[0001] Die Erfindung betrifft eine Doppelbett-Matratze für zwei in einer Breitenrichtung
nebeneinander angeordneten Liegeflächen für zwei Personen, mit einem aus zwei in Breitenrichtung
aneinander anschließenden Teilkernen (5, 6) gebildeten Matratzenkern (4), wenigstens
einem Auflagepolster (2, 3) und einem gemeinsamen Matratzenbezug (1), wobei die Teilkerne
(5, 6) mit einer in Längsrichtung liegenden Stoßfuge (8) aneinander anliegend über
die Stoßfuge (8) hinweg miteinander verbunden sind.
[0002] Doppelbetten bestehen üblicherweise aus einem gemeinsamen Bettkörper, der einheitlich
mit wenigstens einer Matratze ausgebildet sein kann oder der zur Aufnahme von wenigstens
einer Matratze geeignet ist. Moderne Boxspring-Betten können mit fest integrierten
Matratzen aufgebaut sein. Ein Doppelbett ist für zwei Personen vorgesehen und weist
daher zwei Liegeflächen für die beiden Personen auf.
[0003] Soweit über die Breite des Doppelbetts eine einheitliche Matratze benutzt wird, wie
dies insbesondere für Doppelbetten bis zu einer Breite von 160 cm der Fall sein kann,
besteht das Problem, dass ganz unterschiedlich gebaute Personen eines Paares auf derselben
Matratze schlafen müssen. Dies hat zur Folge, dass die Matratze für eine Person des
Paares richtig und bequem sein kann, während sie für die andere Person des Paares
zu hart oder zu weich ist. In der Praxis hat es sich herausgebildet, dass Matratzen
über ihre Längsrichtung mit unterschiedlichen Liegezonen ausgebildet sind, um der
in Längsrichtung inhomogenen Gewichtsverteilung einer Person durch entsprechende Abstützhärten
gerecht zu werden. Auch diesbezüglich besteht das Problem der fehlenden Anpassung
der einheitlichen Matratze an eine Person des Paares, wenn die Personen des Paares
unterschiedliche Körperlängen bzw. Stammlängen aufweisen.
[0004] Es ist daher bekannt, Doppelbetten mit zwei in Breitenrichtung nebeneinander liegenden
unterschiedlichen Matratzen auszustatten, die jedoch den Nachteil aufweisen, dass
sie an einer Stoßfuge aneinander stoßen und im Bereich der Stoßfuge, also im Bereich
der Ränder der beiden Teilmatratzen, eine nicht mehr ausreichende Abstützung gewährleisten,
sodass eine Person im Bereich der Stoßfuge stärker in die Matratze eindringt. Man
"fällt" quasi in die Stoßfuge zwischen den Matratzen hinein.
[0005] Die Nachteile der einen oder der anderen Lösung für die Ausgestaltung eines Doppelbetts
sind seit Jahrzehnten in Kauf genommen worden.
[0006] Durch
DE 200 12 254 U1 ist es bekannt, eine Matratze für Doppelbetten aus zwei Einzelmatratzen zu bilden,
die von einer gemeinsamen Umhüllung umgeben sind und die innerhalb der Umhüllung miteinander
lösbar verbunden sind. Der Zweck dieser Matratze besteht darin, dass die Handhabung
nicht einer großen Doppelbettmatratze erforderlich ist, sondern in Form der aus der
gemeinsamen Umhüllung herausgenommenen Einzelmatratzen erfolgen kann.
[0007] Durch
EP 0 828 445 B1 ist ferner eine Doppelbett-Matratze in Form einer einteiligen Matratzenstruktur bekannt,
die durch Schraubenfedern in Taschen bekannt, die in einer Reihe von Strängen ausgebildet
sind. Die Verbindung der Schraubenfedern erfolgt durch eine klebende Verbindung der
aus hitzeempfindlichem Stoff gebildeten Taschen. Zur Ausbildung unterschiedlich harter
Liegeflächen für die beiden Personen können die Schraubenfedern auf der einen Liegeseite
anders ausgebildet sein, als die Schraubenfedern auf der anderen Liegeseite. Auf diese
Weise wird ein einteiliger Federkern gebildet, der Liegeflächen mit unterschiedlichen
Auflagehärten ausbildet und in dem die die Feder umgebenden Taschen miteinander verbunden
sind.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Doppelbett-Matratze der eingangs erwähnten
Art so auszubilden, dass eine einheitlich empfundene Liegefläche ohne eine merkbare
Stoßfuge erzielt wird.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Doppelbett-Matratze der eingangs erwähnten Art
erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkerne jeweils aus Federn bestehen,
die in Breitenrichtung und in Längsrichtung nebeneinander angeordnet sind, dass die
Liegeflächen mit unterschiedlichen Härten und/oder Liegezonen ausgebildet sind, dass
die an der Stoßfuge befindlichen Randfedern der beiden Teilkerne unmittelbar miteinander
verbunden sind und dass die Teilkerne von dem sich über beide Liegeflächen erstreckenden
Auflagepolster abgedeckt sind.
[0010] Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, die Härte und ggf. die Verteilung der Liegezogen
im Wesentlichen durch die Teilkerne festzulegen und eine in der Handhabung ungeteilte
Matratze dadurch herzustellen, dass die Teilkerne von einem sich über die gesamte
Breite der Matratze erstreckenden Auflagepolster abgedeckt und dann von dem Matratzenbezug
umgeben werden. Auf diese Weise gelingt es, eine in der Handhabung und im Liegegefühl
einheitliche Matratze auszubilden, bei der die Matratzeneigenschaften auf den beiden
Liegeflächen unterschiedlich sind, weil unterschiedliche Teilkerne diese Liegeeigenschaften
bestimmen. Dabei ist es möglich, dass die beiden Teilkerne mit einer in Längsrichtung
liegenden Stoßfuge eng aneinander anliegen und sich gegenseitig dabei so abstützen,
dass eine sonst in der Stoßfuge auftretende Verringerung der Abstützkraft nicht merkbar
in Erscheinung tritt.
[0011] Erfindungsgemäß werden die Teilkerne mit Federn gebildet, die in Breitenrichtung
und in Längsrichtung nebeneinander angeordnet sind. Dabei werden die für Federkernmatratzen
üblichen Federn verwendet, die aus Drahtmaterial, insbesondere Metalldraht, gebildete
Spiralfedern sind und beispielsweise zum Aufbau einer Taschenfederkern- oder Bonnell-Federkernmatratze
eingesetzt werden.
[0012] Die Teilkerne werden über die Stoßfuge hinweg miteinander verbunden. Bei den aus
Federn gebildeten Teilkernen kann die Verbindung in an sich bekannter Weise durch
Ösen oder durch Spiraldraht erfolgen. Auch andere direkte mechanische Verbindungen
der Federn, beispielsweise mit Textil-, Kunststoff- oder Metallfäden oder -drähten,
sind möglich. Auf diese Weise werden die an der Stoßfuge befindlichen Randfedern der
beiden Teilkerne miteinander verbunden. Der Zusammenhalt der Federn eines Teilkerns
untereinander erfolgt in üblicher Weise, wie dies bei Bonnell- oder Taschenfederkernmatratzen
üblich ist, also über eine direkte mechanische Verbindung der Federn miteinander oder
eine Verbindung der Stofftaschen bei einer Taschenfederkernmatratze.
[0013] Die erfindungsgemäße Doppelbett-Matratze ermöglicht, dass sie ohne Ausbildung einer
beim Liegen merklichen Stoßfuge unterschiedliche Abstützeigenschaften auf den beiden
Liegeflächen für unterschiedliche Personen eines Paares ermöglichen. Ohne eine individuelle
Anfertigung der Matratze ist dies beispielsweise dadurch möglich, dass nach den in
dem deutschen Patent
103 01 557 angegebenen Kriterien eine Liegefläche für einen Mann und die benachbarte Liegefläche
für eine Frau ausgebildet wird. Hierzu werden statistische Daten über die Durchschnittskörperlänge
und die Durchschnitts-Körperform von Männern und Frauen zugrunde gelegt, um auch die
Verteilung von unterschiedlichen Liegezonen für Männer und Frauen anzupassen. Hierbei
handelt es sich jedoch lediglich um ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel. Es ist auch
möglich, die Liegeflächen nach anderen Kategorien, wie beispielsweise nach Stammlängen-Bereichen
der beteiligten Personen zu kategorisieren und so Doppelbett-Matratzen mit unterschiedlichen
Kombinationen von Liegeflächentypen zu erstellen.
[0014] In einer vereinfachten - und daher für Herstellung und Lagerhaltung vorteilhaften
- Form können die beiden Liegeflächen aber auch eine gleiche Verteilung der Liegezonen
aufweisen und lediglich zur Anpassung an unterschiedliche Körpergewichte mit unterschiedlichen
Härtegraden ausgebildet sein. In einer noch einfacheren Ausbildung unterscheiden sich
die beiden Liegeflächen nur durch die Härtegrade, wenn beispielsweise auf eine Zonenausbildung
verzichtet wird.
[0015] Die Erfindung soll im Folgenden von anhand in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert werden. Es zeigen:
- Figur 1
- einen schematischen Schnitt in Breitenrichtung eines erfindungsgemäßen Aufbaus einer
Doppelbett-Matratze;
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht auf einen aus zwei Teilkernen bestehenden Matratzenkern;
- Figur 3
- eine Teildarstellung von mit Ösen miteinander verbundenen Randfedern der Teilkerne,
die als Tonnen-Taschenfederkerne ausgebildet sind;
- Figur 4
- eine der Figur 3 entsprechende Darstellung für Teilkerne, die mit zylindrischen Taschenfedern
gebildet sind und
- Figur 5
- eine der Figuren 3 und 4 entsprechende Darstellung für als Bonnell-Federkerne ausgebildete
Teilkerne.
[0016] Die als Schnitt entlang einer Breitenrichtung in Figur 1 dargestellte Matratze besteht
aus einem Matratzenbezug 1, einem oberen Auflagepolster 2 und einem unteren Auflagepolster
3 und einem Matratzenkern 4, der aus zwei in Breitenrichtung nebeneinander angeordneten
Teilkernen 5, 6 gebildet ist. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Teilkerne
5, 6 als Taschenfederkerne ausgebildet, wobei die Taschenfederkerne dicht an dicht
in Reihen und Spalten aneinander liegende Federn 7 in Form von Taschenfedern aufweisen.
Dargestellt sind Taschenfedern mit einer tonnenförmigen Kontur, wie sie für Taschenfederkerne
an sich bekannt ist. Die Teilkerne 5, 6 stoßen an einer sich in Längsrichtung der
Matratze erstreckenden Stoßfuge 8 aneinander und sind dort miteinander verbunden.
Die Verbindung erfolgt dadurch, dass alle Randfedern 5', 6' über ein Verbindungsmittel
9 miteinander verbunden sind.
[0017] Die Teilkerne 5, 6 können unterschiedliche Abstützeigenschaften aufweisen. Im einfachsten
Fall weist beispielsweise der Teilkern 5 einen Härtegrad H2 auf, während der Teilkern
6 für einen höheren Härtegrad H3 ausgebildet ist. Auf diese Weise kann die Doppelbett-Matratze
beispielsweise für einen schwereren Mann und eine leichtere Frau angepasst sein.
[0018] Zwischen den Auflagepolstern 2, 3 läuft am äußeren Rand der Matratze ein Seitenpolster
10 um, das einen umlaufenden, die Federn 7 einfassenden Rahmen ausbildet.
[0019] Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf die Anordnung der Federn 7 der Teilkerne 5, 6,
die in einer in Längsrichtung ausgerichteten Stoßfuge 8 mit den Randfedern 5', 6'
aneinander stoßen.
[0020] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel weisen beide Teilmatratzen 5, 6 eine Zonenstruktur
aus sieben Zonen Z1 bis Z7 auf, um den unterschiedlichen Abstützanforderungen der
Körperform besser gerecht zu werden. Bei der gleichen Zonenverteilung der beiden Teilkerne
5, 6 unterscheiden sich die Federn 7 der beiden Teilkerne 5, 6 lediglich durch ihre
Federhärte, sodass der Teilkern 5 zu einer weicheren Liegefläche mit dem Härtegrad
H2 und der Teilkern 6 zu einer härteren Liegefläche mit dem Härtegrad H3 führt. Selbstverständlich
sind die angegebenen Härtegrade nur beispielhaft erwähnt. Andere Kombinationen der
Härtegrade, unter Einschluss der Härtegrade H1, H4 und H5 sind ebenfalls denkbar.
In der Praxis dominieren jedoch die Härtegrade H2 und H3.
[0021] Figur 3 zeigt die Verbindung der Randfedern 5', 6' bei tonnenförmigen Taschenfedern.
Hier erfolgt die Verbindung vorzugsweise mit einem Befestigungsmittel 9 in Form einer
Öse, die bezüglich der Höhe der Federn mittig angebracht wird, wo die bauchigen tonnenförmigen
Taschenfedern aneinander stoßen.
[0022] Gemäß Figur 4 erfolgt die Verbindung bei zylindrischen Taschenfedern als Randfedern
5', 6' mit Verbindungsmitteln 9, die ebenfalls in Form von Ösen, jedoch am oberen
Rand und unteren Rand der Randfedern 5', 6' angebracht werden.
[0023] Sind die Teilkerne mit Bonnellfedern als Randfedern 5', 6' gebildet, kann die Verbindung
der Randfedern 5', 6' mit Befestigungsmitteln 9 in Form eines Spiraldrahts erfolgen,
wie dies in Figur 5 angedeutet ist.
[0024] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Federn 7 in Spalten, die der Längsrichtung
entsprechen, und Zeilen, die der Breitenrichtung entsprechen, aneinanderstoßend angeordnet.
Beide Teilkerne 5, 6 weisen in Breitenrichtung 13 Federn nebeneinander auf, während
in Längsrichtung 30 Federn vorgesehen sind. Üblicherweise sind die Federn einer Zeile
in Breitenrichtung alle gleich ausgebildet, während die Spalten in Längsrichtung Federn
unterschiedlicher Federhärte aufweisen können, um die unterschiedlichen Zonen Z1 bis
Z7 auszubilden.
[0025] Obwohl die Teilkerne 5, 6 unterschiedlich ausgebildet sind, erscheint die Doppelbett-Matratze
gemäß der Erfindung als eine einheitliche Matratze, die zwar über den Teilkernen 5,
6 zwei unterschiedliche Liegeflächen von beispielweise unterschiedlicher Härte ausbildet,
jedoch Komfortnachteile durch die Stoßfuge 8 dadurch vermeidet, dass die Teilkerne
5, 6 durch sich über die gesamte Breite der Matratze einheitlich erstreckendes Auflagepolster
2, 3 abgedeckt ist. Grundsätzlich könnte die Matratze auch mit einem Auflagepolster
2 ausgebildet sein. Bevorzugt ist jedoch eine Ausbildung mit zwei Auflagepolstern
2, 3, da in diesem Fall die Matratze auch von beiden Seiten belegen werden kann.
[0026] Insbesondere bei der Ausbildung der Teilkerne 5, 6 mit Federn 7 lassen sich die Teilkerne
5, 6 zu einem gemeinsamen Matratzenkern 4 verbinden, der eine merkbare Auswirkung
der Stoßfuge 8 in der Praxis unterbindet.
1. Doppelbett-Matratze für zwei in einer Breitenrichtung nebeneinander angeordneten Liegeflächen
für zwei Personen, mit einem aus zwei in Breitenrichtung aneinander anschließenden
Teilkernen (5, 6) gebildeten Matratzenkern (4), wenigstens einem Auflagepolster (2,
3) und einem gemeinsamen Matratzenbezug (1), wobei die Teilkerne (5, 6) mit einer
in Längsrichtung liegenden Stoßfuge (8) aneinander anliegend über die Stoßfuge (8)
hinweg miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkerne (5, 6) jeweils aus Federn (7) bestehen, die in Breitenrichtung und
in Längsrichtung nebeneinander angeordnet sind, dass die Liegeflächen mit unterschiedlichen
Härten und/oder Liegezonen ausgebildet sind, dass die an der Stoßfuge (8) befindlichen
Randfedern (5', 6') der beiden Teilkerne (5, 6) unmittelbar miteinander verbunden
sind und dass die Teilkerne von dem sich über beide Liegeflächen erstreckenden Auflagepolster
(2, 3) abgedeckt sind.
2. Doppelbett-Matratze nach einem der Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkerne (5, 6) in Längsrichtung mit unterschiedlichen, sich über die Breitenrichtung
erstreckenden Liegezonen (Z1 bis Z7) aufgebaut sind und dass die Verteilung der Liegezonen
auf beiden Teilkernen (5, 6) gleich ist, die Liegezonen jedoch unterschiedliche Härten
aufweisen.
3. Doppelbett-Matratze nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkerne (5, 6) in Längsrichtung mit unterschiedlichen, sich über die Breitenrichtung
erstreckende Liegezonen (Z1 bis Z7) aufgebaut sind und dass die Verteilung der Liegezonen
(Z1 bis Z7) für beide Teilkerne (5, 6) unterschiedlich ist.
4. Doppelbett-Matratze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Teilkern (5) für eine Frau und der andere Teilkern (6) für einen Mann ausgebildet
ist.
5. Doppelbett-Matratze nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet dass die Randfedern (5', 6') der beiden Teilkerne (5, 6) durch Befestigungsmittel (9)
mechanisch miteinander verbunden sind.
6. Doppelbett-Matratze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (9) die Form einer Öse aufweisen.
7. Doppelbett-Matratze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (9) in Form eines Spiraldrahts ausgebildet sind.