[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugskabine, aufweisend einen Boden, Seitenwände sowie
eine Decke.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Aufzugskabine, welche
einen Boden, Seitenwände sowie eine Decke aufweist.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind verschiedenste Aufzüge und Aufzugskabinen bekannt
geworden. Vorschriften zur Herstellung von Aufzügen schreiben vor, dass ein Raum über
der Aufzugskabine stets einen auf einer Seite liegenden Quader mit Mindestabmessungen
von 0,5 m x 0,6 m x 0,8 m aufnehmen können muss. Diese für die Sicherheit bei Wartungen
vorgesehene Vorschrift erfordert bei Aufzügen mit herkömmlichen Aufzugskabinen einen
oberhalb einer Endposition der Aufzugskabine befindlichen Schachtkopf mit endsprechenden
zusätzlichen Abmessungen. Dieser Schachtkopf bedingt bauliche Besonderheiten, beispielsweise
eine im Bereich des Schachtkopfes besondere Form eines Daches, welche zu beträchtlichen
Mehrkosten bei der Erstellung von Gebäuden führen, und bedingt einen großen Überstand
über ein Dach.
[0004] Hier setzt die Erfindung an. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Aufzugskabine der
eingangs genannten Art anzugeben, mit welcher ein den Vorschriften entsprechender
Aufzug gebildet werden kann, welcher einen zumindest reduzierten Schachtkopf aufweist.
[0005] Des Weiteren soll ein den Vorschriften entsprechendes Verfahren der eingangs genannten
Art angegeben werden, mit welchem eine Aufzugskabine in einem Schacht mit zumindest
reduziertem Schachtkopf betreibbar ist.
[0006] Diese Erfindung wird durch eine Aufzugskabine der eingangs genannten Art gelöst,
bei welcher die Decke, insbesondere in einer Richtung senkrecht zu einer Ebene des
Bodens, kontrolliert bewegbar in der Aufzugskabine angeordnet ist.
[0007] Zweck der Vorschriften wie der Aufzugsrichtlinie 1995 und den daraus resultierenden
nationalen Regelungen, beispielsweise der Aufzüge-Sicherheits-Verordung ASV in Österreich,
in Bezug auf einen über der Liftkabine befindlichen Freiraum bzw. einen Schutzraum
ist es, ein Einklemmen von sich oberhalb der Liftkabine befindlichen Personen zwischen
einer Decke der Aufzugskabine und einer Schachtkopfdecke zu vermeiden. Gemäß den Vorschriften
ist hierzu ein permanenter Schutzraum in Form eines Quaders gefordert.
[0008] Im Rahmen der Erfindung wurde erkannt, dass dieser Zweck auch dann erfüllt werden
kann, wenn die Decke der Aufzugskabine in der Aufzugskabine kontrolliert bewegbar
bzw. absenkbar angeordnet ist. Dadurch wird der gemäß der Vorschrift benötigte Freiraum
bzw. Schutzraum für einen Monteur oberhalb der Decke der Liftkabine und gleichzeitig
in der Liftkabine selbst gebildet, wenn die Decke entsprechend abgesenkt ist. Ein
Schutzraum ist somit im Sinne der Aufzugsrichtlinie bei einer erfindungsgemäßen Aufzugskabine
permanent. Bei einer derart ausgebildeten Aufzugskabine ist ein zusätzlicher Freiraum
oberhalb einer Oberkante der Seitenwände nicht erforderlich, weswegen ein Aufzug mit
einer derartigen Aufzugskabine keinen Schachtkopf mit zusätzlichem Hohlraum an einem
oberen Ende erfordert. Es versteht sich, dass die Decke hierzu mit Vorteil derart
stabil ausgebildet ist, dass diese eine Person tragen kann. Die Decke weist daher
in der Regel eine Nutzlast von zumindest 75 kg auf.
[0009] Eine Bewegbarkeit der Decke relativ zum Boden kann auf verschiedenste Weise umgesetzt
werden. Beispielsweise kann die Decke senkrecht zum Boden bewegt bzw. abgesenkt werden.
Alternativ kann die Decke auch verschwenkt oder ähnlich einer Jalousie ausgebildet
sein, um aus einer obersten Position in eine weiter unten in der Aufzugskabine befindliche
Position verschoben werden zu können.
[0010] Des Weiteren können auch die Seitenwände teleskopierbar und starr mit der Decke verbunden
sein, um ein Bewegen bzw. ein Absenken der Decke relativ zum Boden zu erreichen.
[0011] Eine Anordnung der Decke in der Liftkabine kann auf verschiedenste Weise erfolgen.
Beispielsweise kann die Decke über Sollbruchstellen an Oberkanten der Seitenwände
und parallel über Seile, Federn, Dämpferelemente oder dergleichen mit den Seitenwänden
verbunden sein, sodass bei einer Belastung der Decke beispielsweise durch einen Arbeiter
die Sollbruchstellen brechen und die Decke mittels der Seile, Federn oder Dämpferelemente
kontrolliert abgesenkt wird. Dadurch werden Verletzungen einer sich auf der Decke
befindlichen Person auf einfache Weise vermieden, welche möglich wären, wenn die Decke
einfach unkontrolliert durchbrechen würde. Es können auch mehrere Sollbruchstellen
in Serie angeordnet sein, sodass die Decke beispielsweise bei einer Belastung von
35 kg 20 mm nach unten auf eine Halterung mit weiteren Sollbruchstellen fallen kann,
welche bei einer Belastung von mehr als 70 kg ebenfalls bricht und ein weiteres kontrolliertes
Absenken der Decke ermöglicht.
[0012] Es hat sich bewährt, dass die Decke reversibel bewegbar, insbesondere auf- und abbewegbar,
in der Aufzugskabine angeordnet ist. Dies kann beispielsweise über Federn erfolgen,
mit welchen die Decke mit dem Boden bzw. den Seitenwänden verbunden ist.
[0013] Um ein Risiko von Verletzung auf einfache Weise zu vermeiden, ist es günstig, wenn
die Decke derart in der Aufzugskabine positioniert ist, dass die Decke kontrolliert
abgesenkt wird, wenn die Decke mit einer definierten Masse, insbesondere mehr als
30 kg, belastet ist. Es wird somit bei einer Belastung der Decke durch eine Person
automatisch ein den gesetzlichen Bestimmungen entsprechender Schutzraum gebildet.
Dies kann durch entsprechende Ausbildung von Sollbruchstellen oder durch Sensoren
in Verbindung mit die Decke bewegenden Aktuatoren erfolgen.
[0014] Zur Bildung eines Aufzuges, welcher keinen Freiraum zwischen einer Oberkante der
Seitenwände der Aufzugskabine in einer obersten Position der Aufzugskabine und einer
Unterseite einer Schachtabschlussdecke erfordert, ist es günstig, wenn die Decke von
einer obersten Position, in welcher die Decke einen maximalen Abstand vom Boden aufweist,
um mehr als 50 cm absenkbar ist, sodass bei abgesenkter Decke oberhalb der Decke ein
durch die Seitenwände begrenzter Freiraum mit einer Höhe von zumindest 50 cm gebildet
ist. Dadurch kann ein Schachtkopf mit besonders geringer Höhe erreicht werden.
[0015] Günstig ist es, wenn ein Antrieb, welcher insbesondere einen Elektromotor aufweist,
für ein Absenken der Decke sowie eine auf den Antrieb wirkende Steuerung vorgesehen
sind. Dadurch kann die Decke für Wartungsarbeiten durch entsprechende Betätigung der
Steuerung, beispielsweise mittels eines hierzu vorgesehenen Wartungsschlüssels, auf
einfache Weise kontrolliert abgesenkt werden. Es kann dann mittels der Steuerung zwischen
einem ersten Betriebszustand der Aufzugskabine, in welchem die Aufzugskabine selbst
betretbar ist, und einem zweiten Betriebszustand, in welchem ein Schutzraum oberhalb
der Decke gebildet ist, umgeschaltet werden.
[0016] Mit Vorteil ist die Aufzugskabine derart ausgebildet, dass die Decke in einem stromlosen
Zustand automatisch abgesenkt wird. Dadurch wird auch bei einem Stromausfall ein Schutzraum
gebildet, sodass auch bei einem Notbetrieb ein Risiko, zwischen Decke und Schachtabschlussdecke
eingeklemmt zu werden, vermieden ist. Es können auch zusätzliche Bedingungen definiert
sein, welche erfüllt sein müssen, damit die Decke in einem stromlosen Zustand abgesenkt
wird, beispielsweise dass sich keine Personen in der Aufzugskabine befinden.
[0017] Es hat sich bewährt, dass zumindest ein Deckenbelastungssensor zur Messung einer
Belastung der Decke vorgesehen ist und ein Datenausgang des Deckenbelastungssensors
mit der Steuerung verbunden ist, wobei die Steuerung vorzugsweise derart eingerichtet
ist, dass die Decke durch den Antrieb absenkbar ist, wenn eine Belastung oberhalb
eines definierten Grenzwertes gemessen wird. Dies ermöglicht auf einfache Weise eine
automatisierte Absenkung der Decke bei einem Betreten derselben, wenn der Grenzwert
entsprechend gesetzt wird, beispielsweise auf ein Belastungsgewicht von 30 kg bzw.
eine Belastungskraft von etwa 300 Newton.
[0018] Um zu verhindern, dass die Decke abgesenkt wird, wenn sich Personen in einem Inneren
der Aufzugskabine bzw. zwischen dem Boden und der Decke befinden, ist es günstig,
wenn ein Kabinensensor zur Erfassung eines Belastungszustandes der Aufzugskabine vorgesehen
ist, welcher auf die Steuerung wirkt, wobei die Steuerung vorzugsweise derart eingerichtet
ist, dass die Decke nur dann absenkbar ist, wenn sich in der Aufzugskabine keine Personen
befinden. Ergänzend kann die Aufzugskabine auch derart eingerichtet sein, dass die
Decke nur dann abgesenkt wird, wenn sich auch auf der Decke keine Personen befinden.
Ob diese zusätzliche Bedingung erfüllt ist, kann beispielsweise mit dem Deckenbelastungssensor
auf einfache Weise bestimmt werden. Die Decke ist in dem Fall nur dann automatisiert
absenkbar, wenn sich weder in noch auf der Aufzugskabine Personen befinden.
[0019] Üblicherweise sind der Deckenbelastungssensor sowie der Kabinensensor zur Messung
einer Kraft ausgebildet, um eine auf den Kabinenboden bzw. die Decke wirkende Kraft
zu messen. Es versteht sich allerdings, dass alternativ auch der Einsatz eines beliebigen
anderen Sensors möglich ist, mit welchem bestimmt werden kann, ob sich eine Person
auf der Decke bzw. im Inneren der Aufzugskabine befindet, beispielsweise optische
Sensoren wie eine Digitalkamera.
[0020] Es hat sich bewährt, dass eine Kabinentüre sowie ein Kabinentürensensor zur Erfassung
eines Zustandes der Kabinentüre vorgesehen sind, wobei der Kabinentürensensor auf
die Steuerung wirkt und die Steuerung derart eingerichtet ist, dass die Decke immer
dann abgesenkt wird, wenn die Kabinentüre geschlossen ist und sich keine Personen
in der Aufzugskabine und vorzugsweise auch keine Personen auf der Decke befinden.
Dadurch wird automatisch immer dann ein Sicherheitsraum oberhalb der Decke zur Vermeidung
von Verletzungen gebildet, wenn sich keine Person in der Aufzugskabine befindet und
die Kabinentüre geschlossen ist. Weiter kann eine Position der Aufzugskabine in die
Steuerung eingehen, sodass ein Absenken der Decke auch bei leerer Aufzugskabine nur
dann erfolgt, wenn sich die Aufzugskabine in einer obersten Position befindet oder
in die oberste Position bewegt wird. Dadurch werden unnötige Bewegungen der Decke
vermieden, wobei gleichzeitig immer ein Schutzraum bzw. Schutzquader zwischen Decke
und Schachtabschlussdecke gebildet ist. Wenn die Aufzugskabine sich in einer Position
weiter unten im Aufzugsschacht befindet, ist ein Absenken der Decke nicht zwingend
erforderlich, da in dem Fall ein Einklemmen zwischen Decke und Schachtabschlussdecke
ohnedies nicht erfolgen kann.
[0021] Gleichzeitig ist die Steuerung üblicherweise derart eingerichtet, dass die Decke
automatisch in eine oberste Position bewegt wird, bevor die Kabinentüre geöffnet wird,
wenn sich keine Person auf der Decke befindet bzw. keine Belastung der Decke gemessen
wird. Dadurch wird auf einfache Weise verhindert, dass eine Person die Aufzugskabine
betritt, während die Decke in einer Wartungsposition bzw. abgesenkt ist und sich eine
Person auf der Decke befindet, beispielsweise um Wartungsarbeiten durchzuführen.
[0022] Es hat sich bewährt, dass eine Fangvorrichtung vorgesehen ist, wobei die Aufzugskabine
derart eingerichtet ist, dass die Fangvorrichtung ausgelöst wird, wenn die Decke belastet
und/oder abgesenkt wird. Fangvorrichtungen sind aus dem Stand der Technik bekannt,
um ein unkontrolliertes Bewegen der Aufzugskabine zu verhindern, in der Regel durch
eine mechanische Bremse oder eine mechanische Verriegelung. Durch eine Koppelung der
Fangvorrichtung mit einer Belastung und/oder einer Absenkung des Kabinendaches, beispielsweise
über Sensoren, mit welchen eine Belastung und/oder eine Absenkung automatisiert erfassbar
ist, wird ein Verletzungsrisiko einer auf dem Kabinendach befindlichen Person vermieden
und somit ein permanenter Schutzraum oberhalb der Decke gewährleistet, mit welchem
die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.
[0023] Es ist günstig, wenn ein Aufzug mit einem Aufzugsschacht und einer Aufzugskabine
mit einer erfindungsgemäßen Aufzugskabine ausgebildet ist. Dadurch kann der Aufzugsschacht
mit einem minimalen Schachtkopf hergestellt werden, wodurch bei einem Bau des Gebäudes
Kosten reduziert werden können. Gleichzeitig können dadurch wesentlich ästhetischere
Dachformen erreicht werden, welche nicht durch einen weit aus dem Dach ragenden Schachtkopf
beeinträchtigt sind.
[0024] Um eine möglichst geringe Beeinträchtigung einer Form eines Daches durch den Aufzugsschacht
zu erreichen, ist es günstig, wenn bei Positionierung der Aufzugskabine in einer obersten
Position Oberkanten der Seitenwände der Aufzugskabine weniger als 50 cm von einer
Unterseite der Schachtabschlussdecke beabstandet sind. Dies ist bei Einsatz einer
erfindungsgemäßen Aufzugskabine möglich, weil der Schutzraum durch Absenkung der Decke
in der Aufzugskabine selbst gebildet wird.
[0025] Mit Vorteil sind zu wartende Einrichtungen des Aufzuges derart angeordnet, dass diese
gewartet werden können, ohne die Decke der Aufzugskabine betreten zu müssen. Beispielsweise
können derartige technische Einrichtungen wie ein Aufzugsantrieb an einer Seitenfläche
des Aufzugsschachtes angeordnet sein, sodass diese bei entsprechender Positionierung
der Aufzugskabine im Aufzugsschacht von der Aufzugskabine aus gewartet werden können,
beispielsweise durch Öffnen einer seitlich in der Aufzugskabine befindlichen Wartungsklappe
oder dergleichen. Es ist dann nicht erforderlich, die Decke für eine Wartung zu betreten,
sodass ein Risiko, bei einer Wartung eingeklemmt zu werden, gänzlich ausgeschlossen
werden kann. Dabei kann auf der Decke auch ein visueller Hinweis angeordnet sein,
aus welchem hervorgeht, dass ein Betreten der Decke verboten ist, beispielsweise ein
entsprechendes Schild.
[0026] In der Regel sind bei einem Aufzug nur eine oberste Türe und eine unterste Türe des
Aufzugsschachtes mit einer Notentriegelung öffenbar ausgebildet. Ein Risiko, eingeklemmt
zu werden, besteht somit selbst bei einer mittels der Notentriegelung geöffneten Tür
nur dann, wenn eine Person von der obersten Türe auf die Decke der Aufzugskabine gelangt.
Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Aufzugskabine aus einer obersten Position
um zumindest 40 cm abgesenkt ist, sodass auch in diesem Fall oberhalb der Decke ein
permanenter Schutzraum gebildet ist. Dadurch sind bei einem Aufzug mit einer erfindungsgemäßen
Aufzugskabine die Anforderungen der Vorschriften erfüllt.
[0027] Die weitere Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, wenn
die Decke kontrolliert von einem ersten Betriebszustand, in welchem die Aufzugskabine
betretbar ist, relativ zu einer Ebene des Bodens in einen zweiten Betriebszustand
bewegt wird, wobei im zweiten Betriebszustand oberhalb der Decke ein Schutzraum gebildet
wird, welcher durch die Seitenwände und die Decke begrenzt ist. Dadurch kann auf einfache
Weise ein permanenter Schutzraum oberhalb der Decke gebildet werden, sodass der Aufzug
auch mit reduziertem Schachtkopf den Anforderungen der Aufzugsrichtlinie von 1995
genügt.
[0028] Günstig ist es, wenn kontinuierlich ein Beladungszustand der Aufzugskabine gemessen
wird und die Decke reversibel, vorzugsweise automatisiert, in den zweiten Betriebszustand
bewegt wird, wenn die Messung ergibt, dass sich keine Personen in der Aufzugskabine
befinden. Es ist somit gewährleistet, dass auch bei einem Stromausfall ein Schutzraum
oberhalb der Decke vorliegt und ein Einklemmen von Personen auch bei einem Notbetrieb
verhindert ist. Selbstverständlich können weitere Bedingungen für ein Bewegen der
Decke in den zweiten Betriebszustand bzw. ein Absenken der Decke in einer Steuerung
definiert sein. Beispielsweise kann auch definiert sein, dass die Decke immer dann
in den zweiten Betriebszustand bewegt wird, wenn sich keine Personen in der Aufzugskabine
befinden und eine Aufzugskabinentüre geschlossen ist.
[0029] Vorzugsweise wird die Decke nur dann in den zweiten Betriebszustand bewegt, wenn
sich die Aufzugskabine in einer obersten Position befindet oder in die oberste Position
bewegt wird. Üblicherweise wird eine Position der Aufzugskabine im Aufzugsschacht
gemessen, sodass diese Position für die Steuerung der Decke genutzt werden kann. Da
ein Absenken der Decke zur Bildung eines Schutzquaders gemäß den Vorschriften nur
erforderlich ist, um ein Einklemmen zwischen der Decke und der Schachtabschlussdecke
zu vermeiden, ist es ausreichend, die Decke nur dann abzusenken, wenn sich die Aufzugskabine
in der obersten Position befindet oder in die oberste Position bewegt wird. Dadurch
können Bewegungen der Decke und somit ein Verschleiß beweglicher Teile sowie ein Energieverbrauch
reduziert und gleichzeitig die Sicherheitsabstände gemäß den Vorschriften eingehalten
werden. Bei dieser Ausführung wird die Decke somit immer dann abgesenkt, wenn die
Aufzugskabine leer ist, die Kabinentüre geschlossen ist und die Aufzugskabine in die
oberste Position bewegt wird oder sich in der obersten Position im Aufzugsschacht
befindet.
[0030] Es hat sich bewährt, dass eine Belastung der Decke gemessen wird und die Decke automatisiert
in den ersten Betriebszustand bewegt wird, wenn die Decke nicht belastet ist. Dadurch
ist auf einfache Weise gewährleistet, dass sich die beiden Betriebszustände ausschließen,
da ein Betreten der Aufzugskabine bei einem derartigen Verfahren nur dann möglich
ist, wenn die Decke nicht belastet ist, beispielsweise durch einen Monteur. Analog
ist auch ein Betreten der Decke, nur dann möglich, wenn sich die Decke in einer abgesenkten
Position bzw. dem zweiten Betriebszustand befindet, wodurch ausgeschlossen ist, dass
sich gleichzeitig Personen in der Aufzugskabine befinden.
[0031] In der Regel wird eine Kabinentüre in einem normalen Betrieb erst dann automatisch
geöffnet, wenn sich die Decke im ersten Betriebszustand befindet. Dadurch wird ein
Verletzungsrisiko bei der sich bewegenden Decke auf einfache Weise dadurch vermieden,
dass Personen bzw. Fahrgästen erst dann ein Zugang in die Aufzugskabine ermöglicht
wird, wenn die Decke den ersten Betriebszustand bzw. ein oberes Ende der Aufzugskabine
erreicht hat. Es versteht sich, dass für befugtes Personal auch dann ein Zugang in
die Aufzugskabine möglich sein kann, wenn sich die Decke im zweiten Betriebszustand
befindet. Hierzu kann befugtes Personal beispielsweise mit einem Wartungsschlüssel
oder dergleichen ausgestattet sein, mit welchem die Kabinentüre auch dann geöffnet
werden kann, wenn die Decke abgesenkt ist.
[0032] In der Regel sind bei einem Aufzug eine unterste und eine oberste Türe des Aufzugsschachtes
mit einer Notentriegelung ausgebildet, sodass diese durch befugte Personen auch dann
geöffnet werden können, wenn sich die Aufzugskabine nicht bei der entsprechenden Türe
des Schachtes befindet. Sofern eine Person durch eine gewaltsam oder mittels Notentriegelung
geöffnete Türe oberhalb der Aufzugskabine in den Aufzugsschacht einsteigt und auf
dieser Weise auf die Decke der Aufzugskabine gelangt, gelangt die Person direkt in
den Schutzraum, welcher automatisch durch Absenken der Decke gebildet wird, wenn sich
keine Personen in der Aufzugskabine befinden. Der Schutzraum kann daher als permanent
bezeichnet werden.
[0033] Selbst in dem Fall, dass eine Person sich über eine oberhalb der Aufzugskabine angeordnete
Türe Zugang zur Decke verschafft, während sich Personen in der Aufzugskabine befinden,
kann ein Verletzungsrisiko auf einfache Weise ausgeschlossen werden, wenn eine Beladung
der Aufzugskabine zwischen Boden und Decke und eine Belastung der Decke gemessen werden
und entsprechende Messwerte in eine Steuerung des Aufzuges eingehen, sodass ein Bewegen
der Aufzugskabine in diesem Fall verhindert wird.
[0034] Weiter kann eine Steuerung des Aufzuges bzw. eines Antriebes der Decke der Aufzugskabine
auch derart ausgebildet sein, dass ein Absenken der Decke auch dann gefahrlos möglich
ist, wenn sich Personen in der Aufzugskabine befinden. Dies kann bei einer Not-Schachttüröffnung
erforderlich sein. Beispielsweise können die Personen dann akustisch über ein Notrufkommunikationssystem
derart gelenkt werden, dass durch das Absenken der Decke keine Verletzungsgefahr besteht.
[0035] Es wird somit in jedem Fall, in welchem die Decke betreten werden kann, ein permanenter
Schutzraum oberhalb der Decke gebildet, weswegen die Forderungen der Aufzugsrichtline
mit einer erfindungsgemäßen Aufzugskabine bzw. einem erfindungsgemäßen Verfahren zum
Betreiben derselben auf einfache Weise auch dann erfüllt werden können, wenn der Aufzug
mit reduziertem Schachtkopf ausgebildet ist.
[0036] Günstig ist es, wenn eine unkontrollierte Bewegung der Aufzugskabine, insbesondere
mittels einer Fangvorrichtung, verhindert wird, wenn ein Betreten der Decke erfasst
wird und/oder die Decke abgesenkt wird. Dies gewährleistet einen permanenten Schutzraum
oberhalb des Kabinendaches, selbst bei reduziertem Schachtkopf. So ist bei dieser
Ausführung auf einfache Weise verhindert, dass eine auf dem Kabinendach befindliche
Person durch eine Bewegung der Aufzugskabine eingeklemmt wird. Ein Betreten oder Absenken
des Kabinendaches kann auf einfache Weise beispielsweise mittels entsprechender Sensoren
erfasst werden, welche mit einer mit der Fangvorrichtung gekoppelten Steuerung verbunden
sind.
[0037] Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich anhand des nachfolgend
dargestellten Ausführungsbeispiels. In den Zeichnungen, auf welche dabei Bezug genommen
wird, zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Aufzugskabine;
Fig. 2 und 3 einen Aufzug mit einer erfindungsgemäßen Aufzugskabine.
[0038] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Aufzugskabine 1 in schematischer Darstellung.
Die Aufzugskabine 1 weist einen Boden 2, vom Boden 2 aufragende Seitenwände 4, welche
mit dem Boden 2 starr verbunden sind, eine nicht dargestellte Kabinentüre und eine
entlang einer senkrecht zum Boden 2 bewegbaren Decke 3 auf. Die Decke 3 ist in einer
abgesenkten Position dargestellt, in welcher oberhalb der Decke 3 ein Raum mit einer
Höhe von zumindest 50 cm gebildet ist, sodass ein Verletzungsrisiko vermieden ist,
wenn sich die Aufzugskabine 1 in einer obersten Position des Aufzugsschachtes 5 befindet,
in welcher eine Schachtabschlussdecke 6 unmittelbar oberhalb einer Oberkante der Seitenwände
4 ist. Üblicherweise ist die Decke 3 derart stabil ausgebildet, dass diese eine oder
mehrere Personen 10 tragen kann. Die Decke 3 weist somit in der Regel eine Nutzlast
von vorzugsweise zumindest 75 kg auf.
[0039] Des Weiteren sind ein Antrieb sowie eine Steuerung für den Antrieb vorgesehen, um
die Decke 3 aktiv entlang einer Bewegungsrichtung 9 abzusenken bzw. anzuheben. Hierzu
sind weitere nicht dargestellte Sensoren vorgesehen, um einen Beladungszustand der
Aufzugskabine 1, eine Belastung der Decke 3 sowie einen Zustand der Kabinentüre zu
erfassen. Mit Vorteil ist die Steuerung derart eingerichtet, dass die Decke 3 immer
dann abgesenkt wird, wenn sich in der Aufzugskabine 1 keine Personen 10 befinden und
die Kabinentüre geschlossen ist. In dem Fall ist oberhalb der Decke 3 ein Schutzraum
7 gebildet, welcher an einem unteren Ende durch die Decke 3 selbst und seitlich durch
die Seitenwände 4 der Aufzugskabine 1 begrenzt ist.
[0040] Ferner ist die Steuerung üblicherweise derart eingerichtet, dass die Decke 3 durch
den Antrieb automatisch in eine oberste Position bewegt wird, bevor oder während die
Kabinentüre geöffnet wird, wenn die Decke 3 nicht belastet ist. Es wird somit auf
einfache Weise sichergestellt, dass sich Betriebszustände der Aufzugskabine 1 gegenseitig
ausschließen, indem ein Betreten der Aufzugskabine 1 durch die abgesenkte Decke 3
verhindert ist, wenn sich eine Person 10 auf der Decke 3 befindet. Ein erster Betriebszustand
der Aufzugskabine 1 ermöglicht ein Betreten der Aufzugskabine 1 in einem Bereich zwischen
dem Boden 2 und der Decke 3, während ein zweiter Betriebszustand ein Betreten der
Decke 3, jedoch kein Betreten des Bodens 2, ermöglicht.
[0041] Fig. 2 und 3 zeigen schematisch einen Schnitt durch einen Aufzug mit einer erfindungsgemäßen
Aufzugskabine 1. Die Aufzugskabine 1 ist dabei in Fig. 2 im ersten Betriebszustand
dargestellt, in welcher die Aufzugskabine 1 zwischen dem Boden 2 und der Decke 3 durch
eine Person 10 betreten werden kann.
[0042] In Fig. 3 ist die Aufzugskabine 1 im zweiten Betriebszustand dargestellt, in welcher
ein Betreten der Aufzugskabine 1 durch eine Person 10 zwischen Boden 2 und Decke 3
nicht möglich ist. Dabei ist ein Schutzraum 7 eingezeichnet, welcher bei abgesenkter
Decke 3 durch die Decke 3 sowie Seitenwände 4 der Aufzugskabine 1 unterhalb einer
Schachtabschlussdecke 6 des Aufzugsschachtes 5 gebildet wird. Wie dargestellt überragt
der Aufzugsschacht 5 im Unterschied zu Aufzugsschächten des Standes der Technik die
Aufzugskabine 1 nur minimal, wenn sich die Aufzugskabine 1 wie dargestellt in einer
obersten Haltestelle befindet, in welcher sich ein Fußboden 8 eines obersten Stockwerkes
des Gebäudes auf Höhe des Bodens 2 der Aufzugskabine 1 befindet.
[0043] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beträgt ein Abstand zwischen der Decke
3 der Aufzugskabine 1 und der Schachtabschlussdecke 6 ca. 10 cm, wenn sich die Aufzugskabine
1 wie in Fig. 3 dargestellt in einer obersten Haltestelle befindet. Ein zur Erfüllung
der Vorschriften erforderlicher Schutzraum 7 wird dann gebildet, wenn die Decke 3
um 40 cm abgesenkt wird. Mit Vorteil ist der Aufzug derart eingerichtet, dass die
Decke 3 immer dann um 40 cm abgesenkt wird, wenn die Aufzugskabine 1 leer ist und
in eine oberste Position bewegt wird oder sich in der obersten Position befindet.
Dadurch wird ein permanenter Schutzraum 7 zwischen Decke 3 und Schachtabschlussdecke
6 gemäß den Vorschriften gebildet und ein Verletzungsrisiko trotz reduziertem Schachtkopf
vermieden.
[0044] Ein mit einer erfindungsgemäßen Aufzugskabine 1 ausgebildeter Aufzug kann somit wesentlich
ästhetischer, kostengünstiger und vielseitiger umgesetzt werden als Aufzüge des Standes
der Technik, welche zur Bildung eines Schutzraumes 7 mit einem entsprechend großen
Schachtkopf ausgebildet sind. Mit einer erfindungsgemäßen Aufzugskabine 1 ist es dabei
gleichzeitig auch möglich, ein Einklemmen von Personen 10 zuverlässig zu verhindern
und somit geltende Vorschriften wie die Aufzugsrichtlinie zu erfüllen, da der Schutzraum
7 durch ein Absenken der Decke 3 zumindest teilweise in der Aufzugskabine 1 selbst
gebildet wird. Wenn sich die Aufzugskabine 1 in einer obersten Position bzw. einer
obersten Haltestelle befindet und der Aufzugsschacht 5 keinen zusätzlichen Hohlraum
oberhalb der Aufzugskabine 1 aufweist, wird der Schutzraum 7 gänzlich in der Aufzugskabine
1, jedoch oberhalb der Decke 3, gebildet. Es wird somit mit einer erfindungsgemäßen
Aufzugskabine 1 ein permanenter Schutzraum 7 erreicht. Dies ermöglicht eine kostengünstigere
und ästhetischere Bauweise von Gebäuden als mit Aufzügen des Standes der Technik.
1. Aufzugskabine (1), aufweisend einen Boden (2), Seitenwände (4) sowie eine Decke (3),
dadurch gekennzeichnet, dass die Decke (3), insbesondere in einer Richtung senkrecht zu einer Ebene des Bodens
(2), kontrolliert bewegbar in der Aufzugskabine (1) angeordnet ist.
2. Aufzugskabine (1) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Decke (3) von einer obersten Position, in welcher die Decke (3) einen maximalen
Abstand vom Boden (2) aufweist, um mehr als 50 cm absenkbar ist, sodass bei abgesenkter
Decke (3) oberhalb der Decke (3) ein durch die Seitenwände (4) begrenzter Freiraum
mit einer Höhe von zumindest 50 cm gebildet ist.
3. Aufzugskabine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb, welcher insbesondere einen Elektromotor aufweist, für ein Absenken der
Decke (3) sowie eine auf den Antrieb wirkende Steuerung vorgesehen sind.
4. Aufzugskabine (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Deckenbelastungssensor zur Messung einer Belastung der Decke (3) vorgesehen
ist und ein Datenausgang des Deckenbelastungssensors mit der Steuerung verbunden ist,
wobei die Steuerung vorzugsweise derart eingerichtet ist, dass die Decke (3) durch
den Antrieb absenkbar ist, wenn eine Belastung oberhalb eines definierten Grenzwertes
gemessen wird.
5. Aufzugskabine (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kabinensensor zur Erfassung eines Belastungszustandes der Aufzugskabine (1) vorgesehen
ist, welcher auf die Steuerung wirkt, wobei die Steuerung vorzugsweise derart eingerichtet
ist, dass die Decke (3) nur dann absenkbar ist, wenn sich in der Aufzugskabine (1)
keine Personen (10) befinden.
6. Aufzugskabine (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kabinentüre sowie ein Kabinentürensensor zur Erfassung eines Zustandes der Kabinentüre
vorgesehen sind, wobei der Kabinentürensensor auf die Steuerung wirkt und die Steuerung
derart eingerichtet ist, dass die Decke (3) immer dann abgesenkt wird, wenn die Kabinentüre
geschlossen ist und sich keine Personen (10) in der Aufzugskabine (1) und vorzugsweise
auch keine Personen auf der Decke (3) befinden.
7. Aufzugskabine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fangvorrichtung vorgesehen ist, wobei die Aufzugskabine (1) derart eingerichtet
ist, dass die Fangvorrichtung ausgelöst wird, wenn die Decke (3) belastet und/oder
abgesenkt wird.
8. Aufzug mit einem Aufzugsschacht (5) und einer Aufzugskabine (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugskabine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet ist.
9. Aufzug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei Positionierung der Aufzugskabine (1) in einer obersten Position Oberkanten der
Seitenwände (4) der Aufzugskabine (1) weniger als 50 cm von einer Unterseite einer
Schachtabschlussdecke (6) beabstandet sind.
10. Verfahren zum Betreiben einer Aufzugskabine (1), welche einen Boden (2), Seitenwände
(4) sowie eine Decke (3) aufweist, insbesondere einer Aufzugskabine (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Decke (3) kontrolliert von einem ersten Betriebszustand, in welchem die Aufzugskabine
(1) betretbar ist, relativ zu einer Ebene des Bodens (2) in einen zweiten Betriebszustand
bewegt wird, wobei im zweiten Betriebszustand oberhalb der Decke (3) ein Schutzraum
(7) gebildet wird, welcher durch die Seitenwände (4) und die Decke (3) begrenzt ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass kontinuierlich ein Beladungszustand der Aufzugskabine (1) gemessen wird und die Decke
(3) reversibel, vorzugsweise automatisiert, in den zweiten Betriebszustand bewegt
wird, wenn die Messung ergibt, dass sich keine Personen (10) in der Aufzugskabine
(1) befinden.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Decke (3) nur dann in den zweiten Betriebszustand bewegt wird, wenn sich die
Aufzugskabine in einer obersten Position befindet oder in die oberste Position bewegt
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Belastung der Decke (3) gemessen wird und die Decke (3) automatisiert in den
ersten Betriebszustand bewegt wird, wenn die Decke (3) nicht belastet ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kabinentüre in einem normalen Betrieb erst dann automatisch geöffnet wird, wenn
sich die Decke (3) im ersten Betriebszustand befindet.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine unkontrollierte Bewegung der Aufzugskabine (1), insbesondere mittels einer Fangvorrichtung,
verhindert wird, wenn ein Betreten der Decke (3) erfasst wird und/oder die Decke (3)
abgesenkt wird.