[0001] Die Erfindung betrifft eine Heizungsanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 und ein Verfahren zum Betrieb einer Heizungsanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
3.
[0002] Eine Heizungsanlage und ein Verfahren zum Betrieb einer Heizungsanlage der eingangs
genannten Art sind allgemein bekannt, so dass es insoweit keines besonderen druckschriftlichen
Nachweises bedarf. Eine Heizungsanlage dieser Art besteht aus einem Abgas erzeugenden
Primärwärmeerzeuger und einem Abgas erzeugenden Sekundärwärmeerzeuger, wobei beide
zur Abgasabfuhr mit einer gemeinsame Abgasabfuhreinrichtung verbunden sind. Nochmals
verfahrensmäßig ausgedrückt werden beim Betrieb einer solchen Heizungsanlage ein Primärwärmeerzeuger
und erforderlichenfalls ein Sekundärwärmeerzeuger zur Deckung einer Wärmeanforderung
betrieben, wobei Abgas der beiden Wärmeerzeuger einer gemeinsamen Abgasabfuhreinrichtung
zugeführt wird.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Heizungsanlage und ein Verfahren zum
Betrieb einer Heizungsanlage der eingangs genannten Art zu verbessern, und zwar insbesondere
hinsichtlich der Betriebssicherheit einer solchen Anlage bzw. eines solchen Verfahrens.
[0004] Diese Aufgabe ist gegenständlich mit einer Heizungsanlage der eingangs genannten
Art durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmale gelöst. Verfahrensmäßig
ist diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 3 aufgeführten Merkmale
gelöst.
[0005] Nach der Erfindung ist gegenständlich also vorgesehen, dass der Sekundärwärmeerzeuger
zur Detektion von gegebenenfalls vom Primärwärmeerzeuger kommenden und über die Abgasabfuhreinrichtung
zum Sekundärwärmeerzeuger strömenden Abgas eine Durchsatzmesseinrichtung aufweist.
Verfahrensmäßig ist vorgesehen, dass bei nicht in Betrieb befindlichem Sekundärwärmeerzeuger
eine Durchsatzmesseinrichtung verwendet wird, um eine Strömung von vom Primärwärmeerzeuger
erzeugten Abgas aus der Abgasabfuhreinrichtung in den Sekundärwärmeerzeuger zu detektieren.
[0006] Mit anderen Worten zeichnet sich die erfindungsgemäße Lösung somit dadurch aus, dass
am Sekundärwärmeerzeuger eine Durchsatzmesseinrichtung vorgesehen ist, mit der insbesondere
bei ausgeschaltetem Sekundärwärmeerzeuger überwacht wird, ob vom Primärwärmeerzeuger
kommendes Abgas über die Abgasabfuhreinrichtung in den Sekundärwärmeerzeuger strömt,
was selbstverständlich unerwünscht ist, da dies zu einer Ansammlung von Abgas im Aufstellungsraum
der Wärmeerzeuger führen könnte. Die Durchsatzmesseinrichtung, mit der eine durchströmende
Gasmasse bestimmt wird, dient dabei, was unten noch genauer erläutert wird, einerseits
zur Erfassung des eventuell in den Sekundärwärmeerzeuger strömenden Abgases, andererseits
kann sie bei laufendem Sekundärwärmeerzeuger aber auch verwendet werden, um den Durchsatz
von Brenngas und/oder Luft zu bestimmen, d. h. während des Betriebs des Sekundärwärmeerzeugers
kann die Verbrennung statt wie bisher üblich über eine sogenannte Lambda-Regelung
(siehe hierzu z. B. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lambdaregelung&oldid=146676875)
auch auf diesem Wege geregelt werden.
[0007] Darüber hinaus kann selbstverständlich auch der Primärwärmeerzeuger mit einer solchen
Durchsatzmesseinrichtung versehen und geregelt sein.
[0008] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Heizungsanlage bzw. des
erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betrieb einer Heizungsanlage ergeben sich aus den
abhängigen Patentansprüchen.
[0009] Die erfindungsgemäße Heizungsanlage bzw. das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb
einer Heizungsanlage einschließlich ihrer/seiner vorteilhaften Weiterbildungen gemäß
der abhängigen Patentansprüche wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0010] Es zeigt schematisch
- Figur 1
- die erfindungsgemäße Heizungsanlage mit einer, in Strömungsrichtung der Luft gesehen,
der Brennereinrichtung vorgeschalteten Durchsatzmesseinrichtung.
[0011] Die in Figur 1 dargestellte Heizungsanlage besteht in bekannter Weise aus einem Abgas
erzeugenden, insbesondere zur Deckung einer Grundlast dienenden Primärwärmeerzeuger
1 (zum Beispiel ein Gasheizkessel, insbesondere ein Brennwertheizgerät) und einem
Abgas erzeugenden, insbesondere zur Deckung einer Spitzenlast dienenden Sekundärwärmeerzeuger
2 (zum Beispiel ebenfalls ein Gasheizkessel, insbesondere ein Brennwertheizgerät),
wobei beide zur Abgasabfuhr mit einer gemeinsame Abgasabfuhreinrichtung 3 verbunden
sind. Bei einer solchen Heizungsanlage, die häufig auch als Kaskade bezeichnet wird,
werden also ein Primärwärmeerzeuger 1 und erforderlichenfalls ein Sekundärwärmeerzeuger
2 zur Deckung einer Wärmeanforderung betrieben, wobei Abgas der beiden Wärmeerzeuger
1, 2 einer gemeinsamen Abgasabfuhreinrichtung 3 zugeführt wird.
[0012] Die genannte Abgasabfuhreinrichtung 3 besteht dabei im Grunde aus einem ersten Abgasrohr
3.1, das sich an den Primärwärmeerzeuger 1 anschließt, und aus einem zweiten Abgasrohr
3.2, das sich an den Sekundärwärmeerzeuger anschließt, wobei die beiden Abgasrohre
3.1, 3.2 an einer Verbindungsstelle zu einem gemeinsamen Hauptrohr 3.3 zusammengeführt
sind, welches schließlich aus einem Gebäude herausgeführt wird. Wie ersichtlich, kann
es bei einem solchen, sehr üblichen Aufbau insbesondere bei einem kurzen ersten und/oder
zweiten Abgasrohr 3.1, 3.2 dazu kommen, dass zum Beispiel das über das erste Abgasrohr
3.1 strömende Abgas des Primärwärmeerzeugers 1 an der Verbindungsstelle, wo das Hauptrohr
3.3 beginnt, nicht nur in dieses, sondern auch in das zweite Abgasrohr 3.2 des Sekundärwärmeerzeuger
strömt, wenn dieser nicht eingeschaltet ist und selbst kein Abgas produziert.
[0013] Um in einem solchen Fall rechtzeitig reagieren und damit verhindern zu können, dass
Abgas zum Beispiel über den Sekundärwärmeerzeuger in den Aufstellungsraum der Heizungsanlage
gelangt, ist nach der erfindungsgemäßen Lösung vorgesehen, dass der Sekundärwärmeerzeuger
2 zur Detektion von gegebenenfalls vom Primärwärmeerzeuger 1 kommenden und über die
Abgasabfuhreinrichtung 3 zum Sekundärwärmeerzeuger 2 strömenden Abgas eine Durchsatzmesseinrichtung
4 aufweist. Verfahrensmäßig ausgedrückt, ist somit vorgesehen, dass bei nicht in Betrieb
befindlichem Sekundärwärmeerzeuger 2 eine Durchsatzmesseinrichtung 4 verwendet wird,
um eine Strömung von vom Primärwärmeerzeuger 1 erzeugten Abgas aus der Abgasabfuhreinrichtung
3 in den Sekundärwärmeerzeuger 2 zu detektieren. Ist also der Sekundärwärmeerzeuger
2 ausgeschaltet und zeigt die Durchsatzmesseinrichtung 4 trotzdem eine Strömung an,
so ist dies ein klarer Hinweis darauf, dass unerwünschter Weise Abgas vom Primärwärmeerzeuger
1 zum Sekundärwärmeerzeuger 2 strömt. Auf Basis dieser Information können dann entsprechende
Maßnahmen (insbesondere Abschalten des Primärwärmeerzeugers 1 oder auch Schließen
eines geeigneten Verschlusses zweiten Abgasrohr 3.2) ergriffen werden, um dieses Problem
(jedenfalls kurzfristig) zu lösen.
[0014] Bei einer Heizungsanlage, bei der Sekundärwärmeerzeuger 2 eine Luft und Brennstoff
unter Wärmeabgabe zu Abgas wandelnde Brennereinrichtung 5 aufweist, ist weiterhin
besonders bevorzugt vorgesehen, dass die Durchsatzmesseinrichtung 4 der Brennereinrichtung
5 wahlweise vor- oder nachgeschaltet ist. Figur 1 zeigt dabei die Variante, bei der
die Durchsatzmesseinrichtung 4 der genannten Brennereinrichtung 5 vorgeschaltet ist,
diese sich also bei Normalbetrieb des Sekundärwärmeerzeugers 2 in Strömungsrichtung
der Luft gesehen vor der Brennereinrichtung 5 befindet. Alternativ (aber nicht extra
dargestellt) kann die Durchsatzmesseinrichtung 4, wie oben bereits erwähnt, auch nach
der Brennereinrichtung 5, also zwischen der Brennereinrichtung 5 und dem zweiten Abgasrohr
3.2 angeordnet sein.
[0015] Bei der zuerst genannten Alternative ist dabei schließlich und in Abkehr zu einer
bisher bei der Brennereinrichtung 5 zur Festlegung des Gas-Luft-Gemisches verwendeten
Lambda-Regelung besonders bevorzugt vorgesehen, dass während des Betriebs des Sekundärwärmeerzeugers
2 dessen Gasdurchsatz mit der Durchsatzmesseinrichtung 4 ermittelt und die Brennereinrichtung
5 bzw. das Verhältnis von zugeführtem Brennstoff zu zugeführter Luft auf Basis des
ermittelten Gasdurchsatzes geregelt wird.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- Primärwärmeerzeuger
- 2
- Sekundärwärmeerzeuger
- 3
- Abgasabfuhreinrichtung
- 3.1
- erstes Abgasrohr
- 3.2
- zweites Abgasrohr
- 3.3
- Hauptrohr
- 4
- Durchsatzmesseinrichtung
- 5
- Brennereinrichtung
1. Heizungsanlage, umfassend einen Abgas erzeugenden Primärwärmeerzeuger (1) und einen
Abgas erzeugenden Sekundärwärmeerzeuger (2), wobei beide zur Abgasabfuhr mit einer
gemeinsame Abgasabfuhreinrichtung (3) verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sekundärwärmeerzeuger (2) zur Detektion von gegebenenfalls vom Primärwärmeerzeuger
(1) kommenden und über die Abgasabfuhreinrichtung (3) zum Sekundärwärmeerzeuger (2)
strömenden Abgas eine Durchsatzmesseinrichtung (4) aufweist.
2. Heizungsanlage nach Anspruch 1, wobei der Sekundärwärmeerzeuger (2) eine Luft und
Brennstoff unter Wärmeabgabe zu Abgas wandelnde Brennereinrichtung (5) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Durchsatzmesseinrichtung (4) der Brennereinrichtung (5) wahlweise vor- oder nachgeschaltet
ist.
3. Verfahren zum Betrieb einer Heizungsanlage, bei dem ein Primärwärmeerzeuger (1) und
erforderlichenfalls ein Sekundärwärmeerzeuger (2) zur Deckung einer Wärmeanforderung
betrieben werden, wobei Abgas der beiden Wärmeerzeuger (1, 2) einer gemeinsamen Abgasabfuhreinrichtung
(3) zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei nicht in Betrieb befindlichem Sekundärwärmeerzeuger (2) eine Durchsatzmesseinrichtung
(4) verwendet wird, um eine Strömung von vom Primärwärmeerzeuger (1) erzeugten Abgas
aus der Abgasabfuhreinrichtung (3) in den Sekundärwärmeerzeuger (2) zu detektieren.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei beim Sekundärwärmeerzeuger (2) zur Wärmeerzeugung
eine Brennereinrichtung (5) verwendet wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Betriebs des Sekundärwärmeerzeugers (2) dessen Gasdurchsatz mit der Durchsatzmesseinrichtung
(4) ermittelt und die Brennereinrichtung (5) auf Basis des ermittelten Gasdurchsatzes
geregelt wird.