[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Spindel einer
Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschine, die eine einstellbare Ballonfadenführeröse
besitzt.
[0002] Da ein einfacher Faden bezüglich seiner Festigkeit und/oder seiner Gleichmäßigkeit
den Anforderungen, die bei der Weiterverarbeitung oder beim Endprodukt an ihn gestellt
werden, oft nicht genügen kann, ist es in der Textilindustrie üblich, dass zum Beispiel
mittels einer Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschine wenigstens zwei Fäden miteinander
verdreht werden, wobei im Doppeldrahtzwirnverfahren allerdings grundsätzlich auch
das Hochdrehen einzelner Garne möglich ist.
[0003] Die bekannten Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschinen, die in zahlreichen Patentschriften
ausführlich beschrieben sind, weisen jeweils eine Vielzahl von identischen Arbeitsstellen
auf, wobei im Bereich jeder Arbeitsstelle jeweils wenigstens ein laufender Faden in
Form eines Fadenballons eine Zwirn- oder Kablierspindel umkreist, bevor er mittels
einer Spul- und Wickelvorrichtung zu einer Auflaufspule aufgewunden wird.
[0004] Beim Doppeldrahtzwirnen werden beispielsweise zwei Fäden mit einer S- oder einer
Z-Drehung miteinander verbunden, wobei beide Fäden jeweils eine zusätzliche Drehung
erhalten. Das heißt, bei einer Arbeitsstelle, die nach dem Doppeldrahtzwirnverfahren
arbeitet, wird oft ein ein- oder mehrfach gefachter Faden von einer im Schutztopf
der Spindel angeordneten Vorlagespule nach oben abgezogen und über ein beispielsweise
auf der Spulenachse der Zwirnspindel angeordnetes, ansteuerbares Fadenlieferwerk in
das obere Ende der hohlen Spulenachse der Zwirnspindel eingeführt.
Der gefachte oder einfache Faden gelangt zu einem unterhalb des Schutztopfes angeordneten,
rotierbar gelagerten, antreibbaren Fadendrallerteilungselement und verlässt das Fadendrallerteilungselement
über eine Radialöffnung. Der zum Beispiel gefachte Faden wird anschließend zu einem
oberhalb des Schutztopfes der Spindel angeordneten, stationären Ballonfadenführer
geführt und bildet dabei aufgrund der Rotation des Fadendrallerteilungselements zwischen
dem Fadendrallerteilungselement und der oberhalb des Schutztopfes angeordneten Ballonfadenführeröse
einen um den Schutztopf rotierenden Fadenballon, dessen Größe sich durch das Fadenlieferwerk
einstellen lässt.
[0005] Bei Arbeitsstellen, die nach dem Doppeldrahtzwirnverfahren arbeiten, gibt es außerdem
bezüglich der Art, wie die Fäden der Zwirnspindel zugeführt werden, verschiedene Vorlagearten.
Die Vorlagefäden können beispielsweise von einer Vorlagespule stammen, die in einem
Schutztopf der Zwirnspindel gelagert und auf die ein gefachter Vorlagefaden gewickelt
ist, oder von zwei in dem Schutztopf der Zwirnspindel übereinander angeordneten Vorlagespulen,
von denen jeweils ein Vorlagefaden abgespult wird.
[0006] Beim Kablierverfahren wird bekanntlich um einen ersten Vorlagefaden ein zweiter Faden
gedreht, wobei die Drehung des Einzelfadens im Wesentlichen unverändert bleibt. Das
heißt, bei einer Arbeitsstelle, die nach dem Kablierverfahren arbeitet, kommen oft
zwei separat angeordnete Vorlagespulen zum Einsatz.
[0007] Eine erste Vorlagespule ist dabei, wie üblich, in einem Schutztopf der Kablierspindel
angeordnet, während eine zweite Vorlagespule oft in einem Spulengatter bereitgehalten
wird, das oberhalb der Arbeitsstelle positioniert ist. Von dieser im Spulengatter
bevorrateten Vorlagespule wird zum Beispiel durch ein Fadenlieferwerk ein sogenannter
Außenfaden abgezogen und von unten in die hohle Spulenachse eines rotierbar gelagerten,
antreibbaren Fadendrallerteilungselements, das zum Beispiel als Speicherscheibe ausgebildet
ist, eingeführt.
Der laufende Außenfaden verlässt die Speicherscheibe über eine Radialöffnung und wird
anschließend, zum Beispiel über einen an der Speicherscheibe angeordneten, sogenannten
Fadenabwurfteller zu einem oberhalb des Schutztopfes angeordneten, stationären Ballonfadenführer
geleitet, wo er um den Vorlagefaden der ersten Vorlagespule gedreht, oder wie es in
Fachkreisen heißt, kabliert wird.
Der Außenfaden bildet aufgrund der Rotation der Speicherscheibe zwischen dem Fadenabwurfteller
und der oberhalb des Schutztopfes angeordneten Ballonfadenführeröse einen um den Schutztopf
rotierenden Fadenballon, dessen Größe während des Kablierprozesses durch das im Bereich
des Fadenlaufweges des Außenfadens angeordnete Fadenlieferwerk einstellbar ist.
[0008] Nach dem Passieren der stationären Ballonfadenführeröse wird der entweder verzwirnte
oder der kablierte Faden durch eine Spul- und Wickelvorrichtung zu einer Auflaufspule
aufgewickelt.
[0009] Bei den Arbeitsstellen der bekannten Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschinen, bei
denen die Höhe des umlaufenden Fadenballons jeweils durch einen Ballonfadenführer
bzw. eine Ballonfadenführeröse begrenzt ist, ist es oft nicht möglich bzw. äußerst
schwierig, während des Betriebes der Arbeitsstelle die Höhe des Fadenballons zu verändern.
[0010] Da insbesondere bei reibungsempfindlichen Garnmaterialien, wie beispielsweise Polypropylen,
Polyester oder Polyacryl, die Gefahr besteht, dass es zu einem Fadenbruch kommt, wenn
der Fadenballon während des Zwirn- oder Kablierprozesses mit dem stationären Schutztopf
der Spindel in Kontakt gerät, war es bei derartigen Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschinen
zunächst üblich, den Durchmesser des Fadenballons so einzustellen, dass er sicher
über dem Durchmesser des stationären Schutztopfes liegt.
[0011] Da große Fadenballone jedoch bekanntlich zu relativ großen Ventilationsverlusten
und damit zu erhöhtem Energiebedarf der Arbeitsstellen der Doppeldrahtzwirn- oder
Kabliermaschinen führen, hat man, insbesondere im Zusammenhang mit weniger reibungsempfindlichen
Garnmaterialien, wie zum Beispiel Baumwolle, in der Vergangenheit bereits verschiedene
Versuche unternommen, um den Durchmesser der Fadenballone zu verkleinern bzw. zu begrenzen.
[0012] Bei einer beispielsweise in der
DE-OS 1 813 801 beschriebenen Doppeldrahtzwirnoder Kabliermaschine ist die Vorlagespule beispielsweise
nicht geschützt in einem stationären Schutztopf angeordnet, sondern steht offen auf
einem als Spulenträger ausgebildeten Bauteil der Doppeldrahtzwirnspindel.
[0013] Um Kontakte zwischen dem umlaufenden, nach außen an einem zylindrischen Ballonbegrenzer
abgestützten Fadenballon und der Vorlagespule zu vermeiden, ist bei dieser bekannten
Doppeldrahtzwirnspindel außerdem ein zwischen dem Ballonbegrenzer und der Vorlagespule
angeordneter, zylinderförmiger Fadenführer vorgesehen, der die Vorlagespule in Höhe
der Ballonbegrenzeroberkante umgibt.
[0014] Nachteilig bei diesen bekannten Doppeldrahtzwirnspindeln ist allerdings der relativ
lange körperliche Kontakt des umlaufenden Fadenballons mit dem stationären Ballonbegrenzer.
[0015] Da die durch solche stationären Ballonbegrenzer auf den Faden einwirkenden Beanspruchungen
verhältnismäßig hoch sind, sind solche Doppeldrahtzwirnspindeln nur für relativ unempfindliche
Garne einsetzbar.
[0016] Es ist deshalb bereits vorgeschlagen worden, die Größe, das heißt, den Durchmesser
des Fadenballons dadurch zu beeinflussen, dass auf den Arbeitsstellen von Doppeldrahtzwirn-
oder Kabliermaschinen steuernd oder regelnd in die Fadenspannung des den Fadenballon
bildenden Fadens eingegriffen wird.
[0017] Derartige, beispielsweise in der
DE 10 2008 033 849 A1 beschriebene Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschinen weisen üblicherweise eine Vielzahl
nebeneinander angeordneter, in der Regel identisch ausgebildeter Arbeitsstellen auf.
Die Arbeitsstellen dieser bekannten Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschinen verfügen
jeweils über einen stationären Schutztopf zur Aufnahme wenigstens einer Vorlagespule,
über eine rotierbar gelagerte Zwirn- oder Kablierspindel sowie über eine Einrichtung
zur Beeinflussung der Fadenspannung, zum Beispiel ein Fadenlieferwerk.
Die Arbeitsstellen dieser bekannten Textilmaschinen weisen außerdem jeweils einen
stationär angeordneten Ballonfadenführer auf.
[0018] Des Weiteren ist in der
EP 2 260 132 B1 eine Zwirn- oder Kabliermaschine beschrieben, bei der durch eine entsprechende Positionierung
der Fadenballonführer die Produktionsgeschwindigkeit der Arbeitsstellen gesteigert,
die Garnqualität aber nicht beeinträchtigt werden soll.
[0019] Die Arbeitsstellen dieser bekannten Textilmaschinen sollen zu diesem Zweck jeweils
mit einem vertikal verstellbaren Fadenballonführer ausgestattet werden. Allerdings
sind der
EP 2 260 132 B1 keine Hinweise bezüglich der konstruktiven Ausbildung der vertikal verstellbaren
Fadenballonführer entnehmbar. Die Literaturstelle enthält auch keine Hinweise darauf,
wie oder wo die Fadenballonführer vorteilhafterweise positioniert werden sollten.
[0020] In der Textilmaschinenindustrie sind allerdings seit langem auch verschiedene textile
Einrichtungen bekannt, die es ermöglichen, die Höhe eines Fadenballons zu beeinflussen.
[0021] In der
DE 37 39 175 A1 ist beispielsweise ein Spulengatter beschrieben, bei dem das Ablaufverhalten der
Vorlagespulen dadurch optimiert wird, dass sich während des Betriebes, jeweils abhängig
vom Gewicht der Vorlagespule, ständig der Abstand zwischen der betreffenden Vorlagespule
und einem zugehörigen Ballonfadenführer ändert.
Das heißt, bei diesem bekannten Spulengatter sind entweder die Vorlagespulen oder
die Ballonfadenführer beweglich gelagert.
[0022] Auch im Zusammenhang mit Ringspinnmaschinen sind beweglich gelagerte Ballonfadenführer
bzw. Ballonfadenführerösen seit langem bekannt.
[0023] In der
DE 44 02 582 A1 ist beispielsweise eine Ringspinnmaschine beschrieben, deren Ballonfadenführer, wie
bei derartigen Textilmaschinen üblich, höhenverstellbar gelagert sind. Das heißt,
die Ringspinnmaschine weist auf ihren beiden Maschinenlängsseiten jeweils mehrere,
übereinander angeordnete Maschinenbänke auf, wobei oberhalb einer stationären Spindelbank,
wie bekannt, weitere, vertikal beweglich gelagerte Maschinenbänke installiert sind.
An der obersten dieser vertikal beweglich gelagerten Maschinenbänke sind dabei die
Ballonfadenführer der zahlreichen Arbeitsstellen der Ringspinnmaschine angeordnet.
[0024] Bei einer solchen Anordnung werden während des Spinnbetriebes stets alle Ballonfadenführer
einer Maschinenseite gemeinsam verlagert; eine separate Ansteuerung des Ballonfadenführers
einer einzelnen Arbeitsstelle ist nicht möglich.
[0025] Eine Ringspinnmaschine mit einer vergleichbaren Anordnung der Ballonfadenführer ist
auch durch die
EP 1 071 837 B1 bekannt. Bei dieser bekannten Ringspinnmaschine sind die Ballonfadenführer der zahlreichen
Arbeitsstellen außerdem jeweils kippbar an der zugehörigen, vertikal verlagerbaren
Maschinenbank angeordnet.
Durch eine solche kippbare Anordnung der Ballonfadenführer soll der Zugang zu den
Ringspinnspindeln verbessert und somit die Automatisierung des Spulenwechselvorganges
der Ringspinnmaschine erheblich verbessert werden.
[0026] Ausgehend vom vorstehend genannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, das einen sicheren und energetisch sparsamen
Betrieb einer mit einer einstellbaren Ballonfadenführeröse ausgestatteten Spindel
einer Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschine ermöglicht.
[0027] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass für den Betrieb der Spindel
unter Produktionsbedingungen die Ballonfadenführeröse auf Basis einer zur Energieaufnahme
des Spindelantriebs korrelierenden Messgröße auf eine erste Arbeitsposition justiert
wird, in der ein positionsabhängiges Minimum der Energieaufnahme des Spindelantriebs
erreicht wird.
[0028] Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren hat insbesondere den Vorteil, dass während des Betriebes
der Arbeitsstelle zu jedem Zeitpunkt sichergestellt ist, dass die Ballonfadenführeröse
stets in einer vorteilhaften Arbeitsposition positioniert ist. Das heißt, in Abhängigkeit
von einer Messgröße, die durch eine Einrichtung bereitgestellt wird, die die Energieaufnahme
des Spindelantriebes überwacht, wird die Ballonfadenführeröse sofort in eine erste
Arbeitsposition verlagert und nachgeregelt, in der der Spindelantrieb ein Minimum
an Energieaufnahme aufweist.
[0030] In einer ersten vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
dabei vorgesehen, dass die jeweilige von Zwirnparametern abhängige anzufahrende erste
Arbeitsposition der Ballonfadenführeröse zuvor ermittelt wird und für die zu verarbeitende
Zwirnpartie zum Ansteuern eines Verstellantriebes für die Ballonfadenführeröse abrufbar
ist.
Eine solche Ausführungsform hat unter anderem den Vorteil, dass bereits kurz nach
dem Start einer Zwirnpartie an einer Arbeitsstelle durch eine optimale Positionierung
der Ballonfadenführeröse in einer ersten Arbeitsposition Arbeitsbedingungen geschaffen
werden können, die einen ordnungsgemäßen, energetisch günstigen, das heißt, sparsamen
Betrieb der Arbeitsstelle gewährleisten.
Des Weiteren kann die Arbeitsstelle bei einem jeden Partiewechsel problemlos, zuverlässig
und schnell an die neuen Anforderungen angepasst werden, das heißt, die Ballonfadenführeröse
kann unmittelbar in eine von den neuen Zwirnparametern abhängige erste Arbeitsposition
verlagert und dort optimal positioniert gehalten werden.
[0031] Eine weitere besonders vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens liegt vor, wenn
die von Zwirnparametern abhängige anzufahrende erste Arbeitsposition der Ballonfadenführeröse
über einen Regelkreis eingestellt und während des Betriebs der Spindel nachgeregelt
wird, wobei als Regelgröße eine zur Energieaufnahme des Spindelantriebs korrelierende
Messgröße dient. Das heißt, an einen Verstellantrieb der Ballonfadenführeröse ist
ein Regelkreis angeschlossen, der den Verstellantrieb so regelt, dass dieser die Ballonfadenführeröse
stets in eine vorteilhafte Arbeitsposition verlagert und hält.
[0032] Der Regelkreis steht außerdem mit einer Einrichtung in Verbindung, die zum Beispiel
die Energieaufnahme des Spindelantriebes überwacht und daraus eine Messgröße generiert.
Diese Messgröße wird vom Regelkreis dann dahingehend verarbeitet, dass der Verstellantrieb
der Ballonfadenführeröse veranlasst wird, die Ballonfadenführeröse in eine vorteilhafte
Arbeitsposition zu verlagern.
Vorzugsweise arbeitet der Regelkreis dabei so, dass Messgrößen, die in Bezug zu einem
bestimmten Ereignis an der betreffenden Arbeitsstelle, z.B. Spindelstart, Fadenbruch,
Laufzeitende oder Partiewechsel, stehen, sofort zu einem definierten Regeln des Verstellantriebs
der Ballonfadenführeröse und damit zu einer vorteilhaften Positionierung in einer
nachfolgend als Ruhestellung bezeichneten Ausgangsposition oder einer optimalen Arbeitsposition
genutzt werden.
[0033] Durch eine solche Arbeitsweise des Regelkreises ist somit während des Betriebes der
Arbeitsstelle zu jedem Zeitpunkt sichergestellt, dass die Ballonfadenführeröse vorteilhaft
positioniert ist.
[0034] Des Weiteren ist eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
gegeben, wenn als zur Energieaufnahme der Spindel korrelierende Messgröße die Stromaufnahme
des Spindelantriebs oder die Größe eines Fadenballons oder die Fadenzugkraft eines
den Fadenballon bildenden Außenfadens dient.
Das heißt, die Einrichtung zur Erfassung einer Messgröße ist beispielsweise eine Messeinrichtung,
die während des Betriebes der Arbeitsstelle den Energiebedarf des Spindelantriebs
überwacht.
[0035] Mit einer derartigen Messeinrichtung wird der Strom ermittelt, der während des Betriebes
der Arbeitsstelle vom Spindelantrieb aufgenommen wird und daraus eine Messgröße generiert,
die Aufschlüsse über den augenblicklichen Betriebszustand der Arbeitsstelle, speziell
der Größe des Fadenballons und damit der Lage die Ballonfadenführeröse ermöglicht.
Das heißt, die Messeinrichtung erstellt durch Messen der Leistung bzw. des Drehmoments
der Antriebseinrichtung der Spindel eine Messgröße, die durch die Größe des Fadenballons
vorgegeben und vom Regelkreis benutzt wird, um die Ballonfadenführeröse mittels eines
zugehörigen Verstellantriebs vorteilhaft zu positionieren.
[0036] Die Einrichtung zur Erfassung einer durch den Regelkreis verarbeitbaren Messgröße
kann allerdings auch als eine Sensoreinrichtung ausgebildet sein, die während des
Betriebes der Arbeitsstelle optisch die Größe eines die Spindel umkreisenden Fadenballons
erfasst. Die Sensoreinrichtung ist dabei beispielsweise als Lichtschranke ausgebildet,
die eine Lichtquelle sowie einen Lichtempfänger aufweist und die mit einem Lichtstrahl
den umlaufenden Fadenballon abtastet.
[0037] Bei einer solchen Sensoreinrichtung verursacht der den Fadenballon bildenden Faden
bei jedem Umlauf durch Abschattungen des Lichtstrahles Störungen, die durch die Sensoreinrichtung
zu einer Messgröße verarbeitet und an den Regelkreis weitergeleitet werden.
[0038] Derartige Lichtschranken sind nicht nur relativ kostengünstig, sondern verfügen auch
über eine sehr hohe Empfindlichkeit und schnelle Reaktion, so dass der umlaufende
Fadenballon stets schnell und zuverlässig abgetastet wird.
Als Einrichtung zur Erfassung einer Messgröße kann allerdings auch ein Fadenzugkraftsensor
zum Einsatz kommen, der im Bereich des Fadenlaufweges eines gezwirnten oder kablierten
Fadens, vorzugsweise zwischen der Ballonfadenführeröse und einem einer Spul- und Wickeleinrichtung
vorgeschalteten Fadenlieferwerk, angeordnet ist.
Ein solcher an den Regelkreis angeschlossener Fadenzugkraftsensor ist in der Lage,
aus der gemessenen Fadenspannung eine Messgröße zu generieren, anhand derer der Regelkreis
den Verstellantrieb der Ballonfadenführeröse veranlasst, die Ballonfadenführeröse
der Arbeitsstelle optimal zu positionieren.
[0039] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass die Fadenzugkraft des den Fadenballon ausbildenden Außenfadens
mittels einer regelbaren, als Fadenlieferwerk oder Fadenbremse ausgebildeten Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
so erhöht wird, dass der Fadenballon für den Betrieb der Spindel auf eine Größe reduziert
wird, in der er den Zwirntopf einer Vorlagespule noch nicht berührt. Das bedeutet,
jede der Arbeitsstellen der Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschine ist mit einer regelbaren
Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung ausgestattet, die vorzugsweise als Fadenlieferwerk
oder als Fadenbremse ausgebildet ist.
[0040] Sowohl mit einem Fadenlieferwerk als auch mit einer Fadenbremse lassen sich die Fadenspannung
eines umlaufenden Fadenballons sehr fein einstellen, das heißt, eine solche regelbare
Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung ermöglicht in Verbindung mit einer vorteilhaften
Arbeitsposition der Ballonfadenführeröse jederzeit eine Optimierung der Größe und
der Form des umlaufenden Fadenballons und damit eine deutliche Reduzierung der Energieaufnahme
des Spindelantriebes der betreffenden Arbeitsstelle.
[0041] Im einem vorteilhaften Verfahrensschritt ist des Weiteren vorgesehen, dass nach der
Einstellung der Fadenzugkraft durch die regelbare Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
die Ballonfadenführeröse unter weiterer Absenkung der Energieaufnahme in Fadenlaufrichtung
bis zu einer weiteren zweiten Arbeitsposition zurückbewegt wird, bei deren Überschreiten
die Energieaufnahme der Spindel wieder ansteigt.
Auf diese Weise gelingt es, die Ballonfadenführer in einer Arbeitsposition zu positionieren,
in der der Fadenballon seine vorteilhafteste Form aufweist, das heißt, in der der
umlaufende Faden des Fadenballons die niedrigsten Ventilationsverluste aufweist und
entsprechend der Energiebedarf des Spindelantriebes am geringsten ist.
[0042] Eine vorteilhafte Ausführungsform ist außerdem gegeben, wenn die zweite Arbeitsposition
der Ballonfadenführeröse zuvor ermittelt wird und für die zu verarbeitende Zwirnpartie
zum Ansteuern eines Verstellantriebes für die Ballonfadenführeröse abrufbar ist. Mit
einer solchen Ausführungsform gelingt es an einer Arbeitsstelle schon nach relativ
kurzer Zeit, durch eine optimale Positionierung der Ballonfadenführeröse Arbeitsbedingungen
zu schaffen, die einen ordnungsgemäßen, energetisch günstigen Betrieb der Arbeitsstelle
gewährleisten.
[0043] In vorteilhafter Ausführungsform ist des Weiteren vorgesehen, dass als zur Energieaufnahme
des Spindelantriebs korrelierende Messgröße der Ballondurchmesser auf einer Ebene
bestimmt wird, die entweder im Bereich des oberen Randes mit dem größten Außendurchmesser
des Schutztopfes oder im Bereich des größten Fadenballondurchmessers liegt.
[0044] Die Anordnung zum Beispiel einer Lichtschranke in einem dieser Bereiche ist vorteilhaft,
weil in diesen Bereichen nicht nur Platz für den Einbau einer Lichtschranke ist, sondern
auch, weil auf diesen Ebenen stets eine freie Sicht auf den umlaufenden Fadenballon
gegeben ist. Das heißt, durch den Einbau einer Lichtschranke auf einer dieser Ebenen
ist jederzeit eine ordnungsgemäße Überwachung des Durchmessers des umlaufenden Fadenballons
gewährleistet.
[0045] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den nachfolgend anhand der Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen entnehmbar.
[0046] Es zeigt:
- Fig. 1
- schematisch, in Seitenansicht eine Arbeitsstelle einer Kabliermaschine, mit einer
mittels eines Verstellantriebes höhenverstellbaren Ballonfadenführeröse, einen an
den Verstellantrieb der Ballonfadenführeröse angeschlossenen Regelkreis sowie einer
Einrichtung zur Überwachung der Energieaufnahme des Spindelantriebs,
- Fig. 2
- die Arbeitsstelle gemäß Fig.1, mit einer an den Regelkreis angeschlossenen, als Lichtschranke
ausgebildeten Einrichtung zur Überwachung des Durchmessers eines die Spindel umkreisenden
Fadenballons,
- Fig. 3
- die Arbeitsstelle gemäß Fig.1, mit einem an den Regelkreis angeschlossenen Fadenzugkraftsensor
zur Generierung einer Messgröße,
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform einer Arbeitsstelle einer Kabliermaschine mit einem an
den Verstellantrieb der Ballonfadenführeröse angeschlossenen Regelkreis, mehreren
Einrichtungen zur Erstellung einer Messgröße sowie einer Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung,
- Fig. 5
- eine Arbeitsstelle einer Kabliermaschine mit einem Regelkreis, der eine definierte
Verlagerung die Ballonfadenführeröse aus einer ersten Arbeitsposition in eine zweite
Arbeitsposition ermöglicht.
[0047] In der Fig. 1 ist schematisch in Seitenansicht eine Arbeitsstelle 1 einer Doppeldrahtzwirn-
oder Kabliermaschine dargestellt.
[0048] Im Ausführungsbeispiel ist die Arbeitsstelle 1 mit einer als Kablierspindel ausgebildeten
Spindel 2 ausgestattet.
[0049] Die Arbeitsstelle 1 verfügt über eine Ballonfadenführeröse 9, die mittels eines Verstellantriebes
18 höhenverstellbar und wahlweise in einer als Ruhestellung RS bezeichneten Ausgangsposition
oder einer ersten Arbeitsposition AP
1 positionierbar ist. Der Verstellantrieb 18 ist dabei an einen Regelkreis 20 angeschlossen,
der außerdem mit einer Einrichtung 21 zum Generieren einer Messgröße i in Verbindung
steht. Oberhalb oder hinter der Arbeitsstelle 1 ist ein (nicht näher dargestelltes)
Spulengatter 4 positioniert, das in der Regel zur Aufnahme mehrerer Vorlagespulen
7 dient.
Von einer dieser Vorlagespulen 7, nachfolgend als erste Vorlagespule 7 bezeichnet,
wird ein so genannter Außenfaden 5 abgezogen, der mehrfach umgelenkt im Bereich einer
Drehachse 35 der Kablierspindel 2 in die hohle Rotationsachse des Spindelantriebes
3 eingefädelt ist.
Der Außenfaden 5 verlässt die hohle Rotationsachse des Spindelantriebes 3 durch eine
etwas unterhalb eines Schutztopfes 19 angeordnete, radial nach außen weisende, sogenannte
Fadenabgangsbohrung und gelangt zum Außenbereich einer Fadenumlenkeinrichtung 8, die
ebenfalls um die Drehachse 35 rotierbar gelagert ist.
Beim Verlassen der Fadenumlenkeinrichtung 8 wird der laufende Außenfaden 5 nach oben
umgelenkt und gelangt unter Bildung eines Fadenballons B, dessen Form und Größe unter
anderem durch die Stellung der Ballonfadenführeröse 9 vorgegeben ist und der den Schutztopf
19 umkreist, zu der Ballonfadenführeröse 9, die zu Beginn des Kablierprozesses in
einer Ruhestellung RS positioniert ist.
[0050] Im Bereich der Ballonfadenführeröse 9 trifft der Außenfaden 5 auf einen Innenfaden
16, der gleichzeitig über Kopf von einer zweiten Vorlagespule 15 abgezogen wird, die
im Schutztopf 19 der Kablierspindel 2 gelagert ist.
Der Schutztopf 19, der beispielsweise über eine Haube 6 mit einer Fadenbremse 10 verfügt,
ist auf der rotierbar gelagerten Fadenumlenkeinrichtung 8 angeordnet und dabei, vorzugsweise
durch eine (nicht dargestellte) Magneteinrichtung, gegen Drehung gesichert. Die rotierbar
gelagerte Fadenumlenkeinrichtung 8 der Kablierspindel 2 wird antriebsmäßig beaufschlagt,
das heißt, es ist entweder, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel dargestellt, ein
Direktantrieb in Form eines Spindelantriebes 3 vorgesehen oder eine (an sich bekannte,
nicht dargestellte) indirekte Antriebseinrichtung.
[0051] Die im Bereich der Ballonfadenführeröse 9 zum Beispiel zu einem Cordfaden 13 kablierten
Fäden (Außenfaden 5 und Innenfaden 16) gelangen über eine Fadenfördereinrichtung 11
zu einer Spul- und Aufwickeleinrichtung 12, wo sie zu einer Auflaufspule 14 aufgewickelt
werden. Das heißt, die während des laufenden Arbeitsprozess der Arbeitsstelle 1 im
Bereich der Ballonfadenführeröse 9 zu einem Cordfaden 13 kablierten Fäden 5 und 16
werden auf der Spul- und Aufwickeleinrichtung 12 zu einer Auflaufspule 14 gespult,
die beispielsweise als Kreuzspule ausgebildet ist, wobei als Cordfäden verzwirnte,
kablierte oder hochgedrehte Garne bezeichnet werden.
Die Spul- und Aufwickelvorrichtung 12 weist zu diesem Zweck unter anderem eine Antriebswalze
17 auf, die die Auflaufspule 14 während des Arbeitsprozesses reibschlüssig antreibt.
[0052] Wie vorstehend bereits angedeutet, ist die Ballonfadenführeröse 9 vertikal verschiebbar
gelagert und an einen Verstellantrieb 18 angeschlossen, der seinerseits mit einem
Regelkreis 20 in Verbindung steht, der an eine Einrichtung zur Erfassung einer Messgröße
i angeschlossen ist.
[0053] In der dargestellten Ausführungsform ist diese Einrichtung eine Messeinrichtung 21,
die während des Betriebes der Arbeitsstelle 1 die Energieaufnahme des Spindelantriebs
3 überwacht. Das bedeutet, die Messeinrichtung 21 stellt dem Regelkreis 20, wenn die
Spindel 2 ihre Betriebsdrehzahl und entsprechend die Energieaufnahme des Spindelantriebs
3 ein bestimmtes Niveau erreicht hat, eine Messgröße i zur Verfügung, die der Regelkreis
20 zum Regeln des Verstellantriebs 18 nutzt.
Das heißt, der Verstellantrieb 18 wird so geregelt, dass er die Ballonfadenführeröse
9 aus ihrer Ruhestellung RS in eine erste Arbeitsposition AP
1 verlagert, in der der Fadenballon B2 eine deutlich geringere Höhe und auch einen
deutlich geringeren Durchmesser D2 aufweist, als der Fadenballon B1 mit dem Durchmesser
D1, der vorliegt, wenn die Ballonfadenführeröse 9 in der Ruhestellung RS positioniert
ist.
[0054] Die durch die Verlagerung der Ballonfadenführeröse 9 in die Arbeitsposition AP
1 erzielte Verkleinerung des Fadenballons B führt auch sofort zu einer deutlichen Reduzierung
der während des Umlaufes vom Fadenballon durch den Faden 5 zu überwindenden Luftreibung,
mit der Folge, dass der Energiebedarf des Spindelantriebes 3 der Arbeitsstelle 1 deutlich
geringer wird.
[0055] Die in den Figuren 2 und 3 dargestellten Ausführungsformen einer Arbeitsstelle 1
einer Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschine unterscheiden sich von der Arbeitsstelle
gemäß Fig. 1 lediglich bezüglich der Ausbildung ihrer Einrichtungen zur Erfassung
einer Messgröße i.
[0056] Bei der Ausführungsform gemäß Fig.2 ist die Einrichtung zur Erfassung einer Messgröße
i eine Sensoreinrichtung 25, die als Lichtschranke ausgebildet ist, das heißt, die
Sensoreinrichtung 25 weist eine Lichtquelle 26 und einen Lichtempfänger 27 auf.
Bei solchen optisch arbeitenden Lichtschranken schattet der umlaufende Faden des Fadenballons
B, im Ausführungsbeispiel der von der ersten Vorlagespule 7 stammende Außenfaden 5,
bei jedem Umlauf des Fadenballons B intermittierend einen Lichtstrahl 28 der Lichtschranke
ab, was in Verbindung mit der augenblicklichen Drehzahl der Spindel 2 Aufschlüsse
über die Größe des Fadenballons B ermöglicht.
Das heißt, mit einer derartigen, an den Regelkreis 20 angeschlossenen, als Lichtschranke
ausgebildeten Sensoreinrichtung 25 kann relativ einfach die Größe des Fadenballons
B überwacht und bei Erreichen einer bestimmten Größe des Fadenballons B, die beispielsweise
auf das Erreichen der Betriebsdrehzahl des Spindelantriebs 3 hinweist, eine Messgröße
i an den Regelkreis 20 übermittelt werden.
[0057] Wie vorstehend im Zusammenhang mit der Fig.1 bereits erläutert, sorgt der Regelkreis
20 dann dafür, dass der Verstellantrieb 18 die Ballonfadenführeröse 9 bezüglich ihrer
Stellung optimiert, das heißt, der Verstellantrieb 18 überführt die Ballonfadenführeröse
9 aus ihrer Ruhestellung RS in die Arbeitsposition AP
1 und regelt außerdem im Bedarfsfall nach.
[0058] Bei der Ausführungsform gemäß Fig.3 ist die Einrichtung zur Erfassung einer Messgröße
i ein Fadenzugkraftsensor 24, der im Fadenlauf eines Cordfadens 13 zwischen der Ballonfadenführeröse
9 und der Spul- und Wickeleinrichtung 12 angeordnet ist.
Mit einem solchen Fadenzugkraftsensor 24 wird die Fadenspannung des Cordfadens 13
überwacht, die zum Beispiel abhängig ist von der Größe des umlaufenden Fadenballons
B1. Der Fadenzugkraftsensor 24 generiert eine Messgröße i, wenn die Fadenspannung
einen vorgegeben Grenzwert erreicht, der darauf schließen lässt, dass die Kablierspindel
2 ihre Betriebsdrehzahl erreicht hat.
[0059] Der Regelkreis 20 sorgt beim Erhalt einer solchen Messgröße i dann dafür, dass der
Verstellantrieb 18 die Ballonfadenführeröse 9 in die erste Arbeitsposition AP
1 überführt, was zu einem kleineren Fadenballon B2 und damit zu einer Verringerung
der vom Fadenballon zu überwindenden Luftreibung führt, was sich wiederum positiv
auf den Energiebedarf des Spindelantriebes 3 auswirkt. Das heißt, durch Verlagerung
der Ballonfadenführeröse 9 aus der Ruhestellung RS in die erste Arbeitsposition AP
1 gelingt es, den Energiebedarf des Spindelantriebes 3 der Arbeitsstelle 1 deutlich
zu reduzieren.
[0060] In der Fig.4 ist eine Arbeitsstelle 1 einer Kabliermaschine dargestellt, die einen
an den Verstellantrieb 18 für die Ballonfadenführeröse 9 angeschlossenen Regelkreis
20, eine in den Fadenlaufweg des Außenfadens 5 eingeschaltete Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
22 sowie gleichzeitig mehrere Einrichtungen zum Erfassen einer Messgröße i aufweist.
Das heißt, im vorliegenden Ausführungsbeispiel verfügt die Arbeitsstelle 1 über eine
an den Regelkreis 20 angeschlossene Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung 22 sowie
über zwei Einrichtungen zum Erfassen einer Messgröße i.
[0061] Eine dieser Einrichtungen zum Erfassen einer Messgröße i ist beispielsweise eine
Messeinrichtung 21, die während des Betriebes der Arbeitsstelle 1 die Energieaufnahme
des Spindelantriebs 3 überwacht, die andere Einrichtung zum Erfassen einer Messgröße
i ist ein Fadenzugkraftsensor 24, der den Cordfaden 13 abtastet und zum Beispiel knapp
unterhalb einer Fadenfördereinrichtung 11 installiert ist.
[0062] Allerdings können die Einrichtungen zum Erfassen einer Messgröße i auch anders ausgebildet
sein; es kann beispielsweise auch eine als Lichtschranke ausgebildete Sensoreinrichtung
25 zum Einsatz kommen, die den umlaufenden Faden eines Fadenballons überwacht.
[0063] Eine solche Sensoreinrichtung 25 kann dabei zusätzlich zu den Einrichtungen 21 und
24 Verwendung finden oder auch an Stelle einer der Einrichtungen 21 oder 24 zum Einsatz
kommen.
[0064] Die in den Fadenlaufweg des Außenfadens 5 eingeschaltete Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
22 ist beispielsweise ein regelbares Fadenlieferwerk oder eine regelbare Fadenbremse.
[0065] Bei einer Arbeitsstelle 1, die eine Ausführungsform aufweist, wie sie vorstehend
anhand der Fig.4 beschrieben ist, ist gewährleistet, dass der Regelkreis 20, abhängig
von den Messgrößen i der Einrichtungen 21 und/oder 24 und/oder 25, nicht nur stets
zuverlässig dafür sorgt, dass der Verstellantrieb 18 die Ballonfadenführeröse 9 jederzeit
vorteilhaft positioniert, sondern auch sicherstellt, dass die Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
22 die Fadenspannung im Bereich des Fadenballons B2 auf einem optimalen Wert hält.
[0066] Die Fig. 5 zeigt eine Arbeitsstelle 1 einer Kabliermaschine in einem etwas größeren
Maßstab.
[0067] Wie ersichtlich, kann bei dieser Arbeitsstelle 1 die Ballonfadenführeröse 9 wahlweise
zwischen einer bei Produktionsunterbrechungen vorteilhaften Ruhestellung RS und von
Spinnparametern abhängigen ersten bzw. zweiten Arbeitspositionen AP
1, AP
2 verlagert werden.
[0068] Die Ballonfadenführeröse 9 kann dabei selbstverständlich auch in dazwischenliegenden,
sich im Zusammenhang mit transienten Arbeitsphasen ergebenden Arbeitspositionen, positioniert
werden. Das heißt, der Regelkreis 20 ist so ausgebildet, dass, abhängig von einer
zum Beispiel durch eine Messeinrichtung 21 zur Verfügung gestellten Messgröße i der
Verstellantrieb 18 für die Ballonfadenführeröse 9 so geregelt wird, dass die Ballonfadenführeröse
9 aus ihrer Ruhestellung RS zunächst in eine erste Arbeitsstellung AP
1 verlagert wird, in der der Fadenballon B2 einen Durchmesser D2 aufweist.
[0069] Im Laufe des weiteren Betriebes der Arbeitsstelle 1 wird die Ballonfadenführeröse
9 dann durch einen Verstellantrieb 18, an den der Regelkreis 20 angeschlossen ist,
in eine zweite Arbeitsstellung AP
2 überführt, was, wie ersichtlich, zu einem Fadenballon B3 mit einem kleineren Durchmesser
D3 und damit zu einer Verringerung der vom Faden 5 des Fadenballons zu überwindenden
Luftreibung führt.
[0070] Anschließend oder synchron wird mittels der Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
22, die zum Beispiel als Fadenlieferwerk ausgebildet ist, die Fadenspannung des Außenfadens
5 noch etwas erhöht, wobei der Durchmesser des Fadenballons B3 nochmals etwas verkleinert
wird, was sich ebenfalls positiv auf den Energiebedarf des Spindelantriebes 3 auswirkt.
[0071] Im Zuge der Einstell- und Regulierungsarbeiten zur Optimierung des Fadenballons B
ergeben sich bezüglich der Arbeitspositionen der Ballonfadenführeröse 9 selbstverständlich
auch eine Vielzahl von Arbeitspositionen, die zwischen der ersten Arbeitsstellung
AP
1 und der zweiten Arbeitsstellung AP
2 liegen.
1. Verfahren zum Betreiben einer Spindel (2) einer Doppeldrahtzwirn- oder Kabliermaschine,
die eine einstellbare Ballonfadenführeröse (9) besitzt,
dadurch gekennzeichnet,
dass für den Betrieb der Spindel (2) unter Produktionsbedingungen die Ballonfadenführeröse
(9) auf Basis einer zur Energieaufnahme des Spindelantriebs (3) korrelierenden Messgröße
(i) auf eine erste Arbeitsposition (AP1) justiert wird, in der ein positionsabhängiges Minimum der Energieaufnahme des Spindelantriebs
(3) erreicht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige von Zwirnparametern abhängige anzufahrende erste Arbeitsposition (AP1) der Ballonfadenführeröse (9) zuvor ermittelt wird und für die zu verarbeitende Zwirnpartie
zum Ansteuern eines Verstellantriebes (18) für die Ballonfadenführeröse (9) abrufbar
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von Zwirnparametern abhängige anzufahrende erste Arbeitsposition (AP1) der Ballonfadenführeröse (9) über einen Regelkreis (20) eingestellt und während
des Betriebs der Spindel (2) nachgeregelt wird, wobei als Regelgröße eine zur Energieaufnahme
des Spindelantriebs (3) korrelierende Messgröße (i) dient.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als zur Energieaufnahme der Spindel (2) korrelierende Messgröße (i) die Stromaufnahme
des Spindelantriebs (3), die Größe eines Fadenballons (B) oder die Fadenzugkraft eines
den Fadenballon (B) bildenden Außenfadens (5) dient.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenzugkraft des den Fadenballon (B) ausbildenden Außenfadens (5) mittels einer
regelbaren, als Fadenlieferwerk oder Fadenbremse ausgebildeten Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
(22) so erhöht wird, dass der Fadenballon (B) für den Betrieb der Spindel (2) auf
eine Größe reduziert wird, in der er einen eine Vorlagespule (15) umgebenden Schutztopfes
(19) noch nicht berührt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Einstellung der Fadenzugkraft durch die regelbare Fadenspannungsbeeinflussungseinrichtung
(22) die Ballonfadenführeröse (9) unter weiterer Absenkung der Energieaufnahme in
Richtung des Fadenlaufes bis zu einer zweiten Arbeitsposition (AP2) zurückbewegt wird, bei deren Überschreiten die Energieaufnahme der Spindel (2) wieder
ansteigt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Arbeitsposition (AP2) der Ballonfadenführeröse (9) zuvor ermittelt wird und für die zu verarbeitende Zwirnpartie
zum Ansteuern eines Verstellantriebes (18) für die Ballonfadenführeröse (9) abrufbar
ist.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als zur Energieaufnahme des Spindelantriebs korrelierende Messgröße (i) der Ballondurchmesser
(D2) auf einer Ebene bestimmt wird, die im Bereich des oberen Randes mit dem größten
Außendurchmesser des Schutztopfes (19) liegt.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als zur Energieaufnahme des Spindelantriebs korrelierende Messgröße (i) der Ballondurchmesser
(D2) auf einer Ebene bestimmt wird, die im Bereich des größten Durchmessers des Fadenballons
B liegt.