[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Handarbeitsgerät zur Herstellung einer mechanischen
Verbindung oder zur Bearbeitung eines Werkstückes und ein Verfahren zu dessen Betrieb.
Stand der Technik
[0002] Handarbeitsgeräte zur Herstellung einer mechanischen Verbindung oder zur Bearbeitung
eines Werkstückes sind in Form von entsprechenden Werkzeugen wie Schraubwerkzeuge,
Schleifwerkzeuge und dergleichen bekannt. Derartige Werkzeuge umfassen in der Regel
eine sogenannte Benutzerschnittstelle, mittels derer ein Benutzer das Gerät konfigurieren
kann und Rückmeldungen des Gerätes entgegennehmen kann, üblicherweise mittels eines
vom Gerät umfassten Anzeigemittels, wofür der Blickkontakt des Benutzers zum Gerät
erforderlich ist. Einfachere und preiswertere Geräte können auch mit ganz einfachen
Benutzerschnittstellen wie Tasten und Leuchtanzeigen auskommen. Nachteilig kann dies
sein, wenn der Benutzer den Blickkontakt zum Gerät aufgrund der auszuführenden Arbeitsgänge
nicht mehr aufrecht erhalten kann oder schlichtweg vergisst regelmäßig auf die Benutzerschnittstelle
zu schauen, weil er in seine Arbeit vertieft ist.
[0003] Wünschenswert ist es, dass der Benutzer eines solchen Gerätes auch ohne unmittelbaren
Blickkontakt eine seinen individuellen Bedürfnissen gerecht werdende Geräterückmeldung
erhält, welche ihn auch bei der Inbetriebnahme oder Fehlersuche am Gerät unterstützt.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Erfindungsgemäß wird ein Handarbeitsgerät und ein Verfahren zum Betrieb eines Handarbeitsgerätes
vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche sowie
der nachfolgenden Beschreibung.
[0005] Das Handarbeitsgerät dient zur Herstellung einer mechanischen Verbindung oder zur
Bearbeitung eines Werkstückes. Es kann beispielsweise zum Schrauben, Nieten, Stanzen,
Schweißen oder dergleichen vorgesehen sein, um insbesondere mehrere Werkstücke miteinander
zu verbinden. Es kann jedoch auch zum Bohren, Fräsen, Schleifen, und dergleichen vorgesehen
sein, um insbesondere ein Werkstück zu bearbeiten. Prinzipiell ist die erfindungsgemäße
Lösung bei alle Geräten anwendbar, welche eine haptisch wahrnehmmbare Rückmeldung
für einen Benutzer bereitstellen sollen, vorzugsweise wenn der Benutzer Körperkontakt
zum Gerät hat.
[0006] Das Gerät umfasst ein Gerätegehäuse und das Gerätegehäuse wiederum umfasst mehrere
Gerätemodule. Das Gerät ist derart realisiert, dass es als kompaktes und in sich abgeschlossenes
Gerät leicht in der Hand zu halten ist und leicht transportiert werden kann. Je nachdem
um welches Gerät es sich handelt, können unterschiedliche Gerätemodule umfasst sein.
Ein Schraubwerkzeug umfasst beispielsweise einen Abtrieb, welcher eine Drehbewegung
ausführt, ein Nietgerät umfasst beispielsweise einen Abtrieb, welcher eine Zugbewegung
ausführt. In beiden Beispielen ist ein Antrieb (z.B. Elektromotor) als zusätzliches
Gerätemodul umfasst, mittels welchem der Abtrieb antreibbar ist. Bei den Gerätemodulen
handelt es sich daher um gerätespezifische Funktionseinheiten, mittels welcher die
Gerätefunktionen realisiert sind. Die erfindungsgemäße Lösung ist für Geräte unterschiedlichster
Kategorien anwendbar.
[0007] Das Gerätegehäuse umfasst eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von für ein Gerätemodul
charakterischen Eigenschaften, die insbesondere auch während des Gerätebetriebs auftreten.
Unter charakterischen Eigenschaften werden Eigenschaften eines Gerätemoduls verstanden,
welche vorzugsweise auch während des Betriebs messtechnisch mittels einer geeigneten
Sensorik oder einer elektronischen Schaltung erfassbar sind. Die Eigenschaften sind
daher modulspezifisch und können von Gerätemodul zu Gerätemodul variieren. Bei einem
Antrieb beispielsweise kann die Drehzahl, das Drehmoment, der Strom oder die Temperatur
im Betrieb gemessen und zur Charakterisierung des gegenwärtigen Zustandes dieses Gerätemoduls
verwendet werden. Bei einem Abtrieb kann beispielsweise eine im Betrieb messtechnisch
erfasste Zugkraft oder Klemmkraft dieses Gerätemoduls zur Charakterisierung eines
gegenwärtigen Modulzustandes verwendet werden. Mittels einer Zuweisungseinrichtung
sind einzelne oder alle Gerätemodule, vorzugsweise mittels eines Zuweisungssoftwareprogramms,
einer Rückmeldeeinrichtung zuordenbar. Die Rückmeldeeinrichtung ist in der Lage ein
Rückmeldesignal für den Gerätebenutzer zu erzeugen, welches er als körperliche Empfindung
wahrnehmen kann, insbesondere wenn dieser das Gerät in seiner Hand hält.
Vorteile der Erfindung
[0008] Es ist somit eine modulspezifische Rückmeldung an einen Benutzer unter Berücksichtigung
der charakterischen Eigenschaft eines Gerätemoduls realisierbar, weil ein beliebiges
Gerätemodul der Rückmeldeeinrichtung zuordenbar ist.
[0009] Ein der Rückmeldeeinrichtung zugerodnetes Gerätemodul kann mittels der erfindungsgemäßen
Lösung während das Gerät in Betrieb ist und insbesondere auch während der Herstellung
einer Verbindung oder während der Bearbeitung eines Werkstückes selbsttätig eine Rückmeldung
an den Benutzer durchführen und somit dem Benutzer aktuelle Informationen zum Arbeitsprozess
übermitteln. Hierbei kann es sich um unkritische Informationen handeln, aber auch
um Warnungen oder um kritische Fehlerzustände, welche möglicherweise zeitnah zu einem
Geräteausfall führen werden, was auch eine Unterbrechung des Arbeitsprozesses nach
sich ziehen würde. Mittels der erfindungsgemäßen Lösung können die Zustände einzelner
ausgewählter Gerätemodule auch während des Betriebs des Gerätes selbsttätig vom Gerät
protokolliert werden, indem eine modulspezifische Zuordenbarkeit zu einer Rückmeldeeinrichtung
vorgesehen ist. Bevorzugt ist alternativ oder zusätzlich auch auch eine modulspezifische
Zuordenbarkeit zu einer Protokollier einrichtung, welche vorzugsweise ebenfalls vom
Gerät umfasst ist, realisierbar, welche parallel oder unabhängig von der Rückmeldeeinrichtung
betreibbar ist. Bevorzugt ist vorgesehen, das die Protokolliereinrichtung ausschließlich
dann die modulspefischen charakteristischen eigenschaften protokolliert, wenn auch
die Rückmeldeeinrichtung ein Rückmeldung generiert. Ganz besonders bevorzugt kann
der Benutzer selbst vorsehen, wann protokolliert wird, beispielsweise ausschließlich
bei Fehlern oder schon bei Warnungen oder etwa schon bei rein informativen Benutzerhinweisen.
Auch geräteinterne Zustände sind protokollierbar, so dass bei einem Geräteausfall
die Fehlersuche erleichtert wird. Hierdurch wird später nachvollziehbar, was genau
während des Betriebs des Gerätes geschehen ist und welches Gerätemodul welche Kategrorie
von Rückmeldungen (Information, Warnung, Fehler, geräteinterne Abläufe) an einen Benutzer
mittels der Rückmeldeeinrichtung übermittelt hat.
[0010] Ein Benutzer kann mittels der Erfindung eine vollwertige Rückmeldung vom Gerät konfigurieren,
ohne dass ein Blickkontakt zum Gerät erforderlich ist, sobald die Rückmeldung erfolgt.
Das Gerät muss nicht zwingend ein Display umfassen, was Kosten spart. Besonders bei
Arbeiten innerhalb schwer zugänglicher Kontsruktionen, wie beispielsweise einer Automobilkarosserie,
erhält der Benutzer ein benutzerspezifisch programmierbares Feedback von seinem Handarbeitsgerät
ohne Blickkontakt.
[0011] Bevorzugt ist auch eine Benutzerverwaltungseinrichtung und/oder eine Benutzeridentifikationseinrichtung
umfasst, wobei vorgesehen ist, dass nach einer erfolgten Benutzeridentifikation eine
bereits definierte benutzerspezifische Zuordnung selbsttätig vom Grät wieder bereitgestellt
wird, nachdem sich ein Benutzer am Gerät mittels der Benutzeridentifikationseinrichtung
identifiziert hat. Dies hat den Vorteil, dass eine benutzerspezifische Zuordnung realisierbar
ist, welche mittels einer geräteinternen Referenz auf eine in der Benutzerverwaltungseinrichtung
abgelegten Benutzerkennung jederzeit wieder herstellbar ist. Die Benuterverwaltungseinrichtung
ist vorzugsweise vom Gerätegehäuse umfasst, alternativ oder zusätzlich ist eine Benutzerverwaltungseinrichtung
auch außerhalb des Gerätes vorgesehen, wobei das Gerät auch vorgesehen ist mit einer
solchen externen Benutzerverwaltungseinrichtung zu kommunizieren und Daten auszutauschen.
Die Benutzeridentifikationseinrichtung ist bevorzugt vom Gerätegehäuse umfasst oder
am Gerätegehäuse für den Benutzer zugänglich angeordnet.
[0012] Besonders bevorzugt ist das Gerät derart realisiert, dass am Gerät eine Veilzahl
von Rückmeldemethoden auswählbar sind, beispielsweise ein Rückmeldesignal in Form
von Vibrationen oder in Form von elektrischen Impulsen, die für den Benutzer ungefährlich
sind, oder sonstige haptisch wahrnehmbare Methoden, welche vorzugsweise benutzerspezifisch
in der zuvor genannten Benutzerverwaltungseinrichtung benutzerspezifisch abspeicherbar
sind. Jeder Benutzer hat seine eigenen Wahrnehmungsschwellen, so dass jeder Benutzer
die Rückmeldemethoden für sich passend konfigurieren kann und bei erneutem Anmelden
am Gerät erneut zur Verfügung hat. Ein Benutzer der weniger auf Vibrationen reagiert,
wählt die elektrischen Impulse, oder umgekehrt. Als Rückmeldemethode ist insbesondere
ein sich widerholendes Ereignis vorgesehen, mit einer Frequenz und einer Amplitude,
wobei die Frequenz und/oder die Amplitude aus einer Auswahl von Frequenzen oder Amplituden
vom Benutzer auswählbar ist oder stufenlos einstellbar ist und vorzugsweise benutzerspezifisch
abspeicherbar ist. Unterschiedlichen Rückmeldungen können unterschiedliche Frequenzen
und/oder unterschiedliche Amplituden zugeweisen werden. Eine erste Rückmeldung könnte
beispeilsweise mit einer hohen Frequenz bei niedriger Amplitude und eine zweite Rückmeldung
könnte mit einer nierdrigen Frequenz bei hoher Amplitude konfiguriert sein.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform ist das Gerät wie zuvor erläutert realisiert, wobei
jedoch zusätzlich eine Gerätesteuerung und ein Gerätespeicher mit einer Vielzahl von
gespeicherten Geräteprogrammen zur Herstellung mechanischer Verbindungen vorgesehen
ist. Die Geräteprogramme sind auf der Gerätesteuerung, vorzugsweise mittels eines
Echtzeitbetriebssystems, ausführbar. Es ist bevorzugt vorgesehen, dass ein Benutzer
ein Geräteprogramm selbst am Gerät oder an einem externen Rechner ändern kann und
beispielsweise Programmcode einfügen kann, welcher eine Zuordnung des Programms zur
Rückmeldeeinrichtung im Programm selbst fest im Programmcode codiert.
[0014] Vorzugsweise kann die Rückmeldeeinrichtung aus dem Geräteprogramm heraus auch konfiguriert,
initialisiert oder gestartet werden. Die Rückmeldeeinrichtung ist bevorzugt derart
konzipiert, dass charakteristische Eigenschaften der Rückmeldeeinrichtung von einem
Geräteprogramm aus ausgewählt und/oder gesteuert werden können. Auch die Erfassungseinrichtung
und/oder die Zuweisungseinrichtung ist bevorzugt derart konzipiert, dass deren charakteristische
Eigenschaften von einem Geräteprogramm aus ausgewählt und/oder gesteuert werden können.
Hierzu wird eine sogenannte API (Application Programming Interface = Programmierschnittstelle)
für die Rückmeldeeinrichtung und/oder die Erfassungseinrichtung und/oder die Zuweisungseinrichtung
und/oder die Gerätemodule bereitgestellt, umfassend Funktionen zur Initialisierung
und Programmierung der zuvor genannten Einrichtungen und/oder Module.
[0015] Dies erleichtert auch die Fehlersuche während des Betriebs des Geräteprogramms, denn
der Benutzer kann ganz gezielt per Programmcode haptische Rückmeldungen auslösen und/oder
Gerätemodule der Rückmeldeeinrichtung zuweisen und/oder die Funktion der Erfassungseinrichtung
beeinflussen, falls von ihm zuvor definierte Programmzustände erreicht wurden. Diese
selbst programmierten haptischen Rückmeldungen erleichtern ihm seine Fehler im Programm
zu lokalisieren und ein sogenanntens "Debugging" durchzuführen. Die Erfassungseinrichtung
und/oder die Zuweisungseinrichtung und/oder die Rückmeldeeinrichtung und/oder die
Benutzeridentifikationseinrichtung und/oder vorzugsweise die Benutzerverwaltungseinrichtung
sind bevorzugt als auf der Gerätesteuerung aubllauffähiger Programme implementiert
und in einem Gerätespeicher abgelegt. Die Gerätesteuerung ist vorzugsweise außerdem
dazu vorgesehen, die Herstellung einer Verbindung oder die Bearbeitung eines Werkstückes
während des Betriebs zu regeln, vorzugsweise auch zu überwachen und besonders bevorzugt
auch zu protokollieren. Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Gerätesteuerung protokollierte
Daten und/oder benutzerspezifische Konfigurationsdaten bezüglich der Zuordnung von
Gerätemodulen zur Rückmeldeeinrichtung an eine übergeordnete externen Einrichtung
übermitteln oder von dieser entgegennehmen kann. Hierzu bedient sich die Gerätesteuerung
einer geräteinternen, vorzugsweise drahtlosen, Netzwerkanbindung. Mittels der Rückmeldeeinrichtung
kann eine Rückmeldung eines Geräteprogramms für den Benutzer haptisch wahrnehmber
realisiert sein, zum Beispiel kann eine im Programm auftretende Meldung an den Benutzer
haptisch wahrnehmbar übermittelt werden, wie beispielsweise ein Programmfehler oder
eine Programmwarnung oder eine sonstige programmspezifische Information.
[0016] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Gerät mehrere Betriebszustände einnehmen kann,
wobei zumindest einer dieser Betriebszustände der Rückmeldeeinrichtung zuordenbar
ist, so dass eine selbsttätige Rückmeldung eines Betriebszustandes an den Benutzer
auch während der Herstellung einer Verbindung mittels des Gerätes realisierbar ist.
Ein Betriebszustand definiert den Zustand des Gerätes zu einem bestimmten Zeitpunkt,
beispeilsweise den Zustand: Stromsparmodus, Benutzereingabemodus, Arbeitsmodus, Fehlermodus
und dergleichen. Der Benutzer kann sich aufgrund der Erfindung über den Gerätezustand
jederzeit während der Arbeit informieren lassen, z.B. wenn eine Geräteüberhitzung,
beispielweise verursacht durch Temperaturzunahmen in einzelnen oder in mehreren Gerätemodulen
gleichzeitig vorliegt. Der Benutzer kann anschließend, das heißt nachträglich, diejenigen
Module identifizieren, welche für den kritischen Gerätezustand verantwortlich waren
und entsprechend pro-aktiv eingreifen.
[0017] Vorzugsweise ist auch vorgesehen, dass das Gerät mehrere verbindungsspezifische Zustände
oder bearbeitungsspezifische Zustände erkennen kann, wobei zumindest einer dieser
Zustände der Rückmeldeeinrichtung zuordenbar ist, so dass eine selbsttätige Rückmeldung
eines solchen Zustandes an den Benutzer auch während eines Arbeitsprozesses realisierbar
ist. Ein Benutzer kann sich so über das Ergebnis der mittels des Gerätes ausgeführter
Arbeiten schon während der Durchführung dieser Arbeiten informieren lassen. Ein solches
Ergebnis könnte lauten: Verbindung wurde ordnungsgemäß hergestellt" oder "Verbindung
wurde nicht ordnungegemäß hergestellt". Hierzu ist vorgesehen, dass das Gerät den
Arbeitsprozess selbsttätig überwacht oder und anhand der Überwachung über die Verbindungsqualität
oder Bearbeitungsqualität selbsttätig entscheidet.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Handarbeitsgerätes umfasst
als erstes Gerätemodul einen Elektromotor als Antrieb und als zweites Gerätemodul
einen zur Herstellung einer Verbindung oder zur Bearbeitung eines Werkstückes geeigneten
Abtrieb, welcher mittes des Antriebs antreibbar ist, vorzugsweise mittels eines zwischengeschalteten
Getriebes in Form eines dritten Gerätemoduls. Der Antrieb ist vorzugsweise auch derart
vorgesehen, dass dieser das Rückmeldesignal für den Gerätebenutzer realisiert. Diese
Variante der Erfindung ist dann rein softwaretechnisch realisierbar, da vorhandene
Gerätemodule genutzt werden können und somit keine Hardwareänderungen am Gerät erfporderlich
sind. Alternativ oder zusätzlich ist als Rückmeldeeinrichtung eine vom Antrieb separate
Einrichtung vorgesehen, welche beispeilsweise im Bereich eines Handgriffes des Handarbeitsgerätes
angeordnet ist. Vorzugsweise ist die Rückmeldeeinrichtung mittels eines vom Benutzer
einstellbaren Bewegungsablaufes, vorzugsweise mittels reversierender Bewegungen oder
mittels Hubbewegungen oder mittels Schrittbewegungen oder mittels einer Kombination
der zuvor erwähnten Bewegungen konfigurierbar. Die Intensität der Bewegungen sind
dabei derart realisiert und insbesondere auch derart einstellbar, dass sie sich für
einen Benutzer wahrnehmbar nach seinen individuellen Bedürfnissen auf das Gerätegehäuse
übertragen lassen. Eine separate Einrichtung hat den Vorteil, dass diese neben dem
Antrieb zusätzlich zur Verfügung steht und somit unabhängig vom Antrieb für Rückmeldungen
an den Benutzer, insbesondere auch während des Betriebs, realisierbar sind.
[0019] Weiter bevorzugt ist als Gerätefunktion eine Zeitgeberfunktion vorgesehen, welche
nach Ablauf eines vorgebbaren Zeitintervalls mittels der Rückmeldeeinrichtung eine
Rückmeldung für den Gerätebenutzer veranlasst, um den Ablauf des Zeitintervalls an
den Benutzer zu melden. Der Benutzer kann seine individuellen Pausenzeiten oder Zeiten
für Besprechungen einprogrammieren und diese als Erinnerungsfunktion benutzen. Besonders
bevorzugt ist eine Netzwerkanbindungsmöglichkeit vorgesehen, wobei die Rückmeldeeinrichtung
auch mittels der Netzwerkanbindung ansteuerbar ist, so dass eine gesteuerte Rückmeldung
von einem bezüglich des Gerätes entfernten Standort an den Benutzer realisierbar ist.
Der Benutzer kann aus der Ferne kontaktiert werden, während er mit dem Gerät Arbeiten
ausführt, beispielsweise in einem Notfall oder zur Aufforderung der Unterbrechung
der Arbeiten.
[0020] Eine bevorzugte weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Handarbeitsgerätes
umfasst eine Innenraumnavigation, welche vorzugsweise auf der Gerätesteuerung implementiert
ist und mittels welcher das Gerät in der Lage ist seinen eigenen Standort innerhalb
eines Raumes selbsttätig zu ermitteln, wobei die Rückmeldeeinrichtung mittels der
Innenraumnavigation ansteuerbar ist. Der Benutzer muss seinen Aktionsradius dann nicht
selbst überwachen, insbesondere auch dann nicht, wenn eine für das Gerät vorgesehene
Raumgrenze verlassen wird.
[0021] Es ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass während der Herstellung einer Verbindung
eine verbindungsspezifische und/oder eine werkstückspezifische Eigenschaft messtechnisch
und selbsttätig vom Gerät erfasst wird, wobei die Rückmeldeeinrichtung abhängig von
der erfassten Eigenschaft, insbesondere auch während des Gerätebetriebs, ansteuerbar
ist. Der Benutzer erhält somit in Echtzeit eine Rückmeldung über die von ihm ausgeführten
Arbeiten. Bevorzugt ist im Gerät eine Bildauswerteeinrichtung verbaut, welche die
Arbeiten des Gerätes am Werkstück oder beim Herstellen einer Verbindung überwacht
und abhängig von im Gerät definierten Kriterien oder abhängig von Sollzustände das
Gerät selbsttätig entscheidet, ob die ausgeführte Arbeit vorgabengemäß ist oder nicht.
Falls dies nicht der Fall sein sollte, kann der Benutzer mittels der Rückmeldeeinrichtung,
welche auch der Bildauswerteeinrichtung zugeordenbar ist, informiert werden. Gerade
bei schwer zugänglichen Stellen fungiert so das Gerät, welches auch als langgestreckter
Winkelschrauber ausgebildet sein kann, als verlängertes Auge des Benutzers.
[0022] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und den in den Zeichungen enthaltenen Merkmalen und Informationen.
[0023] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0024] Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung schematisch dargestellt
und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Merkmale mit denselben Benzugszeichen
versehen, sofern nichts anderes angegeben ist.
Figurenbeschreibung
[0025]
- Figur 1
- zeigt grob schematisch ein erfindungsgemäßes Gerät.
- Figur 2
- zeigt grob schematisch das erfindungsgemäße Verfahren.
Detaillierte Beschreibung der Zechinung
[0026] In Figur 1 ist das erfindungsgemäße Handarbeitsgerät 100 mit Mittelhandgriff grobschematisch
dargstellt, insbesondere ein Schraubgerät, Nietgerät, Stanzgerät oder Schweißgerät,
Bohrgerät, Schleifgerät oder dergleichen. Das Gerät 100 könnte alternativ auch auch
ein langgestrecktes Gehäuse (nicht gezeigt) umfassen, welches üblicherweise mit beiden
Händen gehalten wird, beispeilsweise wie es bei einem Winkelschrauber üblich ist.
Das gezeigte Gerät 100 mit Mittelhandgriff kann auch mit einer Hand gehalten und betrieben
werden. Das Gerät 100 ist vorgesehen zur Herstellung einer mechanischen Verbindung
(nicht gezeigt) oder zum bearbeiten eines Werkstückes (nicht gezeigt). Es umfasst
ein Gerätegehäuse 101, innerhalb dessen eine Gerätesteuerung 110 untergebracht ist,
und mehrere Gerätemodule 102 bis 104, 112, 113, 114 115, 116, wie ein Geräteantriebsmotor
102 und eine Verbindungsführungseinrichtung 112 zum Führen eines Verbindungsmittels,
wie Schrauben, Nieten, und dergleichen, oder eine Werkzeughalteeinrichtung 112 zum
Halten oder Festklemmen von Werkzeugen, welche zum Bearbeiten von Werkstücken erforderlich
sind, wie Bohrer, Schleifmittel, Fräsmittel und degleichen. Die Einrichtung 112 ist
vorzugsweise mittels eines ebenfalls als Gerätemodul vorgesehenen Getriebes 113 und
mittels des Geräteantriebsmotors 102 antreibbar. Weitere Gerätemodule, wie eine Netzwerkanbindung
114 in Form eines WLAN-Moduls und/oder eines Mobilfunkmoduls und dergleichen, sind
ebenfalls bevorzugt im Gerätegehäuse 101 untergebracht.
[0027] Die Gerätesteuerung 110 ist dazu vorgesehen, während des Gerätebetriebs auftretende
geräteinterne Abläufe selbsttätig zu überwachen. Die Gerätesteuerung 110 ist vollständig
in das Gerät 100 integriert. Zusätzlich ist eine Leistungselektronik (nicht gezeigt)
als Gerätemodul vollständig in das Gerät integriert. Bei jedem Arbeitsgang überwacht
und protokolliert die Gerätesteuerung 110 die Gerätefunktionen und die vom Gerät 100
ausgeführte Arbeiten bei der Herstellung einer Verbindung oder bei der Bearbeitung
eines Werkstückes. Zusätzlich speichert die Gerätesteuerung 110 zugehörigen Überwachungsdaten
in einem geräteinternen und/oder in einem geräteexternen Überwachungsdatenspeicher
(nicht gezeigt) ab. Bevorzugt werden die Überwachungsdaten auch noch drahtlos an ein
vorhandenes Netzwerk 115 übergeben und so an eine übergeordnete Einrichtung 109, wie
eine Steuerung mit Benutzerdatenverwaltung übermittelt. Beispielsweise könnte es sich
bei der Einrichtung 109 auch um eine Gesamtprozesssteuerung 109 handeln, welche mehreren
erfindungsgemäßen Geräten 100 zugeorndet ist und diese vorzugsweise untereinander
koordiniert. Vorzugsweise werden bei auftretendem Funkschatten die Überwachungsdaten
geräteintern zwischengepuffert und, sobald eine Verbindung mit der Einrichtung 109
mittels des Netzwerkes 115 wieder besteht, an die Einrichtung 109 übermittelt oder
von dieser abgerufen.
[0028] Anhand eines grafischen Displays (nicht gezeigt), welches bevorzugt von einer an
der Gerätemantelfläche angeordneten Benutzeridentifikationseinrichtung 108 umfasst
ist, können dem Anwender die Überwachungsdaten auch unmittelbar angezeigt werden.
Das grafischen Display kann jedoch nicht bei jeder Arbeit und in jeder Lage eingesehen
werden. Daher ist im Gerät eine Rückmeldeeinrichtung 107 zur Realisierung einer Rückmeldung
an den Gerätebenutzer vorgesehen, welche der Benutzer haptisch wahrnehmen kann, speziell
wenn dieser das Gerät in der Hand hält. Die Rückmeldeeinrichtung 107 ist in der Lage
Vibrationen oder elektrische Impulse oder Temperaturänderungen, oder vergleichbar
wahrnehmbare Rückmeldungen an den Benutzer zu erzeugen. Bevorzugt umfasst die Rückmeldeeinrichtung
107 einen geräteinternen elektrischen Motor 119, welcher derat innerhalb des Gerätegehäuses
101 angeordnet ist und mittels der Gerätesteuerung 110 ansteuerbar ist, dass er für
den Benutzer wahrnehmbare Vibrationen erzeugen kann, welche bezüglich ihrere Frequenz,
Dauer und Amplitude benutzerspezifisch mittels der Gerätesteuerung 110 einstellbar
sind.
[0029] Weiter ist eine Erfassungseinrichtung 105 zum Erfassen von für ein Gerätemodule 102
bis 104, 112, 113, 114 , 115, 116 charakterischen Eigenschaften vorgesehen, welche
insbesondere auch während einer Verbindungsherstellung oder einer Werkstückbearbeitung
auftreten können. Die Erfassungseinrichtung 105 ist vorgesehen, um jedes einzelne
Gerätemodul 102 bis 104, 112, 113, 114 bezüglich seiner charakterischen Eigenschaften
abzufragen oder von Gerätemodulen 102 bis 104, 112, 113, 114 übermittelte charakteristische
Eigenschaften zu empfangen. Die hier gezeigten Gerätemodule 102 bis 104, 112, 113,
114 sind nur als beispielhafte Auswahl einer Vielzahl von Gerätemodulen, welche ein
solches erfindungsgemäße Gerät 100 umfassen kann. Bei der Erfassungseinrichtung 105
handelt es sich vorzugsweise um ein auf der Gerätesteuerung 110 abläuffähiges Softwaremodul.
Von welchen Gerätemodulen 102 bis 104, 112, 113, 114 charkteristische Eigenschaften
verarbeiter werden, kann der Benutzer selbst konfigurieren.
[0030] Weiter ist eine Zuweisungseinrichtung 106 vorgesehen, mittels welcher zumindest eines
der Gerätemodule 102 bis 104, 112, 113, 114, 115, 116 der Rückmeldeeinrichtung 107
zuordenbar ist, so dass für den Gerätebenutzer eine gerätemodulspezifische Rückmeldung
realisierbar ist. Bei der Zuweisungseinrichtung 106 handelt es sich vorzugsweise um
ein auf der Gerätesteuerung 110 abläuffähiges Softwaremodul, welches in der Lage ist
mit den Gerätemodulen 102 bis 104, 112, 113, 114, 115, 116 als auch mit der Rückmeldeeinrichtung
107 zu kommunizieren. Diese Kommunikation erfolgt vorzugsweise mittels geräteinterner
Datenbusse (nicht gezeigt) oder vergleichbarer Kommunikationsmittel.
[0031] Das Gerät 100 umfasst vorzugsweise als Energieversorgung einen Einschub-Akkupack
116. Bei einem Wechsel des Akkus bleibt die Stromversorgung aufrechterhalten, auch
die Gerätesteuerung 110 bleibt aktiv und wird von einem geräteinternen Energiepuffer
(nicht gezeigt) gespeist. Ein Neustart des Gerätes bei einem Akkuwechsel ist daher
nicht nötig, weil das Geräte-Betriebssystem auf der Steuerung aufgrund der Pufferung
weiterläuft und das Gerät für energiehungrige Arbeitsprozesse sofort wieder einsatzfähig
ist, sobald ein geladener Akku eingeschoden wurde. Dies spart kostbare Zeit bei der
Durchführung zeitkritischer Arbeitsprozesse. Bevorzugt sind die charakteristischen
Eigenschaften des Akkupacks 116 ebenfalls von der Erfassungseinrichtung 105 abrufbar
oder an diese übermittelbar, wobei der Akkupack ebenfalls als von einem Benutzer der
Rückmeldeeinrichtung 107 zuordenbares Gerätemodul 116 betrachtet wird. Somit sind
auch die charakteristischen Eigenschaften des Akkupacks 116, wie beispielsweise eine
Überhitzung und/oder der Füllstand und/oder die Restlebensdauer, mittels haptisch
wahrnehmbarer Rückmeldeseignale an einen Benutzer übermittelbar.
[0032] Zur Realisierung der haptisch wahrnehmbarer Rückmeldesignale werden Vibrationen empfohlen.
Hierzu wird vorzugsweise ein erster Vibrationsgenerator 119 im Handgriff des Gerätes
110 vorgesehen (bei einem langgestreckten Gerätegehäuse 101 in einem und/oder in beiden
Handgriffen), welcher mittels der Gerätesteuerung 110 vorzugsweise unter Verwendung
der Erfassungseinrichtung 105 und/oder der Zuweisungseinrichtung 106 ansteuerbar ist.
Versorgt wird der Vibrationsgenerator 119 beispielsweise mittels des Akkupacks 116.
Alternativ oder zusätzlich wird auch der vorhandene Antrieb 102 als Vibrationsgenerator
119 zweckentfremdet, welcher in diesem Falle ebenfalls mittels der Gerätesteuerung
110 vorzugsweise unter Verwendung der Erfassungseinrichtung 105 und/oder der Zuweisungseinrichtung
106 ansteuerbar ist.
[0033] Individuelle Vibrationssequenzen können vom Benutzer vorgegeben, geändert, nachbearbeitet
und den einzelnen Gerätemodulen 102 bis 104, 112, 113, 114, 115, 116 zugewiesen werden.
Mittels Antippen eines vom Gerät 100 vorzugsweise umfassten Touchscreens (nicht gezeigt)
sind benutzerspezifische Vibrationscodes oder Vibrationssequenzen vom Benutzer einprogrammierbar.
Tippt er schnell, so generiert er eine hohe Vibrationsfrequenz, tippt er langsamer,
so generiert er eine niedrigere Vibrationssequenz. Die Intensität der Tippbewegung
bestimmt vorzugsweise die Amplitude der Vibrationssequenz, welche sich innerhalb der
Vibrationssequenz auch ändern kann. Somit wäre es beispielsweise möglich, dem Getriebe
113 eine schnelle Folge von Vibrationssequenzen mit großer Amplitude zuzuweisen und
dem Geräteantriebsmotor 102 eine langsamere Folge von Vibrationssequenzen mit geringerer
Amplitude zuzuweisen. Liegt eine für den Benutzer relevante charakteristische Eigenschaft
(Temperatur, Strom, mechanische Momente etc.) in einem der beiden Module 102, 113
vor, so wird dem Benutzer dies während seiner Arbeit mittels der von im selbst vorgegebenen
gerätemodulspezifischen Vibrationssequenzen mitgeteilt. Er erkennt sofort, bei welchem
Gerätemodul 102, 113 gegebenenfalls eine Störung vorliegt und zeitnah mit einer Störung
zu rechnen ist. Verzögerungen im Arbeitsprozess können damit vermieden werden.
[0034] Bevorzugt ist eine Bildauswerteeinrichtung 118 intern im Gerät 100 und/oder extern
am Gerät 100 anschließbar vorgesehen, welche die Arbeiten des Gerätes 100 am Werkstück
oder beim Herstellen einer Verbindung überwacht, Werktsücke und Wekrzeuge erkennt
und mittels der Rückmeldeeinrichtung 107 mit dem Benutzer kommuniziert. Bei externer
Realisierung wird bevorzugt das Netzwerkanbindungsmodul 114 und die Netzwerkanbindung
115 (Mobilfunk, WLAN, Ethernet) hierzu genutzt.
[0035] Figur 2 zeigt grob schematisch das erfindungsgemäße Verfahren. Nach dem Start erfolgt
vorzugsweise zunächst ein Auswahlschritt E1. Das Gerät 100 fragt hierbei seine interne
Parametrierung ab. Handelt es sich um ein Gerät 100 mit Benutzerverwaltung, so folgt
Schritt S1, bei dem benutzerspezifische Einstellungen, wie beispielsweise vorbestimmte
benutzerspezifische Zuordnungen zwischen Gerätemodulen und der Rückmeldeeinrichtung
geladen werden. Anschließend werden die Schritte S2, nämlich das Erfassen der charakterischen
Eigenschaften eines Gerätemoduls und S3, nämlich das Erzeugen eines für einen Benutzer
haptisch wahrnehmbaren Rückmeldesignals unter Berücksichtigung von Gerätemoduleigenschaften,
vom Gerät 100 selbsttätig während seines Betriebs ausgeführt.
[0036] Handelt es sich um ein einfacheres und preiswerteres Gerät ohne Benutzerverwaltung,
wird dies im Auswahlschritt E1 selbsttätig erkannt und es folgen unmittelbar die Schritte
S2 und S3. Für diesen Fall kann der Hersteller eine herstellerspezifische Grundkonfiguration
bereitstellen, welche bestimmte Gerätemodule der Rückmeldeeinrichtung zuordnet und
beim Ausführung des Schrittes S2 berücksichtigt. Diese herstellerspezifische Grundkonfiguration
ist dann zwar nicht benutzerspezifisch einstellbar, jedoch vom Hersteller vorgebbar.
Der Hersteller könnte die Konfiguration als Konfigurationsdatei zum Beispiel mittels
des Internets zum Download bereitstellen, welche nächträglich vom Gerät 100 mittels
der geräteinternen Netwerkanbindung 114 einlesbar ist. So wäre eine Modifikation herstellerspezifischer
Zuordnungen auch ohne Benutzerschnittstellen am Gerät 100 realisierbar und somit auch
ein preiswerteres Gerät individualisierbar.
Bezugszeichenliste
[0037]
- Handarbeitsgerät
- 100
- Gerätegehäuse
- 101
- Gerätemodule
- 102 bis 104
- Erfassungseinrichtung
- 105
- Zuweisungseinrichtung
- 106
- Rückmeldeeinrichtung
- 107
- Benutzeridentifikationseinrichtung
- 108
- Benutzerverwaltungseinrichtung
- 109
- Gerätesteuerung
- 110
- Gerätespeicher
- 111
- Abtrieb
- 112
- Getriebe
- 113
- Netzwerkanbindung
- 114
- Drahtlosverbindung
- 115
- Akku
- 116
- Innenraumnavigation
- 117
- Bildauswerteeinrichtung
- 118
- Vibrationsgenerator
- 119
- Verfahrensschritte
- S1 bis S3
- Auswahlschritt
- E1
1. Handarbeitsgerät (100) zur Herstellung einer mechanischen Verbindung oder zur Bearbeitung
eines Werkstückes, mit einem Gerätegehäuse (101), insbesondere Schraubgerät, Nietgerät,
Stanzgerät, Bohrgerät, Fräsgerät, Schweißgerät oder dergleichen, umfassend mehrere
Gerätemodule (102 bis 104, 112, 113, 114, 116) zur Realisierung von Gerätefunktionen,
eine Erfassungseinrichtung (105) zum Erfassen von für ein Gerätemodul (102 bis 104,
112, 113, 114, 115, 116) charakterischen Eigenschaften, eine Rückmeldeeinrichtung
(107) zur Realisierung eines Rückmeldesignals für den Gerätebenutzer, welches er als
körperliche Empfindung wahrnehmen kann, eine Zuweisungseinrichtung (106) mittels welcher
ein Gerätemodul (102 bis 104, 112, 113, 114, 115, 116), zum Zwecke der Erzeugung eines
modulspezifischen Rückmeldesignals, der Rückmeldeeinrichtung (107) zuordenbar ist,
wobei vorgesehen ist, dass eine modulspezifische Rückmeldung an den Benutzer unter
Berücksichtigung der charakterischen Eigenschaft des Gerätemoduls (102 bis 104, 112,
113, 114, 115, 116) realisierbar ist, sobald das Gerätemodul (102 bis 104, 112, 113,
114, 115, 116) der Rückmeldeeinrichtung (107) zugeordnet ist.
2. Gerät gemäß Anspruch 2, wobei eine Benutzeridentifikationseinrichtung (108) umfasst
ist und vorgesehen ist, dass das Gerät (100) nach einer erfolgten Benutzeridentifikation
eine benutzerspezifische Zuordnung zwischen einem Gerätemodul (102 bis 104, 112, 113,
114, 115, 116) und der Rückmeldeeinrichtung (107) selbsttätig bereitstellt.
3. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei verschiedene Kategorien von
Rückmeldesignalen am Gerät (100) auswählbar sind, beispielsweise eine Vibration oder
ein elektrischer Impuls oder ein sonstiges für einen Benutzer haptisch wahrnehmbares
Signal.
4. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zur Realisierung des Rückmeldesignals
ein sich widerholendes Ereignis vorgesehen ist, mit einer Frequenz und einer Amplitude,
wobei die Frequenz und/oder die Amplitude aus einer Vorauswahl am gerät (100) auswählbar
ist oder vom Benutzer am Gerät (100) eingebbar ist.
5. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Gerätesteuerung (110) und
ein Gerätespeicher (111) mit einer Vielzahl von Geräteprogrammen zur Herstellung mechanischer
Verbindungen und/oder zur Bearbeitung von Werkstücken vorgesehen ist, wobei die Geräteprogramme
auf der Gerätesteuerung (110), vorzugsweise mittels eines Echtzeitbetriebssystems,
ausführbar sind, wobei auch die Gerätesteuerung (110) und/oder zumindest eines der
Geräteprogramme mittels der Zuweisungseinrichtung (106) der Rückmeldeeinrichtung (107)
zuordenbar ist, so dass die Rückmeldeeinrichtung (107) mittels der Gerätesteuerung
(110) und/oder mittels eines Geräteprogrammes ansteuerbar ist.
6. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vorgesehen ist, dass das Gerät
(100) mehrere Betriebszustände und/oder Betriebsarten einnehmen kann, wobei ein solcher
Betriebszustand und/oder eine solche Betriebsart mittels der Rückmeldeeinrichtung
(107) an den Benutzer übermittelbar ist.
7. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vorgesehen ist, dass das Gerät
(100) mehrere verbindungsspezifische Zustände an zu verbindenden Materialien oder
bearbeitungsspezifische Zustände an einem Werkstück erkennen kann, wobei ein solcher
Zustand mittels der Rückmeldeeinrichtung (107) an den Benutzer übermittelbar ist.
8. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als ein erstes Gerätemodul (102)
ein elektrischer Antrieb vorgesehen ist, und wobei als ein zweites Gerätemodul (112)
ein zur Herstellung einer Verbindung oder zur Bearbeitung eines Werkstückes geeigneter
Abtrieb vorgesehen ist, welcher mittes des Antriebs antreibbar ist, vorzugsweise mittels
eines zwischengeschalteten Getriebes oder dergleichen, in Form eines dritten Gerätemoduls
(113), wobei der Antrieb (102) gleichzeitig auch zur Erzeugung des Rückmeldesignal
vorgesehen ist.
9. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Gerätefunktion eine Zeitablauffunktion
vorgesehen ist, welche vorzugsweise auf der Gerätesteuerung (110) implementiert ist,
welche der Rückmeldeeinrichtung (107) zuordenbar ist, und mittels welcher nach Ablauf
eines von einem Benutzer vorgebbaren Zeitintervalls eine Rückmeldung für den Benutzer
realisierbar ist.
10. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Netzwerkanbindung (114)
vorgesehen ist, welche vorzugsweise als WLAN-Gerätemodul ausgebildet ist, welche der
Rückmeldeeinrichtung (107) zuordenbar ist, und mittels welcher das Gerät (100) auch
von einer externen Einrichtung (109) ansteuerbar ist.
11. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Innenraumnavigationsfunktion
(117) vorgesehen ist, welche vorzugsweise auf der Gerätesteuerung (110) implementiert
ist, welche der Rückmeldeeinrichtung (107) zuordenbar ist, und mittels welcher das
Gerät (100) in der Lage ist seinen eigenen Standort relativ zu einem Ausgangspunkt
selbsttätig zu ermitteln, wobei die Rückmeldeeinrichtung (107) mittels der Innenraumnavigationsfunktion
(117) ansteuerbar ist.
12. Gerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vorgesehen ist, dass das Gerät
(100) mittels einer, vorzugsweise vom Gerät (100) umfassten, Bildauswerteeinrichtung
(118), mittels welcher die mittels des Gerätes (100) ausgeführbaren Arbeiten überwacht
werden können und Werktsücke und/oder Bauteile erkannt werden können, welche der Rückmeldeeinrichtung
(107) zuordenbar ist, wobei die Rückmeldeeinrichtung (107) mittels der Bildauswerteeinrichtung
(118) ansteuerbar ist.
13. Verfahren zum Betrieb eines Handarbeitsgerätes (100) mit Gerätemodulen (102 bis 104,
112, 113, 114, 115, 116), insbesondere ein Handarbeitsgerät gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche, wobei, vorzugsweise mittels einer vom Gerät (100) umfassten Erfassungseinrichtung
(105), eine charakterischen Eigenschaft eines Gerätemoduls (102 bis 104, 112, 113,
114, 115, 116) erfasst wird, welche insbesondere auch während der Verbindungsherstellung
oder der Werkstückbearbeitung auftritt, wobei, vorzugsweise mittels einer vom Gerät
(100) umfassten Rückmeldeeinrichtung (107), ein für den Benutzer als körperliche Empfindung
wahrnehmbares Rückmeldesignal erzeugt wird, wenn die erfasste charakterischen Eigenschaft
des Gerätemoduls (102 bis 104, 112, 113, 114, 115, 116) ein vordefiniertes Kriterium
erfüllt.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, wobei die Rückmeldung an den Benutzer in Form eines benutzerspezifisch
vorgebbaren Rückmeldesignals erfolgt, sofern dieser als zugelassener Benutzer für
das Gerät (100) selbsttätig vom dem Gerät (100) identifiziert wurde, vorzugsweise
in Form einer sich zyklisch wiederholenden Vibration, deren Frequenz und Amplitude
vorzugsweise auch benutzerspezifisch vorgegeben ist.