[0001] Die Erfindung betrifft eine Kompaktierungsvorrichtung zur Kompaktierung von Gebinden
mit wenigstens einer Kompaktiereinheit, umfassend einen Einzug für ein Gebinde und
einen Auswurf für ein kompaktiertes Gebinde, mindestens eine Transporteinrichtung
mit mehreren gleichsinnig wirkenden Zugvorrichtungen, die ein zu kompaktierendes Gebinde
durch einen sich in Transportrichtung verjüngenden Verdichtungskanal transportieren,
der sich von dem Einzug bis zu dem Auswurf erstreckt und in welchem das Gebinde quer
zur Transportrichtung von einem Ausgangsquerschnitt auf einen Zielquerschnitt verdichtet
wird.
[0002] Ein solches Gebinde ist beispielweise eine Einwegplastikflasche oder eine Getränkedose.
Eine Kompaktierungsvorrichtung im Sinne der Erfindung ist beispielsweise Teil eines
Leergutrücknahmeautomaten oder einer Leergutrücknahmestation, bei der ein Verbraucher
Leergut, beispielsweise in einem Ladengeschäft, gegen Rückgabe eines Pfandes abgeben
kann. Ein Leergutrücknahmeautomat nimmt dabei Leergut in Form von Gebinden, beispielsweise
Einwegplastikflaschen oder Getränkedosen an und führt dieses Gebinde einer Kompaktierungsvorrichtung
zu.
[0003] Eine Kompaktierungsvorrichtung der vorstehende genannten Art ist beispielweise in
der
EP 2 692 513 A1 beschrieben. Die
EP 2 692 513 A1 beschreibt eine Kompaktierungsvorrichtung zum Kompaktieren von Gebinden umfassend
eine Kompaktiereinheit, die eine Einwurföffnung zum Einwerfen mindestens eines Gebindes,
mindestens eine Vortriebseinrichtung zum Transportieren des mindestens einen Gebindes
in eine Einführrichtung und eine Auswurföffnung zum Auswerfen des mindestens einen
kompaktierten Gebindes aufweist. Die Kompaktiereinheit ist als Trichter ausgebildet,
der sich zwischen der Einwurföffnung und der Auswurföffnung erstreckt und hin zu der
Auswurföffnung verjüngt, wobei die Kompaktiereinheit mehrere Vortriebseinrichtungen
aufweist, die in Umfangsrichtung um die Einführrichtung und um den Trichter angeordnet
sind und sich entlang einer den Trichter einhüllenden Mantelfläche erstrecken. Die
Vortriebseinrichtungen in Form von angetriebenen Ketten sind symmetrisch am Umfang
des Trichters angeordnet. Bei einer Ausführungsform der in der
EP 2 692 513 A1 beschriebenen Kompaktierungsvorrichtung sind insgesamt sechs Vortriebseinrichtungen
in Form von sechs Kettentrieben vorgesehen, die gleich verteilt um eine Einführrichtung
an einem Gehäuse einer Kompaktiereinheit angeordnet sind. Die Kettentriebe sind jeweils
über Kettenräder mit dem Gehäuse bewegbar verbunden. Da alle Kettentriebe synchron,
d.h. gleichsinnig wirkend und mit gleicher Geschwindigkeit angetrieben werden müssen,
ist die Kompaktierungsvorrichtung gemäß
EP 2 692 513 A1 konstruktiv aufwendig. Darüber hinaus hat die bekannte Kompaktierungsvorrichtung
den Nachteil, dass diese aufgrund der Konstruktion des Einführtrichters anfällig für
Blockaden ist und einen hohen Wartungsaufwand erfordert.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Kompaktierungsvorrichtung der
eingangs genannten Art diesbezüglich zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs 1, vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind von den Unteransprüchen erfasst.
[0006] Nach einem Gesichtspunkt der Erfindung ist eine Kompaktierungsvorrichtung zur Kompaktierung
von Gebinden mit wenigstens einer Kompaktiereinheit vorgesehen, umfassend einen Einzug
für ein Gebinde und einen Auswurf für ein kompaktiertes Gebinde, mindestens eine Transporteinrichtung
mit mehreren gleichsinnig wirkenden Zugvorrichtungen, die ein zu kompaktierendes Gebinde
durch einen sich in Transportrichtung verjüngenden Verdichtungskanal transportieren,
der sich von dem Einzug bis zu dem Auswurf erstreckt und in welchem das Gebinde quer
zur Transportrichtung von einem Ausgangsquerschnitt auf einen Zielquerschnitt verdichtet
wird, wobei die Zugvorrichtungen als Plattenbänder ausgebildet sind, zwei Plattenbänder
den Verdichtungskanal begrenzen, die zwei Plattenbänder mit einem ersten Winkel zueinander
konvergierend angeordnet sind und diese Plattenbänder zusätzlich um einen zweiten
Winkel gegeneinander verschränkt sind, wobei der erste Winkel eine erste Verdichtungsrichtung
von dem Ausgangsquerschnitt auf den Zielquerschnitt senkrecht zur Transportrichtung
und der zweite Winkel eine zweite Verdichtungsrichtung von dem Ausgangsquerschnitt
auf den Zielquerschnitt senkrecht zur Transportrichtung vorgibt.
[0007] Unter einer Verdichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Volumenreduktion
der Gebindes zu verstehen. Eine Verdichtung quer zur Transportrichtung im Sinne der
Erfindung ist eine Verdichtung des Gebindes in dessen Umfangsrichtung. Die Erfindung
geht grundsätzlich davon aus, dass das zu verdichtende Gebinde, beispielsweise eine
PET-Flasche oder eine Blechdose in Längsrichtung eingezogen und transportiert wird.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Kompaktiereinheit, die Bestandteil der erfindungsgemäßen
Kompaktierungsvorrichtung ist, einen Verdichtungskanal umfasst, dessen Geometrie im
wesentlichen durch die Anordnung zweier Plattenbänder zueinander bestimmt wird, wobei
die Plattenbänder einerseits keilförmig, d.h. mit einem ersten Winkel zueinander konvergierend
und aufeinander zulaufend angeordnet sind und andererseits diese Plattenbänder zusätzlich
um einen zweiten Winkel, der verschieden von dem ersten Winkel ist, gegeneinander
verschränkt sind.
[0009] Der Verdichtungskanal im Sinne der Erfindung muss nicht notwendigerweise voll umfänglich
geschlossen sein, dieser kann vielmehr so ausgebildet sein, dass dieser eine vieleckige
Mantelfläche definiert, die nur soweit geschlossen ist, das ein zwischen den Plattenbändern
gefangenes Gebinde nicht quer zur Transportrichtung ausweichen kann. Durch diese Anordnung
wird insbesondere die Anzahl der zu bewegenden Bauteile verringert und die Geometrie
der Anordnung vereinfacht, so dass im einfachsten Fall nur die Laufgeschwindigkeit
zweier Plattenbänder zueinander synchronisiert werden muss.
[0010] Ein Eingangsquerschnitt des Verdichtungskanals kann dabei unwesentlich größer sein
als der Ausgangsquerschnitt des größten zu kompaktierenden Gebindes. Der Ausgangsquerschnitt
oder Auswurfquerschnitt des Verdichtungskanals entspricht dem Zielquerschnitt des
zunächst in Umfangsrichtung zu verdichtenden bzw. zu kompaktierenden Gebindes. Die
Begriffe "Verdichten" einerseits und "Kompaktieren" andererseits im Sinne der vorliegenden
Erfindung werden nachstehend synonym verwendet und bezeichnen, wie Eingangs bereits
erwähnt, die Volumenverringerung des zum kompaktierenden Gebindes.
[0011] Grundsätzlich kann die Kompaktierungsvorrichtung eine oder mehrere Kompaktiereinheiten
umfassen, wobei beispielsweise für verschiedene Gebindetypen verschiedene Kompaktiereinheiten
vorgesehen sein können.
[0012] Grundsätzlich kann die Kompaktierungsvorrichtung im Sinne der Erfindung Mittel zur
automatischen Erkennung von eingezogenen Gebinden sowie Mittel zur Sortierung der
Gebinde und Mittel zur Zuteilung der Gebinde an eine Kompaktiereinheit gemäß der Erfindung
umfassen.
[0013] Die Kompaktierungsvorrichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung kann ein oder mehrere
Antriebe, beispielsweise in Form von Elektromotoren und wenigstens ein Getriebe umfassen,
das Antriebsleistung an die Zugvorrichtungen überträgt.
[0014] Der erste Winkel und der zweite Winkel im Sinne der vorstehenden Erfindung sind jeweils
größer 0 und verschieden.
[0015] Vorzugsweise gibt der zweite Winkel eine Verdichtungsrichtung von dem Ausgangsquerschnitt
auf den Zielquerschnitt von größer 0° und kleiner 360°, vorzugsweise von größer 45°
und kleiner 135° und weiterhin vorzugsweise von etwa 90° zu der ersten Verdichtungsrichtung
vor. Besonders bevorzugt sind die Plattenbänder so zueinander angeordnet, dass der
erste Winkel (Konvergenzwinkel) eine erste Verdichtungsrichtung in Umfangsrichtung
des Gebindes und der zweite Winkel (Verschränkungswinkel) eine zweite Verdichtungsrichtung
in Umfangsrichtung des Gebindes und quer oder schräg zur ersten Verdichtungsrichtung
vorgibt.
[0016] Bei einer besonders bevorzugten Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass die Plattenbänder
jeweils eine Förderspur mit jeweils einer den Verdichtungskanal teilweise begrenzenden,
geschlossenen Führungsfläche bilden. Insbesondere durch den Umstand, dass die Plattenbänder
eine geschlossene Führungsfläche bilden, ist gewährleistet, dass sich in dem Verdichtungskanal
abgerissene oder hervorstehende Kunststoffteile oder Metallteile nicht in den Plattenbändern
verklemmen können, was unter Umständen zu einer Blockade der Kompaktiereinheit führen
könnte.
[0017] Um eine entsprechende Querschnittskontur des Verdichtungskanals zu erzeugen, ist
es vorteilhaft, wenn die Plattenbänder jeweils ein rinnenförmiges Profil mit seitlichen
Führungswangen für die Gebinde aufweisen, zwischen denen jeweils eine Förderspur gebildet
wird. Die Förderspuren der Plattenbänder sind zweckmäßigerweise zueinander verschränkt,
d.h. diese kreuzen sich in der Projektion, so dass dadurch ein sich querschnittlich
verjüngender Verdichtungskanal definiert wird, wobei die seitlichen Führungswangen
der Plattenbänder im Wesentlichen ein Ausweichen des Gebindes quer zur Transportrichtung
verhindern.
[0018] Bei einer besonders zweckmäßigen Variante der Kompaktierungsvorrichtung gemäß der
Erfindung ist vorgesehen, dass eine Führungswange eines der zwei konvergierend zueinander
angeordneten Plattenbänder jeweils mit einer Führungswange des anderen Plattenbandes
der zwei konvergierend zueinander angeordneten Plattenbänder gegenüberliegende seitliche
Begrenzungen des Verdichtungskanals bilden.
[0019] Der Verdichtungskanal kann zusätzlich mit festen und unbeweglichen Seitenführungen
begrenzt sein, beispielsweise in Form von Seitenführungsblechen.
[0020] Besonders zweckmäßig ist es, wenn wenigstens ein Plattenband auf einer dem Verdichtungskanal
zugewandten Seite mit Einstichwerkzeugen zur Perforation der Gebinde vorgesehen ist.
Eine Perforation der Gebinde vor oder zeitgleich mit der Verdichtung ist insbesondere
dann sinnvoll und zweckmäßig, wenn mit Deckelverschluss versehene Gebinde kompaktiert
werden sollen. Durch die Anordnung von Einstichwerkzeugen auf wenigstens einem Plattenband
erfolgt die Perforation des Gebindes unmittelbar vor und etwa zeitgleich mit der Verdichtung
des Gebindes, wobei dabei Luft und/oder Flüssigkeit aus dem Gebinde entweichen kann.
Gleichzeitig können die Einstichwerkzeuge als Traktionshilfe zum Einziehen des Gebindes
in den Verdichtungskanal dienen.
[0021] Besonders zweckmäßig ist es, wenn als Einstichwerkzeuge eine Vielzahl von sich in
den Verdichtungskanal erstreckenden Dornen vorgesehen sind, die an wenigstens einem
Plattenband eine sich in Transportrichtung des Gebindes erstreckende Dornspur bilden.
So ist eine kontinuierliche Perforation und Verdichtung des betreffenden Gebindes
gewährleistet.
[0022] Obwohl grundsätzlich die Plattenbänder bei der Kompaktierungsvorrichtung gemäß der
Erfindung zueinander federnd nachgiebig gelagert sein können, um etwa bei der Verdichtung
entstehende Kraftspitzen abzubauen, wird es bevorzugt, dass die Plattenbänder zueinander
starr angeordnet sind. Dies dient insbesondere der mechanischen Vereinfachung der
erfindungsgemäßen Konstruktion.
[0023] Bei einer zweckmäßigen Variante der Kompaktierungsvorrichtung gemäß der Erfindung
ist vorgesehen, dass die Plattenbänder jeweils zwei endlose Ketten umfassen, die über
Umlenkungen geführt sind, so dass sie jeweils ein Obertrum und ein Untertrum bilden,
wobei die Ketten gleichsinnig umlaufend und paarweise angeordnet sind und sich zwischen
den Ketten erstreckende gekröpfte Bügel aufweisen, die parallel und mit Abstand zueinander
angeordnete Kettenglieder der Ketten eines Paares miteinander verbinden. Die Kontur
der gekröpften Bügel, die beispielsweise als zweifach abgewinkelte Laschen ausgebildet
sein können, gibt im wesentlichen die rinnenförmige Kontur bzw. das rinnenförmige
Profil der Plattenbänder vor.
[0024] Die die Führungsflächen bildenden Teile der Bügel können sich beispielsweise, wenn
die Umlenkungen als Kettenräder ausgebildet sind, im Bereich der Umlenkungen auf dem
Teilkreisdurchmesser der Kettenräder erstrecken.
[0025] Die gekröpften Bügel können sich beispielsweise im Obertrum und im Untertrum der
Plattenbänder so erstrecken, dass sie dort lückenlos gegeneinander anliegen, so dass
diese jeweils im Obertrum und im Untertrum eine Förderspur mit einer geschlossenen
Führungsfläche bilden.
[0026] Zweckmäßigerweise sind die Ketten als Laschenketten oder Rollenketten ausgebildet.
Beispielsweise können die Ketten als Rollenketten mit Winkellaschen an als Laschen
ausgebildeten Kettengliedern ausgebildet sein, auf denen die gekröpften Bügel montiert
sind, und zwar zwischen den Rollen, so dass die Bügel jeweils im Untertrum und im
Obertrum einen Plattenbandes gegeneinander anliegen.
[0027] Die Ketten können sich jeweils auf einem zwischen dem Obertrum und dem Untertrum
angeordneten Kettenschwert abstützen. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Ketten
sich zumindest über eine Teillänge auf Seitenführungen des Verdichtungskanals abstützen.
[0028] Bei einer besonders bevorzugten Variante der Kompaktierungsvorrichtung gemäß der
Erfindung ist vorgesehen, dass diese einen ersten und einen zweiten Verdichtungskanal
aufweist, wobei der erste Verdichtungskanal Teil einer ersten Kompaktiereinheit und
der zweite Verdichtungskanal Teil einer zweiten Kompaktiereinheit ist.
[0029] Grundsätzlich kann die Kompaktierungsvorrichtung ein erstes und ein zweites sowie
ein drittes und ein viertes Plattenband aufweisen, wobei das erste und zweite Plattenband
einen ersten Verdichtungskanal und das zweite und dritte Plattenband einen zweiten
Verdichtungskanal bilden.
[0030] Der Kompaktierungsvorrichtung kann beispielsweise ein Transportband oder eine Transportbandanordnung
vorgeschaltet sein, welche die Gebinde zunächst über eine Sortiervorrichtung führt.
Dabei können die Gebinde nach Material, Farbe oder anderen Kriterien sortiert werden
und dem ersten oder dem zweiten Verdichtungskanal zugeführt werden.
[0031] Eine besonders bevorzugte Variante der Kompaktierungsvorrichtung, die eine Doppel-Kompaktiereinheit
umfasst, gemäß der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass ein erstes, zweites und
ein drittes Plattenband vorgesehen ist, wobei das erste und das dritte Plattenband
einen ersten Verdichtungskanal und das zweite und das dritte Plattenband einen zweiten
Verdichtungskanal begrenzen. Bei dieser Variante wird in besonders vorteilhafter Art
und Weise durch die Anordnung genau dreier Plattenbänder zueinander eine Geometrie
mit zwei Verdichtungskanälen gebildet, was hinsichtlich der benötigten Bauteile, der
Ausbildung des erforderlichen Getriebes sowie hinsichtlich der Anzahl der benötigten
Antriebe besonders günstig ist. Das dritte Plattenband kann dabei beispielsweise von
seiner Breite, d.h. von seiner Dimension quer zur Transportrichtung etwa doppelt so
breit bemessen sein, wie das erste und das zweite Plattenband, wobei das erste und
das zweite Plattenband zweckmäßigerweise bezüglich des dritten Plattenbandes verschränkt
angeordnet sind und alle drei Plattenbänder zueinander konvergieren, d.h. keilförmig
angeordnet sind. Alle drei Plattenbänder sind dabei gleichsinnig wirkend und synchron
angetrieben, wobei sich die Plattenbänder, die einen Verdichtungskanal begrenzen,
gegeneinander bewegen.
[0032] Bei dieser Variante der Erfindung kann die Kompaktierungsvorrichtung zweckmäßigerweise
eine Sortiervorrichtung umfassen, die ein zu kompaktierendes Gebinde wahlweise dem
ersten oder zweiten Verdichtungskanal zuführt.
[0033] Beispielsweise kann die Sortiervorrichtung wenigstens ein Sortierpaddel umfassen,
welches ein auf dem dritten Plattenband beispielweise etwa mittig angeordnetes Gebinde
im Bedarfsfall quer zur Transportrichtung verschiebt, so dass das Gebinde in den ersten
oder in den zweiten Verdichtungskanal eingezogen wird.
[0034] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Plattenbänder zueinander so angeordnet
sind, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Verdichtungskanal eine Auswurfsgasse
gebildet wird, durch welche ein Gebinde ohne Kompaktierung transportiert werden kann.
Diese Auswurfgasse erstreckt sich vorteilhafterweise etwa in der Längsmittelachse
des dritten Plattenbandes. Auf dem dritten Plattenband oder dem dritten Plattenband
vorgeschaltet können Mittel zur Kategorisierung des zu verdichtenden Gebindes vorgesehen
sein. Beispielsweise kann per Laserscanner ein Etikett des Gebindes ausgelesen werden,
beispielsweise ein Barcodeetikett. Je nach Gebindetyp wird dann von einer Einrichtung
zur Detektion des Gebindetyps ein Signal an die Sortiervorrichtung gegeben, das gegebenenfalls
eine Betätigung des Sortierpaddels bewirkt, wenn das Gebinde sich auf der entsprechenden
Höhe des Transportweges auf dem dritten Plattenband befindet. Wird beispielsweise
ein Glasgebinde in die Kompaktierungsvorrichtung eingegeben, kann dies entweder optisch
oder über die Erfassung eines Etiketts oder auch über das spezifische Gewicht, dass
durch eine Wägevorrichtung ermittelt werden kann, erkannt werden. Handelt es sich
beispielsweise um ein Glasgebinde, würde kein Signal an die Sortiervorrichtung gegeben,
dass Sortierpaddel würde nicht betätigt und das Gebinde würde etwa längsmittig auf
dem Plattenband oder auf einem separaten Förderband durch die Auswurfgasse gefördert
werden.
[0035] Bei einer besonders kompakten und zweckmäßigen Anordnung der Kompaktierungsvorrichtung
mit zwei Kompaktiereinheiten oder einer Doppel-Kompaktiereinheit ist vorgesehen, dass
das erste und das zweite Plattenband über einen gemeinsamen ersten Antrieb gleichsinnig
und synchron angetrieben werden.
[0036] Die Kompaktierungsvorrichtung gemäß der Erfindung kann weiterhin wenigstens eine
Nachverdichtungseinrichtung umfassen, die eine Stauchung oder Nachverdichtung eines
quer zur Transportrichtung bereits verdichteten Gebindes in Transportrichtung vornimmt.
[0037] Die Erfindung wird nachstehend anhand zweiter in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
erläutert.
[0038] Es zeigen:
Fig.1 eine perspektivische Ansicht einer Kompaktiereinheit gemäß der Erfindung als
Teil einer Kompaktierungsvorrichtung gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine perspektivische Vorderansicht in den Verdichtungskanal der Kompaktiereinheit,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Kompaktiereinheit gemäß Figuren 1 und 2,
Fig. 4 eine weitere Seitenansicht der Kompaktiereinheit gemäß der Erfindung,
Fig. 5 eine vergrößerte Ansicht eines Plattenbandes im Bereich einer als Kettenrad
ausgebildeten Umlenkung,
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung einer Anordnung von insgesamt drei Plattenbändern,
die eine Doppel-Kompaktiereinheit mit zwei Verdichtungskanälen bildet,
Fig. 7 eine perspektivische Draufsicht der Anordnung gemäß Fig. 6 und
Fig. 8 eine perspektivische Draufsicht einer Anordnung entsprechend den Figuren 6
und 7, die das Antriebskonzept der Kompaktierungsvorrichtung veranschaulicht.
[0039] Es wird zunächst Bezug genommen auf die Figuren 1 bis 4, die eine Kompaktiereinheit
1 als Einfach-Kompaktiereinheit einer Kompaktierungsvorrichtung im Sinne der vorliegenden
Erfindung zeigt. Die Kompaktiereinheit 1 ist Teil einer Kompaktierungsvorrichtung,
die beispielsweise in einem im wesentlichen geschlossenen Gehäuse mit Bedienelementen
angeordnet ist. Die Kompaktierungsvorrichtung im Sinne der Erfindung kann ein Gehäuse
mit Bedienelementen, einer Einwurföffnung oder Eingabeöffnung und einer Ausgabeöffnung
aufweisen. Die Gestaltung eines solchen Gehäuses ist für die Erfindung nicht kritisch,
weswegen dieses nicht dargestellt ist.
[0040] Die in Figur 1 dargestellte Kompaktiereinheit 1 umfasst eine erste Verdichtungsstufe,
die durch ein erstes und ein zweites Plattenband 2, 3 gebildet wird, welche einen
Verdichtungskanal 4 begrenzen. Eine zweite Verdichtungsstufe wird durch eine Nachverdichtungseinrichtung
5 bereitgestellt. In dem Verdichtungskanal 4 erfolgt die Verdichtung bzw. Kompaktierung
eines zu entsorgenden Gebindes 6, beispielsweise einer PET-Flasche in Umfangsrichtung
des Gebindes 6, wohingegen in der Nachverdichtungseinrichtung eine Verdichtung bzw.
Kompaktierung des Gebindes 6 quer zur Umfangsrichtung, d.h. in Längsrichtung erfolgt.
Das Gebinde ist nur in den Figuren 6 und 7 dargestellt, die eine Doppelkompaktiereinheit
7 einer Kompaktierungsvorrichtung gemäß der Erfindung zeigen.
[0041] Die beispielweise in Figur 1 dargestellte Kompaktiereinheit 1 umfasst als Plattenbänder
2, 3 das erste liegende, in der dargestellten Konfiguration etwa horizontal angeordnete
Plattenband 2 und das dazu schiefstehend angeordnete zweite Plattenband 3. Das erste
Plattenband 2 und das zweite Plattenband 3 sind mit einem ersten Winkel α keilförmig
und zueinander konvergierend angeordnet.
[0042] Diese erste Winkel α wird im folgenden der Einfachheit halber als Konvergenzwinkel
bezeichnet. Das erste und das zweite Plattenband 2, 3 sind weiterhin um eine in Figur
1 eingezeichnete z-Achse (Hochachse) um einen zweiten Winkel zueinander verschränkt
angeordnet. Dieser Winkel wird nachstehend auch als Verschränkungswinkel bezeichnet.
In Figur 1 ist der Einfachheit halber ein Koordinatensystem umfassend x-, y- und z-Koordinaten
eingezeichnet. Bei der Konfiguration der Kompaktiereinheit gemäß Figur 1 erstreckt
sich das erste Plattenband 2 in einer Ebene, die durch die x- und y-Achse aufgespannt
wird, der Winkel α (Konvergenzwinkel) erstreckt sich zwischen einer Ebene, die durch
die x-/y-Koordinaten aufgespannt wird und einer schiefen Ebene im Raum, in der sich
das zweite Plattenband 3 erstreckt. Das zweite Plattenband 3 ist bezüglich des ersten
Plattenbandes 2 verschränkt angeordnet, d.h. in einer Projektion auf die x-y-Ebene
kreuzen sich das erste und das zweite Plattenband 3. Jedes der Plattenbänder 2, 3
bildet eine Förderspur, die Plattenbänder 2, 3 sind gegensinnig umlaufend angeordnet
und werden von einem ersten Antrieb 8 synchron angetrieben. Ein zweiter Antrieb 9
ist als Antrieb für die nicht im einzelnen beschriebene Nachverdichtungseinrichtung
5 vorgesehen.
[0043] An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Lage der Kompaktiereinheit 1 im Raum beispielsweise
so sein kann, wie sie in Figur 1 dargestellt ist, d.h. bei welcher das erste Plattenband
2 im wesentlichen liegend angeordnet ist. Die Kompaktiereinheit 1 kann allerdings
auch so angeordnet sein, dass der Verdichtungskanal 4 eine im wesentlichen obenliegende
Einwurföffnung bildet.
[0044] Die in Figur 1 dem Betrachter zugewandte Seite des Verdichtungskanals 4 bildet einen
Einzug für das zu kompaktierende Gebinde 6, wobei die Plattenbänder 2, 3 wegen ihres
gegensinnigen Umlaufs eine Transporteinrichtung bilden, die das Gebinde 6 in den Verdichtungskanal
4 ziehen.
[0045] Die Plattenbänder 2, 3 sind jeweils als endlos umlaufende Förderbänder mit einem
Obertrum 10 und einem Untertrum 11 ausgebildet. Das Obertrum 10 des ersten Plattenbandes
2 ist dem Obertrum 10 des zweiten Plattenbandes 3 gegenüberliegend angeordnet. Durch
die verkippte und verschränkte Anordnung der Plattenbänder 2, 3 ergibt sich ein im
Querschnitt vieleckiger, sich von einem Ausgangsquerschnitt auf einen Zielquerschnitt
verjüngender Verdichtungskanal 4.
[0046] Die in Figur 2 dargestellte Ansicht vermittelt einen Blick in den Einzug 12 des Verdichtungskanals
4, wo der Verdichtungskanal 4 den größten Querschnitt aufweist, der hier als Ausgangsquerschnitt
bezeichnet wird. Der Verdichtungskanal 4 verjüngt sich bis hin zu einem Auswurf 13,
dem die Nachverdichtungseinrichtung 5 nachgeschaltet ist. Der Auswurf 13 definiert
den Zielquerschnitt des Gebindes 6, welcher gegenüber dem Ausgangsquerschnitt verringert
ist.
[0047] Die Plattenbänder 2, 3 umfassen als "Platten" jeweils gekröpfte Bügel 14, die sich
jeweils zwischen gleichsinnig umlaufenden Ketten 15 erstrecken. Die Ketten 15 sind
jeweils als Endlosketten ausgebildet. Ein Plattenband 2 oder 3 wird jeweils durch
zwei parallel mit Abstand zueinander angeordnete und gegensinnig umlaufende Ketten
15 gebildet, wobei der Umlaufsinn der Ketten 15 des ersten Plattenbandes 2 entgegen
dem Umlaufsinn der Ketten 15 des zweiten Plattenbandes 2 ist, so dass die Plattenbänder
2, 3 gegeneinander laufen und unter Bezugnahme auf die Darstellung in Figur 2 eine
Förderrichtung bzw. Transportrichtung eines in den Verdichtungskanal eingegebenen
Gebindes vom Einzug 12 in Richtung auf den Auswurf 13 bestimmen.
[0048] Wie dies insbesondere der Figur 3 zu entnehmen ist, sind die Ketten 15 beispielsweise
als Rollenketten ausgebildet und über zwei in Transportrichtung voneinander beabstandete
Kettenräder 16 umgelenkt.
[0049] Die gekröpften Bügel 14 der Plattenbänder 2, 3 bilden jeweils im Obertrum 10 und
im Untertrum 11 eines Plattenbandes 2, 3 eine Förderspur mit einer geschlossenen Führungsfläche.
Die gekröpften Bügel 14 sind jeweils laschenförmig zweifach abgewinkelt ausgebildet
und weisen an ihren Enden Befestigungswinkel 17 auf, mit denen diese jeweils auf einer
Lasche 18 eines Kettengliedes befestigt sind. Die gekröpften Bügel 14 sind mittig
auf der betreffenden Lasche des Kettengliedes angeordnet, wobei deren Profil so beschaffen
ist, dass die aneinander liegenden gekröpften Bügel 14 seitliche Führungswangen 18
einer Förderspur bilden, wobei sich die Bereiche der gekröpften Bügel 14 zwischen
ihren Befestigungswinkeln 17 im Bereich der Kettenräder 16 auf dem Teilkreisdurchmesser
der Kettenräder 16 erstrecken.
[0050] Die gekröpften Bügel 14 sind auf ihren Außenseiten jeweils mit Einstichwerkzeugen
in Form von Dornen 19 versehen, wobei jeder der gekröpften Bügel 14 zwei Dornen 19
aufweist und die Dornen 19 eines Plattenbandes 2, 3 zueinander fluchtend, eine Dornspur
bildend angeordnet sind. Die Dornen 19 sind sowohl als Einstichwerkzeuge im Sinne
der Erfindung als auch als Traktionshilfe für ein in den Verdichtungskanal 4 eingezogenes
Gebinde 6 ausgebildet.
[0051] Die Dornspuren sind auf den Plattenbändern 2, 3 jeweils außermittig, d.h. parallel
und neben einer Längsmittelachse angeordnet, wobei bezogen auf die Figur 2 die Dornspur
des ersten Plattenbandes 2 rechts verlaufend angeordnet ist, wohingegen die Dornspur
des zweiten Plattenbandes 3 links verlaufend angeordnet ist.
[0052] Bei dem in den Figuren 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
eine seitliche Begrenzung des Verdichtungskanals 4 durch zwei Seitenführungsbleche
20 bewirkt, die den seitlich zwischen den Plattenbändern 2, 3 entstehenden Zwickel
schließen. Diese Seitenführungsbleche 20 sind allerdings für die Funktionsweise der
Kompaktiereinheit 1 nicht notwendigerweise erforderlich, da eine Seitenführung bereits
über die Führungswangen 18 der Plattenbänder 2, 3 bewirkt wird.
[0053] Ein in den Einzug 12 eingegebenes Gebinde 6, beispielsweise in Form einer PET-Flasche
wird von den Dornen 19 der Plattenbänder 2, 3 mitgenommen und in dem sich verjüngenden
Verdichtungskanal von den Dornen 19 durchstochen bzw. perforiert. Die Dornspuren,
die naturgemäß um den Verschränkungswinkel zueinander gekreuzt verlaufen, ziehen das
Gebinde 6 in den Verdichtungskanal 4 ein, wobei der erste Winkel α (Konvergenzwinkel)
der Plattenbänder 2, 3 eine erste Verdichtungsrichtung von dem Ausgangsquerschnitt
auf den Zielquerschnitt senkrecht zur Transportrichtung, d.h. senkrecht zur Längserstreckung
des Verdichtungskanals 4 vorgibt, wohingegen der zweite Winkel, d.h. der Verschränkungswinkel
eine zweite Verdichtungsrichtung quer zur Transportrichtung und quer zu der Verdichtungsrichtung
vorgibt, so dass eine Verpressung des Gebindes über die Führungswangen 18 einerseits
und über die Führungsflächen der Plattenbänder 2, 3 quer dazu erfolgt. Das Gebinde
6 wird über seinen gesamten Umfang/Querschnitt gleichmäßig in Umfangsrichtung verdichtet.
[0054] Das aus dem Auswurf 13 ausgegebene Gebinde wird sodann in der Nachverdichtungseinrichtung
5 in Transportrichtung verdichtet bzw. gestaucht, so dass ein zu einer angenäherten
Kugelform verdichtetes Gebinde am Ende des Kompaktierungsvorganges vorliegt. Als Antrieb
der Kompaktiereinheit kann ein einziger Motor vorgesehen sein, alternativ können mehrere
Motoren 8, 9 wie vorstehend beschrieben vorgesehen sein, wobei der erste Motor 8 über
ein erstes Getriebe 21 das erste und das zweite Plattenband 2, 3 synchron antreibt
und der zweite Motor 9 die Nachverdichtungseinrichtung 5 antreibt. Alternativ können
ein einziger Motor und ein einziges Getriebe vorgesehen sein.
[0055] Figur 5 zeigt eine detaillierte vergrößerte Ansicht des zweiten Plattenbandes 3 im
Bereich einer Umlenkung. Insbesondere ist aus Figur 5 die Ausbildung und Führung der
Ketten 15 sowie die Ausbildung der gekröpften Bügel 14 erkennbar. Die Ketten 15 sind
jeweils als Rollenketten mit laschenförmigen Kettengliedern 22 ausgebildet, die zu
einer Endloskette zusammengefügt sind. An die Laschen 23 der Kettenglieder 22 sind
jeweils Winkel 24 angeformt, an denen die Befestigungswinkel 17 der gekröpften Bügel
14 verschraubt sind.
[0056] Die Kompaktierungsvorrichtung gemäß der Erfindung kann ein oder mehrere Kompaktiereinheiten
der vorstehend beschriebenen Art umfassen, und zwar für verschiedene Gebinde. Grundsätzlich
können mehrere Kompaktiereinheiten 1 der vorstehend beschriebenen Art in einer Kompaktierungsvorrichtung
gemäß der Erfindung nebeneinander angeordnet sein, wobei der Kompaktiereinheit 1 eine
weitere Zuführung und eine Sortiervorrichtung vorgeschaltet sein können.
[0057] Alternativ kann die Kompaktiereinheit 1 gemäß der Erfindung als Doppel-Kompaktiereinheit
7 ausgebildet sein.
[0058] Im folgenden wird anhand der Figuren 6 bis 8 eine Doppel-Kompaktiereinheit 7 gemäß
der Erfindung beschrieben, die im wesentlichen von dem zuvor beschriebenen Prinzip
der Erfindung Gebrauch macht.
[0059] Bauteile der Doppel-Kompaktiereinheit 7, die Bauteilen der Kompaktiereinheit 1 entsprechen,
werden im folgenden mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0060] Die Doppel-Kompaktiereinheit 7 umfasst ein erstes, zweites und drittes Plattenband
25, 26, 27, wobei das erste und zweite Plattenband 25, 26 einen ersten Verdichtungskanal
28 und das erste und das dritte Plattenband 25, 27 einen zweiten Verdichtungskanal
29 bilden. Das erste Plattenband 25 der Doppel-Kompaktiereinheit 7 entspricht dem
ersten Plattenband 2 der Kompaktiereinheit 1 (Einfach-Kompaktiereinheit), wobei das
erste Plattenband 25 der Doppel-Kompaktiereinheit 7 etwa doppelt so breit ist wie
jeweils das zweite Plattenband 26 und das dritte Plattenband 27. Das erste Plattenband
25 und das zweite Plattenband 26 sind zueinander verkippt und verschränkt angeordnet,
ebenso wie das erste Plattenband 2 und das zweite Plattenband 3 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
bzw. bei der Einfach-Kompaktiereinheit 1. Ebenso sind das erste Plattenband 25 und
das dritte Plattenband 27 der Doppel-Kompaktiereinheit 7 zueinander angeordnet. Das
erste Plattenband 25 und das zweite Plattenband 26 sind mit Abstand zueinander angeordnet,
zwischen diesen bzw. zwischen dem ersten Verdichtungskanal 28 und dem zweiten Verdichtungskanal
29 wird eine Auswurfgasse 30 gebildet, durch die ein Gebinde 6 ohne Verdichtung hindurchgeführt
werden kann. Im übrigen entspricht die Funktionsweise der Doppel-Kompaktiereinheit
7 der Funktionsweise zweier Kompaktiereinheiten 1 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0061] Figur 6 zeigt die Anordnung der ersten, zweiten und dritten Plattenbänder 25, 26
und 27 zueinander mit Blick in den Einzug 12 des ersten und des zweiten Verdichtungskanals
28, 29. Aus dieser Perspektive sind die Verdichtungskanäle 28, 29 divergierend angeordnet.
[0062] Bei der Abbildung in Figur 6 ist nur der zweite Verdichtungskanal 29 seitlich mit
Seitenführungsblechen 20 verschlossen, solche Seitenführungsbleche 20 sind in Verbindung
mit dem ersten Verdichtungskanal 28 nicht dargestellt. Diese können allerdings dort
ebenso vorgesehen sein.
[0063] Ein auf das erste Plattenband 25 längsmittig aufgegebenes Gebinde 6 kann mittels
einer nicht dargestellten Sortiervorrichtung, beispielsweise mittels eines Sortierpaddels
aus der Mitte des ersten Plattenbandes 25 so ausgelenkt werden, dass das Gebinde 6
entweder dem ersten Verdichtungskanal 28 oder dem zweiten Verdichtungskanal 29 zugeführt
wird. Diese Sortierung kann in Abhängigkeit der Art des Gebindes 6 erfolgen. Hierfür
kann vorgesehen sein, dass dem ersten Plattenband 25 eine Detektionsvorrichtung vorgeschaltet
ist, die beispielsweise anhand von optischer Eigenschaften des Gebindes 6 erkennt,
ob es sich beispielsweise um eine Blechdose, eine PET-Flasche oder um eine Glasflasche
handelt. Beispielsweise kann im Falle der Erkennung des Gebindes 6 als Glasflasche
die Detektionsvorrichtung ein Signal an die Sortiervorrichtung geben, die wiederum
das Sortierpaddel veranlasst, das Gebinde 6 auf die ein oder andere Seite des ersten
Plattenbandes 25 zu schieben. Eine Erkennung bzw. Detektion des Gebindes kann mittels
Laserscannen des Etiketts oder über eine Farberkennung oder über eine vorherige Wägung
erfolgen. Erkennt die Detektionseinrichtung beispielsweise, das der Doppel-Kompaktiereinheit
7 eine Glasflasche zugeführt wird, kann vorgesehen sein, dass die Sortiereinrichtung
dazu veranlasst wird, die Flasche bzw. das Gebinde 6 nicht aus der Längsmittelachse
des ersten Plattenbandes 25 verschieben, so dass das Gebinde 6 durch die Auswurfgasse
30 hinausgefördert wird.
[0064] Der Doppel-Kompaktiereinheit 7 gemäß der Erfindung können, abgesehen von einer Nachverdichtungseinrichtung
5 verschiedene Auffangbehälter nachgeschaltet sein. Bei der Doppel-Kompaktiereinheit
7 gemäß Figur 6 ist zweckmäßigerweise jedem Verdichtungskanal 28, 29 eine Nachverdichtungseinrichtung
5 nachgeschaltet.
[0065] Figur 7 zeigt die Doppel-Kompaktiereinheit 7 gemäß Figur 6 in perspektivischer Draufsicht.
Wie insbesondere der Zusammenschau aus den Figuren 6 und 7 zu entnehmen ist, sind
vorzugsweise das zweite und dritte Plattenband 26 und 27 über eine einzige, gemeinsame
Gelenkwelle 31 angetrieben, wobei die Gelenkwelle 31 einen ersten Gelenkwellenabschnitt
32 aufweist, der ein Kettenrad 16 des zweiten Plattenbandes 26 antreibt. Der erste
Gelenkwellenabschnitt 32 ist über ein Kreuzgelenk 33 mit einem zweiten Gelenkwellenabschnitt
34 verbunden, der zweite Gelenkwellenabschnitt 34 treibt ein Kettenrad 16 des dritten
Plattenbandes 27. Auf diese Art und Weise werden beide Plattenbänder 26, 27 über die
Gelenkwelle 31 synchron und gleichsinnig angetrieben. Das zweite und das dritte Plattenband
26, 27 werden gegensinnig zu dem ersten Plattenband 25 angetrieben.
[0066] Die Figur 8 zeigt ein mögliches Antriebskonzept einer Doppel-Kompaktiereinheit 7,
wie sie beispielsweise in den Figuren 6 und 7 dargestellt ist. Ein erster Motor 8
treibt über ein erstes Getriebe 21 sowie das erste als auch das zweite und das dritte
Plattenband 25, 26, 27, wobei eine Abtriebswelle 35 des zweiten Antriebes ein Kettenrad
16 des ersten Plattenbandes 25 antreibt. Über ein Transmissionselement 36 wird gleichzeitig
die Gelenkwelle 31 angetrieben. Die Gelenkwelle 31 treibt wiederum das zweite und
das dritte Plattenband 26, 27 an. Hinter dem ersten Verdichtungskanal 28 ist eine
erste Nachverdichtungseinrichtung 5a angeordnet, hinter dem zweiten Verdichtungskanal
29 ist eine zweite Nachverdichtungseinrichtung 5b angeordnet. Die Nachverdichtungseinrichtungen
5a, 5b werden über einen zweiten Motor 9 und eine weitere Gelenkwelle 37 angetrieben.
[0067] Mit 38 ist andeutungsweise ein Förderband bezeichnet, dessen Länge größer bemessen
ist als die Länge des ersten Plattenbandes 25 und welches als endlos umlaufendes Förderband
38 das zweite Plattenband 26 vollständig einhüllt. Das Förderband 38 erstreckt sich
in der Längsmittelachse der Doppel-Kompaktiereinheit 7 durch die Auswurfgasse 30 hindurch.
Das Förderband kann beispielsweise das aufzugebende Gebinde 6 aufnehmen. Das Gebinde
6 kann dann beispielsweise von einem Organ einer Sortiereinrichtung, beispielsweise
von einem Sortierpaddel je nach Beschaffenheit von dem Förderband 38 auf die eine
oder andere Seite des ersten Plattenbandes 25 aufgeworfen werden, um dann entweder
dem ersten Verdichtungskanal 28 oder dem zweiten Verdichtungskanal 29 zugeführt zu
werden.
[0068] Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das erste Plattenband 25 bei der Doppel-Kompaktiereinheit
7 an jeder Seite eine Dornspur mit jeweils zwei nebeneinander angeordneten Dornen
19 aufweist.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 1
- Kompaktiereinheit
- 2
- erstes Plattenband
- 3
- zweites Plattenband
- 4
- Verdichtungskanal
- 5
- Nachverdichtungseinrichtung
- 5a
- erste Nachverdichtungseinrichtung der Doppel-Kompaktiereinheit
- 5b
- zweite Nachverdichtungseinrichtung der Doppel-Kompaktiereinheit
- 6
- Gebinde
- 7
- Doppel-Kompaktiereinheit
- α
- erster Winkel (Konvergenzwinkel)
- 8
- erster Motor
- 9
- zweiter Motor
- 10
- Obertrum
- 11
- Untertrum
- 12
- Einzug
- 13
- Auswurf
- 14
- gekröpfte Bügel
- 15
- Ketten
- 16
- Kettenräder
- 17
- Befestigungswinkel
- 18
- Führungswangen
- 19
- Dornen
- 20
- Seitenführungsbleche
- 21
- erstes Getriebe
- 22
- Kettenglieder
- 23
- Laschen
- 24
- Winkel
- 25
- erstes Plattenband
- 26
- zweites Plattenband
- 27
- drittes Plattenband
- 28
- erster Verdichtungskanal der Doppel-Kompaktiereinheit
- 29
- zweiter Verdichtungskanal der Doppel-Kompaktiereinheit
- 30
- Auswurfgasse
- 31
- Gelenkwelle
- 32
- erster Gelenkwellenabschnitt
- 33
- Kreuzgelenk
- 34
- zweiter Gelenkwellenabschnitt
- 35
- Abtriebswelle
- 36
- Transmissionselement
- 37
- Gelenkwelle
- 38
- Förderband
1. Kompaktierungsvorrichtung zur Kompaktierung von Gebinden mit wenigstens einer Kompaktiereinheit
(1), umfassend einen Einzug (12) für ein Gebinde und einen Auswurf (13) für ein kompaktiertes
Gebinde (6), mindestens eine Transporteinrichtung mit mehreren gleichsinnig wirkenden
Zugvorrichtungen, die ein zu kompaktierendes Gebinde (6) durch einen sich in Transportrichtung
verjüngenden Verdichtungskanal (4, 28, 29) transportieren, der sich von dem Einzug
(12) bis zu dem Auswurf (13) erstreckt und in welchem das Gebinde (6) quer zur Transportrichtung
von einem Ausgangsquerschnitt auf einen Zielquerschnitt verdichtet wird, wobei die
Zugvorrichtungen als Plattenbänder (2, 3, 25, 26, 27) ausgebildet sind, zwei Plattenbänder
(2, 3, 25, 26, 27) den Verdichtungskanal (4, 28, 29) begrenzen, die zwei Plattenbänder
(2, 3, 25, 26, 27) mit einem ersten Winkel zueinander konvergierend angeordnet sind
und diese Plattenbänder (2, 3, 25, 26, 27) zusätzlich um einen zweiten Winkel gegeneinander
verschränkt sind, wobei der erste Winkel eine erste Verdichtungsrichtung von dem Ausgangsquerschnitt
auf den Zielquerschnitt senkrecht zur Transportrichtung und der zweiter Winkel eine
zweite Verdichtungsrichtung von dem Ausgangsquerschnitt auf den Zielquerschnitt senkrecht
zur Transportrichtung vorgibt.
2. Kompaktierungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Winkel eine Verdichtungsrichtung von dem Ausgangsquerschnitt auf den Zielquerschnitt
größer 0° und kleiner 360°, vorzugsweise größer 45° und kleiner 135°, weiterhin vorzugsweise
etwa 90° zu der ersten Verdichtungsrichtung vorgibt.
3. Kompaktierungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenbänder (2, 3, 25, 26, 27) jeweils ein Fördertrum mit einer jeweils den
Verdichtungskanal (4, 28, 29) teilweise begrenzenden, geschlossenen Führungsfläche
bilden.
4. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenbänder jeweils ein rinnenförmiges Profil mit seitlichen Führungswangen
(18) für die Gebinde (6) aufweisen, zwischen denen jeweils eine Förderspur gebildet
wird.
5. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungswange (18) eines der zwei konvergierend zueinander angeordneten Plattenbänder
(2, 3, 25, 26, 27) jeweils mit einer Führungswange (18) des anderen Plattenbandes
(2, 3, 25, 26, 27) der zwei konvergierend zueinander angeordneten Plattenbänder (2,
3, 25, 26, 27) gegenüberliegende seitliche Begrenzungen des Verdichtungskanals (4,
28, 29) bilden.
6. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Plattenband (2, 3, 25, 26, 27) auf einer dem Verdichtungskanal (4,
28, 29) zugewandten Seite mit Einstichwerkzeugen zur Perforation der Gebinde (6) versehen
ist.
7. Kompaktierungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Einstichwerkzeuge eine Vielzahl von sich in den Verdichtungskanal (4, 28, 29)
erstreckenden Dornen (19) vorgesehen sind, die an wenigstens einem Plattenband (2,
3, 25, 26, 27) eine sich in Transportrichtung des Gebindes (6) erstreckende Dornspur
bilden.
8. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenbänder (2, 3, 25, 26, 27) zueinander starr angeordnet sind.
9. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenbänder (2, 3, 25, 26, 27) jeweils zwei endlose Ketten (15) umfassen, die
über jeweils als Kettenrad (16) ausgebildete Umlenkungen so geführt sind, dass sie
jeweils ein Obertrum (10) und ein Untertrum (11) bilden, wobei die Ketten (15) eines
Plattenbandes(2, 3, 25, 26, 27) gleichsinnig umlaufend und paarweise angeordnet sind
und sich zwischen den Ketten (15) erstreckende, gekröpfte Bügel (14) aufweisen, die
parallel und mit Abstand zueinander angeordnete Kettenglieder (22) der Ketten (15)
eines Paares miteinander verbinden.
10. Kompaktierungsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die gekröpften Bügel (14) im Obertrum (10) und im Untertrum (11) lückenlos gegeneinander
anliegen, sodass diese jeweils im Obertrum (10) und im Untertrum (11) eine Förderspur
mit einer geschlossenen Führungsfläche bilden.
11. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ketten (15) als Rollenkettten oder Laschenketten ausgebildet sind.
12. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ketten sich jeweils auf einem zwischen dem Obertrum (10) und dem Untertrum (11)
angeordneten Kettenschwert abstützen.
13. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen ersten (28) und einen zweiten Verdichtungskanal (29) aufweist, wobei
der erste Verdichtungskanal (28) Teil einer ersten Kompaktiereinheit und der zweite
Verdichtungskanal (29) Teil einer zweiten Kompaktiereinheit ist.
14. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen ersten und einen zweiten Verdichtungskanal (28, 29) aufweist, die Teil
einer Doppel-Kompaktiereinheit (7) sind und dass ein erstes, zweites und drittes Plattenband
(25, 26, 27) vorgesehen ist, wobei das erste (25) und das zweite Plattenband (26)
den ersten Verdichtungskanal (28) und das erste (25) und das dritte Plattenband (27)
den zweiten Verdichtungskanal (29) begrenzen.
15. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 13 oder 14, gekennzeichnet durch eine Sortiervorrichtung, die ein zu kompaktierendes Gebinde (6) wahlweise dem ersten
oder dem zweiten Verdichtungskanal (28, 29) zuführt.
16. Kompaktierungsvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Sortiervorrichtung ein Sortierpaddel umfasst, welches ein auf dem dritten Plattenband
(27) angeordnetes Gebinde (6) im Bedarfsfall quer zur Transportrichtung verschiebt.
17. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenbänder (25, 26, 27) so zueinander angeordnet sind, dass zwischen dem ersten
und dem zweiten Verdichtungskanal (28, 29) eine Auswurfgasse (30) gebildet wird, durch
welche ein Gebinde (6) ohne Kompaktierung transportiert werden kann.
18. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Plattenband (25) und das zweite Plattenband (26) über einen gemeinsamen
ersten Antrieb gleichsinnig und synchron angetrieben werden.
19. Kompaktierungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1-18, weiterhin umfassend wenigstens
eine Nachverdichtungseinrichtung (5), die eine Stauchung oder Nachverdichtung eines
quer zur Transportrichtung bereits verdichteten Gebindes (6) in Transportrichtung
vornimmt.