[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils aus Refraktärmetall
oder einer Refraktärmetalllegierung mit einem Refraktärmetallgehalt > 50 At.%, das
die Schritte Bereitstellen eines aus Partikeln gebildeten Pulvers und Verfestigen
des Pulvers unter Einwirken eines Laser- oder Elektronenstrahls umfasst.
[0002] Verfahren bei denen ein Bauteil auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten durch
lagenweises Aufbringen eines Pulvers und Verfestigen des Pulvers aufgebaut wird, werden
als additive Fertigungsmethoden bezeichnet. Synonym verwendete Begriffe sind beispielsweise
generative Fertigung, 3D-Druck oder digitale photonische Fertigung. Additive Fertigungsverfahren
zeichnen sich unter anderem durch folgende Vorteile aus:
- Hoher Freiheitsgrad für Bauteildesign,
- keine Werkzeuge erforderlich und
- hohe Ressourceneffizienz.
[0004] Neben der Realisierung von Bauteilen mit funktionalem Design liegt ein großes Potential
auch in der Entwicklung von neuen Werkstoffen, wie beispielsweise von funktional gradiert
aufgebauten Werkstoffen, Hybrid-Verbundwerkstoffen, Werkstoffen mit optimierter Mikrostruktur
oder bionischen Werkstoffen.
[0005] Ausgehend von metallischen Pulvern eignen sich dazu beispielsweise das selektive
Laser-Sintern (selective laser sintering - SLS), das selektive LaserSchmelzen (selective
laser melting - SLM), Laser Metal Deposition (LMD), Elektronenstrahlschmelzen (electron
beam melting - EBM) oder Powder Bed sowie Inkjet Head 3D-Printing. Beim selektiven
Laser-Sintern / -Schmelzen werden Pulverlagen mit einer Stärke typischerweise im Bereich
von 20 bis 100 µm aufgebracht. Die Laserleistungen liegen heute typischerweise bei
200 bis 1.000 W, wobei zukünftig auch Laser mit höherer Leistung zur Verfügung stehen
werden. Der Laserstrahl scannt nun unter einer Schutzgasatmosphäre, z.B. Argon oder
Stickstoff, mit einer Geschwindigkeit von beispielsweise bis zu 7 m/s die Pulverlage
ab. Unter der Energieeinwirkung wird die Pulverlage verfestigt. Typischerweise geht
damit auch eine Verdichtung einher. Der Fokusdurchmesser des Laserstrahls liegt typischerweise
im Bereich von 20 bis 200 µm, in Einzelfällen bis 1.000 µm. Die Aufbaurate liegt typischerweise
im Bereich von 5 bis 15 cm
3/h. Das Verfahren ermöglicht Bauteile mit einer Oberflächenqualität Rz typischerweise
im Bereich von 20 bis 100 µm und einer Genauigkeit typischerweise im Bereich von 50
bis 100 µm. Um die Aufbaurate zu erhöhen, gibt es die Möglichkeit, den Randzonenbereich
mit einem kleinen Fokusdurchmesser, beispielsweise im Bereich von 200 µm, aufzubauen,
um eine gute Oberflächenqualität und Genauigkeit zu erzielen. Im Kernbereich wird
mit einem größeren Fokusdurchmesser, beispielsweise von 1.000 µm, die Pulverlage verfestigt
/ verdichtet, um eine hohe Aufbaurate zu erzielen.
Bei LMD wird das Pulver nicht lagenweise wie bei SLS / SLM aufgebracht, sondern direkt
im Bereich des Laserstrahls eingebracht. Die so hergestellten Schmelzraupen haben
typischerweise eine Breite von 0,3 bis 3 mm.
[0006] Beim Elektronenstrahlschmelzen werden Pulverlagen mit Stärken typischerweise im Bereich
von ca. 50 bis 100 µm aufgebracht. Die typischen Leistungen derzeit verfügbarer Elektronenstrahlschmelzanlagen
liegen bei 3 bis 4 kW. Da es beim Einwirken des Elektronenstrahls auf die Pulverlage
zu Aufladungsvorgängen kommt, ist es beim Elektronenstrahlschmelzen erforderlich,
in einem ersten Durchlauf die Pulverpartikel untereinander bzw. die Pulverpartikel
mit der zuvor aufgebrachten bereits verfestigten Pulverlage oder bei der ersten Pulverlage
mit der Bodenplatte elektrisch leitend zu verbinden. Dies kann beispielsweise durch
einen defokussierten Elektronenstrahl erfolgen, der die Pulverpartikel über einen
Festphasensintervorgang miteinander verbindet. Da mit Elektronenstrahlschmelzen sehr
hohe Scangeschwindigkeiten von bis zu 8.000 m/s sowie dickere Pulverlagen möglich
sind, liegt auch die Aufbaurate deutlich höher als beim selektiven Laser-Sintern bzw.
-Schmelzen. So liegt die Aufbaurate bei Ti6AI4V bei 55 bis 80 cm
3/h. Der Fokusdurchmesser des Elektronenstrahls lässt sich typischerweise in einem
Bereich von 0,1 bis 1 mm variieren, wobei es mit kleinem Fokusdurchmesser wiederum
möglich ist, die Genauigkeit und die Rauheit, die typischerweise bei 130 bis 200 µm
bzw. Rz > 100 µm liegen, zu verbessern.
[0007] Damit pulverbasierende additive Fertigungsverfahren eine breitere Anwendung erzielen
können, sind neben der Verbesserung von Oberflächenrauheit und Genauigkeit noch die
folgenden weiteren technologischen Herausforderungen zu lösen:
- Weitere Erhöhung der Aufbaurate
- Reduzierung der machbaren Wandstärke (gegenwärtig begrenzt mit ca. 100 µm)
- Erhöhung der Prozesskonstanz
- Verbreiterung der Werkstoffpallette
- Erhöhung der Bauteilgröße (gegenwärtige Grenze 630x500x400 mm3)
- Reduzierung der inneren Spannungen / des Verzugs.
[0008] Diese Herausforderungen / Eigenschaften sind in einem hohen Ausmaß vom Verfestigungs-
/ Verdichtungsprozess beeinflusst. Dieser hängt wiederum in einem hohen Maß mit den
physikalischen Pulvereigenschaften zusammen.
[0009] Der Verfestigungs- / Verdichtungsprozess kann über Festphasensintern, Flüssigphasensintern
oder Schmelzen / Erstarren erfolgen. Beim Festphasensintern erfolgt die Verfestigung
/ Verdichtung typischerweise bei einer Temperatur im Bereich von 0,7 x bis knapp unter
Solidustemperatur. Die treibende Kraft ist dabei die Reduzierung der Oberflächenenergie,
der wichtigste Transportmechanismus die Diffusion. Die Diffusion wiederum kann über
die Oberfläche (Oberflächendiffusion), über Korngrenzen (Korngrenzendiffusion) oder
über das Partikelvolumen (Volumen- oder Gitterdiffusion) erfolgen. Im Bereich der
Kontaktstelle zwischen zwei Partikeln ist der eingeschriebene Radius klein, während
im Bereich der Partikeloberfläche der Radius vergleichsweise groß ist. Da die Leerstellendichte
vom Radius abhängt und mit sinkendem Radius steigt, kommt es zu Lehrstellendiffusion
aus dem Bereich der Kontaktfläche zwischen zwei Teilchen zu den Bereichen mit größerem
Radius, oder gleichbedeutend, zu Atomdiffusion aus den Bereichen mit größerem Radius
zu den Kontaktflächen zwischen den Partikeln. Dabei bildet sich im Bereich der Kontaktfläche
ein sogenannter Sinterhals zwischen den Partikeln aus. Beim Flüssigphasensintern tritt
neben fester Phase zumindest zeitweise auch flüssige Phase auf.
[0010] Bei Verfestigung / Verdichtung über Schmelzverfahren ist es wesentlich, dass ein
gleichmäßiger Erstarrungsschwund auftritt. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die Pulverschüttung
gleichmäßig erwärmt wird, was wiederum eine ausreichend hohe Wärmeleitfähigkeit in
der Pulverlage erfordert. Für die Verdichtung ist es zudem wesentlich, dass die entstehende
flüssige Phase die noch vorhandenen festen Partikeln gut benetzt. Dies wird zum einen
durch die Kapillarkräfte beeinflusst, die wiederum von der Dichte der Pulverschüttung
abhängen und zum anderen von oberflächenchemischen Effekten. Zudem sind Marangoni
Konvektion, Verklumpungen (balling) oder Verdampfungen zu vermeiden.
[0011] Refraktärmetalle werden heute noch nicht im industriellen Maßstab über additive Fertigungsverfahren
verfestigt / verdichtet. Unter Refraktärmetallen werden im Zusammenhang mit dieser
Erfindung die Metalle Niob, Tantal, Chrom, Molybdän, Wolfram und Rhenium subsumiert.
Dass sich additive Fertigungsverfahren für diese Werkstoffe noch nicht breit durchgesetzt
haben, hängt auch damit zusammen, dass für diese Fertigungsverfahren nur bedingt geeignete
Pulver zur Verfügung stehen. Mit den derzeit verwendeten Pulvern sind die resultierenden
Material- und Prozesseigenschaften für eine breite Anwendung dieser Fertigungsmethoden
nicht ausreichend gut.
[0012] Die Pulver müssen insbesondere ausgezeichnete Fülleigenschaften aufweisen, damit
in jeder Pulverlage eine gleichmäßige und ausreichend hohe Dichte gewährleistet ist.
Eine niedrige bzw. ungleichmäßige Dichte der Pulverlage führt zu einem ungleichmäßigen
Schwund bzw. zur Ausbildung von größeren Poren bzw. Porennestern. Über Festphasensintervorgänge
lassen sich bei den gegebenen kurzen Energieeinwirkzeiten Verfestigung / Verdichtung
nur erzielen, wenn die Partikelabstände klein und die Sinteraktivität hoch sind. Eine
ausreichende Verfestigung / Verdichtung über Festphasensintern ist beispielsweise
dann erforderlich, wenn das Pulver über einen Elektronenstrahlschmelzvorgang verdichtet
wird, da hier, wie bereits erwähnt, in einem ersten Durchlauf (Vorheizen) die Partikel
der Pulverlage soweit miteinander verbunden werden müssen, dass im zweiten Durchlauf
(Schmelzvorgang) die über den Elektronenstrahl eingebrachten Ladungsträger über die
zuvor aufgebauten Lagen bzw. über die Bodenplatte abgeleitet werden können. Werden
im ersten Durchlauf die Partikel nicht in ausreichend hohem Umfang miteinander verbunden,
kommt es zu Aufladungseffekten bzw. in weiterer Folge zu Abstoßung der Pulverpartikel
und zu einer Zerstörung der aufgebrachten Pulverlage.
[0013] Auch beim selektiven Lasersintern und -schmelzen sind eine gleichmäßige und hohe
Dichte der aufgebrachten Pulverlage vorteilhaft. Insbesondere beim Lasersintern wirkt
sich eine hohe Sinteraktivität in der festen Phase günstig aus. Beim Laserschmelzen
und beim Lasersintern mit flüssiger Phase ist es vorteilhaft, wenn die entstehende
Schmelze eine niedrige Oberflächenspannung aufweist. Gelingt es in festen Phase eine
ausreichend hohe Verfestigung / Verdichtung zu erzielen oder sind die Anforderungen
an die zu erreichende Dichte gering, so ist das SLS dem SLM vorzuziehen, da damit
bessere Oberflächengüten bzw. höhere Genauigkeiten der Bauteile erzielt werden können.
Damit ist es beispielsweise möglich, nachgelagerte Bearbeitungsprozesse zu reduzieren
oder vollständig zu vermeiden.
[0014] Es ist daher Aufgabe der gegenständlichen Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen,
das die Herstellung von Bauteilen aus Refraktärmetallen mit zumindest einer der folgenden
Eigenschaften ermöglicht:
- Hohe Oberflächenqualität
- Hohe Genauigkeit
- Geringe Wandstärke
- Hohe Dichte, bzw. geringe Fehlerdichte, wie z.B. Poren / Porennester
- Hohe statische und dynamische Festigkeit
- Hohe Duktilität
- Feinkörniges Gefüge
- Geringe Eigenspannungen.
[0015] Zudem soll das Verfahren eine hohe Aufbaurate ermöglichen.
[0016] Diese Aufgabe wird durch den unabhängigen Anspruch gelöst. Besondere Ausführungsformen
sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
[0017] Das erfinderische Verfahren ermöglicht die Herstellung von Bauteilen aus Refraktärmetallen
oder Refraktärmetalllegierungen mit einem Refraktärmetallgehalt von > 50 At.%. Wie
bereits erwähnt, werden unter dem Begriff Refraktärmetalle die Metalle auf Basis von
Niob, Tantal, Chrom, Molybdän, Wolfram und Rhenium subsumiert. Der Refraktärmetallgehalt
der erfindungsgemäßen Refraktärmetalllegierungen beträgt > 50 At.%, bevorzugt > 70
oder > 80 At.%. Insbesondere bevorzugt beträgt der Refraktärmetallgehalt > 90, > 95
oder 99 At.%.
[0018] Erfindungsgemäß wird nun ein aus Partikeln gebildetes Pulver eingesetzt, das eine
laseroptisch gemessene Partikelgröße d
50 von > 10 µm aufweist. Der d
50 Wert wird dabei mittels Laserdiffraktometrie gemessen. Die Messergebnisse werden
als Verteilungskurve angegeben. Der d
50 Wert gibt dabei die mittlere Partikelgröße an. d
50 bedeutet, dass 50 Vol.% der Partikel kleiner sind als der angegebene Wert.
[0019] Im Weiteren weist das Pulver eine mittels BET gemessene, mittlere Oberfläche von
> 0,08 m
2/g auf. Die BET-Messung erfolgt dabei gemäß Norm (ISO 9277:1995, Messbereich: 0,01
- 300 m
2/g; Gerät: Gemini II 2370; Ausheiztemperatur: 130°C; Ausheizzeit: 2 Stunden; Adsorptiv:
Stickstoff; volumetrische Auswertung über Fünfpunktbestimmung). Bevorzugt beträgt
die BET-Oberfläche > 0,1 oder > 0,13 m
2/g. Besonders bevorzugt beträgt die BET-Oberfläche > 0,15, > 0,2 m
2/g oder > 0,25 m
2/g.
[0020] Das Pulver wird unter Einwirkung eines Laser- oder Elektronenstrahls verfestigt und/oder
verdichtet. Bevorzugt wird dazu das Pulver lagenweise aufgebracht.
[0021] Das Verfahren zeichnet sich durch folgende Vorteile aus:
- Verbesserte Prozesseigenschaften beim Elektronenstrahlschmelzen: Beim Elektronenstrahlschmelzen
wird im ersten Durchlauf (Vorheizvorgang), beispielsweise mit defokussiertem Elektronenstrahl,
eine ausreichende Sinterhalsbildung über Festphasensintern erzielt. Damit werden unerwünschte
Aufladungseffekte bei hoher Energiedichte (zweiter Durchlauf / Schmelzprozess) vermieden.
- Hohe Oberflächenqualität der so hergestellten Bauteile:
Das erfindungsgemäße Pulver führt zu einer hohen Fülldichte (geringe Partikelabstände).
Zudem weist es eine sehr hohe Sinteraktivität auf. Dies führt zu einem sehr gleichmäßigen
Verdichtungs- / Verfestigungsprozess. Wenn die Anforderungen an die Bauteildichte
nicht zu hoch sind, kann auf ein vollständiges Aufschmelzen verzichtet werden.
- Hohe Genauigkeit:
Da der Verfestigungs- / Verdichtungsvorgang durch Festphasen- oder Flüssigphasen-Sintern
(Sintern im Bereich fester und flüssiger Phase) erfolgen kann, können engere Toleranzen
im Vergleich zur Verfestigung / Verdichtung durch Schmelzen / Erstarren eingehalten
werden.
- Geringe Wandstärke:
Da der Verfestigungs- / Verdichtungsvorgang durch Festphasen- oder Flüssigphasen-Sintern
erfolgen kann, können geringere Wandstärken im Vergleich zur Verfestigung / Verdichtung
durch Schmelzen / Erstarren erzielt werden, da eine Penetration der Schmelze in angrenzende,
nicht zu verfestigende Bereiche der Pulverlage vermieden bzw. reduziert wird.
- Hohe Dichte bzw. geringe Fehlerdichte, wie z.B. Poren / Porennester:
Das gleichmäßige Füllverhalten und die hohe Sinteraktivität reduzieren die Anzahl
großer Poren und Porennester.
- Geringe Eigenspannungen:
Da Eigenspannungen durch den Erstarrungs- / Abkühlprozess induziert werden, wirkt
sich eine Reduzierung des Flüssigphasenanteils günstig aus.
- Feinkörniges Gefüge:
Da die gleiche Dichte mit geringerem Energieeintrag erzielt werden kann, ist es möglich,
ein feinkörnigeres Gefüge einzustellen.
- Hohe statische und dynamische Festigkeit:
Die zuvor erwähnten Eigenschaften, beispielsweise die hohe Dichte, das feinkörnige
Gefüge und die geringe Fehlerdichte, wirken sich günstig sowohl auf die statische
als auch auf die dynamische Festigkeit aus.
- Hohe Duktilität:
Die zuvor erwähnten Eigenschaften wirken sich auch günstig auf die Duktilität aus.
[0022] Zudem erhöht das erfindungsgemäße Verfahren auch die Aufbaurate. Dies trifft in besonders
hohem Ausmaß auf das Elektronenstrahlschmelzen zu, da hier unerwünschte Aufladungsphänomene
vollständig vermieden werden.
[0023] Vorteilhaft weisen die Partikel zumindest teilweise zur Oberfläche hin offene Poren
auf. Dies verbessert die Sinterhalsbildung zwischen benachbarten Partikeln durch Oberflächendiffusion.
Im Weiteren ist es günstig, wenn die Partikel zumindest teilweise Kugelform aufweisen.
Damit ist auch in Kombination mit einer porösen Oberfläche gewährleistet, dass eine
gleichmäßige und hohe Fülldichte der Pulverlage erreicht wird.
[0024] Im Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Beschichtungsstoff eine bi- oder multimodale
Partikelverteilung aufweist. Eine bimodale Verteilung ist eine Häufigkeitsverteilung
mit zwei Maxima. Eine multimodale Verteilung weist zumindest drei Maxima auf. Eine
bi- bzw. multimodale Verteilung erhöht sowohl den Füllgrad der Pulverlage als auch
begünstigt es die Verfestigung / Verdichtung über Festphasensintervorgänge. Als sehr
günstig hat sich eine bi- oder multimodale Partikelgrößenverteilung im Falle des Elektronenstrahlschmelzens
erwiesen
[0025] Im Weiteren ist es vorteilhaft, wenn das Pulver Partikel in Agglomerat und/oder Aggregatform
umfasst, die aus Primärpartikeln gebildet sind. Die Partikel können dabei zumindest
teilweise als Aggregate, zumindest teilweise als Agglomerate oder zumindest teilweise
als eine Mischung aus Aggregaten und Agglomeraten vorliegen. Unter Aggregat wird dabei
in der Pulvermetallurgie ein Cluster von Primärpartikeln verstanden, die über eine
starke Bindung miteinander verbunden sind, während bei einem Agglomerat ein Cluster
von primären Partikeln über eine schwache Bindung miteinander verbunden sind (siehe
beispielsweise
German, R.: "introduction to powder metallurgy science", MPIF, Princeton (1984), 32). Als Aggregat wird im Kontext dieser Erfindung ein Cluster bezeichnet, das sich
nicht durch übliche Ultraschalldeagglomeration aufbrechen lässt, während Agglomerate
zumindest teilweise in die Primärpartikel zerlegbar sind. Die Ultraschalldeagglomeration
wird dabei bei 20 kHz und 600 W durchgeführt. In vorteilhafter Weise liegt das Pulver
als Aggregat vor. Die Bindung zwischen den Primärpartikeln, aus denen das Aggregat
aufgebaut ist, ist dabei stoffschlüssig (metallurgical bonding) bevorzugt ohne Mitwirken
von anderen Elementen. In besonders vorteilhafter Weise liegen > 50, insbesondere
> 70 und besonders vorteilhaft > 90% aller Partikel als Aggregat oder Agglomerat vor.
Die Auswertung erfolgt dabei folgendermaßen. Es werden 5 Proben entnommen, die mittels
Rasterelektronenmikroskop untersucht werden. Bei einer Vergrößerung, die im Bildausschnitt
20 bis 50 Partikel umfasst, lässt sich in einfacher Weise die Summe der Partikel ermitteln,
die als Aggregat oder Agglomerat vorliegen. Danach wird die Anzahl der als Aggregat
oder Agglomerat vorliegenden Partikel auf die Gesamtzahl der ausgewerteten Partikel
bezogen und der Mittelwert aus 5 Proben ermittelt. Die Agglomerat- bzw. Aggregatform
ermöglicht die Kombination von Kugelform mit einer sehr hohen Oberfläche, was wiederum
Fülldichte und Festphasensintervorgänge begünstigt.
[0026] Im weiteren hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Pulver 0,005 bis 5 At.%
zumindest eines Elements aus der Gruppe Ni, Co, Fe und Pd enthält. Durch diese Legierungselemente
werden auch bei sehr kurzen Energieeinwirkzeiten neben Oberflächendiffusion auch Korngrenzendiffusionsvorgänge
ausgelöst, was sich sowohl günstig auf die Partikelkontaktierung beim Elektronenstrahlschmelzen,
als auch auf den Verdichtungsprozess beim selektiven Lasersintern erwiesen hat. Da
diese Elemente die Oberflächenspannung der schmelzflüssigen Phase reduzieren, können
sowohl beim SLM als auch beim EBM sehr glatte Oberflächen erzielt werden.
[0027] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform liegt darin, dass das Pulver zumindest teilweise
als Komposit-Pulver vorliegt. Als Komposit-Pulver werden insbesondere Pulver verstanden,
die aus zwei oder mehreren Phasenbestandteilen bestehen, wobei in bevorzugter Weise
diese Phasenbestandteile sehr klein und homogen verteilt sind. Eine bevorzugte Möglichkeit
eines Komposit-Pulvers stellt dabei ein Pulver dar, das zumindest teilweise in beschichteter
Form vorliegt. Die Schicht kann dabei sehr dünn (zum Beispiel 50 nm bis 5 µm) ausgeführt
sein. Als besonders günstig hat es sich erwiesen, wenn die Schicht ein Metall, eine
Legierung oder eine Verbindung umfasst, die einen tieferen Schmelzpunkt hat als das
Partikel im kernnahen Bereich. Der Schmelzpunktsunterschied (in K) beträgt dabei bevorzugt
0,04 bis 0,7 x Schmelzpunkt (in K) des zentrumsnahen Bereichs. Besonders bevorzugte
Bereiche sind 0,04 bis 0,5 und 0,04 bis 0,3 x Schmelzpunkt (in K). Dadurch ist es
möglich, dass zum Verfestigungs- / Verdichtungsvorgang nicht nur Festphasensintervorgänge
beitragen, sondern dass die Verdichtung über Flüssigphasensintern erfolgt. Die flüssige
Phase wird dabei bevorzugt aus der Beschichtung der Partikel gebildet. Die flüssige
Phase kann wiederum in günstiger Weise bereichsweise das restliche Partikel anlösen.
Zudem weist das Material der Beschichtung vorteilhaft einen ausreichend niedrigen
Dampfdruck auf. Besonderes vorteilhaft wird die Beschichtung porös ausgeführt. Damit
können Festphasensintervorgänge sowohl durch die Reduzierung der Solidustemperatur
als auch durch Erhöhung der Oberfläche beschleunigt werden. Im Weiteren ist es vorteilhaft,
wenn die aus der Beschichtung gebildete Phase eine niedrigere Oberflächenspannung
aufweist als dies der Fall wäre, wenn die Partikel unbeschichtet eingesetzt werden.
[0028] In einfacher Weise kann eine poröse Oberflächenschicht durch ein Wirbelschichtverfahren
abgeschieden werden. In der Wirbelschicht (auch Fließbett genannt) wird durch ein
Trägermedium (bevorzugt ein Gas) das noch unbeschichtete Pulver bewegt. Bei einer
bestimmten Strömungsgeschwindigkeit geht die Pulverschüttung in die Wirbelschicht
über. Bei der Wirbelschicht-Beschichtung kann nun ein Slurry, der beispielsweise neben
einer Flüssigkeit und einem Binder das Beschichtungsmaterial bevorzugt in sehr feiner
Form enthält, über eine Düse in den Reaktionsraum eingesprüht und auf den Partikeln
abgeschieden werden. Flüssigkeit und Binder können anschließend durch übliche Verfahren,
wie beispielsweise Glühen entfernt werden.
[0029] Das erfindungswesentliche Pulver lässt sich jedoch beispielsweise in einfacher Weise
auch durch Granulation einer Vorstufe des Metallpulvers, beispielsweise eines Oxid,
und anschließender Reduktion herstellen. Als besonders geeignete Granulationsverfahren
eignen sich beispielsweise die Sprühgranulation. Der dem Granulieren folgende Reduktionsschritt
wird in bevorzugter Weise bei einer Temperatur > 500°C, insbesondere bevorzugt > 800°C
durchgeführt.
[0030] Wie bereits erwähnt, wird das erfindungswesentliche Pulver in bevorzugter Weise für
das Verdichten / Verfestigen durch Einwirken eines Elektronenstrahls verwendet. Das
Pulver wird dazu lagenweise aufgebracht und in einem ersten Schritt (Vorheizvorgang)
mit beispielsweise einem defokussierten Elektronenstrahl über Festphasensintervorgänge
soweit verfestigt / verdichtet, dass zumindest teilweise Sinterhälse entstehen und
im nachgelagerten Aufschmelzprozess unerwünschte Aufladungsphänomene verhindert werden
können.
Das erfindungswesentliche Pulver eignet sich jedoch auch ausgezeichnet zum Verdichten
unter Einwirken eines Laserstrahls, insbesondere wenn die Verfestigung / Verdichtung
durch Festphasensintern oder Flüssigphasensintern erfolgt.
[0031] Im Folgenden ist die Erfindung beispielhaft beschrieben.
Beispiel 1
[0032] Feinkörniges MoO
3 Pulver wurde in einen Rührtank eingebracht und mit einer Menge Wasser vermengt, so
dass ein Slurry entstand. Dieser Slurry wurde in einer Sprühgranulationsanlage zu
einem Granulat verarbeitet. Dieses Granulat wurde in einem zweistufigen Prozess zu
Mo-Metallpulver (Reduktionstemperatur 600 bzw. 1050°C) reduziert. Das so hergestellte
Mo-Metallpulver wurde bei 90 µm, abgesiebt. Die Pulverpartikel waren kugelförmig ausgebildet
und wiesen zur Oberfläche hin offene Poren auf. Gemäß der in der Beschreibung gegebenen
Definition lagen die Partikel in Agglomerat- / Aggregatform vor. Der gemäß der Beschreibung
ermittelte d
50-Wert betrug 21 µm, die BET-Oberfläche 0,15 m
2/g. Das so hergestellte Pulver wurde für das selektive Elektronenstrahlschmelzen eingesetzt.
Der Prozess ist in der Beschreibung wiedergegeben. Das Vorheizen erfolgte mit defokussiertem
Elektronenstrahl bei Bedingungen, die zu keinem Aufschmelzen führten. Beim darauf
folgenden Scanschritt mit fokussiertem Elektronenstrahl, der zum vollständigen Aufschmelzen
der Partikel führte, traten keine unerwünschten Aufladungsprozesse auf.
Beispiel 2
[0033] Wolframpulver mit Kugelform, das bei 25 µm und 5 µm abgesiebt wurde, wurde mit 0,1
Ma.% feinkörnigem Ni Pulver gemischt. Der d
50- und der BET-Wert der Mischung betrugen > 10 µm bzw. > 0,08 m
2/g. Mit der so hergestellten Pulvermischung wurden Sinterversuche bei sehr kurzen
Prozesszeiten (Aufheizen auf 1200°C in 3 min.) durchgeführt, um die Sinterfähigkeit
in der festen Phase bei geringen D x t Werten (D... Diffusionskoeffizient, t... Zeit)
zu beurteilen und damit bewerten zu können, ob eine ausreichende Kontaktierung zwischen
den Partikeln beim Vorheizen mit defokussiertem Elektronenstrahl bzw. beim Verfestigen
/ Verdichten mittels Laserstrahl (Lasersintern) eintritt. Vergleichsweise wurde reines
W-Pulver mit Kugelform und der Siebfraktion 5 bis 25 µm (BET-Oberfläche < 0,08 m
2/g) in 3 min. auf 1200°C erhitzt. Während bei Rein-Wolfram noch keine Sinterhalsbildung
zu beobachten war, zeigte die erfindungsgemäße W-Ni Mischung schon Sinterhälse zwischen
den Partikeln.
Beispiel 3
[0034] WO
3 Pulver wurde in einen Rührtank eingebracht und mit einer Menge Wasser vermengt, so
dass ein Slurry entstand. Dieser Slurry wurde in einer Sprühgranulationsanlage zu
einem Granulat verarbeitet. Dieses Granulat wurde in einem einstufigen Prozess zu
W-Metallpulver (Reduktionstemperatur 1000°C) reduziert. Das so hergestellte W-Metallpulver
wurde bei 90 µm abgesiebt. Das Pulver war kugelförmig ausgebildet und wies zur Oberfläche
hin offene Poren auf. Gemäß der in der Beschreibung gegebenen Definition lagen die
Partikel in Agglomerat- / Aggregatform vor. Der gemäß der Beschreibung ermittelte
d
50-Wert betrug 17 µm, die BET-Oberfläche 0,18 m
2/g. Auf den Pulverpartikeln wurde eine ca. 1 µm dicke Ni-Schicht aufgebracht. In Anlehnung
an Beispiel 2 wurde die Festphasensinterfähigkeit bei geringen D x t Werten durch
schnelles Aufheizen ermittelt. Durch die Beschichtung war es möglich, eine Sinterhalsbildung
bereits bei 1000°C zu erzielen.
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils aus Refraktärmetall oder einer Refraktärmetalllegierung
mit einem Refraktärmetallgehalt > 50 At.%, wobei unter Refraktärmetallen die Metalle
auf Basis von Niob, Tantal, Chrom, Molybdän, Wolfram und Rhenium subsumiert werden
und wobei das Verfahren die Schritte Bereitstellen eines aus Partikeln gebildeten
Pulvers und Verfestigen des Pulvers unter Einwirken eines Laser- oder Elektronenstrahls
umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Pulver eine laseroptisch gemessene Partikelgröße d50 von > 10 µm und eine mittels BET gemessene mittlere Oberfläche > 0,08 m2/g aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Partikel zumindest teilweise Poren aufweist.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulver eine bi- oder multimodale Partikelgrößenverteilung aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulver Pulverpartikel in Agglomerat- und/oder Aggregatform umfasst, die aus Primärpartikeln
gebildet sind.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulver 0,005 bis 5 At.% zumindest eines Elements aus der Gruppe Ni, Co, Fe und
Pd enthält.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulver zumindest teilweise als Kompositpulver vorliegt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulver zumindest teilweise als beschichtetes Pulver vorliegt.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel zumindest teilweise in oberflächennahen Bereichen einen niedrigeren
Schmelzpunkt als in zentrumsnahen Bereichen aufweisen.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelzpunktsunterschied (in K) 0,04 bis 0,7 x Schmelzpunkt (in K) des zentrumsnahen
Bereichs beträgt.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pulverherstellung einen Granulationsschritt umfasst.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Granulationsschritt ein Reduktionschritt bei einer Temperatur > 500°C folgt.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pulverherstellung einen Beschichtungsschritt umfasst.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulver > 80 At% zumindest eines Elements ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Mo und W enthält.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die BET-Oberfläche > 0,1 m2/g, bevorzugt > 0,13 m2/g beträgt.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pulvers lagenweise aufgebracht wird.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfestigen des Pulvers unter Einwirken eines Elektronenstrahls erfolgt, wobei
die Partikel des lagenweise aufgebrachten Pulvers in einem ersten Schritt durch Festphasensintern
zumindest teilweise Sinterhälse bilden und in einem darauf folgenden Schritt zumindest
teilweise aufgeschmolzen werden.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schritt mit defokussiertem Elektronenstrahl erfolgt.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest teilweise das Verfestigen des Pulvers durch Festphasensintern oder Flüssigphasensintern
unter Einwirken eines Laserstrahls erfolgt.
1. Process for producing a component from refractory metal or a refractory metal alloy
having a refractory metal content > 50 at%, whereby the refractory metals encompass
the metals based on niobium, tantalum, chromium, molybdenum, tungsten and rhenium,
and whereby the method comprises steps of providing a powder formed of particles and
solidifying the powder under the action of a laser beam or electron beam, characterized in that
the powder has a particle size d50 as measured laser-optically of > 10 µm and an average surface area as measured by
the BET method of
> 0.08 m2/g.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the surface of the particles at least partly has pores.
3. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder has a bimodal or multimodal particle size distribution.
4. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder comprises powder particles in agglomerate form and/or aggregate form which
are formed of primary particles.
5. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder comprises 0.005 to 5 at% of at least one element from the group consisting
of Ni, Co, Fe and Pd.
6. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder is present at least partly as composite powder.
7. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder is present at least partly as coated powder.
8. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the particles at least partly have a lower melting point in near-surface regions
than in near-centre regions.
9. Process according to Claim 8, characterized in that the melting point difference (in K) is 0.04 to 0.7 x melting point (in K) of the
near-centre region.
10. Process according to any of the preceding claims, characterized in that powder production comprises a granulating step.
11. Process according to Claim 10, characterized in that the granulating step is followed by a reducing step at a temperature > 500°C.
12. Process according to any of the preceding claims, characterized in that powder production comprises a coating step.
13. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder comprises > 80 at% of at least one element selected from the group consisting
of Mo and W.
14. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the BET surface area is > 0.1 m2/g, preferably > 0.13 m2/g.
15. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the powder is applied layerwise.
16. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the solidifying of the powder takes place under the action of an electron beam, with
the particles of the layerwise-applied powder at least partly forming sinter necks
in a first step through solid-phase sintering and being at least partly melted in
a subsequent step.
17. Process according to Claim 16, characterized in that the first step takes place with defocused electron beam.
18. Process according to any of Claims 1 to 15, characterized in that the solidifying of the powder takes place at least partly by solid-phase sintering
or liquid-phase sintering under the action of a laser beam.
1. Procédé de fabrication d'un composant en un métal réfractaire ou un alliage de métaux
réfractaires ayant une teneur en métaux réfractaire > 50 % at., les métaux réfractaires
comprenant les métaux à base de niobium, tantale, chrome, molybdène, tungstène et
rhénium, et le procédé comprenant les étapes de préparation d'une poudre formée par
des particules et de consolidation de la poudre sous l'action d'un faisceau laser
ou d'électrons, caractérisé en ce que la poudre présente une taille de particule d50 mesurée optiquement par laser > 10 µm et une surface moyenne mesurée selon BET >
0,08 m2/g.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface des particules comprend au moins partiellement des pores.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre présente une distribution des tailles de particules bi- ou multimodale.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre comprend des particules de poudre sous forme agglomérée et/ou agrégée,
qui sont formées par des particules primaires.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre contient 0,005 à 5 % at. d'au moins un élément du groupe constitué par
Ni, Co, Fe et Pd.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre se présente au moins partiellement sous la forme d'une poudre composite.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre se présente au moins partiellement sous la forme d'une poudre revêtue.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules présentent au moins partiellement dans des zones proches de la surface
un point de fusion plus faible que dans des zones proches du centre.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que la différence de point de fusion (en K) est de 0,04 à 0,7 x point de fusion (en K)
de la zone proche du centre.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fabrication de la poudre comprend une étape de granulation.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'étape de granulation est suivie par une étape de réduction à une température >
500 °C.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fabrication de la poudre comprend une étape de revêtement.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre contient > 80 % at. d'au moins un élément choisi dans le groupe constitué
par Mo et W.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface BET est > 0,1 m2/g, de préférence > 0,13 m2/g.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la poudre est appliquée en couches.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la consolidation de la poudre a lieu sous l'action d'un faisceau d'électrons, les
particules de la poudre appliquée en couches formant au moins partiellement des cols
de frittage lors d'une première étape par frittage en phase solide et étant au moins
partiellement fondues lors d'une étape ultérieure.
17. Procédé selon la revendication 16, caractérisé en ce que la première étape a lieu avec un faisceau d'électrons défocalisé.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que la consolidation de la poudre a lieu au moins partiellement par frittage en phase
solide ou frittage en phase liquide sous l'action d'un faisceau laser.