[0001] Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2015 222 285.3 in Anspruch, deren Inhalt durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Herstellung von Asphalt.
[0003] Bei der Herstellung von Asphalt wird Gestein durch Erwärmung getrocknet und vermischt.
Es können Zuschlagstoffe zugegeben werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zur Herstellung von Asphalt
zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Der Kern der Erfindung
besteht darin, dass eine indirekt beheizte Trockentrommel mit einer kontinuierlichen
Mischeinheit verbunden ist. Bei einer kontinuierlichen Mischeinheit werden insbesondere
sämtliche Zuschlagstoffe kontinuierlich verwogen und insbesondere kontinuierlich der
Trockentrommel zugeführt. Die Anlage ist eine kontinuierliche Mischanlage. Bei pulver-
und/oder granulatförmigen Zuschlagstoffen, insbesondere bei Mineralstoffen und Altasphaltgranulat,
erfolgt die kontinuierliche Verwiegung und Zugabe mittels Bandwaagen. Flüssige Zuschlagstoffe
werden über Zähler erfasst und über eine Beeinflussung einer Pumpendrehzahl dosiert.
Dadurch, dass die Trockentrommel indirekt beheizt ist, ist keine offene Flamme, beispielsweise
die eines Brenners, in der Trockentrommel vorgesehen. Aufgrund der indirekten Beheizung
ist es möglich, Zuschlagstoffe direkt in die Trockentrommel zuzugeben, deren Zugabe
bei einer direkten Beheizung nicht möglich wäre.
[0006] Ein Zuschlagstoff, der aufgrund der indirekten Beheizung unmittelbar in die Trockentrommel
zugegeben werden kann, ist beispielsweise bitumenhaltiges Asphaltgranulat. Bitumen
ist ein brennbarer Stoff, der sich bei unkontrollierter Zugabe in die Trockentrommel,
insbesondere mit unkontrollierter Zugaberate, entzünden kann. Dadurch wird das Bitumen
unbrauchbar. Es besteht ein Risiko, dass die Anlage, insbesondere eine Filteranlage,
beschädigt und/oder zerstört werden könnte. Insbesondere besteht das Risiko, dass
die Filteranlage abbrennt. In eine direkt beheizte Trockentrommel kann bitumenhaltiges
Asphaltgranulat mit einer maximalen Zugaberate von 35 % zugegeben werden. Aufgrund
der indirekt beheizten Trockentrommel, die insbesondere im Gegenstromverfahren betrieben
wird, ist die Zugaberate im Wesentlichen unbegrenzt und kann bis zu 100 % betragen.
Insbesondere beträgt die Zugaberate von bitumenhaltigem Asphaltgranulat mindestens
80 %, insbesondere mindestens 85 %, insbesondere mindestens 90 % und insbesondere
95 %. Die indirekt beheizte Trockentrommel ermöglicht auch die Zugabe von Weißmaterial.
In der der Trockentrommel nachgeordneten kontinuierlichen Mischeinheit können die
Zuschlagstoffe, insbesondere Bitumen und/oder Füllermaterial sehr präzise dosiert
zugegeben werden. Der Mischer ist insbesondere als Doppelwellenzwangsmischer ausgeführt,
der eine homogene Durchmischung der Zuschlagstoffe gewährleistet.
[0007] Bei einer Anlage gemäß Anspruch 2 ist das Zuführen von zu erwärmendem Material in
die Trockentrommel vereinfacht. Insbesondere ist das Zuführen automatisiert möglich.
[0008] Bei einer Anlage gemäß Anspruch 3 kann die Zugabe mengengeregelt erfolgen. Insbesondere
umfasst die Anlage mehrere Dosiereinheiten, wobei jede Dosiereinheit zum dosierten
Zugeben jeweils eines Materials ausgeführt ist. Eine Dosiereinheit umfasst insbesondere
einen Dosierbehälter, in dem das Material bevorratet ist. Die Dosiereinheit umfasst
insbesondere ferner ein Dosierelement für eine dosierte Abgabe des Materials aus dem
Dosierbehälter. Insbesondere ist die Dosiereinheit mit der Zuführeinheit verbunden,
sodass aus der Dosiereinheit dosiert abgegebenes Material unmittelbar über die Zuführeinheit
in die Trockentrommel gelangen kann.
[0009] Eine Anlage gemäß Anspruch 4 ermöglicht eine Partikelabscheidung von partikelhaltigem
Gas aus der Trockentrommel.
[0010] Eine Anlage gemäß Anspruch 5 ermöglicht eine effektive und unaufwändige Partikelabscheidung.
[0011] Eine Anlage gemäß Anspruch 6 gewährleistet eine effiziente Betriebsweise. Abgeschiedene
Partikel werden insbesondere unmittelbar in der kontinuierlichen Mischeinheit als
Zuschlagstoff genutzt.
[0012] Eine Anlage gemäß Anspruch 7 ermöglicht eine verbesserte Abscheidung von Feinpartikeln,
wobei insbesondere abgeschiedene Feinpartikel als Zuschlagstoff der kontinuierlichen
Mischeinheit zugeführt werden können. Nationalspezifische Sicherheitsvorschriften
können es erforderlich machen, dass die abgeschiedenen Feinpartikel vollständig bei
der Herstellung von Asphalt verarbeitet werden müssen. Die Anlage vereinfacht die
vollständige Verarbeitung der abgeschiedenen Feinpartikel. Sofern die vollständige
Verarbeitung erforderlich ist, kann eine Verwiegung entfallen. Andernfalls kann eine
Verwiegung über Wiegeschnecken erfolgen. In diesem Fall ist ein Pufferbehälter zur
Pufferspeicherung des abgeschiedenen Feinstaubs erforderlich. Der Pufferbehälter ist
insbesondere zwischen einer Feinpartikelfördereinheit und der Mischeinheit angeordnet.
Es ist auch denkbar, dass ein in der Filteranlage angeordneter, insbesondere integrierter,
Feinpartikelsammelbehälter als Pufferbehälter dient.
[0013] Bei der Anlage ist ein Grobabscheider insbesondere in der Filteranlage entbehrlich,
da Partikel mit einer Partikelgröße von höchstens 100 µm, insbesondere höchstens 63
µm und insbesondere höchstens 20 µm, in einer Absaughaube vom Abgasstrom bereits getrennt
werden. Der Aufbau der Filtereinheit ist vereinfacht.
[0014] Eine Anlage gemäß Anspruch 8 gewährleistet, dass im Wesentlichen ausschließlich gereinigtes
Abgas an die Umgebung abgegeben wird. Die Emission sind reduziert.
[0015] Eine Anlage gemäß Anspruch 9 ist unkompliziert aufgebaut. Abluft aus der Absaughaube
wird unmittelbar an die Filteranlage abgegeben. Die Anlage selbst und insbesondere
die Absaughaube erfordern keinen separaten Abluftventilator. Ein Abzug von Abluft
an die Umgebung wird mittels eines Exhaustors der Filteranlage gewährleistet.
[0016] Eine Anlage gemäß Anspruch 10 gewährleistet eine gezielte und kontrollierte Zumischung
von Zuschlagstoffen.
[0017] Eine Anlage gemäß Anspruch 11 ermöglicht eine Zwischenspeicherung des in der kontinuierlichen
Mischeinheit gemischten Materials. Die Puffereinheit ist insbesondere als Silo ausgeführt.
Für die Förderung des gemischten Materials aus der kontinuierlichen Mischeinheit in
die Puffereinheit dient eine kontinuierlich fördernde Mischgutfördereinheit, insbesondere
in Form eines Kratzförderers.
[0018] Eine Anlage gemäß Anspruch 12 gewährleistet eine unmittelbare Verladung des gemischten
Materials aus der Puffereinheit. Um Segregationen des gemischten Materials in der
Puffereinheit zu vermeiden, wird die Puffereinheit intermittierend zur Abgabe des
Materials an die Verladeeinheit geöffnet. Über eine Verladeeinheit beispielsweise
in Form eines Verladesilos kann das Material an ein Transportmittel abgegeben und
darin verladen werden. Transportmittel sind beispielsweise Transportfahrzeuge wie
Lastkraftwagen, Züge und/oder Schiffe mit entsprechenden Ladebehältern. Es ist auch
denkbar, unmittelbar in einen Ladecontainer und/oder Säcke zu verladen.
[0019] Bei einer Anlage gemäß Anspruch 13 ist das indirekte Beheizen effektiv möglich. Besonders
vorteilhaft ist, dass die mit einem Heißgaserzeuger zur Verfügung gestellte Heißgastemperatur
von einem mit dem Heißgaserzeuger verbundenen Brenner und/oder einer mittels des Heißgaserzeugers
umgewälzten Umluftmenge bzw. Umluftmengenstroms, also Umluftmenge je Zeiteinheit,
gezielt einstellbar ist. Insbesondere kann die Heißgastemperatur durch den Brenner
und/oder die Umluftmenge geregelt werden. Insbesondere kann der Brenner dauerhaft
am Heißgaserzeuger angeschlossen bleiben. Insbesondere ist eine Trennung des Brenners
vom Heißgaserzeuger lediglich nach Beendigung der Asphaltproduktion erforderlich.
[0020] Bei einer Anlage gemäß Anspruch 14 sind die Strömungsbedingungen für den Warmluftstrom
verbessert.
[0021] Eine Anlage gemäß Anspruch 15 ermöglicht das Verbrennen von Umluft in einer geschlossenen
Umluftkreislaufanordnung. Dadurch ist der Schadstoffanteil, insbesondere der Anteil
unverbrannter Kohlenwasserstoffe (C
ges), insbesondere Kohlenstoffmonoxid (CO), in der Abluft zusätzlich reduziert. Die Anlage
gewährleistet eine umweltfreundliche Herstellung von Asphalt. Die Verarbeitung von
Asphaltgranulat ist ökologisch und ökonomisch vorteilhaft.
[0022] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen, zusätzliche Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand
der Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Anlage zur Herstellung von Asphalt gemäß der Erfindung.
[0023] Eine in Fig. 1 dargestellte Anlage 1 dient zur Herstellung von Asphalt. Die Anlage
1 umfasst eine Dosiervorrichtung 2 mit mehreren, gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel
sechs, Dosiereinheiten 3. Jede Dosiereinheit 3 umfasst einen Dosierbehälter, in dem
Material bevorratet ist, und ein nicht näher dargestelltes Dosierelement, um das Material
aus dem Dosierbehälter dosiert abzugeben.
[0024] Unterhalb der Dosiereinheiten 3 der Dosiervorrichtung 2 ist eine Zuführeinheit 4
angeordnet. Die Zuführeinheit 4 ist als Sammelband ausgeführt. Die Zuführeinheit 4
ermöglicht das Zuführen von Material aus den Dosiereinheiten 3 entlang einer Zuführrichtung
5 in eine mit der Zuführeinheit 4 verbundene Trockentrommel 6.
[0025] Die Trockentrommel 6 wird mittels eines Heißgaserzeugers 7 indirekt beheizt. Der
Heißgaserzeuger 7 ist mit einem rein schematisch dargestellten Brenner 8 verbunden.
Der Heißgaserzeuger 7 ist im Bereich eines Trommelauslaufs 9 der Trockentrommel 6
angeschlossen. Die Materialzuführung von der Zuführeinheit 4 in die Trockentrommel
6 erfolgt im Bereich eines Trommeleinlaufs 10, der dem Trommelauslauf 9 gegenüberliegend
an der Trockentrommel 6 angeordnet ist. Die indirekte Beheizung der Trockentrommel
6 erfolgt im Gegenstromverfahren. Von dem Heißgaserzeuger 7 zugeführte, erwärmte Luft
strömt entgegen einer Materialförderrichtung 11, die von dem Trommeleinlauf 10 zu
dem Trommelauslauf 9 gerichtet ist. Es ist auch möglich, dass die indirekte Beheizung
im Gleichstrom- oder im Kreuzstromverfahren erfolgt.
[0026] Das entgegen der Materialförderrichtung 11 durch die Trockentrommel 6 geströmte Gas
strömt im Bereich des Trommeleinlaufs 10 aus der Trockentrommel 6 in eine Absaughaube
12. Die Absaughaube 12 dient zum Absaugen von partikelhaltigem Gas aus der Trockentrommel
6. Die Absaughaube 12 weist eine integrierte Partikelabscheideeinheit auf, die passiv
als Strömungsbeeinflussungseinheit ausgeführt ist und insbesondere ein Strömungsleitelement
13 in Form einer schwenkbaren Klappe aufweist. Der Aufbau und die Betriebsweise der
Absaughaube 12 und des Heißgaserzeugers 7 sind in der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2015 217 845.5 beschrieben, worauf hiermit ausdrücklich verwiesen wird.
Die Absaughaube 12 ist mit dem Heißgaserzeuger 7 über eine Umluftleitung 14 verbunden.
In der Umluftleitung 14 ist ein Umluftgebläse 15 integriert. Die Absaughaube 12, die
Umluftleitung 14, der Heißgaserzeuger 7 und die Trockentrommel 6 sind als geschlossene
Umluftkreislaufanordnung entlang einer Umluftkreislaufströmung angeordnet. Die Umluftkreislaufströmung
ist gemäß Fig. 1 im Gegenuhrzeigersinn orientiert und insbesondere im Bereich der
Trockentrommel 6 der Materialförderrichtung 11 entgegengerichtet.
[0027] In der Absaughaube 12 abgeschiedene Partikel werden in einem unteren Bereich in einem
Sammelbehälter 16 gesammelt. In dem Bereich des Sammelbehälters 16 ist an die Absaughaube
12 eine Partikelfördereinheit 17 angeschlossen. Die Partikelfördereinheit 17 verbindet
die Absaughaube 12 mit einer kontinuierlichen Mischeinheit 18. Die kontinuierliche
Mischeinheit 18 ist im Bereich des Trommelauslaufs 9 mit der Trockentrommel 6 unmittelbar
verbunden.
[0028] Die Absaughaube 12 ist über eine Abluftleitung 19 mit einer Filteranlage 20 verbunden.
Die Filteranlage 20 ist als Entstaubung ausgeführt. Die Filteranlage 20 dient zum
Abscheiden von Feinpartikeln, sogenanntem Feinfüller, der insbesondere Partikel aufweist,
die eine Partikelgröße von kleiner als 20 µm aufweisen. Die in der Filteranlage 20
abgeschiedenen Feinpartikel werden in einem Feinpartikelsammelbehälter 21 gesammelt.
Die Filteranlage 20, insbesondere der Feinpartikelsammelbehälter 21, ist über eine
Feinpartikelfördereinheit 22 unmittelbar mit der kontinuierlichen Mischeinheit 18
verbunden.
[0029] Die Filteranlage 20 weist einen angeschlossenen Exhaustor 23 mit daran angeschlossenen
Kamin 24 auf, um in der Filteranlage 20 gereinigtes Gas an die Umgebung abzugeben.
Das gereinigte Gas wird über den Exhaustor 23 aus der Filteranlage 20 abgeblasen.
Dadurch, dass die Filteranlage 20 mit der Absaughaube 12 verbunden ist, ist ein separater
Abluftventilator entbehrlich. Der Komponentenaufwand für die Anlage 1 ist reduziert.
[0030] Die Anlage 1 weist eine Zuschlagstoffzuführeinheit 25 auf, die mit der kontinuierlichen
Mischeinheit 18 unmittelbar verbunden ist. In der Zuschlagstoffzuführeinheit 25 sind
mehrere Zuschlagstoffe getrennt voneinander bevorratet und können gezielt dosiert
der kontinuierlichen Mischeinheit 18 zugeführt werden, insbesondere in Abhängigkeit
einer herzustellenden Asphaltrezeptur. Derzeit bekannte Zuschlagstoffe sind beispielsweise
Bitumen, Füller, insbesondere Grob- und Feinfüller, Faserstoffe, Farbpigmente und/oder
Haftverbesserer. Es ist denkbar, dass zukünftig andere Zuschlagstoffe verwendet werden.
Grundsätzlich liegen die Zuschlagstoffe in Pulver- und/oder Granulatform, faserig
oder als Flüssigkeit vor. In dieser Form werden sie in die Mischeinheit 18 zugeführt.
[0031] Die kontinuierliche Mischeinheit 18 ist mittels einer kontinuierlich fördernden Mischgutfördereinheit
26 mit einer Puffereinheit 27 verbunden. Die Mischgutfördereinheit 26 ist als Kratzförderer
ausgeführt. Die Puffereinheit 27 ist als Silo zum Zwischenspeichern des gemischten
Materials aus der kontinuierlichen Mischeinheit 18 ausgeführt. Die Puffereinheit öff-net
intermittierend zur Vermeidung von Segregation des gemischten Materials. Die Puffereinheit
27 ist mit einer Verladeeinheit 28 unmittelbar verbunden, indem die Verladeeinheit
28 unterhalb der Puffereinheit 27 angeordnet ist. Das Material aus der Puffereinheit
27 kann selbsttätig infolge der Schwerkraft in die Verladeeinheit 28 bei Öffnen der
Puffereinheit 27 gelangen. Unterhalb der Verladeeinheit 28, die insbesondere als Verladesilo
ausgeführt ist, kann ein Transportmittel 29 in Form eines Transportfahrzeugs beladen
werden.
[0032] Die Anlage 1 umfasst ferner eine zentrale Steuer-/Regeleinheit 30. Die Steuer-/Regeleinheit
30 ist insbesondere in Signalverbindung mit den Dosiereinheiten 3 der Dosiervorrichtung
2, der Zuführeinheit 4, der Trockentrommel 6, der kontinuierlichen Mischeinheit 18,
der Mischgutfördereinheit 26, der Puffereinheit 27, der Verladeeinheit 28, der Partikelfördereinheit
17, der Feinpartikelfördereinheit 22 und der Zuschlagstoffzuführeinheit 25. Aus darstellerischen
Gründen sind die Signalverbindungen in Fig. 1 ausschließlich für die Feinpartikelfördereinheit
22 und die Zuschlagstoffzuführeinheit 25 dargestellt. Die Signalverbindung kann kabelgebunden
oder kabellos erfolgen. Insbesondere kann die Steuer-/Regeleinheit 30 auch räumlich
entfernt von der Anlage 1 angeordnet sein. Es ist denkbar, die Anlage 1 computergesteuert
und insbesondere über eine Internetverbindung durchzuführen.
[0033] Die Steuer-/Regeleinheit 30 ist auch mit der geschlossenen Umluftkreislaufanordnung
verbunden, um die indirekte Beheizung der Trockentrommel 6 und die Absaugung der partikelhaltigen
Gase aus der Trockentrommel 6 in die Absaughaube 12 zu überwachen.
[0034] Die Anlage 1 kann als mobile Anlage ausgeführt sein. Die Anlage kann mehrere radmobile,
also verfahrbare, Transport-Einheiten aufweisen. Die einzelnen Komponenten der Anlage
1 sind dann separat transportierbar und vor Ort auf einer Baustelle miteinander verbindbar.
Eine derartige Anlage ist flexibel einsetzbar.
[0035] Nachfolgend wird der Betrieb der Anlage 1 näher erläutert. In Abhängigkeit einer
herzustellenden Asphaltrezeptur werden die erforderlichen Asphaltgranulate, beispielsweise
unterschiedlicher Gesteinskörnungen, aus den Dosiereinheiten 3 auf die Zuführeinheit
4 abgegeben und in die Trockentrommel 6 gefördert. In der Trockentrommel 6 wird das
Gesteinsmaterial im Gegenstrom getrocknet. Im Bereich des Trommelauslaufs 9 wird das
getrocknete Material der kontinuierlichen Mischeinheit 18 zugeführt, wobei über die
Partikelfördereinheit 17 Grobfüller, über die Feinpartikelfördereinheit 23 Feinfüller
und über die Zuschlagstoffzuführeinheit 25 weitere Zuschlagstoffe, insbesondere Bitumen,
unmittelbar in die kontinuierliche Mischeinheit 18 zugeführt werden können. Das in
der kontinuierlichen Mischeinheit 18 gemischte Material wird über die Mischgutfördereinheit
26 in die Puffereinheit 27 und anschließend in die Verladeeinheit 28 gefördert und
in ein Transportmittel 29 verladen.
[0036] Der Heißgaserzeuger 7 erzeugt heiße Luft, indem Umluft aus der Umluftleitung 14 zugeführt
und mittels des Brenners 8 unmittelbar erhitzt wird. Die heiße Luft strömt entgegen
der Materialförderrichtung 11 durch die Trockentrommel 6 in die Absaughaube 12, in
der mittels der integrierten Partikelabscheideeinheit, insbesondere große Partikel,
aus dem Gasstrom abgeschieden werden. Das so vorgereinigte Abgas wird über die Umluftleitung
14 mittels des Umluftgebläses 15 in der geschlossenen Umluftkreislaufanordnung dem
Heißgaserzeuger 7 zurückgeführt. Vorgereinigte Abluft strömt aus der Absaughaube 12
über die Abluftleitung 19 in die Filteranlage 20. In der Filteranlage 20 erfolgt ein
weiteres, Nachabscheiden von Feinpartikeln, die in dem Feinpartikelsammelbehälter
21 gesammelt werden. Das so gereinigte Abgas wird über den Exhaustor 23 und den Kamin
24 an die Umgebung abgegeben.
[0037] Bei der Anlage 1 ist ein zweistufiges Partikelabscheiden vorgesehen. Die gereinigte
Abluft wird in dem Heißgaserzeuger verbrannt. Dadurch sind die Abgasemissionen reduziert.
1. Anlage zur Herstellung von Asphalt umfassend
a. eine indirekt beheizte Trockentrommel (6),
b. eine kontinuierliche Mischeinheit (18), die mit der Trockentrommel (6) zum kontinuierlichen
Mischen von in der Trockentrommel (6) erwärmtem Material verbunden ist.
2. Anlage gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine mit der Trockentrommel (6) verbundene Zuführeinheit (4) zum Zuführen von zu
erwärmendem Material in die Trockentrommel (6).
3. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine Dosiereinheit (3) zum dosierten Zugeben von Material in die Trockentrommel
(6).
4. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine mit der Trockentrommel (6) verbundene Absaughaube (12) zum Absaugen von partikelhaltigem
Gas aus der Trockentrommel (6).
5. Anlage gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaughaube (12) eine integrierte Partikelabscheideeinheit aufweist, die insbesondere
passiv als Strömungsbeeinflussungseinheit ausgeführt ist, wobei die Strömungsbeeinflussungseinheit
insbesondere ein Strömungsleitelement (13) zum Beeinflussen einer Strömungsrichtung
des partikelhaltigen Gases aufweist.
6. Anlage gemäß Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die die Absaughaube (12) zur Abgabe abgeschiedener Partikel mit der kontinuierlichen
Mischeinheit (18) über eine Partikelfördereinheit (17), insbesondere unmittelbar,
verbunden ist.
7. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Filteranlage (20) zum Abscheiden von Feinpartikeln, wobei die Filteranlage (20)
zur Abgabe der Feinpartikel mit der kontinuierlichen Mischeinheit (18) über eine Feinpartikelfördereinheit
(22), insbesondere unmittelbar, verbunden ist.
8. Anlage gemäß Anspruch 7, gekennzeichnet durch einen an die Filteranlage (20) angeschlossenen Exhaustor (23) zum Abgeben gefilterter
Gase an die Umgebung.
9. Anlage gemäß Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch eine Abluftleitung (19), über die die Filteranlage (20) an eine Absaughaube (12)
angeschlossen ist.
10. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine mit der kontinuierlichen Mischeinheit (18) verbundene Zuschlagstoffzuführeinheit
(25) zum Zuführen eines Zuschlagstoffes.
11. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Puffereinheit (27) zum Zwischenspeichern von in der kontinuierlichen Mischeinheit
(18) gemischtem Material, wobei die Puffereinheit (27) mit der kontinuierlichen Mischeinheit
(18) insbesondere mittels einer kontinuierlich fördernden Mischgutfördereinheit (26)
verbunden ist.
12. Anlage gemäß Anspruch 11, gekennzeichnet durch eine mit der Puffereinheit (27) verbundene Verladeeinheit (28) zum Verladen des gemischten
Materials in ein Transportmittel (29).
13. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Heißgaserzeuger (7) zum indirekten Beheizen der Trockentrommel (6), wobei der
Heißgaserzeuger (7) insbesondere an einem Trockentrommelauslauf (9) mit der Trockentrommel
(6) verbunden ist.
14. Anlage gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Heißgaserzeuger (7) über eine Umluftleitung (14), an die insbesondere ein Umluftgebläse
(15) angeschlossen ist, mit der Absaughaube (12) verbunden ist.
15. Anlage gemäß Anspruch 13 oder 14, gekennzeichnet durch eine geschlossene Umluftkreislaufanordnung, die entlang einer Umluftkreislaufströmung
die Absaughaube (12), die Umluftleitung (14), den Heißgaserzeuger (7) und die Trockentrommel
(6) aufweist.