewegungen
oder Verschiebungen oder Drehungen von elektrisch leitfähigen Objekten in ihrer Umgebung
zu detektieren. Es kommt dabei darauf an, dass eine Relativbewegung zwischen der detektierenden
Sensoreinrichtung und dem elektrisch leitfähigen Objekt, beispielsweise einem metallischen
Objekt stattfindet. Erfindungsgemäß ist die Detektion dadurch verbessert und erleichtert,
dass in den Hohlraum in der Handhabe ein Träger angeordnet ist. Dieser Träger hat
wenigstens einen Träger-Befestigungsabschnitt und einen mit diesem Träger-Befestigungsabschnitt
verbundenen freitragenden Abschnitt. Der Träger-Befestigungsabschnitt ist an dem Fahrzeugtürgriff
festgelegt. Dies bedeutet, dass der Träger-Befestigungsabschnitt an einer beliebigen
Komponente der gesamten Fahrzeugtürgriffanordnung festgelegt ist, was auch eine Festlegung
an der Handhabe umfasst.
[0012] Der freitragende Abschnitt des Trägers erstreckt sich, gehalten von dem Träger-Befestigungsabschnitt,
mit Abstand zu den Wandflächen in dem Hohlraum der Handhabe. Dies bedeutet, dass der
freitragende Abschnitt des Trägers von den umliegenden Wandflächen des Hohlraumes
mechanisch entkoppelt ist, da er über den Träger-Befestigungsabschnitt zwar gehalten
und festgelegt ist, selbst jedoch einen Abstand zu den Wandflächen aufweist. Der freitragende
Abschnitt wird also gleichsam zwischen den inneren Wandflächen des Hohlraumes gehalten.
Der freitragende Abschnitt kann z.B. ausgehend von dem Träger-Befestigungsabschnitt
in den Hohlraum auskragend angeordnet sein, er kann auch zwischen mehreren Träger-Befestigungsabschnitten
einen Bereich des Hohlraums überspannen.
[0013] In diesem freitragenden Abschnitt des Trägers ist die induktive Sensoreinrichtung
gehalten. In wenigstens einem Abschnitt der Wandflächen des Hohlraumes, welche den
freitragenden Abschnitt umgeben, ist ein metallisches Material angeordnet.
[0014] Die Sensoreinrichtung ist also an dem freitragenden Abschnitt im Inneren des Hohlraumes
gehalten, mit Abstand zu den Wandflächen. In oder an den beabstandeten Wandflächen
oder einem Abschnitt davon ist das metallische Material mittels der Sensoreinrichtung
detektierbar. Durch die mechanische Entkopplung des freitragenden Abschnittes in dem
Hohlraum wird es möglich, eine relative Verlagerung des metallischen Materials in
den umgebenden Wandflächen zu erfassen. Die Verschiebung oder Verformung der Wandflächen
gegenüber der Sensoreinrichtung ist besonders verlässlich und sensibel detektierbar,
da eine mechanische Entkopplung vorliegt. Dies wird dadurch erreicht, dass der Träger-Befestigungsabschnitt,
an welchem der freitragende Abschnitt gehalten ist, in einem Bereich festgelegt ist,
der bei einer vorgesehenen Betätigung gar nicht oder nur geringfügig verformt oder
bewegt wird. Wird die Handhabe des Türgriffes betätigt, beispielsweise indem der Türgriff
eingedrückt wird oder an dem Türgriff gezogen wird, so kann sich die äußere Wandung
geringfügig gegenüber dem im Inneren freitragend gehaltenen Abschnitt mit der induktiven
Sensoreinrichtung bewegen. Die Relativbewegung wird durch die induktive Sensoreinrichtung
sensibel detektiert.
[0015] Wesentlich ist, dass durch die freitragende Gestaltung eines Abschnittes des Trägers
und die freitragende Halterung der Sensoreinrichtung eine verbesserte Entkopplung
zwischen Bewegungen der Sensoreinrichtung und der umgebenden Wandungen erfolgt. Dazu
muss der Befestigungsabschnitt des Trägers möglichst in einem Abschnitt der Handhabe
oder allgemein der Fahrzeugtürgriffanordnung festgelegt sein, welche bei Betätigung
wesentlich weniger beeinflusst wird als die Wandungen der Handhabe.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Handhabe als langgestreckter
Körper ausgebildet, wobei sich der Hohlraum entlang der größten Längserstreckung der
Handhabe in einem Mittelabschnitt im Inneren der Handhabe erstreckt. Der Träger-Befestigungsabschnitt
ist in Richtung dieser Längserstreckung gegenüber dem Mittelabschnitt dezentral versetzt
festgelegt.
[0017] In diesem Ausführungsbeispiel wird also bei einer langgestreckten Handhabe der freitragende
Abschnitt im zum betätigenden Mittelabschnitt frei getragen, wobei der Träger-Befestigungsabschnitt
neben dem Mittelabschnitt oder in einem Endbereich des Mittelabschnittes festgelegt
wird. Dadurch hängt die Sensoreinrichtung in dem freitragenden Abschnitt in dem zu
betätigen Mittelabschnitt, die Aufhängung ist jedoch seitlich davon in einem Endabschnitt
der Handhabe oder zumindest seitlich des Mittelabschnittes festgelegt. Wird der Mittelabschnitt
von einem Betätiger verformt, beispielsweise durch einen Zug am Türgriff, erfolgt
diese Verformung um die Sensoreinrichtung herum und damit detektierbar. Der Punkt
der Aufhängung wird hingegen von der Betätigung kaum beeinflusst, da er seitlich von
dem Betätigungsbereich versetzt erfolgt.
[0018] Es ist vorteilhaft, wenn an dem freitragenden Abschnitt des Trägers aneinander abgewandten
Enden jeweils Träger-Befestigungsabschnitte angeordnet sind.
[0019] In dieser Gestaltung sind mehrere Träger-Befestigungsabschnitte vorgesehen, beispielsweise
an zwei einander abgewandten Enden eines freitragenden Abschnittes. Diese Trägerkonstruktion
kann ähnlich einer Brücke mit zwei seitlichen Punkten die Befestigung gewährleisten,
während der Mittelteil, der freitragende Abschnitt die Sensoreinrichtung mit Abstand
zu den umgebenden Wandungen trägt und einen Abschnitt des Hohlraumes überspannt.
[0020] In einer Weiterbildung der Erfindung ist der Träger-Befestigungsabschnitt zur Festlegung
am Fahrzeugtürgriff mit den Kopplungsmitteln des Fahrzeugtürgriffs verbunden. In dieser
Gestaltung werden die Montagepunkte, welche einer Festlegung der gesamten Türgriffanordnung
am Fahrzeug dienen, auch zur Festlegung des Trägers verwendet. Es entsteht damit eine
besonders stabile und verformungsarme Aufhängung und Befestigung der Trägerkonstruktion
im Türgriff.
[0021] Es ist besonders bevorzugt, wenn die Träger-Befestigungsabschnitte sich seitlich
von einem dazwischen angeordneten freitragenden Abschnitt in abgewinkelter oder gebogener
Weise erstrecken und im Innern der Handhabe an beabstandeten Punkten festgelegt sind,
so dass der freitragende Abschnitt zwischen diesen Punkten im Hohlraum eingespannt
und freitragend gehalten ist. Durch die Trägerkonstruktion wird der Raum zwischen
den Montagepunkten wiederum wie bei einer Brückenkonstruktion überspannt und während
der Mitteilteil beabstandet zu den umgebenden Wandungen und von diesen weitgehend
mechanisch entkoppelt ist, gewährleisten die Festlegungspunkte eine sichere und stabile
Halterung der Sensoreinrichtung in dem eingespannten freitragenden Abschnitt. Eine
Biegung oder Abwinkelung kann außerdem zu einer weiteren Entkopplung von Griffverformungen
von der Lage des freitragenden Abschnitts beitragen.
[0022] Es ist bevorzugt, dass als metallisches Material eine metallische Schicht auf einem
Abschnitt der Innenseite der Wände der Handhabe im Hohlraum angeordnet ist.
[0023] Die Innenseite der Handhabe ist der Sensoreinrichtung besonders nahe und bei Verformung
der Wände der Handhabe kann daher eine Detektion in besonders sensitiver Form erfolgen.
Als metallische Schicht kann eine Lackierung, eine Folienbeschichtung oder auch ein
sonstiges metallisches Schichtmaterial verwandt werden.
[0024] Es ist besonders vorteilhaft, wenn der freitragende Abschnitt eine wannenartige Struktur
aufweist, in welchen die Sensoreinrichtung eingelegt werden kann. In einer solchen
wannenartigen Aufnahme ist die Sensoreinrichtung, beispielsweise auf einer Platine
angeordnet und verschaltet, besonders sicher aufgenommen und arretiert. Besonders
vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die Sensoreinrichtung in der wannenartigen Aufnahme
mit einer Vergussmasse umschlossen ist. Auf diese Weise ist eine Verschiebung oder
ein Wackeln der Sensoreinrichtung innerhalb der Aufnahme unterbunden.
[0025] In einer Weiterbildung der Erfindung sind im Inneren der Handhabe, zwischen den Wänden
der Handhabe im Bereich des Hohlraumes verbindende Stützkonturen ausgebildet. Diese
Stützkonturen oder Stützstrukturen stützen Wandabschnitte gegeneinander ab, die in
dem Hohlraumbereich einander gegenüberliegen. Dies bewirkt, dass eine Kraftausübung
auf eine der Wandungen und eine Verformung einer der Wände durch die Stützkonturen
durch Kraftüberleitung auf eine andere Wand übertragen wird. Wird zum Beispiel von
einem zweischaligen Aufbau der Handhabe mit einer fahrzeugseitigen Schale im Bereich
der dem Fahrzeugblech gegenüberliegenden Seite und einer sichtseitigen Deckschale
ausgegangen, so kann durch diese Gestaltung mit Stützkonturen eine Zugbetätigung auf
der fahrzeugseitigen Seite der Handhabe auch eine Verformung der sichtseitigen Seite
der Handhabe hervorrufen. Ein Druck auf die sichtseitige Seite der Handhabe übt über
die Stützstrukturen eine Verformung auf die fahrzeugseitigen Seite der Handhabe aus.
[0026] Dies kann vorteilhaft dazu genutzt werden, dass nur auf einer Seite der Innenseite
der Handhabe eine metallische Struktur, zum Beispiel eine metallische Folie angeordnet
ist. Je nachdem, ob von einer Seite der Handhabe eine Zugkraft ausgeübt wird oder
auf die Handhabe von der anderen Seite eine Druckkraft ausgeübt wird, wird durch den
Kraftübertrag der Stützstrukturen die metallische Folie in jedem Fall bewegt. Da die
Sensoranordnung in der Handhabe zwischen den Wandungen freitragend gehalten ist, erfolgt
einmal eine Bewegung der metallischen Struktur von der Sensoranordnung weg und einmal
auf die Sensoranordnung zu. Durch eine einzige Anordnung eines metallischen Elements
und eine einzige Sensoranordnung kann also durch Verwendung der Stützstrukturen sowohl
eine Druckbeaufschlagung auf eine Seite der Handhabe als auch eine Zugbeaufschlagung
auf die andere Seite der Handhabe detektiert werden.
[0027] Die Erfindung wird nun anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Figur 1a zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Türgriffanordnung in Ruhestellung;
Figur 1b zeigt die Ausführungsform aus Figur 1a bei einer Zugbetätigung;
Figur 1c zeigt die Ausführungsform aus Figur 1a bei einer Druckbetätigung.
[0028] In Figur 1a ist eine Türgriffanordnung 1 gezeigt. Die Türgriffanordnung weist eine
Handhabe auf, die aus zwei Griffschalen 2a, 2b gebildet ist. Die Griffschalen 2a,
2b bilden einen umschlossenen, länglichen Raum. In Figur 1a ist ein Schnitt parallel
zu der Längsachse der Handhabe dargestellt. Die Handhabe ist an einer Tür, auf der
Außenseite eines Türbleches 3 angeordnet. Durch das Türblech 3 hindurch ragen Ansätze
4a, 4b, welche Kopplungsmittel zur Festlegung der Türgriffanordnung am Fahrzeug darstellen.
Auf der Innenseite des Türbleches 3 (oben in der Zeichnung 1a) ist ein innerer Träger
5 der Türgriffanordnung angelegt, an dem die Befestigungsmittel 4a und 4b eingreifen,
beispielsweise durch eine Schraubverbindung oder Rastmittel.
[0029] Zwischen dem Türblech 3 und der nach außen gewölbten Schale 2b der Handhabe ist ein
Eingriffsraum 6 ausgebildet. In diesem Eingriffsraum kann die Hand eines Benutzers
eintauchen und eine Zugkraft innen auf die Handhabe ausüben. In Inneren der Schalen
2a, 2b der Handhabe ist ein Hohlraum 7 ausgebildet. Durch den Hohlraum 7 erstrecken
sich Stützstrukturen 8a, 8b, die in diesem Ausführungsbeispiel integral mit der Schale
2a ausgebildet sind. Die Stützstrukturen 8a und 8b erstrecken sich durch den Hohlraum
7 bis zur gegenüberliegenden Innenseite der Schale 2b und stützen sich dort ab. Auf
diese Weise wird eine Verformung einer der Schalen 2a oder 2b im mittleren Abschnitt
durch Kraftübermittlung durch die Stützstrukturen 8a und 8b auf die jeweils andere
Schale übertragen.
[0030] Weiterhin erstreckt sich durch den Hohlraum 7 in Längsrichtung ein Träger 10. Der
Träger 10 weist an beiden Endseiten Träger-Befestigungsabschnitte 11a, 11b auf. Diese
Träger-Befestigungsabschnitte sind an den Befestigungsmitteln 4a und 4b festgelegt.
Zwischen den Träger-Befestigungsabschnitten 11a, 11b ist ein freitragender Abschnitt
12 in Gestalt einer Wanne ausgebildet, in welcher die Sensoranordnung 13 aufgenommen
ist. Der freitragende Abschnitt 12 ist in der Art einer Brücke zwischen den Träger-Befestigungsabschnitten
11a und 11b gehalten und ist beabstandet und entkoppelt von dem mittleren Bereich
der Schalen 2a und 2b angeordnet.
[0031] Entlang der Längsachse der Griffanordnung, etwa in der Mitte ruht also die Sensoranordnung
13 in dem freitragenden Abschnitt 12, mechanisch entkoppelt von den Schalen 2a und
2b. An der Schale 2b ist in dem Bereich, welcher dem Mittelabschnitt entspricht, eine
Metallfolie 15 auf der Innenseite der Schale 2b aufgeklebt. Die Metallfolie 15 liegt
entsprechend der Sensoranordnung 13 gegenüber, aber ist von dieser durch einen Luftraum
getrennt. Die induktiven Sensoren der Sensoranordnung 13 detektieren den Abstand der
Metallfolie 15. Eine Veränderung der Lage der Metallfolie 15 gegenüber der Sensoranordnung
13 führt zu einer Signaländerung. Mit der Sensoranordnung 13 sind weiterhin Zuleitungen
und Signalleitungen verbunden, die hier jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht
gezeigt sind.
[0032] In dem Ruhezustand der Figur 1 ist der Abstand zwischen der Metallfolie 15 und der
Sensoranordnung 13 durch den Abstand d in Figur 1a gekennzeichnet. Dieser Abstand
definiert eine Ruhelage und ein entsprechendes Ruhesignal wird durch die induktiven
Sensoren der Sensoranordnung 13 geliefert.
[0033] Figur 1b zeigt eine Betätigung der Türgriffanordnung. Ein Benutzer greift hierzu
in den Zwischenraum 6 ein und verformt durch eine Zugkraft (gekennzeichnet durch den
Pfeil 20) die Schale 2b in dem Bereich, in welchem die Metallfolie 15 aufgebracht
ist. Die Verformung ist hier übertrieben dargestellt, um die Wirkweise deutlich zu
machen. Da eine mechanische weitgehende Entkopplung der Sensoreinrichtung 13 in dem
freitragenden Trägerabschnitt 12 von der Schale 2b vorliegt, bewegt sich die Sensoranordnung
nicht mit, sondern die Metallfolie 15 nähert sich der Sensoranordnung 13 an. Dies
ist erkennbar, da in Figur 1b weiterhin der Ruheabstand d durch gebrochene Linien
gezeigt ist, wobei hier erkennbar ist, dass dieser Ruheabstand unterschritten wird.
Entsprechend detektieren die induktiven Sensoren die Annäherung Metallfolie 15 an
die Sensoranordnung 13. Die Verformung der Griffschale 2b wirkt sich auf die Lage
des Trägers 10 kaum aus, da dieser versetzt zu dem Mittelabschnitt festgelegt ist,
und zwar in diesem Ausführungsbeispiel an den Befestigungsmitteln 4a, 4b, welche die
gesamte Handhabe an dem Türblech 3 befestigen.
[0034] In Figur 1c ist der Betätigungsfall gezeigt, bei dem von außen auf die Handhabe gedrückt
wird. Dies kann beispielsweise geschehen, um einen Schließwunsch des Benutzers zu
bestätigen. Wiederum ist der Ruheabstand d in Figur 1c durch gebrochene Linien dargestellt.
[0035] In diesem Beispiel zeigt sich besonders die Wirkung der Stützstrukturen 8a und 8b.
Der Druck auf die Außenfläche verformt zunächst die Schale 2a. Durch die Stützstrukturen
8a und 8b wird Kraft in die Schale 2b eingeleitet, da die Stützstrukturen 8a und 8b
sich an dieser Schale abstützen. Dadurch wird die Schale 2b in Richtung des Pfeils
21 verformt und die Metallfolie 15 entfernt sich von der Sensoreinrichtung 13. Wiederum
wirkt sich die Verformung nicht auf den Träger 10 aus, da dieser mit seinem freitragenden
Abschnitt 12 mechanisch entkoppelt von den verformten Bereichen ist. Der Träger ist
insbesondere auch von den Stützstrukturen 8a und 8b gänzlich entkoppelt, diese können
an dem Träger 10 vorbei verlaufen oder durch Öffnungen im Träger hindurch verlaufen,
ohne mechanischen Kontakt.
[0036] Durch diese Gestaltung ist es möglich, mit einer einzigen Sensoranordnung 13 sowohl
den Zug am Türgriff gemäß Figur 1b, als auch einen Druck auf den Türgriff gemäß Figur
1c zu erfassen. Die Verformungen sind in der Realität deutlich geringer als die Verformungen
der Figuren 1b und 1c, zur Verdeutlichung der Erfindung sind diese jedoch übertrieben
dargestellt.
[0037] In Abwandlungen der Erfindung kann statt einer Metallfolie auch eine Verchromung
des Türgriffes als metallisches Element wirken. Alternativ kann auch das Material
der Griffschalen mit metallischen Partikeln oder Bereichen ausgestattet sein, um die
induktiven Sensoren der Sensoranordnung 13 zu beeinflussen.
1. Fahrzeugtürgriff (1) zu Anordnung an einer Fahrzeugtür, wobei der Fahrzeugtürgriff
eine Handhabe (2a, 2b) aufweist, die von einem Benutzer hintergreifbar ist, wobei
der Fahrzeugtürgriff Kopplungsmittel (4a, 4b) zum Anbringen des Fahrzeugtürgriffs
an der Tür aufweist,
wobei die Handhabe (2a, 2b) wenigstens abschnittsweise als Hohlkörper mit einem Hohlraum
(7) ausgebildet ist, wobei der Hohlraum durch die Wandflächen der Handhabe begrenzt
ist,
wobei wenigstens eine induktive Sensoreinrichtung (13) in dem Hohlraum angeordnet
ist, um eine Betätigung der Handhabe zu erfassen,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Hohlraum (7) ein Träger (10) angeordnet ist, wobei der Träger wenigstens einen
Träger-Befestigungsabschnitt (11a, 11b) und einen damit verbundenen freitragenden
Abschnitt (12) aufweist, wobei der wenigstens eine Träger-Befestigungsabschnitt (11a,
11b) an dem Fahrzeugtürgriff festgelegt ist und wobei sich der freitragende Abschnitt
(13) des Trägers beabstandet zu den Wandflächen der Handhabe (2a, 2b) im Innern des
Hohlraums erstreckt, so dass der freitragende Abschnitt (13) des Trägers von den Wandflächen
der Handhabe (2a, 2b) mechanisch entkoppelt ist,
wobei in dem freitragenden Abschnitt (12) des Trägers die induktive Sensoreinrichtung
(13) gehalten ist,
wobei in wenigstens einem Abschnitt der Wandflächen der Handhabe (2a, 2b), welche
den freitragenden Abschnitt (12) umgeben, ein metallisches Material (15) angeordnet
ist.
2. Fahrzeugtürgriff nach Anspruch 1, wobei die Handhabe (2a, 2b) als langgestreckter
Körper ausgebildet ist und der Hohlraum (7) sich entlang der größten Längserstreckung
in einem Mittelabschnitt im Innern der Handhabe erstreckt, wobei der Träger-Befestigungsabschnitt
(11a, 11b) in Richtung der Längserstreckung gegenüber dem Mittelabschnitt dezentral
versetzt festgelegt ist.
3. Fahrzeugtürgriff nach Anspruch 1 oder 2, wobei an dem freitragenden Abschnitt (12)
des Trägers an einander abgewandten Enden jeweils Träger-Befestigungsabschnitte (11a,
11b) angeordnet sind.
4. Fahrzeugtürgriff nach Anspruch 3, wobei der Träger-Befestigungsabschnitt (11a, 11b)
zur Festlegung am Fahrzeugtürgriff mit den Kopplungsmitteln (4a, 4b) des Fahrzeugtürgriffs
verbunden ist.
5. Fahrzeugtürgriff nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Träger-Befestigungsabschnitte (11a,
11b) sich seitlich von dem dazwischen angeordneten freitragenden Abschnitt (12) abgewinkelt
oder gebogen erstrecken und im Innern der Handhabe (2a, 2b) an beabstandeten Punkten
festgelegt sind, so dass der freitragende Abschnitt zwischen diesen Punkten im Hohlraum
eingespannt und freitragend gehalten ist.
6. Fahrzeugtürgriff nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei als metallisches Material
eine metallische Schicht (15) auf einem Abschnitt der Innenseite der Handhabe (2a,
2b) im Hohlraum angeordnet ist.
7. Fahrzeugtürgriff nach Anspruch 6, wobei die metallische Schicht (15) eine Metallfolie
ist.
8. Fahrzeugtürgriff nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der freitragende Abschnitt
(12) des Trägers eine wannenartige Aufnahme aufweist, in welcher die induktive Sensoreinrichtung
aufgenommen ist.
9. Fahrzeugtürgriff nach Anspruch 8, wobei die induktive Sensoreinrichtung in der wannenartige
Aufnahme mit einem Vergussmaterial umschlossen ist.
10. Fahrzeugtürgriff nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zwischen den Wänden
der Handhabe (2a, 2b) im Bereich des Hohlraumes (7) verbindende Stützkonturen (8a,
8b) ausgebildet sind, welche einander gegenüberliegende Bereiche der Handhabe (2a,
2b) gegeneinander abstützen, so dass eine Verformung einer der Handhabe durch Kraftübertragung
über die Stützkonturen in einen gegenüberliegenden Bereich der Handhabe eingeleitet
wird.