[0001] Die Erfindung betrifft eine hydrostatische Axialkolbenmaschine mit mindestens einem
in einer Aufnahmebohrung einer Zylindertrommel längsverschiebbaren Kolben, wobei der
Kolben mittels einer von einer Kugel und einer kalottenförmigen Ausnehmung gebildeten
Kugelgelenkverbindung an einem Abstützelement gelenkig befestigt ist, wobei zwischen
dem Kolben und dem Abstützelement eine hydrostatische Entlastung ausgebildet ist.
[0002] Bekannte hydrostatische Axialkolbenmaschinen verwenden zwischen einem Kolben und
einem Abstützelement und somit zwischen den leistungswandelnden Bauteilen Kugelgelenkverbindungen.
Bei einer als Schrägscheibenmaschine ausgebildeten Axialkolbenmaschine werden derartige
Kugelgelenkverbindungen zwischen dem Kolben und einem Gleitschuh als Abstützelement
verwendet. Bei einer als Schrägachsenmaschine ausgebildeten Axialkolbenmaschine werden
derartige Kugelgelenkverbindungen zwischen dem Kolben und einem Triebflansch als Abstützelement
verwendet.
[0003] Der Kolben ist hierbei in einer Aufnahmebohrung der Zylindertrommel der Axialkolbenmaschine
längsverschiebbar angeordnet, wobei der Kolben und die Aufnahmebohrung einen druckbeaufschlagten
Verdrängerraum bilden. Die durch den Druck im Verdrängerraum an dem Kolben aufgeprägten
Kolbenkräfte führen zu hohen Pressungen und Belastungen in der Kugelgelenkverbindung.
Um diese Belastungen zu kompensieren, ist es bekannt, zwischen dem Kolben und dem
Abstützelement in der Kugelgelenkverbindung eine hydrostatische Entlastung vorzusehen.
Hierzu wird der Kolben mit einer Verbindungsbohrung versehen, die den Verdrängerraum
des Kolbens mit dem sphärischen Spalt zwischen der Kugel und der kalottenförmigen
Ausnehmung der Kugelgelenkverbindung verbindet, so dass der Druck des Verdrängerraums
in den sphärischen Spalt der Kugelgelenkverbindung geleitet wird. In dem sphärischen
Spalt der Kugelgelenkverbindung baut sich daher ein hydrostatisches Entlastungsdruckfeld
mit einer hydrostatischen Entlastungskraft auf, das die Kolbenkräfte kompensiert.
[0004] Um die Kugel in die kalottenförmige Ausnehmung stecken zu können, ist es erforderlich,
dass die Kugel mit einem kleineren Kugelradius hergestellt wird wie der Ausnehmungsradius
der kalottenförmigen Ausnehmung. Sofern hierbei die Kugel und die kalottenförmige
Ausnehmung jeweils idealgeometrisch hergestellt sind, d.h. die Kugel und die kalottenförmige
Ausnehmung jeweils mit einer kugelförmigen Oberfläche ausgebildet sind, trägt die
Kugel nur im Pol bzw. auf der Kontaktlinie zwischen der Bohrungsspitze der Verbindungsbohrung
und der kalottenförmige Ausnehmung, die fertigungsbedingt in der Oberfläche der Kugel
ausgebildet ist. Ausgehend von dem tragenden Pol bzw. der tragenden Kontaktlinie vergrößert
sich der sphärische Spalt in der Kugelgelenkverbindung stetig, so dass kein nennenswertes
hydrostatisches Entlastungsdruckfeld für die hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte
in der Kugelgelenkverbindung aufgebaut werden kann und sich hohe Leckageverluste an
dem sphärischen Spalt der Kugelgelenkverbindung ergeben. Bei einer idealgeometrisch
hergestellten Kugel und kalottenförmige Ausnehmung ergibt sich somit eine geringe
hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte, die zu hohen Pressungen an der tragenden
Kontaktlinie zwischen der Kugel und der kalottenförmigen Ausnehmung führt, woraus
eine hohe Reibung in der Kugelgelenkverbindung, ein hoher Verschleiß der Kugelgelenkverbindung
und hohe Verluste der Axialkolbenmaschine resultieren.
[0005] Um ein vergrößertes hydrostatisches Entlastungsdruckfeld und somit eine vergrößerte
hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte zu erzielen, ist es bereits bekannt, die
Kontaktlinie, mit der die Kugel in der kalottenförmigen Ausnehmung abgestützt ist
und mit der die Kugel trägt, in Richtung zum Äquator der kalottenförmigen Ausnehmung
zu verschieben und hierzu die Form der kalottenförmigen Ausnehmung entsprechend anzupassen,
indem die Ausnehmungsradien der kalottenförmigen Ausnehmung zur Längsachse der kalottenförmigen
Ausnehmung seitlich versetzt sind. Die Herstellung und Fertigung einer derartigen
kalottenförmigen Ausnehmung kann auf einer Drehmaschine erfolgen, wenn der seitlich
verschobene Ausnehmungsradius relativ zu der Längsachse und somit der Mittelachse
der kalottenförmigen Ausnehmung rotiert wird. Mit einer derartigen in der Form angepassten
kalottenförmigen Ausnehmung kann ein vergrößertes hydrostatisches Entlastungsdruckfeld
und somit eine vergrößerte hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte erzielt werden
sowie die leckagebedingten Verluste verringert werden können. Die Herstellung und
Fertigung der Oberfläche einer derartigen kalottenförmigen Ausnehmung ist jedoch aufwändig
und schwierig, so dass sich eine aufwändige Herstellung und ein hoher Herstellaufwand
der Kugelgelenkverbindung ergibt. Zudem ist bei einer derartigen kalottenförmigen
Ausnehmung das sich aufbauende hydrostatische Entlastungsdruckfeld der hydrostatischen
Entlastung fixiert. Sofern sich der Kolben mit seiner Längsachse zur Längsachse der
Ausnehmung neigt - was im Betrieb der Axialkolbenmaschine prinzipbedingt auftritt
- wandert die aus dem Druck im Verdrängerraum herrührende Kolbennormalkraft mit zunehmendem
Neigungswinkel aus der Richtung der hydrostatischen Entlastungskraft des Entlastungsdruckfeldes,
wodurch sich die prozentuale Entlastung der Kolbennormalkräfte durch die hydrostatische
Entlastungskraft verringert. Bei einer derartigen kalottenförmigen Ausnehmung hat
somit die Neigung und somit die Schiefstellung des Kolbens zur Längsachse der kalottenförmigen
Ausnehmung einen Einfluss auf den Entlastungsgrad der Kolbennormalkraft durch die
hydrostatische Entlastung.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Axialkolbenmaschine der
eingangs genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, bei der die Kugelgelenkverbindung
mit geringem Herstellaufwand hergestellt werden kann und bei der die Neigung und somit
die Schiefstellung des Kolbens zur Längsachse der kalottenförmigen Ausnehmung keinen
Einfluss auf den Entlastungsgrad der Kolbennormalkraft durch die hydrostatische Entlastung
hat.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die kalottenförmige Ausnehmung
als sphärische Ausnehmung mit einem Ausnehmungsradius ausgebildet ist und die Kugel
lediglich in einem Kontaktbereich der Kugelgelenkverbindung, der zwischen dem Äquator
und dem Pol der sphärischen Ausnehmung angeordnet ist, als Kugelkalotte mit einem
Kugelradius ausgebildet ist und die Oberfläche der Kugel in Richtung des Pols und
des Äquators der sphärischen Ausnehmung gegenüber der Kugelkalotte zurückgenommen
ist. Erfindungsgemäß ist somit die kalottenförmige Ausnehmung idealgeometrisch ausgeführt
und weist eine kugelförmige, sphärische Oberfläche mit einem Ausnehmungsradius auf.
Um die Kontaktlinie, mit der die Kugel in der kalottenförmigen Ausnehmung abgestützt
ist und mit der die Kugel trägt, in Richtung zum Äquator der kalottenförmigen Ausnehmung
zu verschieben, um ein vergrößertes hydrostatisches Entlastungsdruckfeld und somit
eine vergrößerte hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte zu erzielen, wird erfindungsgemäß
die Form der Kugel angepasst. Erfindungsgemäß wird somit durch eine angepasste Form
der Kugel die Kontaktlinie, mit der die Kugel in der kalottenförmigen Ausnehmung abgestützt
ist und mit der die Kugel trägt, in Richtung zum Äquator der kalottenförmigen Ausnehmung
verschoben. Die Kugel ist hierzu erfindungsgemäß lediglich in dem Kontaktbereich der
Kugelgelenkverbindung, der zwischen dem Äquator und dem Pol der sphärischen Ausnehmung
angeordnet ist, als Kugelkalotte mit einem Kugelradius ausgebildet und die Oberfläche
der Kugel in Richtung des Pols und des Äquators der sphärischen Ausnehmung gegenüber
der Kugelkalotte zurückgenommen ist. Die Kugel ist somit nur in dem Kontaktbereich
idealgeometrisch ausgeführt und weist nur in dem Kontaktbereich eine kugelförmige,
sphärische Oberfläche mit dem Kugelradius auf. Die Kugel ist somit nur in dem Kontaktbereich
als Kugelschicht mit einer kugelförmigen Oberfläche ausgeführt. In Richtung zu dem
Pol und zu dem Äquator der sphärischen Ausnehmung ist die Kugel relativ zu der idealgeometrischen
Kugelform zurückgenommen. Bei der erfindungsgemäßen Kugelgelenkverbindung ergibt sich
ein geringer Herstellaufwand, da die kalottenförmige Ausnehmung, die idealgeometrisch
als Kugelfläche ausgeführt ist, einfach herzustellen und zu fertigen ist, und die
Verschiebung der Kontaktlinie durch die spezielle Form der Kugel hergestellt werden
kann. Die spezielle Form der Kugel kann hierbei auf einfache Weise hergestellt und
gefertigt werden, beispielsweise durch eine Drehbearbeitung, wodurch die erfindungsgemäße
Kugelgelenkverbindung eine einfache Herstellung mit geringem Herstellaufwand der Kugelgelenkverbindung
aufweist. Bei der erfindungsgemäßen Kugelgelenkverbindung ist das hydrostatische Entlastungsdruckfeld
zudem symmetrisch zur Längsachse des Kolbens. Sofern sich der Kolben mit seiner Längsachse
zur Längsachse der Ausnehmung neigt - was bei Axialkolbenmaschine im Betrieb der Axialkolbenmaschine
prinzipbedingt auftritt - wird hierdurch erzielt, dass die Neigung und somit die Schiefstellung
des Kolbens zur Längsachse der kalottenförmigen Ausnehmung keinen Einfluss auf den
Entlastungsgrad der Kolbennormalkraft durch die hydrostatische Entlastung hat.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung ist die Kugel in Richtung
des Pols und des Äquators der sphärischen Ausnehmung mit reduzierten Kugelradien und
tangentialen Übergängen versehen. Hierdurch kann auf einfache Weise die Form der Kugel
im Bereich des Pols und des Äquators gegenüber der idealgeometrischen Kugelform, die
in dem Kontaktbereich ausgebildet ist, zurückgenommen werden.
[0009] Zweckmäßigerweise ist der Kolben zur hydrostatischen Entlastung der Kugelgelenkverbindung
mit einer Verbindungsbohrung versehen, die den Verdrängerraum, der von der Aufnahmebohrung
der Zylindertrommel und dem darin längsverschiebbaren Kolben gebildet ist, mit der
Kugelgelenkverbindung verbindet. Hierdurch kann auf einfache Weise der Druck aus dem
Verdrängerraum in den sphärischen Spalt der Kugelgelenkverbindung geleitet werden,
um ein hydrostatisches Entlastungsdruckfeld und eine hydrostatische Entlastungskraft
in der Kugelgelenkverbindung aufbauen zu können.
[0010] Die erfindungsgemäße Axialkolbenmaschine kann gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltungsform
der Erfindung als Schrägscheibenmaschine ausgebildet sein, wobei das Abstützelement
als Gleitschuh ausgebildet ist.
[0011] Hierbei kann die Kugel an dem Kolben und die kalottenförmige Ausnehmung an dem Gleitschuh
angeordnet sein.
[0012] Alternativ kann die Kugel an dem Gleitschuh und die kalottenförmige Ausnehmung an
dem Kolben angeordnet ist.
[0013] Die erfindungsgemäße Axialkolbenmaschine kann gemäß einer alternativen und ebenfalls
vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung als Schrägachsenmaschine ausgebildet
ist, wobei das Abstützelement als Triebflansch ausgebildet ist.
[0014] Die Kugel ist hierbei zweckmäßigerweise an dem Kolben und die kalottenförmige Ausnehmung
an dem Triebflansch angeordnet.
[0015] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigt
- Figur 1
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen hydrostatischen Axialkolbenmaschine
in einem Längsschnitt,
- Figur 2
- eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen hydrostatischen Axialkolbenmaschine
in einem Längsschnitt,
- Figur 3
- eine Kugelgelenkverbindung einer Axialkolbenmaschine des Standes der Technik,
- Figur 4
- eine Kugelgelenkverbindung der erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine,
- Figur 5a
- die Kugelgelenkverbindung der Figur 4 mit der Kolbennormalkraft und der hydrostatischen
Entlastungskraft bei nicht geneigtem Kolben und
- Figur 5b
- die Kugelgelenkverbindung der Figur 4 mit der Kolbennormalkraft und der hydrostatischen
Entlastungskraft bei geneigtem Kolben.
[0016] In der Figur 1 ist eine erfindungsgemäße hydrostatische Axialkolbenmaschine 1 in
Schrägscheibenbauweise in einem Längsschnitt dargestellt.
[0017] Das Axialkolbentriebwerk 1 weist eine um eine Drehachse D drehbar angeordnete Zylindertrommel
2 auf, die mit mehreren konzentrisch zur Drehachse D angeordneten Aufnahmebohrung
3 versehen ist, die bevorzugt von Zylinderbohrungen gebildet sind und in denen jeweils
ein Kolben 4 längsverschiebbar angeordnet ist.
[0018] Die Zylindertrommel 2 stützt sich in axialer Richtung mit einer Stirnfläche an einer
gehäusefesten Steuerfläche 5 ab, die an einem scheibenförmigen Steuerboden 6 ausgebildet
ist, der an einem Gehäuse 7 oder einem entsprechenden Gehäusedeckel 7a des Gehäuses
7 drehfest befestigt ist. Der Steuerboden 6 ist zur Steuerung der Zuund Abfuhr von
Druckmittel in den von den Aufnahmebohrungen 3 und den Kolben 4 gebildeten Verdrängerräumen
V mit nierenförmigen Steuerausnehmungen versehen, die einen Einlassanschluss 8 und
einen Auslassanschluss 9 bilden. Der Einlassanschluss 8 steht mit einem Kanal 10 im
Gehäuse 7 bzw. dem Gehäusedeckel 7a in Verbindung. An den Auslassanschluss 9 ist ein
im Gehäuse 7 bzw. dem Gehäusedeckel 7a ausgebildeter Kanal 11 angeschlossen. Die Aufnahmebohrungen
3 sind an der Stirnseite der Zylindertrommel 2 mit jeweils einem bevorzugt nierenförmigen
Verbindungskanal 12 versehen, um die von den Kolben 4 und den Aufnahmebohrungen 3
gebildeten Verdrängerräume V bei einer Rotation der Zylindertrommel 2 um die Drehachse
D abwechselnd mit dem Einlassanschluss 8 und dem Auslassanschluss 9 zu verbinden.
[0019] Die Zylindertrommel 2 ist von einer zentrischen Bohrung durchsetzt, die eine konzentrisch
zur Drehachse D angeordnete Ausnehmung 14 bildet, durch die eine konzentrisch zur
Drehachse D angeordnete Triebwelle 15 durch die Zylindertrommel 2 geführt ist. Die
Triebwelle 15 ist mittels Lagerungen 16, 17 im Gehäuse 7 drehbar gelagert. Die Zylindertrommel
2 ist mit der Triebwelle 15 drehsynchron, jedoch axial verschiebbar verbunden, beispielweise
mittels einer Verzahnung 18. Eine in der Ausnehmung 14 angeordnete Feder 19 dient
zur Anpressung der Zylindertrommel 2 an die Steuerfläche 5.
[0020] Die Triebwerkskolben 4 stützen sich in dem aus dem Zylindertrommel 2 herauskragenden
Bereich mittels jeweils eines als Gleitschuh 21 ausgebildeten Abstützelements AE auf
der huberzeugenden, zur Drehachse D geneigt angeordneten Hubscheibe 20, beispielsweise
einer Schrägscheibe, ab. Die Hubscheibe 20 kann an dem Gehäuse 7 angeformt oder befestigt
sein, wobei das Axialkolbentriebwerk 1 ein festes Verdrängungsvolumen aufweist. Es
ist jedoch ebenfalls möglich, die Hubscheibe 20 mittels einer Verstelleinrichtung,
beispielsweise einer Schwenkwiege, in der Neigung verstellbar auszubilden, wodurch
das Axialkolbentriebwerk 1 ein veränderbares Verdrängungsvolumen aufweist.
[0021] Die Gleitschuhe 21 sind an dem jeweiligen Kolben 4 mittels einer als sphärisches
Gelenk ausgebildeten Kugelgelenkverbindung KV gelenkig befestigt. Die Kugelgelenkverbindung
KV ist von einer Kugel K und einer hohlkugelförmigen, kalottenförmigen Ausnehmung
KA gebildet. Im dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 ist die Kugel K an dem von dem
Gleitschuh 21 gebildeten Abstützelement AE und die kalottenförmige Ausnehmung KA an
dem Kolben 4 angeordnet.
[0022] Zwischen dem Kolben 4 und dem Abstützelement AE ist eine hydrostatische Entlastung
ausgebildet. Zur hydrostatischen Entlastung der Kugelgelenkverbindung KV ist jeder
Kolben 4 mit einer Verbindungsbohrung VB versehen ist, die den Verdrängerraum V des
Kolbens 4 mit der Kugelgelenkverbindung KV verbindet.
[0023] Die Gleitschuhe 21 stehen mit einer Niederhalteeinrichtung 25 in Wirkverbindung,
die ein Abheben der Gleitschuhe 21 und somit der Kolben 4 von der Hubscheibe 20 verhindert.
[0024] In der Figur 2 ist eine erfindungsgemäße hydrostatische Axialkolbenmaschine 100 in
Schrägachsenbauweise in einem Längsschnitt dargestellt.
[0025] Die als Schrägachsenmaschine ausgebildete Axialkolbenmaschine 100 weist eine Gehäuse
102 auf, in dem eine mit einem Triebflansch 103 versehene Triebwelle 104 mittels einer
Lagereinrichtung 105 um eine Drehachse D1 drehbar gelagert ist.
[0026] Axial benachbart zu dem Triebflansch 103 ist eine Zylindertrommel 107 in dem Gehäuse
102 angeordnet, die um eine Drehachse D2 drehbar angeordnet ist mit mehreren konzentrisch
zu der Drehachse D2 der Zylindertrommel 107 angeordneten Aufnahmebohrungen 109 versehen
ist, die bevorzugt von Zylinderbohrungen gebildet sind und in denen jeweils ein Kolben
110 längsverschiebbar angeordnet ist.
[0027] Die Drehachse D1 der Triebwelle 104 schneidet die Drehachse D2 der Zylindertrommel
107 im Schnittpunkt SP.
[0028] Die Zylindertrommel 107 liegt mit einer Stirnfläche an einem mit einer Steuerfläche
111 versehenen Steuerkörper 112 an, der an dem Gehäuse 102 oder einem entsprechenden
Gehäusedeckel 102a des Gehäuses 102 drehfest befestigt ist.
[0029] In der Steuerfläche 111 des Steuerkörpers 112 sind zur Steuerung der Zu- und Abfuhr
von Druckmittel in den von den Aufnahmebohrungen 109 und den Kolben 110 gebildeten
Verdrängerräumen V nierenförmige Steuerausnehmungen ausgebildet, die einen Einlassanschluss
113 und einen Auslassanschluss 114 der Axialkolbenmaschine 100 bilden. Zur Verbindung
der von den Aufnahmebohrungen 109 und den Kolben 110 gebildeten Verdrängerräumen V
mit den in dem Steuerkörper 112 angeordneten Steuerausnehmungen ist die Zylindertrommel
107 an jeder Aufnahmebohrung 109 mit einem bevorzugt nierenförmigen Verbindungskanal
115 versehen.
[0030] Die in der Figur 2 dargestellte Axialkolbenmaschine 1 ist als Konstantmaschine mit
einem konstanten Verdrängervolumen ausgebildet. Bei der Konstantmaschine ist der Neigungswinkel
der Drehachse D2 der Zylindertrommel 107 bezüglich der Drehachse D1 der Triebwelle
104 fest. Es ist jedoch ebenfalls möglich, den Steuerkörper 112 mittels einer Verstelleinrichtung,
beispielsweise eines Schwenkschlittens, in der Neigung verstellbar auszubilden, wodurch
das Axialkolbentriebwerk 1 ein veränderbares Verdrängungsvolumen aufweist.
[0031] Die Zylindertrommel 107 ist an einem mit dem Triebflansch 103 durch ein Kugelgelenk
gelenkig verbundenen Tragzapfen 120 abgestützt, wobei an dem Tragzapfen 120 weiterhin
eine Feder 121 abgestützt ist, die die Zylindertrommel 107 an den mit der Steuerfläche
111 versehenen Steuerkörper 112 anpresst. Der Tragzapfen 120 ist konzentrisch zur
Drehachse D2 der Zylindertrommel 107 angeordnet und in einer entsprechenden Aufnahmebohrung
122 der Zylindertrommel 107 angeordnet.
[0032] Die Kolben 110 sind in dem aus der Zylindertrommel 107 herauskragenden Bereich jeweils
an dem als Triebflansch 103 ausgebildeten Abstützelement AE gelenkig befestigt. Hierzu
ist zwischen dem jeweiligen Kolben 110 und dem Triebflansch 103 jeweils eine als sphärisches
Gelenk ausgebildete Kugelgelenkverbindung KV ausgebildet. Die Kugelgelenkverbindung
KV ist von einem mit einer Kugel K versehenen Kugelkopf 110a des Kolbens 110 und einer
hohlkugelförmigen, kalottenförmigen Ausnehmung KA in der der Zylindertrommel 107 zugewandten
Stirnfläche des Triebflansch 103 gebildet, in der der Kolben 110 mit dem Kugelkopf
110a befestigt ist.
[0033] Zwischen dem Kolben 110 und dem Abstützelement AE ist eine hydrostatische Entlastung
ausgebildet. Zur hydrostatischen Entlastung der Kugelgelenkverbindung KV ist jeder
Kolben 110 mit einer Verbindungsbohrung VB versehen ist, die den Verdrängerraum V
des Kolbens 110 mit der Kugelgelenkverbindung KV verbindet.
[0034] Um bei der Axialkolbenmaschine 1 der Figur 2 die Kolben 110 im Betrieb der Axialkolbenmaschine
100 gegen ein Herausfallen aus der Aufnahmeschale KA des Triebflansches 103 zu sichern,
ist eine Niederhalteplatte 135 vorgesehen. Die Niederhalteplatte 135 ist mittels Schraubverbindungen
136 an dem Triebflansch 103 befestigt.
[0035] In der Figur 3 ist eine Kugelgelenkverbindung KV einer Axialkolbenmaschine des Standes
der Technik dargestellt. In der Figur 3 ist eine Kugelgelenkverbindung KV zwischen
einem Kolben 110 und einem Triebflansch 103 als Abstützelement AE einer Schrägachsenmaschine
dargestellt.
[0036] Um die an dem Kolben 110 angeordnete Kugel K in die kalottenförmigen Ausnehmung KA
des Triebflansches 103 stecken zu können, ist es erforderlich, dass die Kugel K mit
einem kleineren Kugelradius R1 hergestellt wird wie der Ausnehmungsradius R2 der kalottenförmigen
Ausnehmung KA. In der Figur 3 sind die Kugel K und die kalottenförmige Ausnehmung
KA jeweils idealgeometrisch hergestellt, d.h. die Kugel K bzw. die kalottenförmige
Ausnehmung KA sind jeweils mit einer kugelförmigen Oberfläche ausgebildet. Durch die
idealgeometrische Ausbildung der Kugel K sowie der kalottenförmigen Ausnehmung KA
trägt die Kugel K nur im Pol P bzw. auf der Kontaktlinie KL zwischen der Bohrungsspitze
der Verbindungsbohrung VB und der kalottenförmigen Ausnehmung KA, die fertigungsbedingt
in der Oberfläche der Kugel K ausgebildet ist. Ausgehend von dem tragenden Pol P bzw.
der tragenden Kontaktlinie KL vergrößert sich der sphärische Spalt S in der Kugelgelenkverbindung
KV stetig, so dass kein nennenswertes hydrostatisches Entlastungsdruckfeld für die
hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte in der Kugelgelenkverbindung KV aufgebaut
werden kann und sich hohe Leckageverluste an dem sphärischen Spalt S der Kugelgelenkverbindung
KV ergeben. Bei einer idealgeometrisch hergestellten Kugel K und idealgeometrisch
hergestellten kalottenförmige Ausnehmung KA ergibt sich somit eine geringe hydrostatische
Entlastung der Kolbenkräfte, die zu hohen Pressungen an der tragenden Kontaktlinie
KL zwischen der Kugel K und der kalottenförmigen Ausnehmung KA führt, woraus eine
hohe Reibung in der Kugelgelenkverbindung KV, ein hoher Verschleiß der Kugelgelenkverbindung
und hohe Verluste der Axialkolbenmaschine resultieren.
[0037] In der Figur 4 ist eine Kugelgelenkverbindung KV einer erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine
dargestellt. In der Figur 4 ist eine Kugelgelenkverbindung KV zwischen einem Kolben
110 und einem Triebflansch 103 als Abstützelement AE einer Schrägachsenmaschine dargestellt.
Es versteht sich, dass die Kugelverbindung KV der Figur 4 auch zwischen einem Kolben
4 und einem Gleitschuh 21 als Abstützelement AE einer Schrägscheibenmaschine eingesetzt
werden kann.
[0038] Bei der erfindungsgemäßen Kugelgelenkverbindung KV ist die kalottenförmige Ausnehmung
KA idealgeometrisch hergestellt und gefertigt, d.h. die kalottenförmige Ausnehmung
KA weist eine kugelförmige, sphärische Oberfläche mit einem Ausnehmungsradius R2 auf.
Um ein - im Vergleich zu der Figur 3 - vergrößertes hydrostatisches Entlastungsdruckfeld
DF und somit eine vergrößerte hydrostatische Entlastung der Kolbenkräfte zu erzielen,
wird bei der Figur 4 die Kontaktlinie KL, mit der die Kugel K in der kalottenförmigen
Ausnehmung KA abgestützt ist und mit der die Kugel K trägt, in Richtung zum Äquator
AQ der kalottenförmigen Ausnehmung KA verschoben. Hierzu wird bei der Figur 4 erfindungsgemäß
die Form der Kugel K angepasst.
[0039] Die Kugel K ist derart gefertigt und hergestellt, dass die Kugel K lediglich in einem
Kontaktbereich KB der Kugelgelenkverbindung KV, in dem sich die Kugel K in der Ausnehmung
KA abstützt, d.h. im Bereich der Kontaktlinie KL, der zwischen dem Äquator AQ und
dem Pol P der sphärischen Ausnehmung angeordnet ist, als Kugelkalotte KK mit einem
Kugelradius R1 ausgebildet. Die Kugel K ist somit nur in dem Kontaktbereich KB als
Kugelscheibe mit der Oberfläche einer Kugelkalotte KK ausgebildet und somit nur in
dem Kontaktbereich KB idealgeometrisch ausgebildet, d.h. mit einer kugelförmigen Oberfläche
ausgebildet. In Richtung des Pols P und des Äquators AQ der sphärischen Ausnehmung
KA ist die Form der Kugel K gegenüber der Form der Kugelkalotte KK, die von dem Kugelradius
R1 gebildet ist, zurückgenommen. Die Kugel K ist hierzu in Richtung des Pols P und
des Äquators AQ der sphärischen Ausnehmung KA mit gegenüber dem Kugelradius R1 reduzierten
Kugelradien R3, R4 versehen, die tangentiale Übergänge zu der Kugelkalotte KK aufweisen.
[0040] Mit einer derartigen in der Form angepassten Kugel K kann - wie in der Figur 5a verdeutlicht
ist - ein vergrößertes hydrostatisches Entlastungsdruckfeld DF und somit eine vergrößerte
hydrostatische Entlastungkraft HE erzielt werden, die der aus dem Druck in dem Verdrängerraum
V herrührenden Kolbennormalkraft FK entgegenwirkt, sowie die leckagebedingten Verluste
verringert werden.
[0041] Bei der erfindungsgemäßen Kugelgelenkverbindung KV ist das hydrostatische Entlastungsdruckfeld
DF - wie in der Figur 5a dargestellt ist - symmetrisch zur Längsachse L2 des Kolbens
110 angeordnet. Sofern sich der Kolben 110 mit seiner Längsachse L2 zur Längsachse
L1 der Ausnehmung KA neigt - wie in der Figur 5b dargestellt ist - wird hierdurch
erzielt, dass die Neigung und somit der Neigungswinkel α des Kolbens 110 zur Längsachse
L1 der kalottenförmigen Ausnehmung KA keinen Einfluss auf den Entlastungsgrad der
Kolbennormalkraft FK durch die resultierenden hydrostatischen Entlastungskraft HE
des Entlastungsdruckfeldes DF hat. Bei der erfindungsgemäßen Kugelgelenkverbindung
KV der Figuren 4, 5a und 5b hat somit die Neigung und somit die Schiefstellung des
Kolbens 110 zur Längsachse L1 der kalottenförmigen Ausnehmung KA keinen Einfluss auf
den Entlastungsgrad der Kolbennormalkraft FK durch die hydrostatische Entlastung der
Kugelgelenkverbindung KV. Hierdurch wird die Pressung in der Kugelgelenkverbindung
KV verringert, so dass sich eine verringerte Reibung, verringerter Verschleiß und
verringerte Verluste ergeben. Zudem kann die Leistungsdichte der mit erfindungsgemäßen
Kugelgelenkverbindung KV versehenen Axialkolbenmaschine 1, 110 erhöht werden, in dem
bei gleichem Durchmesser der Kolben 4, 110 der Durchmesser der Kugelgelenkverbindung
KV verringert werden kann.
[0042] Bei der erfindungsgemäßen Kugelgelenkverbindung KV ist kalottenförmige Ausnehmung
KA idealgeometrisch als sphärische Ausnehmung ausgebildet und kann auf einfache Weise
hergestellt und gefertigt werden. Die Kugel K mit der angepassten Form, um die zum
Äquator AQ der Ausnehmung KA verschobene Kontaktlinie KL zu erzeugen, kann ebenfalls
auf einfache Weise und mit geringem Herstellaufwand durch eine einfache Außenbearbeitung,
beispielsweise durch eine Drehbearbeitung, hergestellt und gefertigt werden, so dass
die erfindungsgemäße Kugelgelenkverbindung KV eine einfache Herstellung mit geringem
Herstellaufwand und geringem Fertigungsaufwand aufweist.
[0043] Die erfindungsgemäße Axialkolbenmaschine 1, 100 kann als Pumpe oder als Motor ausgebildet
sein.
[0044] Die erfindungsgemäße Axialkolbenmaschine 1 kann als Konstantmaschine mit einem konstanten
Verdrängervolumen oder als Verstellmaschine mit einem veränderbaren Verdrängervolumen
ausgebildet sein.
1. Hydrostatische Axialkolbenmaschine (1; 100) mit mindestens einem in einer Aufnahmebohrung
(3; 109) einer Zylindertrommel (2; 107) längverschiebbaren Kolben (4; 110), wobei
der Kolben (4; 110) mittels einer von einer Kugel (K) und einer kalottenförmigen Ausnehmung
(KA) gebildeten Kugelgelenkverbindung (KV) an einem Abstützelement (AE) gelenkig befestigt
ist, wobei zwischen dem Kolben (4; 110) und dem Abstützelement (AE) eine hydrostatische
Entlastung ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die kalottenförmige Ausnehmung (KA) als sphärische Ausnehmung mit einem Ausnehmungsradius
(R2) ausgebildet ist und die Kugel (K) lediglich in einem Kontaktbereich (KB) der
Kugelgelenkverbindung (KV), der zwischen dem Äquator (AQ) und dem Pol (P) der sphärischen
Ausnehmung (KA) angeordnet ist, als Kugelkalotte (KK) mit einem Kugelradius (R1) ausgebildet
ist und die Oberfläche der Kugel (K) in Richtung des Pols (P) und des Äquators (AQ)
der sphärischen Ausnehmung (KA) gegenüber der Kugelkalotte (KK) zurückgenommen ist.
2. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (K) in Richtung des Pols (P) und des Äquators (AQ) der sphärischen Ausnehmung
(KA) mit reduzierten Kugelradien und tangentialen Übergängen versehen ist.
3. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (4; 110) zur hydrostatischen Entlastung der Kugelgelenkverbindung (KV)
mit einer Verbindungsbohrung (VB) versehen ist, die den Verdrängerraum (V), der von
der Aufnahmebohrung (3; 109) der Zylindertrommel (2; 107) und dem darin längsverschiebbaren
Kolben (4; 110) gebildet ist, mit der Kugelgelenkverbindung (KV) verbindet.
4. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialkolbenmaschine (1) als Schrägscheibenmaschine ausgebildet ist, wobei das
Abstützelement (AE) als Gleitschuh (21) ausgebildet ist.
5. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (K) an dem Kolben (4) und die kalottenförmige Ausnehmung (KA) an dem Gleitschuh
(21) angeordnet ist.
6. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (K) an dem Gleitschuh (21) und die kalottenförmige Ausnehmung (KA) an dem
Kolben (4) angeordnet ist.
7. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialkolbenmaschine (100) als Schrägachsenmaschine ausgebildet ist, wobei das
Abstützelement (AE) als Triebflansch (103) ausgebildet ist.
8. Hydrostatische Axialkolbenmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (K) an dem Kolben (110) und die kalottenförmige Ausnehmung (KA) an dem
Triebflansch (103) angeordnet ist.