[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schalldämpfer für eine Abgasanlage einer
Brennkraftmaschine, vorzugsweise eines Straßenfahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens.
Die Erfindung betrifft außerdem eine mit einem derartigen Schalldämpfer ausgestaltete
Abgasanlage für eine Brennkraftmaschine.
[0002] Bei sportlichen Personenkraftwagen, insbesondere bei Sportwagen, besteht häufig das
Bedürfnis, ein akustisches Feedback des aktuellen Betriebszustands des Fahrzeugs bzw.
der Brennkraftmaschine zu erhalten. Dieses Bedürfnis besteht vor allem bei Beschleunigungsvorgängen,
also bei oberen Teillasten sowie bei Volllast der Brennkraftmaschine. Bei diesen Betriebszuständen
ist daher eine vergleichsweise geringe Schalldämpfung erwünscht. Gleichzeitig ist
für diese Betriebszustände ein möglichst geringer Abgasgegendruck im Schalldämpfer
für die Abgasströmung erwünscht, um möglichst viel Leistung an der Brennkraftmaschine
für den Vortrieb des Fahrzeugs abrufen zu können. Demgegenüber steht das Bedürfnis,
bei geringer Teillast der Brennkraftmaschine, insbesondere bei Leerlauf, eine möglichst
effiziente akustische Dämpfung zu erzielen. Da in diesem Betriebsbereich der Brennkraftmaschine
viel Leistungsüberschuss vorliegt, kann hierfür auch ein relativ hoher Gegendruck
im Schalldämpfer in Kauf genommen werden.
[0003] Damit ein Schalldämpfer diese entgegengesetzten Anforderungen erfüllen kann, ist
es möglich, im Schalldämpfer zwei Abgaspfade zu realisieren, von denen der eine mittels
einer Steuereinrichtung gesteuert werden kann, während der andere in der Regel ungesteuert
ist. Bei Volllast wird der steuerbare Abgaspfad geöffnet, wodurch sich der Abgasgegendruck
reduziert. Bei entsprechender Führung dieses gesteuerten Abgaspfads lässt sich hierüber
auch eine reduzierte Schalldämpfung realisieren. Bei geringer Leistung wird dagegen
der steuerbare Abgaspfad gesperrt, so dass das Abgas nur durch den ungesteuerten Pfad
strömt und darin effizient gedämpft wird. Problematisch bei derartigen Anlagen ist
jedoch, dass auch bei Volllast eine vergleichsweise effiziente akustische Kopplung
des steuerbaren, geöffneten Abgaspfads mit den akustischen Dämpfungsmitteln des Schalldämpfers
gegeben ist, so dass auch bei Volllast noch eine gewisse Schalldämpfung realisiert
wird.
[0004] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für einen Schalldämpfer
der vorstehend beschriebenen Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die sich
insbesondere dadurch auszeichnet, dass eine akustische Kopplung eines bei Volllast
aktiven Abgaspfads mit Schalldämpfungsmitteln des Schalldämpfers reduziert ist.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, zwischen einem Einlassrohr und
einem Hauptauslassrohr einen Überlappungsbereich auszubilden, in dem Einlassrohr und
Hauptauslassrohr ineinander gesteckt sind, derart, dass sich in diesem Überlappungsbereich
zwischen Einlassrohr und Auslassrohr ein Bypass ausbildet, durch den Abgas vom Einlassrohr
am Hauptauslassrohr vorbei in eine Expansionskammer ausströmen kann. In dieser Expansionskammer
mündet außerdem ein Nebenauslassrohr, durch das Abgas aus der Expansionskammer ausströmen
kann. Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Rohr-in-Rohr-Anordnung wird erreicht,
dass das Einlassrohr und das Hauptauslassrohr für einen Teil des Abgasstroms quasi
wie ein durchgehendes Abgasrohr wirken, das von Schalldämpfungsmitteln des Schalldämpfers
weitgehend entkoppelt ist, wodurch für diesen Teil der Abgasströmung eine geringe
Schalldämpfung sowie ein niedriger Abgasgegendruck realisierbar sind. Die restliche
Abgasströmung strömt dagegen durch den Bypass in die Expansionskammer und durch das
Nebenauslassrohr aus dem Schalldämpfer heraus. Mit Hilfe der Expansionskammer erfolgt
dabei eine effiziente Schalldämpfung für diesen Teil der Abgasströmung.
[0007] Eine Expansionskammer zeichnet sich allgemein durch einen Freiraum aus, in den sich
Luftschall ausbreiten kann. Grundsätzlich kann in einer Expansionskammer ebenfalls
wie in einer Absorptionskammer Schallschluckstoff angeordnet sein, jedoch ist eine
solche Expansionskammer nicht mit Schallschluckstoff vollständig ausgefüllt, vielmehr
muss innerhalb der Expansionskammer ein Freiraum verbleiben, in den Luftschall, z.B.
durch den Bypass oder durch eine Perforation, hinein expandieren kann.
[0008] Ferner hat sich gezeigt, dass mit Hilfe eines derartigen Überlappungsbereichs, in
dem ein Anfangsbereich des Hauptauslassrohrs in einen Endbereich des Einlassrohrs
hineinragt, eine Nutzung des Hauptauslassrohrs als Resonanzrohr, zum Beispiel in Form
eines λ/4-Rohrs oder eines λ/2-Rohrs, verbessert ist, da im Überlappungsbereich eine
besonders effiziente Schwingungsanregung realisiert werden kann. Hierbei kann das
Hauptauslassrohr gezielt so tief in das Einlassrohr eingeführt werden, bis sich eine
optimale Schwingungsanregung im Hauptauslassrohr einstellt.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform können der Endabschnitt des Einlassrohrs
und der Anfangsabschnitt des Hauptauslassrohrs geradlinig ausgestaltet sein. Eine
axiale Länge des Überlappungsbereichs, mit dem das Hauptauslassrohr in das Einlassrohr
hineinragt, kann zweckmäßig doppelt so groß und insbesondere mindestens dreimal so
groß oder mindestens viermal so groß sein wie ein Durchmesser des Endabschnitts des
Einlassrohrs. Hierdurch wird in einem radial zwischen Endabschnitt des Einlassrohrs
und Anfangsabschnitt des Hauptauslassrohrs ausgebildeter Spalt, der den vorgenannten
Bypass bildet, eine vorbestimmte Strömung realisiert, die beispielsweise einen vorbestimmten
Strömungswiderstand aufweist.
[0010] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform können die durchströmbaren Querschnitte
und/oder die Strömungswiderstände von Hauptauslassrohr, Nebenauslassrohr und Spalt
so aufeinander abgestimmt sein, dass der über das Einlassrohr zugeführte Abgasstrom
zu einem Anteil von 40% bis 60% durch das Hauptauslassrohr abgeführt wird. Bevorzugt
ist eine Strömungsaufteilung von etwa 50:50 auf das Hauptauslassrohr und das Nebenauslassrohr.
Es hat sich gezeigt, dass bei einer derartigen Strömungsaufteilung beispielsweise
auf eine Steuereinrichtung zum Steuern der Durchströmung des Hauptauslassrohrs verzichtet
werden kann. Dementsprechend reduziert sich der Aufwand zur Herstellung eines derartigen
Schalldämpfers. In diesem Fall sind Hauptauslassrohr und Nebenauslassrohr ungesteuert
und im Betrieb des Schalldämpfers permanent von Abgas durchströmt.
[0011] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass im Überlappungsbereich
ein durchströmbarer Querschnitt des Spalts im Mittel etwa gleich groß ist wie ein
durchströmbarer Querschnitt des Hauptauslassrohrs. Bei einer homogenen Strömung im
Einlassrohr stromauf des Überlappungsbereichs ergibt sich bei einem derartigen Verhältnis
der durchströmbaren Querschnitte von Hauptauslassrohr und Spalt eine etwa hälftige
Aufteilung der Abgasströmung auf das Hauptauslassrohr und das Nebenauslassrohr.
[0012] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann das Gehäuse zylindrisch ausgestaltet
sein und mit einem Mantel sowie mit zwei Endböden ausgestattet sein. Das Einlassrohr
ist zweckmäßig durch den Mantel hindurchgeführt. Das Hauptauslassrohr ist zweckmäßig
durch den einen Endboden hindurchgeführt. Das Nebenauslassrohr ist zweckmäßig durch
den anderen Endboden hindurchgeführt. Hierdurch kann der Schalldämpfer insbesondere
als quer liegender Schalldämpfer realisiert werden, der im Einbauzustand hinsichtlich
seiner Längsmittelachse quer zu einer Fahrzeuglängsachse angeordnet ist. Die an gegenüberliegenden
axialen Enden aus dem Gehäuse austretenden Auslassrohre können dabei zwei Endrohre
der Abgasanlage bilden bzw. zu zwei Endrohren führen. Alternativ kann auch vorgesehen
sein, Hauptauslassrohr und Nebenauslassrohr durch denselben Endboden aus dem Gehäuse
herauszuführen. Ebenso ist denkbar, das Gehäuse in Schalenbauweise zu realisieren.
[0013] Zweckmäßig kann vorgesehen sein, dass das Einlassrohr unperforiert ist. Hierdurch
wird eine effiziente Strömungsführung zum Hauptauslassrohr realisiert. Zusätzlich
oder alternativ kann das Hauptauslassrohr unperforiert sein. Auch diese Maßnahme führt
dazu, dass innerhalb des Hauptauslassrohrs eine effiziente Strömungsführung erfolgt.
Zusätzlich oder alternativ kann das Nebenauslassrohr unperforiert sein. Auch diese
Maßnahme führt letztlich dazu, dass die Strömungsführung im Nebenauslassrohr besonders
effizient ist. Sofern alle drei vorstehend genannten Rohre im Gehäuse unperforiert
sind, enthält das Gehäuse zweckmäßig nur die Expansionskammer.
[0014] Bei einer anderen Ausführungsform kann das Hauptauslassrohr in der Expansionskammer
eine Perforation aufweisen. Hierdurch wird erreicht, dass im Abgasstrom mitgeführter
Luftschall durch die Perforation des Hauptauslassrohrs in die Expansionskammer entweichen
kann, wodurch eine gewisse Bedämpfung realisiert werden kann. Zusätzlich oder alternativ
kann das Einlassrohr im Überlappungsbereich eine Perforation aufweisen, wodurch eine
akustische Ankopplung an einen den Überlappungsbereich umhüllenden Raum geschaffen
wird. Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann im Gehäuse zumindest eine
weitere Kammer ausgebildet sein. Das Einlassrohr und/oder das Nebenauslassrohr können
zumindest in einer solchen weiteren Kammer eine Perforation aufweisen. Hierdurch ist
die jeweilige weitere Kammer über die jeweilige Perforation akustisch angeschlossen
und kann zum Bedämpfen des mitgeführten Luftschalls dienen. Beispielsweise kann das
Einlassrohr im Überlappungsbereich eine Perforation aufweisen.
[0015] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform können im Gehäuse zwei weitere
Kammern ausgebildet sein, nämlich eine erste weitere Kammer, die axial an die Expansionskammer
angrenzt, sowie eine zweite weitere Kammer, die an einer von der Expansionskammer
abgewandten Seite axial an die erste weitere Kammer angrenzt. Zweckmäßig kann nun
vorgesehen sein, dass das Nebenauslassrohr in der zweiten weiteren Kammer eine Perforation
aufweist. Hierdurch ist die zweite weitere Kammer über die Perforation des Nebenauslassrohrs
akustisch angekoppelt. Die zweite weitere Kammer kann beispielsweise als Absorptionskammer
ausgestaltet sein, die mit Schallschluckstoff befüllt ist. Ebenso ist denkbar, die
zweite weitere Kammer ebenfalls als Expansionskammer auszugestalten.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann die erste weitere Kammer als Absorptionskammer
ausgestaltet sein, die mit Schallschluckstoff befüllt ist. Die erste weitere Kammer
kann mittels einer ersten Trennwand von der Expansionskammer und mittels einer zweiten
Trennwand von der zweiten weiteren Kammer getrennt sein. Die Trennwände sind dabei
axial zwischen den Endböden angeordnet und zu diesen sowie zueinander axial beabstandet.
Die akustische Anbindung der als Absorptionskammer wirkenden ersten weiteren Kammer
kann über eine Perforation im Einlassrohr oder über eine Perforation im Nebenauslassrohr
oder über eine Perforation in der ersten Trennwand oder über eine Perforation in der
zweiten Trennwand realisiert werden. Ebenso ist denkbar, die akustische Kopplung durch
eine Kombination der vorstehenden Perforationen zu erzielen. Denkbar ist eine Ausführungsform,
bei der die erste Trennwand und die zweite Trennwand unperforiert sind, während das
Nebenauslassrohr in der ersten weiteren Kammer eine Perforation aufweist. Denkbar
ist weiterhin, dass das Einlassrohr durch die erste Trennwand hindurchgeführt ist
und in der ersten weiteren Kammer unperforiert ist.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann die erste Trennwand perforiert sein, so
dass die erste weitere Kammer mit der Expansionskammer akustisch gekoppelt ist. Sofern
die zweite Trennwand unperforiert ist, erfolgt die akustische Kopplung der ersten
weiteren Kammer durch die erste Trennwand mit der Expansionskammer. Alternativ kann
auch die zweite Trennwand mit einer Perforation ausgestattet sein, so dass die erste
weitere Kammer akustisch mit der Expansionskammer und mit der zweiten weiteren Kammer
gekoppelt ist.
[0018] Bei einer alternativen Ausführungsform ist dagegen vorgesehen, dass die erste Trennwand
unperforiert ist, während die zweite Trennwand perforiert ist, so dass die akustische
Anbindung der ersten weiteren Kammer durch die zweite Trennwand an die zweite weitere
Kammer erfolgt. Ferner sind dann Einlassrohr und Nebenauslassrohr in der ersten weiteren
Kammer unperforiert, während das Nebenauslassrohr in der zweiten weiteren Kammer eine
Perforation aufweist. Zweckmäßig ist in diesem Fall die zweite weitere Kammer als
Expansionskammer ausgestaltet, so dass durch einen Freiraum in der Expansionskammer
Luftschall bis zur perforierten zweiten Trennwand gelangen kann.
[0019] Eine bevorzugte Ausführungsform ergibt sich, wenn an die Expansionskammer eine Absorptionskammer
anschließt und wenn an die Absorptionskammer eine Resonanzkammer anschließt. Die Absorptionskammer
kann durch eine Perforation der ersten Trennwand akustisch an die Expansionskammer
angeschlossen sein. Ebenso kann das Einlassrohr im Überlappungsbereich, der sich in
der Absorptionskammer befindet, eine Perforation aufweisen. Die Resonanzkammer kann
über ein Verbindungsrohr akustisch an die Expansionskammer angeschlossen sein, wobei
das Verbindungsrohr beide Trennwände durchdringt. Die zweite Trennwand ist zweckmäßig
unperforiert. Das Nebenauslassrohr und das Hauptauslassrohr sind bei dieser Ausführungsform
zweckmäßig unperforiert.
[0020] Besonders vorteilhaft ist jedoch eine Ausführungsform, bei der im Gehäuse zwei weitere
Kammern ausgebildet sind, nämlich eine erste weitere Kammer, die über eine erste Trennwand
axial an die Expansionskammer anschließt, und eine zweite weitere Kammer, die an einer
von der Expansionskammer abgewandten Seite über eine zweite Trennwand axial an die
erste weitere Kammer anschließt, wobei die erste weitere Kammer als Absorptionskammer
ausgestaltet ist, die mit einem Schallschluckstoff befüllt ist und die durch die perforiert
ausgestaltete erste Trennwand mit der Expansionskammer akustisch gekoppelt ist, und
wobei die zweite weitere Kammer als Resonatorkammer ausgestaltet ist, die mittels
der unperforiert ausgestalteten zweiten Trennwand von der ersten weiteren Kammer getrennt
ist und die über ein Resonatorrohr akustisch an das Nebenauslassrohr oder an die Expansionskammer
angeschlossen ist. Somit kann eine breitbandige Dämpfung mittels Expansion, Absorption
und Resonanz über den Nebenpfad realisiert werden.
[0021] Zweckmäßig erstrecken sich Hauptauslassleitung und Nebenauslassleitung innerhalb
des Gehäuses parallel zueinander. Die Anordnung der Rohre innerhalb des Gehäuses erfolgt
zweckmäßig so, dass das Abgas im Betrieb der Brennkraftmaschine in der Expansionskammer
von einer Austrittsöffnung des Spalts über 180° umgelenkt werden muss, um durch die
Eintrittsöffnung des Nebenauslassrohrs in das Nebenauslassrohr eintreten zu können.
Sofern die beiden Auslassrohre durch denselben Endboden aus dem Gehäuse herausgeführt
sind, erfolgt die Anordnung der Eintrittsöffnung des Nebenauslassrohrs und der Austrittsöffnung
des Spalts zweckmäßig so, dass die Strömung in der Expansionskammer zweimal um 180°
umgelenkt werden muss, um von der Austrittsöffnung des Spalts in die Eintrittsöffnung
des Nebenauslassrohrs zu gelangen.
[0022] Zweckmäßig ist das Hauptauslassrohr im Überlappungsbereich radial am Einlassrohr
abgestützt, um Relativbewegungen zwischen ist Einlassrohr und Hauptauslassrohr zu
reduzieren. Zu diesem Zweck kann das Hauptauslassrohr über mehrere Stege am Einlassrohr
abgestützt sein, die in der Umfangsrichtung des Hauptauslassrohrs verteilt angeordnet
sind und den Spalt überbrücken. Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, dass
das Hauptauslassrohr über wenigstens einen perforierten Ring am Einlassrohr abgestützt
ist, der sich in der Umfangsrichtung des Hauptauslassrohrs erstreckt und den Spalt
ausfüllt. In beiden Fällen wird eine signifikante Stabilisierung erreicht, die vergleichsweise
preiswert realisierbar ist.
[0023] Außerdem kann vorgesehen sein, dass das Hauptauslassrohr an einem perforierten Zwischenboden
abgestützt ist, der in der Expansionskammer angeordnet und am Gehäuse abgestützt ist.
Auch diese Maßnahme stabilisiert die Position des Hauptauslassrohrs im Gehäuse. Der
perforierte Zwischenboden führ dabei zu keiner akustischen Trennung innerhalb der
Expansionskammer, so dass diese als Einheit erhalten bleibt.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann das Hauptauslassrohr mittels einer Steuereinrichtung
hinsichtlich seiner Durchströmung mit Abgas gesteuert sein. Dieser Steuereirichtung
kann dabei innerhalb des Gehäuses mit dem Hauptauslassrohr gekoppelt sein oder außerhalb
davon. Diese Steuereinrichtung kann insbesondere so ausgestaltet sein, dass sie zumindest
bei Volllast der Brennkraftmaschine das Hauptauslassrohr öffnet und dass sie zumindest
bei niedriger Teillast der Brennkraftmaschine das Hauptauslassrohr sperrt. Ebenso
sind Steuereinrichtungen denkbar, bei denen eine, mehrere oder beliebig viele Zwischenstellungen
realisierbar sind. Die Steuereinrichtung kann dabei so konfiguriert sein, dass sie
aktiv arbeitet, also mit einem Stellantrieb ausgestattet ist, oder dass sie passiv
arbeitet und demnach nur durch Verdrängungskräfte der Strömung verstellt wird. Ebenso
ist eine semi-aktive Ausgestaltung der Steuereinrichtung denkbar, die beispielsweise
mit einer Druckdose arbeitet und durch den Druck gesteuert ist, der im Einlassrohr
und/oder in der Expansionskammer und/oder im Anfangsbereich des Hauptauslassrohrs
herrscht.
[0025] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung.
[0026] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0027] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0028] Die einzige Figur 1 zeigt eine stark vereinfachte, schaltplanartige Prinzipdarstellung
eines Schalldämpfers.
[0029] Entsprechend Fig. 1 umfasst ein Schalldämpfer 1, der für eine Abgasanlage einer Brennkraftmaschine
vorgesehen ist, ein Gehäuse 2, das vorzugsweise zylindrisch ausgestaltet ist und dementsprechend
einen zylindrischen Mantel 3 und an seinen axialen Enden jeweils einen Endboden, nämlich
einen ersten Endboden 4 und einen zweiten Endboden 5 aufweist. Zweckmäßig ist die
Abgasanlage bzw. die Brennkraftmaschine in einem Straßenfahrzeugs angeordnet. Bevorzugt
handelt es sich dabei um einen Personenkraftwagen, insbesondere um einen Sportwagen.
[0030] Im Gehäuse 2 ist eine Expansionskammer 6 ausgebildet. Sie zeichnet sich durch einen
Freiraum aus, in den Abgas bzw. darin mitgeführter Luftschall expandieren kann. Außerhalb
dieses Freiraums, z.B. entlang von Begrenzungswänden, kann in der Expansionskammer
6 optional Schallschluckstoff angeordnet sein.
[0031] Der Schalldämpfer 1 ist mit einem Einlassrohr 7 ausgestattet, das im Gehäuse 2 einen
Endabschnitt 8 aufweist, mit dem das Einlassrohr 7 in der Expansionskammer 6 endet.
Hierzu weist der Endabschnitt 8 in der Expansionskammer 6 eine Austrittsöffnung 9
auf. Ferner ist der Schalldämpfer 1 mit einem Hauptauslassrohr 10 ausgestattet, das
im Gehäuse 2 einen Anfangsabschnitt 11 aufweist. Dieser Anfangsabschnitt 11 ist in
den Endabschnitt 8 des Einlassrohrs 7 eingesteckt und endet im Inneren des Einlassrohrs
7. Dementsprechend ist der Anfangsabschnitt 11 in Fig. 1 nur mit unterbrochener Linie
dargestellt. Der Anfangsabschnitt 11 weist innerhalb des Einlassrohrs 7 eine Eintrittsöffnung
12 auf. Da der Anfangsabschnitt 11 des Hauptauslassrohrs 10 in den Endabschnitt 8
des Einlassrohrs 7 hineinragt, ist zwischen dem Endabschnitt 8 und dem Anfangsabschnitt
11 ein Überlappungsbereich 13 ausgebildet, der in Fig. 1 durch eine geschweifte Klammer
angedeutet ist. In diesem Überlappungsbereich 13 ist radial zwischen dem Endabschnitt
8 und dem Anfangsabschnitt 11 ein Spalt 14 ausgebildet. Dieser Spalt 14 bildet seinerseits
einen Bypass, der innerhalb des Endabschnitts 8 den Anfangsabschnitt 11 umgeht. Somit
kann durch den Spalt 14 Abgas vom Einlassrohr 7 außen am Anfangsabschnitt 11 vorbei
in die Expansionskammer 6 strömen. Schließlich weist der Schalldämpfer 1 außerdem
ein Nebenanschlussrohr 15 auf, das in der Expansionskammer 6 eine Eintrittsöffnung
16 besitzt.
[0032] Zweckmäßig erstrecken sich der Endabschnitt 8 des Einlassrohrs 7 und der Anfangsabschnitt
11 des Hauptauslassrohrs 10 geradlinig, so dass auch der Überlappungsbereich 13 geradlinig
ist. Dabei ragt der Anfangsabschnitt 11 axial so weit in den Endabschnitt 8 hinein,
dass der Überlappungsbereich 13 eine axiale Länge 17 besitzt, die im gezeigten Beispiel
etwa viermal so groß ist wie ein Durchmesser 18 des Einlassrohrs 7 im Endabschnitt
8. Durch die Einstecktiefe bzw. durch die Länge 17 des Überlappungsbereichs 13 kann
ein Resonanzeffekt im Hauptauslassrohr 10 optimiert werden, mit dem gezielt eine bestimmte
Frequenz des im Abgas transportierten Schalls bedämpft werden kann.
[0033] Die durchströmbaren Querschnitte bzw. Strömungswiderstände der Hauptauslassleitung
10, der Nebenauslassleitung 15 und des Spalts 14 sind zweckmäßig so aufeinander abgestimmt,
dass sich zumindest bei Teillast und/oder Volllast der Brennkraftmaschine eine vorbestimmte
Aufteilung eines über das Einlassrohr 7 zugeführten Abgasstroms 19 auf einen durch
das Hauptauslassrohr 10 abgeführten Hauptteilstrom 20 und einen durch das Nebenauslassrohr
15 abgeführten Nebenteilstrom 21 einstellt. Der zugeführte Gesamtstrom 19, der Hauptteilstrom
20 und der Nebenteilstrom 21 sind in Fig. 1 durch Pfeile angedeutet. Vorzugsweise
wird eine Aufteilung des Gesamtstroms 19 auf den Hauptteilstrom 20 und den Nebenteilstrom
21 eingestellt, die in einem Bereich von 40:60 bis 60:40 liegt. Besonders vorteilhaft
ist eine Aufteilung von etwa 50:50.
[0034] Um diese Aufteilung des Gesamtstroms 19 auf den Hauptteilstrom 20 und den Nebenteilstrom
21 zu erreichen, kann vorgesehen sein, im Überlappungsbereich 13 einen durchströmbaren
Querschnitt des Spalts 14 im Mittel etwa gleich groß zu wählen wie einen durchströmbaren
Querschnitt des Hauptauslassrohrs 10 im Anfangsabschnitt 11. Demnach sind die durchströmbaren
Querschnitte vom Spalt 14 und Anfangsabschnitt 11 jeweils etwa halb so groß wie der
durchströmbare Querschnitt des Einlassrohrs 7 unmittelbar stromauf der Eintrittsöffnung
12 des Hauptauslassrohrs 10.
[0035] Obwohl in Fig.1 eine konzentrische Anordnung von Anfangsabschnitt 11 und Endabschnitt
8 gezeigt ist, die zu einem ringförmig vollständig um den Anfangsabschnitt 11 umlaufenden
Spalt 14 führt, kann im Grunde jede beliebige exzentrische Anordnung gewählt werden.
Insbesondere ist auch denkbar, dass der Anfangsabschnitt 11 den Endabschnitt 8 linienförmig
berührt. Ebenso ist denkbar, dass Endabschnitt 8 und Anfangsabschnitt 11 einen gemeinsamen
Wandabschnitt besitzen, der in der Umfangsrichtung des Überlappungsbereichs 13 begrenzt
ist. Auch kann der Spalt 14 abhängig von der Querschnittsgeometrie von Anfangsabschnitt
11 und Endabschnitt 8 im Überlappungsbereich 13 unterschiedliche Geometrien besitzen.
Er kann z.B. ringförmig oder C-förmig bei runden Rohrquerschnitten und U-förmig oder
I-förmig bei eckigen, vorzugsweise rechteckigen, Rohrquerschnitten sein.
[0036] Bei der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform mit zylindrischem Gehäuse 2 ist
das Einlassrohr 7 durch den Mantel 3 hindurchgeführt, während die Auslassrohre 10
und 15 durch die Endböden 4, 5 hindurchgeführt sind. Im Einzelnen ist das Hauptauslassrohr
10 durch den ersten Endboden 4 hindurchgeführt, während das Nebenauslassrohr 15 durch
den zweiten Endboden 5 hindurchgeführt ist. Alternativ kann auch vorgesehen sein,
dass beide Auslassrohre 10, 15 durch denselben Endboden 4 oder 5 hindurch geführt
sind.
[0037] Des Weiteren sind bei der hier gezeigten Ausführungsform im Gehäuse 2 zwei weitere
Kammern, nämlich eine erste weitere Kammer 22 und eine zweite weitere Kammer 23 ausgebildet.
Die erste weitere Kammer 22 schließt axial an die Expansionskammer 6 an. Die zweite
weitere Kammer 23 schließt an einer von der Expansionskammer 6 abgewandten Seite axial
an die erste weitere Kammer 22 an. Die Axialrichtung ist dabei durch eine Längsmittelachse
24 des zylindrischen Gehäuses 2 definiert. Die erste weitere Kammer 22 ist mittels
einer ersten Trennwand 25 von der Expansionskammer 6 getrennt und mittels einer zweiten
Trennwand 26 von der zweiten weiteren Kammer 23 getrennt. Bevorzugt ist eine Ausführungsform,
bei der die erste weitere Kammer 22 als Absorptionskammer ausgestaltet ist und mit
einem Schallschluckstoff 27 befüllt ist. Zweckmäßig ist die erste weitere Kammer 22
vollständig mit Schallschluckstoff 27 ausgefüllt. Ferner ist die erste Trennwand 25
bevorzugt perforiert. Die erste weitere Kammer 22 ist somit akustisch an die Expansionskammer
6 angeschlossen. Die erste Trennwand 25 ist dabei vom Einlassrohr 7 und vom Nebenauslassrohr
15 durchsetzt. Die zweite Trennwand 26 ist bevorzugt unperforiert ausgestaltet. Die
zweite weitere Kammer 23 kann bevorzugt als Expansionskammer oder als Absorptionskammer
oder als Resonanzkammer ausgestaltet sein. Weiterhin ist eine Ausführungsform bevorzugt,
bei welcher das Einlassrohr 7 und das Hauptauslassrohr 10 unperforiert sind. Im Unterschied
dazu kann das Nebenauslassrohr 15 in der zweiten weiteren Kammer 23 mit einer Perforation
28 versehen sein, wodurch die zweite weitere Kammer 23 mit dem Nebenauslassrohr 15
akustisch gekoppelt ist. Das Nebenauslassrohr 15 kann in der ersten weiteren Kammer
22 unperforiert sein oder eine weitere, hier nicht gezeigte Perforation besitzen.
In Verbindung mit der Perforation 28 bildet die zweite weitere Kammer 23 eine weitere
Expansionskammer.
[0038] Anstelle der gezeigten Perforation 28 kann am Nebenauslassrohr 15 auch ein mit unterbrochener
Linie angedeutetes Resonatorrohr 29 vorgesehen sein, das in Verbindung mit dem freien
Volumen der zweiten weiteren Kammer 23 einen Helmholtz-Resonator bildet. Die zweite
weitere Kammer 23 ist dann eine Resonanz- oder Resonatorkammer.
[0039] Bevorzugt kann auch vorgesehen sein, ein Resonatorrohr 32 zum akustischen Verbinden
der Expansionskammer 6 mit der zweiten weiteren Kammer 23 zu verwenden, um einen solchen
Helmholtz-Resonator auszubilden. Auch in diesem Fall ist die zweite weitere Kammer
23 eine Resonatorkammer. Das Resonatorrohr 32 durchdringt die perforierte erste Trennwand
25 und die unperforierte zweite Trennwand 26 sowie die erste weitere Kammer 22, die
in diesem Fall als Absorptionskammer dient. Ferner sind in diesem Fall das Nebenauslassrohr
15 und das Einlassrohr 7 zumindest in der zweiten weiteren Kammer 23 jeweils unperforiert.
[0040] Ebenso ist alternativ denkbar, zusätzlich zur Perforation 28 ein Verbindungsrohr
30 vorzusehen, das in Fig. 1 ebenfalls nur mit unterbrochener Linie angedeutet ist.
Dieses Verbindungsrohr 30 wirkt dann mit dem freien Volumen der ersten weiteren Kammer
22 als Helmholtz-Resonator zusammen. In diesem Fall kann es zweckmäßig sein, die zweite
weitere Kammer 23, die über die Perforation 28 an die Nebenauslassleitung 15 akustisch
angeschlossen ist, als Absorptionskammer auszubilden, die dann mit Schallschluckstoff
27 befüllt ist.
[0041] In Fig. 1 ist außerdem eine Steuereinrichtung 31 angedeutet, mit deren Hilfe die
Durchströmbarkeit des Hauptauslassrohrs 10 mit Abgas gesteuert werden kann. Insbesondere
lässt sich dadurch die Aufteilung des Gesamtstroms 19 auf den Hauptteilstrom 20 und
den Nebenteilstrom 21 variieren. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 31 bei
Volllast der Brennkraftmaschine das Hauptauslassrohr 10 öffnen, so dass ein vergleichsweise
großer Hauptteilstrom 20 entsteht. In einem unteren Teillastbereich kann die Steuereinrichtung
31 dagegen ein Sperren des Hauptauslassrohrs 10 bewirken, so dass dann ein vergleichsweise
großer Nebenteilstrom 21 entsteht, der im Extremfall dem Gesamtstrom 19 entspricht.
Im gezeigten Beispiel ist diese optionale Steuereinrichtung 31 außerhalb des Gehäuses
2 angeordnet. Bei einer anderen Ausführungsform kann die Steuereinrichtung 31 auch
am Gehäuse 2 oder im Gehäuse 2 angeordnet sein.
[0042] Gemäß Fig. 1 ist außerdem vorgesehen, dass das Hauptauslassrohr 10 im Überlappungsbereich
13 radial am Einlassrohr 7 abgestützt ist. Erreicht wird dies im gezeigten Beispiel
im Bereich der Eintrittsöffnung 12 des Hauptauslassrohrs 10 mittels mehreren Stegen
33, die das Hauptauslassrohr 10 am Einlassrohr 7 abstützen, die in der Umfangsrichtung
des Hauptauslassrohrs 10 verteilt und zueinander beabstandet angeordnet sind und die
jeweils den Spalt 14 überbrücken. Außerdem ist im Beispiel im Bereich der Austrittsöffnung
9 des Einlassrohrs 7 ein perforierter Ring 34 vorgesehen, über den das Hauptauslassrohr
10 am Einlassrohr 7 abgestützt ist, der sich in der Umfangsrichtung des Hauptauslassrohrs
10 erstreckt und der den Spalt 14 ausfüllt. Schließlich ist hier zusätzlich oder alternativ
vorgesehen, dass das Hauptauslassrohr 10 an einem perforierten Zwischenboden 35 abgestützt
ist, der in der Expansionskammer 6 angeordnet und am Gehäuse 2 abgestützt ist.
[0043] Im Überlappungsbereich 13 ist somit eine Rohr-in-Rohr-Anordnung von Einlassrohr 7
und Hauptauslassrohr 10 geschaffen, die quasi eine unterbrechungsfreie Durchströmung
des Gehäuses 2 ermöglicht, wenn das Hauptauslassrohr 10 geöffnet ist. Durch diese
Rohr-in-Rohr-Anordnung wird somit ein Abgashauptpfad durch das Gehäuse 3 geschaffen.
Wenn außerdem das Einlassrohr 7 und das Hauptauslassrohr 10 unperforiert sind und
insbesondere auch im Überlappungsbereich 13 der Endabschnitt 8 und der Anfangsabschnitt
11 unperforiert sind, erfolgt über dieses quasi durchgehende Rohr nur eine sehr geringe
akustische Kopplung mit den akustischen Dämpfungsmitteln des Schalldämpfers 1. Insbesondere
ist nur vergleichsweise wenig Volumen des Schalldämpfers 1 an diesen Hauptpfad angekoppelt.
Diese akustischen Dämpfungsmittel sind beispielsweise wie vorstehend erläutert die
Expansionskammer 6, die erste weitere Kammer 22 und die zweite weitere Kammer 23,
die wahlweise als Expansionskammer, als Absorptionskammer bzw. als Resonanzkammer
eines Helmholtz-Resonators dienen können. Bei geöffnetem Hauptauslassrohr 10 kann
der im Gesamtstrom 19 mitgeführte Luftschall weitgehend ungedämpft entlang des Abgashauptpfads
aus dem Schalldämpfer 1 durch das Hauptauslassrohr 10 austreten, wodurch der Fahrzeugführer
das gewünschte akustische Feedback erhält. Ist dagegen das Hauptauslassrohr 10 gesperrt
ist der im Gesamtstrom 19 mitgeführte Luftschall gezwungen, dem durch das Nebenauslassrohr
15 geführten Abgasnebenpfad zu folgen, wobei sämtliche vorgesehene Dämpfungsmittel
aktiv sind und dementsprechend eine effiziente Bedämpfung des mitgeführten Luftschalls
bewirken. Ferner lässt sich durch die Rohr-in-Rohr-Anordnung die Ankopplung des als
Resonanzrohr wirkenden Hauptauslassrohrs 10 optimieren.
1. Schalldämpfer für eine Abgasanlage einer Brennkraftmaschine, vorzugsweise eines Straßenfahrzeugs,
- mit einem Gehäuse (2), in dem eine Expansionskammer (6) ausgebildet ist,
- mit einem Abgas in das Gehäuse (2) hinein führenden Einlassrohr (7), das im Gehäuse
(2) einen Endabschnitt (8) aufweist, der in der Expansionskammer (6) eine Austrittsöffnung
(9) aufweist,
- mit einem Abgas aus dem Gehäuse (2) heraus führenden Hauptauslassrohr (10), das
im Gehäuse (2) einen Anfangsabschnitt (11) aufweist, der in den Endabschnitt (8) des
Einlassrohrs (7) hineinragt,
- mit einem in einem Überlappungsbereich (13) zwischen dem Endabschnitt (8) des Einlassrohrs
(7) und dem Anfangsabschnitt (11) des Hauptauslassrohrs (10) ausgebildeten Spalt (14),
der im Endabschnitt (8) des Einlassrohrs (7) einen den Anfangsabschnitt (11) des Hauptauslassrohrs
(10) umgehenden Bypass bildet, durch den Abgas vom Einlassrohr (7) in die Expansionskammer
(6) strömen kann,
- mit einem Abgas aus dem Gehäuse (2) heraus führenden Nebenauslassrohr (15), das
in der Expansionskammer (6) eine Eintrittsöffnung (16) aufweist.
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Endabschnitt (8) des Einlassrohrs (7) und der Anfangsabschnitt (11) des Hauptauslassrohrs
(10) geradlinig ausgestaltet sind,
- dass eine axiale Länge (17) des Überlappungsbereichs (13) mindestens doppelt so groß ist
wie ein Durchmesser (18) des Endabschnitts (8) des Einlassrohrs (7).
3. Schalldämpfer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die durchströmbaren Querschnitte und/oder die Strömungswiderstände vom Hauptauslassrohr
(10), Nebenauslassrohr (15) und Spalt (14) so aufeinander abgestimmt sind, dass bei
Teillast der Brennkraftmaschine der über das Einlassrohr (7) zugeführte Abgasstrom
(19) zu einem Anteil von 40% bis 60% durch das Hauptauslassrohr (10) abgeführt wird.
4. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Überlappungsbereich (13) ein durchströmbarer Querschnitt des Spalts (14) im Mittel
etwa gleich groß ist wie ein durchströmbarer Querschnitt des Hauptauslassrohrs (10).
5. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Gehäuse (2) zylindrisch ausgestaltet ist und einen Mantel (3) sowie zwei Endböden
(4, 5) aufweist,
- dass das Einlassrohr (7) durch den Mantel (3) hindurchtritt,
- dass das Hauptauslassrohr (10) durch den einen Endboden (4) hindurchtritt,
- dass das Nebenauslassrohr (15) durch den anderen Endboden (5) hindurchtritt.
6. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Einlassrohr (7) unperforiert ist, und/oder
- dass das Hauptauslassrohr (10) unperforiert ist, und/oder
- dass das Nebenauslassrohr (15) unperforiert ist.
7. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Einlassrohr (7) im Überlappungsbereich (13) eine Perforation aufweist.
8. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass im Gehäuse (2) zumindest eine weitere Kammer (22, 23) ausgebildet ist,
- dass das Einlassrohr (7) und/oder das Nebenauslassrohr (15) zumindest in einer solchen
weiteren Kammer (22, 23) eine Perforation (28) aufweist/aufweisen.
9. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
- dass im Gehäuse (2) zwei weitere Kammern (22, 23) ausgebildet sind, nämlich eine erste
weitere Kammer (22), die über eine erste Trennwand (25) axial an die Expansionskammer
(6) anschließt, und eine zweite weitere Kammer (23), die an einer von der Expansionskammer
(6) abgewandten Seite über eine zweite Trennwand (26) axial an die erste weitere Kammer
(22) anschließt,
- dass die erste weitere Kammer (22) als Absorptionskammer ausgestaltet ist, die mit einem
Schallschluckstoff (27) befüllt ist und die über die perforierte erste Trennwand (25)
mit der Expansionskammer (6) akustisch gekoppelt ist,
- dass die zweite weitere Kammer (23) als Resonatorkammer ausgestaltet ist, die über die
unperforierte zweite Trennwand (26) von der ersten weiteren Kammer (22) getrennt ist
und die über ein Resonatorrohr (29; 32) akustisch an das Nebenauslassrohr (15) oder
an die Expansionskammer (6) angeschlossen ist.
10. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hauptauslassrohr (10) im Überlappungsbereich (13) radial am Einlassrohr (7) abgestützt
ist.
11. Schalldämpfer nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hauptauslassrohr (10) über mehrere Stege (33) am Einlassrohr (7) abgestützt ist,
die in der Umfangsrichtung des Hauptauslassrohrs (10) verteilt angeordnet sind und
den Spalt (14) überbrücken.
12. Schalldämpfer nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hauptauslassrohr (10) über wenigstens einen perforierten Ring (34) am Einlassrohr
(7) abgestützt ist, der sich in der Umfangsrichtung des Hauptauslassrohrs (10) erstreckt
und den Spalt (14) ausfüllt.
13. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hauptauslassrohr (10) an einem perforierten Zwischenboden (35) abgestützt ist,
der in der Expansionskammer (6) angeordnet und am Gehäuse (2) abgestützt ist.
14. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hauptauslassrohr (10) mittels einer Steuereinrichtung (31) hinsichtlich der Durchströmung
mit Abgas gesteuert ist, die zumindest bei Volllast der Brennkraftmaschine das Hauptauslassrohr
(10) öffnet und zumindest bei niedriger Teillast das Hauptauslassrohr (10) sperrt.
15. Abgasanlage für eine Brennkraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, mit einem
Abgasstrang, der von wenigstens einem Abgaskrümmer bis zu wenigstens einem Endrohr
führt und in dem wenigstens ein Schalldämpfer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14
angeordnet ist.