[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Entgratvorrichtung zum spanlosen Entgraten
eines oder mehrerer Ränder eines Bauteils, insbesondere eines platten-förmigen Bauteils,
mit wenigstens einem Aufnahmebereich für das zu entgratende Bauteil. Das Bauteil besteht
vorzugsweise aus Metall.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, beispielsweise die Seitenwandungen der
Gehäuse von Kühl- bzw. Gefriergeräten aus Metallplatinen zu fertigen. Diese Platinen
weisen nach ihrer Herstellung vergleichsweise scharfkantige Ränder auf, so dass beim
weiteren Handling im Bereich der Vormontage eine Verletzungsgefahr besteht. Um das
Verletzungsrisiko zu minimieren, wird bei derzeit angewandten Verfahren im Randbereich
der Metallplatinen ein Kastenprofil gebogen, so dass die scharfe Kante in einem unkritischen
Bereich liegt. Eine solche Ausführung ist aus Figur 9 a) ersichtlich, die im Querschnitt
den Randbereich einer Seitenwand eines Kühlgerätes zeigt. Der Randbereich ist hierbei
als Kastenprofil ausgeführt. Die scharfe Kante 90 ist in einem weniger gut zugänglichen
Bereich angeordnet, wodurch das Verletzungsrisiko sinkt.
[0003] In einer alternativen Vorgehensweise erfolgt eine 180°-Umkantung des fraglichen Bereichs,
wie dies in Figur 9 c), die ebenfalls eine Schnittansicht durch den Randbereich einer
Kühlgeräteseitenwand zeigt, durch einen Pfeil angedeutet ist. Auch in diesem Fall
ist die scharfe Kante 90 nicht exponiert, sondern zurückversetzt. Auf diese Weise
wird das Verletzungsrisiko verkleinert, jedoch besteht der Nachteil des höheren Materialverbrauchs.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist es des Weiteren bekannt, scharfe Kanten durch Entgraten
zu bearbeiten, wie beispielsweise durch Bürsten, Schleifen, Fräsen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders vorteilhafte
Möglichkeit zu schaffen, die Ränder derartiger Platinen, insbesondere von Metallplatinen
auf vergleichsweise einfache Art und Weise zu entgraten.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Entgratvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Danach ist vorgesehen, dass die Entgratvorrichtung wenigstens eine Entgrateinheit
aufweist, die zumindest eine drehbar angeordnete Entgratrolle umfasst, die zumindest
eine Aufnahme für den zu entgratenden Rand des Bauteils aufweist, und wobei die Entgratvorrichtung
zumindest eine Positionierungsvorrichtung aufweist, die ausgebildet ist, um den zu
entgratenden Rand des Bauteils relativ zu der Aufnahme der Entgratrolle zu positionieren.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt somit der Gedanke zugrunde, die Entgratung mittels
einer oder mehrerer Entgratrollen vorzunehmen, die auf dem Rand des Bauteils anliegen
und bei einer Drehbewegung der Entgratrolle diesen Rand vorzugsweise spanlos entgraten.
[0008] Es findet somit ein Entgraten vorzugsweise durch ein spanloses Rollverfahren statt.
Vorzugsweise wird die Platte nur auf diese Weise entgratet, d.h. vorzugsweise ist
kein weiteres Verfahren zur Entgratung vorgesehen.
[0009] Wie oben ausgeführt, handelt es sich bei dem Bauteil vorzugsweise um ein Teil, das
aus Metall besteht oder wenigstens an den Randbereichen Metall aufweist. Von der Erfindung
sind jedoch auch andere Materialien mit umfasst.
[0010] Die Aufnahme der Rolle ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass eine spanlose Entgratung,
d.h. eine Umformung der Kante derart erfolgt, dass diese das scharfkantige Profil
verliert und vorzugsweise ein abgerundetes Querschnittsprofil aufweist.
[0011] Vorzugsweise besteht zwischen der Entgratrolle und dem zu entgratenden Rand eine
gewisse Druckkraft, d.h. die Entgratrolle wird z.B. durch Federkraft oder auch durch
sonstige Mittel auf den Rand gepresst oder das Bauteil wird so in der Entgratvorrichtung
geführt, dass dieses auf die Entgratrolle gepresst wird.
[0012] Auf diese Weise ist es möglich, das Bauteil, wie z.B. eine Metallplatte beim Durchlauf
durch die Entgratvorrichtung an einem und vorzugsweise an zwei gegenüberliegenden
Rändern zu entgraten. Auf Entgratungsverfahren, die unter der Bildung von Spänen arbeiten
kann erfindungsgemäß verzichtet werden.
[0013] Bei dem Bauteil handelt es sich vorzugsweise im einen Bestandteil des Gehäuses eines
Kühl- und/oder Gefriergerätes oder eines sonstigen Haushaltsgerätes, wie beispielsweise
die Seitenwand, vorzugsweise aus Blech.
[0014] Die Entgratstation weist vorzugsweise wenigstens eine Durchlaufrichtung auf, in der
das zu entgratende Bauteil durch die Entgratvorrichtung bewegt wird. Vorzugweise steht
die Drehachse der wenigstens einen Entgratrolle senkrecht oder im Wesentlichen senkrecht
(Abweichung zur Senkrechten bis ± 15 °) zu dieser Durchlaufrichtung.
[0015] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Entgratrolle vorzugsweise
mittels wenigstens einer Feder, Pneumatik oder Hydraulik in Richtung zu dem Aufnahmebereich
hin vorgespannt bzw. belastet, so dass die Entgratrolle während ihrer Drehbewegung
mit einer bestimmten Kraft an dem zu entgratenden Rand des Bauteils anliegt.
[0016] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Positionierungsvorrichtung wenigstens zwei
Fixierungsrollen oder -walzen, vorzugsweise wenigstens zwei gummierte Fixierungsrollen
oder -walzen umfasst, die oberhalb und unterhalb des Aufnahmebereichs angeordnet sind,
so dass diese mit der Oberseite und mit der Unterseite des zu entgratenden Bauteils
in Kontakt stehen.
[0017] Die Fixierungsrollen oder -walzen führen somit das Bauteil derart, dass dessen Rand
bzw. dessen Ränder auf Höhe der Aufnahme(n) der Entgratrolle(n) angeordnet sind und
das Bauteil nicht ausweichen bzw. weggedrückt werden kann.
[0018] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Drehachse der Fixierungsrollen oder -walzen
senkrecht oder im Wesentlichen senkrecht (Abweichung zur Senkrechten bis ± 15 °) zu
der Drehachse der Entgratrolle stehen.
[0019] Anstelle oder zusätzlich zu Fixierungsrollen können auch beliebe andere Fixierungselemente
vorgesehen sein, die das Bauteil in einer bestimmten Position relativ zu der wenigstens
einen Entgratrolle führen.
[0020] Die Entgratstation kann grundsätzlich genau eine Entgratrolle oder auch zwei oder
mehr als zwei Entgratrollen aufweisen.
[0021] Vorzugsweise ist die Aufnahme als Nut ausgebildet oder weist eine Nut auf. Dabei
ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Nutgrund abgerundet ist und beispielsweise das
Profil eines Teilkreises aufweist.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Aufnahme der Entgratrolle im Querschnitt zwei
beispielsweise V-förmig aufeinander zulaufende Schenkel aufweist, zwischen denen sich
die Nut befindet. Vorzugweise ist das Bauteil relativ zu der Entgratrolle derart angeordnet,
dass dessen Rand in der Nut angeordnet ist und vorzugsweise mit dem Nutgrund in Kontakt
steht und auf diesen gepresst wird.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Aufnahme
der Entgratrolle eine größte Breite im Bereich von 1 mm bis 5 mm, vorzugsweise im
Bereich von 2 mm bis 4 mm aufweist und/oder eine Tiefe im Bereich von 1 mm bis 3 mm
und vorzugsweise im Bereich von 1,5 mm bis 2,5 mm aufweist.
[0024] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Nut der Entgratrolle eine Breite im Bereich
von 0,3 bis 0,9 mm und vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 0,7 mm aufweist und/oder
eine Tiefe im Bereich von 0,2 mm bis 0,8 mm und vorzugsweise im Bereich von 0,4 mm
bis 0,6 mm aufweist und/oder dass der Radius des abgerundeten Nutgrunds im Bereich
von 0,1 mm bis 0,5 mm und vorzugsweise im Bereich von 0,2 mm bis 0,4 mm liegt.
[0025] Vorzugsweise weist die Entgratvorrichtung wenigstens zwei voneinander beabstandete
Entgrateinheiten mit jeweils wenigstens einer Entgratrolle auf, wobei sich der Aufnahmebereich
für das zu entgratende Bauteil zwischen den Entgrateinheiten erstreckt. Dabei kann
vorgesehen sein, dass die beiden Entgrateinheiten zueinander spiegelsymmetrisch angeordnet
sind.
[0026] Die Entgratvorrichtung kann ein oder mehrere Abstützelemente, wie z.B. Tische aufweisen,
auf oder an den sich die eine oder mehreren Entgrateinheiten befinden. Dabei kann
jede der Entgrateinheiten über ein eigenes Abstützelement verfügen. Denkbar ist es
jedoch auch, wenn zwei oder mehr als zwei Entgrateinheiten an einem gemeinsamen Abstützelement
angeordnet sind.
[0027] Die Entgratvorrichtung kann derart ausgebildet sein, dass der Entgratvorgang stattfindet,
während das Bauteil durch die Entgratvorrichtung hindurch bewegt wird.
[0028] Die Entgratvorrichtung kann in Durchlaufrichtung des Bauteils genau eine oder mehrere
hintereinander angeordnete Entgratrollen bzw. Entgrateinheiten aufweisen. Sind mehrere
hintereinander angeordnete Entgratrollen bzw. Entgrateinheiten vorgesehen, wird der
Rand des Bauteils somit mehrfach bearbeitet bzw. entgratet. Dabei können die in Durchlaufrichtung
hintereinander folgenden Entgratrollen identisch oder auch unterschiedlich ausgebildet
sein.
[0029] Die Entgratvorrichtung kann eine oder mehrere Antriebseinheiten aufweisen, die ausgebildet
sind, um das Bauteil durch den Aufnahmebereich der Entgratvorrichtung und somit an
der oder den Entgrateinheiten bzw. -rollen vorbei zu bewegen.
[0030] Somit ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Entgratrolle(n) ortsfest sind und das
zu entgratende Teil bewegt wird. Von der Erfindung ist jedoch auch der umgekehrte
Fall umfasst, sowie der Fall, dass weder die Entgratrolle(n) noch das zu entgratende
Bauteil ortsfest angeordnet sind.
[0031] Die wenigstens eine Entgratrolle kann ohne oder auch mit Antrieb ausgeführt sein,
der so angeordnet ist, dass dieser die Entgratrolle in die Drehbewegung versetzt.
[0032] Sind zwei oder mehr als zwei Entgrateinheiten vorgesehen, die sich den beiden gegenüberliegenden
Seiten des Aufnahmebereiches befinden, kann vorgesehen sein, dass der Abstand der
beiden Entgrateinheiten zueinander veränderlich ist.
[0033] Diese Veränderung des Abstandes kann manuell oder auch mittels einer oder mehrerer
Antriebseinheiten vorgenommen werden. Durch die Veränderung des Abstandes von zwei
an gegenüberliegenden Rändern des Bauteils angeordneten Entgrateinheiten wird nicht
nur der Vorteil erreicht, dass in ein und derselben Entgratstation unterschiedlich
breite Bauteile entgratet werden können, sondern auch der Vorteil, dass durch die
Verkleinerung des Abstandes ein gewisser Anpressdruck der Entgratrolle(n) auf den
Rand des Bauteils aufgebracht werden kann.
[0034] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum spanlosen Entgraten eines oder
mehrerer Ränder eines Bauteils, insbesondere eines plattenförmigen Bauteils in einer
Entgratvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9.
[0035] Vorzugsweise handelt es sich bei dem plattenförmigen Bauteil um eine Wandung, vorzugsweise
um eine Außenwand, wie z.B. um eine Seitenwand eines Haushaltsgerätes, vorzugsweise
eines Kühl- und/oder Gefriergerätes oder um ein Bandmaterial. Die Wandung besteht
vorzugsweise aus Blech.
[0036] Die Erfindung betrifft schließlich die Verwendung einer Entgratvorrichtung nach einem
der Ansprüche 1 bis 9 zum spanlosen Entgraten eines oder mehrerer Ränder einer Außenwand,
vorzugsweise einer Seitenwand eines Haushaltsgerätes, vorzugsweise eines Kühl- und/oder
Gefriergerätes oder eines Bandmaterials.
[0037] Die vorliegende Erfindung betrifft schließlich eine Fertigungsanlage für die Herstellung
von Außenwänden von Haushaltsgeräten, insbesondere von Kühl- und/oder Gefriergeräten,
wobei die Entgratvorrichtung gemäß der Erfindung in diese Fertigungsanlage integriert
ist. Diese Fertigungsanlage weist unterschiedliche vorzugsweise ortsfest angeordnete
Stationen auf, von denen eine Station die Entgratvorrichtung darstellt, die von den
Bauteilen zu deren Entgratung durchlaufen wird.
[0038] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Frontansicht der Entgratvorrichtung gemäß der Erfindung,
- Figur 2:
- eine Draufsicht auf die Entgratvorrichtung gemäß Figur 1,
- Figur 3:
- eine Schnittansicht durch die Entgratvorrichtung gemäß der Linie A-A in Figur 2,
- Figur 4:
- eine vergrößerte Darstellung einer Entgrateinheit gemäß Detail 1 in Figur 3,
- Figur 5:
- eine Frontansicht einer Entgratrolle,
- Figur 6:
- eine vergrößerte Darstellung des Details 2 in Figur 5,
- Figur 7:
- eine Seitenansicht der Entgratrolle gemäß Figur 5 und 6,
- Figur 8:
- eine perspektivische Ansicht einer Entgratvorrichtung in einer weiteren schwimmenden
Ausführungsform und
- Figur 9:
- Schnittansichten durch Randbereiche von Blechwandungen von Kühlgeräten gemäß dem Stand
der Technik und gemäß der Erfindung.
[0039] Aus Figur ist eine Entgratvorrichtung 10 gemäß der Erfindung in einer Frontansicht
erkennbar.
[0040] Die Entgratvorrichtung 10 weist zwei Tische oder sonstige Stützen 30 auf, auf denen
sich jeweils eine Entgrateinheit 20 befindet. Das Bezugszeichen 100 kennzeichnet den
Aufnahmebereich zwischen den Entgrateinheiten 20 und das Bezugszeichen P kennzeichnet
eine Metallplatte, die entlang ihren beiden Rändern, die sich senkrecht zur Papierebene
erstrecken entgratet wird.
[0041] Die Bewegungsrichtung, in der sich die Platte P durch die feststehende Entgratvorrichtung
10 bewegt, ist senkrecht zur Papierebene.
[0042] Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf die Entgratvorrichtung 10 gemäß Figur 1. In Figur
2 sowie in den weiteren Figuren werden gleiche Bezugszeichen für gleiche oder funktionsgleiche
Teile verwendet.
[0043] Der mit dem Bezugszeichen D gekennzeichnete Pfeil zeigt die Richtung, in der die
Platte P die Vorrichtung 10 durchläuft. Die Platte P wird an ihren beiden sich in
Durchlaufrichtung D erstreckenden Rändern P1 und P2 (gemäß Figur 2 rechts und links)
entgratet. Grundsätzlich ist von der Erfindung auch der Fall umfasst, dass nur eine
Entgrateinheit vorgesehen ist, so dass nur ein Rand P1 oder P2 entgratet wird, sofern
dies für den jeweiligen Anwendungsfall ausreichend ist.
[0044] Aus Figur 2 ist ersichtlich, dass die beiden Entgrateinheiten 20 senkrecht zur Bewegungsrichtung
D in Führungen 28 beweglich bzw. in ihrer Position veränderlich angeordnet sind. Auf
diese Weise lässt sich ein optimaler Abstand der beiden Entgrateinheiten zueinander
einstellen.
[0045] Die Entgrateinheiten werden manuell, motorisch oder mittels Zylinder zugestellt,
d.h. aufeinander zu bewegt. Somit werden Querkräfte möglichst kompensiert.
[0046] Die Platinen P werden beim Transport im Anlagentakt entgratet, in dem die Entgratvorrichtung
arbeitet.
[0047] Figur 3 zeigt eine Schnittdarstellung gemäß der Linie A-A in Figur 2.
[0048] Das Detail 1 in Figur 3 ist in Figur 4 vergrößert wiedergegeben.
[0049] Die Entgrateinheit 20 weist zwei übereinander angeordnete gummierte Rollen 21, 22
auf, zwischen denen sich die Randbereiche der Platte P erstrecken. Der Kontaktbereich
der Rollen zueinander befindet sich auf der Höhe der Ausnehmung der Entgratrolle 23.
Die Rollen 21, 22 dienen zur Fixierung der Platte P so, dass deren Randbereich in
der Ausnehmung der Entgratrolle 23 angeordnet ist.
[0050] Die Entgratrolle 23 ist zur Platte P hin federbelastet, d.h. gemäß Figur 4 nach links
und übt somit eine gewisse Presskraft auf den zu entgratenden Rand der Platte P aus.
[0051] Aus Figur 5 ist eine Frontansicht der Entgratrolle 23 ersichtlich.
[0052] Die Entgratrolle 23 weist an ihrem Außenumfang eine umlaufende Ausnehmung 23' auf.
In dieser Ausnehmung befindet sich der zu entgratende Rand der Platte.
[0053] Die Ausnehmung 23' wird durch zwei aufeinander zulaufende, vorzugsweise in Form eines
V verlaufende Schenkel S gebildet, zwischen deren Endbereichen sich die Nut N befindet.
Die vom Außenumfang der Entgratrolle 23 beabstandeten Enden der Schenkel S gehen somit
in Nutwandungen über.
[0054] Wie dies aus Figur 5 und 6 ersichtlich ist, wird die Nut N durch zwei parallele,
gegenüberliegende Nutwandungen und einen abgerundeten, vorzugsweise U-förmig verlaufenden
Nutgrund mit dem Radius R gebildet.
[0055] Von der Erfindung sind auch andere Ausführungen der umlaufenden Ausnehmung der Entgratrolle
mit umfasst, so dass das Ausführungsbeispiel nicht beschränkend ist. Dies gilt für
die nachstehend angegebenen Zahlenwerte entsprechend, d.h. diese sind nur exemplarischer
Natur.
[0056] Das Maß A liegt im Bereich zwischen 1,0 mm und 2,0 mm, vorzugsweise bei 1,5 mm. Der
Winkel der Schenkel S gegenüber der Horizontalen liegt vorzugsweise im Bereich zwischen
30° und 60° und vorzugsweise bei 45°.
[0057] Das Maß C beträgt vorzugsweise 0,3 mm bis 0,9 mm und vorzugsweise 0,5 mm, der Winkel
der zugehörigen Schräge gegenüber der Horizontalen liegt vorzugsweise im Bereich zwischen
30° und 60° und vorzugsweise bei 45°.
[0058] Das Maß D beträgt vorzugsweise 10 mm bis 14 mm und vorzugsweise 12 mm, das Maß B
beträgt vorzugsweise 23 mm bis 27 mm und vorzugsweise ca. 25 mm, das Maß E beträgt
vorzugsweise 2 mm bis 4 mm und vorzugsweise ca. 3 mm, das Maß F beträgt vorzugsweise
4 mm bis 6 mm und vorzugsweise ca. 5 mm, das Maß G beträgt vorzugsweise 10 mm bis
15 mm und vorzugsweise ca. 13 mm, das Maß H beträgt vorzugsweise 1 mm bis 5 mm und
vorzugsweise ca. 3,5 mm, das Maß I beträgt vorzugsweise 0,4 mm bis 0,8 mm und vorzugsweise
0,6 mm, das Maß J beträgt vorzugsweise 1,5 mm bis 2,1 mm und vorzugsweise ca. 1,8
mm, das Maß K beträgt vorzugsweise 2 mm bis 2,6 mm und vorzugsweise 2,3 mm und der
Radius R der Nut N liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 0,2 mm und 0,4 mm und vorzugsweise
bei 0,3 mm.
[0059] Figur 7 zeigt die Entgratrolle 23 in einer Seitenansicht. Das Maß L beträgt vorzugsweise
27 mm bis 33 mm und vorzugsweise 30 mm und das Maß M beträgt vorzugsweise 6 mm bis
10 mm und vorzugsweise 8 mm.
[0060] Figur 8 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Entgratvorrichtung gemäß der Erfindung.
Diese Ausführungsform ist insbesondere für das spanlose Entgraten von Bandmaterial
P' (Coil) einzusetzen. Die Entgrateinheiten 20 sind miteinander verbunden und schwimmend
in die Vorrichtung 10 integriert. Somit passen sich die Entgrateinheiten 20 dem Verlauf
von dem Bandmaterial (Coil) an (Säbligkeit).
[0061] Die oben genannten Maße gelten vorzugsweise für eine Blechstärke von 0,5 mm. Üblicherweise
werden Blechstärken im Bereich von 0,4 mm bis 2 mm eingesetzt. Die oben angegebenen
Maße bzw. bevorzugten Bereiche sind dann entsprechend proportional größer oder kleiner,
da sich diese vorzugsweise auf eine Blechstärke von 0,5 mm beziehen.
[0062] In Durchlaufrichtung D vor und nach den Entgrateinheiten 20 befinden sich oberhalb
und unterhalb der Platte P' jeweils eine Fixierungswalze 21', 22', die das Bandmaterial
auf der gewünschten Höhe relativ zu den Entgratrollen hält.
[0063] Mittels der Entgratrollen wird die Kante des Metallteils abgerundet, wie dies aus
Figur 9 b) hervorgeht. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel beträgt die Blechstärke
0,5 mm und der Radius der abgerundeten Kante 0,2 mm, wobei es sich nur um exemplarische
Werte handelt.
1. Entgratvorrichtung zum spanlosen Entgraten eines oder mehrerer Ränder eines Bauteils,
insbesondere eines plattenförmigen Bauteils und insbesondere eines Metallteils, mit
wenigstens einem Aufnahmebereich für das zu entgratende Bauteil, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgratvorrichtung wenigstens eine Entgrateinheit aufweist, die zumindest eine
drehbar angeordnete Entgratrolle umfasst, die zumindest eine Aufnahme für den zu entgratenden
Rand des Bauteils aufweist, wobei die Entgratvorrichtung zumindest eine Positionierungsvorrichtung
aufweist, die ausgebildet ist, um den zu entgratenden Rand des Bauteils relativ zu
der Aufnahme der Entgratrolle zu positionieren.
2. Entgratvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgratstation eine Bewegungsrichtung aufweist, in der das zu entgratende Bauteil
durch die Entgratvorrichtung bewegt wird und dass die Drehachse der Entgratrolle senkrecht
zu dieser Bewegungsrichtung ausgerichtet ist.
3. Entgratvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgratrolle vorzugsweise mittels wenigstens einer Feder oder eines hydraulischen
oder eines pneumatischen Mittels in Richtung zu dem Aufnahmebereich hin vorgespannt
bzw. belastet ist, so dass die Entgratrolle mit einer bestimmten Kraft an dem zu entgratenden
Rand des Bauteils anliegt.
4. Entgratvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierungsvorrichtung wenigstens zwei Fixierungsrollen oder -walzen, vorzugsweise
wenigstens zwei gummierte Fixierungsrollen oder -walzen umfasst, die oberhalb und
unterhalb des Aufnahmebereichs angeordnet sind, so dass diese mit der Oberseite und
mit der Unterseite des zu entgratenden Bauteils in Kontakt stehen, wobei vorzugsweise
vorgesehen ist, dass die Drehachse der Fixierungsrollen senkrecht zu der Drehachse
der Entgratrolle steht.
5. Entgratvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme wenigstens eine Nut aufweist oder aus wenigstens einer Nut besteht,
die vorzugsweise einen abgerundeten Nutgrund aufweist, wobei vorzugsweise vorgesehen
ist, dass die Entgratrolle im Querschnitt zwei vorzugsweise V-förmig aufeinander zulaufende
Schenkel aufweist, zwischen denen sich die Nut befindet.
6. Entgratvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (H) eine Breite im Bereich von 2 mm bis 5 mm, vorzugsweise im Bereich
von 3 mm bis 4 mm aufweist und/oder eine Tiefe im Bereich von 1 mm bis 3 mm und vorzugsweise
im Bereich von 1,5 mm bis 2,5 mm aufweist.
7. Entgratvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (N) eine Breite im Bereich von 0,3 bis 0,9 mm und vorzugsweise im Bereich
von 0,5 bis 0,7 mm aufweist und/oder eine Tiefe im Bereich von 0,2 mm bis 0,8 mm und
vorzugsweise im Bereich von 0,4 mm bis 0,6 mm aufweist und/oder dass der Radius des
abgerundeten Nutgrunds im Bereich von 0,1 mm bis 0,5 mm und vorzugsweise im Bereich
von 0,2 mm bis 0,4 mm liegt.
8. Entgratvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgratvorrichtung wenigstens zwei Entgrateinheiten mit jeweils wenigstens einer
Entgratrolle aufweist, wobei sich der Aufnahmebereich für das zu entgratende Bauteil
zwischen den Entgrateinheiten erstreckt, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass die
beiden Entgrateinheiten zueinander spiegelsymmetrisch angeordnet sind.
9. Entgratvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der beiden Entgrateinheiten zueinander veränderlich ist, wobei die Entgrateinheiten
derart ausgebildet sein können, dass deren Abstand zueinander manuell veränderbar
ist oder wobei eine oder mehrere Antriebseinheiten vorgesehen sein können, mittels
derer der Abstand zwischen den Entgrateinheiten veränderbar ist.
10. Verfahren zum spanlosen Entgraten eines oder mehrerer Ränder eines Bauteils, insbesondere
eines plattenförmigen Bauteils in einer Entgratvorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 9.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem plattenförmigen Bauteil um eine Wandung, vorzugsweise um eine Außenwand
eines Haushaltsgerätes, vorzugsweise eines Kühl- und/oder Gefriergerätes oder um ein
Bandmaterial handelt, die vorzugsweise aus Metall besteht.
12. Verwendung einer Entgratvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zum spanlosen
Entgraten eines oder mehrerer Ränder einer Außenwand eines Haushaltsgerätes, vorzugsweise
eines Kühl- und/oder Gefriergerätes oder eines Bandmaterials.
13. Fertigungsanlage zur Herstellung von Außenwänden von Haushaltsgeräten, insbesondere
von Kühl- und/oder Gefriergeräten, dadurch gekennzeichnet, dass die Fertigungsanlage wenigstens eine Entgratvorrichtung gemäß einem der Ansprüche
1 bis 9 aufweist.