Gebiet
[0001] Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung betreffen die Sendungsverfolgung für
Sendungen, beispielsweise großformatigen Briefen, die in Sortieranlagen nicht durchweg
automatisiert verarbeitbar sind und daher nicht durchweg datentechnisch erfasst werden
können.
Hintergrund
[0002] Insbesondere für Sendungen, die von Paketdiensten an ihre jeweiligen Empfänger geliefert
werden, ist es mittlerweile üblich, dass die Paketdienste einen Sendungsverfolgungsservice
anbieten, mittels dem der Versender und/oder der Empfänger einer Sendung den aktuellen
Zustellungsstatus seiner Sendung verfolgen kann. Der Sendungsverfolgungsservice kann
als Schnittstelle zum Nutzer (Versender oder Empfänger) beispielsweise ein Internetportal
verwenden, auf dem der Nutzer eine Kennung der Sendung eingibt und dann über den aktuellen
Status der Zustellung der Sendung informiert wird und ggf. einen voraussichtlichen
Zustellungstermin angezeigt bekommt. Alternativ kann als Schnittstelle zum Nutzer
ein Benachrichtigungsservice verwendet werden, beispielsweise indem der Nutzer per
E-Mail, SMS oder ähnlichen Nachrichtenformaten über den aktuellen Status der Zustellung
der Sendung und/oder über Änderungen dieses Status informiert wird. Die Sendungsverfolgungsservice
beruht auf der Erfassung der Daten der Sendung (beispielsweise durch Einscannen von
auf der Sendung aufgebrachten Daten), insbesondere der Kennung der Sendung, an einem
oder mehreren Stationen in der Zustellkette. Die erfasste Kennung kann dann beispielsweise
zusammen mit einem Zeitstempel der Erfassung und dem Ort der Erfassung in einer Sendungsverfolgungsdatenbank
abgelegt werden. Beispielsweise existiert dort für jede zu verfolgende Sendung ein
beispielsweise über die Kennung identifizierbarer Datensatz, der bei jeder Erfassung
mit den jeweiligen Ort- und Zeitinformationen angereichert wird. Die einem Nutzer
über die bereits beschriebenen Schnittstellen bereitgestellten Informationen zu einer
Sendung beruhen dann auf dem zu dieser Sendung korrespondierenden Datensatz in der
Sendungsverfolgungsdatenbank.
[0003] Für Briefe existiert ein derartiger Sendungsverfolgungsservice gegenwärtig nicht.
Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Daten von Briefen im Gegensatz zu Paketen gar
nicht oder an weniger Stationen in der Zustellkette erfasst werden. Insbesondere findet
in der Regel keine Erfassung der Daten eines Briefs zum Zeitpunkt der Zustellung beim
Empfänger statt.
Zusammenfassung einiger beispielhafter Ausführungsformen der Erfindung
[0004] Es wäre wünschenswert, einen Sendungsverfolgungsservice auch für Briefe, zumindest
für großformatige Briefe (sog. Großbriefe), in denen beispielsweise Bücher versendet
werden, bereitstellen zu können. Es wäre ebenfalls wünschenswert, einen Sendungsverfolgungsservice
bereitstellen zu können, der - ohne das Erfordernis der Erfassung der Daten der Sendung
(insbesondere eines Briefs oder Großbriefs) im Zeitpunkt der Zustellung der Sendung
- als Sendungsverfolgungsereignis auch die Zustellung der Sendung (beispielsweise
beim Empfänger, oder in ein Postfach des Empfängers) umfasst. Dabei wäre es wünschenswert,
dass keine wesentlichen Modifikationen bei den zur Verarbeitung der Sendungen (insbesondere
Briefe und Großbriefe) eingesetzten Sortieranlagen erforderlich sind.
[0005] Gemäß einem ersten beispielhaften Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren offenbart,
das folgendes umfasst:
- Erfassen von Daten einer Sendung oder Erhalten von erfassten Daten einer Sendung,
wobei die Sendung mit zumindest einer Information versehen ist, die die Sendung als
zu verfolgende Sendung kennzeichnet, und als von einer Sortieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert wurde, und wobei die Sortieranlage eingerichtet ist, jeweilige Daten
von von ihr verarbeiteten Sendungen und, falls die verarbeiteten Sendungen jeweils
mit zumindest einer Information versehen sind, die die verarbeiteten Sendungen jeweils
als zu verfolgende Sendungen kennzeichnet, jeweils zumindest eine dieser zumindest
einen Information automatisch zu erfassen; und
- Erzeugen eines Sendungsverfolgungsereignisses betreffend die Sendung in einer Sendungsverfolgungsdatenbank
zumindest basierend auf den erfassten Daten oder Ausgeben der erfassten Daten zum
Erzeugen eines derartigen Sendungsverfolgungsereignisses.
[0006] In einem Ausführungsbeispiel des ersten Aspekts der Erfindung umfasst das Verfahren
das Erhalten der erfassten Daten der Sendung und das Erzeugen des Sendungsverfolgungsereignisses
betreffend die Sendung. In einem anderen Ausführungsbeispiel des ersten Aspekts der
Erfindung umfasst das Verfahren das Erfassen der Daten der Sendung und das Ausgeben
der erfassten Daten (insbesondere an eine andere Vorrichtung, z.B. an eine Sendungsverfolgungseinheit)
zum Erzeugen des Sendungsverfolgungsereignisses.
[0007] Gemäß einem zweiten beispielhaften Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung offenbart,
die zur Ausführung und/oder Steuerung des Verfahrens nach dem ersten Aspekt der Erfindung
eingerichtet ist oder jeweilige Mittel zur Ausführung und/oder Steuerung der Schritte
des Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung umfasst. Dabei können entweder
alle Schritte des Verfahrens gesteuert werden, oder alle Schritte des Verfahrens ausgeführt
werden, oder ein oder mehrere Schritte gesteuert und ein oder mehrere Schritte ausgeführt
werden. Ein oder mehrere der Mittel können auch durch die gleiche Einheit ausgeführt
und/oder gesteuert werden. Beispielsweise können ein oder mehrere der Mittel durch
einen oder mehrere Prozessoren gebildet sein.
[0008] Gemäß einem dritten beispielhaften Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung offenbart,
die zumindest einen Prozessor und zumindest einen Speicher, der Programmcode beinhaltet,
umfasst, wobei der Speicher und der Programmcode eingerichtet sind, mit dem zumindest
einen Prozessor eine Vorrichtung (beispielsweise die Vorrichtung mit dem Prozessor
und dem Speicher) dazu zu veranlassen, zumindest das Verfahren gemäß dem ersten Aspekt
der Erfindung auszuführen und/oder zu steuern. Dabei können entweder alle Schritte
des Verfahrens gesteuert werden, oder alle Schritte des Verfahrens ausgeführt werden,
oder ein oder mehrere Schritte gesteuert und ein oder mehrere Schritte ausgeführt
werden.
[0009] Gemäß einem vierten beispielhaften Aspekt der Erfindung wird ein System offenbart,
das eine oder mehrere Vorrichtungen umfasst, die eingerichtet sind zur Ausführung
und/oder Steuerung des Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung oder Mittel
zur Ausführung und/oder Steuerung der Schritte des Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt
der Erfindung aufweisen. Dabei können entweder alle Schritte des Verfahrens gesteuert
werden, oder alle Schritte des Verfahrens ausgeführt werden, oder ein oder mehrere
Schritte gesteuert und ein oder mehrere Schritte ausgeführt werden.
[0010] Gemäß einem fünften beispielhaften Aspekt der Erfindung wird ein Computerprogramm
offenbart, das Programmanweisungen umfasst, die einen Prozessor zur Ausführung und/oder
Steuerung des Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung veranlassen, wenn das
Computerprogramm auf dem Prozessor läuft. Unter einem Prozessor sollen in dieser Spezifikation
unter anderem Kontrolleinheiten, Mikroprozessoren, Mikrokontrolleinheiten wie Mikrocontroller,
digitale Signalprozessoren (DSP), Anwendungsspezifische Integrierte Schaltungen (ASICs)
oder Field Programmable Gate Arrays (FPGAs) verstanden werden. Dabei können entweder
alle Schritte des Verfahrens gesteuert werden, oder alle Schritte des Verfahrens ausgeführt
werden, oder ein oder mehrere Schritte gesteuert und ein oder mehrere Schritte ausgeführt
werden. Das Computerprogramm kann beispielsweise über ein Netzwerk wie das Internet,
ein Telefon- oder Mobilfunknetz und/oder ein lokales Netzwerk verteilbar sein. Das
Computerprogramm kann zumindest teilweise Software und/oder Firmware eines Prozessors
sein. Es kann gleichermaßen zumindest teilweise als Hardware implementiert sein. Das
Computerprogramm kann beispielsweise auf einem computerlesbaren Speichermedium gespeichert
sein, z.B. einem magnetischen, elektrischen, elektro-magnetischen, optischen und/oder
andersartigen Speichermedium. Das Speichermedium kann beispielsweise Teil des Prozessors
sein, beispielsweise ein (nicht-flüchtiger oder flüchtiger) Programmspeicher des Prozessors
oder ein Teil davon. Das Speichermedium ist beispielsweise gegenständlich, also greifbar,
und/oder nicht-transitorisch.
[0011] Diese fünf Aspekte der vorliegenden Erfindung weisen u.a. die nachfolgend beschriebenen
- teilweise beispielhaften - Eigenschaften auf.
[0012] Daten einer Sendung werden erfasst oder erfasste Daten einer Sendung werden erhalten.
Bei der Sendung kann es sich beispielsweise um eine Postkarte, einen Brief, einen
Großbrief (der beispielsweise zur Versendung von Büchern eingesetzt wird), einen Maxibrief
(der beispielsweise zur Versendung von Büchern oder Waren eingesetzt wird), ein Päckchen
oder ein Paket handeln, allerdings sind auch andersartige Sendungen denkbar. Ein Großbrief
weist beispielsweise folgende Abmessungen auf: eine Länge von 10 - 35,3 cm, eine Breite
von 7 - 25 cm, eine Höhe von bis zu 2 cm und ein Gewicht von bis zu 500g. Ein Maxibrief
weist beispielsweise folgende Abmessungen auf: eine Länge von 10 - 35,3 cm, eine Breite
von 7 - 25 cm, eine Höhe von bis zu 5 cm und ein Gewicht von bis zu 1000g. Eine Sendung
kann insbesondere ein Brief sein, mit dem Bücher oder Waren versendet werden.
[0013] Die Daten der Sendung sind beispielsweise in einem auf der Sendung (beispielsweise
auf einem Etikett) aufgedruckten Code enthalten oder in einem mit der Sendung verbundenen
(z.B. darin enthaltenen oder darauf angebrachten) auslesbaren Speicher enthalten,
um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Die Daten können beispielsweise einem vordefinierten
Format folgen. Im Falle eines auf die Sendung aufgedruckten Codes kann es sich beispielsweise
um einen eindimensionalen oder zweidimensionalen Barcode handeln. Beispiele für einen
zweidimensionalen Barcode sind ein QR-Code oder ein Matrixcode, beispielsweise ein
DataMatrix-Code. Ein DataMatrix-Code wird beispielsweise gegenwärtig von der Deutschen
Post AG zur Datenverarbeitungs-Freimachung (DV-Freimachung) eingesetzt. Privatkunden
des Deutschen Post AG können den DataMatrix-Code im Rahmen der sogenannten "Internetmarke"
nutzen.
[0014] Das Erfassen der Daten umfasst beispielsweise das maschinelle Auslesen der Daten,
beispielsweise aus dem Code (z.B. mittels optischer Erfassung) oder dem Speicher (z.B.
mittels funkbasierter Erfassung, z.B. durch Technologien wie Radio Frequency Identification
(RFID) oder Near Field Communication (NFC)). Das Erfassen der Daten findet mit Mitteln
zur Erfassung der Daten statt, die beispielsweise Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtungen
oder des erfindungsgemäßen Systems sind. Wenn das Verfahren gemäß dem ersten Aspekt
der Erfindung das Erhalten erfasster Daten einer Sendung umfasst, sind die erfassten
Daten beispielsweise wie zuvor beschrieben erfasst worden.
[0015] Die Daten der Sendung können insbesondere eine (insbesondere eindeutige) Kennung
der Sendung umfassen, mittels der die Sendung (beispielsweise in einer Sendungsverfolgungsdatenbank)
von anderen Sendungen unterschieden werden kann. Bei der Kennung kann es sich beispielsweise
um eine numerische oder alphanumerische Zeichenfolge handeln. Die Daten der Sendung
können zusätzlich oder alternativ beispielsweise folgendes enthalten: eine Kundennummer
des Versenders, einen Produktschlüssel (der beispielsweise die Art der Sendung identifiziert,
z.B. "Großbrief"), ggf. kombiniert mit einer Zusatzleistung/Variante (z.B. ein Hinweis
darauf, dass ein Zustellnachweis erbracht werden muss), ein Einlieferungsdatum, kundenindividuelle
Informationen (z.B. eine vom Kunden für die jeweilige Sendung vergebene, insbesondere
eindeutige Kennung), etc.. Die Kennung für die Sendungsverfolgung kann beispielsweise
auch in den kundenindividuellen Informationen enthalten sein. Der Versender (Kunde)
kann dann durch diese Kennung stets auf seine eigenen Systeme und/oder Prozesskennungen
referenzieren.
[0016] Die Sendung, deren Daten erfasst werden, wurde als von einer Sortieranlage nicht
verarbeitbar klassifiziert. Dieses Klassifizieren kann automatisch, beispielsweise
durch Ausschleusung aus der Sortieranlage, oder manuell, beispielsweise im Rahmen
einer Vorsortierung, erfolgen. Das Klassifizieren kann beispielsweise Bestandteil
des Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung sein.
[0017] Sendungen können beispielsweise als nicht von der Sortieranlage verarbeitbar klassifiziert
werden, wenn sie vorstehende Kanten und/oder eine unregelmäßige Oberflächenkontur
und/oder eine Dicke oberhalb eines vordefinierten Schwellwerts aufweisen. Dies kann
bei automatischer Beförderung derartiger Sendungen in der Sortieranlage zur Blockierung
oder Beschädigung der Sortieranlage oder zur Beschädigung derartiger Sendungen oder
anderer Sendungen, die zusammen mit derartigen Sendungen in der Sortieranlage sortiert
werden, führen.
[0018] Das Ergebnis der Klassifizierung muss nicht explizit mit der Sendung assoziiert oder
auf dieser vermerkt werden. Beispielsweise führt die Klassifizierung nur zur anschließenden
unterschiedlichen Handhabung der Sendung, beispielsweise automatisch durch die Sortieranlage
bei als von der Sortieranlage verarbeitbar klassifizierten Sendungen und manuell durch
Personal bei als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen.
[0019] Insbesondere wird die als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierte
Sendung (aufgrund ihrer Klassifizierung) nicht von der Sortieranlage verarbeitet (oder
zumindest nicht vollständig von der Sortieranlage verarbeitet, beispielsweise im Zuge
der Verarbeitung ausgeschleust). Beispielsweise wird die als von der Sortieranlage
nicht verarbeitbar klassifizierte Sendung der Sortieranlage nicht zur Verarbeitung
zugeführt, sondern beispielsweise separat (insbesondere manuell) verarbeitet (z.B.
sortiert).
[0020] Die Sortieranlage ist eingerichtet, jeweilige Daten von von ihr verarbeiteten Sendungen
und, falls die verarbeiteten Sendungen jeweils mit zumindest einer Information versehen
sind, die die verarbeiteten Sendungen jeweils als zu verfolgende Sendungen kennzeichnet,
jeweils zumindest eine dieser zumindest einen Information automatisch zu erfassen.
Die erfassten Daten einer verarbeiteten Sendung umfassen beispielsweise zumindest
teilweise die gleichen Daten wie bei einer als nicht verarbeitbar klassifizierten
Sendung, insbesondere zumindest eine Kennung der verarbeiteten Sendung, die zur Sendungsverfolgung
genutzt werden kann.
[0021] Die Verarbeitung durch die Sortieranlage umfasst neben der Erfassung der Daten von
Sendungen beispielsweise ferner die Sortierung der Sendungen, beispielsweise anhand
der Zustellungsadresse der Sendung und/oder der Art der Sendung.
[0022] Die Sortieranlage befindet sich beispielsweise in einem Sortierzentrum, beispielsweise
einem Briefzentrum, und dient der automatischen Sortierung von Sendungen, beispielsweise
Briefen, Großbriefen und Maxibriefen. Ein Sortierzentrum kann beispielsweise als logistische
Einrichtung zur zumindest regional gebündelten Verarbeitung von Sendungen verstanden
werden. Das Konzept der Briefzentren als Beispiel für Sortierzentren teilt Deutschland
in 10 Oberregionen auf und bezeichnet diese mit Ziffern von 0 bis 9. Jede Oberregion
wird in 10 Regionen unterteilt, die wiederum von 0 bis 9 bezeichnet werden. Dies ergibt
99 mögliche Regionen, die jeweils mit einer zweistelligen Leitzahl gekennzeichnet
sind. Die Leitzahl bildet die ersten beiden Ziffern der fünfstelligen Postleitzahl.
Jede Region verfügt über ein Zentrum, das zwei grundlegende Leistungen erbringt: i)
Briefzentrum-Ausgang (BZA): Alle Briefe, die in der Region aufgegeben wurden, werden
im Briefzentrum gesammelt, nach Briefsorten und Leitzahlen sortiert und für den Transport
zu den anderen Briefzentren bereit gestellt; ii) Briefzentrum-Eingang (BZE): Alle
Briefe, die auf die eigene Leitzahl adressiert sind, werden für die Zustellung an
die Empfänger sortiert und in die Zustellbezirke weiter geleitet.
[0023] Das automatische Erfassen der jeweiligen Daten einer verarbeiteten Sendung und, falls
vorhanden, zumindest einer Information, dass die verarbeitete Sendung eine zu verfolgende
Sendung ist, ist also beispielsweise Bestandteil des Sortiervorgangs in der Sortieranlage.
Bei dem Erfassen kann beispielsweise eine in den Daten der verarbeiteten Sendung enthaltene
Kennung, sowie zumindest eine der zumindest einen Information, mit der die verarbeitete
Sendung versehen ist und die die verarbeitete Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet,
erfasst werden. Die zumindest eine der zumindest einen Information, die die verarbeitete
Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, kann beispielsweise zusammen mit
den Daten der verarbeiteten Sendung in einem Code (z.B. einem 2D-Barcode) enthalten
sein, der auf einem Informationsträger (z.B. einem Etikett oder der Verpackung/Hülle
der Sendung) aufgebracht ist, wobei der Informationsträger entweder mit der Sendung
verbunden oder zumindest teilweise durch die Sendung selbst gebildet wird.
[0024] Beispielsweise findet im Sortierzentrum ein automatisches Erfassen (beispielsweise
Scannen) der im Sortierzentrum eingelieferten Sendungen statt, der sog. BZE-Scan.
Beim BZE-Scan können beispielsweise Informationen aus dem Datamatrix-Code erfasst
werden. Beispielsweise wird basierend auf Informationen aus dem Datamatrix-Code, insbesondere
dem Porto / Frankierwert und ggf. dem Produktschlüssel, und zusätzlichen (insbesondere
gemessenen) Informationen über Größe und Gewicht der Sendung geprüft, ob die Sendung
korrekt frankiert wurde. Informationen aus dem Datamatrix-Code können darüber hinaus
zur Generierung einer Statistik über Kenngrößen der verarbeiteten Sendungen genutzt
werden.
[0025] Wie bereits erläutert können die Daten der verarbeiteten Sendung, insbesondere eine
Kennung der Sendung, und zumindest eine der zumindest einen Information, dass die
Sendung eine zu verfolgende Sendung ist, ebenfalls in dem Datamatrix-Code untergebracht
sein. Diese Informationen können also im Falle von von der Sortieranlage verarbeiteten
Sendungen im Rahmen des BZE-Scan zusammen mit den zur Prüfung der korrekten Frankierung
und/oder zur Erzeugung einer Statistik erforderlichen Informationen automatisch erfasst
und für eine Sendungsverfolgung genutzt werden. Beispielsweise kann der Ort und/oder
eine Kennung des Sortierzentrums und/oder ein Zeitpunkt des BZE-Scans zur Bildung
oder Anreicherung eines die verarbeitete Sendung betreffenden Eintrags in der Sendungsverfolgungsdatenbank
verwendet werden.
[0026] Während für durch die Sortieranlage verarbeitete Sendungen also im Rahmen der Verarbeitung
durch die Sortieranlage Daten/Informationen für die Sendungsverfolgung erhoben werden
können, ist dies für Sendungen, die als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert
wurden, nicht möglich. Mithin stellt die Tatsache, dass es eine nicht unerhebliche
Anzahl von nicht durch die Sortieranlage verarbeitbaren Sendungen gibt, ein Hindernis
für die Bereitstellung eines Sendungsverfolgungsservice für die Sendungen dar.
[0027] Erfindungsgemäß wird u.a. vorgeschlagen, dass die Daten derjenigen als von der Sortieranlage
nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen, die mit zumindest einer Information
versehen sind, die sie als zu verfolgende Sendungen kennzeichnen (Sendungen, die mit
solcher Information versehen sind, werden nachfolgend auch als zu verfolgende Sendungen
bezeichnet), erfasst werden. Damit ist insgesamt eine Erfassung der Daten aller zu
verfolgenden Sendungen, - also unabhängig davon, ob die Sendungen von der Sortieranlage
verarbeitet werden oder nicht - und mithin die Bereitstellung eines auf diesen erfassten
Daten basierenden Sendungsverfolgungsservice möglich. Für eine weitere Sendung, die
als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert wurde, die aber nicht mit
zumindest einer Information versehen ist, die die weitere Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, erfolgt allerdings beispielsweise keine Erfassung der Daten
der weiteren Sendung und kein Erzeugen eines Sendungsverfolgungsereignisses.
[0028] Die Erfassung der Daten von denjenigen zu verfolgenden Sendungen, die als von der
Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert sind, kann manuell oder automatisch
erfolgen. Während aber bei denjenigen Sendungen, die von der Sortieranlage verarbeitet
werden, eine Erfassung der Daten für alle Sendungen, unabhängig davon, ob es sich
um zu verfolgende Sendungen handelt oder nicht, erfolgen kann, findet bei den als
von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen ein Erfassen der
Daten vorteilhaft nur dann statt, falls diese Sendungen zu verfolgende Sendungen sind.
Dies kann insbesondere dann, wenn das Erfassen manuell ausgelöst werden muss, eine
erhebliche Aufwandsreduktion und eine damit verbundene Effizienzerhöhung/Kostenreduzierung
ermöglichen.
[0029] Die zu verfolgenden Sendungen sind mit zumindest einer Information versehen, die
sie als zu verfolgende Sendungen kennzeichnen. Diese Information kann beispielsweise
in der gleichen Art wie die (zu erfassenden) Daten der Sendung mit der Sendung assoziiert
(z.B. auf der Sendung oder einem Etikett der Sendung aufgedruckt) sein. Beispielsweise
kann diese Information zusammen mit den Daten der Sendung in einem Datensatz enthalten
sein, der beispielsweise einem vordefinierten Format gehorcht. Der Datensatz kann
beispielsweise maschinell erfassbar sein, beispielsweise optisch (z.B. durch Scannen)
oder durch Funkübertragung (z.B. mittels RFID- oder NFC-Übertragung). Der Datensatz
kann beispielsweise in einem Code enthalten sein, beispielsweise in einem DataMatrix-Code
oder einem anderen 2D-Barcode (oder auch einem 1D-Barcode). Die Information, die eine
Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, kann beispielsweise in einem Feld
des DataMatrix-Codes enthalten sein. Es kann sich dabei beispielsweis um ein Feld
handeln, das Informationen zu einem Produktschlüssel (und ggf. auch einer Zusatzleistung/Variante)
der Sendung beinhaltet.
[0030] Erfindungsgemäß kann eine zu verfolgende Sendung nicht nur mit einer Information,
die eine Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, sondern mit mehr als einer
Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, versehen sein.
Beispielsweise kann eine erste Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, von einer Person ohne Hilfsmittel (z.B. ohne einen Decodierer) nicht
als Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, erkannt
werden, während eine zweite Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, von einer Person ohne Hilfsmittel als Information, die die Sendung als
zu verfolgende Sendung kennzeichnet, erkannt werden kann. Bei der ersten Information
kann es sich beispielsweise um einen Code handeln, beispielsweise um einen 1D- oder
2D-Barcode (z.B. den DataMatrix-Code). Der Code kann beispielsweise optisch oder per
Funk erfassbar sein. Bei der zweiten Information kann es sich beispielsweise um ein
oder mehrere vordefinierte Symbole handeln, beispielsweise um einen oder mehrere Buchstaben
(z.B. "H"), und/oder um ein oder mehre Wörter (z.B. "Sendungsverfolgung"), die auf
ein Etikett oder die Sendung selbst aufgedruckt sind. Die Person kann dann, beispielsweise
im Rahmen einer von der Person durchgeführten manuellen Sortierung von als nicht von
der Sortieranlage verarbeitbar klassifizierten Sendungen anhand des Vorhandenseins
der zweiten Information entscheiden, ob ein Erfassen (z.B. Scannen) der Daten der
jeweiligen Sendung erforderlich ist (bei Vorhandensein der zweiten Information) oder
nicht (bei Abwesenheit der zweiten Information).
[0031] Zumindest basierend auf den erfassten Daten der zu verfolgenden, als nicht von der
Sortieranlage verarbeitbar klassifizierten Sendung wird (insbesondere automatisch)
ein Sendungsverfolgungsereignis betreffend diese Sendung in einer Sendungsverfolgungsdatenbank
erzeugt. Alternativ werden die erfassten Daten zum Erzeugen eines Sendungsverfolgungsereignisses
betreffend die Sendung in einer Sendungsverfolgungsdatenbank zumindest basierend auf
den erfassten Daten ausgegeben, insbesondere an eine Vorrichtung, die von einer Vorrichtung,
die das Erfassen ausführt, unterschiedlich ist. Insbesondere kann auch basierend auf
den erfassten Daten einer zu verfolgenden, von der Sortieranlage verarbeiteten Sendung
(insbesondere automatisch) ein Sendungsverfolgungsereignis betreffend diese verarbeitete
Sendung in der Sendungsverfolgungsdatenbank erzeugt werden. Dementsprechend kann in
einer beispielhaften Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung das Verfahren
ferner folgendes umfassen: Erzeugen eines Sendungsverfolgungsereignisses betreffend
eine von der Sortieranlage verarbeitete Sendung, deren Daten und deren zumindest eine
Information, die die verarbeitete Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet,
automatisch erfasst wurden. Für von der Sortieranlage verarbeitete, nicht zu verfolgende
Sendungen, werden beispielsweise keine Sendungsverfolgungsereignisse erzeugt oder
zumindest nicht solche Sendungsverfolgungsereignisse erzeugt, die erst zu einem nach
einer vordefinierten Regel bestimmten Zeitpunkt nach der Erfassung ihrer jeweiligen
Daten (oder nach dem Erhalten dieser erfassten Daten) erzeugt werden.
[0032] In der nachfolgenden Beschreibung wird daher hinsichtlich der Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses
nicht unterschieden, ob es sich um eine als von der Sortieranlage nicht verarbeitbare
(oder als solche klassifizierte) Sendung oder um eine von der Sortieranlage verarbeitete
Sendung handelt.
[0033] Die Sendungsverfolgungsdatenbank speichert beispielsweise eine Vielzahl von Sendungsverfolgungsereignissen.
Ein Sendungsverfolgungsereignis umfasst beispielsweise Informationen über eine erfolgte
Erfassung von Daten einer Sendung, beispielsweise den Ort und/oder die Station, an
der die Erfassung stattfand, und/oder den Zeitpunkt der Erfassung und/oder den Zeitpunkt
des Erzeugens des Sendungsverfolgungsereignisses. Mehrere Sendungsverfolgungsereignisse
betreffend eine Sendung können beispielsweise in einem für die Sendung spezifischen
Datensatz zusammengefasst sein. Jedes Sendungsverfolgungsereignis ist beispielsweise
einer jeweiligen Sendung zugeordnet, zu der es Informationen enthält. Das Sendungsverfolgungsereignis
enthält beispielsweise ferner eine Kennung der Sendung und/oder ist mit einer derartigen
Kennung assoziiert. Diese Kennung, oder eine mit dieser Kennung assoziierte oder assoziierbare
Kennung ist auch in den Daten der Sendung enthalten, die bei den genannten Erfassungen
erfasst werden. Wenn also Daten einer Sendung an einer Station (z.B. einer Scanstation,
beispielsweise als Teil der Sortieranlage) erfasst werden, kann zumindest basierend
auf den erfassten Daten (darunter insbesondere die Kennung der Sendung) ein Sendungsverfolgungsereignis
betreffend die Sendung erzeugt werden, das beispielsweise den Ort und/oder die Station
der Erfassung und/oder den Zeitpunkt der Erfassung angibt.
[0034] Die Sendungsverfolgungsdatenbank kann auch als Datenbank für Zustellungsnachweise
ausgebildet sein. Sie kann dann beispielsweise für jede Sendung nur ein Sendungsverfolgungsereignis
enthalten, das sich auf die Zustellung der Sendung (beim Empfänger, also an dessen
Wohn- oder Geschäftssitz, oder in ein Postfach des Empfängers) bezieht.
[0035] Das Erzeugen des Sendungsverfolgungsereignisses erfolgt beispielsweise automatisch,
insbesondere ausgelöst durch das Erfassen der Daten oder das Erhalten der erfassten
Daten. Allerdings muss das Sendungsverfolgungsereignis nicht unmittelbar nach dem
Erfassen der Daten der Sendung oder dem Erhalten der erfassten Daten der Sendung erfolgen,
sondern kann auch verzögert erfolgen. Beispielsweise kann gemäß einer vordefinierten
Regel bestimmt werden, wann nach dem Erfassen der Daten einer Sendung oder dem Erhalten
der erfassten Daten einer Sendung ein Sendungsverfolgungsereignis in der Sendungsverfolgungsdatenbank
erzeugt werden soll. Das erzeugte Sendungsverfolgungsereignis kann insbesondere gemäß
Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung auch einen anderen Ort und/oder eine
andere Station und/oder einen anderen Zeitpunkt angeben als den Ort, die Station bzw.
den Zeitpunkt des Erfassens der Daten der Sendung.
[0036] Beispielsweise kann durch die vordefinierte Regel festgelegt sein, dass, wenn Daten
einer Sendung in einem Sortierzentrum erfasst werden, erst an einen vorbestimmten
Zeitpunkt am nachfolgenden Tag ein Sendungsverfolgungsereignis erzeugt wird. Dahinter
kann insbesondere die Einsicht stecken, dass, wenn Daten einer Sendung in einem Sortierzentrum
erfasst wurden, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werden kann, dass die Sendung am nächsten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt beim Empfänger
(oder auch in ein Postfach des Empfängers) zugestellt wurde. Im Sortierzentrum erfasste
Daten einer Sendung können also genutzt werden, ein Sendungsverfolgungsereignis betreffend
die Zustellung der Sendung (beim Empfänger, oder in ein Postfach des Empfängers) zu
erzeugen, ohne dass im Zeitpunkt der Zustellung (beim Empfänger oder in ein Postfach
des Empfängers) eine (weitere) Erfassung der Daten der Sendung (z.B. durch den Zusteller)
erforderlich wäre. Das erzeugte Sendungsverfolgungsereignis kann dann beispielsweise
als Erfassungsort die Zustellungsadresse und als Erfassungszeit den Zeitpunkt, zu
dem das Sendungsverfolgungsereignis erzeugt wurde, enthalten.
[0037] Beispielsweise ermöglicht es die Erfindung also unter anderem, Daten einer zu verfolgenden
Sendung (insbesondere Großbriefe und Maxibriefe) unabhängig davon zu erfassen, ob
die Sendung von einer Sortieranlage verarbeitbar ist oder nicht, und basierend auf
den erfassten Daten ein Sendungsverfolgungsereignis betreffend die Sendung zu erzeugen,
das insbesondere auch erst zu einem gemäß einer vordefinierten Regel bestimmten Zeitpunkt
nach dem Erfassen der Daten der Sendung erzeugt wird. Damit wird die Bereitstellung
eines Sendungsverfolgungsservice für Sendungen, die nicht alle durch eine Sortieranlage
verarbeitbar sind, ermöglicht, ohne größere konstruktive Änderungen an der Sortieranlage
vornehmen zu müssen (beispielsweise um die Verarbeitbarkeit aller Sendungen durch
die Sortieranlage zu gewährleisten) und ohne dass ein Erfassen der Daten von Sendungen
im Zeitpunkt der Zustellung der Sendung erforderlich wäre.
[0038] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung wird das Sendungsverfolgungsereignis
erst an einem zweiten Zeitpunkt erzeugt, der nach einem ersten Zeitpunkt liegt, zu
dem die Daten der Sendung erfasst oder die erfassten Daten erhalten werden, wobei
der zweite Zeitpunkt nach einer vorbestimmten Regel, insbesondere zumindest in Abhängigkeit
des ersten Zeitpunkts, bestimmt wird. Zwischen dem Erfassen der Daten der Sendung
und dem Erzeugen des Sendungsverfolgungsereignisses liegt also ein Zeitraum, der beispielsweise
mehrere Stunden oder Tage betragen kann. Die Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses
zu einem späteren (zweiten) Zeitpunkt als dem (ersten) Zeitpunkt des Erfassens der
Daten der Sendung ermöglicht es beispielsweise, eine Erfassung von Daten der Sendung
zu einem späteren (dem zweiten) Zeitpunkt (insbesondere dem Zustellzeitpunkt) einzusparen.
Voraussetzung dafür ist die Erwartung, dass ein Ereignis im Zustellungsprozess (beispielsweise
die Zustellung der Sendung beim Empfänger oder in ein Postfach des Empfängers), das
durch das erzeugte Sendungsverfolgungsereignis repräsentiert werden soll, mit hoher
Wahrscheinlichkeit im Zeitintervall zwischen dem ersten Zeitpunkt und dem zweiten
Zeitpunkt eintreten wird und ggf., wie unten noch weiter ausgeführt wird, dass konkrete
Abweichungen (z.B. Unzustellbarkeit einer einzelnen Sendung, etwa wg. fehlerhafter
Adresse, oder generelle Verzögerung der Zustellung von Sendungen in einem Zustellbezirk,
etc.) von dieser Erwartung erkannt werden und in diesen Fällen das Erzeugen des Sendungsverfolgungsereignisses
unterdrückt oder an die Abweichungen angepasst werden kann. Das erzeugte Sendungsverfolgungsereignis
kann dann beispielsweise als Zeit den Zeitpunkt der Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses
und/oder als Ort die Zustelladresse (oder die Adresse eines Postfachs, falls in ein
Postfach zugestellt wird) umfassen.
[0039] Das (verzögerte) Sendungsverfolgungsereignis kann beispielsweise dergestalt erzeugt
werden, dass an dem ersten Zeitpunkt der zweite Zeitpunkt nach der vorbestimmten Regel
bestimmt und ein Auftrag zur Erzeugung des verzögerten Sendungsverfolgungsereignisses
erzeugt wird, der als Ausführungszeitpunkt den zweiten Zeitpunkt zugewiesen bekommt.
Wenn der zweite Zeitpunkt erreicht wird, ohne dass zwischenzeitlich eine Anweisung
erhalten wird, den Auftrag nicht oder erst zu einem noch späteren Zeitpunkt als dem
zweiten Zeitpunkt auszuführen, wird der Auftrag ausgeführt und das Sendungsverfolgungsereignis
erzeugt.
[0040] Zusätzlich zu dem Erzeugen des Sendungsverfolgungsereignisses betreffend die Sendung
an dem zweiten Zeitpunkt kann auch ein Erzeugen eines weiteren Sendungsverfolgungsereignisses
betreffend die Sendung bereits an dem ersten Zeitpunkt erfolgen. Das weitere Sendungsverfolgungsereignis
kann insbesondere den Ort und/oder die Station und/oder den Zeitpunkt des Erfassens
der Daten oder des Erhaltens der erfassten Daten bezeichnen. Für die Sendung existiert
dann in der Sendungsverfolgungsdatenbank ab dem ersten Zeitpunkt zumindest ein Sendungsverfolgungsereignis
(das das tatsächlich stattgefundene Erfassen der Daten repräsentiert), und nach dem
zweiten Zeitpunkt ein weiteres Sendungsverfolgungsereignis (das ein mit hoher Wahrscheinlichkeit
inzwischen eingetretenes Ereignis, insbesondere die Zustellung der Sendung, repräsentiert).
[0041] In beispielhaften Ausführungsformen der Erfindung kann das Sendungsverfolgungsereignis
ein Zustellereignis, das die Zustellung der Sendung (beispielsweise beim Empfänger,
oder in ein Postfach des Empfängers) kennzeichnet, sein, und der zweite Zeitpunkt
wird dann unter Berücksichtigung einer zuvor bestimmten oder geschätzten üblichen
Zeitdauer zwischen dem Erfassen der Daten der Sendung oder dem Erhalten der erfassten
Daten der Sendung und deren Zustellung bestimmt. Das Zustellereignis kann beispielsweise
lediglich die Information enthalten, dass eine Zustellung der Sendung (beispielsweise
beim Empfänger, oder in ein Postfach des Empfängers) erfolgt ist. Zusätzlich oder
alternativ kann das Zustellereignis den zweiten Zeitpunkt enthalten, zu dem es erzeugt
wurde, und/oder eine Adresse des Empfängers. Die übliche Zeitdauer kann beispielsweise
durch Mittelung der bei einer Vielzahl von realen Zustellungsprozessen gemessenen
jeweiligen Zeitdauern von der Erfassung der Daten einer Sendung bis zur eigentlichen
Zustellung ermittelt werden, wobei beispielsweise noch eine vordefinierte Sicherheitsmarge,
beispielsweise eine oder mehrere Stunden, zugeschlagen wird, um Varianzen auszugleichen.
Die übliche Zeitdauer kann beispielsweise ortsabhängig sein, also bei unterschiedlichen
Sortierzentren oder unterschiedlichen Zustellbezirken unterschiedlich ausfallen. Die
übliche Zeitdauer wird dann beispielsweise entsprechend durch Mittelung von gemessenen
Zeitdauern von realen Zustellungsprozessen, die über ein Sortierzentrum laufen (für
das eine übliche Zeitdauer bestimmt werden soll), oder die in einem Zustellbezirk
(für den eine übliche Zeitdauer bestimmt werden soll) stattfinden, bestimmt. Die übliche
Zeitdauer kann auch zeitlich noch differenzierter bestimmt oder geschätzt werden.
Beispielsweise kann für jede Zustellungsadresse einer Sendung eine übliche Zeitdauer
gemessen oder geschätzt werden, beispielsweise unter Berücksichtigung der üblichen
Zustellrouten.
[0042] In beispielhaften Ausführungsformen der Erfindung wird im Falle der erfolgreichen
Zustellung der Sendung kein weiteres, die erfolgte Zustellung betreffendes Sendungsverfolgungsereignis
in der Sendungsverfolgungsdatenbank erzeugt. Insbesondere findet also keine Erfassung
der Daten der Sendung im Zeitpunkt der Zustellung der Sendung statt, beispielsweise
durch den Zusteller.
[0043] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung umfasst
das Verfahren ferner:
- Erfassen von Daten einer weiteren Sendung oder Erhalten von erfassten Daten einer
weiteren Sendung, wobei die weitere Sendung mit zumindest einer Information versehen
wurde, die die weitere Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, und die als
von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert wurde, und
- Erhalten einer Information, aus der hervorgeht, dass eine Zustellung der weiteren
Sendung an den Empfänger der Sendung fehlgeschlagen ist oder dass sich die Zustellung
der weiteren Sendung an den Empfänger der weiteren Sendung verzögern wird, wobei aufgrund
der erhaltenen Information entweder kein Sendungsverfolgungsereignis betreffend die
weitere Sendung, das auf den erfassten Daten beruht, in der Sendungsverfolgungsdatenbank
erzeugt wird oder lediglich unter Berücksichtigung der erhaltenen Information ein
Sendungsverfolgungsereignis betreffend die weitere Sendung in der Sendungsverfolgungsdatenbank
erzeugt wird.
[0044] Diese beispielhafte Ausführungsform betrifft den Fall, dass vor der Erzeugung des
Sendungsverfolgungsereignisses für die weitere Sendung, bei der er sich ebenfalls
um eine zu verfolgende Sendung handelt, die als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert wurde, Information erhalten wird, dass eine Zustellung der weiteren
Sendung an den Empfänger der Sendung fehlgeschlagen ist oder dass sich die Zustellung
der weiteren Sendung an den Empfänger der weiteren Sendung verzögern wird. Diese Information
spiegelt konkrete Abweichungen vom üblichen Zustellungsprozess dar, auf die dadurch
reagiert wird, dass entweder kein Sendungsverfolgungsereignis erzeugt wird oder lediglich
unter Berücksichtigung der erhaltenen Information ein Sendungsverfolgungsereignis
erzeugt wird. Wenn diese Information beispielsweise innerhalb des oben beschriebenen
Zeitraums zwischen dem ersten Zeitpunkt und dem zweiten Zeitpunkt erhalten wird, kann
ein bereits angelegter Auftrag zur Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses für
die weitere Sendung beispielsweise gelöscht (beispielsweise bei fehlgeschlagener Zustellung
der weiteren Sendung aufgrund fehlerhafter Adresse des Empfängers) oder dessen Ausführungszeitpunkt
weiter in die Zukunft verschoben werden (beispielsweise bei temporären Verzögerungen
der Zustellung von Sendungen allgemein, beispielsweise aufgrund von widrigen Witterungsverhältnissen,
Streiks, Bearbeitungsrückständen im Sortierzentrum, etc.). Die Information, dass eine
Zustellung der weiteren Sendung an den Empfänger der Sendung fehlgeschlagen ist, kann
beispielsweise von einem Zusteller stammen, und kann beispielsweise ebenfalls als
Sendungsverfolgungsereignis in die Sendungsverfolgungsdatenbank aufgenommen werden.
Die Information, dass sich die Zustellung der weiteren Sendung an den Empfänger der
weiteren Sendung verzögern wird, kann ebenfalls vom mit der Zustellung der Sendung
betrauten Zusteller stammen. Alternativ, insbesondere, wenn mehrere Sendungen von
der Verzögerung betroffen sind, kann diese Information beispielsweise von einer Leitstelle
oder Leitwarte stammen, beispielsweise einer Leitstelle des Sortierzentrums, in dem
sich die Sortieranlage befindet, oder einer Leitstelle oder Leitwarte einer in der
Zustellkette nachgelagerten Station, beispielsweise einer Station eines Zustellbezirks.
[0045] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung wurde die
Sendung während eines Sortierprozesses von der Sortieranlage ausgeschleust und dadurch
als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert. Die Sortieranlage kann
beispielsweise eine automatische Eingangskontrolle aufweisen, bei der Sendungen, beispielsweise
aufgrund ihrer-Dicke und/oder Oberflächenbeschaffenheit als nicht von der Sortieranlage
verarbeitbar klassifiziert werden.
[0046] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung wurde die
Sendung im Rahmen einer manuellen Vorsortierung als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert. Die Vorsortierung kann beispielsweise erfolgen, bevor Sendungen der
Sortieranlage zugeführt werden, beispielsweise unmittelbar nach Eintreffen von Sendungen
in einem Sortierzentrum. Beispielsweise werden Sendungen, bevor sie auf ein Förderband
gelegt werden, dass zur Sortieranlage führt, als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert und aussortiert, oder zunächst - mit allen anderen Sendungen - auf das
Förderband gelegt und dann wieder heruntergenommen, wenn sie als von der Sortieranlage
nicht verarbeitbar klassifiziert werden.
[0047] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung werden die
Daten der Sendung optisch und/oder funkbasiert von einem mit der Sendung verbundenen
oder zumindest teilweise durch diese gebildeten Informationsträger erfasst. Im Fall
der optischen Erfassung ist der Informationsträger beispielsweise ein Etikett oder
eine Verpackung/Hülle der Sendung selbst. Im Fall der funkbasierten Erfassung ist
der Informationsträger beispielsweise ein elektronischer Speicher, beispielsweise
ein Speicher eines RFID-Transponders oder NFC-Chips. Die optische Erfassung kann beispielsweise
mit einem Scanner erfolgen. Der Scanner kann beispielsweise an einer Person, die die
als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen verarbeitet
(beispielsweise sortiert), lösbar befestigt sein oder von dieser Person gehalten oder
getragen werden (beispielsweise als Brille mit Scanfunktion oder als Handschuh mit
Scanfunktion). Alternativ kann der Scanner auch an einer Vorrichtung bei einer Station,
an der die als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen
verarbeitet werden, befestigt sein, beispielsweise an einem Transportwagen, auf dem
Behälter mit zu verarbeitenden Sendungen transportierbar sind, oder an einem Gestänge,
das Behälter trägt, die bei der Verarbeitung der als nicht von der Sortieranlage verarbeitbaren
Sendungen genutzt werden (beispielsweise Behälter, in die diese Sendungen sortiert
werden). Die funkbasierte Erfassung kann beispielsweise mit einem Transponder-Lesegerät
oder einem NFC-Lesegerät erfolgen.
[0048] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung ist zumindest
eine der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet,
zusammen mit den Daten der Sendung auf oder in dem Informationsträger vorhanden. Wie
bereits erläutert kann zumindest eine der zumindest einen Information beispielsweise
zusammen mit den Daten der Sendung in einem Datensatz mit vordefiniertem Format enthalten
sein, beispielsweise aufgedruckt auf einem Etikett oder einer Verpackung/Hülle der
Sendung, oder gespeichert in einem mit der Sendung assoziierten Speicherelement. Die
Information kann dann beispielsweise zusammen mit den Daten der Sendung erfassbar
sein, insbesondere maschinell.
[0049] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung sind die Daten
der Sendung und die zumindest eine der zumindest einen Information in Form eines Codes,
insbesondere eines 1D- oder 2D-Barcodes, auf einem mit der Sendung verbundenen Etikett
oder der Sendung selbst (insbesondere deren Verpackung oder Hülle) aufgedruckt. Bei
dem 2D-Barcode kann es sich beispielsweise um den DataMatrix-Code handeln.
[0050] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung ist eine weitere
der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet,
nicht in dem Code enthalten, aber dennoch auf dem Informationsträger oder einem anderen
Informationsträger, der mit der Sendung verbunden ist oder zumindest teilweise durch
diese gebildet wird, aufgedruckt. In dieser Ausführungsform sind also zwei Informationen
vorhanden, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnen. Eine erste dieser
Informationen kann beispielsweise primär zur maschinellen Erfassung geeignet sein,
beispielsweise im Rahmen des durch die Sortieranlage ausgeführten Sortierprozesses.
Eine zweite dieser Informationen kann beispielsweise primär zur Erfassung durch eine
Person geeignet sein, beispielsweise um im Rahmen der manuellen Verarbeitung von als
von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen rasch und ohne
Hilfsmittel erkennen zu können, ob die Daten der jeweiligen Sendung erfasst werden
müssen (zweite Information vorhanden) oder nicht (zweite Information nicht vorhanden).
[0051] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung ist zumindest
eine der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet,
auf oder in einem mit der Sendung verbundenen Informationsträger vorhanden. Wie bereits
ausgeführt kann es sich bei dem Informationsträger beispielsweise um ein Etikett,
die Verpackung/Hülle der Sendung oder um einen elektronischen Speicher handeln.
[0052] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung umfasst
das Verfahren ferner:
- Detektieren, dass die Sendung mit zumindest einer der zumindest einen Information
versehen ist, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet,
wobei das Erfassen der Daten der Sendung in Reaktion auf das Detektieren, dass die
Sendung mit der zumindest einen der zumindest einen Information versehen ist, die
die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, erfolgt, und
wobei für eine andere, als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierte
Sendung, für die trotz Prüfung, ob sie mit zumindest einer Information versehen ist,
die die andere Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, nicht detektiert wurde,
dass sie mit einer derartigen Information versehen ist, kein Erfassen der Daten der
anderen Sendung stattfindet.
[0053] In dieser Ausführungsform wird also lediglich dann das Erfassen von Daten einer (als
von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten) Sendung ausgeführt, wenn
die Sendung eine zu verfolgende Sendung ist (was im Falle des Vorhandenseins der zumindest
einen der zumindest einen Information detektiert wird). Das Detektieren kann beispielsweise
maschinell erfolgen. Die als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifizierten
Sendungen können dabei beispielsweise auf einer Transportstrecke (z.B. einem Förderband)
an einer Detektionseinrichtung vorbeigeführt werden, an der eine entsprechende Detektionseinrichtung
angeordnet ist. Die Detektionseinrichtung kann mit einer Erfassungseinrichtung gekoppelt
sein (und auch eine gemeinsame Einheit bilden, z.B. in Form eines optischen Scanners),
um im Falle der Detektion einer zu verfolgenden Sendung automatisch das Erfassen der
Daten der Sendung auszulösen. Nachdem die Sendungen die Transportstrecke durchlaufen
haben, kann sich beispielsweise die weitere, insbesondere manuelle Verarbeitung (beispielsweise
Sortierung) der Sendungen anschließen. Die Detektionseinrichtung und die Erfassungseinrichtung
können beispielsweise derart ausgebildet und angeordnet sein, dass Sendungen bezüglich
der Transportstrecke sowohl von oben als auch von unten analysiert werden können,
so dass es unerheblich ist, ob die Informationsträger (z.B. Etiketten mit den Daten
der Sendung und der zumindest einen der zumindest einen Information, dass es sich
um eine zu verfolgende Sendung handelt) der Sendungen beim Transport auf der Transportstrecke
nach oben oder unten zeigen. Alternativ können die Detektionseinrichtung und die Erfassungseinrichtung
auch derart ausgebildet und angeordnet sein, dass Sendungen bezüglich der Transportstrecke
nur von oben oder nur von unten analysiert werden können. Dann ist allerdings ein
zusätzlicher (beispielsweise manueller) Schritt erforderlich, in dem die Sendungen
allesamt so auf der Transportstrecke angeordnet werden, dass ihre Informationsträger
nach oben oder unten zeigen. Dies kann einen Teilschritt des Verbringens der Sendungen
auf die Transportstrecke darstellen.
[0054] Die zumindest eine der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, kann beispielsweise optisch detektiert werden. Beispielsweise
kann diese Information als besonders schnell und/oder robust zu detektierende Information
ausgestaltet sein, beispielsweise lediglich als ein Symbol oder ein Buchstabe. Die
Detektion kann dann beispielsweise deutlich schneller erfolgen als die Detektion/Erfassung
einer eventuell zusätzlich vorhandenen weiteren der zumindest einen Information, die
die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, und die zusammen mit den Daten
der Sendung in einem vordefinierten Datenformat, insbesondere einem Code (insbesondere
dem DataMatrix-Code), enthalten ist.
[0055] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform aller Aspekte der Erfindung wird das Erfassen
der Daten der Sendung von einer Person ausgelöst, die erkannt hat, dass die Sendung
mit zumindest einer der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, versehen ist. Die erfindungsgemäßen Vorrichtungen und das erfindungsgemäße
System können entsprechende Mittel zur Ermöglichung des Auslösens des Erfassens der
Daten der Sendung aufweisen. Aufgrund der Tatsache, dass die Sendung als von der Sortieranlage
nicht verarbeitbar klassifiziert ist, kann eine manuelle Sortierung der Sendung erforderlich
sein, bei der eine mit der Sortierung befasste Person ohnehin auf ein Etikett der
Sendung sehen muss, um Sortierungsparameter (insbesondere die Adresse des Empfängers)
zu erfassen. Es ist daher vorteilhaft, das Erfassen von Daten von zu verfolgenden
Sendungen in diesen Sortierprozess zu integrieren. Dadurch können Kosten für die Anschaffung
und Unterhaltung der in dem vorigen Ausführungsbeispiel beschriebenen Transportstrecke
mit integrierter Detektions- und Erfassungsvorrichtung sowie zusätzliche Arbeitsschritte
(insbesondere hinsichtlich der Sendungen, die nicht verfolgt werden sollen, aber dennoch
die Transportstrecke durchlaufen müssen) eingespart werden.
[0056] Das Erfassen der Daten der Sendung wird beispielsweise dadurch ausgelöst, dass eine
Person eine Vorrichtung, mit der die Daten der Sendung erfasst werden können, an die
Sendung annähert oder die Sendung an eine derartige Vorrichtung annähert und/oder
eine körperliche Handlung (beispielsweise mittels einer Geste, oder durch Betätigung
eines Bedienelements) vornimmt, die von einer Vorrichtung, mit der die Daten der Sendung
erfasst werden können, detektierbar ist. Die Vorrichtung kann beispielsweise ein Scanner
sein, der während des gesamten Sortiervorgangs aktiv ist, aber erst bei Annäherung
einer Sendung bzw. des Etiketts der Sendung Daten der Sendung erfasst, beispielsweise
weil er erst ab einem vordefinierten Mindestabstand Daten von der Sendung bzw. dem
Etikett erfassen kann.
[0057] Die zumindest eine der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, kann beispielsweise als mit oder ohne optische Hilfsmittel durch
eine Person wahrnehmbare (und insbesondere auswertbare) optische Kennzeichnung auf
der Sendung aufgebracht sein, so dass die Person in der Lage ist zu entscheiden, ob
es sich bei der Sendung um eine zu verfolgende Sendung handelt oder nicht. Da die
Person im Rahmen des Sortiervorgangs ohnehin die Adresse der Sendung optisch von der
Sendung oder einem Etikett der Sendung wahrnehmen muss, ist es vorteilhaft, auf der
Sendung oder auf dem Etikett der Sendung die zumindest eine Information, die die Sendung
als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, ebenfalls in optischer Form unterzubringen.
Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die Information durch die Person ohne Hilfsmittel
wahrnehmbar und auswertbar ist, da dann in einem Vorgang, insbesondere mit einem Blick,
sowohl die Adresse des Empfängers als auch die Information von der Person erfasst
werden kann.
[0058] Das Verfahren gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung kann beispielsweise ferner folgendes
umfassen: Ausgeben einer durch die Person wahrnehmbaren Indikation, dass die Sendung
mit zumindest einer der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, versehen ist, um die Person zu veranlassen, das Erfassen der
Daten der Sendung auszulösen, wobei die Indikation nur für Sendungen ausgegeben wird,
die mit zumindest einer der zumindest einen Information, die die jeweilige Sendung
als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, versehen sind. Die Indikation kann beispielsweise
optisch und/oder akustisch ausgegeben werden. Das Ausgeben der Indikation kann beispielsweise
in Reaktion auf eine Detektion, dass die Sendung zumindest eine der zumindest einen
Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, aufweist, erfolgen.
[0059] Die Indikation kann beispielsweise eine optische Indikation sein, die der Person
durch eine von der Person getragene Vorrichtung, insbesondere eine Brille oder einen
Handschuh, angezeigt wird.
[0060] Die optische Indikation kann insbesondere dazu führen, dass zumindest ein Teil der
Sendung, insbesondere zumindest eine der zumindest einen Information, die die Sendung
als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, bei Betrachtung durch die Person optisch
hervorgehoben wird, insbesondere durch Einfärbung und/oder Einrahmung. Die Einfärbung
und/oder Einrahmung wird dann beispielsweise in das Gesichtsfeld oder Blickfeld des
Nutzers eingeblendet und seiner normalen Wahrnehmung überlagert. Diese Technologie
ist in anderen Bereichen als Augmented Reality (AR) bekannt. Beispielsweise kann eine
zu verfolgende Sendung dann (z.B. unter Aussparung des Adressfelds, das die Person
gut lesen können muss, und ggf. der von der Person optisch wahrnehmbaren Information,
die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet) dann in einer Signalfarbe,
beispielsweise rot, eingefärbt werden, um der Person deutlich zu machen, dass die
Daten der Sendung erfasst werden müssen. Bei nicht zu verfolgenden Sendungen kann
beispielsweise keine optische Hervorhebung erfolgen.
[0061] Sowohl das Ausgeben der von der Person wahrnehmbaren Indikation also auch das Erfassen
der Daten der Sendung kann zumindest teilweise mit der gleichen Vorrichtung ausgeführt
werden, insbesondere mit einer Brille oder einem Handschuh.
[0062] Die oben beschriebenen, zunächst grundsätzlich für sich alleine stehenden Ausführungsformen
und beispielhaften Ausgestaltungen aller Aspekte der vorliegenden Erfindung sollen
auch in allen Kombinationen miteinander offenbart verstanden werden.
[0063] Weitere vorteilhafte beispielhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der folgenden
detaillierten Beschreibung einiger beispielhafter Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung, insbesondere in Verbindung mit den Figuren zu entnehmen. Die der Anmeldung
beiliegenden
[0064] Figuren sollen jedoch nur dem Zwecke der Verdeutlichung, nicht aber zur Bestimmung
des Schutzbereiches der Erfindung dienen. Die beiliegenden Zeichnungen sind nicht
notwendigerweise maßstabsgetreu und sollen lediglich das allgemeine Konzept der vorliegenden
Erfindung beispielhaft widerspiegeln. Insbesondere sollen Merkmale, die in den Figuren
enthalten sind, keineswegs als notwendiger Bestandteil der vorliegenden Erfindung
erachtet werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0065] Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform eines Systems gemäß
der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung einer Sendung, die gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung mit Information versehen ist, die die Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet,
- Fig. 3:
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer Vorrichtung
gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 4:
- ein Flussdiagramm einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens, das im Kontext
der vorliegenden Erfindung beispielsweise von der Erfassungseinheit 210 des Systems
der Fig. 1 ausgeführt werden kann;
- Fig. 5:
- ein Flussdiagramm einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens gemäß der
vorliegenden Erfindung, wie es beispielsweise von der Sendungsverfolgungssteuerung
32 des Systems der Fig. 1 ausgeführt wird;
- Fig. 6:
- ein Flussdiagramm einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens, das im Kontext
der vorliegenden Erfindung beispielsweise von dem Sortierer 221 des Systems der Fig.
1 ausgeführt werden kann;
- Fig. 7:
- ein Flussdiagramm einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens gemäß der
vorliegenden Erfindung, wie es beispielsweise bei einer automatisierten Erfassung
von Daten von Sendungen in der manuellen Sortierstation 22 des Systems der Fig. 1
ausgeführt wird; und
- Fig. 8:
- ein Flussdiagramm einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens gemäß der
vorliegenden Erfindung, wie es beispielsweise von der Erfassungseinheit 222 des Systems
der Fig. 1 ausgeführt wird.
Detaillierte Beschreibung einiger beispielhafter Ausführungsformen der Erfindung
[0066] Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform eines
Systems 1 gemäß der vorliegenden Erfindung. Das System 1 umfasst ein Sortierzentrum
2, eine Sendungsverfolgungseinheit 3, eine Station 4 eines Zustellbezirks, einen Zusteller
5, einen Netz 6, einen Computer 7 und eine Sendung 8 bzw. 8'. Die breiten, durchgezogenen
Pfeile symbolisieren dabei den Fluss einer Vielzahl von Sendungen durch die Zustellkette,
die hier beispielhaft lediglich das Sortierzentrum 2, die Zustellbezirksstation 4
und den Zusteller 5 umfasst. Die gestrichelten Pfeile symbolisieren den logischen
Fluss von Informationen ausgehend von unterschiedlichen Komponenten zur Sendungsverfolgungseinheit
3.
[0067] Das Sortierzentrum 2, das beispielsweise ein Briefzentrum sein kann, umfasst zunächst
eine Sortieranlage 21, von der allerdings auch mehrere im Sortierzentrum 2 vorgesehen
sein können.
[0068] Die Sortieranlage 21 ist zum automatischen Verarbeiten von Sendungen 8, insbesondere
Postkarten, Briefen, Großbriefen und Maxibriefen eingerichtet. Teil der Verarbeitung
ist insbesondere das Erfassen von Daten der Sendungen 8 durch die Erfassungseinheit
210, aber insbesondere auch das Sortieren der Sendungen 8, beispielsweise zumindest
beruhend auf Adressinformation 82 (siehe Fig. 2). Die Sendungen 8 können beispielsweise
nach Zustellbezirken sortiert werden und dann sortiert an Zustellbezirksstationen
4, von denen in Fig. 1 beispielhaft nur eine gezeigt ist, übermittelt werden (beispielsweise
mit Fahrzeugen).
[0069] Nicht alle Sendungen 8 können von der Sortieranlage 21 verarbeitet werden. Dies gilt,
wie bereits ausgeführt wurde, insbesondere für Sendungen 8 mit unregelmäßiger Oberflächenstruktur
und/oder für Sendungen 8, deren Dicke einen bestimmten Schwellwert überschreitet.
Deshalb wird zunächst in einer Klassifizierungsstation 20 des Sortierzentrums 2 eine
Klassifizierung von eingehenden Sendungen als "von der Sortieranlage verarbeitbar"
und "von der Sortieranlage nicht verarbeitbar" vorgenommen. Die Klassifizierungsstation
20 kann ebenfalls mehrfach vorhanden sein, beispielsweise kann eine Klassifizierungsstation
20 jeweils einer Sortieranlage 21 zugeordnet sein. Eine Klassifizierungsstation 20
kann beispielsweise durch eine oder mehrere Personen gebildet werden, die eingehende
Sendungen 8 nach ihrer Eignung für die Verarbeitung durch die Sortieranlage 21 klassifizieren
(beispielsweise durch visuelle Inspektion) und dann je nach Ergebnis der Klassifizierung
entweder der Sortieranlage 21 oder der manuellen Sortierstation 22 zuführen. Die Klassifizierung
der Sendungen 8 in der Klassifizierungsstation 20 kann allerdings auch automatisiert
erfolgen. Zusätzlich oder alternativ können Sendungen 8 allerdings auch bereits außerhalb
des Sortierzentrums als von der Sortieranlage 21 nicht verarbeitbar klassifiziert
worden sein und entsprechend getrennt von anderen Sendungen 8, die als von der Sortieranlage
21 als verarbeitbar klassifiziert wurden, an das Sortierzentrum 2 geliefert werden
(beispielsweise in getrennten Behältern). Es ist auch möglich, dass zumindest ein
Teil von Sendungen, die als von der Sortieranlage 21 verarbeitbar klassifiziert wurden,
von der Sortieranlage 21 nach Beginn der Verarbeitung (z.B. Sortierung) wieder ausgeschleust
werden, weil die Sortieranlage 21 oder eine Bedienperson der Sortieranlage 21 festgestellt
haben, dass diese Sendungen 8 sich doch nicht für die Verarbeitung durch die Sortieranlage
21 eignen.
[0070] In der manuellen Sortierstation 22 des Sortierzentrums werden diejenigen Sendungen,
die als von der Sortieranlage 21 nicht verarbeitbar eingestuft (oder von dieser ausgeschleust)
wurden, manuell von einer oder mehreren Sortierern 221 sortiert, insbesondere anhand
von Adressinformation 82 (siehe Fig. 2). Auch hier kann die Zielsetzung sein, die
Sendungen 8 nach Zustellbezirken zu sortieren. Dazu ist beispielsweise eine Sortierunterstützungsvorrichtung
220 vorgesehen. Die Sortierunterstützungsvorrichtung 220 kann beispielsweise eine
Halterung für eine Vielzahl von Behältern umfassen, wobei beispielsweise jeder der
Behälter einem bestimmten Zustellbezirk zugeordnet ist. Der Sortierer 221 kann dann
eine Sendung anhand der Adressinformation 82 der Sendung 8 dem richtigen Behälter
zuordnen und in diesen einlegen.
[0071] Die an der manuellen Sortierstation 22 sortierten Sendungen 8 bilden dann mit den
von der Sortieranlage 21 sortierten Sendungen 8 den Sendungs-Ausgangsstrom des Sortierzentrums
2 und werden an die Zustellbezirksstationen 4 ausgeliefert.
[0072] Um einen Sendungsverfolgungsservice für die Sendungen 8 anbieten zu können, werden
die Sendungen in Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung mit zumindest einer
Information versehen, die die Sendung 8 als zu verfolgende Sendung kennzeichnet.
[0073] Beispielsweise kann die Sendung 8 mit einer ersten Information versehen werden, die
die Sendung 8 als zu verfolgende Sendung kennzeichnet und von einer Person ohne Hilfsmittel
nicht erkannt oder ausgewertet werden kann. Eine derartige erste Information kann
z.B. in einem Barcode untergebracht sein, beispielsweise in dem in Fig. 2 dargestellten
2D-Barcode 80, der hier beispielhaft als DataMatrix-Code angenommen wurde. Anhand
dieser ersten Information kann beispielsweise die Erfassungseinheit 210 (oder eine
zusätzliche Detektionseinheit) der Sortieranlage 21 automatisch während der Sortierung
von Sendungen 8 erkennen, ob es sich bei einer von der Sortieranlage 8 verarbeiteten
Sendung um eine zu verfolgende Sendung handelt. Von der Erfassungseinheit 210 erfasste
Daten der Sendung 8 (insbesondere weitere Informationen aus dem 2D-Barcode 80, wie
z.B. eine Kennung der Sendung 8) können dann (insbesondere nur dann), ggf. mit weiteren
Daten, wie beispielsweise einem Zeitpunkt der Erfassung der Daten, einer Angabe über
den Ort der Erfassung der Daten und/oder einer Kennung des Sortierzentrums 2, der
Sortieranlage 21 und/oder der Erfassungseinheit 210, an die Sendungsverfolgungseinheit
3 übertragen und zur Erzeugung eines Sendungsverfolgungsereignisses genutzt werden.
Ein Beispiel für den Funktionsablauf an der Erfassungseinheit 210 wird nachfolgend
anhand des Flussdiagramms 400 der Fig. 4 noch genauer beschrieben.
[0074] Wie erläutert können allerdings nicht alle Sendungen 8 von der Sortieranlage 21 verarbeitet
werden, so dass ein Teil der Sendungen 8 an der manuellen Sortierstation 22 verarbeitet
(insbesondere sortiert) werden muss. Da im vorliegenden Ausführungsbeispiel die erste
Information, die eine Sendung 8 als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, von einer
Person ohne Hilfsmittel nicht auswertbar ist, ist der Sortierer 221 an der manuellen
Sortierstation 22 nicht in der Lage, schnell zu entscheiden, ob die Daten einer von
ihm zu verarbeiteten Sendung zu Zwecken der Sendungsverfolgung erfasst werden müssen
oder nicht. Daher ist die Sendung 8 im vorliegenden Ausführungsbeispiel zusätzlich
mit einer zweiten Information versehen, die die Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet und von einer Person ohne Hilfsmittel wahrnehmbar und/oder auswertbar
ist. Im Beispiel der Fig. 2 wird die zweite Information als ein auf die Sendung aufgedruckter
Buchstabe "H" repräsentiert. Der Sortierer 221 kann beim Sortieren von Sendungen 8
an der manuellen Sortierstation 22 dann unmittelbar entscheiden, ob er es jeweils
mit einer zu verfolgenden Sendung zu tun hat (Aufdruck "H" vorhanden) oder nicht (Aufdruck
"H" nicht vorhanden). Diese Wahl der Kennzeichnung von zu verfolgenden Sendungen 8
ist insbesondere deshalb vorteilhaft, weil der Sortierer 221 zumindest die Adressinformation
82 (siehe Fig. 2) jeder Sendung 8 ohnehin inspizieren muss, um die Sendung 8 sortieren
zu können. Der Sortierer 221 kann also im Wesentlichen gleichzeitig die Adressinformation
82 und die zweite Information 81 erkennen und den zusätzlichen Arbeitsschritt des
Auslösens des Erfassens der Daten einer zu verfolgenden Sendung 8 in den Sortierprozess
integrieren. Da das Erfassen der Daten einer Sendung jeweils eine gewisse Zeit in
Anspruch nimmt, werden vorteilhaft nur Daten von denjenigen Sendungen 8 erfasst, die
als zu verfolgende Sendungen 8 gekennzeichnet sind, also Sendungen 8, die die zweite
Information "H" aufweisen. Ein Beispiel für den durch den Sortierer 221 ausgeführten
Funktionsablauf wird nachfolgend anhand des Flussdiagramms 600 der Fig. 6 noch genauer
beschrieben. Das Flussdiagramm 800 der Fig. 8 erläutert darüber hinaus, wie der Sortierer
221 von der Erfassungseinheit 222 dabei unterstützt werden kann. Das Flussdiagramm
700 der Fig. 7 beschreibt eine alternative automatische Erfassung der Daten von zu
verfolgenden Sendungen 8, die den Sortierer 221 weiter entlasten kann.
[0075] In Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung wird das Erfassen der Daten von
zu verfolgenden Sendungen 8 durch den Sortierer 221 ausgelöst, beispielsweise indem
der Sortierer 221 die Entfernung zwischen einer Sendung 8 und einer Erfassungsstation
222 reduziert, die an der manuellen Sortierstation 22 vorgesehen ist. Beispielsweise
nähert der Sortierer 221 zum Auslösen der Erfassung der Daten einer Sendung 8 die
Sendung 8 an die Erfassungseinheit 222 an oder nähert die Erfassungseinheit 222 an
die Sendung 8 an. Die Erfassungseinheit 222 kann beispielsweise an der Sortierunterstützungsvorrichtung
220 befestigt sein oder vom Sortierer 221 zumindest zeitweise am Körper getragen werden,
beispielsweise als Brille oder Handschuh.
[0076] Die von der Erfassungseinheit 222 erfassten Daten der Sendung 8 können beispielsweise
denjenigen Daten entsprechen, die von der Erfassungseinheit 210 der Sortieranlage
21 erfasst werden, oder eine Untermenge davon. Beispielsweise können die von der Erfassungseinheit
222 erfassten Daten Informationen aus dem 2D-Barcode 80 umfassen, wie z.B. eine Kennung
der Sendung 8. Die von der Erfassungseinheit 222 erfassten Daten können dann, ggf.
mit weiteren Daten, wie beispielsweise einem Zeitpunkt der Erfassung der Daten, einer
Angabe über den Ort der Erfassung der Daten und/oder einer Kennung des Sortierzentrums
2, der Sortieranlage 21 und/oder der Erfassungseinheit 210, an die Sendungsverfolgungseinheit
3 übertragen und zur Erzeugung eines Sendungsverfolgungsereignisses genutzt werden.
[0077] Die Sendungsverfolgungseinheit 3 bildet einen weiteren Teil des Systems 1 der Fig.
1. Sie kann, wie gezeichnet, außerhalb des Sortierzentrums 2 angesiedelt sein, kann
aber ebenso auch einen Teil des Sortierzentrums 2 darstellen. Funktional umfasst die
Sendungsverfolgungseinheit 3 eine Sendungsverfolgungsdatenbank 31, in der Sendungsverfolgungsereignisse
zu unterschiedlichen Sendungen gespeichert werden. Ein Sendungsverfolgungsereignis
ist beispielsweise einer Sendung 8 zugeordnet und umfasst Informationen zu den Umständen
der Erfassung von Daten der Sendung 8, beispielsweise wann und/oder wo und/oder von
wem die Daten der Sendung 8 erfasst wurden. In einer einfachen Ausführungsform enthält
ein Sendungsverfolgungsereignis nur Information zu einem Zeitpunkt, an dem Daten einer
Sendung 8 erfasst wurden, oder nur eine Information, dass eine Zustellung der Sendung
8 erfolgt ist. Die Kennung einer Sendung 8, auf die sich ein Sendungsverfolgungsereignis
bezieht, kann in dem Sendungsverfolgungsereignis enthalten sein, oder anderweitig
mit dem Sendungsverfolgungsereignis assoziiert sein, um anhand der Kennung die Auffindbarkeit
des Sendungsverfolgungsereignisses zu ermöglichen. Mehrere Sendungsverfolgungsereignisse,
die sich auch die gleiche Sendung 8 beziehen, können in einem Datensatz gruppiert
sein, beispielsweise chronologisch geordnet.
[0078] Die Sendungsverfolgungssteuerung 32 der Sendungsverfolgungseinheit 3 steuert die
Erzeugung von Sendungsverfolgungsereignissen in der Sendungsverfolgungsdatenbank 31,
basierend auf erfassten Daten von Sendungen 8, wie sie von der Erfassungseinheit 210
und der Erfassungseinheit 222 erhalten werden, von Informationen, die von einer Leitwarte
23 des Sortierzentrums 2 oder einer Leitwarte 41 der Zustellbezirksstation 4 erhalten
werden und von Informationen, die von einem mobilen Gerät 50 des Zustellers 5 (beispielsweise
einem Handscanner oder Smartphone) erhalten werden. Die Sendungsverfolgungssteuerung
32 kann insbesondere anhand der von den Erfassungseinheiten 210 und 222 erfassten
Daten von Sendungen terminierte (also erst zu einem bestimmten Zeitpunkt auszuführende)
Aufträge zur Erzeugung von Sendungsverfolgungsereignissen generieren, diese Aufträge
zum richtigen Zeitpunkt ausführen und - falls aufgrund weiterer, insbesondere von
den Leitwarten 23 und/oder 41 und/oder dem mobilen Gerät des Zustellers 50 erhaltener
Informationen erforderlich - diese Aufträge ändern oder löschen. Durch diese Vorgehensweise,
die nachfolgend unter Bezugnahme auf das Flussdiagramm 500 der Fig. 5 noch genauer
erläutert wird, ist es u.a. möglich, Sendungsverfolgungsereignisse betreffend die
Zustellung von Sendungen 8 beim jeweiligen Sendungsempfänger zu erzeugen, ohne dass
im Zeitpunkt der Zustellung einer Sendung 8 beim jeweiligen Sendungsempfänger Daten
der Sendung 8 erfasst werden müssten (beispielsweise durch den Zusteller 5). Die Erfassung
der Daten einer Sendung 8 im Zustellungszeitpunkt wird durch die Erfassung der Daten
der Sendung 8 im Sortierzentrum 2 ersetzt und die Erzeugung des die Zustellung betreffenden
Sendungsverfolgungsereignisses entsprechend der gemessenen oder geschätzten üblichen
Zustelldauer einer Sendung 8 nach Erfassung ihrer Daten im Sortierzentrum 2 verzögert.
Abweichungen von dieser üblichen Zustelldauer werden der Sendungsverfolgungssteuerung
32 explizit mitgeteilt (von den Leitwarten 23 und/oder 41 und/oder dem mobilen Gerät
50 des Zustellers 5), so dass diese die Erzeugung der Sendungsverfolgungsereignisse
der jeweils betroffenen Sendungen 8 entsprechend anpassen kann.
[0079] Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung erlauben es also, sowohl das Entscheiden,
ob Daten einer zuzustellenden Sendung 8 erfasst werden müssen als auch das Auslösen
des Erfassens der Daten der Sendung selbst vom Zusteller 5 weg hin zum Sortierzentrum
2 zu verlagern, wo dies für die von der Sortieranlage 21 verarbeitbaren Sendungen
automatisch vorgenommen wird und für die verbleibenden, von der Sortieranlage 21 nicht
verarbeitbaren Sendungen von Sortierern 221 vorgenommen wird. Für die von der Sortieranlage
21 verarbeiteten Sendungen 8 entfällt also die manuelle Bearbeitung vollständig, während
für die anzahlmäßig geringeren Sendungen 8, die nicht von der Sortieranlage 21 verarbeitbar
sind, das Entscheiden und das Auslösen des Erfassens der Daten effizient in den ohnehin
erforderlichen manuellen Sortierprozess an der manuellen Sortierstation 22 integriert
werden kann. Der Grad des mit der Sendungsverfolgung verbundenen manuellen Bearbeitungsaufwands
wird mithin gegenüber der naheliegenden Lösung, die Sendungsverfolgung durch Erfassen
der Daten der Sendung durch den Zusteller bei der Zustellung (also insbesondere der
Übergabe der Sendung 8 an den Sendungsempfänger oder dem Einlegen in dessen Postfach)
vorzunehmen, erheblich reduziert. Der mit der Erzeugung und Übermittlung der (seltenen)
Information über Abweichungen vom normalen Zustellprozess von den Leitwarten 23 und/oder
41 und/oder dem Zusteller 5 an die Sendungsverfolgungssteuerung 32 ist demgegenüber
vernachlässigbar.
[0080] Durch die Sendungsverfolgung wird es möglich, dass ein Nutzer mit seinem Computer
7 über das Netz 6, das beispielsweise das Internet (oder auch ein Intranet) sein kann,
auf die Sendungsverfolgungsdatenbank 31 zuzugreifen. Der Zugriff auf die Sendungsverfolgungsdatenbank
31 wird beispielsweise durch die Sendungsverfolgungssteuerung 32 moderiert, oder durch
eine gesonderte Einheit (in Fig. 1 nicht dargestellt). Beispielsweise kann sich ein
Nutzer des Sendungsverfolgungsservice, beispielsweise der Versender einer oder mehrerer
Sendungen 8 oder der Empfänger einer Sendung 8, unter Angabe einer Kennung der Sendung
über den aktuellen Zustellungsstatus einer Sendung 8 informieren, indem er - beispielsweise
über eine Website - auf die Daten der Sendungsverfolgungsdatenbank 31 zugreift. Beispielsweise
werden ihm dann das aktuellste oder alle Sendungsverfolgungsereignisse betreffend
diese Sendung 8 angezeigt. Alternativ kann sich der Nutzer auch aktiv über neu in
die Sendungsverfolgungsdatenbank 31 aufgenommene Sendungsverfolgungsereignisse informieren
lassen, beispielsweise per Email- oder SMS-Benachrichtigung, um nur ein paar Beispiele
zu nennen. Der Nutzer kann beispielsweise auch Informationen zu mehreren Sendungen
gesammelt erhalten. Beispielsweise kann einem Nutzer, insbesondere ein Nutzer, der
eine Vielzahl von Sendungen zur Zustellung aufgegeben hat, und für diese Sendungen
ein Soll-Zustellungsdatum, zu dem die Sendungen spätestens zugestellt worden sein
sollen, vorgegeben hat, eine Liste der Sendungen bereitgestellt werden, die das Soll-Zustellungsdatum
überschritten haben. Dies kann es dem Nutzer, der beispielsweise einen Händler repräsentiert,
ermöglichen, seinerseits die Empfänger dieser Sendungen (Käufer) über die verspätete
Zustellung zu informieren (beispielsweise über ein eigenes Sendungsverfolgungsportal,
oder mittels aktiver Benachrichtigung per Email, SMS, etc.).
[0081] Im zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde beispielhaft davon ausgegangen,
dass eine erste und eine zweite Information vorhanden sind, die eine Sendung 8 als
zu verfolgende Sendung kennzeichnen. Alternativ kann auch nur eine Information verwendet
werden, die eine Sendung 8 als zu verfolgende Sendung kennzeichnet. Dabei kann es
sich vorteilhaft um eine Information handeln, die sowohl von der Erfassungseinheit
210 als auch von dem Sortierer 221 rasch erkannt werden kann. Ein Beispiel für eine
derartige Information sind ein oder mehrere auf die Sendung (oder ein Etikett der
Sendung) aufgedruckte Symbole, z.B. das in Fig. 2 beispielhaft dargestellte Symbol
81. Ein Symbol (z.B. ein Buchstabe oder eine Zahl) kann sowohl von Maschinen als auch
von Menschen zügig erkannt werden und erlaubt mithin eine rasche Entscheidung, ob
es sich bei einer Sendung 8 um eine zu verfolgende Sendung handelt oder nicht.
[0082] Fig. 2 ist eine schematische Darstellung einer Sendung 8, die gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung mit Information 80, 81 versehen ist, die die Sendung 8
als zu verfolgende Sendung kennzeichnet. Die Sendung 8 weist ferner Adressinformation
82 auf, die beispielsweise zum Sortieren der Sendung in der Sortieranlage 21 und/oder
der manuellen Sortierstation 22 verwendet werden kann. Im Ausführungsbeispiel der
Fig. 2 sind zwei Informationen vorhanden, die die Sendung 8 als zu verfolgende Sendung
kennzeichnen: Einmal innerhalb des 2D-Barcodes 80 (erste Information), und einmal
in Form eines aufgedruckten Symbols 81 (zweite Information), hier beispielhaft "H".
Diese Informationen können optisch erfasst werden, beispielsweise mit einem Scanner
mit Funktionalität zur Barcode-Decodierung (erste Information) und Symbolerkennung
(Optical Character Recognition, OCR) (zweite Information). Eine oder beide dieser
Informationen, insbesondere die erste Information, können allerdings auch anderweitig
repräsentiert sein, beispielsweise in Form von mittels Funk erfassbarer Information,
beispielsweise als auf einem Speicher, insbesondere einem RFID- oder NFC-Chip gespeicherten
Informationen.
[0083] Der in Fig. 2 gezeigte beispielhafte 2D-Barcode 80 kann beispielsweise ein DataMatrix-Code
sein (alternative Ausführungsformen sind beispielsweise ein QR-Code oder ein eindimensionaler
Bar-Code). Ein Beispiel für den Inhalt eines solchen DataMatrix-Codes wird nachfolgend
wiedergegeben, er umfasst 42 Bytes in hexadezimaler Darstellung (jedes Byte umfasst
zwei hexadezimale Symbole aus dem Alphabet {0-F}):
Gesamtstring: 44 45 41 12 20 01 2C B6 B0 4100 B9 6B 17 00 94 00 00 02 03 22 B8 00
A9 31 31 39 39 38 32 35 30 30 31 00 00 00 00 00 00 00 00
| Bedeutung |
Position im String |
Inhalt String |
| Postunternehmen: DEA |
Bytes f1-f3 |
44 45 41 |
| Frankierart: 18 = DV-Freimachung, Version 1.3 |
Byte f4 |
12 |
| Version Produkte/Preise: 32 |
Byte f5 |
20 |
| Kundennummer: 5045137473 |
Bytes f6-f10 |
01 2C B6 B0 41 |
| Frankierwert: 1,85 |
Bytes f11-f12 |
00 B9 |
| Einlieferungsdatum: 01.10.2015 |
Bytes f13-f14 |
6B 17 |
| Produktschlüssel: 148 = Großbrief; Zusatzleistung/Variante: Zustellnachweis |
Bytes f15-f16 |
0094 |
| laufende Sendungsnummer: 00000002 |
Bytes f17-f19 |
00 00 02 |
| Teilnahmenummer: 03 |
Byte f20 |
03 |
| Entgeltabrechnungsnummer: 8888 |
Bytes f21-f22 |
22 B8 |
| Ankündigung Inhalt Datenelement: 0 |
Byte f23 |
00 |
| Kodierung/Längenbyte: 101 01001 |
Byte f24 |
A9 |
| Kundenindividuelle Informationen: Kundenindividuelle Informationen in ASCII: 1199825001 |
Bytes f25-f42 |
31 31 39 39 38 32 35 30 30 31 00 00 00 00 00 00 00 00 |
[0084] Darin bezeichnen die Bytes f15-f16 den Produktschlüssel und die Zusatzleistung/Variante.
Im vorliegenden Beispiel nehmen die Bytes f15-f16 den Wert "00 94" an, was in dezimaler
Darstellung der Zahl 148 entspricht und als die Information "Großbrief mit Zustellnachweis"
interpretiert wird. Die Bytes f15-f16 mit dem Wert "00 94" stellen mithin ein Beispiel
für die erste Information, die die Sendung als eine zu verfolgende Sendung kennzeichnen,
dar.
[0085] Die Bytes f25-f42 beinhalten kundenindividuelle Informationen, die als ASCII-Zeichen
interpretiert, der Ziffernfolge "1199825001" entsprechen (die Nullen in den Bytes
f35-f42 wurden dabei nicht berücksichtigt). Diese Ziffernfolge stellt ein Beispiel
für eine Kennung der Sendung dar, die beispielsweise bei der Erfassung von Daten der
Sendung erfasst und bei der Erzeugung eines Sendungsverfolgungsereignisses für die
Sendung verwendet werden kann. Beispielsweise kann die Kennung in dem erzeugten Sendungsverfolgungsereignis
enthalten sein (beispielsweise zusammen mit einem Zeitpunkt der Erfassung der Daten
und/oder einer Information über den Ort der Erfassung und/oder die Station der Erfassung)
oder mit dem Sendungsverfolgungsereignis assoziiert sein.
[0086] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind also sowohl die Daten, die bei zu verfolgenden
Sendungen zu erfassen sind (insbesondere die Kennung der Sendung, Bytes f25-f42) als
auch die erste Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet
(Bytes f15-f16) in dem gleichen Datensatz/Code enthalten und können mithin gemeinsam
erfasst werden, nämlich durch die Erfassungseinheit 210 der Sortierstation 21. Es
ist also zur Bereitstellung des Sendungsverfolgungsservice zumindest für die durch
die Sortieranlage 21 verarbeitbaren Sendungen 8 vorteilhaft keine zusätzliche Erfassungsvorrichtung
erforderlich, da die in einer herkömmlichen Sortieranlage 21 bereits vorhandene Erfassungsvorrichtung
210 zu diesem Zweck verwendet und lediglich die entsprechende Auswertung der Information
in den Bytes f15-f16 und f25-f42 und - falls erforderlich - deren Übertragung an die
Sendungsverfolgungseinheit 3 (ggf. zusammen mit Zeitstempel- und Orts/Stationsinformation)
sichergestellt werden muss.
[0087] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer
Vorrichtung 30, die im Kontext der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden kann.
[0088] Die Vorrichtung 30 kann beispielsweise die Erfassungseinheit 210 der Sortieranlage
21 der Fig. 1 repräsentieren (und dann beispielsweise das Verfahren des Flussdiagramms
400 der Fig. 4 ausführen), oder die Sendungsverfolgungssteuerung 32 der Fig. 1 repräsentieren
(und dann beispielsweise das Verfahren des Flussdiagramms 500 der Fig. 5 ausführen),
oder eine Vorrichtung (beispielsweise die Erfassungseinheit 222 der manuellen Sortierstation
22 der Fig. 1) zur automatischen Erfassung der Daten von zu verfolgenden, als nicht
von der Sortieranlage 21 verarbeitbar klassifizierten Sendungen repräsentieren (und
dann beispielsweise das Verfahren des Flussdiagramms 700 der Fig. 7 ausführen), oder
die Erfassungseinheit 222 der manuellen Sortierstation 22 der Fig. 1 repräsentieren
(und dann beispielsweise das Verfahren des Flussdiagramms 800 der Fig. 8 ausführen).
[0089] Vorrichtung 30 umfasst einen Prozessor 300 mit zugeordnetem Arbeitsspeicher 301 und
Programmspeicher 302. Der Prozessor 300 führt beispielsweise Programmanweisungen aus,
die im Programmspeicher 302 gespeichert sind. Die Programmanweisungen führen das Verfahren
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung aus und/oder steuern dieses. Damit enthält der
Programmspeicher 302 ein Computerprogramm nach dem fünften Aspekt der Erfindung und
stellt ein Computerprogrammprodukt zu dessen Speicherung dar. Vorrichtung 30 stellt
ein Beispiel einer Vorrichtung gemäß dem zweiten oder dritten Aspekt der Erfindung
dar.
[0090] Der Programmspeicher 302 kann beispielsweise ein persistenter Speicher, wie beispielsweise
ein Read-Only-Memory (ROM)-Speicher sein. Der Programmspeicher 302 kann beispielsweise
fest mit dem Prozessor 300 verbunden sein, kann aber alternativ auch lösbar mit dem
Prozessor 300 verbunden sein, beispielsweise als Speicherkarte, Diskette oder optisches
Datenträgermedium (z.B. eine CD oder DVD). In dem Programmspeicher 302, oder in einem
separaten Speicher, können auch weitere Informationen abgespeichert sein.
[0091] Der Arbeitsspeicher 301 wird beispielsweise zur Speicherung temporärer Ergebnisse
während der Abarbeitung der Programmanweisungen genutzt, es handelt sich hierbei beispielsweise
um einen flüchtigen Speicher, wie beispielsweise einen Random-Access-Memory (RAM)-Speicher.
[0092] Der Prozessor 300 ist ferner operativ mit einer Kommunikationsschnittstelle 303 verbunden,
mit der beispielsweise ein Informationsaustausch mit anderen Vorrichtungen möglich
ist (siehe die gestrichelten Pfeile in Fig. 1).
[0093] Die Vorrichtung 30 kann auch weitere Komponenten enthalten. Falls Vorrichtung 30
die Erfassungseinheit 210 oder 222 repräsentiert, ist insbesondere ein Erfassungsmittel
zur Erfassung von Daten einer Sendung 8 vorhanden, das beispielsweise zur optischen
Erfassung (z.B. in Form eines Scanners (z.B. eines Barcode-Scanners)) oder zur funkbasierten
Erfassung (z.B. in Form eines Funkempfängers (z.B. eines RFID- oder NFC-Lesegeräts))
der Daten der Sendung 8 eingerichtet ist und mit Prozessor 300 operativ verbunden
ist.
[0094] Falls Vorrichtung 30 die Erfassungseinheit 222 repräsentiert, können mit dem Prozessor
300 operativ verbundene Mittel zum Erkennen, dass der Sortierer 221 das Erfassen der
Daten einer Sendung 8 auslösen möchte, vorhanden sein. Diese Mittel können beispielsweise
zum Erkennen von vordefinierten Aktionen des Sortierers 221 eingerichtet sein, mit
denen das Erfassen der Daten einer Sendung ausgelöst werden soll, beispielsweise die
Betätigung eines Knopfes, oder die Vornahme einer Geste (beispielsweise eine Kopf-
oder Augenbewegung, oder das Heranführen einer Sendung in die Nähe des Erfassungsmittels).
Diese Mittel können allerdings auch Teil der Erfassungsmittel sein.
[0095] Falls Vorrichtung 30 die Erfassungseinheit 222 repräsentiert, kann in Ausführungsbeispielen
der Erfindung (vgl. dazu die Fig. 7 oder die Fig. 8), in denen eine zu verfolgende
Sendung 8 mit erster und davon verschiedener zweiter Information versehen ist (wie
es beispielsweise in der Ausführungsform der Fig. 2 der Fall ist), die die Sendung
8 als zu verfolgende Sendung kennzeichnen, zusätzlich zu den Erfassungsmitteln ein
mit dem Prozessor 300 operativ verbundenes Detektionsmittel (z.B. ein optischer Detektor
mit Symbolerkennung, falls es sich bei der zweiten Information um optische Information
handelt) zur Detektion, dass die Sendung 8 zumindest mit der zweiten Information versehen
ist, in der Vorrichtung 30 vorhanden sein. Erfassungsmittel und Detektionsmittel können
dabei beispielsweise zumindest eine Komponente (beispielsweise einen optischen Sensor,
falls sowohl die erste Information als auch die zweite Information optisch erfassbar
sind) gemeinsam nutzen. Alternativ können die Erfassungsmittel und die Detektionsmittel
durch ein gemeinsames Modul gebildet werden (beispielsweise einen optischen Detektor,
der beispielsweise Barcodes lesen und Symbole erkennen kann).
[0096] Falls die Vorrichtung 30 die Erfassungseinheit 222 repräsentiert, kann in Ausführungsbeispielen
der Erfindung (vgl. dazu die Fig. 8) ferner ein Anzeigemittel vorgesehen sein, das
zum optischen Hervorheben von Information, die eine Sendung 8 als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, eingerichtet ist und mit Prozessor 300 operativ verbunden ist. Die Anzeigemittel
können beispielsweise als Brille mit darin befindlicher Anzeigevorrichtung ausgebildet
sein, beispielsweise in Form einer Augmented-Reality-Brille. Beispielsweise wird die
Hervorhebung dann in ein Blickfeld des Sortierers 221, der die Brille trägt, eingeblendet
und überlagert sich zumindest teilweise einer Sendung 8, die der Sortierer 221 gerade
vor sich (insbesondere in seiner Hand) hat. In eine derartige Brille können beispielsweise
auch die Erfassungsmittel und/oder die Detektionsmittel integriert sein.
[0097] Fig. 4 stellt ein Flussdiagramm 400 einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens
dar, das im Kontext der vorliegenden Erfindung ausgeführt werden kann. Das Verfahren
wird beispielsweise von der Erfassungseinheit 210 der Sortieranlage 21 der Fig. 1
ausgeführt, die beispielsweise als Vorrichtung 30 der Fig. 3 ausgebildet sein kann.
[0098] In einem ersten Schritt 401 werden Daten einer (von der Sortieranlage 21 verarbeitbaren)
Sendung 8 und - falls vorhanden - zumindest eine Information (insbesondere die erste
Information), die die Sendung 8 als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, erfasst.
Wie bereits beschrieben können die Daten der Sendung 8 und die Information in einem
gemeinsamen Datensatz, insbesondere einem 2D-Barcode, auf der Sendung aufgedruckt
sein.
[0099] In einem Schritt 402 wird dann festgestellt, ob die Information, die die Sendung
als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, vorhanden ist. Wenn dies der Fall ist, wird
im Schritt 403 zumindest ein Teil der erfassten Daten (oder auch alle erfassten Daten)
an die Sendungsverfolgungseinheit 3 übertragen, insbesondere um dort das Erzeugen
eines Sendungsverfolgungsereignisses zu ermöglichen oder zu bewirken. Anschließend,
oder wenn das Feststellen im Schritt 402 negativ ausgefallen ist, wird in Schritt
404 geprüft, ob weitere Sendungen 8 vorhanden sind. Wenn dies der Fall ist, springt
das Flussdiagramm 400 zurück zu Schritt 401. Anderenfalls endet die Verarbeitung.
[0100] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel werden also von allen Sendungen Daten erfasst,
unabhängig davon, ob es sich um zu verfolgende Sendungen handelt oder nicht. Allerdings
werden nur für die zu verfolgenden Sendungen Daten an die Sendungsverfolgungseinheit
3 übermittelt.
[0101] Fig. 6 stellt ein Flussdiagramm 600 einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens
dar, das von einem Sortierer 221 an der manuellen Sortierstation 22 im Kontext der
vorliegenden Erfindung ausgeführt werden kann.
[0102] Im Schritt 601 betrachtet der Sortierer 221 eine Sendung 8, bei der es sich um eine
als von der Sortieranlage 21 nicht verarbeitbar klassifizierte Sendung handelt. Beispielsweise
entnimmt der Sortierer 221 dazu die Sendung einem Behälter, in dem derartig klassifizierte
Sendungen zuvor gesammelt wurden.
[0103] Im Schritt 602 prüft der Sortierer 221, ob die Sendung mit einer Information versehen
wurde, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet. Vorteilhaft handelt
es sich bei dieser Information um eine Information, die von dem Sortierer ohne Hilfsmittel
wahrnehmbar und auswertbar ist, wie beispielsweise ein aufgedrucktes Symbol 81, wie
es in Fig. 2 beispielhaft gezeigt ist.
[0104] Wenn der Sortierer 221 feststellt, dass derartige Information vorhanden ist, löst
er in Schritt 603 das Erfassen der Daten der Sendung durch die Erfassungseinheit 222
aus, beispielsweise durch eine vorbestimmte Aktion, beispielsweise durch Betätigen
eines Bedienelements oder durch Annähern der Sendung bzw. eines Etiketts der Sendung
an die Erfassungseinheit 222, insbesondere an ein Erfassungsmittel der Erfassungseinheit
222. Falls festgestellt wird, dass keine derartige Information vorhanden ist, wird
der Schritt 603 übersprungen.
[0105] Im Schritt 604 wird die Sendung 8 dann sortiert, unabhängig davon, ob es sich um
eine zu verfolgende Sendung handelt oder nicht.
[0106] Im Schritt 605 prüft der Sortierer 221, ob weitere Sendungen 8 vorhanden sind. Wenn
dies der Fall ist, wird im Schritt 601 die nächste Sendung 8 verarbeitet. Anderenfalls
stellt der Sortierer 221 die Tätigkeit ein.
[0107] Fig. 8 stellt ein Flussdiagramm 800 einer beispielhaften Ausführungsform eines Verfahrens
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung dar, das von der Erfassungseinheit 222 der manuellen
Sortierstation 21 ausgeführt wird, die beispielsweise als die Vorrichtung 30 der Fig.
3 ausgebildet sein kann. Die Erfassungseinheit 222 wartet dabei nicht nur auf das
Auslösen des Erfassens durch den Sortierer 221, sondern unterstützt den Sortierer
221 bei der Erkennung, ob es sich bei einer Sendung 8 um eine zu verfolgende Sendung
handelt oder nicht.
[0108] Dazu wird im Schritt 801 zunächst geprüft, ob eine Sendung 8, die der Sortierer 221
beispielsweise gerade vor sich hat (z.B. auf einem Förderband, oder in der Hand des
Sortierers 221), mit zumindest einer Information versehen ist, die die Sendung als
zu verfolgende Sendung kennzeichnet. Bei der Information kann es sich um eine durch
den Sortierer 221 auch ohne Hilfsmittel wahrnehmbare und/oder auswertbare Information
handeln, oder alternativ um eine Information, die von dem Sortierer 221 ohne Hilfsmittel
nicht wahrnehmbar und/oder auswertbar ist.
[0109] Im Schritt 802 wird abhängig vom Ergebnis des Prüfens die weitere Vorgehensweise
bestimmt. Wenn die Sendung 8 mit einer Information versehen ist, die die Sendung 8
als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, wird der Schritt 803 ausgeführt. Anderenfalls
springt die Verarbeitung zu Schritt 807.
[0110] Im Schritt 803 wird die Information, die die Sendung 8 als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, oder zumindest ein Teil der Sendung 8 hervorgehoben. Die Hervorhebung
der Information findet beispielsweise dann statt, wenn es sich bei der Information
um eine durch den Sortierer 221 optisch ohne Hilfsmittel wahrnehmbare und auswertbare
Information handelt (beispielsweise die erste Information 81 der Fig. 2). Zumindest
ein Teil der Sendung wird beispielsweise hervorgehoben, wenn es sich bei der Information
um von dem Sortierer 221 nicht ohne Hilfsmittel wahrnehmbare und/oder auswertbare
Information handelt.
[0111] Die Hervorhebung kann beispielsweise optisch durch Umrahmung oder Einfärbung der
Information oder zumindest des Teils der Sendung erfolgen. Beispielsweise kann die
Hervorhebung mittels Augmented-Reality erfolgen, indem die Hervorhebungen einer realen
Szene, die der Sortierer 221 sieht, überlagert werden. Der Sortierer 221 kann die
reale Szene dabei beispielsweise durch eine transparente oder nicht-transparente Vorrichtung
betrachten. Im ersten Fall ist die Vorrichtung beispielsweise eine transparente Brille,
die die Hervorhebungen in das Gesichtsfeld oder Blickfeld des Sortierers 221 projiziert.
Im letzteren Fall umfasst die Vorrichtung mindestens einen Monitor, mittels dem dem
Sortierer 221 sowohl die reale Szene als auch die Hervorhebung angezeigt wird. Der
oder die Monitore können dabei ähnlich wie ein Helm oder eine Brille von Sortierer
221 am Kopf getragen werden.
[0112] Im Schritt 804 wird dann geprüft, ob eine Handlung des Sortierers 221 (beispielsweise
die Betätigung eines Bedienelements, etc.) zum Auslösens des Erfassens der Daten der
Sendung 8 erfolgt ist. Wenn dies der Fall ist, werden die Daten der Sendung 8 im Schritt
805 erfasst und zumindest ein Teil dieser Daten dann im Schritt 806 an die Sendungsverfolgungseinheit
3 übertragen, insbesondere um dort das Erzeugen eines Sendungsverfolgungserzeugnisses
zu ermöglichen oder zu bewirken. Anderenfalls werden die Schritte 805 und 806 übersprungen.
[0113] Gemäß Schritt 807 wird bei Vorhandensein weiterer Sendungen die Verarbeitung der
nächsten Sendung im Schritt 801 begonnen. Anderenfalls endet das Verfahren.
[0114] Durch das vorliegende Ausführungsbeispiel wird der Sortierer 221 bei der Prüfung,
ob es sich bei einer Sendung 8 um eine zu verfolgende Sendung handelt (deren Daten
dann erfasst werden müssen) oder nicht, unterstützt, in dem bei zu verfolgenden Sendungen
eine optische Hervorhebung erfolgt. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass zu
verfolgende Sendungen vom Sortierer 221 nicht erkannt werden, deutlich. Beispielsweise
können lediglich zu verfolgende Sendungen optisch hervorgehoben werden, beispielsweise
durch rote Einfärbung. Der Sortierer 221 weiß dann, dass er lediglich bei rot eingefärbten
Sendungen neben der Sortierung zusätzlich das Erfassen der Daten der Sendung auslösen
muss.
[0115] Eine weitere Entlastung des Sortierers 221 kann erfolgen, indem der Prozess der Erkennung
der zu verfolgenden Sendungen und des Auslösens der Erfassung der Daten von zu verfolgenden
Sendungen automatisiert wird. Der Sortierer 221 ist dann beispielsweise nur für die
Sortierung der an der manuellen Sortierstation 22 auflaufenden Sendungen zuständig.
[0116] Dazu zeigt die Fig. 7 ein Flussdiagramm 700 einer beispielhaften Ausführungsform
eines Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung, das von der Erfassungseinheit
222 der manuellen Sortierstation 21 ausgeführt wird, die beispielsweise als die Vorrichtung
30 der Fig. 3 ausgebildet sein kann. Die Erfassungseinheit 222 ist in der vorliegenden
Ausführungsform beispielsweise an einer Transportstrecke angeordnet, auf der die als
von der Sortieranlage 21 nicht verarbeitbar klassifizierten Sendungen 8 transportiert
werden. Beispielsweise werden diese Sendungen 8 von dem Sortierer 221 aus einem Behälter
auf die Transportstrecke gelegt (beispielsweise mit einer bestimmten, die Erfassung
der Daten der Sendung ermöglichenden oder zumindest erleichternden Orientierung, beispielsweise
mit dem Etikett nach oben oder unten). Die Transportgeschwindigkeit der Transportstrecke
kann beispielsweise davon abhängig sein, ob gerade die Daten einer Sendung erfasst
werden oder nicht.
[0117] Für die Sendungen 8 wird dann im Schritt 701 geprüft, ob die Sendung mit zumindest
einer Information versehen ist, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet.
Es kann hier lediglich eine Information vorhanden sein, die die Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, beispielsweise die gleiche Information, die auch von der Erfassungseinheit
210 der Sortieranlage 21 automatisch erfassbar ist. Dabei kann es sich beispielsweise
um Information in einem Barcode (z.B. einem 2D-Barcode wie dem DataMatrix-Code) handeln,
alternativ aber auch um eine funkbasiert auslesbare Information.
[0118] Abhängig vom Ergebnis der Prüfung wird im Schritt 702 des Flussdiagramms 700 unterschiedlich
verzweigt: Bei Abwesenheit der Information wird zum Schritt 705 gesprungen. Bei Vorhandensein
der Information kann in einem optionalen Schritt eine Erfassung der Daten der Sendung
durchgeführt werden, insbesondere dann, wenn die Daten nicht bereits im Rahmen der
Prüfung des Schritts 701 erfasst wurden. Wenn die Information beispielsweise zusammen
mit den Daten der Sendung 8 in einem Datensatz/Code enthalten ist, liegen diese Daten
der Sendung nach der Prüfung im Schritt 701 in der Regel bereits vor und müssen dann
nicht erneut erfasst werden. Die Durchführung beider Schritte 701 und 703 ist sinnvoll,
wenn die Information, die eine Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, nicht
zusammen mit den Daten der Sendung erfasst werden kann oder wenn mehrere Informationen,
die die Sendung als zu verfolgenden Sendungen kennzeichnen, vorhanden sind. In letzterem
Fall wird dann im Schritt 701 die Prüfung bevorzugt beruhend auf derjenigen Information
durchgeführt, die schneller zu erfassen und auszuwerten ist, da der Schritt 701 im
Gegensatz zu Schritt 703 für alle Sendungen, die als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert wurden, durchgeführt werden muss und daher besonders zeitkritisch ist.
[0119] Im Schritt 704 wird zumindest ein Teil der erfassten Daten der Sendung an die Sendungsverfolgungseinheit
3 übertragen, insbesondere um dort das Erzeugen eines Sendungsverfolgungserzeugnisses
zu ermöglichen oder zu bewirken.
[0120] Gemäß Schritt 705 wird bei Vorhandensein weiterer Sendungen die Verarbeitung der
nächsten Sendung im Schritt 701 begonnen. Anderenfalls endet das Verfahren.
[0121] Nach dem Schritt 701 oder, falls dieser ausgeführt wird, dem Schritt 703 kann die
jeweilige Sendung dann dem manuellen Sortierprozess zugeführt werden. Im Unterschied
zur Verarbeitung in der Sortieranlage 21 werden die Sendungen 8 in der vorliegenden
Ausführungsform also nicht automatisch sortiert.
[0122] Unabhängig davon, ob die Erfassung von Daten einer zu verfolgenden Sendungen 8 durch
die Erfassungseinheit 210 der Sortieranlage 21 oder die Erfassungseinheit 222 der
manuellen Sortierstation 22 ausgeführt wurde, werden die erfassten Daten an die Sendungsverfolgungseinheit
3 übertragen. Diese Übertragung kann zumindest abschnittsweise drahtlos erfolgen,
kann aber auch auf drahtgebundener Übertragung beruhen. Aus Sicht der Sendungsverfolgungseinheit
3 macht es beispielsweise keinen Unterschied, von welcher Erfassungseinheit die Daten
erfasst wurden. Allerdings ist es möglich, dass die mit den erfassten Daten übermittelten
Informationen Aufschluss darüber geben, an welcher Station und/oder von welcher Erfassungseinheit
die Daten erfasst wurden.
[0123] Fig. 5 zeigt dazu ein Flussdiagramm 500 einer beispielhaften Ausführungsform eines
Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung, das von der Sendungsverfolgungssteuerung
32 der Sendungsverfolgungseinheit 3 ausgeführt wird, die beispielsweise als die Vorrichtung
30 der Fig. 3 ausgebildet sein kann.
[0124] Im Schritt 501 wird geprüft, ob Daten einer Sendung erhalten wurden. Bei den Daten
der Sendung kann es sich insbesondere um die von einer Erfassungseinheit 210/222 der
Fig. 1 erfassten Daten oder zumindest eine Untermenge davon handeln. Die Daten der
Sendung können beispielsweise zumindest eine Kennung der Sendung enthalten. Zusätzlich
(und insbesondere zusammen) mit den Daten der Sendung können weitere (insbesondere
von den Erfassungseinheiten gelieferte) Informationen betreffend das Erfassen der
Daten der Sendung von der Sendungsverfolgungssteuerung 32 erhalten werden, beispielsweise
Informationen über einen Zeitpunkt des Erfassens der Daten und/oder über einen Ort
des Erfassens der Daten.
[0125] Wenn Daten einer Sendung erhalten wurden, werden die Schritte 502-503 ausgeführt,
anderenfalls wird zum Schritt 504 gesprungen.
[0126] Im Schritt 502 wird ein Zeitpunkt bestimmt, zu dem ein Sendungsverfolgungsereignis
in der Sendungsverfolgungsdatenbank 31 erzeugt werden soll, insbesondere nach einer
vordefinierten Regel. Dieser Zeitpunkt kann beispielsweise basierend auf Informationen
zu dem Zeitpunkt des Erfassens der Daten und/oder dem Ort des Erfassens der Daten
bestimmt werden (beispielsweise kann anstelle eines übermittelten Zeitpunkt des Erfassens
der Daten ein Zeitpunkt des Erhaltens der Daten der Sendung von den Erfassungseinheiten
210/222 herangezogen werden). Wenn beispielsweise die Daten einer Sendung erhalten
werden, die um 22:05 Uhr an einer Erfassungseinheit 201/222 des Sortierzentrums 2
erfasst wurden oder um 22:05 Uhr an der Sendungsverfolgungssteuerung erhalten wurden,
kann beispielsweise aufgrund einer bekannten (beispielsweise regelmäßig überprüften/gemessenen)
üblichen verbleibenden Zustelldauer nach Passierung der Erfassungseinheit durch eine
Sendung davon ausgegangen werden, dass für diese Sendung mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit bis 18:00 Uhr am Nachfolgetag die Zustellung erfolgt ist. Als Zeitpunkt
für die Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses betreffend diese Sendung wird
dann also 18:00 Uhr des Nachfolgetags bestimmt.
[0127] Der Ort des Erfassens der Daten kann insoweit eine Rolle für die Bestimmung des Zeitpunkts,
zu dem ein Sendungsverfolgungsereignis erzeugt werden soll, spielen, als dass erhaltene
Daten von Sendungen aus Sortierzentren, die in der Zustellkette an unterschiedlichen
Positionen angesiedelt sind, entsprechend zu unterschiedlich verzögerten Sendungsverfolgungsereignissen
führen sollen. Die Erfassung von Daten einer Sendung in einem Sortierzentrum am Anfang
der Zustellkette würde beispielsweise zu einem stärker verzögerten Sendungsverfolgungsereignis
führen als die Erfassung von Daten einer Sendung in einem Sortierzentrum am Ende der
Zustellkette. Wenn die Sendungsverfolgungssteuerung 32 Sendungsverfolgungsereignisse
für Sendungen 8 erzeugt, deren Daten in einer Vielzahl von Sortierzentren mit insbesondere
jeweils unterschiedlichen Bearbeitungszeiten von Sendungen erfasst werden, ist es
vorteilhaft, bei der Bestimmung des Zeitpunkts, zu dem ein Sendungsverfolgungsereignis
erzeugt werden soll, zu berücksichtigen, an welchem Sortierzentrum oder zumindest
an welcher Art von Sortierzentrum die Daten einer Sendung erhalten wurden. Für die
jeweiligen Sortierzentren oder Arten von Sortierzentrum (beispielsweise unterschieden
nach Grüße des Sortierzentrums) kann beispielsweise an der Sendungsverfolgungssteuerung
32 jeweils Information hinterlegt sein, mit welcher verbleibenden Zustelldauer für
das jeweilige Sortierzentrum oder die jeweilige Art von Sortierzentrum nach Erfassung
der Daten einer Sendung zu rechnen ist. Diese Information kann dann bei der Bestimmung
des Zeitpunkts im Schritt 502 herangezogen werden.
[0128] Im Schritt 503 wird dann ein terminierter Auftrag zur Erzeugung eines Sendungsverfolgungsereignisses
an dem im Schritt 502 bestimmten Zeitpunkt bestimmt. Dieser Auftrag wird also erst
dann ausgeführt, wenn der im Schritt 502 bestimmte Zeitpunkt erreicht wird (und zwischenzeitlich
keine der Ausführung des Auftrags entgegenstehende Information von der Sendungsverfolgungssteuerung
32 erhalten wird, wie nachfolgend noch genauer ausgeführt wird). Der Auftrag kann
beispielsweise bereits die zur Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses erforderlichen
Informationen enthalten (beispielsweise eine Kennung der Sendung, der im Schritt 502
bestimmte Zeitpunkt und/oder ein Ort, auf den sich das Sendungsverfolgungsereignis
beziehen soll, z.B. die Zustelladresse oder die Adresse eines Postfachs).
[0129] Im Schritt 504 wird geprüft, ob Information zu einer nicht zustellbaren Sendung erhalten
wurde. Derartige Information wird beispielsweise von einem mobilen Gerät 50 eines
Zustellers 5 auf Veranlassung des Zustellers 5 generiert, der eine Sendung 8' nicht
zustellen konnte, beispielsweise weil die Adresse der Sendung 8' falsch ist (beispielsweise,
weil der Empfänger weggezogen oder verstorben ist, oder weil die Adresse so viele
Fehler enthält, dass sie keinem Empfänger zugeordnet werden kann). In diesem Fall
erfasst der Zusteller beispielsweise mit dem mobilen Gerät 50 Daten der Sendung (beispielsweise
eine Kennung der Sendung). Die erfassten Daten werden dann, beispielsweise angereichert
mit weiteren Informationen (beispielsweise über den Grund, warum die Sendung nicht
zugestellt werden konnte), an die Sendungsverfolgungssteuerung 32 übertragen.
[0130] Es sei angemerkt, dass diese Übertragung von Information vom mobilen Gerät 50 des
Zustellers zur Sendungsverfolgungssteuerung 32, wie sie in Fig. 1 gezeigt ist, logisch
zu verstehen ist, und tatsächlich eine andere Route nehmen kann. Beispielsweise kann
die Information über die nicht zustellbare Sendung vom mobilen Gerät des Zustellers
zunächst an eine andere Entität, beispielsweise die Leitwarte 41 der Zustellbezirksstation
4 des Zustellers, übertragen und von dort an die Sendungsverfolgungssteuerung 32 übertragen
werden. Die Information über die nicht zustellbare Sendung kann insbesondere nur dann
an die Sendungsverfolgungssteuerung 32 übertragen werden, wenn eine Prüfung, beispielsweise
durch die Entität oder durch eine andere Einheit, ergeben hat, dass es sich bei der
nicht zustellbaren Sendung um eine zu verfolgende Sendung handelt. Anderenfalls wäre
die Information über die nicht zustellbare Sendung für die Sendungsverfolgungssteuerung
überflüssig.
[0131] Wenn im Schritt 504 Information zu einer nicht zustellbaren Sendung erhalten wird,
wird im Schritt 505 der bereits existierende, im Schritt 503 erzeugte terminierte
Auftrag zur Erzeugung eines Sendungsverfolgungsereignisses für diese nicht zustellbare
Sendung gelöscht, da nicht mehr von einer Zustellung mit der üblichen Zustelldauer
gerechnet werden kann. Anderenfalls springt das Flussdiagramm zu Schritt 506.
[0132] Im Schritt 506 wird geprüft, ob Information zu Zustellungsverzögerungen erhalten
wurde. Diese Information kann jegliche Information darstellen, die eine Verlängerung
der üblichen verbleibenden Dauer ab der Erfassung der Daten einer Sendung im Sortierzentrum
bis zur erfolgten Zustellung bedingen kann. Dazu zählen beispielsweise Verarbeitungsrückstände
in Sortierzentren oder Zustellbezirken, widrige Witterungsverhältnisse, die die Zustellung
durch die Zusteller verhindern oder verlangsamen, Streiks u.v.m.. Die Information
zu Zustellungsverzögerungen können beispielsweise von der Leitwarte 23 des Sortierzentrums
2 oder der Leitwarte 41 der Zustellbezirksstation 4 geliefert werden, insbesondere
ausgelöst durch jeweiliges verantwortliches Personal. Alternativ kann die Information
zu Zustellungsverzögerungen auch aus anderen Quellen stammen.
[0133] Wenn Informationen zu Zustellungsverzögerungen erhalten wurden, werden im Schritt
507 die von den Zustellungsverzögerungen betroffenen Sendungen bestimmt. Beispielsweise
betrifft ein Verarbeitungsrückstand in einem Zustellbezirk nur die Sendungen dieses
Zustellbezirks, während widrige Witterungsverhältnisse oder Streiks Sendungen aus
mehreren Zustellbezirken betreffen können. Bei der in Schritt 507 durchgeführten Bestimmung
werden beispielsweise nur diejenigen Sendungen berücksichtigt, die zu verfolgende
Sendungen darstellen und/oder für die noch aktive terminierte Aufträge zur Erzeugung
von Sendungsverfolgungsereignissen existieren.
[0134] Im Schritt 508 werden die terminierten Aufträge zur Erzeugung von Sendungsverfolgungsereignissen
für diejenigen Sendungen, die in Schritt 507 bestimmt wurden, geändert, insbesondere
der Zeitpunkt der Ausführung der jeweiligen Aufträge entsprechend der erwarteten Verzögerung
in die Zukunft verschoben. Der Umfang der Verschiebung kann von der Art der Zustellungsverzögerung
und/oder von an die Sendungsverfolgungssteuerung 32 gelieferter Information über das
erwartete Ausmaß der Verzögerung (z.B. in Tagen).
[0135] Im Schritt 509 wird geprüft, ob für einen der in Schritt 503 erzeugten oder in Schritt
508 geänderten terminierten Aufträge der Zeitpunkt zur Ausführung des Auftrags erreicht
wurde. Wenn dies nicht der Fall ist, springt das Flussdiagramm 500 zum Schritt 512.
Anderenfalls wird im Schritt 510 ein Sendungsverfolgungsereignis in der Sendungsverfolgungsdatenbank
31 erzeugt. Ab diesem Zeitpunkt ist das Sendungsverfolgungsereignis beispielsweise
durch den Computer 7 in der Sendungsverfolgungsdatenbank 31 abrufbar. Das erzeugte
Sendungsverfolgungsereignis umfasst beispielsweise die Kennung der Sendung oder ist
mit dieser assoziiert. Das erzeugte Sendungsverfolgungsereignis kann ferner den Zeitpunkt
der Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses umfassen. Dieser Zeitpunkt kann beispielsweise
als Zeitpunkt des Sendungsverfolgungsereignisses (also als der Zeitpunkt, an dem die
Sendungsverfolgung vermeintlich stattfand, beispielsweise also als Zeitpunkt des Zustellungsereignisses)
ausgewiesen sein. Das erzeugte Sendungsverfolgungsereignis kann zusätzlich oder alternativ
die Zustelladresse (auch in Form der Adresse eines Postfachs bei Zustellung in ein
Postfach) enthalten. Diese Adresse kann beispielsweise als Ort des Sendungsverfolgungsereignisses
(also als der Ort, an dem die Sendungsverfolgung vermeintlich stattfand) ausgewiesen
sein.
[0136] In einem optionalen Schritt 511 wird mit der Erzeugung des Sendungsverfolgungsereignisses
auch eine Benachrichtigung (z.B. per Email, Fax, SMS, MMS, WhatsApp, etc.) über das
neue Sendungsverfolgungsereignis ausgelöst, beispielsweise an den Computer 7 (oder
ein anderes Gerät, dessen Adresse der Sendungsverfolgungssteuerung bekannt ist, beispielsweise
ein (mobiles) Telefon eines Nutzers des Sendungsverfolgungsservice).
[0137] Im Schritt 512 wird schließlich geprüft, ob das Verfahren des Flussdiagramms 500
abgebrochen werden soll. Wenn dies der Fall ist, wird das Verfahren abgebrochen. Anderenfalls
springt die Verarbeitung zurück zum Schritt 501 und beginnt von neuem. Es sei angemerkt,
dass die Abfragen der Schritte 501, 504, 506 und 509 und die ihnen jeweils nachgeordneten
Aktionen 502-503, 505., 507-508 und 510-511 nicht notwendigerweise sequentiell abgearbeitet
werden müssen, sondern gleichzeitig in parallelen Threads geprüft/abgearbeitet werden
können.
[0138] Schließlich werden folgende beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung offenbart:
- 1. Ausführungsform:
Verfahren, umfassend:
- Erfassen von Daten einer Sendung oder Erhalten von erfassten Daten einer Sendung,
wobei die Sendung mit zumindest einer Information versehen ist, die die Sendung als
zu verfolgende Sendung kennzeichnet, und als von einer Sortieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert wurde, und wobei die Sortieranlage eingerichtet ist, jeweilige Daten
von von ihr verarbeiteten Sendungen und, falls die verarbeiteten Sendungen jeweils
mit zumindest einer Information versehen sind, die die verarbeiteten Sendungen jeweils
als zu verfolgende Sendungen kennzeichnet, jeweils zumindest eine dieser zumindest
einen Information automatisch zu erfassen; und
- Erzeugen zumindest eines Sendungsverfolgungsereignisses betreffend die Sendung in
einer Sendungsverfolgungsdatenbank zumindest basierend auf den erfassten Daten o-der
Ausgeben der erfassten Daten zum Erzeugen eines derartigen Sendungsverfol-gungsereignisses.
- 2. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 1, wobei das Sendungsverfolgungsereignis erst an einem
zweiten Zeitpunkt erzeugt wird, der nach einem ersten Zeitpunkt liegt, zu dem die
Daten der Sendung erfasst oder die erfassten Daten erhalten werden, wobei der zweite
Zeitpunkt nach einer vorbestimmten Regel, insbesondere zumindest in Abhän-gigkeit
des ersten Zeitpunkts, bestimmt wird.
- 3. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 2, wobei das Sendungsverfolgungsereignis ein Zustel-lereignis
ist, das die Zustellung der Sendung kennzeichnet, und wobei der zweite Zeit-punkt
unter Berücksichtigung einer zuvor bestimmten oder geschätzten üblichen Zeit-dauer
zwischen dem Erfassen der Daten der Sendung oder dem Erhalten der erfassten Daten
der Sendung und deren Zustellung bestimmt wird.
- 4. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 3, wobei im Falle der erfolgreichen Zustellung der
Sendung kein weiteres, die erfolgte Zustellung betreffendes Sendungsverfolgungsereig-nis
in der Sendungsverfolgungsdatenbank erzeugt wird.
- 5. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-4, ferner umfassend:
- Erfassen von Daten einer weiteren Sendung oder Erhalten von erfassten Daten einer
weiteren Sendung, wobei die weitere Sendung mit zumindest einer Information ver-sehen
wurde, die die weitere Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, und die als
von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert wurde,
- Erhalten einer Information, aus der hervorgeht, dass eine Zustellung der weiteren
Sendung an den Empfänger der Sendung fehlgeschlagen ist oder dass sich die Zustel-lung
der weiteren Sendung an den Empfänger der weiteren Sendung verzögern wird, wobei aufgrund
der erhaltenen Information entweder kein Sendungsverfolgungser-eignis betreffend die
weitere Sendung, das auf den erfassten Daten beruht, in der Sen-dungsverfolgungsdatenbank
erzeugt wird oder lediglich unter Berücksichtigung der erhaltenen Information ein
Sendungsverfolgungsereignis betreffend die weitere Sen-dung in der Sendungsverfolgungsdatenbank
erzeugt wird.
- 6. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-5, wobei die Sendung während eines Sortierprozesses
von der Sortieranlage ausgeschleust und dadurch als von der Sor-tieranlage nicht verarbeitbar
klassifiziert wurde.
- 7. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-5, wobei die Sendung im Rahmen ei-ner
manuellen Vorsortierung als von der Sortieranlage nicht verarbeitbar klassifiziert
wurde.
- 8. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-7, wobei die Daten der Sendung op-tisch
und/oder funkbasiert von einem mit der Sendung verbundenen oder zumindest teilweise
durch diese gebildeten Informationsträger erfasst werden.
- 9. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 8, wobei zumindest eine der zumindest einen In-formation,
die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, zusammen mit den Daten der
Sendung auf oder in dem Informationsträger vorhanden ist.
- 10. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 9, wobei die Daten der Sendung und die zumindest eine
der zumindest einen Information in Form eines Codes, insbesondere eines 2D-Barcodes,
auf einem mit der Sendung verbundenen Etikett oder der Sendung selbst aufgedruckt
sind.
- 11. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 10, wobei eine weitere der zumindest einen Infor-mation,
die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, nicht in dem Code enthalten,
aber dennoch auf dem Informationsträger oder einem anderen Informati-onsträger, der
mit der Sendung verbunden ist oder zumindest teilweise durch diese gebildet wird,
aufgedruckt ist.
- 12. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-11, wobei zumindest eine der zumin-dest
einen Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, auf oder
in einem mit der Sendung verbundenen Informationsträger vorhanden ist.
- 13. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-12, ferner umfassend:
- Detektieren, dass die Sendung mit zumindest einer der zumindest einen Information
versehen ist, die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, wobei das Erfassen
der Daten der Sendung in Reaktion auf das Detektieren, dass die Sendung mit der zumindest
einen der zumindest einen Information versehen ist, die die Sendung als zu verfolgende
Sendung kennzeichnet, erfolgt, und wobei für eine andere, als von der Sortieranlage
nicht verarbeitbar klassifizierte Sen-dung, für die trotz Prüfung, ob sie mit zumindest
einer Information versehen ist, die die andere Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, nicht detektiert wurde, dass sie mit einer derartigen Information versehen
ist, kein Erfassen der Daten der anderen Sendung stattfindet.
- 14. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-13, wobei das Erfassen der Daten der
Sendung von einer Person ausgelöst wird, die erkannt hat, dass die Sendung mit zu-mindest
einer der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, versehen ist.
- 15. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 14, wobei das Erfassen der Daten der Sendung dadurch
ausgelöst wird, dass eine Person eine Vorrichtung, mit der die Daten der Sen-dung
erfasst werden können, an die Sendung annähert oder die Sendung an eine der-artige
Vorrichtung annähert und/oder eine körperliche Handlung vornimmt, die von einer Vorrichtung,
mit der die Daten der Sendung erfasst werden können, detektierbar ist.
- 16. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 14-15, wobei die zumindest eine der zumindest einen Information, die die Sendung
als zu verfolgende Sendung kennzeich-net, als mit oder ohne optische Hilfsmittel durch
eine Person wahrnehmbare optische Kennzeichnung auf der Sendung aufgebracht ist, so
dass die Person in der Lage ist zu entscheiden, ob es sich bei der Sendung um eine
zu verfolgende Sendung handelt oder nicht.
- 17. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 14-16, ferner umfassend:
- Ausgeben einer durch die Person wahrnehmbaren Indikation, dass die Sendung mit zumindest
einer der zumindest einen Information, die die Sendung als zu verfolgende Sendung
kennzeichnet, versehen ist, um die Person zu veranlassen, das Erfassen der Daten der
Sendung auszulösen, wobei die Indikation nur für Sendungen ausgegeben wird, die mit
zumindest einer der zumindest einen Information, die die jeweilige Sen-dung als zu
verfolgende Sendung kennzeichnet, versehen sind.
- 18. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 17, wobei die Indikation eine optische Indikation ist,die
der Person durch eine von der Person getragene Vorrichtung, insbesondere eine Brille
oder ein Handschuh, angezeigt wird.
- 19. Ausführungsform:
Verfahren nach Ausführungsform 18, wobei die optische Indikation dazu führt, dass
zumindest ein Teil der Sendung, insbesondere zumindest eine der zumindest einen In-formation,
die die Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, bei Betrachtung durch die
Person optisch hervorgehoben wird, insbesondere durch Einfärbung und/oder Einrahmung.
- 20. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 17-19, wobei sowohl das Ausgeben der von
der Person wahrnehmbaren Indikation also auch das Erfassen der Daten der Sen- dung
zumindest teilweise mit der gleichen Vorrichtung ausgeführt wird, insbesondere mit
einer Brille oder einem Handschuh.
- 21. Ausführungsform:
Verfahren nach einer der Ausführungsformen 1-20, ferner umfassend:
- Erzeugen eines Sendungsverfolgungsereignisses betreffend eine von der Sortieranlage
verarbeitete Sendung, deren Daten und deren zumindest eine Information, die die verarbeitete
Sendung als zu verfolgende Sendung kennzeichnet, automatisch erfasst wurden.
- 22. Ausführungsform:
Vorrichtung eingerichtet zur Ausführung und/oder Steuerung des Verfahrens nach einer
der Ausführungsformen 1-21 oder umfassend jeweilige Mittel zur Ausführung und/oder
Steuerung der Schritte des Verfahrens nach einer der Ausführungsformen 1-21.
- 23. Ausführungsform:
System, umfassend eine oder mehrere Vorrichtungen, die eingerichtet sind zur Ausführung
und/oder Steuerung des Verfahrens nach einer der Ausführungsformen 1-21 oder Mittel
zur Ausführung und/oder Steuerung der Schritte des Verfahrens nach einer der Ausführungsformen
1-21 aufweisen.
- 24. Ausführungsform:
Computerprogramm, umfassend Programmanweisungen, die einen Prozessor zur Ausführung
und/oder Steuerung des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1-21 veranlassen,
wenn das Computerprogramm auf dem Prozessor läuft.
[0139] Die in dieser Spezifikation beschriebenen beispielhaften Ausführungsformen / Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung sollen sowohl einzeln als auch in allen Kombinationen miteinander
offenbart verstanden werden. Insbesondere soll auch die Beschreibung eines von einer
Ausführungsform umfassten Merkmals - sofern nicht explizit gegenteilig erklärt - vorliegend
nicht so verstanden werden, dass das Merkmal für die Funktion des Ausführungsbeispiels
unerlässlich oder wesentlich ist. Die Abfolge der in dieser Spezifikation geschilderten
Verfahrensschritte in den einzelnen Ablaufdiagrammen ist nicht zwingend, alternative
Abfolgen der Verfahrensschritte sind denkbar. Die Verfahrensschritte können auf verschiedene
Art und Weise implementiert werden, so ist eine Implementierung in Software (durch
Programmanweisungen), Hardware oder eine Kombination von beidem zur Implementierung
der Verfahrensschritte denkbar. In den Patentansprüchen verwendete Begriffe wie "umfassen",
"aufweisen", "beinhalten", "enthalten" und dergleichen schließen weitere Elemente
oder Schritte nicht aus. Unter die Formulierung "zumindest teilweise" fallen sowohl
der Fall "teilweise" als auch der Fall "vollständig". Die Formulierung "und/oder"
soll dahingehend verstanden werden, dass sowohl die Alternative als auch die Kombination
offenbart sein soll, also "A und/oder B" bedeutet "(A) oder (B) oder (A und B)". Eine
Mehrzahl von Einheiten, Personen oder dergleichen bedeutet im Zusammenhang dieser
Spezifikation mehrere Einheiten, Personen oder dergleichen. Die Verwendung des unbestimmten
Artikels schließt eine Mehrzahl nicht aus. Eine einzelne Einrichtung kann die Funktionen
mehrerer in den Patentansprüchen genannten Einheiten bzw. Einrichtungen ausführen.
In den Patentansprüchen angegebene Bezugszeichen sind nicht als Beschränkungen der
eingesetzten Mittel und Schritte anzusehen.