[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Foliendispenser sowie ein Behälter für einen Foliendispenser
und ein Verfahren zum Freilegen des Bandendes einer Folie bei einem Foliendispenser
gemäss den Merkmalen der Patentansprüche 1, 2 und 9.
[0002] Es ist bekannt, Folienbänder wie z.B. Frischhaltefolien zu Folienrollen aufzurollen
und in Gebinden bzw. Behältern zu lagern, die zugleich als Dispenser zum Herausziehen
und Abtrennen von Folienabschnitten genutzt werden können. Verbreitet umfassen solche
Dispenser Faltschachteln aus Karton oder Wellpappe. Nach dem Entfernen eines Erstnutzungsschutzes
wird der äussere Endabschnitt des aufgerollten Folienbandes durch eine Entnahmeöffnung
des Behälters geführt. Zum Bereitstellen eines Folienabschnitts wird der Endabschnitt
ergriffen, bis zur gewünschten Länge aus dem Behälter herausgezogen und anschliessend
abgetrennt. Zum Abtrennen umfasst der Behälter in der Regel eine Trennvorrichtung
wie z.B. eine gezackte Abreisskante oder ein entlang einer Führung in Längsrichtung
des Behälters verschiebbares Schneidmesser. Die Trennvorrichtung ist in der Regel
so am Behälter angeordnet, dass sie zumindest beim Abtrennen des herausgezogenen Folienabschnitts
beabstandet zur Entnahmeöffnung liegt. Dies bewirkt, dass der neue Endabschnitt der
Folie nach dem Abtrennen eines Folienabschnitts ein Stück weit aus der Entnahmeöffnung
herausragt. Der Endabschnitt wird so daran gehindert, wieder ins Innere des Behälters
eingezogen zu werden. Ein freiliegender Abschnitt kann bei der nächsten Benutzung
des Foliendispensers leichter wieder ergriffen werden.
Je nach Ausbildung des Behälters kann die Entnahmeöffnung z.B. eine durch einen Klappdeckel
überdeckbare offene Zugangsseite des Behälters sein. Alternativ kann die Entnahmeöffnung
auch als längliche Ausnehmung an einer der Behälterwände ausgebildet sein.
Die Trennvorrichtung kann beispielsweise an einer Kante des Klappdeckels oder einer
der Behälterwände angeordnet sein. Alternativ kann die Trennvorrichtung auch an einer
anderen Stelle des Behältermantels, beispielsweise zwischen zwei Längskanten aussen
an einer Seitenwand des Behälters angeordnet sein.
Insbesondere bei Kunststofffolien können Adhäsionskräfte bewirken, dass die Folie
an der Aussenseite des Behälters haftet. Die Hafteigenschaften sind abhängig von der
jeweiligen Folie und von der Oberflächenbeschaffenheit des Behälters. Diese Oberflächenbeschaffenheit
kann lokale Unterschiede aufweisen. So kann die Behälteroberfläche beispielsweise
vollständig oder bereichsweise mit einer glatten Lackschicht überzogen sein. Insbesondere
dünne Folien auf Basis von Polyester (PET), Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) oder
Polyvinylchlorid (PVC) haften stark an solchen Oberflächen. Alternativ zu Lack- oder
Farbschichten kann die Oberfläche des Behälters auch Bereiche mit Klebstoff umfassen,
an denen eine Folie wieder lösbar haften kann. Auf diese Weise können beispielsweise
auch Endabschnitte von Folien wie z.B. Aluminiumfolien wieder lösbar am Gehäuse gehalten
werden, bei denen sonst nur sehr geringe oder keine Anziehungskräfte zwischen der
Behälteroberfläche und der Folie wirken würden.
Die Anziehungskraft bzw. Haltekraft ist zum einen erwünscht, da der Endabschnitt der
Folie daran gehindert wird, ins Behälterinnere gezogen zu werden. Auch wird die Folie
beim Schneiden mittels eines Schneidmessers am Behälter gehalten, sodass sie beim
Schneiden nicht vom Schneidmesser mitgezogen wird.
Zum andern bewirkt diese Anziehungskraft, dass der Endabschnitt der Folie nur schlecht
mit den Fingern gefasst werden kann, wenn ein Abschnitt der Folie von der Rolle abgezogen
werden soll.
[0003] Aus der
WO2015035526A1 ist ein Foliendispenser mit einer Faltschachtel bekannt, wobei diese Faltschachtel
an der Vorderwand einen Führungsspalt für ein Schneidmesser umfasst, und wobei beidseits
dieses Führungsspalts eine Haftzone ausgebildet ist, an welcher der Endabschnitt der
Folie wieder lösbar haftet. Im Bereich der Oberkante dieser Vorderwand ragt eine Stützzunge
hervor, welche einen aus der Entnahmeöffnung herausragenden Endabschnitt der Folie
daran hindert, im Bereich dieser Stützzunge an der Vorderwand der Faltschachtel anzuliegen
und dort zu haften. Zusätzlich ist der Bereich zwischen der Stützzunge und dem Führungsspalt
als haftfreie Zone ausgebildet. Die Stützzunge hat zudem die Wirkung, dass dort der
Endabschnitt der Folie aufliegt und so leichter ergriffen werden kann.
Die Stützzunge ist als entlang einer halbkreisförmigen Perforation vom angrenzenden
Teil der Vorderwand getrennter Abschnitt ausgebildet. Dieser Abschnitt ragt in seiner
unbelasteten Ruhelage an der Vorderwand schräg nach vorne. Die Stützzunge ist zumindest
näherungsweise als elastisch federnder Teil der Faltschachtel ausgebildet. Wirkt eine
Kraft von vorne auf die Stützzunge, wird sie entgegen der elastischen Federkraft zur
Vorderwand hin geschwenkt. Wird die von aussen wirkende Druckkraft reduziert, so schwenkt
die Stützzunge - getrieben durch die elastische Federkraft - wieder nach aussen.
[0004] Die Rückstellkraft der Stützzunge ist vom verwendeten Material der Faltschachtel
abhängig. Da zur Herstellung von Faltschachteln in der Regel Karton oder kartonartige
Materialien verwendet werden, ist die von der Stützzunge erbringbare Rückstellkraft
vergleichsweise klein. Mit zunehmender Anzahl Schwenkzyklen verkleinert sich die Rückstellkraft
zusätzlich infolge der Materialermüdung.
[0005] Die Überdeckung der Stützzunge durch einen Frontlappen des Klappdeckels führt dazu,
dass die Stützzunge bei geschossenem Klappdeckel nach innen zur Vorderwand hin gedrückt
wird. Dies führt dazu, dass sich der Auslenkwinkel der Stützzunge auch in der Ruhelage,
wenn keine Kraft von aussen auf die Stützzunge wirkt, verkleinert. Die Stützzunge
vermag somit den aufliegenden Endabschnitt der Folie auch bei geöffnetem Klappdeckel
nicht mehr ausreichend weit nach aussen zu drücken, was das Ergreifen dieses Endabschnitts
erschwert. Einen analogen Effekt haben Haftzonen, welche die Folie an der Aussenwand
der Faltschachtel halten und dadurch auch eine Druckkraft auf die Stützzunge ausüben.
[0006] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Foliendispenser sowie ein Behälter
für einen Foliendispenser zu schaffen, die ein einfaches Ergreifen des Endabschnitts
der Folie zum Herausziehen eines Folienabschnitts ermöglichen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Foliendispenser, durch einen Behälter für einen
Foliendispenser sowie durch ein Verfahren zum Bereitstellen eines greifbaren Endabschnitts
einer Folie gemäss den Merkmalen der Patentansprüche 1, 2 und 9.
[0007] Ein erfindungsgemässer Foliendispenser umfasst einen Behälter, in dem ein aufgerolltes
Folienband gelagert ist.
[0008] Vorzugsweise ist der Behälter eine kostengünstig herstellbare Faltschachtel. Ein
Endabschnitt des Folienbandes ist durch eine Entnahmeöffnung des Behälters nach aussen
geführt. Diese Entnahmeöffnung kann insbesondere bei einer Faltschachtel der Zwischenraum
zwischen einem Klappdeckel und dem Gehäuserumpf sein, an dem der Klappdeckel schwenkbar
angelenkt ist.
Beabstandet zur Entnahmeöffnung umfasst der Behälter eine Trennvorrichtung, beispielsweise
eine gezackte Trennkante oder ein entlang einer Führungsvorrichtung verschiebbar gelagertes
Schneidmesser. Der Behälter umfasst zwischen der Entnahmeöffnung und der Trennvorrichtung
eine Kontaktfläche, an der ein herausgezogener Folienabschnitt anliegt, wenn er mittels
der Trennvorrichtung vom restlichen Folienvorrat abgetrennt wird. Im Bereich dieser
Kontaktfläche ist ein Stützelement so beweglich angeordnet, dass seine über die Kontaktfläche
überstehende Überstandshöhe veränderbar ist. Sie wirkt als Distanzhalter, der den
Endabschnitt der Folie in diesem Bereich in einem Abstand zur Kontaktfläche hält.
Dieser Abstand entspricht der jeweiligen Überstandshöhe des Stützelements und hat
den Zweck, dass die Folie an dieser Stelle besser ergriffen werden kann, um einen
Folienabschnitt von der Folienrolle abzuziehen.
Erfindungsgemäss umfasst der Behälter ein Betätigungselement, mit dem eine Auslenkkraft
auf das Stützelement ausgeübt werden kann, um dieses in eine Lage mit einer grösseren
Überstandshöhe zu bewegen. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn die elastische
Auslenkkraft des Stützelements nachlässt oder zu klein ist, um den Folienendabschnitt
in ausreichender Distanz zur Kontaktfläche zu halten. Die Überstandshöhe kann auch
durch andere Effekte wie z.B. durch die Auflagekraft mit der die Folie und/oder ein
Teil eines Klappdeckels das Stützelement in Richtung der Kontaktfläche drückt, verringert
werden.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Behälter als Faltschachtel
ausgebildet, wobei das Stützelement eine an der Kontaktfläche nach vorne ragende Stützzunge
ist, und wobei das Betätigungselement eine mit dieser Stützzunge korrespondierende
Ausnehmung an einem Klappdeckel und/oder einen an diesem Klappdeckel nach innen hervorragenden
Absatz umfasst. Zum Herausziehen eines Folienabschnitts aus einem solchen Behälter
wird zuerst der Klappdeckel geöffnet. Da sich die Stützzunge und die Unterkante der
Ausnehmung hintergreifen, hakt die Stützzunge an dieser Unterkante ein und wird beim
Öffnen des Klappdeckels mitgenommen und nach oben bzw. nach aussen geschwenkt. Analoges
gilt auch bei Betätigungselementen in Gestalt von Absätzen, die an einem Frontlappen
des Klappdeckels nach innen hervorragen.
[0009] Nebst Faltschachteln, die vorzugsweise aus Karton oder Wellkarton gefertigt sind,
umfasst die Erfindung auch Dispenser bzw. Behälter, die aus anderen Materialien wie
z.B. aus Kunststoff oder aus Metall oder aus einem Verbundwerkstoff gefertigt sind.
Alternativ könnte der Behälter auch zwei oder mehrere Stützelemente umfassen, die
verteilt über die Länge der Kontaktfläche angeordnet sind, wobei zu jedem dieser Stützelemente
ein korrespondierendes Betätigungselement vorgesehen ist. Stützelemente haben vorzugsweise
die Gestalt von halbkreisförmigen Stützzungen, können aber auch andere Formen aufweisen.
Insbesondere könnten sich bei alternativen Ausführungsformen ein oder mehrere Stützelemente
über längere Abschnitte oder über die gesamte Länge der Kontaktfläche erstrecken.
Entsprechendes gilt auch für die zugehörigen Betätigungselemente. Für mehrere Stützelemente
könnte alternativ auch ein gemeinsames Betätigungselement am Behälter angeordnet sein,
beispielsweise in Gestalt eines Frontlappens, der sich über die gesamte Länge einer
Faltschachtel erstreckt und eine nach innen umgefalzte Unterkante umfasst.
[0010] Anhand einiger Figuren wird die Erfindung im Folgenden näher beschrieben. Dabei zeigen
- Figur 1
- einen Foliendispenser mit einem geöffneten Behälter und einer darin gelagerten Folienrolle,
- Figur 2
- einen Stanzriss des Behälters des Foliendispensers aus Figur 1.
[0011] Figur 1 zeigt einen Foliendispenser, der einen länglichen Behälter 1 umfasst, in
dem eine Folienrolle 3 mit einem auf einen zylindrischen Kern 5 aufgewickelten Folienband
7 aus Kunststoff gelagert ist. Der Behälter 1 ist vorzugsweise als quaderförmige Faltschachtel
aus Karton oder Wellpappe gefertigt, beispielsweise aus Karton mit einer Wandstärke
zwischen etwa 0.5mm und 1mm. Er umfasst einen Schachtelrumpf mit einer Vorderwand
9, einem Boden 11, einer Rückwand 13 und zwei annähernd quadratischen Stirnwänden
15a, 15b, deren Kantenlängen beispielsweise zwischen 35mm und 70mm liegen. Die äussere
Länge L1 des Schachtelrumpfs liegt beispielsweise im Bereich von 20cm bis 52cm.
[0012] An den Innenseiten der Stirnwände 15a, 15b sind Lagerstellen 17a, 17b zum drehbaren
Lagern des Kerns 5 angeordnet. An der Oberkante der Rückwand 13 ist ein Klappdeckel
19 schwenkbar angelenkt, wobei die hintere Längskante einer Deckfläche 21 des Klappdeckels
19 an die Rückwand 13 angrenzt. Dieser Klappdeckel 19 ist bei der in Figur 1 dargestellten
Aufsicht auf den Foliendispenser geöffnet, sodass der Innenraum sichtbar ist.
[0013] Angrenzend an die vordere Längskante der Deckfläche 21 umfasst der Klappdeckel 19
einen Frontlappen 23, der sich bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform über
die gesamte Länge des Behälters 1 erstreckt und bei geschlossenem Behälter 1 einen
oberen Abschnitt der Vorderwand 9 überdeckt. Vorzugsweise umfasst die Faltschachtel
im Originalzustand einen Erstnutzungsschutz. Dieser kann beispielsweise als entlang
einer Perforationslinie P abtrennbarer Streifen 23a des Frontlappens 23 ausgebildet
sein, der unten in analoger Weise auch mit dem Schachtelrumpf verbunden ist. Bei der
Darstellung der Faltschachtel in Figur 1 ist dieser Streifen nicht sichtbar, da er
bereits abgetrennt worden ist. Die nach dem Abtrennen des Streifens 23a verbleibende
sichtbare Unterkante 25 des Frontlappens 23 entspricht der Perforationslinie P.
[0014] Figur 2 zeigt einen Stanzriss der Faltschachtel aus Figur 1, bei dem der Streifen
23a noch nicht vom Frontlappen 23 abgetrennt ist. Die Stanzkanten sind als fette Linien
dargestellt, Faltkanten als dünnere Linien. Unterbrochene fette Linien sind Perforationslinien
P zum Trennen von aneinander angrenzenden Bereichen der Faltschachtel.
[0015] An die Oberkante 9a der Vorderwand 9 schliesst eine vordere Innenwand 10 an. Sie
ist mittels eines Falzes F, vorzugsweise mittels zwei in einem geringen gegenseitigen
Abstand von beispielsweise 2mm bis 5mm zueinander ausgebildeten Falzen F an der Vorderwand
9 umklappbar angelenkt. Die vordere Innenwand 10 ist ins Innere des Schachtelrumpfs
umgefalzt.
[0016] Nahe der Unterkante 25 umfasst der Frontlappen 23 eine ausgestanzte Ausnehmung 27
in Gestalt einer Spaltöffnung, die sich in Längsrichtung der Faltschachtel erstreckt.
[0017] Im Bereich der Oberkante 9a ragt an der Vorderwand 9 etwa in der Mitte des Schachtelrumpfs
eine Stützzunge 29 hervor. Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform der Faltschachtel
ist die Stützzunge 29 ein entlang einer halbkreisförmigen Linie gestanzter Abschnitt
der Vorderwand 9, der an der Oberkante 9a am Schachtelrumpf angelenkt und nach vorne
geschwenkt worden ist. Ohne zusätzliche von aussen auf die Stützzunge 29 wirkenden
Kräfte bleibt die Stützzunge in einer Ruhelage, in der sie an der Vorderwand 9 nach
vorne ragt bzw. mit dieser einen Schwenkwinkel einschliesst, der grösser als 0° ist.
Elastische Materialeigenschaften sowie der angrenzend an die Oberkante 9a der Vorderwand
9 nach hinten umgebogene Bereich der Faltschachtel tragen dazu bei, dass die Stützzunge
29 in der unbelasteten Ruhelage an der Vorderwand 9 nach vorne ragt. Die Stützzunge
29 und/oder deren Verbindung mit dem angrenzenden Abschnitt des Behälters 1 weist
vorzugsweise eine Elastizität oder zumindest eine Restelastizität auf, die bei einer
Auslenkung der Stützzunge 29 aus ihrer Ruhelage eine rücktreibende Kraft bzw. ein
rücktreibendes Drehmoment in Richtung der Ruhelage bewirkt. Dies hat zur Folge, dass
die Stützzunge 29 ohne Einwirkung äusserer Kräfte eine Ruhelage einnimmt, in der sie
um eine minimale Überstandshöhe H an einer Kontaktfläche 31 der Vorderwand 9 hervorragt.
Die Kontaktfläche 31 ist jener Bereich des Behälters 1, an dem ein Folienabschnitt
anliegt, wenn er nach dem Herausziehen durch eine Entnahmeöffnung des Behälters 1
mittels einer Trennvorrichtung des Foliendispensers vom Folienvorrat abgetrennt wird.
Bei einem Foliendispenser, wie er in Figur 1 dargestellt ist, ist die Entnahmeöffnung
der Zwischenraum zwischen dem Klappdeckel 19 und der Vorderwand 9 der Faltschachtel.
Die Trennvorrichtung umfasst einen Führungsspalt 33 und ein entlang dieses Führungsspalts
33 verschiebbares Schneidmesser 35. Der Führungsspalt 33 erstreckt sich etwa auf halber
Höhe des Schachtelrumpfs über einen Bereich der Vorderwand 9, der etwas kürzer ist
als deren Gesamtlänge L1.
[0018] Die Ausnehmung 27 ist so am Frontlappen 23 angeordnet und ausgerichtet, dass die
Stützzunge 29 bei geschlossenem Klappdeckel 19 in diese Ausnehmung 27 hineinragt,
derart, dass sich die Unterkante der Ausnehmung 27 und der Rand der Stützzunge 29
hinterschneiden. Dies soll zumindest dann zutreffen, wenn der Frontlappen 23 direkt
an der Kontaktfläche 31 anliegt oder an einem an der Kontaktfläche 31 anliegenden
Endabschnitt des Folienbandes 7. Die untere Kante der Ausnehmung 27 ist somit ein
Anschlag bzw. Mitnehmer 37, der die Stützzunge 29 beim Öffnen des Klappdeckels 19
mitnimmt und nach aussen bzw. oben schwenkt. Dadurch vergrössert sich die Überstandshöhe
H der Stützzunge. Das Folienband 7 wird im Bereich seiner vorderen Endkante bei der
Stützzunge 29 von der Kontaktfläche 31 weggezogen und kann dort leicht ergriffen werden.
[0019] Die schwenkbar am Behälter 1 ausgebildete Stützzunge 29 ist eine spezielle Ausführungsform
eines am Behälter 1 bewegbar ausgebildeten Stützelements. Bei alternativen Ausführungsformen
könnte dieses Stützelement auch ein verschiebbar am Behälter gelagertes und/oder ein
elastisch verformbares Element wie z.B. eine Schraubenfeder oder ein Schaumstoffteil
umfassen (nicht dargestellt). Jene Oberfläche des Stützelements, die mit der Folie
in Kontakt gelangt, ist vorzugsweise so ausgebildet, dass sie die Folie nicht beschädigt.
Wenn das Stützelement und/oder die Kontaktfläche 31 im Bereich des Stützelements so
ausgebildet sind, dass die Folie dort schlechter haftet als in anderen Bereichen der
Kontaktfläche 31, kann dort das Folienband 7 leichter ergriffen werden. Dies kann
beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Kontaktfläche 31 mit einer Lack-
oder Haftschicht bedeckte Bereiche umfasst, nicht jedoch der Bereich mit der Stützzunge
29. Wenn die Stützzunge 29 schlecht an der Folie haftet, kann sie nahezu ungehindert
wieder in ihre Ruhelage zurückschwenken, wenn der Klappdeckel 19 weiter geöffnet wird
und die Stützzunge 29 nicht mehr durch die Unterkante der Ausnehmung 27 zurückgehalten
wird.
[0020] Die Unterkante der Ausnehmung 27 ist allgemein ein Betätigungselement, das am Behälter
1 geführt bewegbar angeordnet ist und eine Wirkverbindung zum Stützelement aufweist.
Allgemein umfasst das Betätigungselement einen Mitnehmer 37, der dazu ausgebildet
und so angeordnet ist, dass er beim Bewegen des Betätigungselements in einer Wirkrichtung
so auf das Stützelement einwirkt bzw. eine Kraft in Wirkrichtung auf das Stützelement
ausübt, dass dessen Überstandshöhe H bezüglich der Kontaktfläche 31 vergrössert wird.
[0021] Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform des Foliendispensers ist das Betätigungselement
der Klappdeckel 19 selbst, wobei die Unterkante der Ausnehmung 27 der Mitnehmer 37
ist bzw. als solcher wirkt.
[0022] Anstelle oder zusätzlich zur Unterkante einer Ausnehmung 27 kann das Betätigungselement
bzw. der Mitnehmer 37 beispielsweise auch einen an der Innenseite des Frontlappens
23 hervorragenden Absatz umfassen, der bei geschlossenem Klappdeckel 19 den an der
Kontaktfläche 31 vorstehenden Rand der Stützzunge 29 hintergreift (nicht dargestellt).
Insbesondere kann die Ausnehmung 27 am Frontlappen 23 z.B. zwei T-förmig angeordnete
Einschnitte bzw. eine entsprechende Stanzung umfassen, bei der die beiden freigelegten
dreieckigen Abschnitte als Mitnehmer nach hinten umgebogen bzw. umgeklappt sind (nicht
dargestellt). Alternativ könnte der Frontlappen 23 im Bereich seiner Unterkante 25
des Frontlappens 23 einen im Querschnitt V-förmig nach hinten gefalzten Streifen umfassen,
der die Stützzunge 29 bei geschlossenem Klappdeckel 19 hakenartig hintergreift (nicht
dargestellt).
[0023] Der Frontlappen 23 kann sich je nach Ausgestaltung des Behälters 1 über die gesamte
Länge L1 des Behälters 1 erstrecken oder alternativ nur in einem mit der Stützzunge
29 korrespondierenden Abschnitt des Frontlappens 23. Anstelle nur einer Stützzunge
29 kann der Behälter 1 mehrere Stützelemente umfassen, die verteilt über die Länge
des Behälters 1 angeordnet sind. Dies gilt selbstverständlich auch für die korrespondierenden
Mitnehmer 37 des Betätigungselements.
[0024] Bei alternativen Ausführungsformen des Foliendispensers kann der Behälter 1 auch
in anderer Weise ausgebildet sein. Insbesondere kann der Behälter 1 auch ohne Klappdeckel
19 ausgebildet sein und/oder eine separate Entnahmeöffnung zum Herausziehen des Folienbandes
7 umfassen, beispielsweise einen Austrittsspalt an der Vorderwand 9, der Rückwand
13 oder der Deckfläche 21. Auch die Trennvorrichtung kann in anderer Weise ausgebildet
sein und beispielsweise eine Abreisskante mit Schneidzähnen umfassen oder eine Schneidvorrichtung
mit einer an der Faltschachtel befestigbaren Führungsschiene (nicht dargestellt) und
einem entlang dieser Führungsschiene verschiebbaren Schneidmesser 35. Die Trennvorrichtung
kann beispielsweise auch im Bereich einer Längskante des Behälters angeordnet sein.
Insbesondere kann die Trennvorrichtung auch auf eine Oberkante eines Schachtelrumpfs
aufgesteckt sein (nicht dargestellt).
1. Foliendispenser umfassend einen Behälter (1), in dem ein Folienband (7) auf einem
Kern (5) zu einer Folienrolle (3) aufgerollt gelagert ist, wobei der Behälter (1)
eine Entnahmeöffnung zum Herausziehen eines Endabschnitts des Folienbandes (7) und
beabstandet zu dieser Entnahmeöffnung eine Trennvorrichtung zum Abtrennen eines herausgezogenen
Endabschnitts des Folienbandes (7) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Kontaktfläche (31) des Behälters (1), die zwischen der Entnahmeöffnung und
der Trennvorrichtung angeordnet ist, ein Stützelement hervorragt, dass dieses Stützelement
so bewegbar ist, dass seine Überstandshöhe (H) bezüglich der Kontaktfläche (31) veränderbar
ist, und dass der Behälter (1) ein relativ zum Stützelement bewegbares und mit dem
Stützelement zusammenwirkendes Betätigungselement mit einem Mitnehmer (37) umfasst,
welches dazu ausgebildet ist, eine Auslenkkraft auf das Stützelement auszuüben, die
das Stützelement so bewegt, dass dessen Überstandshöhe (H) bezüglich der Kontaktfläche
(31) vergrössert wird.
2. Behälter (1) für einen Foliendispenser nach Anspruch 1, wobei dieser Behälter (1)
als Faltschachtel mit einem Klappdeckel (19) ausgebildet ist, und wobei die Entnahmeöffnung
ein Zwischenraum zwischen dem Klappdeckel (19) und einer Vorderwand (9) der Faltschachtel
ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützelement eine Stützzunge (29) ist, die schwenkbar an der Vorderwand (9) angelenkt
ist, und dass der Mitnehmer (37) des Betätigungselements an einem Frontlappen (23)
des Klappdeckels (19) ausgebildet ist, der die Stützzunge (29) bei geschlossenem Klappdeckel
(19) überlappt.
3. Behälter (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement eine Ausnehmung (27) am Frontlappen (23) umfasst, und dass
der Mitnehmer (37) für die Stützzunge (29) einen die Ausnehmung (27) begrenzenden
Kantenabschnitt des Frontlappens (23) umfasst.
4. Behälter (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmer (37) mindestens einen an der Innenseite des Frontlappens (23) hervorragenden
Absatz umfasst.
5. Behälter (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der an der Innenseite des Frontlappens (23) hervorragende Absatz ein gestanzter und
umgeklappter Flügel des Frontlappens (23) ist.
6. Behälter (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Kontaktfläche (31) als Haftzone mit einer Haftschicht ausgebildet
ist.
7. Behälter (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützzunge (29) und/oder ein an die Stützzunge (29) angrenzender Bereich der
Kontaktfläche (31) nicht als Haftzone ausgebildet ist.
8. Behälter (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Stützzunge (29) elastisch federnd ausgebildet ist und in einer unbelasteten Ruhelage
eine positive Überstandshöhe (H) bezüglich der Kontaktfläche (31) aufweist.
9. Verfahren zum Bereitstellen eines greifbaren Endabschnitts eines Folienbandes (7)
bei einem Foliendispenser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement bewegt wird, dass der Mitnehmer (37) des Betätigungselements
dadurch in Anlage mit dem Stützelement gebracht wird und eine Auslenkkraft auf das
Stützelement ausübt, dass sich das Stützelement aufgrund dieser Auslenkkraft so bewegt,
dass seine Überstandshöhe (H) bezüglich der Kontaktfläche (31) vergrössert wird, wodurch
sich auch der Abstand des Endabschnitts des Folienbandes (7) zur Kontaktfläche (31)
im Bereich des Stützelements vergrössert, sodass das Folienband (7) besser greifbar
ist.