[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer Aufzugsanlage
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zur Erhöhung der Förderkapazität von Aufzugssystemen, welche eine Anzahl von Fahrkörben
bzw. Kabinen aufweisen, welche mehrere Stockwerke bedienen, sind zahlreiche Verfahren
und Vorgehensweisen bekannt.
[0003] Hierbei können beispielsweise empirisch ermittelte, beispielsweise von der Tageszeit
oder vom Wochentag abhängige Verkehrsbelastungen bei der Zuteilung von Kabinen eines
Aufzugssystems berücksichtigt werden.
[0004] Zur Erhöhung der Förderkapazität sind beispielsweise Zielwahl- bzw. Zielrufsteuerungen
bekannt. Bei diesen gibt ein Benutzer auf einem Eingangsstockwerk einen Ruf in die
Aufzugssteuerung ein, in welches Zielstockwerk er befördert werden möchte (sog. Zielruf).
Ein derartiges Zielrufsystem ist gegenüber herkömmlichen Kabinenruf-Systemen, bei
denen ein Zielstockwerk von einem Benutzer erst in einer Kabine eingegeben wird, wesentlich
leistungsfähiger.
[0005] Als nachteilig wird hierbei angesehen, dass in eine derartige Steuerung lediglich
empirisch aus der Vergangenheit abgeleitete Informationen bezüglich Verkehrsaufkommen
eingehen. Dokument
US2012/090922A1 offenbart einen Gegenstand gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Förderkapazität von Aufzugsanlagen
weiter zu erhöhen.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 sowie ein entsprechendes System mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Berücksichtigung von Personeninformationen von Personen,
welche noch keinen Ruf abgegeben, aber sich in einer vorbestimmten Umgebung des Aufzugssystems
oder eines Abschnitt des Aufzugssystems befinden, kann eine gegenüber herkömmlichen
Lösungen signifikant verbesserte Vorhersage bzw. Prognose eines (insbesondere kurzfristig)
zu erwartenden Verkehrsaufkommens für das Aufzugssystem generiert werden.
[0009] Als Personeninformationen sind insbesondere reine Anwesenheitsinformationen von Personen
(also ohne individualisierte Erkennung bestimmter Personen) zu verstehen. Bereits
unter Berücksichtigung derartiger Anwesenheitsinformationen ist es erfindungsgemäß
möglich, belastbare Prognosen einer zukünftigen Verkehrssituation einer Aufzuganlage
zu erstellen. Der Begriff Personeninformationen soll jedoch, alternativ oder zusätzlich,
auch individualisierte personenbezogene Informationen umfassen, bei denen auch eine
Identität oder Eigenschaft einer erfassten Person festgestellt, und somit bei der
erfindungsgemäß durchgeführten Prognose berücksichtigt werden kann. Unter Berücksichtigung
derartiger Personeninformationen, welche Daten individueller Personen umfassen, sind
noch genauere und zuverlässigere Prognosen für zukünftige Verkehrssituationen der
Aufzugsanlage erstellbar. Beispielweise kann für den Fall, dass eine bestimmte Person
erkannt wird, auch ein potenzielles oder wahrscheinliches Ziel dieser Person im Rahmen
der Prognose berücksichtigt werden. Es ist beispielsweise auch möglich, dass derartigen
individuellen Personeninformationen auch eine Mehrzahl von typischen Zielen dieser
Person zugeordnet ist, welche bei einer Prognose berücksichtigt werden können. In
diesem Fall ist das Aufzugsystem in der Lage, mögliche Fahrtfolgen zu prognostizieren
und Kabinen entsprechend zu disponieren.
[0010] Als Personeninformationen werden insbesondere Informationen bezeichnet, welche von
(bezüglich der eigentlichen Aufzuganlage) externen Systemen erhalten werden, und an
die Aufzugsteuerung übertragen werden können. Die Übertragung kann hier, in üblicher
Weise, in verdrahteter oder drahtloser Weise erfolgen. Zweckmäßigerweise umfassen
derartige externe Systeme Einrichtungen, welche in dem gleichen Gebäude wie die Aufzuganlage
vorgesehen sind. Es ist jedoch auch beispielsweise bereits die Erfassung von Personen
oder Kraftfahrzeugen, welche sich dem Gebäude nähern möglich. Beispielsweise ist denkbar,
Anfahrten von potentiellen Benutzern der Aufzuganlage in einem Radius von einigen
100 Metern bzw. auch einigen Kilometern zu überwachen, und der Aufzugsteuerung entsprechende
Informationen zur Verfügung zu stellen. Es ist auch denkbar, beispielsweise von einem
Navigationssystem eines Fahrzeugs erhaltene Daten in dieser Weise zu verwenden.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zur Verwendung im Zusammenhang
mit einer Zielrufsteuerung. Mit einer derart verbesserten Vorhersage sind Zielrufe
effizienter verarbeitbar.
[0012] In besonders vorteilhafter Weise ist das erfindungsgemäße Verfahren im Zusammenhang
mit Aufzugssystemen verwendbar, welche eine Zoneneinteilung der Stockwerke eines Gebäudes
im Zusammenhang mit einer Transferstockwerk-Steuerungsfunktion verwenden. Erfolgt
bei einem derartigen System ein zonenübergreifender Zielruf von einer ersten zu einer
zweiten Zone, muss der Benutzer/Passagier in einem Transferstockwerk umsteigen. Hierdurch
müssen zwei Zielrufe generiert werden, nämlich ein erster Ruf vom Eingangsstockwerk
des Benutzers zum Transferstockwerk, und anschließend ein zweiter Zielruf vom Transferstockwerk
zum Zielstockwerk des Benutzers. Der zweite Zielruf kann automatisch, beispielsweise
kurz vor Erreichen des Transferstockwerks, oder nach Erreichen des Transferstockwerk
durch die Steuerung generiert werden. Es ist auch möglich, dass der Benutzer nach
Erreichen des Transferstockwerks noch einmal aufgefordert wird, sein Zielstockwerk
einzugeben. Auch derartige Zielrufe können im Sinne der Erfindung als Personeninformationen
von Personen angesehen werden. Z. B. kann ein aus einem zonenübergreifenden Zielruf
abgeleiteter erster Zielruf (vom Eingangsstockwerk zum Transferstockwerk) als Personeninformation
für die zweite Zone interpretiert und verarbeitet werden.
[0013] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
werden Personeninformationen mittels wenigstens einer Vereinzelungsanlage, die sich
in der Umgebung der Aufzugseinrichtung befindet, erhalten. Als Umgebung der Aufzugseinrichtung
kann insbesondere ein Gebäude bzw. Hochhaus angesehen werden, in dem die Aufzugsanlage
installiert ist. Ein derartiges Gebäude kann beispielsweise eine Tiefgarage umfassen.
Als Vereinzelungsanlagen seien insbesondere Personenschleusen, insbesondere Drehkreuze,
erwähnt. Im Zusammenhang mit einer Tiefgarage kann auch beispielsweise eine Schrankenanlage
für Fahrzeuge als Vereinzelungsanlage angesehen werden.
[0014] Zweckmäßigerweise können, alternativ oder zusätzlich, Personeninformationen mittels
wenigstens einer Personenerkennungseinrichtung erhalten werden. Als Personenerkennungseinrichtungen
seien beispielsweise einfache Infrarotschranken, oder aber Scan-Vorrichtungen z. B.
mit Gesichtserkennung, oder Gestenerkennung, oder Kartenlesegeräte genannt. Es ist
in diesem Zusammenhang auch denkbar, beispielsweise das Aufschließen oder Abschließen
eines Büros oder eines anderen Raumes durch Betätigung einer Schlosseinrichtung als
Personeninformation im Sinne der vorliegenden Erfindung zu verwenden.
[0015] Vorteilhafterweise werden die erhaltenen Personeninformationen entsprechend empirisch
ermittelter oder vorgegebener Wahrscheinlichkeiten gewichtet im Rahmen der Prognose
eines zukünftigen Verkehrsaufkommens berücksichtigt.
[0016] Erfindungsgemäß werden die Personeninformationen nach Erfassung über vorbestimmbare
Zeiträume berücksichtigt und diese Zeiträume mit einer zeitabhängigen Wahrscheinlichkeit
korreliert.
[0017] Mit diesen Maßnahmen kann beispielsweise gewährleistet werden, dass Personeninformationen,
welche in unmittelbarer Nähe einer Aufzugsanlage, insbesondere in unmittelbarer Nähe
einer Schachttüre gewonnen werden, mit stärkerer Gewichtung für die Prognose berücksichtigt
werden, da hier die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass eine so erfasste Anwesenheitsinformation
tatsächlich innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums zu der Eingabe eines Zielrufes
führen wird. Wird hingegen beispielsweise die Einfahrt eines Fahrzeugs (mittels einer
Schrankenanlage) in eine Tiefgarage eines Gebäudes erfasst, kann beispielsweise eine
entsprechend geringere Wahrscheinlichkeit angesetzt werden, dass es hier zu einem
Zielruf kommt. Andererseits kann in diesem Fall eine entsprechend geringere Wahrscheinlichkeit
über einen längeren Zeitraum berücksichtigt werden, da es typischerweise einige Minuten
dauert, bis ein Fahrzeuginsasse sein Fahrzeug in der Tiefgarage abgestellt, das Fahrzeug
abgeschlossen und zu einem Aufzug gelangt ist, wo er dann einen Zielruf absetzen kann.
[0018] Derartige Zeiträume können auch mit zeitabhängigen Wahrscheinlichkeitskurven korreliert
werden, beispielsweise Glockenkurven. Geht man z. B. davon aus, dass nach Einfahrt
in eine Tiefgarage ein Fahrzeuginsasse spätestens innerhalb von 10 Minuten einen Zielruf
abgesetzt hat (nach diesem Zeitraum ist davon auszugehen, dass er in der Tiefgarage
verbleibt oder dieser wieder verlässt), kann ein Wahrscheinlichkeitsmaximum bei etwa
5 Minuten ab Einfahrt in die Tiefgarage angesetzt werden.
[0019] Die dargestellten Beispiele für Wahrscheinlichkeiten und ihre Korrelation mit Zeiträumen
dienen lediglich der Veranschaulichung.
[0020] Vorteilhafterweise wird die Prognose unter Berücksichtigung von Personeninformationen,
welche unter Verwendung von Personenidentifikationsmitteln gewonnen werden, erstellt.
Als Personenidentifikationsmittel können beispielsweise RFID-Tags oder Gesichtserkennungsvorrichtungen
verwendet werden.
[0021] Zweckmäßigerweise ist die Aufzugsteuerung dazu ausgebildet, auf der Grundlage einer
erstellten Prognose wenigstens eine Kabine in ein vorbestimmtes Stockwerk zu fahren
und/oder in einem vorbestimmten Stockwerk zu parken. Vorteilhafte Anwendungen dieser
Maßgabe sind beispielsweise, dass im Falle des Erkennens einer bestimmten Person beispielsweise
eines im Notdienst befindlichen Arztes, eine Kabine frühzeitig in ein geeignetes Stockwerk
verfahren und/oder dort geparkt werden kann. Mit dieser Maßnahme können auch Leerfahrten
minimiert werden.
[0022] Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung weiter beschrieben.
[0023] In dieser zeigt
Figur 1 ein schematisches Diagramm eines in einem Gebäude installierten Aufzugssystems
zur Erläuterung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0024] In einem Gebäude 10 ist eine Aufzugsanlage 100 installiert.
[0025] Die Aufzugsanlage 100 weist insgesamt fünf Aufzugsschächte 102 bis 110 auf, in welchen
jeweils ein Fahrkorb 112 bis 120 verfahrbar ist. Die Antriebe der einzelnen Fahrkörbe
112 bis 120 (beispielsweise Treibscheibenantriebe) sind nicht im Einzelnen dargestellt.
[0026] Es sei angemerkt, dass in den Aufzugschächten 102 bis 110 auch mehrere unabhängig
voneinander verfahrbare Fahrkörbe vorgesehen sein können.
[0027] Das Gebäude 10 weist eine Anzahl n von Stockwerken auf. Der Einfachheit halber sind
sechs Stockwerke dargestellt. In der Praxis ist von wesentlich höheren Stockwerkzahlen
auszugehen. Die Stockwerke sind in zwei Zonen 111 und 113 unterteilt, welche in Stockwerk
133 überlappen. Es sei angemerkt, dass dieser Überlappungsbereich auch mehrere Stockwerke
umfassen kann. Die Fahrkörbe 112, 114, 116 sind innerhalb der ersten Zone 111, und
die Fahrkörbe 118, 120 in der zweiten Zone 113 verfahrbar.
[0028] Die Aufzuganlage 100 weist eine Aufzugsteuerung 200 auf, welcher dazu ausgebildet
ist, eine zonenbasierte Zielrufsteuerung durchzuführen. Die Aufzugsteuerung 200 ist
mit Eingabe- und Anzeigevorrichtungen, beispielsweise Touchscreens 202, welche in
jedem Stockwerk vorgesehen sind, verbunden. Über die Eingabe- und Anzeigevorrichtungen
202 ist ein Benutzer bzw. Passagier in der Lage, auf den Stockwerken einen Zielruf
einzugeben. Als Antwort auf einen derartigen Zielruf erhält der Benutzer die Angabe,
welchen der Fahrkörbe 112 bis 120 er benutzen soll. Gibt der Benutzer einen zonenübergreifenden
Ruf, beispielsweise von Stockwerk 131 zu Stockwerk 135 auf, wird ihm mittels der Vorrichtung
202 angezeigt, welchen Fahrkorb 112 bis 116 er bis zum Transferstockwerk 133 verwenden
soll. Gleichzeitig (oder auch anschließend in dem Fahrkorb) wird ihm mitgeteilt, dass
er kurz vor Erreichen des Transferstockwerks oder nach Erreichen des Transferstockwerks
133 mitgeteilt bekommen wird, welchen Fahrkorb 118 bis 120 er vom Transferstockwerk
130 zu seinem Zielstockwerk 135 benutzen soll.
[0029] Beispielhaft sei davon ausgegangen, dass es sich bei dem Stockwerk 130 um ein Tiefgaragen-Stockwerk
handelt. Stockwerk 131 sei ein Eingangs- bzw. Lobbystockwerk, und Stockwerk 135 ein
Kantinen-Stockwerk. Die übrigen Stockwerke 132 bis 134 seien reine Bürostockwerke.
[0030] Am Eingang zur Tiefgarage in Stockwerk 130 ist eine Schranke 140 vorgesehen. Am Eingang
zum Eingangsstockwerk 131 ist als Vereinzelungseinrichtung ein Drehkreuz 142 vorgesehen.
Ein weiteres Drehkreuz 144 ist in dem Stockwerk 135 zwischen einem Kantinenbereich
und der Aufzugsanlage 100 vorgesehen.
[0031] Zu einem bestimmten Zeitpunkt to befinden sich die Fahrkörbe 112 bis 120 in den jeweils
beispielhaft dargestellten Positionen in oder zwischen Stockwerken. Es sei davon ausgegangen,
dass in einigen Stockwerken Zielrufe in die jeweiligen Vorrichtungen 202 bereits eingegeben
worden sind, und die Aufzugsteuerung 200 entsprechende Zuordnungen von Fahrkörben
vorgenommen hat.
[0032] Trifft nun ein Fahrzeug in der Tiefgarage ein, und passiert (mit entsprechender Berechtigung
bzw. Bestätigung) die Schranke 140, wird diese Information als (Personeninformation)
einer Person der Aufzugssteuerung 200 zur Verfügung gestellt. Wenn beispielsweise
nicht die konkrete Anzahl von Fahrzeuginsassen in dem Fahrzeug ermittelt wird, kann
die Aufzugssteuerung von einer durchschnittlichen Fahrzeugbesetzung mit beispielsweise
1,4 Insassen ausgehen. Mit einer beispielsweise empirisch bekannten Wahrscheinlichkeit
(z. B. von 0,8) führt dieses Ereignis zu der Eingabe eines Zielrufes in dem Stockwerk
130. Hierbei ist ebenfalls (empirisch) bekannt, dass zwischen Betätigung der Schranke
140 und dem Absetzen eines derartigen Zielrufes z. B. maximal 10 Minuten vergehen,
wobei die größte Wahrscheinlichkeit in einem Zeitraum von etwa 3-5 Minuten nach Betätigung
der Schranke liegt. Auf der Grundlage dieser Personeninformation durch Betätigung
der Schranke 140 und den entsprechend hiermit verknüpften Wahrscheinlichkeiten bzw.
Wahrscheinlichkeitsverteilungen ist die Aufzugssteuerung 200 in der Lage, eine modifizierte
Prognose für eine kurzfristig zu erwartende Aufzugbelastung zu berechnen.
[0033] Tritt, als weiteres Beispiel, eine Person in Stockwerk 131 durch das Drehkreuz 142,
kann dies erfindungsgemäß ebenfalls als Personeninformation (und somit einer potentiellen
Benutzung der Aufzugsanlage) angesehen werden. Hier wird beispielsweise, ebenfalls
auf empirischer Grundlage, davon ausgegangen, dass nach Betätigung des Drehkreuzes
142 eine bestimmte Wahrscheinlichkeit (z. B. 0,7) besteht, dass eine Person die Aufzuganlage
benutzen möchte und einen Zielruf absetzen wird. Auch hier kann eine empirisch ermittelte
Zeitdauer mit entsprechender Wahrscheinlichkeitsverteilung angesetzt werden, wobei
diese Zeitdauer in der Regel kürzer sein wird als die für die Tiefgarage angesetzte
Zeitdauer, also beispielsweise maximal ein bis zwei Minuten. Auch auf der Grundlage
dieser Personeninformation ist die Aufzugssteuerung 200 in der Lage, eine Prognose
für eine zukünftige Aufzugsbelastung zu erstellen bzw. zu modifizieren.
[0034] Auch der Einsatz von Personenerkennungseinrichtungen ist möglich. In Stockwerk 131
kann z. B. alternativ oder zusätzlich zum Drehkreuz 142 als Personenerkennungseinrichtung
152 eine Gesichtserkennungseinrichtung vorgesehen sein.
[0035] Auch bei Betätigung des Drehkreuzes 144 im Stockwerk 135 sind entsprechende Informationen
ableitbar.
[0036] Auch die oben erläuterte Transferstockwerk-Steuerungsfunktion, welche zwei Teil-Zielrufe
verwendet, kann im Sinne einer Personeninformation zur weiteren Modifikation einer
derartigen Prognose eingesetzt werden. Beispielsweise kann bei einem übergreifenden
Zielruf mit großer Wahrscheinlichkeit (z. B. 0,9) davon ausgegangen werden, dass der
(zweite) Teilzielruf innerhalb einer kurzen Zeitspanne, beispielsweise der nächsten
30 Sekunden, durch den Benutzer auf dem Transferstockwerk 133 abgegeben wird.
[0037] Zweckmäßigerweise werden die so erhaltenen Personeninformationen bzw. die aus diesen
abgeleiteten modifizierten Prognosen mit empirischen Benutzungsdaten der Aufzugsanlage,
beispielsweise entsprechend Wochentag oder Tageszeit, verknüpft.
[0038] Eine Transferstockwerk-Übertragungsfunktion kann auch derart ausgebildet sein, dass
einem Benutzer von vornherein mitgeteilt wird, dass er mit einem ersten Zielruf lediglich
in das Transferstockwerk 133 gelangen kann und dort einen weiteren Zielruf absetzen
werden muss. Auch diese Teil-Zielrufe können im Sinne der Erfindung als Personeninformationen
verwendet werden.
[0039] Auf der Grundlage mittels derartiger Personeninformationen modifizierter Prognosen
kann mit größerer Genauigkeit eine zukünftige Lasten- bzw. Verkehrssituation der Aufzugsanlage
vorausgesagt werden. Insgesamt kann hierdurch die Förderleistung des Systems erhöht
werden, da beispielsweise einzelne Kabinen gezielter verfahren, geparkt und bereitgestellt
werden können. Unnötige Leerfahrten können verhindert werden, womit auch der Energiebedarf
der Aufzugsanlage sinkt.
[0040] In weiterer Ausprägung des erfindungsgemäßen Verfahrens können auch Personenidentifikationsmittel
zur Bereitstellung von individualisierten Personeninformationen verwendet werden.
Wird beispielsweise an der Schranke 140 bzw. einem der Drehkreuze 142, 144 erfasst,
welche Person passiert, kann eine verbesserte Personeninformation generiert werden,
welche berücksichtigt, welchem konkreten Stockwerk ein zu erwartender Zielruf mit
welcher Wahrscheinlichkeit gelten wird (Person x hat sein Büro in Stockwerk 134, und
wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen entsprechenden Zielruf absetzen). Derartige
Personenerkennungen können beispielsweise durch RFID-Tags oder Gesichtserkennung realisiert
sein. Mit derartigen Informationen ist eine weiter verfeinerte Prognose zukünftiger
Belastungen des Aufzugssystems möglich.
[0041] Wie erläutert, sei davon ausgegangen, dass die Stockwerke 132 bis 134 Bürostockwerke
sind. Hier ist es beispielsweise möglich, bei einem Abschließen einer Bürotür durch
eine Person eine entsprechende Information als Personeninformation an die Aufzugsteuerung
200 zu senden. Auch hiermit sind Verfeinerungen einer Prognose für zukünftige Belastungen
des Aufzugssystems möglich.
[0042] Insgesamt können zur Identifikation von potentiellen Passagieren des Aufzugssystems
Systeme zum Einsatz kommen, die eine Berührung bestimmter Vorrichtungen oder Gerätschaften
erfordern, aber auch berührungslose Systeme. Ferner sind Systeme denkbar, welche über
künstliche Intelligenz potentielle Passagiere identifizieren und die erforderlichen
Informationen bereitstellen. In die Prognose eingehende Informationen sind insbesondere
ein Eingangs- bzw. Ankunftsstockwerk, ein Ziel-Stockwerk, eine zeitliche Ankunft an
den Aufzügen sowie gegebenenfalls spezielle Bedürfnisse eine Passagiers (beispielsweise
zur optimalen Ausnutzung einer behindertengerechten Kabine). Auch detaillierte Informationen
von Passagier-Gruppen können erfasst und an die Aufzugssteuerung 200 übermittelt werden.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass ein Zielruf, wenn der Passagier an den Fahrkörben
bzw. den Vorrichtungen 202 angekommen ist, automatisch mit Hilfe von geeignetem Personen-Identifikationsmittels
abgegeben werden. Die Zuteilung kann dann über die bereitgestellten Vorrichtungen
202 oder personalisierte Anzeigegeräte (wie beispielsweise ein mitgeführtes Smartphone)
dem Passagier mitgeteilt werden.
1. Verfahren zum Steuern einer Aufzugsanlage (100), welche mehrere Kabinen (112-120)
aufweist, welche jeweils eine Anzahl von Stockwerken (130-135) anfahren können, wobei
von außerhalb der Kabinen aus abgesetzte rufe mittels einer Aufzugssteuerung (200)
auf der Grundlage wenigstens eines Zuordnungskriteriums einer der Kabinen zugeordnet
werden, wobei bei der Zuordnung die aktuelle Verkehrssituation der Aufzugsanlage (100)
berücksichtigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Prognose einer zukünftigen Verkehrssituation der Aufzugsanlage (100) erstellt
und bei der Zuordnung berücksichtigt wird,
wobei die Prognose unter Berücksichtigung von Personeninformationen von Personen,
die sich in einer vorbestimmten Umgebung der Aufzugsanlage oder eines Abschnitts der
Aufzugsanlage (100) befinden oder sich in eine vorbestimmte Umgebung der Aufzugsanlage
begeben oder sich aus einer vorbestimmten Umgebung der Aufzugsanlage entfernen, erstellt
wird,
wobei die Personeninformationen mittels wenigstens einer Vereinzelungseinrichtung
(140, 142, 144) in der Umgebung der Aufzugsanlage erhalten werden,
und als Vereinzelungsvorrichtung wenigstens eine Personenschleuse (142, 144) und/
oder wenigstens eine Schrankenanlage vorgesehen ist,
wobei die Personeninformationen nach Erfassung über vorbestimmbare Zeiträume berücksichtigt
und diese Zeiträume mit einer zeitabhängigen Wahrscheinlichkeit korreliert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Personeninformationen Anwesenheitsinformationen sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugssteuerung (200) eine Zielrufsteuerung durchführt.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Stockwerke in teilweise überlappende Zonen (111, 113) unterteilt sind,
und die Aufzugssteuerung (200) eingerichtet ist, eine Transferstockwerk-Steuerfunktion
auszuführen, wobei zonenübergreifende Zielrufe als wenigstens zwei Teilzielrufe verarbeitet
werden, wobei auf der Grundlage wenigstens eines Teilzielrufs die Personeninformationen
erhalten werden.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Personeninformationen zudem mittels wenigstens einer Personenerkennungseinrichtung
erhalten werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Personenerkennungseinrichtung wenigstens eine Infrarotschranke, eine Gesichts-
oder Gestenerkennungseinrichtung, eine Schlosseinrichtung, oder ein zu bedienender
Automat vorgesehen ist.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Personeninformationen entsprechend vorbestimmter oder vorgegebener Wahrscheinlichkeiten
gewichtet berücksichtigt werden.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prognose unter Berücksichtigung von den Personenidentifikationsdaten, welche
unter Verwendung von Personeninformationen gewonnen werden, erstellt wird.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugsteuerung (200) auf der Grundlage einer erstellten Prognose wenigstens
eine Kabine (112 - 120) in ein vorbestimmtes Stockwerk verfährt und/oder in einem
vorbestimmten Stockwerk parkt.
10. System zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche.
1. Method for controlling an elevator installation (100) comprising a plurality of cabins
(112-120) which can each stop at a number of floors (130-135), calls placed outside
the cabins being assigned to one of the cabins by means of an elevator controller
(200) on the basis of at least one assignment criterion, the current traffic situation
of the elevator installation (100) being taken into account during the assignment,
characterized in that
a forecast of a future traffic situation of the elevator installation (100) is created
and is taken into account during the assignment, the forecast being created taking
into account personal information relating to persons who are in a predetermined environment
of the elevator installation or a section of the elevator installation (100) or enter
a predetermined environment of the elevator installation or move away from a predetermined
environment of the elevator installation, the personal information being obtained
by means of at least one separation device (140, 142, 144) in the environment of the
elevator installation, and at least one personnel lock (142, 144) and/or at least
one barrier installation being provided as the separation apparatus and after being
acquired, the personal information is taken into account over predeterminable periods
of time and these periods are correlated with a time-dependent probability.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the personal information is presence information.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the elevator controller (200) carries out a destination call control.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the plurality of floors are subdivided into partially overlapping zones (111, 113),
and the elevator controller (200) is set up to carry out a transfer floor control
function, cross-zone destination calls being processed as at least two partial destination
calls, the personal information being obtained on the basis of at least one partial
destination call.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the personal information is also obtained by means of at least one person recognition
device.
6. Method according to Claim 5, characterized in that at least one infrared barrier, a facial or gesture recognition device, a lock device
or a machine to be operated is provided as the person recognition device.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the personal information is taken into account in a form weighted according to predetermined
or predefined probabilities.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the forecast is created taking into account personal identification data obtained
using personal information.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the elevator controller (200) moves at least one cabin (112-120) to a predetermined
floor and/or parks it on a predetermined floor on the basis of a created forecast.
10. System for carrying out a method as claimed in one of the preceding claims.
1. Procédé de commande d'une installation d'ascenseurs (100) qui présente plusieurs cabines
(112 à 120) qui peuvent respectivement desservir un certain nombre d'étages (130 à
135), des appels émis à l'extérieur des cabines étant attribués a l'une des cabines
au moyen d'une commande d'ascenseur (200) sur la base d'au moins un critère d'attribution,
la fréquentation actuelle de l'installation d'ascenseurs (100) étant prise en compte
lors de l'attribution, caractérisé en ce qu'un pronostic d'une fréquentation future de l'installation d'ascenseurs (100) est établi
et pris en compte lors de l'attribution, le pronostic étant établi en tenant compte
d'informations personnelles sur des personnes qui se trouvent dans un environnement
prédéterminé de l'installation d'ascenseurs ou d'une partie de l'installation d'ascenseurs
(100) ou qui se rendent dans un environnement prédéterminé de l'installation d'ascenseurs
ou qui s'éloignent d'un environnement prédéterminé de l'installation d'ascenseurs,
les informations personnelles étant obtenues au moyen d'au moins un dispositif de
séparation (140, 142, 144) dans l'environnement de l'installation d'ascenseurs, et
comme dispositif de séparation, au moins un sas pour personnes (142, 144) et/ou au
moins une installation de barrières étant prévus et les informations personnelles
sont prises en compte après une détection pendant des périodes de temps prédéterminées
et ces périodes de temps étant corrélées avec une probabilité dépendant du temps.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les informations personnelles sont des informations de présence.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la commande d'ascenseur (200) effectue une commande d'appel de destination.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les plusieurs étages sont divisés en zones qui se chevauchent en partie (111, 113),
et la commande d'ascenseur (200) est aménagée pour effectuer une fonction de commande
d'étage de transfert, des appels de destination couvrant plusieurs zones étant traités
comme au moins deux appels de destination partiels, les informations personnelles
étant obtenues sur la base d'au moins un appel de destination partiel.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les informations personnelles sont de plus obtenues au moyen d'au moins un dispositif
de reconnaissance de personnes.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que comme dispositif de reconnaissance de personnes, au moins une barrière infrarouge,
un dispositif de reconnaissance faciale ou de gestes, un dispositif de serrure ou
une machine automatique à utiliser est prévu(e).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les informations personnelles sont prises en compte en étant pondérées de manière
adéquate selon des probabilités prédéterminées ou prédéfinies.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le pronostic est établi en tenant compte des données d'identification de personnes
qui sont obtenues en utilisant des informations personnelles.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la commande d'ascenseur (200) déplace au moins une cabine (112 à 120) à un étage
prédéterminé et/ou l'arrête à un étage prédéterminé, sur la base d'un pronostic établi.
10. Système permettant d'effectuer un procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes.