[0001] Die Erfindung betrifft eine Isolationsvorrichtung zur Abdeckung eines leitenden Kontaktelements
eines elektromechanischen Schutzschaltgerätes, insbesondere eines Leitungsschutzschalters,
eines Fehlerstromschutzschalters oder eines Leistungsschalters. Weiterhin betrifft
die Erfindung ein elektromechanisches Schutzschaltgerät, welches insbesondere als
Leitungsschutzschalter, als Fehlerstromschutzschalter oder als Leistungsschalter ausgebildet
ist und zumindest eine derartige Isolationsvorrichtung aufweist.
[0002] Schutzschaltgeräte, wie beispielsweise Leistungsschalter oder Leitungsschutzschalter,
werden insbesondere als Schalt- und Sicherheitselemente in elektrischen Energieversorgungsnetzen
eingesetzt. Leistungsschalter sind speziell für hohe Ströme ausgelegt. Ein Leitungsschutzschalter
ist eine Überstromschutzeinrichtung in der Elektroinstallation und wird insbesondere
im Bereich der Niederspannungsnetze eingesetzt. Leistungsschalter und Leitungsschutzschalter
garantieren ein sicheres Abschalten bei Kurzschluss und schützen Verbraucher und Anlagen
vor Überlast. Sie schützen auch Leitungen vor Beschädigung durch zu starke Erwärmung
in Folge eines zu hohen elektrischen Stromes.
[0003] Ein Fehlerstromschutzschalter ist eine Schutzeinrichtung zur Sicherstellung eines
Schutzes gegen einen gefährlichen Fehlerstrom in einer elektrischen Anlage. Ein derartiger
Fehlerstrom, welcher auch als Differenzstrom bezeichnet wird, tritt auf, wenn ein
spannungsführendes Leitungsteil einen elektrischen Kontakt gegen Erde aufweist. Dies
ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine Person ein spannungsführendes Teil einer
elektrischen Anlage berührt: in diesem Fall fließt der Strom als Fehlerstrom durch
den Körper der betreffenden Person gegen die Erdung ab. Zum Schutz gegen derartige
Körperströme muss der Fehlerstromschutzschalter bei Auftreten eines derartigen Fehlerstroms
die elektrische Anlage schnell und sicher allpolig vom Leitungsnetz trennen. Im Allgemeinen
Sprachgebrauch werden für einen Fehlerstromschutzschalter auch die Begriffe FI-Schutzschalter
(kurz: FI-Schalter) oder RCD (für Residual Current Protective Device) gleichwertig
verwendet.
[0004] Schutzschaltgeräte wie Leistungsschalter, Leitungsschutzschalter oder Fehlerstromschutzschalter
sind dazu ausgebildet, den Stromkreis im Falle eines Kurzschlusses, bei Überlast oder
bei Auftreten eines Fehlerstromes selbsttätig abzuschalten und somit vom Leitungsnetz
zu trennen. Sie weisen hierzu ein Schaltkontaktpaar mit einem feststehenden Schaltkontakt
sowie einem relativ dazu bewegbaren Schaltkontakt auf, welches bei Bedarf geöffnet
wird, um den Stromfluss zu unterbrechen. Zur elektrischen Kontaktierung mit einem
oder mehreren externen Anschlussleitern weisen diese Geräte eine oder entsprechend
mehrere Anschlussklemmen auf, in die der Anschlussleiter einsteckbar ist. Durch Betätigen
einer entsprechenden Klemmschraube kann der Anschlussleiter sicher geklemmt werden,
so dass das Schutzschaltgerät mit dem elektrischen Anschlussleiter sicher verbunden
ist.
[0005] Bei der elektrischen Ausrüstung von Gebäuden wird zumeist eine Vielzahl von Schutzschaltgeräten
benötigt, welche in einem sogenannten Elektroinstallationsverteiler, auch als Verteilerkasten
oder kurz als Verteiler bezeichnet, zusammengefasst und nebeneinander angeordnet sind.
Bei der Ausrüstung eines solchen Verteilerkastens müssen zum Teil national unterschiedliche
Sicherheitsvorschriften beachtet und eingehalten werden. Um die Anforderungen hinsichtlich
der einzuhaltenden Luft- und Kriechstrecken zu erfüllen, ist es in manchen Ländern
notwendig, die in einem Verteilerkasten nebeneinander angeordneten Schutzschaltgeräte
im Bereich ihrer elektrischen Anschlüsse voneinander abzuschotten, d.h. elektrisch
voneinander zu isolieren. Dies ist insbesondere bei schmalen Gehäusebauformen der
Schutzschaltgeräte der Fall, da hier die elektrischen Anschlüsse der einzelnen Schutzschaltgeräte
nahe beieinander liegen. Die Druckschrift
JP2010027334A offenbart ein elektrisches Schaltgerät, welches mehrere, nebeneinander angeordnete
elektrische Anschlüsse aufweist, die mittels an einem Gehäuse des Schaltgeräts befestigbarer
Trennwände gegeneinander isoliert werden können.
[0006] An elektrischen Schutzschaltgeräten werden Leitungen durch Klemmen, in der Regel
durch Schraubklemmen, befestigt. Dazu weist das Isolierstoffgehäuse des Schutzschaltgerätes
Öffnungen auf, hinter denen sich die Klemmen befinden. Um auch Leiter größeren Querschnitts
klemmen zu können, lässt es sich nicht vermeiden, die Klemme und damit die Öffnung
des Schutzschaltgerätes so groß zu dimensionieren, dass innenliegende Metallteile
mit einem Finger berührt werden können, wodurch die betreffende Person einen elektrischen
Schlag erleiden kann. Diese Gefahr ist besonders dann gegeben, wenn Leiter mit einem
weit kleineren Querschnitt als dem maximal möglichen Querschnitt an das Schutzschaltgerät
angeklemmt sind: in diesem Fall ist ein großer Teil des Klemmenquerschnitts durch
ein leitendes Element, beispielsweise eine Klemmschraube oder ein Klemmendruckstück,
geschlossen. Diese Klemmschraube oder das Klemmendruckstück liegt dabei unmittelbar
hinter der Gehäuseöffnung und kann dabei von einem Installateur oder Anwender berührt
werden, wenn dieser z.B. weitere Geräte in der Verteilung montiert, demontiert oder
Anschlussleiter an- oder abklemmt.
[0007] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Isolationsvorrichtung
für ein Schutzschaltgerät, insbesondere einen Leitungsschutzschalter, einen Fehlerstromschutzschalter
oder einen Leistungsschalter, zur elektrischen Isolierung des Schutzschaltgerätes
im Bereich seiner elektrischen Anschlussklemme, sowie ein Schutzschaltgerät mit einer
derartigen Isolationsvorrichtung bereitzustellen, welche einen sicheren Schutz vor
elektrischem Schlag gewährleisten und gleichzeitig eine einfache Bedienbarkeit beim
Anschließen eines elektrischen Anschlussleiters ermöglichen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Isolationsvorrichtung sowie das elektromechanische Schutzschaltgerät
gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0009] Die erfindungsgemäße Isolationsvorrichtung ist zur Abdeckung eines leitenden Kontaktelements
eines elektromechanischen Schutzschaltgerätes, insbesondere eines Leitungsschutzschalters,
eines Fehlerstromschutzschalters oder eines Leistungsschalters, vorgesehen, wobei
das leitende Kontaktelement hinter einer Gehäuseöffnung des Schutzschaltgerätes angeordnet
ist. Die Isolationsvorrichtung weist hierzu einen Grundkörper auf, welcher an einem
Gehäuse des Schutzschaltgerätes befestigbar ist und eine Öffnung zum Hindurchführen
zumindest einer elektrischen Anschlussleitung aufweist. Die Öffnung ist dabei durch
einen Steg in zwei Teilöffnungen unterteilt, wobei durch jede der Teilöffnungen eine
Anschlussleitung hindurchführbar ist, so dass im montierten Zustand der Isolationsvorrichtung
am Schutzschaltgerät eine manuelle Berührung des Kontaktelements ausgeschlossen ist.
[0010] Die Isolationsvorrichtung kann, falls nationale Sicherheitsanforderungen - beispielsweise
hinsichtlich der einzuhaltenden Luft- und Kriechstrecken - dies erfordern, an einem
Schutzschaltgerät im Bereich der elektrischen Anschlussklemme befestigt werden. Dabei
wird die Öffnung der Isolationsvorrichtung durch den Steg in zwei Teilöffnungen unterteilt,
welche ihrerseits zu klein dimensioniert sind, als dass eine manuelle Berührung des
dahinter angeordneten Kontaktelements möglich wäre. Unter dem Begriff "manuelle Berührung"
wird dabei eine Berührung des elektrisch leitenden Kontaktelements mit den Fingern
durch die Teilöffnungen hindurch verstanden. Ein ungewolltes Berühren eines Kontaktelements,
beispielsweise der Anschlussklemme, des Druckstücks oder des Kontakts, wird somit
wirksam unterbunden, so dass mit Hilfe der Isolationsvorrichtung ein sicherer Schutz
vor elektrischem Schlag realisierbar ist. Auf diese Weise ist im Bereich der Anschlussklemmen
des Schutzschaltgerätes mit Hilfe der Isolationsvorrichtung ein einfacher und kostengünstiger
Berührungsschutz der Schutzart IP20 realisierbar.
[0011] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Isolationsvorrichtung ist der Steg einstückig
mit dem Grundkörper verbunden. Durch die einstückige Ausführungsform des Grundkörpers
mit dem Steg ist keine zeitaufwändige Montage erforderlich, weswegen die Isolationsvorrichtung
vergleichsweise kostengünstig herstellbar ist.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Isolationsvorrichtung ist der Steg
als dünnwandiges Hohlprofil ausgebildet. Eine dünnwandige Ausführung des Stegs als
Hohlprofil ermöglicht eine einfachere Montierbarkeit des Anschlussleiters an das Schutzschaltgerät.
Darüber hinaus weist ein dünnwandiges Hohlprofil eine größere Elastizität auf, wodurch
Schwankungen der Herstellungstoleranzen einfacher ausgeglichen werden können.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist die Isolationsvorrichtung auf das
Schutzschaltgerät aufsteckbar oder aufschiebbar ausgebildet. Ein Aufstecken oder Aufschieben
der Isolationsvorrichtung auf das Schutzschaltgerät ermöglicht eine einfach durchzuführende
Montage der Isolationsvorrichtung, insbesondere beim Nachrüsten bestehender Elektroinstallationen.
Der Montageaufwand wird dadurch deutlich reduziert.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Isolationsvorrichtung ist der Grundkörper
im Wesentlichen u-förmig ausgebildet, wobei ein erster Schenkel des u-förmigen Grundkörpers
von einer ersten Trennwand und ein zweiter Schenkel des u-förmigen Grundkörpers von
einer zweiten Trennwand gebildet sind. Der erste und der zweite Schenkel dienen dazu,
das Schutzschaltgerät im Bereich seiner elektrischen Anschlussklemme gegen ein benachbart
angeordnetes Schutzschaltgerät, beispielsweise in einem Verteilerkasten, elektrisch
zu isolieren. Bei der Anordnung in einem Verteilerkasten können die elektrischen Anschlüsse
benachbarter Schutzschaltgeräte nahe beieinander liegen, so dass die vorgeschriebenen
Luft- und Kriechstrecken ohne eine zusätzliche Isolierung nicht eingehalten werden
können. Die erste bzw. die zweite Trennwand, welche zwischen den elektrischen Anschlüssen
zueinander benachbart angeordneter Schutzschaltgeräte angeordnet sind, stellt eine
derartige Isolierung dar. Über eine Basis des u-förmigen Grundkörpers, welche die
beiden Schenkel miteinander verbindet, ist die Isolationsvorrichtung an dem Schutzschaltgerät
befestigbar.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Isolationsvorrichtung entspricht
der äußere Abstand der ersten Trennwand zur zweiten Trennwand im Wesentlichen einer
Breite des Schutzschaltgerätes. Damit schließt die Isolationsvorrichtung im Wesentlichen
bündig mit den Breitseiten, welche die Breite des Schutzschaltgerätes definieren,
ab. Auf diese Weise sind mehrere mit einer Isolationsvorrichtung ausgerüsteter Schutzschaltgeräte
ohne zusätzlichen Platzbedarf in einer Reihe nebeneinander anordenbar, beispielsweise
in einem Verteilerkasten.
[0016] Das erfindungsgemäße elektromechanische Schutzschaltgerät, welches insbesondere als
Leitungsschutzschalter, als Fehlerstromschutzschalter oder als Leistungsschalter ausgebildet
ist, weist zumindest eine Isolationsvorrichtung der vorstehend beschriebenen Art auf.
Hinsichtlich der Vorteile des elektromechanischen Schutzschaltgerätes wird auf die
vorstehenden Ausführungen zu den Vorteilen der erfindungsgemäßen Isolationsvorrichtung
verwiesen.
[0017] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist das Schutzschaltgerät in einem Sammelschienenverbund
angeordnet, wobei die Isolationsvorrichtung zur elektrischen Isolierung des Schutzschaltgerätes
gegenüber zumindest einem benachbart angeordneten Schutzschaltgerät dient. Gerade
bei einer Anordnung im Sammelschienenverbund, bei der eine Vielzahl von Schutzschaltgeräten
nebeneinander angeordnet sind, ist eine auf einfache Art und Weise zu realisierende
Nachrüstung der einzelnen Schutzschaltgeräte mit den erfindungsgemäßen Isolationsvorrichtungen
besonders vorteilhaft.
[0018] Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Isolationsvorrichtung
sowie des erfindungsgemäßen elektromechanischen Schutzschaltgerätes unter Bezug auf
die beigefügten Figuren näher erläutert. In den Figuren sind:
- Figuren 1A und 1B
- schematische Darstellungen der erfindungsgemäßen Isolationsvorrichtung in verschiedenen
Ansichten;
- Figur 2
- eine schematisierte, perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen elektromechanischen
Schutzschaltgerätes mit daran befestigter Isolationsvorrichtung;
- Figuren 3A und 3B
- schematische Schnittdarstellungen des erfindungsgemäßen Schutzschaltgerätes mit daran
befestigter Isolationsvorrichtung.
[0019] In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind gleiche Teile stets mit dem gleichen
Bezugszeichen versehen. Die Beschreibung gilt für alle Zeichnungsfiguren, in denen
das entsprechende Teil ebenfalls zu erkennen ist.
[0020] In den Figuren 1A und 1B ist die erfindungsgemäße Isolationsvorrichtung 100 in verschiedenen
Ansichten schematisch dargestellt. Die Isolationsvorrichtung 100 weist einen Grundkörper
mit einem u-förmigen Querschnitt auf, wobei ein Verbindungsbereich 103 des u-förmigen
Grundkörpers eine als erster Schenkel ausgebildete erste Trennwand 101 mit einer als
zweiter Schenkel ausgebildeten zweiten Trennwand 102 verbindet. In dem Verbindungsbereich
103 ist eine Öffnung zum Hindurchführen einer elektrischen Anschlussleitung ausgebildet,
um diese im montierten Zustand der Isolationsvorrichtung 100 an einem Schutzschaltgerät
1 (siehe Figur 2) mit einem Kontaktelement (siehe Figuren 3A und 3B) des Schutzschaltgerätes
1 elektrisch leitend zu verbinden. Die Öffnung ist dabei durch einen Steg 107 in eine
erste Teilöffnung 105 sowie eine zweite Teilöffnung 106 unterteilt. Der Steg 107 verläuft
dabei von der ersten Trennwand 101 zur zweiten Trennwand 102. Die Befestigung der
Isolationsvorrichtung 100 an einem Schutzschaltgerät 1 kann beispielsweise durch Aufschieben,
aber auch durch Aufstecken oder Verrasten erfolgen. Hierzu weist die Isolationsvorrichtung
100 mehrere Befestigungselemente 104 auf, welche im Bereich des Verbindungsbereichs
103 am Grundkörper ausgebildet sind. Zur Versteifung des u-förmigen Grundkörpers weist
die Isolationsvorrichtung 100 mehrere Versteifungsrippen 108 auf, welche von der ersten
Trennwand 101 bzw. der zweiten Trennwand 102 zum Verbindungsbereich 103 hin verlaufen,
um dem Grundkörper eine höhere Steifigkeit zu verleihen.
[0021] Figur 2 zeigt schematisch eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
elektromechanischen Schutzschaltgerätes 1 mit daran befestigter Isolationsvorrichtung
100. Das Schutzschaltgerät 1 weist ein Gehäuse 2 auf. An einer Frontseite 4 des Gehäuses
2 ist ein Betätigungselement 3 zum manuellen Betätigen des Schutzschaltgerätes 1 angeordnet.
Der Frontseite 4 gegenüberliegend befindet sich eine Befestigungsseite 5, an der Befestigungsmittel
(nicht dargestellt) zur Befestigung des Gehäuses 2 an einer sogenannten Trag- oder
Hutschiene vorgesehen sind. Neben der Frontseite 4 und der Befestigungsseite 5 weist
das Gehäuse 2 noch die Front- und die Befestigungsseite 4 und 5 miteinander verbindende
Schmal- und Breitseiten 6 und 7 auf. An seinen Schmalseiten 6 weist das Gehäuse 2
jeweils eine Gehäuseöffnung 8 zum Einführen einer elektrischen Anschlussleitung (nicht
dargestellt) auf.
[0022] Im Bereich der beiden Schmalseiten 6 ist jeweils eine Isolationsvorrichtung 100 am
Gehäuse 2 des Schutzschaltgerätes 1 befestigt. In dem dargestellten, montierten Zustand
der Isolationsvorrichtung 100 an dem Gehäuse 2 befinden sich die erste Teilöffnung
105 sowie die zweite Teilöffnung 106 im Bereich der Gehäuseöffnung 8, so dass eine
elektrische Anschlussleitung durch die erste Teilöffnung 105 oder die zweite Teilöffnung
106 hindurch in die Gehäuseöffnung 8 eingesteckt werden kann, um dort mit einem elektrisch
leitenden Kontaktelement (siehe Figuren 3A und 3B) des Schutzschaltgerätes 1 kontaktiert
zu werden.
[0023] Die Figuren 3A und 3B zeigen das erfindungsgemäße Schutzschaltgerät 1 mit der daran
befestigten Isolationsvorrichtung 100 in zwei Schnittdarstellungen. Figur 3A zeigt
dabei das Schutzschaltgerät 1 mit einer daran befestigten Isolationsvorrichtung 100
ohne Steg, während in Figur 3B das Schutzschaltgerät 1 mit einer daran befestigten
Isolationsvorrichtung 100 mit Steg 107 dargestellt ist. Mit Hilfe eines sogenannten
Prüffingers 200 soll dabei der Unterschied zwischen den beiden Varianten anschaulich
dargestellt werden.
[0024] Im Gehäuse 2 des Schutzschaltgerätes 1 sind hinter der Gehäuseöffnung 8 elektrisch
leitende Kontaktelemente, beispielsweise ein Klemmkörper der Anschlussklemme 9, ein
Druckstück 10 der Anschlussklemme 9 oder der elektrische Kontakt 11 angeordnet. Bei
der in Figur 3A dargestellten Isolationsvorrichtung 100 ohne Steg wird dabei deutlich,
dass der Prüffinger 200 durch die Öffnung der Isolationsvorrichtung 100 sowie durch
die Gehäuseöffnung 8 hindurch greifen und eines der elektrisch leitenden Kontaktelemente
berühren kann. Im Falle einer manuellen Berührung eines dieser innenliegenden Metallteile
könnte die betreffende Person einen elektrischen Schlag erleiden. Eine derartige Gefährdung
soll unter allen Umständen ausgeschlossen werden.
[0025] Im Unterschied zu Figur 3A weist die in Figur 3B dargestellte Isolationsvorrichtung
100 einen Steg 107 auf, welcher die im Verbindungsbereich 103 ausgebildete Öffnung
in eine erste Teilöffnung 105 sowie eine zweite Teilöffnung 106 teilt. Da die beiden
Teilöffnungen 105 und 106 durch den Steg 107 deutlich kleiner als die ursprüngliche
Öffnung dimensioniert sind, wird auf diese Weise erreicht, dass der Prüffinger 200
nicht so tief in die Teilöffnungen 105 und 106 - und damit in die Gehäuseöffnung 8
- eindringen kann. Auf diese Weise wird eine Berührung der elektrisch leitenden Kontaktelemente,
beispielsweise des Klemmkörpers der Anschlussklemme 9, des Druckstücks 10 oder des
elektrischen Kontakts 11, wirksam unterbunden. Die Gefahr eines elektrischen Schlags
durch manuelle Berührung eines der genannten Kontaktelemente ist damit ausgeschlossen.
[0026] Die konstruktive Gestaltung der Isolationsvorrichtung 100 ermöglicht dabei die Kontaktierung
elektrischer Anschlussleiter sowohl mit großem als auch mit kleinem Leiterquerschnitt.
Ferner ist es ebenso möglich, auch andere elektrische Anschlusselemente, beispielsweise
eine Sammelschiene oder ein Einspeiseelement, elektrisch leitend mit dem Schutzschaltgerät
1 zu verbinden - bei gleichzeitiger Gewährleistung des IP20-Berührungsschutzes.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Schutzschaltgerät
- 2
- Gehäuse
- 3
- Betätigungselement
- 4
- Frontseite
- 5
- Befestigungsseite
- 6
- Schmalseite
- 7
- Breitseite
- 8
- Gehäuseöffnung
- 9
- Anschlussklemme
- 10
- Druckstück
- 11
- Kontakt
- 100
- Isolationsvorrichtung
- 101
- erste Trennwand
- 102
- zweite Trennwand
- 103
- Verbindungsbereich
- 104
- Befestigungselement
- 105
- erste Teilöffnung
- 106
- zweite Teilöffnung
- 107
- Steg
- 108
- Versteifungsrippe
- 200
- Prüffinger
1. Isolationsvorrichtung (100) zur Abdeckung eines leitenden Kontaktelements (9, 10,
11) eines elektromechanischen Schutzschaltgerätes (1), insbesondere eines Leitungsschutzschalters,
Fehlerstromschutzschalters oder Leistungsschalters, wobei das leitende Kontaktelement
(9, 10, 11) hinter einer Gehäuseöffnung (8) des Schutzschaltgerätes (1) angeordnet
ist,
- mit einem Grundkörper, welcher an einem Gehäuse (2) des Schutzschaltgerätes (1)
befestigbar ist und eine Öffnung zum Hindurchführen zumindest einer elektrischen Anschlussleitung
aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Öffnung durch einen Steg (107) in zwei Teilöffnungen (105, 106) unterteilt
ist, derart,
- dass durch jede der Teilöffnungen (105, 106) eine Anschlussleitung hindurchführbar
ist und
- dass im montierten Zustand der Isolationsvorrichtung (100) am Schutzschaltgerät
(1) eine manuelle Berührung des Kontaktelements (9, 10, 11) ausgeschlossen ist.
2. Isolationsvorrichtung (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steg (107) einstückig mit dem Grundkörper verbunden ist.
3. Isolationsvorrichtung (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steg (107) als dünnwandiges Hohlprofil ausgebildet ist.
4. Isolationsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Isolationsvorrichtung auf das Schutzschaltgerät (1) aufsteckbar oder aufschiebbar
ausgebildet ist.
5. Isolationsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Grundkörper im Wesentlichen u-förmig ausgebildet ist, wobei ein erster Schenkel
des u-förmigen Grundkörpers von einer ersten Trennwand (101) und ein zweiter Schenkel
des u-förmigen Grundkörpers von einer zweiten Trennwand (102) gebildet sind.
6. Isolationsvorrichtung (100) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der äußere Abstand der ersten Trennwand (101) zur zweiten Trennwand (102) im Wesentlichen
einer Breite des Schutzschaltgerätes (1) entspricht.
7. Elektromechanisches Schutzschaltgerät (1), insbesondere Leitungsschutzschalter, Fehlerstromschutzschalter
oder Leistungsschalter, welches zumindest eine Isolationsvorrichtung (100) nach einem
der Ansprüche 1 bis 6 aufweist.
8. Schutzschaltgerät (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzschaltgerät (1) in einem Sammelschienenverbund angeordnet ist, wobei die
Isolationsvorrichtung (100) zur elektrischen Isolierung des Schutzschaltgerätes (1)
gegenüber zumindest einem benachbart angeordneten Schutzschaltgerät dient.