[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Steuerung der Fadenlieferung mindestens
eines Fadenliefergerätes und eine Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff der unabhängigen
Ansprüche. Insbesondere betrifft die Erfindung die Fadenlieferung durch Fadenliefergeräte
mit einem Speicherkörper, d. h. durch Speicher-Fadenliefergeräte, wobei der Faden
jeweils durch die Textilmaschine von dem Speicherkörper abgezogen wird.
[0002] Dabei wird die Fadenspannung durch eine Bremsvorrichtung und durch eine Fadenspannungseinheit
auf einen Referenzwert der Fadenspannung geregelt. Bei der Regelung der Fadenspannung
werden durch eine Fadenspannungsmesseinheit Messwerte der Fadenspannung ermittelt
und jeweils eine Differenz zwischen einem Messwert und dem Referenzwert minimiert.
Im Betrieb von Fadenspannungsmesseinheiten auch Fadenspannungssensoren genannt, kommt
es, beispielsweise durch Erwärmung, zur Verschiebung des Nullpunkts. Es ist daher
notwendig, regelmäßig den Nullpunkt eines Fadenspannungssensors zu bestimmen.
[0003] Aus der
CH 704303 B1 ist es bekannt, den Nullpunkt eines Sensors bei abgehobenem Faden zu bestimmen.
[0004] Für Sensoren, die bei fadenspannungsgeregelten Fadenliefergeräten eingesetzt werden,
erfolgt ein Abgleich des Sensors, d. h. eine Nullpunktbestimmung, bei stehendem Faden.
[0005] In der
EP 0 943 713 B1 ist z. B. ein mehrfaches Abheben des Fadens vom Sensor beschrieben. Aus der ITMI00
2007 22 69 A ist ein Vorwärtsdrehen eines Fadenlieferrades des Fadenliefergerätes
zur Bestimmung des Nullpunktes bekannt.
[0006] In der
DE 195 00 517 A1 ist angegeben, dass Sensoren bei stehendem und laufendem Faden eingemessen und kalibriert
werden.
[0007] Fadenspannungssensoren werden auch zum Auf- und Umspulen eingesetzt. Aus der
EP 0 406 735 B1 ist es bekannt, den Messwert des Sensors bei jeder Unterbrechung des Spulprozesses
aufzunehmen und als neuen Nullpunkt einzusetzen.
[0008] Problematisch bei der Bestimmung des Nullpunktes bei stehendem Faden ist es, sicher
zu sein, dass der Sensor nicht mehr durch den Faden belastet ist.
[0009] Dieses Problem wird z. B. in der o. g.
EP 0 943 713 B1 durch mehrfaches Abheben des Fadens gelöst. Dazu ist eine separate, zusätzliche Abhebeeinheit
notwendig.
[0010] Da der Fadenspannungssensor in der vorliegenden Erfindung zur Regelung der Fadenspannung
einer von einem Speicher-Fadenliefergerät abgezogenen Fadens eingesetzt wird, ist
das aus der o. g. ITMI00 2007 22 69 A bekannte Vorwärtsdrehen eines Fadenliefergerätes
nicht einsetzbar.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung ist es, für eine fadenspannungsgeregelte Fadenlieferung
eines Speicher-Fadenliefergerätes eine Bestimmung des Nullpunktes der Fadenspannungsmesseinheit
zu entwickeln.
[0012] Diese Aufgabe ist durch die kennzeichnenden Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0013] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung der Fadenlieferung wird der Faden
durch die Textilmaschine von einem Speicherkörper des Fadenliefergerätes abgezogen,
wobei die Fadenspannung geregelt wird. Die Fadenspannung wird durch eine Bremsvorrichtung
mit mindestens einem Bremskörper im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper und mit einer
Einstellvorrichtung eingestellt. Dazu wird mindestens ein Stellelement der Einstellvorrichtung
so durch ein Bremssignal angesteuert, dass es auf das oder die Bremselemente einwirkt.
[0014] Bei der Regelung der Fadenspannung wird die Fadenspannung durch eine Fadenspannungseinheit
auf einen Referenzwert eingestellt. Dazu werden durch eine Spannungsmesseinheit Messwerte
der Fadenspannung ermittelt und jeweils eine Differenz zwischen einem Messwert und
dem Referenzwert minimiert.
[0015] Zur Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit wird bei stehendem Faden
durch eine Bestimmungseinheit der Fadenspannungseinheit eine Bremsenentlastung mit
mindestens einem Entlastungszyklus durchgeführt.
[0016] Bei jedem Entlastungszyklus wird das Bremssignal von einem Ausgangswert auf einen,
z.B. niedrigsten, Wert, bei dem der oder die Bremskörper vollständig entlastet sind,
und zu seinem Ausgangswert zurück verändert. Der Wert, den eine Messvorrichtung der
Spannungsmesseinheit bei diesem Wert des Bremssignals während des letzten Entlastungszyklusses
ermittelt, wird zur Bestimmung des Nullpunkts der Spannungsmesseinheit verwendet.
[0017] Zur Belastung eines Bremskörpers wird mindestens ein Stellelement durch den Ausgangswert
des Bremssignals angesteuert. Entsprechend wird zur Entlastung das Stellelement durch
ein geändertes Bremssignal angesteuert, z.B. durch den niedrigsten Wert des Bremssignals,
so dass keinerlei Einwirkung des Stellelementes auf den Bremskörper erfolgt. Durch
einen oder mehrere derartige Entlastungszyklen lösen sich etwaige Verklemmungen des
Fadens und/oder des Bremskörpers. In einer Ausführungsform werden mindestens zwei
Entlastungszyklen durchgeführt. Vorzugsweise werden drei Entlastungszyklen durchgeführt.
[0018] In einer Ausführungsform weist die Bremsvorrichtung einen als Konus ausgebildeten
Bremskörper auf. Der Bremskörper ist am unteren Ende des Speicherkörpers angeordnet.
Es besteht die Gefahr, dass sich der Bremskörper bei Entlastung durch eine leichte
axiale Schrägstellung verklemmt. Ein Belasten und Entlasten des Bremskörpers zentriert
den Bremskörper und löst die Verklemmung. Dies ermöglicht eine sichere Bestimmung
des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit.
[0019] In einer Ausführungsform der Erfindung wird als Ausgangswert des Bremssignals ein
Wert im mittleren Bereich des Gesamtbereichs der Werte des Bremssignals gewählt.
[0020] In einer Ausführungsform wird ein Entlastungszyklus innerhalb einer Zeit von 0,1
bis 2 s durchgeführt.
[0021] In einer Ausführungsform wird zwischen zwei Entlastungszyklen eine Pause von 20 bis
200 ms vorgesehen.
[0022] In einer Ausführungsform wird die Bestimmung des Nullpunktes für die Spannungsmesseinheiten
mehrerer Fadenliefergeräte parallel durchgeführt. In einer Alternative, bei der die
Fadenliefergeräte und eine zentrale Steuereinheit ein System bilden, wird die Bestimmung
des Nullpunktes bei den Fadenliefergeräten durch die zentrale Steuereinheit gestartet.
[0023] In einer Ausführungsform wird vor der Bremsenentlastung eine Vorbereitungsfahrt durchgeführt.
Bei einer Vorbereitungsfahrt wird die Textilmaschine für eine bestimmte Betriebsdauer
in Betrieb gesetzt und ein Fadenspannungsbetriebswert vorgegeben. In einer Alternative
wird der Fadenspannungsbetriebswert durch die zentrale Steuervorrichtung vorgegeben.
[0024] In einer Ausführungsform wird nach der Referenzfahrt vor dem ersten Entlastungszyklus,
eine Verzögerung von 0,1 bis 2 s vorgesehen. Während der Verzögerung kann sich der
Faden beruhigen.
[0025] In einer Ausführungsform sind die Stellelemente als Magnetelemente ausgebildet, wobei
ein Magnetelement im Magnetfeld des anderen Magnetelementes beweglich ist und auf
den oder die Bremskörper einwirkt. Dabei wird die Fadenspannung eingestellt, indem
eines der beiden Magnetelemente, das als Arbeitsspule ausgebildet ist durch den Arbeitsstrom
angesteuert wird. D.h., das Bremssignal ist der die Arbeitsspule ansteuernde Arbeitsstrom.
[0026] Die Merkmale und Vorteile der Vorrichtungsansprüche entsprechen denen der Verfahrensansprüche.
[0027] Eine Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruch 8 umfasst zumindest ein Fadenliefergerät,
dessen Fadenspannungseinheit eine Bestimmungseinheit zur Bestimmung des Nullpunktes
der Spannungsmesseinheit bei stehendem Faden aufweist. Die Bestimmungseinheit ist
dazu ausgebildet, eine Bremsenentlastung mit mindestens einem Entlastungszyklus durchzuführen,
wobei bei jedem Entlastungszyklus das Bremssignal von einem Ausgangswert auf einen
Wert, bei dem der oder die Bremskörper vollständig entlastet sind, und zum Ausgangswert
zurück geändert wird. Ein Wert einer Messvorrichtung der Spannungsmesseinheit, der
bei diesem Wert des Bremssignals während des letzten Entlastungszyklusses gemessen
wird, wird zur Bestimmung des Nullpunktes verwendet.
[0028] In einer Ausführungsform umfasst die Textilmaschine ein System, das die Fadenliefergeräte
und eine zentrale Steuereinheit aufweist. Die zentrale Steuereinheit ist zur Übergabe
von Sollwerten der Fadenspannung an die Fadenliefergeräte des Systems angeschlossen.
[0029] In einer Ausführungsform ist die zentrale Steuereinheit dazu ausgebildet, jeweils
die Bremsenentlastung der Fadenliefergeräte zu starten.
[0030] In einer Ausführungsform ist sie dazu ausgebildet, die Bestimmung des Nullpunktes
für die Spannungsmesseinheiten für mehrerer Fadenliefergeräte parallel zu starten.
Die zentrale Steuervorrichtung übermittelt an die Fadenliefergeräte parallel oder
seriell ein Signal zur Nullpunktbestimmung.
[0031] In einer Ausführungsform ist die zentrale Steuerung dazu ausgebildet, bei einer Vorbereitungsfahrt,
die vor der Bremsenentlastung durchgeführt wird und bei der die Textilmaschine für
eine bestimmte Betriebsdauer in Betrieb gesetzt wird, einen Fadenspannungsbetriebswert
vorzugeben.
[0032] Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Beispiels
weiter erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung anhand einer Seitenansicht eines Fadenliefergerätes;
Fig. 2 ein Blockschaltbild einer Textilmaschine mit einem System mit mindestens einem
Fadenliefergerät zur Steuerung der Fadenlieferung des Fadenliefergerätes;
Fig. 3 ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Bremsenentlastung eines Fadenliefergerätes;
Fig. 4 ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheiten
mehrerer Fadenliefergeräte; bei der vor der Bremsenentlastung eine Vorbereitungsfahrt
durchgeführt wird; und
Fig. 5 eine Einschaltzeit der Textilmaschine, eine Darstellung eines Verlaufs eines
Bremssignals und der Fadenspannung während einer erfindungsgemäßen Bestimmung des
Nullpunktes einer Spannungsmesseinheit des Fadenliefergerätes;
[0033] Eine erfindungsgemäße Textilmaschine weist ein System mit mindestens einem Fadenliefergerät
1 zur Steuerung der Lieferung eines Fadens 40 zu der Textilmaschine auf. Das Fadenliefergerät,
das in Figur 1 dargestellt ist, ist als ein Speicher-Fadenliefergerät ausgebildet.
Das Fadenliefergerät 1 weist einen Halter 2, eine Aufwickeleinheit, einen Speicherkörper
3, von dem der Faden 40 durch die Textilmaschine abgezogen wird, und eine Bremsvorrichtung
zur Einstellung einer Fadenspannung auf. Die Textilmaschine ist zum Beispiel eine
Rundstrickmaschine.
[0034] Der Halter 2 ist mit einer Befestigungsvorrichtung 4 zur Befestigung des Fadenliefergerätes
1 an der Textilmaschine, zum Beispiel an einem Maschinenring der Rundstrickmaschine,
versehen.
[0035] Der Speicherkörper 3 ist als eine Speichertrommel mit einer Achse 5 ausgebildet.
Am Aufwickelende, in der Figur 1 am rechten Ende, des Speicherkörpers 3, ist die Aufwickeleinheit
zum Aufwickeln von Garnwindungen, d.h. Windungen des Fadens, auf den Speicherkörper
3 angeordnet. Die Aufwickeleinheit ist mit einem in einem Antriebsgehäuse 6 angeordneten
Antrieb und einem von dem Antrieb antreibbaren Aufwickelement 7 versehen.
[0036] Der Halter 2 erstreckt sich parallel zur Achse 5 entlang des Speicherkörpers 3. Das
Antriebsgehäuse 6 ist am Aufwickelende, in den Figuren am rechten Ende, des Speicherkörpers
3 am Halter 2 befestigt.
[0037] Die Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung des Fadens 40 weist einen
Bremskörper 8 und eine Einstellvorrichtung für den Bremskörper 8 auf. Der Bremskörper
8 ist im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper 3 angeordnet, wobei er am gestrichelt
eingezeichneten Abzugsende des Speicherkörpers 3 angeordnet ist. Ein Gehäuse 9 der
Bremsvorrichtung ist an einem dem Antriebsgehäuse 6 entgegengesetzten Ende des Speicherkörpers
an dem Halter 2 befestigt.
[0038] Der Bremsköper 8 ist konisch, und zwar als ein nachgiebiger Bremskörperkonus in der
Form eines regelmäßigen Kegelstumpfmantels, ausgebildet. Er ist zum Beispiel aus einem
Kunststoff und/oder Metall hergestellt. Entsprechende oder ähnliche Bremskörper sind
zum Beispiel in der
WO2006/045410A1 beschrieben.
[0039] Die Achse des Bremskörpers 8 stimmt im Wesentlichen, d. h. bis auf geringe Abweichungen
z.B. durch Abhebung durch den Faden 40 oder bei Verformung des elastischen Bremskörpers
8, mit der Achse 5 des Speicherkörpers 3 überein. Das Abzugsende des Speicherkörpers
3 ist abgerundet und bildet im Bereich der Abrundung eine ringförmige Klemmfläche
10. Der Bremskörper 8 ragt mit seinem größeren Durchmesser über die Klemmfläche 10.
Er ist durch die Einstellvorrichtung gegen die Klemmfläche 10 am Abzugsende des Speicherkörpers
3 anpressbar.
[0040] Beim Abzug des Fadens 40 durch die Textilmaschine läuft der Faden 40 vom Speicherkörper
3 durch den Spalt zwischen dem Abzugsende des Speicherkörpers 3 und dem Bremskörper
8 über die Klemmfläche 10.
[0041] Die Einstellvorrichtung weist Stellelemente und zwar Magnetelemente auf, wobei ein
Magnetelement im Magnetfeld eines anderen Magnetelementes beweglich ist und auf den
Bremskörper 8 einwirkt. Eines der Magnetelemente ist als Arbeitsspule 12 ausgebildet.
In diesem Beispiel umfasst die Einstellvorrichtung ein Permanentelement, im folgenden
PM-Element, und die im Magnetfeld des PM-Elements, bewegliche Arbeitsspule 12. Das
PM-Element und die Arbeitsspule 12 befinden sich in dem Gehäuse 9 und sind in Figur
1 nicht sichtbar. Die Arbeitsspule 12 wirkt auf den Bremskörper 8 ein. Die Arbeitsspule
12 arbeitet nach dem Prinzip einer Tauchspule, die Englisch als "voice coil" bezeichnet
wird.
[0042] Die Magnetelemente der Einstellvorrichtung sind durch ein Bremssignal ansteuerbar,
nämlich durch einen Arbeitsstrom für die Arbeitsspule 12. Bei Kontakt mit dem Bremskörper
8 führt eine Beaufschlagung der Arbeitsspule 12 mit einem bestimmten Arbeitsstrom
zu einer, ggf. geringen, axialen Bewegung der Arbeitsspule 12 und damit zu einer Änderung
der Anpresskraft des Bremskörpers 8 gegen die Klemmfläche 10. Durch Änderung der Anpresskraft
wird eine gewünschte Fadenspannung eingestellt.
[0043] Zur vollständigen Entlastung des Bremskörpers 8 wird der Arbeitsstrom so geändert,
das die Arbeitsspule 12 in eine Position zurückbewegt wird, in der sie den Bremskörper
nicht mehr mit einer Anpresskraft beaufschlagt.
[0044] Der Halter 2 bildet ausgehend vom Gehäuse 9 eine Elektronikkammer E, in der Elektronikelemente
der Einstellvorrichtung, wie eine Stromliefereinheit, zur Ansteuerung der
[0045] Arbeitsspule 12 angeordnet sind. In Figur 1 ist der Bereich der Elektronikkammer
E oberhalb des Gehäuses 9 zu sehen.
[0047] Das Fadenliefergerät 1 umfasst zusätzlich eine Fadenspannungseinheit zur Regelung
der Fadenspannung mit einer Spannungsmesseinheit, die einen Fadenspannungsfühler 50,
eine Messvorrichtung 51 und eine Verbindung 52 aufweist. Figur 1 zeigt schematisch
dargestellt den Fadenspannungsfühler 50 mit der durch Pfeile angedeuteten Messvorrichtung
51, der im Fadenverlauf hinter dem Gehäuse 9, d.h. in Figur 1 auf der linken Seite,
angeordnet ist. Die Messvorrichtung 51 des Fadenspannungsfühlers 50 ist über die Verbindung
52 mit dem Fadenliefergerät 1 verbunden. Der Fadenspannungsfühler 50 ist an dem Gehäuse
9 befestigt.
[0048] Figur 2 zeigt ein Blockschaltbild der Textilmaschine mit dem System mit mindestens
einem Fadenliefergerät zur Steuerung der Fadenlieferung des Fadenliefergerätes 1.
[0049] Im Folgenden wird zwischen einem Fadenspannungsollwert Fsoll, z.B. einem Wert in
cN, und dem Referenzwert Mref der Fadenspannung, d.h. einem Referenzwert Mref für
die Messwerte Mi der Fadenspannungseinheit unterschieden.
[0050] Die Einstelleinrichtung des Fadenliefergerätes 1 umfasst eine Stromliefereinheit
für den Arbeitsstrom der Arbeitsspule 12, d.h. für das Bremssignal des Stellementes,
mit einer eine Pulsweitenmodulation aufweisenden Stromeinheit SL.
[0051] Das Fadenliefergerät weist eine Prozessoreinheit P auf, die die Stromliefereinheit
und die Fadenspannungseinheit umfasst.
[0052] Die Fadenspannungseinheit umfasst zur Regelung der Fadenspannung die Spannungsmesseinheit
mit dem Fadenspannungsfühler 50, der Messvorrichtung 51, die Werte mi der gemessenen
Spannung, z.B. in mV, liefert, und der Verbindung 52 sowie eine Messwerteeinheit 53
zur Ermittlung des Messwertes Mi aus den Werten mi, einen Offsetspeicher 54 zur Speicherung
des Offsetwertes m0 und einen Speicher 55 zur Speicherung des Umrechnungsverhältnisses
M/m.
[0053] Ein Messwert Mi wird folgendermaßen aus dem Wert mi der Messvorrichtung 51 bestimmt:

[0054] Die Verbindung 52 verbindet die Messvorrichtung 51 mit dem Prozessor P. Sie ist an
die Messwerteeinheit 53 und an den Offsetspeicher 54 angeschlossen. Der Offsetspeicher
54 und der Speicher 55 sind an die Messwerteeinheit 53 angeschlossen.
[0055] Die Fadenspannungseinheit weist eine Spannungsregeleinheit 60, eine Referenzwerteinheit
61 zur Ermittlung des Referenzwertes Mref aus einem Fadenspannungssollwert Fsoll und
einen Addierer 62 auf.
[0056] Die Fadenspannungseinheit umfasst zur Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit
eine Bestimmungseinheit 70 zur Bestimmung des Wertes I_SOLL des Arbeitsstroms.
[0057] Die Fadenspannungseinheit ist über diese Bestimmungseinheit 70 an die Stromliefereinheit,
und zwar an die Stromeinheit SL angeschlossen. Der Wert I_SOLL ist der Wert des Arbeitsstromes,
der von der Fadenspannungseinheit an die Stromliefereinheit übergeben wird, im folgenden
Ausgabewert I_SOLL genannt.
[0058] Die Referenzwerteinheit 61 ist dazu ausgebildet, einen Referenzwert Mref für die
Messwerte Mi der Fadenspannung zu übermitteln. Sie ist zur Übermittlung des Referenzwertes
Mref mit einem Referenzwerteingang der Spannungsregeleinheit 60 verbunden. Der Ausgang
der Messvorrichtung 51 ist über die Verbindung 52 zur Übermittlung der Werte mi mit
der Messwerteeinheit 53 verbunden. Die Messwerteeinheit 53 ist zur Übermittlung der
Messwerte Mi mit einem Messwerteingang der Spannungsregeleinheit 60 verbunden.
[0059] Die Spannungsregeleinheit 60 ist dazu ausgebildet, aus dem Messwert Mi und dem Referenzwert
Mref eine Differenz Mdiff zu berechnen und aus der Differenz Mdiff eine positive oder
negative Stromdifferenz Idiff des Arbeitsstroms zu ermitteln, wobei die Differenz
Mdiff minimiert wird. Ein Stellwertausgang der Spannungsregeleinheit 60 ist zur Übergabe
der Änderung des Stellwertes, nämlich der Stromdifferenz Idiff, mit einem Eingang
des Addierer 62 verbunden. Die Bestimmungseinheit 70 ist zur Übergabe des Wertes I_SOLL
des Arbeitsstromes mit einem zweiten Eingang des Addierer 62 verbunden. Ein Ausgang
des Addierer 62 ist mit der Bestimmungseinheit 70 zur Übergabe des Wertes Isoll des
Arbeitsstromes verbunden. Der Wert

ist der mit Hilfe der Spannungsregeleinheit 60 ermittelte Stellwert des Arbeitsstromes,
d.h. des Bremssignals.
[0060] Die Bestimmungseinheit 70 ist dazu ausgebildet, das Bremssignal, d.h. die Stromwerte
I_SOLL des Arbeitsstroms, vorzugeben. Zur Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit
ist die Bestimmungseinheit 70 dazu ausgebildet, eine Bremsenentlastung BE bei stehendem
Faden mit mindestens einem Entlastungszyklus durchzuführen. Bei jedem Entlastungszyklus
wird der Arbeitsstrom, d.h. sein Sollwert I_SOLL, von einem Ausgangswert Ia auf einen
Wert Imin, bei dem der Bremskörper 8 vollständig entlastet ist, geändert.
[0061] Die Bestimmungseinheit 70 ist mit dem Offsetspeicher 54 über eine Leitung zur Übertragung
eines Steuersignals verbunden. Durch das Steuersignal S2 wird der Wert mi der Spannungsmesseinheit
51, der bei dem Wert Imin des Arbeitsstromes während des letzten Entlastungszyklus
gemessen wird, als neuer Offsetwert m0 bestimmt, und damit zur Nullpunktbestimmung
verwendet.
[0062] Das System umfasst neben dem Fadenliefergerät 1 mehrere Fadenliefergeräte 1', 1"
... , eine zentrale Steuervorrichtung FS und eine Kommunikationsverbindung K, durch
die zentrale Steuervorrichtung FS und die Fadenliefergeräte 1, 1', 1" ... miteinander
verbunden sind. Die zentrale Steuervorrichtung FS ist an die Textilmaschine M angeschlossen
und zwar an deren Maschinensteuerung.
[0063] Die zentrale Steuervorrichtung FS ist zur Lieferung des Fadenspannungssollwertes
Fsoll über die Kommunikationsverbindung K mit Fadenspannungseinheit, und zwar mit
der Referenzeinheit 61 verbunden.
[0064] Die zentrale Steuervorrichtung FS ist zur Übertragung eines Steuersignals S1 über
die Kommunikationsleitung K mit der Bestimmungseinheit 70 verbunden. Durch das Steuersignal
S1 wird eine Bremsenentlastung BE gestartet.
[0065] Die zentrale Steuervorrichtung FS ist dazu ausgebildet vor einer Bestimmung des Nullpunktes
der Spannungsmesseinheit eine Vorbereitungsfahrt durchzuführen und einen Fadenspannungsbetriebswert
Fb vorzugeben.
[0066] Die Kommunikationsverbindung K ist z.B. als ein CAN-BUS ausgebildet, an dem die Fadenliefergeräte
1 und die zentrale Steuervorrichtung FS angeschlossen sind.
[0067] In diesem Beispiel ist die Prozessoreinheit P des Fadenliefergerätes 1 in dem Fadenliefergerät
1, und zwar in der Einstellvorrichtung, angeordnet.
[0068] Die angegebenen Elemente sind als elektronische Elemente und/oder als Programme (Software)
ausgebildet.
[0069] Im Betrieb wird der Faden 40 jeweils von dem Fadenliefergerät 1 zu der Textilmaschine
geliefert, in dem der Faden 40 durch die Textilmaschine M von seinem Speicherkörper
3 abgezogen wird. Eine Fadenspannung des Fadens 40 wird durch die Bremsvorrichtung
im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper 3 eingestellt, indem der Bremskörper 8 gegen
die Klemmfläche 10 am Abzugsende des Speicherkörpers 3 gepresst wird. Dabei wirkt
die Arbeitsspule 12, das Stellelement der Einstellvorrichtung, auf den Bremskörper
8 ein. Die Arbeitsspule 12 wird durch den Arbeitsstrom der Stromliefereinheit, das
Bremssignal, angesteuert.
[0070] Zur Regelung der Fadenspannung auf einen Referenzwert Mref wird das Bremssignal durch
die Fadenspannungseinheit eingestellt. Dazu werden durch die Spannungsmesseinheit
Messwerte Mi der Fadenspannung ermittelt und die Differenz Mdiff aus dem Referenzwert
Mref und den Messwerten Mi minimiert.
[0071] Die Werte mi der Messvorrichtung 51 des Fadenspannungsfühlers 50 werden in der Messwerteeinheit
53, wie oben angegeben, mit Hilfe des aktuellen Offsetwertes m0 des Offsetspeichers
54 und dem Umrechnungsverhältnis M/m des Speichers 55 zu Messwerten Mi bestimmt.
[0072] In der Spannungsregeleinheit 60 wird die Differenz Mdiff ermittelt und daraus eine
Stromdifferenz Idiff abgeleitet. Die Spannungsregeleinheit 60 umfasst z.B. einen PI-Regler.
Diese positive oder negative Stromdifferenz Idiff wird im Addierer 62 zu dem von der
Bestimmungseinheit 70 zurückgeführten Ausgabewert I_SOLL des Arbeitsstromes addiert.
Das Ergebnis, der neue Sollwert Isoll, wird der Bestimmungseinheit 70 zugeführt. Die
Bestimmungseinheit 70 übergibt den neuen Sollwert Isoll als Ausgabewert I_SOLL der
Stromliefereinheit.
[0073] Die Regelung der Fadenspannung wird mit einer Zeitkonstanten t2 von 0,1 s bis 5 s,
insbesondere von 0,3 s bis 2 s durchgeführt. In diesem Beispiel beträgt die Zeitkonstante
t2 0,3 s.
[0074] Figur 3 zeigt ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Bremsenentlastung BE bei stehendem
Faden 40 mit einer Anzahl von Nmax Entlastungszyklen. Nach dem Start wird die Anzahl
N zunächst auf Null gesetzt. Da ggf. vorher eine Vorbereitungsfahrt durchgeführt worden
war, wird eine Verzögerung von TA von 0,1 s bis 2 s abgewartet.
[0075] Anschließend wird die Anzahl N um 1 erhöht. Der erste Entlastungszyklus wird durchgeführt,
N = 1.
[0076] Die Bestimmungseinheit 70 ändert ihren Ausgabewert I_SOLL von dem Ausgangswert Ia
in Schritten ΔI auf den Wert Imin. Beim Wert Imin wird geprüft, ob der letzte Entlastungszyklus,
d.h. N = Nmax, erreicht ist. Ist er nicht erreicht, wird der Ausgabewert I_SOLL wieder
schrittweise auf Ia geändert.
[0077] Es wird eine Pause Tp von 20 ms bis 200 ms abgewartet. Nach der Pause Tp wird erneut
geprüft, ob der letzte Entlastungszyklus erreicht ist. Ist er nicht erreicht, wird
der nächste Entlastungszyklus, N = N+1 durchgeführt.
[0078] Ist der letzte Entlastungszyklus bei dem Wert Imin erreicht, wird der Offsetwert
m0 durch den aktuellen Wert mi ersetzt. Dazu sendet die Bestimmungseinheit ein Signal
S2 zur Nullpunktbestimmung an den Offsetspeicher 54. Der Ausgabewert I_SOLL wird wieder
schrittweise auf Ia geändert.
[0079] Nach Änderung des Ausgabewertes I_SOLL auf den Ausgangswert Ia und erneuter Abfrage
nach Nmax endet die Bremsenentlastung BE.
[0080] Figur 4 zeigt ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Bestimmung des Nullpunktes mehrerer
Fadenliefergeräte 1, 1', 1", ..., bei der vor der Bremsenentlastung BE eine Vorbereitungsfahrt
durchgeführt wird.
[0081] In einem ersten Abschnitt der Bestimmung wird die Textilmaschine M gestoppt. Dazu
sendet die zentrale Steuervorrichtung FS ein entsprechendes Signal an die Textilmaschine
M. Die zentrale Steuervorrichtung FS speichert die aktuelle Fadenspannung Fi der Fadenliefergeräte
1, 1', 1", ... Sie gibt den Fadenliefergeräten 1, 1', 1" ... den Fadenspannungsbetriebswert
Fb vor. Die Fadenspannung wird in den Fadenliefergeräten 1, 1', 1",... auf den dem
Wert Fb entsprechenden Referenzwert Mref geregelt.
[0082] In einem zweiten Abschnitt startet die zentrale Steuervorrichtung FS die Textilmaschine
für eine bestimmte Betriebsdauer. In diesem Beispiel entspricht die Betriebsdauer
einer bestimmten gelieferten Fadenlänge Lb zumindest eines der Fadenliefergeräte 1,
1', 1", .... Anschließend stoppt die zentrale Steuervorrichtung FS die Textilmaschine
M.
[0083] In einem vierten Abschnitt startet die zentrale Steuervorrichtung FS die Bremsenentlastung
für die Fadenliefergeräte 1, 1', 1",... über das Signal S1 zur Bremsenentlastung an
die jeweilige Bestimmungseinheit 70. Die Bremsenentlastung BE wird in den Fadenliefergeräten
1, 1', 1"..., wie zu Figur 3 beschrieben, durchgeführt. Die zentrale Steuereinheit
FS fragt die Fadenliefergeräte 1, 1', 1" ... ab, ob die Bremsenentlastung BE und die
Bestimmung des Nullpunktes beendet ist.
[0084] Wenn dies für alle Fadenliefergeräte 1, 1', 1", ... der Fall ist, werden die Fadenspannungssollwerte
Fsoll durch die zentrale Steuervorrichtung FS auf die zu Beginn gespeicherten Fadenspannungssollwerte
Fi der Fadenliefergeräte 1, 1', 1", .. zurückgesetzt.
[0085] Figur 5 zeigt eine Darstellung einer Einschaltzeit der Textilmaschine M, eines Verlaufs
des Bremssignal, d.h. der Ausgabewerte I_SOLL der Bestimmungseinheit 70 für den Arbeitsstrom,
und der Fadenspannung während einer Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit
eines Fadenliefergerätes 1.
[0086] Die Darstellung zeigt, dass nach einem kurzen Zeitintervall die Textilmaschine M
eingestellt wurde (Start) und nach einer bestimmten Betriebsdauer ausgestellt wurde
(Stopp). Die Betriebsdauer entspricht einer bestimmtem gelieferten Fadenlänge Lb.
[0087] Zum Zeitpunkt des Startes der Textilmaschine M wurde ein Ausgabewert Ib des Arbeitsstroms
von der Bestimmungseinheit 70 an die Arbeitsspule 12 übergeben, der dem Fadenspannungsbetriebswert
Fb von der zentralen Steuervorrichtung FS entspricht. Die Fadenspannung wurde geregelt.
Der Ausgabewert Ib schwankt dabei leicht.
[0088] Nach Ausstellen der Textilmaschine M sank die Fadenspannung. Der Ausgabewert Ib blieb
auf dem Wert Ib, bis die Bremsenentlastung BE gestartet wurde. Die Fadenspannung sank
auf einen Wert oberhalb ihres Nullpunktes.
[0089] Nach Beginn der Bremsenentlastung BE wurde während der Verzögerung Ta der Ausgabewert
auf den Ausgangswert Ia geändert.
[0090] Der Ausgangswert Ia ist ein mittlerer Wert im Gesamtbereich des Arbeitsstroms, d.h.
des Bremssignals, zwischen einem maximalen Wert Imax und einem minimalen Wert Imin.
In einem Beispiel beträgt der Gesamtbereich des Arbeitsstroms 200 mA bis -200 mA,
wobei der Ausgangswert Ia 0 mA und der niedrigste Wert Imin -200 mA beträgt.
[0091] Es folgen eine Anzahl N von Entlastungszyklen, wobei N 3 ist. Während eines Entlastungszyklus
wird der Ausgabewert durch die Bestimmungseinheit 70 vom Ausgangswert Ia in Stufen
ΔI auf den Wert Imin und wieder auf den Ausgangswert Ia geändert. Zwischen den Entlastungszyklen
wird eine Pause Tp abgewartet.
[0092] Während der Entlastungszyklen, insbesondere während des ersten Entlastungszyklusses,
sank die Fadenspannung unter ihren Nullpunkt. Beim Ausgabewert Imin des letzten, d.h.
des dritten, Entlastungszyklusses, wurde der neue Nullpunkt der Spannungsmesseinheit
bestimmt. D. h. der Offsetwert m0 der Messvorrichtung 51 wurde, wie oben beschrieben,
geändert.
[0093] In einer Alternative ist die zentrale Steuereinheit FS nur zur Übermittlung eines
Stoppsignal mit der Textilmaschine M verbunden. Die im vorherigen Beispiel von der
zentralen Steuerung FS durchgeführten Steuerungen der Textilmaschine M werden von
einem Bediener von Hand ausgeführt.
Bezugszeichenliste
[0094]
- 1
- Fadenliefergerät
- 2
- Halter
- 3
- Speicherkörper
- 4
- Befestigungsvorrichtung
- 5
- Achse
- 6
- Antriebsgehäuse
- 7
- Aufwickelelement
- 8
- Bremskörper der Bremsvorrichtung
- 9
- Gehäuse
- 10
- Klemmfläche
- 12
- Arbeitsspule, Stellelement der Einstellvorrichtung
- E
- Elektronikkammer
- 40
- Faden
- P
- Prozessoreinheit
Fadenspannungseinheit
[0095] Stromliefereinheit (Bremssignal):
- SL
- Stromeinheit
[0096] Spannungsmesseinheit:
- 50
- Fadenspannungsfühler
- 51
- Messvorrichtung
- 52
- Verbindung
- 53
- Messwerteeinheit
- 54
- Offsetspeicher m0
- 55
- Speicher M/m
- 60
- Spannungsregeleinheit
- 61
- Referenzwerteinheit:
- 62
- Addierer
- 70
- Bestimmungseinheit
- S1
- Signal Bremsenentlastung
- S2
- Signal Nullpunktbestimmung
- BE
- Bremsenentlastung
- Lb
- Fadenlänge
- FS
- zentrale Steuervorrichtung
- K
- Kommunikationsverbindung
- M
- Textilmaschine
1. Verfahren zur Steuerung der Fadenlieferung von mindestens einem Fadenliefergerät (1,
1', 1"...) zu einer Textilmaschine (M), wobei ein Faden (40) von einem Speicherkörper
(3) des Fadenliefergerätes (1) durch die Textilmaschine (M) abgezogen wird,
wobei die Fadenspannung des Fadens (40) durch eine Bremsvorrichtung mit mindestens
einem Bremskörper (8) im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper (3) und mit einer Einstellvorrichtung
eingestellt wird, wobei mindestens ein Stellelement der Einstellvorrichtung auf den
oder die Bremskörper (8) einwirkt, wobei das oder die Stellelemente durch ein Bremssignal
angesteuert werden,
und wobei das Bremssignal durch eine Fadenspannungseinheit zur Regelung der Fadenspannung
auf einen Referenzwert (Mref), eingestellt wird, wobei durch eine Spannungsmesseinheit
Messwerte (Mi) der Fadenspannung ermittelt werden und jeweils eine Differenz (Mdiff)
zwischen einem Messwert (Mi) und dem Referenzwert (Mref) minimiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit eine Bremsenentlastung (BE)
bei stehendem Faden (40) mit mindestens einem Entlastungszyklus durch eine Bestimmungseinheit
(70) durchgeführt wird, wobei bei jedem Entlastungszyklus das Bremssignal von einem
Ausgangswert (Ia) auf einen Wert (Imin), bei dem der oder die Bremskörper (8) vollständig
entlastet sind, und zum Ausgangswert (Ia) zurück geändert wird; und
wobei ein Offsetwert (m0) einer Messvorrichtung (51) der Spannungsmesseinheit, der
beim Wert (Imin) des Bremssignals während des letzten Entlastungszyklusses ermittelt
wird, zur Bestimmung des Nullpunktes verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangswert (Ia) des Bremssignals ein mittlerer Wert des Gesamtbereichs des
Bremssignals gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Entlastungszyklus in einer Zeit von 0,1 bis 2 s durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Entlastungszyklen eine Pause (Tp) von 20 bis 200 ms vorgesehen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmung des Nullpunktes für die Spannungsmesseinheiten mehrerer Fadenliefergeräte
(1, 1', 1" ...) parallel durchgeführt wird, wobei ggf. die Bremsenentlastung (BE)
durch eine zentrale Steuervorrichtung (FS) gestartet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Bremsenentlastung eine Vorbereitungsfahrt durchgeführt wird, bei der die
Textilmaschine für eine bestimmte Betriebsdauer in Betrieb gesetzt wird, wobei, ggf.
durch eine zentrale Steuervorrichtung (FS), ein Fadenspannungsbetriebswert (Fb) vorgegeben
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass nach einer Vorbereitungsfahrt vor einer Bremsenentlastung (BE) eine Verzögerung (TA)
von 0,1 bis 2 s vorgesehen wird.
8. Textilmaschine mit einem System mit mindestens einem Fadenliefergerät (1) zur Lieferung
eines Fadens (40) zu der Textilmaschine (M)
wobei jedes Fadenliefergerät (1) einen Speicherkörper (3), von dem ein Faden (40)
durch die Textilmaschine abziehbar ist,
eine Bremsvorrichtung mit mindestens einem Bremskörper (8) im Fadenverlauf nach dem
Speicherkörper (3) und mit einer Einstellvorrichtung zur Einstellung der Fadenspannung
des Fadens (40), wobei die Einstellvorrichtung mindestens ein auf den oder die Bremskörper
(8) einwirkendes Stellelement umfasst und wobei das oder die Stellelemente durch ein
Bremssignal ansteuerbar sind, und
eine Fadenspannungseinheit zur Regelung der Fadenspannung auf einen Referenzwert (Mref)
durch Einstellung des Bremssignals aufweist, wobei die Fadenspannungseinheit eine
Spannungsmesseinheit zur Ermittlung von Messwerten (Mi) der Fadenspannung umfasst
und dazu ausgebildet ist, jeweils eine Differenz (Mdiff) zwischen einem Messwert (Mi)
und dem Referenzwert (Mref) zu minimieren,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Fadenliefergerät (1) eine Bestimmungseinheit (70) der Fadenspannungseinheit
zur Bestimmung des Nullpunktes der Spannungsmesseinheit bei stehendem Faden (40) aufweist,
die dazu ausgebildet ist, eine Bremsenentlastung (BE) mit mindestens einem Entlastungszyklus
durchzuführen, wobei bei jedem Entlastungszyklus das Bremssignal von einem Ausgangswert
(Ia) auf einen Wert (Imin), bei dem der oder die Bremskörper vollständig entlastet
sind, und zum Ausgangswert (Ia) zurück geändert wird; und wobei ein Wert (m0) einer
Messvorrichtung (51) der Spannungsmesseinheit, der beim Wert (Imin) des Bremssignals
während des letzten Entlastungszyklusses gemessen wird, zur Bestimmung des Nullpunktes
verwendet wird.
9. Textilmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das System eine zentrale Steuereinheit (FS) aufweist, die zur Übergabe von Sollwerten
Fsoll der Fadenspannung an die Fadenliefergeräte (1, 1', 1"...) des Systems angeschlossen
sind und die dazu ausgebildet ist, eine Bremsenentlastung (BE) der Fadenliefergeräte
(1, 1', 1" ..) zu starten.
10. Textilmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Steuereinheit (FS) dazu ausgebildet ist, die Bestimmung des Nullpunktes
für die Spannungsmesseinheiten für mehrerer Fadenliefergeräte (1, 1', 1"...) parallel
zu starten.
11. Textilmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Steuerung (FS) dazu ausgebildet ist, bei einer Vorbereitungsfahrt, die
vor der Bremsenentlastung (BE) durchgeführt wird und bei der die Textilmaschine (M)
für eine bestimmte Betriebsdauer in Betrieb gesetzt wird, einen Fadenspannungsbetriebswert
Fb vorzugeben.