GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Warenfach, einen Warenautomaten, insbesondere
Verkaufsautomat, und ein Verfahren zur Ausgabe einer Ware aus einem Warenfach.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Ein Warenautomat ist ein Automat zur Ausgabe von darin vorgehaltenen Waren. Eine
Art von Warenautomaten stellen sogenannte Verkaufsautomaten dar. Bei Verkaufsautomaten
wird eine angebotene Ware in der Regel durch eine transparente Frontscheibe präsentiert.
Auf eine entsprechende Anforderung hin und bei Bezahlung eines entsprechenden Geldbetrages
wird die Ware, meist vollautomatisiert, in eine Ausgabevorrichtung ausgegeben.
[0003] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden in Bezug auf Verkaufsautomaten erläutert.
Sie darauf jedoch nicht beschränkt, sondern auf beliebige Arten von Warenautomaten
übertragbar.
[0004] Verkaufsautomaten weisen Warenfächer auf, in welchen die zu verkaufenden Waren magaziniert
sind. Bevorzugt werden Warenfächer eingesetzt, in welchen die Waren stehend magaziniert
sind, da sie so besser nach außen präsentierbar sind. Zur Ausgabe der Waren aus dem
Warenfach ist in der Regel eine Transportvorrichtung vorgesehen, welche ausgelegt
ist, die Waren aus dem Warenfach zumeist einzeln herauszuschieben. Die Ware fällt
bei Erreichen eines vorderen Endes des Warenfachs aus dem Warenfach heraus und in
eine Ausgabevorrichtung. Ein derartiger Verkaufsautomat ist in der
DE 20 2008 017 721 U1 beschrieben. Alternativ kann die Ware auch in einen Warenlift fallen und mittels
des Warenlifts zu einer Ausgabevorrichtung transportiert werden.
[0005] Bei Verkaufsautomaten besteht zunehmend die Anforderung, für sehr unterschiedliche
Warenprodukte einsetzbar zu sein. Somit ergibt sich eine große Variation in den Abmessungen
der zu magazinierenden und auszugebenden Waren. Insbesondere bei Waren mit großen
Abmessungen, beispielsweise Flaschen oder Getränkekartons mit einer großen Höhe, besteht
das Risiko, dass die Ware bei der Ausgabe in einer unerwünschten Weise aufsetzt, verkantet
oder einen anderen undefinierten Zustand einnimmt, sodass sie die Ausgabevorrichtung
nicht erreicht.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
verbessertes Warenfach, einen verbesserten Warenautomaten sowie ein verbessertes Verfahren
zur Ausgabe einer Ware aus einem Warenfach anzugeben.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Warenfach mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und/oder durch einen Warenautomaten mit den Merkmalen des Patentanspruches 10 und/oder
durch ein Verfahren zur Ausgabe einer Ware aus einem Warenfach mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 14 gelöst.
[0008] Demgemäß ist vorgesehen:
- Ein Warenfach für einen Warenautomaten, mit einem Warenfachboden, welcher ein vorderes
Ende aufweist, das zur Ausgabe von Waren aus dem Warenfach vorgesehen ist, mit einer
an dem Warenfachboden vorgesehenen Rampe, welche derart angeordnet und ausgebildet
ist, dass die Ware zur Ausgabe aus dem Warenfach auf die Rampe aufschiebbar ist, bevor
Erreichen des vorderen Endes des Warenfachbodens von der Rampe kippt und dabei über
das vordere Ende des Warenfachbodens kippt.
- Ein Warenautomat, insbesondere Verkaufsautomat, mit zumindest einem erfindungsgemäßen
Warenfach.
- Ein Verfahren zur Ausgabe einer Ware aus einem Warenfach, insbesondere aus einem Warenfach
eines erfindungsgemäßen Warenautomaten, wobei die Ware auf eine an einem Warenfachboden
angeordnete Rampe aufgeschoben wird, bevor Erreichen eines vorderen Endes des Warenfachbodens
von der Rampe kippt und dabei über das vordere Ende des Warenfachbodens kippt.
[0009] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, die Ausrichtung
der Ware bei der Ausgabe aus dem Warenfach mittels einer Rampe derart zu beeinflussen,
dass die Ware in einer kontrollierten Art und Weise bereits bevor Erreichen eines
vorderen Endes des Warenfachbodens kippt und mit der Kippbewegung auch über das vordere
Ende des Warenfaches kippt.
[0010] Somit benötigt ein Herauskippen aus dem Warenfach deutlich weniger Raum, da der Kippvorgang
noch innerhalb des Warenfachs und nicht erst bei Erreichen eines vorderen Endes des
Warenfachbodens beginnt. Die Ware tritt, anstatt sich bei dem Herauskippen mit ihrer
gesamten Höhe zunächst waagrecht in einen sich bevor dem vorderen Ende des Warenfachs
befindlichen Raum zu erstrecken, in einer waagrechten Ausrichtung zunächst nur mit
einem Kopfteil in diesen Raum ein, während sich ein Fußteil noch in dem Warenfach
befindet. Wenn die Ware mit ihrer gesamten Höhe in den sich bevor dem vorderen Ende
des Warenfachs befindlichen Raum eintritt, liegt bereits eine über die Waagrechte
hinaus verkippte Ausrichtung der Ware vor, insbesondere eine kopfüber in etwa senkrechte
Ausrichtung.
[0011] So kann bei hochbauenden Waren, beispielsweise mit einer Höhe größer als ein Zwischenraum
bzw. ein Abstand zwischen dem Warenfach und einer Frontscheibe eines Verkaufsautomaten,
erfindungsgemäß vermieden werden, dass die Ware bei der Ausgabe zwischen Warenfach
und Fronscheibe hängen bleibt.
[0012] Insbesondere wird so erfindungsgemäß vermieden, dass die Ware, anstatt einer Übergabe
in die Ausgabevorrichtung, mit dem Boden noch auf dem vorderen Ende des Warenfachs
stehen bleibt und mit seiner Oberkante an der Frontscheibe anliegt.
[0013] Ferner kann bei einem Warenautomaten mit einem Warenlift ein korrektes Eintreten
der Ware in eine Liftwanne gewährleistet werden. Insbesondere wird erfindungsgemäß
vermieden, dass die Ware, anstatt in die Liftwanne einzutauchen, oben quer auf zwei
senkrechten Wänden der Liftwanne aufliegt.
[0014] Darüber hinaus gewährleistet die Form einer auf dem Warenfachboden mit einer schiefen
Ebene aufbauenden Rampe vorteilhaft, dass bei einer Erschütterung oder bei einem Rütteln
des Warenautomaten keine Gefahr besteht, dass ein Produkt nach vorne gerüttelt wird
und ohne sachgemäße Betätigung des Warenautomaten in die Warenausgabe fällt.
[0015] Unter einer Rampe ist insbesondere eine auf dem Warenfachboden aufbauende Rampe zu
verstehen. Beim Aufschieben der in dem Warenfach stehend magazinierten Ware auf die
Rampe wird die Ware entsprechend angehoben. Ferner weist eine Rampe eine vorbestimmte
Kippstelle auf, an welcher eine darauf aufgeschobene Ware kippt, insbesondere schwerkraftbeschleunigt
nach vorne in Richtung des vorderen Endes des Warenfachbodens kippt.
[0016] Das Kippen der Ware beginnt daher in einer gegenüber dem Warenfachboden erhöhten
Lage. Bei Erreichen des Warenfachbodens während des Kippens weist die Ware durch die
Schwerkraftbeschleunigung somit bereits einen gewissen Drall auf. beim Austritt aus
dem Warenfach im Bereich des vorderen Endes des Warenfachbodens dreht sich die Ware
somit weiter über Kopf. Die Ware tritt dann kopfüber, insbesondere in einer etwa senkrechten
Stellung, aus dem Warenfach aus.
[0017] In einem Verkaufsautomaten ohne Lift fällt die Ware somit senkrecht in einen zwischen
Frontscheibe und Warenfächer vorgesehenen Zwischenraum. Für den Fall, dass der Warenautomat
einen Lift aufweist, fällt das Produkt senkrecht in die Liftwanne.
[0018] Die Position und Höhe der Rampe wird insbesondere auf die Höhe, Tiefe und die Schwerpunktlage
der Ware angepasst. Eine vorbestimmte Kippstelle der Rampe ist damit auf die Art und
Gestalt der Ware abstimmbar.
[0019] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Rampe in einem Abstand von dem vorderen
Ende des Warenfachbodens angeordnet. Vorteilhaft kippt die Ware somit bevor Erreichen
des Endes des Warenfachbodens von der Rampe.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Rampe und der Warenfachboden lösbar
miteinander gekoppelt. Ferner ist die Rampe verschieblich an dem Warenfachboden anbringbar.
Insbesondere ist der Abstand der Rampe zum vorderen Ende des Warenfachbodens frei
einstellbar vorgesehen. Vorteilhaft kann somit der Punkt, an welchem die Ware kippt,
entsprechend eingestellt und damit auf eine Ware abgestimmt werden.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform weist der Warenfachboden zur Kopplung mit der Rampe unterbrochene
Längsschlitze auf. Die Rampe weist korrespondierende, in die Längsschlitze einführbare
Halterungsfortsätze auf. Zusätzlich können an einem vorderen und hinteren Ende der
Rampe in Ausnehmungen des Warenfachbodens eingreifende Einsatzfortsätze vorgesehen
sein. Somit ist vorteilhaft auf einfache Weise eine verschiebliche Kopplung der Rampe
mit dem Warenfachboden realisiert.
[0023] Beispielsweise ist die Rampe bei einer Ausführungsform als Biegeteil, insbesondere
als keilförmiges Biegeteil, ausgebildet. Insbesondere sind die Halterungsfortsätze
dabei mittels Abkanten hergestellt. Die Halterungsfortsätze können seitlich oder mittig
an der Rampe angeordnet sein. Insbesondere weisen die Halterungsfortsätze einen den
Warenfachboden im montierten Zustand hintergreifenden Hakenfortsatz auf.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Abstand in einem Bereich verstellbar,
in welchem er derart auf die Höhe und die Schwerpunktlage einer sich in dem Warenfach
befindlichen Ware abstimmbar ist, dass ein Schwerpunkt der Ware während des Kippens
das vordere Ende des Warenfachbodens passiert, bevor die Ware eine waagrechte Lage
durchläuft. Somit ist vorteilhaft gewährleistet, dass die Ware sich bei dem Herauskippen
aus dem Warenfach in erfindungsgemäßer Weise weiter über Kopf dreht.
[0025] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist eine Transportvorrichtung vorgesehen,
welche eine vorbestimmte Transportrichtung aufweist und mittels welcher die Ware auf
die Rampe aufschiebbar ist. Somit ist ein sicherer Ablauf der Warenausgabe gewährleistet,
indem die Ware kontrolliert auf die Rampe aufgeschoben wird.
[0026] Gemäß einer Ausführungsform weist die Rampe eine Kippkante auf, welche derart ausgebildet
und angeordnet ist, dass die Ware in Transportrichtung von der Rampe kippt. Eine Kippkante
stellt eine vorteilhafte Realisierung einer definierten Kippstelle dar, da bei Überschreiten
der Kippkante der restliche Ausgabevorgang, das heißt das Herauskippen aus dem Warenfach,
schwerkraftbeschleunigt ablaufen kann. Somit sind keine weiteren Antriebs- oder Stellmittel
zur Ausgabe der Ware aus dem Warenfach notwendig. Beispielsweise ist die Rampe als
Biegeteil ausgebildet, wobei insbesondere die Kippkante mittels Abkanten hergestellt
ist.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform ist die Kippkante quer zur Transportrichtung ausgerichtet.
Somit ist eine einfache Realisierung der Sicherstellung des Kippens der Ware in Transportrichtung
bereitgestellt, da die Ware so bei Überschreiten der Kippkante schwerkraftbeschleunigt
in Transportrichtung kippt.
[0028] Gemäß einer Ausführungsform weist das vordere Ende des Warenfachbodens eine Abschlusskante
auf, die quer zur Transportrichtung ausgerichtet ist. Vorteilhaft kann die Ware so
mit ihrem durch das Kippen von der Rampe aufgenommenen Drall auch direkt die Abschlusskante
durch weiteres kippen überwinden. Am Ende kippt die Ware daher kopfüber aus dem Warenfach
heraus. Vorzugsweise verläuft die Abschlusskante dazu parallel zu einer Momentanpolachse
der Kippbewegung, insbesondere wenn die Ware in Transportrichtung nach vorne kippt.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform eines Warenautomaten weist dieser eine Frontabdeckung,
insbesondere eine Frontscheibe, und eine Ausgabevorrichtung auf. Das Warenfach ist
dabei hinter der Frontabdeckung angeordnet. Zwischen der Frontabdeckung und dem Warenfach
ist ein Zwischenraum vorgesehen, durch welchen eine aus dem Warenfach ausgegebene
Ware in die Ausgabevorrichtung übergebbar ist. Die Größe des Zwischenraumes ist insbesondere
durch den Abstand zwischen Warenfach und Frontabdeckung gekennzeichnet. Vorteilhaft
kann dieser Zwischenraum erfindungsgemäß kleiner ausfallen oder es können größere
Waren, insbesondere Waren mit hochbauenden Verpackungen, wie beispielsweise Getränkekartons
oder hohe PET-Flaschen, funktionssicher damit ausgegeben werden.
[0030] Gemäß einer Ausführungsform weist der Zwischenraum eine Größe auf, die geringer als
die nutzbare Höhe des Warenfachs ausgebildet ist. Somit ist die Größe des Zwischenraums
kleiner als die maximale Höhe von in dem Warenfach magazinierbaren Waren vorgesehen.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Warenfachs ist dabei gewährleistet, dass
die Ware bei der Ausgabe aus dem Warenfach funktionssicher durch den Zwischenraum
hindurch in die Ausgabevorrichtung übergebbar ist. Insbesondere kann eine Ware durch
das Kippen über Kopf, vorzugsweise im Wesentlichen senkrecht, in den Zwischenraum
ausgegeben werden und so ungehindert in die Ausgabevorrichtung fallen.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform ist im Bereich des Zwischenraums ein Warenlift angeordnet,
der eine Liftwanne aufweist und dazu ausgelegt ist, die Ware zur Übergabe aus dem
Warenfach in die Ausgabevorrichtung in der Liftwanne aufzunehmen. Insbesondere weist
die Liftwanne dabei eine Länge oder Breite auf, die geringer als die nutzbare Höhe
des Warenfachs und damit geringer als die maximale Höhe von in dem Warenfach magazinierbaren
Waren ausgebildet ist. Erfindungsgemäß ist durch die Ausbildung des Warenfachs mit
einer Rampe sichergestellt, dass die Ware bei der Ausgabe aus dem Warenfach funktionssicher
in die Liftwanne übergeben wird. Insbesondere kann eine Ware durch das Kippen über
Kopf im Wesentlichen senkrecht in die Liftwanne übergeben werden.
[0032] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform eines Verfahrens zur Ausgabe einer Ware aus
einem Warenfach tritt die Ware bei dem Herauskippen kopfüber in einen zwischen einer
Frontabdeckung und dem Warenfach vorgesehenen Zwischenraum oder in eine Liftwanne
eines Warenlifts ein. Unter einem kopfüber Eintreten ist dabei ein Eintreten in einer
durch das Kippen um mehr als 90° gedrehten, insbesondere im Wesentlichen senkrechten,
Ausrichtung zu verstehen.
[0033] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Insbesondere sind Merkmale des Warenfachs, des Warenautomaten
und des Verfahrens zum Betreiben, sofern sinnvoll, aufeinander übertragbar. Weitere
mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung umfassen
auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich der
Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung. Insbesondere wird dabei
der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen
Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0034] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine auf einem Warenfachboden eines Warenfachs angeordnete Rampe;
- Fig. 2
- eine perspektivische Längsschnittansicht eines Warenfachs mit einer Rampe gemäß Fig.
1;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Warenfachs mit einer Rampe gemäß einer weiteren
Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine Längsschnittansicht eines Warenfachs mit einer Rampe gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Ausschnitts eines Verkaufsautomaten mit einem
Warenfach;
- Fig. 6A-6D
- einen Bewegungsablauf beim Ausgeben einer Ware aus einem Warenfach eines Verkaufsautomaten;
- Fig. 7
- einen Warenautomaten mit Warenlift.
[0035] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0036] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0037] Fig. 1 zeigt eine auf einem Warenfachboden 2 eines Warenfachs 1 angeordnete Rampe
4.
[0038] Die Rampe 4 ist bevor einem vorderen Ende 3 des Warenfachbodens 2 angeordnet. Die
Rampe 4 ist ferner derart ausgebildet, dass eine darauf aufgeschobene Ware in Richtung
des vorderen Endes 3 des Warenfachbodens 2 kippt. Somit kippt eine darauf aufgeschobene
Ware bevor Erreichen des vorderen Endes 3 von der Rampe 4 und kippt dabei auch über
das vordere Ende 3.
[0039] Die Rampe 4 baut auf dem Warenfachboden 2 in die Höhe auf. Beim Aufschieben einer
Ware auf die Rampe 4 wird die Ware daher entsprechend angehoben. Ferner weist die
Rampe 4 einen höchsten Punkt auf, der eine vorbestimmte Kippstelle darstellt. Eine
auf die Rampe 4 aufgeschobene Ware kippt bei Überschreiten dieses höchsten Punkts
somit schwerkraftbeschleunigt von der Rampe 4.
[0040] Das Kippen der Ware beginnt daher an einer gegenüber dem Warenfachboden 2 erhöhten
Position. Ferner beginnt das Kippen in einer gegenüber dem Ende 3 des Warenfachbodens
2 zurückversetzten Position.
[0041] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Längsschnittansicht eines Warenfachs mit einer
Rampe gemäß Fig. 1.
[0042] In der dargestellten Ausführungsform weist das Warenfach 1 mehrere Magazine 12 auf.
Die Magazine 12 sind durch Seitenwände 19 voneinander abgetrennt.
[0043] Das in der dargestellten Schnittebene verlaufende Magazin 12 weist einen Warenboden
2 auf, auf welchem eine Rampe 4 vorgesehen ist, wie in Bezug auf Fig. 1 erläutert.
[0044] Das Warenfach 1 ist zum Einsatz in einem Verkaufsautomaten vorgesehen. In den Magazinen
12 des Warenfachs 1 zu magazinierende Waren können darin entlang der Transportrichtung
in Reihen stehend aufgereiht sein.
[0045] Das Warenfach 1 weist eine Transportvorrichtung 8 in Form von auf Zahnriemen 14 laufenden
Produktschiebern 13 auf. Alternativ zu Zahnriemen können auch Spindeltriebe vorgesehen
sein. Die Transportvorrichtung 8 befördert in den Magazinen 12 magazinierte Waren
in einer entlang der Zahnriemen 14 ausgerichteten Transportrichtung 9. Die Transportvorrichtung
8 ist dazu ausgelegt, die Waren in Richtung des Endes 3 des Warenfachbodens 2 zu transportieren.
Beim Transport der Waren wird somit eine vorderste Ware eines Magazins 12 auf die
Rampe 4 aufgeschoben.
[0046] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Warenfachs 1 mit einer Rampe 4 gemäß
einer weiteren Ausführungsform. Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist
die Rampe 4 hier als keilförmiges Biegeteil ausgebildet.
[0047] Der Warenfachboden 2 weist Einsatzlöcher 15 zum Einsetzen von an einem vorderen und
hinteren Ende der Rampe 4 jeweils vorgesehenen Einsatzfortsätzen 16 auf.
[0048] Ferner sind im Warenfachboden 2 längsschlitzartige Ausnehmungen 6 vorgesehen, welche
zum Eingriff eines Halteteils 7 der Rampe 4 vorgesehen sind.
[0049] Fig. 4 zeigt eine Längsschnittansicht eines Warenfachs mit einer Rampe gemäß Fig.
3.
[0050] In dieser Ansicht gut erkennbar weist die als Biegeteil ausgebildete Rampe 4 eine
Kippkante 10 auf, welche mittels Abkanten hergestellt ist.
[0051] Ebenfalls mittels Abkanten ist der Halteteil 7 ausgebildet. Dieser weist einen Hakenfortsatz
17 auf, welcher lösbar in die längsschlitzartigen Ausnehmungen 6 eingreift und dabei
den Warenfachboden 2 hintergreift.
[0052] Die Rampe 4 ist in die unterschiedlichen Einsatzlöcher 15 und längsschlitzartigen
Ausnehmungen 6 einsetzbar und somit lösbar und in Transportrichtung 9 verschieblich
an dem Warenfachboden 2 angebracht.
[0053] In der dargestellten Ausführungsform ist die Rampe 4 in einem Abstand 5 von dem vorderen
Ende 3 des Warenfachs an dem Warenfachboden 2 angeordnet. Der Abstand 5 kann durch
verschieben der Rampe 4 entlang der Transportrichtung 9 eingestellt bzw. an die Höhe
und Schwerpunktlage einer Ware angepasst werden.
[0054] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausschnitts eines als Verkaufsautomat
ausgebildeten Warenautomaten 20 mit einem Warenfach 1.
[0055] Der Verkaufsautomat 20 weist eine Frontblende 21 in Form einer transparenten Frontscheibe
sowie eine Ausgabevorrichtung 22 auf.
[0056] Zwischen dem Warenfach 1 und der Frontblende 21 ist ein Zwischenraum 23 vorgesehen.
Die Größe des Zwischenraums 23 entspricht einem zwischen der Frontscheibe 21 und dem
vorderen Ende 3 des Warenfachbodens vorgesehenen Abstand.
[0057] Die Ausgabevorrichtung 22 weist eine Ausgabeklappe 26 sowie eine Ausgabewanne 27
auf, aus welcher eine aus dem Warenfach ausgegebene Ware entnehmbar ist.
[0058] Im Betrieb des Automaten wird zur Ausgabe eine Ware auf die Rampe 4 des Warenfachs
1 aufgeschoben und kippt dann von der Rampe 4 über das vordere Ende 3 des Warenfachbodens
kopfüber in den Zwischenraum 23. Sodann fällt die Ware in die Ausgabewanne 27 und
kann durch Öffnen der Ausgabeklappe 26 entnommen werden.
[0059] Die Fig. 6A-6D zeigen einen Bewegungsablauf beim Ausgeben einer Ware aus einem Warenfach
1 eines Verkaufsautomaten.
[0060] Fig. 6A zeigt eine auf dem Warenfachboden 2 eines Warenfachs stehende Ware 18. Hinter
der dargestellten Ware 18 können eine Reihe von weiteren Waren angeordnet sein, welche
zu besseren Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind.
[0061] Die Ware 18 weist eine Höhe auf, welche größer als ein zwischen einer Frontscheibe
21 des Verkaufsautomaten 20 und einem vorderen Ende 3 des Warenfachbodens 2 vorgesehener
Zwischenraum 23 ausgebildet ist.
[0062] Zur Ausgabe der Ware 18 aus dem Verkaufsautomaten 20 wird die Ware 18 auf die Rampe
4 des Warenfachs 1 aufgeschoben. Bei Erreichen einer vorbestimmten Kippstelle der
Rampe 4 kippt die Ware 18 von der Rampe 4.
[0063] Fig. 6B zeigt die Ware 18 in einem von der Rampe 4 gekippten Zustand. Die Ware 18
kippt dabei nach vorne in Richtung der Frontscheibe 21 über das vordere Ende 3 des
Warenfachbodens 2.
[0064] Aufgrund dessen, dass die Rampe 4 in einem Abstand von dem vorderen Ende 3 des Warenfachbodens
2 angeordnet ist, gerät die Ware 18 während des Kippens mit ihrem Kopfende nicht in
Anlage mit der Frontscheibe 21. Stattdessen ist der Kippvorgang zwischen dem Kopfende
der Ware und der Frontscheibe 21 vorzugsweise berührungsfrei.
[0065] Des Weiteren ist der Abstand 5 zwischen Rampe 4 und dem vorderen Ende des Warenfachbodens
2 derart bemessen, dass ein Schwerpunk S der Ware 18 das vordere Ende 3 des Warenfachbodens
2 passiert, bevor die Ware 18 eine waagrechte Lage durchläuft. Somit kippt die Ware
18 bei Erreichen einer waagrechten Lage weiter und kippt so in einen Kippwinkel von
>90°.
[0066] Fig. 6C zeigt die Ware 18 während sie über das vordere Ende 3 des Warenfachbodens
2 kippt. In der dargestellten Situation hat sich die Ware 18 bereits um mehr als 90°
gedreht und taucht somit kopfüber in den Zwischenraum 23 ein.
[0067] Ein Fußteil der Ware 18 stützt sich in diesem Zustand noch am vorderen Ende 3 des
Warenfachbodens ab. Dies gibt der schwerkraftbeschleunigten Ware 18 noch einen gewissen
Drall mit, um sich weiter kopfüber in eine senkrechte Stellung zu drehen.
[0068] Fig. 6D zeigt die Ware 18 in einer vollständig in den Zwischenraum 23 eingetauchten
Stellung. Die Ware 18 befindet sich hier im freien Fall senkrecht kopfüber innerhalb
des zwischen der Frontscheibe 21 und dem vorderen Ende 3 des Warenfachbodens 2 vorgesehenen
Zwischenraums 23. In diesem Zustand benötigt die Ware 18 nur einen geringen Querschnitt
des Zwischenraums und kann somit funktionssicher entweder in eine Ausgabewanne 26
einer Ausgabevorrichtung 22 gemäß Fig. 5 oder in eine Liftwanne 25 eines Warenlifts
24 hineinfallen.
[0069] Fig. 7 zeigt einen als Verkaufsautomat ausgebildeten Warenautomaten 20 mit einem
Warenlift 24.
[0070] Der Warenautomat 20 weist ein Warenfach 1 und eine Frontscheibe 21 auf. Der Warenlift
24 ist in einem Zwischenraum 23 zwischen Frontscheibe 21 und Warenfach 1 angeordnet.
[0071] Der Warenlift 24 weist eine Liftwanne 25 zur Aufnahme einer Ware 18 auf. Eine Breite
28 der Liftwanne 25 ist dabei kleiner als die Höhe der Ware 18 vorgesehen.
[0072] Mit dem durch die Ausbildung des Warenfachs 1 bewirkten Bewegungsablauf, wie in den
Figuren 6A bis 6D dargestellt, taucht die Ware 18 kopfüber im Wesentlichen senkrecht
in die Liftwanne 25 ein. Somit wird eine sichere Aufnahme der Ware gewährleistet.
[0073] Der Warenlift 24 kann die Ware 18 anschließend zu einer hier nicht dargestellten
Ausgabevorrichtung transportieren, wo sie entnommen werden kann.
[0074] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
Bezugszeichenliste
[0075]
- 1
- Warenfach
- 2
- Warenfachboden
- 3
- vorderes Ende
- 4
- Rampe
- 5
- Abstand
- 6
- Längsschlitze
- 7
- Halterungsfortsätze
- 8
- Transportvorrichtung
- 9
- Transportrichtung
- 10
- Kippkante
- 11
- Abschlusskante
- 12
- Magazine
- 13
- Produktschieber
- 14
- Zahnriemen
- 15
- Einsatzloch
- 16
- Einsatzfortsatz
- 17
- Hakenfortsatz
- 18
- Ware
- 19
- Seitenwand
- 20
- Warenautomat bzw. Verkaufsautomat
- 21
- Frontblende
- 22
- Ausgabevorrichtung
- 23
- Zwischenraum
- 24
- Warenlift
- 25
- Liftwanne
- 26
- Ausgabeklappe
- 27
- Ausgabewanne
- 28
- Breite
1. Warenfach (1) für einen Warenautomaten,
mit einem Warenfachboden (2), welcher ein vorderes Ende (3) aufweist, das zur Ausgabe
von Waren aus dem Warenfach (1) vorgesehen ist,
mit einer an dem Warenfachboden (2) vorgesehenen Rampe (4), welche derart angeordnet
und ausgebildet ist, dass die Ware zur Ausgabe aus dem Warenfach (1) auf die Rampe
(4) aufschiebbar ist, bevor Erreichen des vorderen Endes (3) des Warenfachbodens von
der Rampe (4) kippt und dabei über das vordere Ende (3) des Warenfachbodens (2) kippt.
2. Warenfach nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rampe (4) in einem Abstand (5) von dem vorderen Ende (3) des Warenfachbodens
(2) angeordnet ist.
3. Warenfach nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rampe (4) und der Warenfachboden (2) lösbar miteinander gekoppelt sind und die
Rampe (4) verschieblich an dem Warenfachboden (2) anbringbar ist.
4. Warenfach nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Warenfachboden (2) zur Kopplung mit der Rampe (4) unterbrochene Längsschlitze
(6) aufweist und die Rampe (4) korrespondierende in die Längsschlitze (6) einführbare
Halterungsfortsätze (7) aufweist.
5. Warenfach nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand (5) in einem Bereich verstellbar ist, in welchem er derart auf die Höhe
und die Schwerpunktlage einer sich in dem Warenfach befindlichen Ware abstimmbar ist,
dass ein Schwerpunkt (S) der Ware während des Kippens das vordere Ende (3) des Warenfachbodens
(2) passiert, bevor die Ware eine waagrechte Lage durchläuft.
6. Warenfach nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Transportvorrichtung (8) vorgesehen ist, welche eine vorbestimmte Transportrichtung
(9) aufweist und mittels welcher die Ware auf die Rampe (4) aufschiebbar ist.
7. Warenfach nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rampe (4) eine Kippkante (10) aufweist, welche derart ausgebildet und angeordnet
ist, dass die Ware in Transportrichtung (9) von der Rampe kippt.
8. Warenfach nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kippkante (10) quer zur Transportrichtung (9) ausgerichtet ist.
9. Warenfach nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das vordere Ende (3) des Warenfachbodens eine Abschlusskante (11) aufweist, die quer
zur Transportrichtung (9) ausgerichtet ist.
10. Warenautomat(20), insbesondere Verkaufsautomat,
mit zumindest einem Warenfach (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche.
11. Warenautomat nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Warenautomat eine Frontabdeckung (21), insbesondere eine Frontscheibe, und eine
Ausgabevorrichtung (22) aufweist, wobei das Warenfach (1) hinter der Frontabdeckung
(21) angeordnet ist und wobei zwischen der Frontabdeckung (21) und dem Warenfach (1)
ein Zwischenraum (23) vorgesehen ist, durch welchen eine aus dem Warenfach (1) ausgegebene
Ware in die Ausgabevorrichtung (22) übergebbar ist.
12. Warenautomat nach Anspruch 11
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zwischenraum (23) eine Größe aufweist, die geringer als eine nutzbare Höhe des
Warenfachs (1) ausgebildet ist.
13. Warenautomat nach Anspruch 11 oder 12
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich des Zwischenraums (23) ein Warenlift (24) angeordnet ist, der eine Liftwanne
(25) aufweist und dazu ausgelegt ist, die Ware zur Übergabe aus dem Warenfach (1)
in die Ausgabevorrichtung (22) in der Liftwanne (25) aufzunehmen.
14. Verfahren zur Ausgabe einer Ware aus einem Warenfach, insbesondere aus einem Warenfach
eines Warenautomaten nach einem der vorstehenden Ansprüche 10 bis 13, wobei die Ware
auf eine an einem Warenfachboden (2) angeordnete Rampe (4) aufgeschoben wird, bevor
Erreichen eines vorderen Endes (3) des Warenfachbodens (2) von der Rampe (4)kippt
und dabei über das vordere Ende (3) des Warenfachbodens (2) kippt.
15. Verfahren nach Anspruch 14
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ware bei dem Herauskippen kopfüber in einen zwischen einer Frontabdeckung (21)
und dem Warenfach (1) vorgesehenen Zwischenraum (23) oder in eine Liftwanne (25) eines
Warenlifts (24) eintritt.